Tagesarchiv für 16. Oktober 2006

RTZapper

Preis des beleidigten Zuschauers 2006

Montag, den 16. Oktober 2006
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MO 16.10.2006, telekwatsch.de

Ich bin beleidigt. Harald Schmidt hat den Preis der beleidigten Fernsehzuschauer erhalten. “Auch die übelsten Pfeifen, die der Menschheit die Zeit stehlen, tauchen ja immer wieder auf”, meinte Schmidt in seiner ARD-Sendung. Eine Aussage, mit der er durchaus recht hat. Nicht wenige ehemalige D- und E-Stars reichen sich in einigen Sendungen, in denen sie ihren Senf zu 80er-Jahre-Hits (usw) die Klinke in die Hand.
Außerdem: Schmidt macht Satire, Komik. Das scheinen die Damen und Herren von der Telekwatsch-Internetseite, die den “Fernsehpreis” überreicht, aber nicht mitbekommen zu haben.
Nominiert war auch Beckmann, weil er Johannes Heesters in seiner Talkshow “Jopi” genannt hat. Wenn sich da einer beleidigt fühlen sollte, dann ja wohl Heesters. Der ARD-“Presseclub” war nominiert, weil in der “Nachgefragt”-Sendung so wenig Frauen anrufen. Da sind die Frauen schuld und nicht die Macher der Sendung! Für ihren Spruch “Alles wird gut!” war auch Nina Ruge von “Leute heute” (ZDF) nominiert – mit der Begründung, ob sie behaupten wolle, dass alles schlecht sei.
Das Schlimme ist: Die meinen das ernst! Dass Nina Ruge hier einen augenzwinkernden Spruch sagt, fällt den Telekwatschern nicht mal im Schlaf ein. Oder sie verstehen keinen Spaß.
Wie unlustig, humorlos und gewollt-intellektuell die User und Macher von Telekwatsch sind, zeigt sich bei einem Blick in deren Forum. Was allein unter dem Thema “Glotzenblind” steht, ist mitunter erschreckend. Kritik an der Seite oder gar an diesem unsäglichen Fernsehspreis ist dort übrigens auch nicht erwünscht. Fernsehprofizuschauer (Was soll das sein?) Augustus Hofmann gibt die Beiträge erst frei, wenn er sie gelesen hat. Kritik kommt nicht ins Forum. “Postings sind nicht mehr erwünscht!”, schrieb Hofmann auf eine (die letzte im Forum erschienene) kritische Äußerung.
Hofmann nennt den “Preis der beleidigten Zuschauer” das deutsche Pendant zur “Goldenen Himbeere” aus den USA. Womit er sich endgültig lächerlich macht. Die Himbeere wird an Filme verliehen – und ist wesentlich renommierter.
Dieser Fernsehpreis ist wirklich dämlich und überflüssig!

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RTelenovela

Rangier mit mir!

Montag, den 16. Oktober 2006
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Im Rahmen der Vergrößerung meines Arbeitsgebiets reiste ich erstmals beruflich nach Elstal – irgendwo in der Nähe von Falkensee. Ich habe mir sagen lassen, dass es in Elstal vor dem Zweiten Weltkrieg den größten Rangierbahnhof von Europa gab. Vor den Toren Berlins wurden die Zugwaggons abgestellt, abgekoppelt, neu zusammengestellt.
Wer heute mit dem Zug in Elstal ankommt kann sich das heute noch ansehen. Viel anderes gibt es im Umfeld des Bahnhofs auch nicht zu sehen.
Da es in Elstal weder Anzeigetafeln gibt, die auf Verspätungen hinweisen oder Ansagen, hatte ich also Zeit, auf den RE2 zu warten.
Auf dem anderen Gleis rangierte gerade eine Lok und hin und her. Über die Weiche und stopp. Dann zurück auf das danebenliegende Gleis und wieder stopp. Da stand sie und tuckerte ein wenig vor sich hin, bevor sie das gleiche Spiel noch mal wiederholte.
Um es nicht langweilig zu machen, kam dann ein Zug mit lauter Neuwagen auf den Waggons. Im langsamen Zuckeltempo wurden den Wartenden die Autos präsentiert. Dann hielt der Zug und setzte wieder zurück – wahrscheinlich auch wieder auf ein anderes Gleis. So konnte sich niemand an den Autos sattsehen.
Ein schöner Service der Bahn: Wenn der Zug mal später kommt, gibt es eben von den Nachbargleisen spannendes Entertainment.

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