Monatsarchiv für November 1998

RTZapper

Fernseh-Zukunft II

Dienstag, den 24. November 1998
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-> 3.11.1998

Der Artikel über das digitale Fernsehen vor ein paar Wochen hat mir ja fast einen Leserbrief eingebracht. Wie getagt: fast. Bevor dieser Leserbrief hätte geschrieben werden können, führte ich persönlich ein Gespräch mit diesem Leser. Dieser ist nämlich ein Fachmann, was Satelliten-Technik und eben auch das digitale Fernsehen angeht. Er war der unumstößlichen Meinung, daß ich diese ganze Sache völlig falsch dargestellt habe. Ihr könnt euch sicherlich denken, daß ein etwas längeres Streitgespräch aus der ganzen Sache wurde.
Vielleicht erinnert ihr euch, daß ich erzählt habe, daß ich mich zwar totzappen kann, aber viele Sender verschlüsselt sind. Mein Gesprächspartner war der Meinung (und die war felsenfest), ich hätte noch die vielen, vielen Vorteile des digitalen Fernsehens, insbesondere dieses Apparates, der d-Box, aufzählen sollen. Welche das sind, fragte ich. Na, zum Beispiel, daß man sich die „neuesten” Filme nach Hause holen kann. Worauf ich entgegnete, daß man auch dafür blechen muß, und der Gang in die Videothek unter Umständen billiger ist (wenn auch unbequemer). Man kann sich die Fernsehzeitung sparen, weil alle Informationen über diese d-Box verfügbar sind. Ich wiederum finde es gerade gut, eine vernünftige Fernsehzeitung in der Hand zu haben. Alles Wissenswerte finde ich auch hier und das bißchen Blättern, stört mich nicht. Außerdem habe ich festgestellt, daß der flimmernde Programmführer oft fehlerhaft ist.
Ein weiteres Argument meinerseits war, daß ich für die alten Schinken a la „Bezaubernde Jeannie”, die bei DF 1 laufen, nicht noch extra zahlen will. Und die Leute kaufen eben erst, wenn sie auch was geboten bekommen. Er meinte daraufhin, ich und alle anderen seien zu pessimistisch und technikfeindlich. Mag sein….
Wenn’s nach diesem Artikel weitere Streitgespräche Zapper vs. Fachmann geben sollte, werde ich euch natürlich wieder umgehend informieren!

RTelenovela

DJ-Regeln

Sonntag, den 22. November 1998
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Ein Discjockey, im Volksmund einfach DJ genannt, hat es wahrlich nicht einfach. Hat er doch die schwere Aufgabe, junge vergnügungssüchtige Menschen zum Tanzen zu bringen.

Hier nun einige Regeln, die man beherzigen sollte, um ein richtig guter DJ zu werden:
1. Ein guter DJ ist ein sprachloser DJ! Sprich so wenig wie möglich und nerve dein Publikum nicht! Man muß nicht zwischen jedem Lied etwas sagen! Und begehe auf gar keinen Fall die Todsünde, auf ein Lied zu sprechen.
2. Langweile dein Publikum nicht mit deinen Privatangelegenheiten! Die Leute interessiert es einen Scheiß, welchen Star du im letzten Jahr (fast) mal gesehen hast!
3. Stehe zu dem, was du spielst! Würge niemals Wolfgang Petrys „Hitmix” unter dem Vorwand ab, er sei zu lang und den Leuten gefällt’s sowieso nicht, obwohl es auch eine kurze Version gibt und die Leute bei Petry ausrasten!
4. Das Musikangebot ist reichhaltig. Es ist nicht nötig, ab 2 Uhr das Musikprogramm vom früheren Abend noch einmal abzuspielen (dreimal D.J. Quicksilver, usw.)! Discogänger haben vielleicht leichte Hörschäden, aber kein Gedächtnisschwund!
5. Spiele niemals Modern Talking! Niemals!!

Der DJ der Marwitzer „Beat-Fabrik” hat heute (22. November 1998) die Punkte eins bis vier leider auf eklatante Weise vernachlässigt…

RTZapper

Grönemeyers Schicksalsschläge

Dienstag, den 17. November 1998
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Bei einigen Meldungen, die mich über die Medien so erreichen, läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Wie zum Beispiel letzte Woche, als ich die Neuigkeiten über Herbert Grönemeyer las.
Vor einigen Wochen wurde überall darüber berichtet, daß der Sänger seinem schwerkranken Bruder Wilhelm Knochenmark gespendet hat. Doch trotz aller großen Bemühungen starb er Ende Oktober an einem Krebsleiden. Allein dies wäre wahrscheinlich schon sehr schwer zu verkraften gewesen, doch das war ja noch längst nicht alles.
Während Grönemeyers Bruder schon im Sterben lag, verschlechterte sich der Gesundheitszustand seiner Frau Anna zusehends. Auch sie litt schon seit langem an Krebs. Im Laufe der vergangenen Jahre ging es ihr recht gut, doch mit der Krankheit von Wilhelm brach bei ihr wieder der Krebs aus. Am Dienstag starb sie.
Zwei herbe Schicksalsschläge innerhalb von nur zehn Tagen. Als ich das alles las, bekam ich eine richtige Gänsehaut! Art so etwas denkt man doch nicht mal in seinen schlimmsten Alpträumen, oder?!
Was würdet ihr in so einem Fall machen? Könntet ihr beispielsweise Überhaupt in die Schule oder zur Arbeii gehen? Würdet ihr euch irgendwo verschanzen ödet würdet ihr lieber unter anderen Menschen sein? Und wie ist es bei so einem Star wie Herbert Grönemeyer? Was macht der? Ein Lied schreiben? Vielleicht, aber veröffentlichen wird er es wohl nicht…

RTZapper

Videohits

Donnerstag, den 5. November 1998
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MI 04.11.1998, 20.00 Uhr, VH-1

Daß auch Fernsehsender durchaus pleite gehen können, haben in diesem Jahr bereits der Wetterkanal und Nickelodeon sehr gut bewiesen. Und auch der Musiksender VH-1 gehört zu den gefährdeten Kandidaten. Diesen Eindruck hat man jedenfalls als Zuschauer. Oder habt ihr in der vierstündigen Sendezeit (20 bis 0 Uhr) jemals einen Moderator gesehen? In der Anfangszeit hat man geradezu damit geprotzt, was für tolle, tolle Moderatoren man doch hat. Seit kurzem ist auch der Videotext abgenippelt.
Jetzt sah ich die „Videohits”. Die Musik, die da gespielt wurde, waren teilweise sogar wirklich Hits – nur leider vergaß man beim Sender, die Einblendung des Musiktitels während der Clips auszublenden! Das macht sich bei VH-1 gut, denn besagte Einblendung befindet sich genau in der
Mitte des Bildschirms, verdeckt also so ziemlich alles. Als sich die Sache dann auch bei allen anderen Clips fortsetzte und dann sogar während des Werbeblocks eingeblendet wurde, daß da gerade Phil Collins singen soll (bei der Binden-Werbung?), griff ich zum Telefonhörer, Das heißt, erst zu irgendeiner Fernsehzeitung mit der Nummer des Senders. Normalerweise bin ich nicht der Mensch, der sich am Telefon bei den Sendern beschwert, aber diesmal wollte ich wissen, ob die noch wach sind. Sie waren’s nicht, jedenfalls meldete sich niemand.
Ist ja auch egal, im Kabel gibt’s VH-1 schon lange nicht mehr, über Satellit auch nur noch bis zum Jahresende. Dann übernimmt nämlich MTV Deutschland (man höre und staune: unverschlüsselt) den VH-1-Kanal! Dann können die alleine rumwurschteln!

RTZapper

Fernseh-Zukunft

Dienstag, den 3. November 1998
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Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, die neue digitale Vielfalt kennenzulernen. Wenn man nämlich eine Satelliten-Schüssel und die „d-Box” besitzt, kann man sich gewissermaßen tötzappen!
Mit der “d-Box” kann man auch die Fernsehsender empfangen, die nur digital über Satellit Übertragen werden. (Fragt jetzt bloß nicht, was digitale Sender sind) Jedenfalls war es für mich ein tolles (wenn natürlich auch gewöhnungsbedürftiges) Gefühl, irgendwann bei Sender 271 anzukommen! Das Dumme ist nur, daß die meisten dieser Sender nochmals verschlüsselt sind. Frei empfangbar sind nur die „Programmpakete” der Öffentlich-Rechtlichen („ZDF-Info-Box” usw.) sowie die Sender, die auch die Normal-Fernsehzuschauer sehen können.
Um mich mal ein wenig klarer auszudrücken: In einigen Jahren wird es wohl kaum noch Fernsehen über Antenne geben, die Kabel-Zuschauer werden viel Geld für die Glotze zahlen müssen. Alle anderen müssen sich eine Schüssel kaufen. Das wird aber auch bald nicht mehr reichen. In Zukunft wird man noch einen Receiver brauchen, um die digitalen Programme entschlüsseln zu können. Wenn man aber diesen Kasten hat, heißt das noch lange nicht, daß man wirklich alle Sender sehen kann. Für die meisten Programme wird man nochmals blechen müssen. Habt ihr’s verstanden? Also ich tue mich irgendwie schwer mit der Fernseh-Zukunft…