Monatsarchiv für Dezember 2001

RT im Kino

Kino 2001

Montag, den 31. Dezember 2001

Die Kino-Hitliste 2001 umfasst 67 Filme.

TOPS
1. Das Experiment
2. A.I. – Künstliche Intelligenz
3. Das Glücksprinzip
4. Der Schuh des Manitu
5. Ein Königreich für ein Lama
6. Der Herr der Dinge – Die Gefährten
7. Shrek – Ein tollkühner Held
8. The Mexican
9. Harry Potter und der Stein der Weisen
10. Moulin Rouge
12. Tigerland
14. Traffic – Macht des Kartells
19. Der Zimmerspringbrunnen
20. Berlin is in Germany
22. Nichts bereuen
25. Die fabelhafte Welt der Amelie
37. Jurassic Park III

FLOPS
67. Ghost World
66. Snatch – Schweine und Diamanten
65. Dr. T and the Women
64. Die Männer Ihrer Majestät
63. Düstere Legenden 2
62. Peal Harbor
60. Kommando Störtebeker
57. Intimacy

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Das war 2001!

Sonntag, den 30. Dezember 2001
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2001 begann romantisch. Glaubten RTL und SAT1. Die Idee: Millionär sucht sich Frau zum Geldverprassen. Und zum Liebhaben auch. Werner Schulze-Erdel durfte ins RTL-Abendprogramm. Aber nur einmal. Braut und Millionär kannten sich vorher. Überhaupt war das alles nur peinlich. Fortsetzung folgt nicht.

Margarethe Schreinemakers versuchte mit „Big Diet“ auf RTLII ihr Comeback. Sie scheiterte kläglich. Mieses Konzept, miese Quoten. Und tschüss. Nachfolgerin Jenny Elvers brachte die Show ins endgültige Aus.

So was gab’s wohl noch nie. Damit Kirchs PremiereWorld besser läuft, wurde „ran“ auf 20.15Uhr verschoben. Da machten die Zuschauer nicht mit. Boykott. „ran“ läuft jetzt um 19Uhr. Gewonnen!

Hitze, stickige Luft, schwanger: Während der ZDF-Sendung „drehscheibe deutschland“ bricht Moderatorin Babette Einstmann zusammen. Zum Glück war ihr Gesprächspartner Arzt.

Die Nachmittagstalkshows sind out, die Gerichtsshows kommen in Mode. Niveauvoller ist das Fernsehen dadurch nicht geworden.

Die Vergangenheit holte ARD-Moderator Ingo Dubinski ein. Sein IM-Name bei der Stasi: „Diplomat“. Als klar ist, dass er nur ein kleines Licht war, kann er die „WunschBox“ weiter moderieren. Nebenbei: Dubinski war als Gast in der n-tv-Talkshow „maischberger“. Das Interview des Jahres. Am Ende waren sowohl Dubinski als auch Sandra Maischberger den Tränen nah.

Was denn nur mit Sabine Christiansen los war, fragten sich eines Sonntagabends ihre Zuschauer. Leicht lallend zog sie ihre Sendung durch. Kein Alkohol, nur Tabletten. Hieß es im Nachhinein. Der Grund: Ihre Ehe ist hin, ihr Mann nahm sich eine andere: Ulla Kock am Brink.
Verona Feldbusch macht mit einem Heulkrampf in der „Johannes B. Kerner Show“ Furore. Angesprochen auf Dieter Bohlen, bricht es aus ihr heraus. Echt oder unecht?

Hannelore Kohl, Anthony Quinn, Regine Hildebrandt, George Harrison, Melanie Thornton, Beate Uhse: ein Abschied für immer.

Ab dem 11.September war nichts mehr, wie es vorher war. Terror live. Tagelange Sonderberichte. Schweigeminuten. Für einige Zeit gab es nichts anderes mehr. Tage des Nachdenkens, Innehaltens.

2002, es kann nur besser werden.

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Kultur!

Dienstag, den 18. Dezember 2001
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ARD/ZDF/SAT.1

Am Freitag ist eine Ära zu Ende gegangen. Das letzte „Literarische Quartett“ wurde vom ZDF ausgestrahlt. Nie wieder wird es so herrliche Buchverrisse geben wie in dieser Sendung. Nie wieder werden wir Marcel Reich-Ranicki und seine Mitstreiter diskutieren hören können. Was, ihr habt das nie gesehen? Ihr interessiert euch nicht für Literatur? Als letztes Buch wurde Goethes „Leiden des jungen Werthers“ durchgenommen. Angesichts der Lobhymnen bin ich echt kurz davor, den „Werther“ noch mal zu lesen. Ein Umstand, der meinen ehemaligen Deutschlehrer bestimmt aufhorchen lässt. In der Schule hab’ ich den Schinken gehasst.
Heute und Freitag gibt es in der ARD um 20.15Uhr die letzten beiden Folgen „Die Manns“. Eine Mini-Serie über die Künstlerfamilie Mann. Hochinteressant, wirklich zu empfehlen. Eine Mischung aus Fernsehspiel und Doku. Wird bestimmt auch seinen Weg in die Videorecorder der Schulen finden. 4,75Millionen Menschen sahen am Montag Teil eins. Sehr erfreulich.
Die Quoten von Harald Schmidts Show auf SAT1 sind nicht die besten. Als aber letzten Mittwoch ein Sinfonieorchester zu Gast war und gleich mehrere Stücke gespielt wurden, sahen 1,5Millionen zu. Klassik scheint doch nicht out zu sein. Gerade jetzt. In diesem Sinne: Euch allen ein frohes Fest!

RT im Kino

Die Männer Ihrer Majestät

Donnerstag, den 13. Dezember 2001

Wir schreiben das Jahr 1944. Special Agent Steven O’Rourke (Matt LeBlanc) sitzt im Gefängnis. Seine bisherigen Missionen waren eher nicht so erfolgreich. Doch nun bekommt er von Oberst Aitken (Edward Fox) eine neue Aufgabe. Im Auftrag seiner englischen Majestät soll er nach Berlin reisen, um dort die legendäre deutsche Codiermaschine Enigma zu stehlen. Ihm zur Seite werden der Schreibtisch-Hengst Archie (James Cosmo), Code-Knacker Johnno (David Birkin) und der Transvestit Tony (Eddie Izzard) gestellt.
Das Problem: In der Firma, wo das Gerät hergestellt wird, arbeiten nur Frauen. Also müssen sich die vier auch als Damen verkleiden. In Berlin angekommen, steht ihnen Romy (Nicolette Krebitz), eine Frau im Widerstand, hilfreich zur Seite. Doch die Mission scheint unter einem schlechten Stern zu stehen.

Das gilt für den Film ebenso. Regisseur Stefan Ruzowitzky wurde 1999 mit seinem Film „Anatomie“ bekannt. Jetzt läuft sein neues Werk „Die Männer Ihrer Majestät“ an. Aber was er sich dabei gedacht hat, bleibt wohl ein ewiges Rätsel. Selten war ein Film dermaßen verkorkst.
Das fängt bei der vollkommen doofen Handlung an, geht mit den miesen schauspielerischen Leistungen weiter und hört bei der Musik und der Ausstattung auf. Einfach nur schrecklich und unerträglich.
Nicolette Krebitz ist ein Totalausfall. Sie spricht ihren Text, als ob sie entweder unter Drogen steht oder einfach gelangweilt im Radio ihr Manuskript ohne nennenswerte Betonungen oder Akzente vorliest. Aber auch die anderen können nicht wirklich überzeugen. Und als dann auch noch Holger Speckhahn eine Ein-Satz-Sprechrolle hat und Sissi Perlinger singt und tanzt, ist der Ofen ganz und gar aus.
Die Musik nervt, die Story sowieso. Das Ende, eine Art Verfolgungsszene, ist einfach nur lächerlich. Nichts ist in diesem Machwerk so, dass man es ihm in irgendeiner Art und Weise abnehmen könnte. Den an diesem Film Beteiligten sollte man schleunigst ein Berufsverbot aussprechen! Die Ehre des Kinos muss gewahrt bleiben.

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ZAPPER VOR ORT: Casting für “Die Quiz Show”

Sonntag, den 9. Dezember 2001
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SO 09.12.2001, Berlin

Alles fing ganz harmlos an: Nachdem ich im Internet im Trainingscamp der „Quiz-Show“ von SAT1 meine ganze virtuelle Kohle verloren habe, wurde mir die Frage gestellt, ob ich denn mal an einem Casting teilnehmen wolle. Aber klar doch. Und weg damit. Ein paar Tage später hatte ich den Brief der Briefe in der Hand. Ich, ja ich, war zum Casting nach Berlin eingeladen. Ich, der zukünftige Besitzer der Höchstgewinnsumme von 512000Mark!
So setzte ich mich Sonntagvormittag in mein Auto und machte mich auf den Weg zu einem Hotel in der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain. Im Foyer saßen schon ein paar Leute rum. Alles Gewinner. So wie ich. Jeder Neuankömmling wurde von den anderen schwerstens beäugt.
Zur angegebenen Zeit (na gut, zehn Minuten später) kam eine junge, beleibte Frau im Haushaltstagslook auf uns zu und bat uns, doch mitzukommen. Von Moderator Christian Clerici war nichts zu sehen. Wir wurden in einen Raum gebeten, der mich an ein Klassenzimmer erinnerte. Eine Frau meinte zu mir, wer vorne sitzt, hätte bessere Chancen. Hat sie gehört. Okay, knallhart setzten wir uns also in die erste Reihe.
In zwei Abschnitte ist das Casting unterteilt. In Teil eins werden 25 A-B-C-Fragen gestellt. Mist, keine Ahnung, was Cotton ist. Baumwolle? Kunststoff? Seide? Die Haushaltstagsfrau las vor, eine zweite hielt ein Schild mit der Frage hoch. Nach den 25 Fragen wurde ausgewertet. Da durften wir aber nicht mit bei sein. Wir mussten warten. Einfach so. Die Vorleserin blieb bei uns und plauderte zwanglos mit uns. Als ob sie ein witziges Sprachtalent sucht. Wenn schon doof, dann wenigstens lustig. Aber die Regeln scheinen anders zu sein. Es muss eine Grenze geben, wie viele Fragen man falsch beantworten darf. Von den gut 40 Anwesenden kamen gerade mal vier in die zweite Runde, in der eine Kurz-Version der „Quiz-Show“ gespielt wurde.
Das Aus nach Runde eins. Mist. Nix Gewinner. Alle nur Loser. Man kommt sich so dumm vor. „Danke, dass Sie da waren.“ Das war’s. Wir dürfen gehen. 20 Minuten hat das gedauert. Und tschüss. Nochmal bewerben? Nochmal diese Schmach? Nein. Ohne mich. Und dann dieser Gedanke, wenn wieder einer dieser Dummbatzen bei Clerici sitzt: Der war klüger als ich?? Demütigend.

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Der Eisbär – Werbepause

Sonntag, den 9. Dezember 2001
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SA 08.12.2001, 20.15 Uhr, SAT.1

Früher war das einfach: Da lief ein Film, plötzlich regnete es bunte Bälle und wir wussten: „Aha, jetzt kommt Werbung.“ Und heute?
Heute läuft das anders. So lief am Sonnabend bei SAT1 „Der Eisbär“. Und mitten in der Szene taucht wie aus heiterem Himmel Schauspieler Jürgen Vogel auf und stellt wirre Fragen. In der Art wie „Wussten Sie eigentlich schon, dass die Sonne im Osten aufgeht?“ Mehr nicht. Bevor wir eventuell über ein „Ja“, „Nein“ oder „Wie jetzt?“ nachdenken können, kommt die Werbung. Das Ganze soll Reklame für eine Bank sein, die den Film sponsert. Muss man wissen, denn das fällt im, na sagen wir mal Spot, gar nicht auf. Ob mit diesen sinnlosen Fragen ein Werbeeffekt erreicht wird, ist fraglich. Ich schlage Jürgen fürs nächste Mal übrigens folgende Frage vor: „Wollen wir nicht mal auf die Werbung verzichten?“

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Nikola

Samstag, den 8. Dezember 2001
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FR 07.12.2001, 21.15 Uhr, RTL

Am Freitag lief bei RTL eine neue Folge von „Nikola“. Und, ist euch dabei etwas aufgefallen? Die gesamten gut 20 Minuten bestanden aus einer einzigen Szene. Es gab nicht einen Schnitt, keinen Szenenwechsel. Ein echtes Novum.
Damit haben alle, die an dieser Comedyserie beteiligt sind, einen Rekord aufgestellt. Und bestimmt auch mächtig dran geschuftet. Jeder Einsatz musste stimmen, niemand durfte sich versprechen. Alles musste perfekt sein. Und das war es auch. Es ist erstaunlich, welche Wege RTL mit seinen eigenen Comedy-Serien geht. Sie kommen ohne eingespielte Lacher aus. Niemand schreibt uns Zuschauern vor, was wir jetzt lustig zu finden haben. Und sie sind auch noch wirklich komisch! Noch vor Jahren war das undenkbar. Man erinnere sich beispielsweise an die deutsche Version von Al Bundy. Grässlich! Nun lief mit „Mein Leben & ich“ bis vor kurzem noch die wohl beste deutsche Comedy. Und das bei RTL! Kaum zu glauben!