Monatsarchiv für März 2001

RTZapper

Oscar-Nacht 2001

Montag, den 26. März 2001
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SO 25.03.2001, 1.00 Uhr (Mo.), ProSieben

Die Oscars 2001 wurden in der Nacht zum Montag vergeben. Was für eine Nacht! Was für ein Glanz, ein Glamour und überhaupt! Ja, und natürlich auch Susann Atwell und Steven Gätjen.
Für ProSieben durften die beiden nach Hollywood, um über dieses Mega-Ereignis zu berichten. Steven stand am roten Teppich und Susann saß in ihrem goldenen Kleid, das ein wenig wie eine veredelte Recyclingmülltonne aussah, im Studio und sagte die Werbung an.
Putzig war es ja schon, wie Steven, der Ex-„taff”-Moderator, Danny DeVito die Hand schüttelte mit den Worten „Hi, I’m Steven from german television!” Aus Mitleid darüber gaben ihm dann tatsächlich einige Stars ein Interview.
Während die Regie gerade rechtzeitig wegschnitt, als sich Susann gerade am Hintern kratzen wollte, sprach German-Television-Steven mit Michelle Yeoh über ihr Kleid und das meterdicke Make-up auf ihrem Gesicht.
Bei der Verleihung selbst kamen vor und nach der Werbung Steven und Susann ins Bild. Steven, um uns zu sagen, dass derjenige, der das Rennen macht, den Oscar bekommt (was, echt?!) und Susann, um die Werbung anzusagen. Oder, dass die Verleihung jetzt weitergeht.
Der Versuch, mit Steven einen auf Small Talk zu machen, ist jedenfalls durch die völlige Unfähigkeit Susanns, einen vernünftigen Satz ohne Teleprompter hinzubekommen, gescheitert. Susann Atwell war richtig schlecht. Was man auch daran merkte, dass, um so länger die Sendung lief, Steven mehr und mehr die Moderation übernahm.
Tja, Susann: üben, üben, üben!

RTZapper

Big Brother – Wielki Brat

Dienstag, den 20. März 2001
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03.2001 | tvn

In jedem Land scheint das Gleiche im Fernsehen zu laufen.
Neulich stieß ich beim Zappen auf den polnischen Sender tvn. Und irgendwie kam mir das alles sehr bekannt vor. Leute lümmelten auf einem Sofa, andere diskutierten im Schlafzimmer. „Big Brother – Wielki Brat” prangte groß das uns bekannte Logo am unterem Bildschirmrand.
Allerdings scheinen die Container-Bewohner in Polen eine merkwürdige Wochenaufgabe gehabt zu haben. Alle waren in Armee-Uniformen, wie in einem Biwak. Nachts beim Schlafengehen verpackten sie ihre Sachen so, dass sie sie ganz schnell wieder erreichen konnten. Aber ansonsten herrschte totale Ödnis. Wie bei der deutschen „Big Brother”- Version.
Ein Wiedersehen erlebte ich auch mit „Millonerzy”, dem polnischen „Wer wird Millionär?”, ebenfalls auf tvn. Gleiche Kulisse, gleiche Musik, gleiches Licht, alles gleich, bis auf den Moderator. Irgend so ein Typ musste bei der 1000-Zloty-Frage schon den Telefonjoker anrufen. Und das bei so einer einfachen Frage…
„Ktöry ptaköw jest monoga-miczny? – A: skowronek, B: labedz, C: sikora, D: szpak. “Alles klar? Weiß doch jeder, oder? Natürlich stimmt Antwort D, doch der Kandidat meinte „labedz” sei richtig. Pech.
Aber dann schaltete ich zu RTL, sah Günther Jauch und die Welt war wieder in Ordnung.

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Ein unmöglicher Mann

Montag, den 12. März 2001
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SO 11.03.2001, 20.15 Uhr, ZDF

Das ZDF hat mal wieder ein paar Mark zusammengekratzt, um den Zuschauern einen tollen, gut ausgestatteten, actiongeladenen Fernsehkrimi zu zeigen. Ein echtes Highlight eben – bei den Privaten wäre sie wohl als eine „Weltpremiere” angekündigt worden. Am Sonntag lief die erste Folge des Fünfteilers „Ein unmöglicher Mann”.
Und es ist so waaahnsinnig viel passiert. Da ist ein Mann. Der nimmt eine Frau auf seinem Motorrad mit. Auf einer Ölspur auf der Straße rutscht er samt Frau und Maschine lang hin. Motorrad im Eimer, Frau im Krankenhaus. Aber auch: Frau verliebt.
Wie schön. Aber: Die Frau hat noch einen anderen Mann. Mit dem läuft es aber sowieso nicht allzu gut. Sie trennt sich.
Da trifft es sich gut, dass sie dann auch noch ausgerechnet eine Wohnung, bei dem Motorrad-Typen bekommt. Der Liebe steht nichts mehr im Wege. Friede, Freude, Eierkuchen.
Und so spannend. Ganze 90 Minuten wurden so gefüllt. Ganz am Schluss lassen sich die beiden plötzlich wieder scheiden. Warum, das erfährt der Zuschauer dann im zweiten Teil, hieß es. Man kann nur hoffen, dass es wenigstens dann auch nur einen Hauch einer gewissen Spannung gibt.
Wie es heißt, hat das Ganze dem ZDF einen zweistelligen Millionenbetrug gekostet. Wofür bloß? Für pure Langeweile? Die Strafe folgte prompt: Nur 2,2 Millionen Menschen haben sich den Film angetan. Wussten sie etwa, dass sie nix verpassten?

aRTikel

Imbiss-Test: Schlechte Lage

Mittwoch, den 7. März 2001
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Imbiss-Test (13): Essen am Busbahnhof

MAZ Oranienburg, 7.3.2001

ORANIENBURG
Der kleine Imbiss-Kiosk in der Lindenstraße am ehemaligen Busbahnhof in Oranienburg hat es nun wirklich nicht einfach.
Normalerweise verirren sich nur wenig Leute in diese Ecke, ab und zu kommen mal einige Pause machende Busfahrer, um sich ein wenig zu stärken. Einige Stammkunden gibt es auch noch.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass es so gut wie keine Parkmöglichkeiten gibt. Eines muss man nämlich ganz klar sagen: Dieser Imbiss hat einen wesentlich besseren Standort verdient! Denn die nette Frau in dem Ktosk hat es echt drauf! Oftmals schmeißt sie extra noch mal den Herd, die Mikrowelle und/oder die Friteuse an, wenn man seine Wünsche genannt hat kurz vor Ladenschluss.
Wirklich auffallend ist das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den „Mega-Burger” zahlt man nicht sehr viel Geld, bekommt aber aller-
hand leckere Sachen zwischen die Brötchen.
Neben einer Bulette (oder auch Huhn) gibt es ein Blatt vom Eisbergsalat, Gurke, Ketchup und Remouladeasoße. Wer eine Currywurst mit Pommes bestellt, wird auch verwöhnt. Auf dem gut gefüllten Pappteller findet der geneigte Esser auch noch eine Garnitur. Da kann man sich richtig satt essen. Natürlich ist auch die gute, alte (na ja, hier nicht ganz das richtige Wort) Bockwurst zu haben. Des Weiteren sind HotDogs, Bratkartoffeln, Spiegeleier oder auch Schnitzel zu haben.
Das Umfeld ist eigentlich ganz okay, Tische und Stühle sind vorhanden.
Wertung (von* bis *****):
Mega Burger: *****
Pommes frites: *****
Currywurst: * * * *
Bockwurst: *****
Service: *****
Preise: *****
Gesamtwertung: 1

RTZapper

Countdown Grand Prix Eurovsion 2001

Samstag, den 3. März 2001
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FR 02.03.2001, 20.15 Uhr, ARD

Eines muss man über die deutsche Vorausscheidung zum Grand Prix Eurovision 2001 ja sagen: Hier ist das härteste und unerbittlichste Publikum. Wer schlecht ist, wird gnadenlos ausgebuht.
In diesem Jahr fährt Michelle für Deutschland nach Kopenhagen. Dabei hätte sie eigentlich bereits für den kleinen Film, der sie vorstellte, unverzüglich disqualifiziert werden müssen. Der zeigte sie nämlich in einem leeren Kino heulend beim „Titanic” gucken. Sie mag eben Romantik. So sang sie auch „Wer Liebe lebt” ins Mikro. Zwar ist’s mit ihrer Liebe zu Matthias „Verdammt ich lieb dich” Reim gerade vorbei, aber was soll’s.
Das Projekt von Lesley, Joy und Brigitte entstand im Internet. Joy Fleming machte schon einmal beim Grand Prix mit und errang damals einen glorreichen letzten Platz. Und zumindest ihr Kleid war auch diesmal eine völlige Entgleisung. Auch das wurde von den „Fans” im Internet ausgewählt. Aber wer weiß, wie viele von ihnen sich einfach nur einen Scherz erlauben wollten. Mit dem langen, wallenden Kleid und einem dicken „Blumenschal” sah sie aus wie eine aüe dicke Operndiva auf ihrer letzten Vorstellung.
Bei den „German Tenors” glaubte ich erst an eine Hörstörung, konnte ich doch kein einziges german word ausmachen. Doch dann, in der zweiten Strophe: „Dieses Lied soll dich an kauen Tagen wärmen. ” Mir kam eher das kalte Grausen. Wären sie nur beim Englisch geblieben.
Mit „Jump in a better Üfe” trat auch Liedermacher Wolf Maahn, der in letzter Zeit durch Auftritte bei SPD-Wahlveranstaltüngen von sich reden machte, an. Mit seinen Armbewegungen sah er allerdings aus wie ein in die Jahre gekommener Go-Go-Boy in einer Schwulendisco.
DJ Ballon arbeitet ja eigentlich in einem Altenheim, wo er den Omas und Opas vormacht, dass seine Musik ganz toll ist Dafür knallt er ihnen auch schon mal ungebeten noch eine Kelle mit Suppe auf den Teller.
Mosi, welcher Teufel hat dich bloß geritten, ohne deine Daisy auf die Bühne zu kommen? Hätte sie deinen Text gebellt, du hättest glatt gewonnen. So saß der Köter im Publikum und verstand die Welt nicht mehr.
Tja, und dann noch Zlatko. Was, bitte schön, war denn das? Gesang jedenfalls nicht. Nicht einen einzigen Ton traf der Ex-Container-Bewohner. Sein „Einer für alle”-Song richtete auf Deutschlands Trommelfellen ein Massaker an. Wenn ich an diesem Abend noch was anderes als Cola im Haus gehabt hätte, hätte ich mich wohl hemmungslos besaufen müssen, um das zu verkraften. „Ich geb hier alles”, grölte er. War nicht viel Sladdi. Da brauchst du das Publikum, das zu Recht buhte, nicht als Kotzköpfe zu bezeichnen. Interessanterweise nannte Moderator Axel Bulthaupt hier das einzige Mal die betreffende Plattenfirma: die BMG Ariola. Das wirklich Erschreckende: Zlatko fand seinen „Gesang” gut, fühlte sich vom Publikum einfach nur missverstanden, Hey, Typ! Schalt’ dein Hirn an!
Was wäre eigentlich passiert, wenn Thomas Gottschalk tatsächlich angetreten wäre? Ich glaube, er hätte tatsächlich Chancen gehabt, angesichts des melodiösen Mittelmaßes an diesem Abend.
Abgerundet wurde das Ganze dann auch noch mit dem Auftritt von Modern Talking. Aber es kann Entwarnung gegeben werden. Kein neuer Akkord in Sicht…