Tagesarchiv für 29. August 2000

RTZapper

Brand im Fernsehturm

Dienstag, den 29. August 2000
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Wie gut, dass ich nicht in Moskau wohne. Dann, war’s nämlich aus mit Fernsehen. In Russlands Hauptstadt gibt es seit Sonntag nichts mehr zu zappen.
Mitten im Werbeblock des russischen Fernsehens gab es einen Bildausfall, der bis heute nicht behoben werden konnte – und es wohl auch in nächster Zeit nicht wird. Der Moskauer Femsehturm hat gebrannt. Nun sind die Stadt und das Umland vom Fernsehen und damit dem großen Teil der politischen Berichterstattung abgeschnitten. Ein Rückschritt in eine längst vergangene Zeit. Über Monate wird es dort kein Fernsehen geben, abgesehen von ein paar Nachrichten, die aber nur in einigen Teilen Moskaus gesehen werden können.
Eine grauenhafte Vorstellung! Denn was wäre heutzutage das Leben ohne Fernseher? Okay, es geht auch mal ohne, wie gerade im Urlaub erst festgestellt. Aber ganz ohne?
Man kann sich doch nicht die ganze Zeit unterhatien! Irgendwann geht einem doch der Gesprächsstoff aus! Ob es nun in Russland zu vielen Ehekrisen kommt?

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ZAPPER VOR ORT: “Inselduell”-Finale

Dienstag, den 29. August 2000
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MO 28.08.2000, Berlin, BKA-Luftschloss

Ich wusste es ja schon immer, aber auf der „Inselduell”-Abschlussparty von SAT 1 im BKA-Luftschloss in Berlin-Mitte wurde es mir wieder einmal ganz deutlich vor Augen geführt: Die vom Fernsehen lügen, dass sich die Balken biegen.
Moderator Andreas Franke faselte irgend etwas von „Riesenstimmung”. Dabei wurde er von gaaanz vielen Leuten umringt, die echt super drauf waren. Was die Zuschauer zu Hause nicht wussten, ich aber vor Ort live miterleben durfte: Vor der Liveschaltung zu uns ins Luftschloss „bat” der Aufnahmeleiter die Leute im nicht ganz halbvollen Zelt, sich doch bitte um den Moderator zu scharen, sodass es richtig voll aussah. Franke wiederum feuerte sein Publikum an, den Fernsehzuschauern eine großartige Stimmung zu suggerieren. Außerdem sollten sie freudig mit ihren Handys in der Luft winken, um zu zeigen, wir wählen auch mit. Und die Leute taten’s. Was macht man nicht alles, um ins Fernsehen zukommen …
Zu wählen war, ob Steffi oder Michi das „Inselduell” gewinnen sollten. Der Sieger bekam eine viertel Million Mark. Vor der „Liveschalte” (TV-Sprache) wollte Franke schon mal testen, wer beim „Volk” beliebter ist. Als bei Susi einige Leute „buh!” riefen, mahnte er uns alle ab: „Aber ein Buh wollen wir nachher nicht hören!” Ehrlicher Applaus kam nur auf, als Michael als Sieger feststand.
So weit, so gut. Man soll ja nicht meckern, schließlich durften wir „für lau” zu SAT 1 ins Zelt, ein Freigetränk gab’s auch.
Und Alexey. Der schmetterte seinen „Inselduell”-Titelsong in die Runde und machte mir mal wieder deutlich, warum ich diesen Sprechgesang nun überhaupt nicht leiden kann…

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