Tagesarchiv für 13. März 2008

RTZapper

Zapp: Lügner

Donnerstag, den 13. März 2008
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MI 12.03.2008 | 23.15 Uhr | NDR fernsehen

Politiker sind Lügner. Allesamt. Es ist ein wenig ermüdend, wenn zig Magazine und Talkshows Beiträge dazu bringen, dass politiker irgendwann mal was gesagt haben, was sie Jahre später ganz anders umgesetzt haben.
Leider stieg auch das NDR-Medienmagazin “Zapp” auf diesen unglaublich nervenden Trend auf. Denn was offenbar die wenigsten wissen (wollen): Lüge ist nicht gleich Lüge.
Klar, es ist lustig, wenn Erich Mielke 1989 im Berliner Palast der Republik sagt “Ich liebe euch doch alle, alle Menschen!” Aber gelogen hat er damit nicht. Ganz einfach deshalb, weil er es wirklich geglaubt hat. Er lag falsch, aber eine Lüge war das nicht. Auch in “Zapp” zu sehen: Oskar Lafontaine, der 1999 nach seinem Rückzug aus der Regierung sagte, er würde nie in die PDS eintreten. Nun ist der Chef der Partei Die Linke. Eine Lüge? Konnte Lafontaine tatsächlich vor etwa 9 (!) Jahren erahnen, wie die Geschichte weitergeht? Wusste Lafo wirklich schon, was er Jahre später mal tun wird? Eine Lüge ist nun wirklich was anderes.
Natürlich, es gibt sehr, sehr viele Politiker, die lügen. Was politische Prozesse angeht oder persönliche. Aber manchmal ist es wirklich lächerlich, mit welchen Beispielen das bewiesen wird. Von einem seriösen Magazin wie “Zapp” erwarte ich mir da mehr. Bessere Themen zum Beispiel.

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ORA aktuell

Landrat: Chinatown wird nicht gebaut

Donnerstag, den 13. März 2008
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Die Chinatown in Oranienburg wird nicht gebaut. Das erklärte der Landrat des Kreises Oberhavel, Karl-Heinz Schröter (SPD), bei einer Veranstaltung am Dienstag in Zehdenick. Es fehlen konkrete Aussagen zur Finanzierung und zu Investoren. Auch SPD-Fraktionschef Dirk Blettermann sagte, dass er keine Chancen mehr sehe.
Dennoch bleibt unklar, wie es mit der Chinatown weitergeht.

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RT im Kino

Die Welle

Donnerstag, den 13. März 2008
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Seit Jahrzehnten gehört “Die Welle” an vielen Schulen in Deutschland zur Pflichtliteratur. Ist doch die Geschichte, die erzählt wird, noch immer brandaktuell. Und wird es wohl auch immer bleiben. Ein Lehrer an einer kalifornischen Schule wagt mit seinen Schützlingen ein Experiment, das ihm jedoch mehr und mehr entgleitet, das er nach fünf Tagen abbrechen muss.
Bisher gab es von dem spannenden Stoff nur einen Fernsehfilm. Nun kommt die Kinoverfilmung aus Deutschland. Und um das vorweg zu nehmen: eine gelungene.
Irgendwo an einem Gymnasium in Deutschland. Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) unterrichtet seine Schüler während einer Projektwoche zum Thema “Autokratie”. Anfangs weiß niemand, was das ist. Eine Diktatur nämlich. Wenn die Macht von einer Person oder einer Gruppe ausgeht. Keiner in der Klasse kann sich vorstellen, dass das im aufgeklärten Deutschland noch möglich sei. Also wagt Wenger ein pädagogisches Experiment. Zunächst bringt er ihnen Disziplin bei, bestimmte Ansprachs- und Umgangsformen. Uniformität. Gruppengeist. “Die Welle” wird eine Bewegung, die dem Lehrer jedoch bald entgleitet, dessen Dimension er schon bald nicht mehr überblicken kann.
“Die Welle” ist ein spannender, beklemmender Film. Denn der zeigt: Doch, es funktioniert. Mit Manipulation ist alles erreichbar. Und hat man eine Gruppe erst mal für sich gewonnen, damit sie alles tut, was man vorschreibt, lässt sich alles mit ihr machen. Eine geradezu gespenstische Einsicht, die der Film gibt. Klar, sie ist bei weitem nicht neu, aber Regisseur Dennis Gansel setzte die Idee schockierend gut um. Man hat eine gewisse Vorstellung davon, wie die Rechtsradikalen versuchen, die Jugendlichen zu ködern.
Gansels Film kommt sehr modern daher, wirkt nur an ein oder zwei Stellen ein wenig aufgesetzt. Neben Jürgen Vogel und Christiane Paul (spielt Wengers Frau), kommen viele junge deutsche Schauspieler zum Einsatz, deren Gesichter man bereits kennt. Hervorragend: Frederik Lau, als der ängstliche Mitläufer Tim, der in der Gruppe plötzlich stark wird. Max Riemelt, der als Marco viel zu spät sieht, was da eigentlich läuft.
Gedreht wurde übrigens am Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz. In den Sommerferien 2007 kamen auch viele Dallgower in die Schule, um als Statisten mitzuwirken.
“Die Welle” bewegt und ist ein Film, der am Anfang vieler hochspannender Diskussionen stehen könnte. Das ist zumindest zu hoffen.

9/10

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RT im Kino

13 Tzameti

Donnerstag, den 13. März 2008

Sébastien (George Babluani) arbeitet als Dachdecker. Doch sein Auftraggeber stirbt an einer Überdosis Drogen. Kurz vorher erreichte ihn ein seltsamer Brief. Sébastien nimmt ihn an sich. Im Brief sind ein Bahnticket und eine Hotelreservierung. Er tritt die Reise an. Im Hotel bekommt er per Telefon weitere Instruktionen. Am Ende landet er in einem abgelegenen Wald und wird von Fremden mitgenommen.
Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits gut zwei Drittel von “13 Tzameti” vergangen. Und der Zuschauer fragt sich, was dieses Schwarz-weiß-Kunstgetue eigentlich soll. Ziemlich holpriges Schauspiel und eine Geschichte, die sich in keinster Weise erschließt.
Als dann aber klar ist, auf was für ein Spiel sich Sébastien eingelassen hat, wendet sich das Blatt: Ein Spiel auf Leben und Tod – bei dem am Ende nur ein einziger Mitspieler überleben wird. Das Grauen. Und danhn doch relativ spannend.
Es hat gut drei Jahre gedauert, bis die Co-Produktion aus Frankreich und Geogien in die deutschen Kinos gekommen ist. Wirklich verpasst hat man dabei jedoch nicht allzu viel, denn das erste öde Filmdrittel überlagert leider auch den spannenden Teil. Und ganz sicher hätte diesem Film auch ein eingänigerer Titel gut getan.

5/10

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