Monatsarchiv für Januar 2004

RTZapper

Gibt’s doch gar nicht

Samstag, den 31. Januar 2004
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FR 30.01.2004, 22.15 Uhr, RTL

Na, was ist denn da los? RTL, der Erfinder von großen Shows und Trends, klaut ein Konzept von der Konkurrenz? Gibt’s doch gar nicht! Ein Moderator und sechs bis an die Schmerzgrenze lustige Komiker hatten einen Gegenstand vor sich zu liegen. Um dieses Ding rankte eine spannende Geschichte, die zu erraten war. Das Ganze nennt sich bei Sat.1 „Genial daneben“, nur, dass da auf das Anglotzen des Gegenstandes verzichtet wird. Im RTL-Studio war die Stimmung riesig. Es wurde viiiel gelacht. Wirklich? Schmissen sich die Zuhörer im Studio wirklich vor Lachen unter die Sitze? Es macht schon einen merkwürdigen Eindruck, dass, wenn zu hören ist, dass Leute lachen, in Wirklichkeit niemand eine Miene verzieht. Wurden die Lacher etwa eingespielt? Oder war die Kamera nur zu langsam, die Leute einzufangen, die sich für uns so hörbar ausschütten? Angesichts der stellenweise wohl ins Leere gelaufenen Pointen, machten die Komiker jedenfalls einen leicht irritierten Eindruck.

aRTikel

Abi-Prüfungen schon gelaufen

Donnerstag, den 29. Januar 2004
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Jakob und Benny hatten in Berlin bereits jetzt ihre schriftlichen Abschluss-Klausuren

MAZ Oranienburg, 29.1.2004

BIRKENWERDER
Jakob und Benny haben es hinter sich. Am Dienstag stand für sie die letzte der drei schriftlichen Abiturprüfungen auf dem Plan. Es lief erfreulich gut. Während sich hierzulande die Abiturienten darüber Gedanken machen, ob sie eventuell ab den Osterferien für die Prüfungen lernen, brauchen die beiden 18-Jährigen aus Birkenwerder sich darüber nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Jakob Weber und Benjamin Steinke besuchen die Evangelische Schule in Berlin-Frohnau. In Berlin brüten die Schüler der 13. Klasse bereits jetzt, im Januar, über ihrem Abi. Die Brandenburger haben diesen Akt erst im Mai vor sich. Danach ist für sie der Unterricht aber auch gelaufen.
Anders bei den Berlinern. Jakob und Benny müssen auch nach den Winterferien weiter zur Schule gehen. Trotz geschriebener Abitur-Klausuren. „Das vierte Kurshalbjahr zählt ganz normal mit“, erklärt Benny. „Aber es gibt weniger und kürzere Klausuren, die auch nur einfach zählen.“ Irgendwann im Mai sind dann die mündlichen Prüfungen.
Hat man denn da überhaupt noch Lust auf die Schule? „Na ja, man munkelt, dass sie sehr schnell abnimmt“, grinst Jakob. Und Benny ergänzt: „Es soll eine recht entspannte Zeit sein.“ Sie finden es praktisch, dass sie bereits jetzt ihre Prüfungen geschrieben haben. „Für uns ist das ein Vorteil“, findet Jakob. „Ansonsten müssten wir ja für die Klausuren noch mehr lernen.“
Benny wechselte zur 5. Klasse zur Evangelischen Schule in Frohnau. „Die Grundschule in Birkenwerder hatte damals ein Lehrerproblem“, erinnert er sich. „Unsere Klassenlehrerin war krank und sollte nicht wiederkommen. Wir hatten nur eine Aushilfskraft.“ Jakobs Schwester wechselte nach der Wende nach Frohnau, also sollte er ebenfalls dort fürs Leben lernen.
Die Evangelische Schule ist eine Privatschule und, wie der Name schon sagt, sie befindet sich in kirchlicher Trägerschaft. Einmal im Monat findet auch eine Andacht statt, „die man aber nicht so oft besucht“, grinst Benny. Religion ist Pflichtfach, auch ein Leistungskurs darin ist möglich. „Man muss allerdings nicht getauft sein, um auf die Schule zu kommen“, erklärt Benny weiter. „Aber wer getauft ist, wird bevorzugt.“ Das Schulgeld richtet sich nach dem Einkommen der Eltern, Geschwister zahlen weniger. Schüler aller Altersklassen besuchen die Frohnauer Schule. „Los geht’s mit der Vorschule, der nullten Klasse“, erzählt Jakob. Insgesamt 800 Leute verbringen hier momentan ihre Schulzeit.
Keine Frage, die beiden fühlen sich auf ihrer Schule wohl. „Schon ab drei Leuten wird hier ein Kurs eröffnet“, erzählt Benny. Das gäbe es an staatlichen Schulen nicht. „Bei 16 oder 17 Teilnehmern wird so ein Kurs bei uns bereits geteilt.“ In seinem Physik-Leistungskurs sitzen gerade mal sechs Leutchen. 60 Schüler hat ein Jahrgang. „Es gibt auch einen Haufen AGs“, ergänzt Jakob. „Es werden zum Beispiel alle möglichen Sportarten und einige Sprachen angeboten.“ Die Lehrer sind größtenteils sehr engagiert.
Aber es kann doch nicht nur Vorteile geben? „Nein“, antwortet Benny. „Die Bahnkosten sind ziemlich hoch, obwohl wir nur mit der S-Bahn zwei Stationen von Birkenwerder nach Frohnau fahren müssen.“ Während ein Schüler beispielsweise aus Steglitz nur 30 Euro im Monat zahlt, müssen die beiden Oberhaveler für ein BC-Ticket 40 bis 50 Euro zahlen. „Zwar gab es jetzt einen Erlass vom Kreis, wir zahlen jetzt weniger, aber das ist lächerlich“, monieren die Birkenwerderer. „Wir fahren, wenn möglich, mit dem Auto“, sagen sie.
Schade finden sie auch, dass es unter den Schülern relativ wenig Zusammenhalt gebe. „Die Lager sind zu groß“, meint Benny. „Ein Drittel der Schüler kommt aus Oberhavel. Im Physik-Kurs sitzen nur Ossis.“ Man merke schon recht deutlich den Unterschied zwischen den Berlinern und den Schülern aus Oberhavel. „Für einige der Berliner ist Hohen Neuendorf schon so etwas wie Ausland“, meint Jakob. „Gerade Frohnau ist ziemlich konservativ, gerade in PW, Politische Weltkunde, merken wir das ziemlich deutlich, wenn zum Beispiel über die Todesstrafe oder den Irak gesprochen wird.“ Aber insgesamt herrsche doch ein gutes Klima. Benny: „Ich kann mich an keine Prügelei auf dem Schulhof erinnern.“
In Sachen Abitur haben Jakob Weber und Benjamin Steinke, im Gegensatz zu ihren Kollegen auf den Gymnasien in Oberhavel, das Gröbste jedenfalls schon hinter sich. Sie können die nächsten Wochen und Monate ein wenig ruhiger angehen und schon mal ihre Abschlussfeierlichkeiten planen.

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Golden Globe Verleihung 2004

Montag, den 26. Januar 2004
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SO 25.01.2004, 2.00 Uhr (Mo.), ProSieben

Auf die Übertragung der Golden-Globe-Verleihung in der Nacht zum Montag war ProSieben perfekt vorbereitet. Die vielen Pausen bei NBC in den USA nutzte man auch hierzulande für viele Werbespots. Doch irgendwann war damit Schluss, so dass ProSieben diese Pausen für Eigenwerbung nutzte. Oder für die Rubrik „ProSieben-Trend“. Da lief dann der aktuelle Videoclip der PreLUDERs, den Vize-„Popstars“. Und damit wir auch wirklich kapieren, dass die PreLUDERs jetzt gefälligst trendy sind, wurde dieser Clip im Laufe der nächsten 90 Minuten ein zweites und ein drittes Mal vollständig gespielt. Für die Zuschauer der Übertragung die reinste Folter. Bei ProSieben hätte man sich ruhig mehr Gedanken über die Pausenfüller machen können.

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Hessen lacht zur Fassenacht

Dienstag, den 20. Januar 2004
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hessen fernsehen

Fünf Wochen – dann hat der Spuk ein Ende. Im Karneval oder zur Fassenacht, wie die Hessen sagen, scheinen sich manche Männer ja alles zu trauen. Da ziehen sie sich ein Röckchen an, stülpen sich eine total lustige Perücke mit Zöpfen über die Omme, schminken sich ganz fett und machen einen auf Mädchen. Und als wenn das nicht reichen würde, singen sie auch noch wahnsinnig komische Lieder und machen noch sehr viel mehr wahnsinnig komische Witze. Wobei die Betonung natürlich auf „wahnsinnig“ liegt. Dabei lassen sie sich auch noch fotografieren oder gar filmen. Was dabei herauskommt, durften wir bei „Hessen lacht zur Fassenacht“ betrachten. Um das zu ertragen hilft nur noch Alkohol. Fünf Wochen – dann ist Aschermittwoch und die Kerle werden wieder zu Kerlen. Jedenfalls die meisten.

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Ich bin ein Star! – Holt mich hier raus!

Dienstag, den 13. Januar 2004
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MO 12.01.2004, 22.15 Uhr, RTL

Au weia, da hat sich Caroline Beil aber ganz schön in die Nesseln gesetzt. Und das Schlimme: Sie weiß es noch nicht einmal. Aber als ehemalige Boulevardmagazin-Moderatorin ist es natürlich besonders peinlich, dabei erwischt zu werden, wenn sie über andere Kollegen lästert. Aber so ist das nun mal, wenn man im australischen Busch sitzt und nichts Besseres zu tun hat. Daniel Küblböck sitzt also auf dem absteigenden Ast? Ja, Frau Beil, haben Sie je auf einem stabilen Ast gesessen? War ihr „Blitz“-Boulevardmagazin jemals erfolgreich? Und hat die Sendung nicht inzwischen sogar eine neue Moderatorin? Das Rauschen im Blätterwald bekommt sie im Dschungel gar nicht mit. Es rechnete auch niemand damit, dass RTL wieder einen Knaller produziert hat. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nennt sich das Ganze. Wobei die Frage im Raum steht, wer von den im Busch Ausgesetzten eigentlich berechtigt ist, sich als Star zu bezeichnen. Die Show weckt bei den Deutschen jedenfalls etwas, was sie so noch nie einsetzen konnten: Rache!! Daniel Küblböck nervt? Okay, soll er sich mit den Kakerlaken rumärgern. Caroline Beil lästert? Dann hat sie sich gefälligst auch von Straußen bepicken zu lassen. Die Leute nutzen ihre wohl einmalige Chance, es den so genannten Stars einmal so richtig zu zeigen. Es hat sie ja niemand zu diesem Abenteuer gezwungen.

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Happy Friday

Samstag, den 10. Januar 2004
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FR 09.01.2004, 20.15 Uhr, Sat.1

Ein großes Studio voll mit Zuschauern, die total happy drauf sind. Dazu eine Live-Band. Und noch ein paar absolut komische Comedians – und schon kann „RTL Samstag Nacht“ auf Sendung gehen. Ähm… Halt. Stop mal. Die Show gibt es doch seit mehr als fünf Jahren gar nicht mehr. Aber was war das denn sonst, was am Freitagabend bei Sat.1 zu sehen war? Die jungen Comedians waren einiges – bloß nicht lustig. Als prominenter Gast war Markus-Maria Profittlich dabei, dem auch leider noch keiner gesagt hat, dass seine doofen Grimassen nerven. Tatsächlich soll „Happy Friday“ wohl in die Fußstapfen von „Samstag Nacht“ treten. Da hat man den Mund aber seeehr voll genommen.

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RTL-Nachtjournal

Dienstag, den 6. Januar 2004
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MO 05.01.2004, 0.00 Uhr (Di.), RTL

Und dann war er einfach weg. Sang- und klanglos lief Heiner Bremer am Freitag am Ende des „Nachtjournals“aus dem Bild. Dafür, dass es seine letzte Sendung nach zehn Jahren sein sollte, war es ein unspektakulärer Abgang. Doch, dann – welch Überraschung: Montag stand der Heiner schon wieder da und las seine Texte vom Teleprompter ab. RTL scheint ihm einen Tag mehr geschenkt zu haben. Nach einem Rückblick auf eine Dekade mit ihm und dem „Nachtjournal“ stand dann auch die neue Moderatorin Susanne Kronzucker neben ihm und drückte Heiner einen Blumenstrauß in die Hand. Sagen konnte er kaum noch etwas, da der Prompter für Spontanität nicht gerüstet ist. So stand der Heiner da wie bestellt und nicht abgeholt, noch ein letztes Mal von seiner Nachfolgerin angelächelt und abgeschoben. Ganz in Rente geht Bremer ja auch nicht. Gleich zwei Talkshows hat er bei n-tv. Bleib dran, Heiner!