Monatsarchiv für September 2006

RTZapper

Wut

Samstag, den 30. September 2006
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FR 29.09.2006, 22.00 Uhr, Das Erste

Aus Gründen des Jugendschutzes verschoben die ARD-Verantwortlichen den Film “Wut”, in dem es um Jugendgewalt geht, von Mittwoch, 20.15 Uhr, auf Freitag, 22 Uhr. Raus aus der Prime Time. So viel Gewalt kann den Jugendlichen wohl nicht zugemutet werden.
Aber war es nicht eher Àngst vor der eigenen Courage? Weil es Diskussionen gab, weil es in “Wut” vor allem um türkische Täter geht?
Fakt ist: “Wut” ist stellenweise brutal. Das ist so mancher “Tatort” aber auch, wenn nicht noch brutaler. Und hier wird über eine Verschiebung nicht nachgedacht.
Freitag, 22 Uhr: Ist das die Jugend nicht unterwegs? Sieht die sich dann wirklich einen Film in der ARD an? Am Mittwoch sendete man zur Prime Time lieber den Film “Paradies in den Bergen”. Schmerigkeit macht sich um 20.15 Uhr eben besser als die harte Realität.
Die ARD und ihre Bosse haben eine Chance vertan, ein breiteres Publikum anzusprechen.

RTZapper

Werbung:Natascha im Keller

Samstag, den 30. September 2006
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Nachtprogramm, MTV

Ach, Mensch, das war ein technischer Fehler! So was passiert schon mal.
Da läuft im Nachtprogramm von MTV Werbung für Klingeltöne. Ein ganz cooler hieß “Natascha im Keller”. Wo doch diese Natascha Kampusch aus Österreich acht Jahre gefangen gehalten wurde.
Ist doch crazy, kann man doch mal nen Klingelton draus machen.
Also schon die Idee ist abartig.
Aber dass die MTV-Leute von einem technischen Fehler sprechen, um die Ausstrahlung des Spots zu entschuldigen, ist mehr als peinlich. Das ist unter aller Sau!
Was soll das heißen? MTV sieht die Spots nicht durch? Oder MTV sah den Spot und hat ihn trotzdem nicht gestrichen (weil: fällt ja keinem auf)?
Die Verantwortlichen sollten sich in Grund und Boden schämen.

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (8): Sex mit Socken?

Freitag, den 29. September 2006
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Sex mit Socken? Eine Gruppe junger Mädels unterhielt sich heute Abend in der S-Bahn genau über dieses brandheiße Thema. Also das ginge ja gar nicht, sei total abtörnend, wenn ein Typ beim Sex Socken an hätte.
Ich frage mich dabei allerdings, ob es beim Sex nicht interessanmtere Sachen gibt, als die Frage, ob der Partner Socken an hat. Ist das nicht völlig wurscht? Hauptsache keine Hose an…
Ein Ehepaar tuschelte sich, als die Damen in Waidmannslust ausstiegen, zu, dass die Jugend von heute ja nicht mehr so schlimm sei, wie noch vor ein paar Jahren.
Komische Ansichten hat sie aber dennoch.

RTelenovela

Arbeitsplatzpremiere (2)

Freitag, den 29. September 2006
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-> 21.9.2006

Ich habe es geahnt – und, ja, auch ein wenig gehofft. Die Umbauarbeiten und die Umbesetzungen im Büro gingen vonstatten, während der Chef um Urlaub war.
Vergangenen Mittwoch kam er zurück – und fand die neue Sitzverteilung nicht zufriedenstellend. Um es mal so auszudrücken.
Das Ende der Geschichte: Seit heute sitze ich quasi auf meinem alten Platz. Womit die ganze Sache für mich ein gutes Ende findet. Denn ursprünglich war ja auch genau das so geplant, bis sich einige Kollegen ewas anderes ausdachten.
Nun richte ich mich wieder an alter Stelle ein.

RTZapper

Zapping: Das Aus

Donnerstag, den 28. September 2006
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MI 27.09.2006, 19.55 Uhr, Premiere Start

Der 100. Blogeintrag – und es ist ein trauriger Anlass.
Ende der Woche läuft “Zapping” auf Premiere das letzte Mal. Nach 13 Jahren und mehr als 4500 Sendungen. 13 Jahre Fernsehgeschichte gegen zu Ende. 13 Jahre voller Talkshows, Pannen, Nachrichten, Wetter, Skurrilitäten, Politiker – und alles in 3 Minuten, fünfmal die Woche.
Vorbei.
Premiere setzt die Sendung ab. Begründung: Das Konzept sei verwaschen, durch andere ähnliche Shows. Welche sollen das sein? “TV total” ohne TV-Ausschnitte? Vermutlich sind eher finanzielle Engpässe der Grund, die beliebte Sendung abzusetzen.
Ab Oktober wird mein reiches Zapping-Archiv herhalten müssen.
Einziger Vorteil für mich: Ich habe noch einen Grund mehr, das Premiere-Abo nicht zu verlängern.
Premiere – danke und tschüss!

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RTelenovela

Das Aus für “Zapping”

Mittwoch, den 27. September 2006
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Ich habe es von Felix erfahren. Die Schockmeldung des Tages.
Meine Lieblingssendung “Zapping” wird Ende der Woche eingestellt. Bei Premiere heißt es, das Konzept sei durch andere Sendungen verwaschen worden (Welche Sendung?).
13 Jahre gab es diese nette, kleine Sendung, die täglich den ganzen fernsehwahnsinn in 3 Minuten zeigte.
Ab 1. Oktober werde ich Premiere hassen. Na ja, eigentlich schon seit heute.

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aRTikel

Fast immer warmes Wasser

Mittwoch, den 27. September 2006
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Robert Grünler (23) aus Kremmen lebt ein halbes Jahr im russischen Novotscherkassk

MAZ Oranienburg, 27.9.2006<

NOVOTSCHERKASSK
Mit der kyrillischen Schrift kommt Robert Grünler mittlerweile klar. „Probleme gibt es eher beim Verständnis des Gesprochenem“, meint der 23-jährige Kremmener. Ein Semester lang lebt er in Novotscherkassk und besucht dort die Südrussische Staatliche Technische Universität (SRSTU). 200000 Einwohner hat Novotscherkassk, die als die Hauptstadt der Don-Kosaken gilt. Das Abenteuer begann Anfang August.
„Ich wollte während meines Studiums an der TU Ilmenau auf jeden Fall noch ein Auslandssemester machen, um eine weitere Sprache zu lernen“, erzählt Robert Grünler. „Da ich Englisch in der 11.Klasse bereits mit einem Schuljahr in den Staaten abgehakt hatte, musste ich mir einen anderen Favoriten suchen.“ Schon am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium lernte er Russisch. „So war diese Variante besser, als eine dritte Sprache neu zu lernen.“
Schon vorher war er bereits zweimal in Novotscherkassk, organisiert von der TU Ilmenau. „Dort hat es mir ganz gut gefallen und zusätzlich wird ein Aufenthalt in Russland von GoEast (DAAD) auch relativ gut gefördert, so dass sich die finanziellen Belastungen in Grenzen halten.“
Der Mechatronik-Student arbeitet in Russland an seiner Studienarbeit zum Thema: „Optimierung des Energieertrags von Solarmodulen durch Nachführung“. Auch Mechatronik-Vorlesungen besucht er.
„Als Deutscher wird man hier sehr freundlich aufgenommen“, erzählt Robert Grünler. „Es ist nicht schwer, viele Leute in kurzer Zeit kennen zu lernen.“ Mit einem Kommilitonen aus Ilmenau lebt er in einem Zimmer einer Zweiraumwohnung eines Wohnheimes. „Das Wohnheim an sich ist das Beste, was es hier gibt“, meint Robert. „Wir hatten bis jetzt nur wenig Kakerlaken und auch fast immer Wasser.“ Manchmal riecht es ein wenig: „Im Keller scheint eine Art Klärgrube untergebracht zu sein. An Tagen, in denen es keinen Wind gibt, steigen die Dämpfe an unserem Fenster vorbei und machen lüften nur über den Flur möglich.“
Ziemliche Unterschiede sind Robert Grünler zwischen den Deutschen und den Russen aufgefallen – gerade äußerlich: „Was jedem Mann bei der Ankunft an russischen Flughäfen auffällt, sind die Frauen“, sagt er. „Offensichtlich verhält sich die Mode hier so, das Miniröcke und Pfennigabsätze ein absolutes Muss sind. Bei den Männern verhält sich das eher umgekehrt: Die Liebe zu gestylten Haaren könnte man als nicht vorhanden annehmen.“
Aber auch an der Uni herrschen andere Regeln als in Deutschland: „Bei meiner Ankunft im August gab es Temperaturen von bis zu 40 Grad. Für die Uni hieß es aber trotzdem: lange Hosen anziehen, koste es was es wolle. Ich kenne zwar ähnliche Regeln von meiner amerikanischen Highschool, allerdings war diese auch mit Klimaanlagen ausgestattet, die solche Regeln auch erträglich machten.“
Mit den Freunden zu Hause hält er unter anderem durch ein Internettagebuch Kontakt, in dem er alle seine Erlebnisse notiert und bebildert. Hier schildert Robert Grünler beispielsweise die Liebe der Russen zum Wodka: „Bier ohne Wodka ist verschwendetes Geld.“
Spannend sind auch immer die Fahrten mit der Tram. „Die Bahnen sind auf einem Niveau, bei dem jeder Tüv-Angestellte ohne weitere Untersuchen die Einstellung des Betriebes fordern muss. Zum Ziel wird man nicht gefahren, sondern eher geschüttelt.“
In vier Monaten wird wieder alles anders. Dann kehrt Robert Grünler nach Deutschland zurück.

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