Monatsarchiv für September 2002

RTZapper

Verstehen Sie Spaß?

Sonntag, den 29. September 2002
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SA 28.09.2002, 20.15 Uhr, ARD

Platz für die junge Garde der ARD! Frank Elstner, vor mehr als 20 Jahren mit „Wetten, dass…?“ erfolgreich, übernahm „Verstehen Sie Spaß?“ vom gescheiterten Cherno Jobatey. Und gleich zu Beginn ein Brüller: Nicht Elstner betritt die Bühne, sondern Harald Schmidt. Er wolle mal sehen, wie sich „seine Show“ so mache. Vor einigen Jahren war auch er Moderator dieser Sendung. Danke, Frank, für diesen Gag! Ja, Frank, es ist wirklich echt toll, dass der Harald diesen Spaß mitgemacht hat. Super Frank, das Publikum hat sich zu Recht ausgeschüttet vor Lachen über diesen Gag. Und ja, Frank, wir haben mitbekommen, dass es ein Gag war. Und, natürlich Frank, er ist dir gelungen. Aber, nein Frank, es ist nicht nötig, uns jeden Gag zu erklären und uns zu sagen, dass er einfach klasse war. Das wissen wir selbst. Oder nicht. Denn wirklich witzig war die Show nicht.

RTZapper

Der Dauer-Kloeppel

Mittwoch, den 25. September 2002
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Der arme Peter Kloeppel. Jetzt, wo die Wahlen vorbei sind, muss er sich ja total langweilen. Immer nur die Nachrichten präsentieren, ist auf Dauer schließlich nicht zeitfüllend. So war er in den letzten Wochen fast permanent auf Sendung. Er führte durch die Reihe „Kanzler, Krisen, Koalitionen“ und befragte Politiker „Im Kreuzfeuer“. Irgendwie entstand der Eindruck, dass Peter bei RTL der einzige Mensch ist, der auch nur eine blasse Ahnung von Politik und Geschichte hat. Was ist zum Beispiel mit Katja Burkard von „Punkt Tzwölf“? Kann tsie wirklich nur vom Teleprompter abletsen? Oder Frauke Ludowig? Ich hätte gern mehr über die Kanzlergattinnen erfahren. Selbst für das „Kreuzfeuer“ musste sich RTL Sandra Maischberger von n-tv ausborgen. Das sieht für RTL nicht gut aus. Aber besser ein Kompetenter als gar keiner. Wahrscheinlich hat der arme Herr Kloeppel immer gleich in seinem RTL-Büro geschlafen, um gleich weitermoderieren zu können. Jetzt kann er ja wieder kürzer treten und sich mit den täglichen Nachrichten begnügen.

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Aus dem Gastauftritt wurde ein Daueraufenthalt

Mittwoch, den 25. September 2002
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Greensession: Tobi ist jetzt der Fünfte im Bunde / Proben für den nächsten Auftritt in Hennigsdorf

MAZ Oranienburg, 25.9.2002

HOHEN NEUENDORF
Im Herbst 2001 stellten wir euch die Hohen Neuendorfer Band Greensession vor. An dieser Stelle berichtet „Willi“ in unregelmäßigen Abständen über alles Neue.

Es ist jetzt genau ein Jahr her, seit an dieser Stelle über die vier Jungs von Greensession berichtet worden war. Und während im September 2001 noch eine Sängerin oder ein Sänger gesucht wurde, kann heute, pünktlich zum Jubiläum, ein Erfolg verkündet werden: Tobi ist da!
Der 18-jährige Tobias Heintz aus Frohnau wird Rafi, Flo, Christoph und Benny ab sofort gesanglich unterstützen. Und er kann nicht nur das: Seit zehn Jahren nimmt Tobi Klavierunterricht, spielt nebenbei Gitarre, Bass und Schlagzeug und „neuerdings auch Blockflöte“, wie er erzählt. Auch viele eigene Songs hat er bereits geschrieben.
Ursprünglich war nur ein „Gastauftritt“ bei Greensession geplant. Die Band, in der Tobi bisher spielte, gibt es in der Form nicht mehr. „Rafi kam eines Tages zu mir und fragte mich, ob ich nicht für GS das Album einsingen wolle“, erzählt der Frohnauer. „Da habe ich natürlich sofort ja gesagt.“ Die Chemie bei den Proben stimmte sofort. „Im Grunde genommen stand der Entschluss, dabeizubleiben für mich schon vorher fest“, erzählt Tobi. „Es lag also an ihnen, es mir anzubieten.“ Und das taten sie nun auch.
Somit kann sich Rafi voll aufs Gitarrespielen konzentrieren, bei einigen Songs liefert er die Zweitstimme.
Jetzt wird also kräftig zu fünft geprobt, noch immer in Hohen Neuendorf bei Christoph im Keller. Der neue Probenraum in der Frohnauer Teestube ist aber inzwischen fast fertig. Den ersten öffentlichen Auftritt als Fünfer-Formation hat Greensession am 15.November im Hennigsdorfer Conny Island.
Neues ist auch von der Greensession-Homepage zu berichten. Vor einigen Wochen ging sie mit einem neuen Design online. Hier gibt’s alle wichtigen Infos.

www.greensession.com

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Talk im Turm spezial

Dienstag, den 24. September 2002
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MO 23.09.2002, 22.15 Uhr, SAT.1

Spannend und verwirrend: Während es in der ARD am Sonntag eine Mehrheit für Bayern-Edi und 18-Prozent-Guido (mit etwas weniger als 18 Prozent) gab, zeigten die ZDF-Hochrechnungen ein Unentschieden oder eine knappe Kanzler-Mehrheit. Da war klar, dass uns das ZDF an dem Abend mehr Freude machte. Doch die Unsicherheiten reichten bis in die Nacht. Somit stießen wir vorsichtshalber erst mal nur „auf die nächsten vier Jahre – mit wem auch immer“ an. Für Montagabend wurde uns auf SAT.1 eine Wahl-Analyse vom Feinsten versprochen. Harald Schmidt und Günther Jauch waren bei „Talk im Turm spezial“ zu Gast. Gleichzeitig der letzte TV-Auftritt von Talkmaster Erich Böhme. Es hätte eine witzige, spritzige Angelegenheit werden können. Stattdessen war es eine Mitleid erregende Veranstaltung. Gut, dass Böhme aufhört. Sein Sprechtempo ist bedenklich langsam. Seine Fragen, die fast alle mit „Sacht mal…“ begannen, waren nur öde. Manchmal herrschte im Saal eine gespenstische Stille. Schmidt und Jauch stand die Irritation ins Gesicht geschrieben. Zeitweise übernahmen sie einfach die Moderation, stellten sich die Fragen gegenseitig selbst. Böhme hielt sich hilflos an seinen Zetteln fest. Er hat seine letzte Sendung vergeigt. Und gerade in dem Fall, mit den Gästen, war das ziemlich peinlich!

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Knuffelnase vermisst

Mittwoch, den 18. September 2002
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Spaziergang durch Oranienburg: Die wunderbare Welt der Wahlplakate

MAZ Oranienburg, 18.9.2002

RT/FLORIAN BÜTTNER

ORANIENBURG
Bisher fühlten wir uns gut behütet, wenn wir die Oranienburger Schlossbrücke in Richtung Innenstadt befuhren: Angelika Krüger-Leißner empfing uns Spalier hängend an jeder Laterne. Seit Sonntag aber müssen wir auf ihre Obhut verzichten: AKL hat uns verlassen! Konnte sie ihre einst perfekt gepuderte Knuffelnase nicht mehr ertragen? Hat sie sich im Wahltermin geirrt? Oder ist die neidische Konkurrenz räuberisch durch die Bernauer Straße gezogen?
Andernorts dürfen wir sie und die anderen lächelnden Politiker noch ein paar Tage ertragen. Da werben die christlichen Demokraten in der Nähe der Oranienburger Erlebniscity für den Besuch von Ole von Beust, dem Oberbürgermeister Hamburgs. Wer aber im Internet recherchiert, wird feststellen, dass eigentlich niemand so genau seinen Namen kennt. Da wird oft von „Ole van Beust“ gesprochen. Hier ist wohl jemand nicht kompetent. Oder sollte Ole mal ein Machtwort spprechen?
Aber wenn wir schon mal beim Thema Inkompetenz sind: Da will uns doch tatsächlich eine Partei die gute alte D-Mark zurückbringen und allen Deutschen einen Tausender Kindergeld in die Hand drücken. Wirklich allen? Und was ist mit den Kinderlosen?
Ach so: Sag mal, Roland Barnabas, was ist denn das für eine Geste, die deine rechte Hand auf mehreren Plakaten vollführt? Ganz böse Zungen behaupten, es gäbe Analogien zur düsteren Vergangenheit…
Einen äußerst kreativen Schlagabtausch hingegen liefern sich die beiden großen Parteien momentan an der Kreuzung vor dem Oranienburger Schloss. Nach vier Jahren intensivster Beratung ist sich das Kompetenzteam zumindest im Wahlspruch sicher: Es ist „Zeit für Taten“. Der Konter aus der roten Ecke kommt prompt: „Wir schaffen das“ steht in großen Buchstaben zum Verwechseln ähnlich auf der Nachbartafel.
Eines haben die Kandidaten aber ganz gewiss gut einstudiert: Guido, Ulf, Angelika, Siegfried, Edmund und Gerhard lächeln und grinsen um die Wette sowie um die Gunst der Wähler. Auf eine Botschaft auf den Plakaten wird vorsichtshalber weitestgehend verzichtet, nichts soll von ihrem mehr oder weniger unwiderstehlichen Strahlen ablenken.
Fazit: Allein ein gemütlicher Spaziergang durch die Innenstadt reicht nicht aus, um sich eine ausführliche Meinung über die Kandidaten und deren Anliegen zu bilden. Umfassende Informationen werden wohl nur aus den Parteiprogrammen ersichtlich.
Und was ist nach dem 22.September? Wird der graue Alltag wieder in Oranienburg einziehen? Wer wird uns dann von oben herab anlächeln, uns die Hand reichen, die Freundschaft anbieten wollen? Sicher scheint nur eins, die weitere Karriere von Jürgen Trittin: als Wetterfee. Denn auf dem Plakat (links) macht er schon eine ganz gute Figur.

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Die Außenseiter

Dienstag, den 17. September 2002
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MO 16.09.2002, 21.00 Uhr, ARD

Auf den ersten Blick war das schon ein wenig lächerlich: Eine Swingband in einer politischen Fernsehsendung. Doch das hatte wirklich Sinn. In „Die Außenseiter“ kamen am Montagabend in der ARD die kleinen Parteien zu Wort. Jeder Vertreter hatte eine Minute Redezeit, alles Weitere wurde von der Band gnadenlos unterbunden. So hatte der nette Onkel der Christlichen Mitte gerade mal einen Programmpunkt bekannt gegeben, als die Minute rum war. Nun gut, Harry Potter sei Teufelszeug, wegen der Magie. Nur gelesen hat der gute Mann das Buch noch nie. Aber es reicht ja völlig, mal was drüber gehört zu haben.
Schade, dass kein Kandidat der KPD da war, das wäre wirklich mal interessant gewesen: „Der Kapitalismus hat keine Zukunft“, heißt es bei denen. Tja, das merken wir ja jeden Tag. Laut NPD sind die großen Parteien daran Schuld, wenn es rechte Übergriffe gibt.
Republikaner gegen die Bibeltreuen – das war die seltsamste Gesprächsrunde an diesem Abend. Ausländer, die uns auf der Tasche liegen, müssten raus, meinen die einen. Falsch, diese müsse man den Weg zu Jesus Christus zeigen, die anderen. Das sind doch mal Argumente!
Recht gut angekommen beim Publikum ist nur Trude Unruh von den Grauen, die den Saal ein wenig aufmischte. Leider sind die Jugendlichen aus dem Publikum an diesem Abend eher selten zu Wort gekommen. Trotzdem: 90 Minuten lang konnten wir uns einen Eindruck von den „Kleinen“ machen, ob sie wirklich wählbar sind, das muss jeder selbst entscheiden! Dazu habt ihr noch fünf Tage Zeit. Überlegt es euch! Geht wählen!

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Explosiv – Das Magazin

Dienstag, den 10. September 2002
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MO 09.09.2002, 19.10 Uhr, RTL

Nein wirklich, Graf Gerd Bernadotte will nun echt keine Schlammschlacht! Aber das muss dann doch mal gesagt werden: Seine Ex-Klientin Nadja Abdel Farrag („Naddel“ oder auch „Dieters Ex-ex-ex“) kann keinen Text lernen, singen schon gar nicht. „Sie ist nichts, kann nichts und wird auch nichts.“ Also, man fragt sich schon, was dabei genau die Neuigkeit sein soll? Aber dann auch noch Alkohol und Männer? Besonders Letzteres ist ja wohl kaum zu glauben! Also echt jetzt, eine Schlammschlacht wäre wirklich das Letzte, was die beiden wollen. In die Boulevard-Ecke haben sie es trotzdem wieder geschafft. Dabei hat Naddel noch so viel vor: Ein Tanzvideo (oh, da freuen wir uns aber total drauf)! Und dann noch…, tja, mehr möchte sie noch nicht verraten. Was auch? Allerdings fragt sich Naddel, was der Graf wohl noch von ihr behaupten wolle. Dass sie doof wie ein Stuhl sei? Liebe Naddel, das soll hier unkommentiert bleiben, manche Dinge weiß die Welt auch so.