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Big Brother

MO 03.04.2000, 19.00 Uhr, RTL II

Wochenlang habe ich mich gegen das Thema gesträubt, aber jetzt muss es endlich sein, schließlich redet ja so ziemlich jeder darüber: „Big Brother”. Noch nie hat eine Fernsehsendung für derartige Diskussionen gesorgt. Selbst bei uns in der Redaktion gibt es regelmäßige Schlagabtausche zur täglichen RTL II-Sendung.
An dieser Stelle sei gleich gesagt: Ich sehe fast jede Folge, verfolge das Geschehen, fiebere mit, rege mich auf. Und stehe in den Redaktionsdiskussionen ziemlich alleine da. Wobei sehr auffällig ist, dass jeder „Big Brother” verurteilt – aber die meisten sich trotzdem gut auskennen.
Inzwischen läuft das Projekt fast fünf Wochen, nachanfänglicher Harmonie (Die RTL II-Mannschaft muss sich in den Hintern gebissen haben!), kommt es nun immer öfter zu Streitereien und lntrigen. Zlatko macht sich mit Unwissen („Shakespeare? Wer ist das?”) einen Namen, Manuela gilt als hinterhältig, Jona ist die Leise.
Wo sind die Grenzen? Was darf man zeigen? Dazu muss man natürlich wissen, dass alle Bewohner vorher wussten, was sie erwartet. Sie werden gefilmt. Immer. Aber muss man auch alles ausstrahlen? Soll man die im Sprechzimmer heulende Jona zeigen, die von ihrem furchtbaren Traum erzählt und völlig am Ende ist? Soll man wirklich immer zeigen, wie Kerstin und Alex ins Schlafzimmer gehen, um es dann unter der Bettdecke miteinander zu treiben (na gut, diese Szenen bringen Einschaltquoten)? Das sind die Momente, in denen ich Zweifel kriege (Das glaubt mir jetzt doch keiner. Und – na ja, wegschalten tue ich ja auch nicht…).
Die Meinung, „Big Brother” sei langweilig, ist aber auch verständlich. Wer während einer Szene einschaltet, in der sich zwei Leute, die man nicht weiter kennt, über irgendwas unterhalten, ist das weniger spannend. Weiß man aber, wer sich mit wem gut versteht, wer mit wem intrigiert, dann ist selbst ein belangloses Gespräch durchaus interessant.
Mehr über „Big Brother” und deren nächtliche Werbepausen, Percy und Sophie demnächst!

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