Tagesarchiv für 15. September 2008

RT im Kino

Die Entdeckung der Currywurst

Montag, den 15. September 2008

“Der Nationalsozialismus lebt weiter! Auf 52 Quadratmetern!”
Diese Werbung zu diesem film gab es natürlich nicht. Aber sie erinnert irgendwie an die Werbung zu “Good Bye, Lenin!” im Jahr 2003. Da war es eben die DDR. In dem Film Ulla Wagner ist die Geschichte ähnlich – die Zeit aber ist eine andere.
Hamburg im Jahr 1945. Die Aliierten stehen vor Hamburg. Der Krieg steht vor seinem Ende. Lena (Barbara Sukowa) arbeitet in einer Kantine. Nach Feierabend geht sie ins ins Kino, der letzte Ort, an dem man die Freizeit genießen kann. Dort lernt sie eines Tages den Marinesoldaten Hermann (Alexander Khuon) kennen – und lieben. Sie versteckt ihn bei sich zu Hause. Nun hat er zwar nichts weiter zu tun als Sex, warten, verstecken und Sex, aber er ist einigermaßen sicher. Dennoch ist es für beide ein lebensgefährliches Abenteuer. Als aber der Krieg zu Ende ist, verschweigt Lena ihrem Hermann diese Nachricht…
Nach dem Roman von Uwe Timm entstand ein Film über eine Liebe unter widrigen Umständen. Barbara Sukowa und Alexander Khuon spielen ihre Rollen lebensnah und berührend. Die Enge, die Angst, aber auch die Freude, die sie erleben, werden dem Zuschauer sehr gut rübergebracht.
“Die Entdeckung der Currywurst” heißt der Film. Diese Geschichte wird eher nebenher erzählt, auch wenn sie für Deutschlands natürlich nicht ganz unerheblich ist…
PS: Die beste Currywurst in berlin gibt es natürlich nicht bei Konopke, sondern an der Friedrichstraße, links vom Eingang zum Bahnhof. Und hier in Oranienburg natürlich auf dem S-Bahnsteig.
Weißte Bescheid…

7/10

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (35): Nur viermal umsteigen – das ist doch überhaupt nicht lästig!

Montag, den 15. September 2008
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(34) -> 12.9.2008

Ich hatte es schon mal gelesen, aber wieder verdrängt: Pendelverkehr auf der S1. Ich habe am Potsdamer Platz gerade noch meine Bahn bekommen. Dachte ich jedenfalls. Denn schon am Nordbahnhof war Schluss.
Nordbahnhof. Alles aussteigen! Bitte warten!
Großes Gezeter auf dem Bahnsteig! Eine junge Frau redete auf die Bahnhofsvorsteherin ein, dass das alles ja furchtbar schlecht organisiert sei. Wieso hätten sie nichts davon gewusst? Jetzt kommen sie doch nie und nimmer pünktlich zu Hause an!
Interessanterweise kommen die Leute, wenn sie sich ärgern, miteinander ins Gespräch. Sonst ignorieren sich alle, aber wenn es was zum tuttern gibt, dann wird fleißig kommuniziert. Immer kopfschüttelnd, was ja alles so mies ist. Und wie es denn sein kann, dass man so einen schlechten Service anbeiten würde. Ich will antworten, wann denn die Bahn sonst bauen soll, wenn nicht spätabends (es ist etwa 22.45 Uhr) – ich lasse es aber sein.
Die S-Bahn nach Hennigsdorf fährt ein, wir wollen weiter fahren bis Schönholz – und dort in die eigentliche Pendelbahn einsteigen. Was mir nämlich gerade einfiel: Die Bahn nach Oranienburg (oder besser: Schönholz) fuhr 10 Minuten früher.
In der Bahn ging es munter weiter, wie Enten, die schnattern und meckern: nak nak nak nak…
Schönholz! Alles aussteigen!
Jetzt ging die eigentliche Pendelei los. Zwischen Schönholz und Frohnau werden die Schienen geschliffen (oder geschleift?). Und wieder: nak nak nak, tutter tutter tutter.
Waidmannslust! Alles aussteigen!
Die Bahn nach Frohnau stand schon auf dem Gegengleis bereit.
Wann fährt der denn endlich? Wir warten doch schon genug! Nak nak nak, tutter, tutter, tutter.
Frohnau! Alles aussteigen!
Und wieder steht gegenüber die Bahn, diesmal die richtige, nach Oranienburg. Der Zugfahrer steht mit seinem Mikro ganz vorne und sagt unsere Bahn an. Und er sieht ein bisschen wie der Moderator seiner großen Show aus, so wie er das Mikro hält. Fast möchte ich applaudieren.
Oranienburg! Alles aussteigen!
Wir sind da. Nach viermal umsteigen, wobei ich mir einmal hätte sparen können. In Oranienburg blieben die Pendler nach Berlin übrigens informationsfrei. Na ja, Bahn, wieso sollte man seine Kunden auch über Störungen informieren, oder? Jetzt, wo die Servicegebühr vom Tisch ist…

RT im Kino

Mensch, Dave!

Montag, den 15. September 2008

Außerirdische sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Inzwischen machen sich die Filmemacher nicht mal mehr die Mühe, sich zu überlegen, wie denn Gestalten von anderen Planeten aussehen könnten. Tja, nun sehen sie halt wie wir aus.
So fällt den New Yorkern erst auch dieser Dave (Eddie Murphy) gar nicht auf. Okay, ein wenig seltsam benimmt er sich schon, und einen Autounfall mit anschließendem “Weitflug” übersteht ein normaler Mensch eigentlich auch nicht. Dave ist ja auch kein Mensch, sondern ein Raumschiff. es wird von einer Reihe Alien gesteuert – die, ja, genau, so wie Menschen aussehen – nur eben kleiner als eine menschliche Hand. Der Captain (Eddie Murphy) ist auf der Suche nach einem Stein, der das Überleben der Spezies sichert. Leider kommen ihm aber die hünsche Gina (Elizabeth Banks) und ihr Sohn in die Quere.
In “Mensch, Dave!” darf sich Eddie Murphy mal wieder als Grimassen schneidernder Clown präsentieren, der erst nach und nach die menschlichen Geflogenheiten erlernt. Der eine oder andere Schenkelklopfer ist da garantiert. Dave, der Ketchup trinkt. Der 80 Hotdogs in sich reinschiebt. Der andere Leute nachäfft.
Lustig. Haha.
Der Film bewegt sich zwischen Peinlichkeiten, über die sich eigentlich nur die kleinsten Zuschauer noch amüsieren können und dem üblichen Herzschmerz- und Besserer-“Mensch”-werden-Geschichte. Spätestens ab der Hälfte blickt man schon das zweite mal auf die Uhr und ist schockert darüber, wie wenig Zeit doch bisher erst verstrichen ist.
Am Ende eine nette, aber doch eher überflüssige Zeitverschwendung.

5/10