Monatsarchiv für August 1998

RTZapper

Julia – Kämpfe für deine Träume

Montag, den 31. August 1998
Tags: , ,

SO 30.08.1998, 20.15 Uhr, SAT1

Gewundert habe ich mich beim Fernsehfilm “Julia – Kämpfe für deine Traume”: Da haben sich doch tatsächlich Lehrer darüber aufgeregt, daß diese Julia mit ihren Schülern im Deutsch-Leistungskurs ein Video über Drogen ansehen wollte. Das hat mich echt irritiert, wenn man mal überlegt, wieviel Videos ich in meiner Schüler-Laufbahn im Unterricht gesehen habe. Wenn es .an unseren Schulen keine Videorecorder gäbe, wüßten manche Lehrer doch gar nicht, was sie mit den Schülern anfangen sollten…

RTZapper

Die Lotto-Show

Sonntag, den 30. August 1998
Tags:

SA 29.08.1998, 20.15 Uhr, ARD

Heute lief erstmals “Die Lotto-Show” in der ARD. Die Erwartungen, die auf die Show gesetzt wurden, konnten zwar nicht so ganz erfüllt werden (teilweise langatmige Spiele), das Konzept ist aber zukunftsfähig. Und daß Ulla Kock am Brink manchmal ein wenig konfus war (Verwechslung der Kandidaten), sei ihr auch verziehen (bin ich nicht nett?)…

RTZapper

Domino-Day 1998

Samstag, den 29. August 1998
Tags:

FR 28.08.1998, 20.15 Uhr, RTL

Das letzte Wochenende war fernsehmäßig durchaus ereignisreich. So konnte man beispielsweise live bei einem Weltrekord-Versuch dabei sein. Beim „Domino-Day” wurden in einer riesigen Halle sage und schreibe 2,3 Millionen Domino-Steine aufgestellt. Die Moderatorin Linda de Mol mußte nur einen Stein antippen, der Rest geschah von ganz alleine. Das war spannender als ich vermutet habe, denn es sind nicht bei weitem alle Dominos umgekippt. Leider waren stellenweise aber die Kameraleute überfordert, denn sie waren leider nicht immer auf der Höhe des Geschehens. Die Hauptsache ist aber, daß der Rekord um 300 000 Steine Überboten wurde.

aRTikel

Durchgesehen: (K)eine Empfehlung

Dienstag, den 25. August 1998
Tags: ,

Wes Craven hat “Nichts zu verlieren”

MAZ Oranienburg, 25.8.1998

Hallo, du! Du, die in einer Oranienburger Videothek arbeitet! Du, die mir ihren kleinen Einblick in die große Welt der Videofilme zeigen wollte! Du, die mir einen tollen Film empfohlen hat! Diese Zeilen sind für dich! Gut, es ist schon sehr kundenfreundlich, daß du den Menschen auch einen der Videofilme empfiehlst, aber daß es nun ausgerechnet dieser Film sein mußte …
Vor langer, langer, also wirklich ganz, ganz langer Zeit wurde ein Djinn (Andrew Divoff) in einen Opal verzaubert. Und durch einen ganz, ganz blöden, aber sowas von blöden Zufall kommt er in heutiger Zeit wieder ans Licht unserer schönen, schönen Welt. Alle Menschen, die sich nun von ihm etwas wünschen, bekommen diesen Wunsch auch prompt erfüllt. Dummerweise ist der Djinn aber gaaaanz böse, denn mit jedem Wunsch wird auch die Seele des „Wünschers” geklaut…
„Wes Craven’s Wishmaster” ist von dem Typen, der im letzten Jahr mit „Scream” brillierte. Da aber schon „Scream 2″ wieder grottenschlecht war, sollte man an diesem Film auch keine hohen Ansprüche haben. Der
ist nämlich auch grottenschlecht!
In der Filmzeitschrift deiner Videothek steht, daß dieses in Angst und Blut badende, übersinnliche Fantasy-Splatter-Spektakel (was hab* ich gelacht!) keine Wünsche mehr offen läßt. Und hier lügt deine Zeitschrift! Hier nämlich meine Wünsche an den Film: 1. anderer Regisseur, 2. anderes Drehbuch, 3. andere Schauspieler, 4. bessere Dialoge, 5. ein wenig, wirklich nur ein kleines bißchen Horror, der fehlt nämlich total in diesem Film, 6. ein anderer Film in meinem Videorecorder.
Und dies ist nun wirklich kein Problem. Denn, liebe junge Videothekarin, du hast auch gute Filme in deinem Laden!
Nick Bean (Tim Robbins) entdeckt seine Frau eines Tages mit ‘nem anderen im Bett, Als er danach frustriert durch die Gegend fährt, wird er von dem echt gefährlichen Gangster T. Paul (Martin Lawrence) überfallen. Er rechnet allerdings nicht damit, daß ja Nick „Nix zu verlieren” hat.
Du, die in dieser Oranienburger Videothek arbeitet, diesen Film solltest du empfehlen…

RTelenovela

Wenn der Promi neben dir steht und du es nicht merkst

Dienstag, den 18. August 1998
Tags: ,

Man erlebt manchmal Sachen, die gibt’s gar nicht! Da laufe ich eines Abends mit Patrick über den Berliner Ku’damm. Wir laufen an diversen Straßencafes, Eisständen, Modeläden und Kinos vorbei. Am der “Komödie am Kurfürstendamm” bleibe ich stehen, weil ich auf den Werbetafeln mehrere bekannte Namen von Schauspielern erkenne. Ich wollte gerade damit anfangen zu erzählen, daß Patrick ja zumindest Julian Scheunemann, den Typ, der vor ein paar Wochen in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” im Gerichtsaal erschossen wurde, kennen müßte.
Ich kam aber nicht mehr dazu, denn im gleichen Augenblick, fragte er mich, ob ich den Mann neben mir gesehen hätte. Der sehe irgendwie so aus, wie irgend so ein bekannter Schauspieler aus einer dieser Seifenopern. Worauf ich ihn fragte, ob es der und der gewesen sein könnte.
Mir fiel es wie Schuppen aus den Haaren, da glotze ich wie ein Blöder auf die Promi-Namen, und einer davon steht neben mir! Und ich Idiot habe ihn nicht gesehen!
Also, wenn das nicht ärgerlich ist…

RTZapper

Fernsehen in Polen

Montag, den 10. August 1998
Tags:

Ich zappe nicht nur, sondern hin und wieder sehe ich per Kanalsuchlauf, ob sich sonst loch etwas tut. Und besonders nachts kann man da Glück haben, wenn wegen Überreichweiten Sender meine Antenne erreichen, die dies sonst nicht schaffen.
Eines Nachts empfing ich dabei völlig fremde Signale. Anhand der Senderlogos und der fremden Sprache entpuppten sich die drei mysteriösen Programme als polnische Privatsender, einer davon „Polsat”. Das war offenbar zuviel für die Leute dort. Es lief gerade eine Musiksendung. Plötzlich stoppte das Band, und man sah minutenlang ein Standbild. Offenbar muß es im Sender daraufhin manische Reaktionen gegeben haben, denn der Rest der Sendung wurde nur noch im Schneltdurchlauf abgespult. Zu guter letzt sah man nur noch das Testbild der Station. Ein äußerst merkwürdiger Sendeschluß…
Vor kurzem war ich dann auch in Polen und traf auf der ersten Autobahnraststätte auch wieder auf „Polsat” und sah gleich die nächste Merkwürdigkeit. Die Comedyserie „Roseanne” begann gerade. Doch Roseanne sprach nicht polnisch, sondern englisch. Sämtliche Dialoge wurden ziemlich unmotiviert und gelangweilt von einer polnischen männlichen Stimme übersetzt. Von Synchronisation kann man da nicht sprechen. Sind Comedys so überhaupt noch lustig? Oder sind wir Deutschen einfach nur zu verwöhnt? Andere Länder, andere Sitten…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Autokino Zempow

Samstag, den 8. August 1998
Tags:

Zempow, Autokino

Hin und wieder sieht man in diversen Ami-Filmen Szenen aus einem Autokino. Man sitzt gemütlich in seinem Vehikel, die Fenster sind heruntergekurbelt, links und rechts werden Lautsprecher befestigt, und der Film kann beginnen. Dazu werden Unmengen von Popcorn vertilgt, oder die Leute bekommen vom Film sowieso nichts mit, weil sie anderweitig beschäftigt sind. So h ab’ ich das schon öfter gesehen …
Wie es in einem Autokino tatsächlich zugeht, davon durfte ich mich vor kurzem auch überzeugen. Allerdings muß man dazu eine längere Autofahrt in Kauf nehmen. Dieses Autokino ist nämlich in Zempow hinter Rheinsberg. Etwa eineinhalb Stunden für die „Anreise” sollte man schon einplanen, es handelt sich also um ein abendfüllendes Programm. Aber
andererseits: Man fährt ja nicht jeden Tag in so ein Autokino!
Meine Vorstellungen haben sich eigentlich weitestge-hend bestätigt. Nachdem ich und meine Mitfahrer jeweils sieben Mark und ich noch zwei Mark fürs Auto bezahlt haben, suchten wir uns einen günstigen Stellplatz. Da verständlicherweise zunächst der Einbruch der Dunkelheit abzuwarten ist, hatten wir noch etwas Zeit, uns mit Proviant für den Film einzudek-ken. Von Hamburgern über Hot Dogs, bis zu Eis und Popcorn, ist wirklich alles zu haben, was das autokinobesessene Herz begehrt.
Gegen 21.30 Uhr war es dann auch tatsächlich dunkel genug, so daß die Vorstellung beginnen konnte – wie fast überall natürlich mit Werbung, aber das ist ja nicht anders zu erwarten gewesen, und ich empfinde dies auch nicht als allzu störend.
Das mit den Lautsprechern funktioniert in Zempow übrigens so: Es gibt natürlich zig Außenlautsprecher. Das Wichtigste: Über das Autoradio stellten wir die Frequenz 90,2 MHz ein. So hatten wir den vollen „Kino-Sound” in unseren Autos.
Insgesamt ist so ein Autokino eine tolle Sache. Man sieht gut (vorausgesetzt, man wählt den richtigen Parkplatz), man hört gut (vorausgesetzt, man hat ein funktionstüchtiges Radio), und man wird nicht von anderen Kino-Besuchern in seinem FUmgenuß gestört (hier setze ich eigentlich nichts voraus). Der Film, den wir gesehen haben, war klasse („Leslie Nielsen ist sehr verdächtig”), und deshalb war es ein gelungener Abend! Fahrt doch auch mal hin!