Tagesarchiv für 21. Juli 2008

aRTikel

Den Brandanschlag überwunden

Montag, den 21. Juli 2008
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Jugendklub: Feier zur Wiedereröffnung im Corn / Katastrophe schweißte die Jugendlichen zusammen

MAZ Oranienburg, 21.7.2008

BIRKENWERDER
Der Raum in der oberen Etage des Jugendklubs Corn in Birkenwerder platzte aus allen Nähten. Die Leute waren am Sonnabendnachmittag gekommen, um die große Wiedereröffnung zu feiern.
Rückblende: Am 30. Juli 2007 verwüstet ein Brand im Jugendklub die Terrasse und viele Teile der Inneneinrichtung. Das Entsetzen ist groß. Es werden Brandbeschleuniger gefunden, was auf einen Anschlag schließen lässt. Mehr als 40 Helfer waren noch am Tag danach vor Ort, um zu helfen.
Nun, ein Jahr danach, ist alles wieder schick. Die Terrasse ist neu aufgebaut, im Inneren des Hauses an der Hauptstraße sind die Räume wieder hergerichtet und teilweise umgebaut worden. Die Toiletten sind nun behindertengerecht. „Wir haben den schmerzhaften Anschlag überwunden“, sagte Klubleiter Jürgen Baer. „Wir haben uns gesagt: Wir machen es besser, als es vorher war, und da habt ihr uns sehr geholfen“, fügte er an die jungen Leute gerichtet hinzu. Birkenwerders Hauptamtsleiter Ronald Pienkny richtete seinen Dank an die Feuerwehrleute, „die schnell und umsichtig handelten“. Er lobte das Zusammengehörigkeitsgefühl in Birkenwerder. Es seien fast 2700 Euro an Spenden für den Klub eingegangen.
„Es ist wieder schön gemütlich hier“, findet Jessica Runge (20), die seit dreieinhalb Jahren in den Klub kommt. „Die Räume sind heller und offener.“ Mit Blick auf die neue Terrasse erinnert sich Steffi Kottke (21): „Die war im vergangenen Jahr nur noch ein Trümmerhaufen. Die Katastrophe hat uns allerdings auf jeden Fall zusammengeschweißt.“ Während der Restaurierungarbeiten ging das Klubleben weiter, die Arbeitsgemeinschaften pausierten nicht, alles lief nebenher.
Die Neueröffnung ist im Jugendklub Corn mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert worden. Nach dem kleinen Festakt mit Reden, Danksagungen und Auszeichnungen hatten die Gäste die Gelegenheit, sich mehrere Filme anzusehen, die im Corn entstanden sind. Am Abend trat die Band Vence Remos vom Hohen Neuendorfer Jugendklub „Wasserwerk“ auf, und die Feuershow-AG zeigte ihr Können. Die gibt es seit einem halben Jahr, Proben sind immer dienstags und donnerstags. Um die 30 Leute seien regelmäßig im Jugendklub Corn, sagt André Kiehne (23), der auch zu den Stammgästen zählt. „In den Sommerferien sind es meist ein bisschen weniger.“
Heute begeben sich die jungen Leute auf eine Klubfahrt an den Scharmützelsee.

MOMENT MAL
Eine Lebenserfahrung
Das Entsetzen in Birkenwerder war groß, als vor fast genau einem Jahr der Jugendclub „Corn“ in Flammen stand. Es ist davon auszugehen, dass es Brandstiftung war, entsprechende Spuren fanden sich auf der Terrasse und in einem Bauwagen.
Bei aller Trauer, bei aller Wut, bei aller Entrüstung: Die Katastrophe brachte in Birkenwerder auch das Gute im Menschen hervor. Insgesamt gingen Spenden im Wert von rund 2700 Euro ein. Anwohner gaben ebenso Geld wie Händler und die Kommunalpolitik. Die Jugendlichen verschoben ihre Klubfahrt und halfen tatkräftig mit, die verwüsteten Räume zu entrümpeln. Jetzt sehen der Innenraum und die Terrasse wieder schick aus.
Mit vereinten Kräften von allen Seiten ist einiges zu erreichen. Das haben nicht nur die Jugendlichen in Birkenwerder in den vergangenen Monaten gelernt. Das Gefühl des Zusammenhaltes hat die Klubmitglieder zusammengeschweißt. Jeder übernahm Verantwortung und trug seinen Teil dazu bei, dass das Klubleben im „Corn“ nun nicht nur weitergehen kann, sondern immer weiter verbessert wird.
Das wird eine Lebenserfahrung sein, an die sich die jungen Leute immer erinnern werden: um Hilfe bitten, Hilfe annehmen und selbst mit anpacken. Ein gutes Gefühl.

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RTZapper

Vor Ort: Rekrutengelöbnis am Reichstag

Montag, den 21. Juli 2008
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SO 20.07.2008 | 19.15 Uhr | Phoenix

Der Platz vor dem Reichstag sei ja ziemlich weitläufig, da hätten Störer kaum eine Chance. Fast klang es so, als sei der Kommentator der Gelöbnis-Live-Übertragung bei Phoenix ein bisschen enttäuscht, dass diesmal kaum mit Action zu rechnen sei.
Vor dem Reichstag legten Soldaten ihr Gelöbnis ab. Wenn man aber der Rede von Verteidigungsminsiter Jung folgte, waren sie mit Abstand die Uninteressantesten vor Ort. Sie wurden zuletzt begrüßt, obwohl es doch um sie ging. Nein, vorher mussten noch alle möglichen Politiker begrüßt werden und irgendwelche Exzelenzen. Selbst die Eltern der Soldaten kamen nur in einem Nebensatz vor. Rangfolge hin oder her – höflich ist auch das nicht. Und irgendwelche SPD-Fraktionsheinis werden nicht umkommen, wenn man sie später (oder besser gar nicht) erwähnt.

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