Monatsarchiv für November 2000

RTZapper

Ehepaar Drews

Dienstag, den 28. November 2000
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Mann, was wäre die Klatschpresse nur ohne das Ehepaar Drews – ohne den “König von Mallorca” und seine Frau. Sie wäre um viele, viele Zeilen ärmer.
Nun könnte man vielleicht denken: Die armen leutchen, werden die denn nie von der Presse in Frieden gelassen? Nein, werden sie nicht. Aber die wollen das ja auch gar nicht anders.
Was wissen wir: Ramona und Jürgen Drews haben sich ganz dolle lieb. Ach was, sie sind rattenscharf aufeinander und treiben es täglich (vielleicht sogar mehrmals) miteinander. Und weil Onkel Jürgen die Oberweite seiner Frau nicht ausgereicht hat, bat er Ramona, sie doch noch etwas aufzupumpen. Gesagt, getan. Natürlich wollte Ramonas treusorgender Ehemann dabei sein, wenn das Silikon reingepustet wird. Danach tingelten beide durch die Klatschmagazine und gaben jede Einzelheit über dieses Kultur-Ereignis bekannt.
Und seit letzter Woche wissen wir noch mehr: Trotz Silikon hat Frau Drews noch Milch in der Brust. Und weil es niemand glauben wollte, zeigte sie es uns natürlich. Der Moderator des Schweizer Fernsehens war ziemlich beeindruckt von der Vorstellung. Ramona musste nicht mal lange ihre Silikonbombe massieren, bis etwas kam.
Wie so etwas sein kann? Ist doch ganz einfach: Onkel Jürgen ist nicht nur rattenscharf auf Tante Ramona, sondern auch auf ihre Muttermilch. Er nuckelt öfter mal dran. Gut zu wissen.
Ach ja, hauptsächlich ist Jürgen Drews Schlagersänger und tritt ab und zu mal als Solcher in diversen Shows auf. Aber eigentlich ist sein Hauptberuf völlig nebensächlich, bei den restlichen weltbewegenden Schlagzeilen, die er so abliefert.

aRTikel

Umfrage: Teuer und wenig zu bieten

Mittwoch, den 22. November 2000
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Holt ihr euch die “Play Station 2″? / Wofür benutzt ihr euren Computer?

MAZ Oranienburg, 22.11.2000

Julia Uhlig (16), Liebenwalde: „Ich habe noch nichts von der neuen Play Station gehört. Mit der alten Version habe ich ein paar Mal gespielt, fand es aber ganz normal, wie jedes andere Spiel. Ich möchte lieber ein Schlagzeug haben. Trotzdem interessieren mich Computerspiele. Ich benutze dazu unseren Computer zu Hause, gehe damit aber auch in’s Internet chatten.”

Steffan Hinz (16), Oranienburg: „Die neue Play Station interessiert mich nicht. Das ist kein richtiger Computer, die sind einfach vielfältiger. Außerdem ist die Konsole viel zu teuer, weil sie dafür zu wenig Funktionen bietet. Mein Lieblingsspiel ist Counter-Strike, eines der beliebtesten Multiplayer-Spiele. Ich bin in einem Clan mit Spielern aus Bayern und Bonn.”

Janin Eggert (15), Leegebruch: „Ich habe schon gehört, dass es eine neue Play Station geben soll. Aber ich kaufe sie mir nicht, denn sie ist mir einfach zu teuer. Die bisherige Version habe ich auch nicht, dafür aber einen ganz normalen Computer mit Interaetanschluss. Am liebsten spiele ich dort Sim City 3000 und andere Strategiespiele.”

Nils Opterwinkel (17), Schwante: „Die neue Play Station finde ich nicht so gut, denn erstens ist sie zu teuer für das, was sie leistet und hat zweitens zwar eine bessere Grafik, aber es gibt noch nicht genügend Spiele, Zu Hause habe ich einen Computer und hänge den ganzen Tag davor und spiele zum Beispiel SWAT3, ein Strategie- und Egoshooter.”

Cindy Plötz (14), Liebenwalde: „Die neue Play Station würde mich schon interessieren. Ich habe zu Hause einen Nintendo 64 und spiele damit Super Mario World oder Mario Kart. Es ist sehr spannend und macht viel Spaß. Ist mal eine Abwechslung. Ich finde allerdings die Play Station besser, sie hat eine bessere Grafik. Bei einer Freundin habe ich schon mal Tomb Rider 4 gespielt.”

RTZapper

Kiddy Contest 2000

Samstag, den 18. November 2000
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SA 18.11.2000, ZDF

„We are the kids! We’ve got the power!” ertönte es am Sonnabendnachmittag aus den Lautsprechern meines arg gebeutelten Fernsehers. Das ZDF importierte eine Song-Contest-Show aus Österreich nach Deutschland Froher hieß so was „Kinder-Hitparade”, Bei uns schon lange out, hat der ORF dieses Konzept entstaubt und gibt dem Affen nun einmaljährlich ordentlich Zucker. Den ersten Dämpfer gab es schon in der Hinsicht, dass die Moderataren Enie van de Meiklokjes (aus Holt… äh Deutschland) und ihr österreichischer Kollege (im Folgenden: der Ösi) einfach nur Videoclips ansagten. Denn alle Auftritte, alle zehn Songs, waren bereits vorproduziert. Toll. Ist ja echt spannend. Somit sind niedliche Pannen, wie zum Beispiel hinfallende Kinder oder welche, die ihren Text vergessen haben und somit nicht mehr die Lippen zum Playback bewegen konnten, passt.
Eni und der Ösi waren übrigens permanent tierisch begeistert über die Kiddys und ihre Songs. Die im Hintergrund ständig laufende Musik und die Fanfaren (siehe oben) gingen einem da schon gewaltig aufdenKeks. Abervielteicht sahen die Kids das ja anders.
Die Songs der Kiddys waren übrigens allesamt bekannt. Auf die Hit-Melodien wurden nur neue Texte gedichtet. Klar, dass der „Anton aus Tirol-Verschnitt gewann. Stimmungsmusi zieht immer.
Nach, diesem Event musste ich mich erst mal erholen. Früher wurde nicht so’n Brimborium um die Kiddys, äh Kids, äh Kinder gemacht.

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Jenny Elvers

Mittwoch, den 15. November 2000
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Jenny Elvers ist wieder solo. Hat ihr jetziger Ex, Big-Brother-Alex, verlauten lassen. Angeblich hat Jenny das aus dem Fernsehen erfahren. Und war empört. Tief getroffen. Warum hat Alex ihr das nicht selbst gesagt? Dann hätte SIE diese wichtige Meldung an die Medien weitergeben können! Wie sei es auch sonst immer getan hat.
Jenny Elvers gehört zu den Leuten, die wahrscheinlich nur deshalb ein Star sind, weil sie die Klatschspalten füllen. Ansonsten fallen sie schauspielerisch eher selten auf. Und wenn doch, dann negativ.
Rekapitulieren wir: Jenny Elvers hat mal die Freundin von Heiner Lauterbach. Den hat sie ganz doll geliebt. Hat sie immer wieder beteuert. Doch dann war Schluss. Jenny trennte sich. Heiner war am Boden zerstört. Griff zur Flasche. Haben wir alle in der Zeitung gelesen. Und auf Fotos gesehen.
Dann wohnte sie bei irgendeinem Typen, bevor sie sich Alex angelte. Das heißt, sie waren ja nicht wirklich zusammen. Nur gute Freunde, der Alex und die Jenny. Doch dann kam der 8. Juli. Nach der Love Parade hatten sich die beiden in einem Berliner Hotel gaaaanz doll lieb. Jenny wurde schwanger. Haben wir in der Zeitung gelesen. Und im Fernsehen gesehen. Doch Jenny war immer böse eifersüchtig, Alex fühlte sich eingeengt. Alex machte Schluss. Und fragt sich: Ist das Kind überhaupt von mir?
Mal sehen, wie das weitergeht. Jenny wird uns bestimmt weiter auf dem Laufenden halten!

RTZapper

TV total

Dienstag, den 7. November 2000
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MO 06.11.2000, 22.15 Uhr, ProSieben

Es scheint schon beschlossene Sache zu sein. Ab 2001 kommt Stefan Raabs „TV total” viermal in der Woche auf ProSieben. Ähnlich wie die „Harald Schmidt Show” auf SAT 1 solldie Show dann Late-Night-Show-mäßig über die Bühne gehen. Aber wird das der Show auch gut tun? Wird es jeden Tag witzige TV-Ausschnitte geben, die Raab dann verwenden’ kann? Oder muss das Konzept umgestellt werden?
Denn-schon jetzt hat „TV total” an Biss verloren. Die Glanzzeiten scheinen vorbei zu sein. Auf den großen Brüller wartete man in letzter Zeit vergeblich. Denn eines steht fest: Penetranz ist nicht immer lustig. Penetrant Schröders „Hol mir ma ne Flasche Bier” einzuspielen, kann auch ermüdend sein.
Ebenfalls auffällig ist, dass Raab mehr und mehr zur Setbstdarstellung neigt. Und das nervt. Wenn er sich schon die „Gläser polieren!!!”-Frau aus der Werbung zu sich holt, könnte er sich ruhig auch mal ein wenig mit ihr unterhalten. Über den „Kuckuck!!”-Typen hätte ich auch gern ein wenig mehr gewusst. Stattdessen scheinen sie nur als Kulisse für Raabs Gags zu dienen.
Das Mädchen, das bei „Sonja” geheult hat, hat sich bei Raab jedenfalls nicht wirklich wohl in ihrer Haut gefühlt. „Wir wollen uns nicht über dich lustig machen”, meinte Raab immer wieder. Er machte es trotzdem. Als er die Schlümpfe da hatte, wirkte der Moderator nur noch, überheblich und arrogant.
Und das alles viermal in der Woche? Was Harald Schmidt kann, muss Stefan Raab noch lange nicht können. An Schmidt reicht er jedenfalls nicht heran.

RTelenovela

Der Student (2)

Dienstag, den 7. November 2000
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-> 31.10.2000

Seit einigen Wochen bin ich nun schon Student der Berliner Humboldt-Universität. Und als solcher ist man nie allein. An einigen der angebotenen Veranstaltungen ist das Interesse riesig. Hier gibt es einen wahren Ansturm.
So kommt es schon mal vor, dass in einem Raum, so groß wie ein ganz normales Klassenzimmer in der Schule, etwa 80 Leute sitzen. Dabei geht es doch nur im Literatur im Mittelalter! Es sind so viele, dass nicht einmal mehr die Stühle aus den Nachbarräumen ausreichen, um den Bedarf zu decken. Was bleibt einem also übrig, als das Ganze vom Boden aus zu verfolgen. Das mit dem Stundenplan, den man sich selbst zusammenstellen durfte, hat inzwischen doch noch ganz gut geklappt. Nun müssen die Seminare und Vorlesungen, die man eingeplant hat, auch noch stattfinden. Was nicht unbedingt immer der Fall ist. „Diese Veranstaltung muss leider ausfallen”, kann es da schon mal heißen. Und sie fallt nicht nur heute aus – sondern für das gesamte Semester … Tolle Wurst… Natürlich finden um diese Uhrzeit auch keine Veranstaltungen statt, zu denen man stattdessen gehen könnte. Also fangt die Stundenplan-Bastelei wieder von vorn an.
Studieren kostet nix. Das ist ein Trugschluss. „Dieses Buch ist für unser Seminar dringend notwendig. Ich lege es Ihnen wirklich ans Herz, dass Sie es sich kaufen.” Okay, man hat’s ja. Schon jetzt, drei Wochen nach Semesterbeginn, hat sich ein dreistelliger Betrag für Bücher ergeben.
Und habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Latein eine echt tolle Sprache ist? Nein? Das ist nämlich wirklich so. Sagen zumindest viele gebildete Leute. Leute, die es hintei sich haben. Oder Lehrer. Ict denke das jedenfalls nicht Die Stunden sind jedes Ma der „Höhepunkt” des Ta ges … Wollte ich nur mal so gesagt haben.
Mein tiefes Mitgefühl allen, die das Latein-Los gezogen haben.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Die Harald-Schmidt-Show

Samstag, den 4. November 2000
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FR 03.11.2000, Köln, Studio 449

Ich bin Harald-Schmidt-Fan. Ich verehre ihn! Da lag es doch nahe, einmal nach Köln zu reisen, um sich „Die Harald Schmidt Show” live vor Ort anzusehen. Die Eintrittskarten hierfür sollte man sich übrigens am besten schon am Anfang eines neuen Monats für den Folgemonat bestellen, ansonsten wird’s eng.
Das Studio 449 befindet sich in Köln-Mülheim auf einem ehemaligen Industriegelände.
Monatelang habe ich diesem Augenblick entgegengefiebert. Und jetzt ist es soweit: Ich betrete das Studio – ich betrete die heilige Wirkungsstätte von Harald Schmidt. Es ist viel kleiner, als es im Fernsehen rüber kommt. Auf den Monitoren werden wir mit Musikclips aus dem onyx.tv-Programm unterhalten.
Beim Warm-up bekommt das zahlende Publikum dann wertvolle Hinweise für die Zeit, in der die Show läuft. Ein vernünftiger Anfangsapplaus sollte auch geprobt werden.
Und wenn das nicht klappt (und natürlich klappt’s nicht) – dann eben noch mal! Ein etwas missmutig dreinblickender Typ, der es noch immer nicht kapiert hat, wird erst mal auf die Bühne geholt, wo er sich „verantworten” muss. Viel mehr muss das Publikum allerdings nicht können. Wenn die Leute einen Schmidt-Witz nicht kapiert haben – Pech gehabt. Dann eben kein Lacher und kein Applaus. Da sind die Comedy-Macher sehr ehrlich. Da wird auch nix manipuliert oder reingeschnitten.
Und dann kommt er, Harald Schmidt, auf die Bühne. Für mich ein echt beeindruckender Moment. Groß und dünn, gut angezogen. Boss. Wie immer. Begrüßt uns nett, aber routiniert. Überhaupt ist die Routine dem ganzen Team anzumerken. Kein Wunder, bei vier Shows in der Woche. Als die Band ins Studio gerufen wird, bekommt Bandleader Helmut Zerlett natürlich den größten Applaus.
Punkt 18 Uhr. Die Show beginnt. Daraus, dass die Show aufgezeichnet wird, macht Schmidt ja nie einen Hehl. Auch nicht, dass er seine Stichworte von der Pappe abliest. Die Zerlett-Band spielt das Intro. Natürlich live. Nicht vom Band. Ich habe links von mir eine Uhr im Blick, die anzeigt, dass die Sendung genau 48 Minuten lang ist. – Dann erzählt Schmidt über die neue Bohlen-Affäre, über die nichtgefundene „heute-journal”-Moderatorin und und und …
Während der Werbung, die es während der Aufzeichnung natürlich nicht gibt, spielen Zerlert und Band ein paar Takte Musik, Schmidt wird gepudert und nach wenigen Sekunden geht’s schon weiter.
Wie kommt man als Teil des Studiopublikums am besten ins Bild? Entweder man setzt sich in die erste Reihe, um dann ständig ein paar Typen mit Handkameras vor der Nase zu haben oder man ist eine Frau. Die dritte Möglichkeit wäre ein besonderes Outfit. Ich erfüllte keines der Kriterien.
Als Gast glänzte Piet Klocke, Mavie Hörbiger war mir völlig unbekannt.
Abends um 23,15 Uhr lief dann die Aufzeichnung bei SAT 1. Unverändert.
Irgendwie ging das alles viel zu schnell vorbei. Aber das ist ja immer so.