Monatsarchiv für Januar 1998

RTZapper

Talk im Turm: Nach dem Skandal

Montag, den 26. Januar 1998
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SO 25.01.1998, 22.15 Uhr, SAT 1

So jedenfalls könnte man den letzten „Talk im Turm” auch bezeichnen. Nach den Studenten-Protesten in der letzten Woche, wurde nun offiziell über Massenarbeitslosigkeit gesprochen. Vielleicht erinnert ihr euch noch, daß ich mich über die Demo der Studenten in der Sendung mächtig aufgeregt habe. Nun war aber im „stern” zu lesen, daß die Arbeitslosen-Problematik eigentlich als Thema vorgesehen war. Weil aber im Vorfeld „Der König von St. Pauli” lief, hat SAT 1-Chef Fred Kogel quasi bestimmt, daß im Turm über die Prostitution gesprochen werde. Wenn das stimmt, ist das Verhalten der Studis zwar immer noch nicht richtig, aber irgendwo doch verständlich.
Neben Günther Rexrodt und Gregor Gysi durfte nun auch einer der Studenten mitreden. Allerdings wußte Erich Böhme wohl genau, warum er ihn nur eher selten zu Wort kommen ließ. Fairerweise sollte ich aber auch sagen, daß aus dem Mund unseres verehrten Wirtschaftsministers auch nicht sehr viel Brauchbares herauskam. Übrigens: Gegen die Protestler wird wohl ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung eingeleitet.

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Talk im Turm

Montag, den 19. Januar 1998
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SO 18.01.1998, 22.15 Uhr, SAT 1

Eigentlich wollte ich mich heute darüber beschweren, daß SAT 1 beim „König von St. Pauli” jedesmal fünf (!) Werbepausen reinknallt! Aber dann kam dieses Ereignis: In der SAT 1-Talkshow „Talk im Turm” mit Erich Böhme sollte über Prostitution diskutiert werden. Der Moderator hatte gerade seine Gäste vorgestellt, als plötzlich ein sogenannter Student die Bühne betrat und forderte, daß über die Massenarbeitslosigkeit gesprochen werde. Dies wollten er und einige Mitstreiter durchsetzen. So was Hirnrissiges! Wirklich, ihr hättet mich am Sonntag abend live bei einem Wutanfall erleben können!! Wo sind wir denn, daß sich jeder Dödel mit „jetzt will ich mal was sagen” vor irgendeine Kamera stellen kann! Dann kann man ja gleich Dagmar Berghoff von ihrem „Tagesschau”-Stuhl schubsen! Aber auch SAT 1 muß sich Vorwürfe gefallen lassen. Es kann doch nicht sein, daß offensichtlich niemand der Mitarbeiter sich genötigt sah, da mal einzuschreiten. Böhme stand quasi ganz alleine da! Er versprach aber, das Thema mit ihnen am kommenden Sonntag zu behandeln. Ich bin gespannt, ob die auch was Vernünftiges zu sagen haben!

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Titanic!

Sonntag, den 18. Januar 1998
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Wir haben uns entschlossen, “Titanic” im neuen “CinemaxX-Colosseum” in Berlin anzusehen. Den insgesamt vierstündigen Film (mit Werbung und Pause) hätte ich im Oranienburger “Filmpalast” auch nicht überstanden. Bei den ungemütlichen Sitzen hole ich mir einen Bruch.
Unterbrechung nach der Szene, in der die Fensterscheiben des Autos, in dem sich Jack und Rose gerade befanden, beschlug,

Und dann, im zweiten Teil, geht die Titanic unter. Rose konnte sich auf ein im Wasser treibendes Holzstück retten. Jack, also Leonardo, hält sich mit den Händen daran fest. Als er allerdings langsam in die Tiefen des Meeres sinkt (durch das kalte Wasser ist er erfroren), ist es um das Publikum geschehen. So viele verhheulte Menschen habe ich selten im Kino sitzen sehen.

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Sesamstraße

Montag, den 12. Januar 1998
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SO 11.01.1998, 18.00 Uhr, N 3

Am Sonntag feierte der Kinderkanal ein großes Jubiläum. Im Januar 1973 lief in Deutschland zum ersten Mal die „Sesamstraße” – das ist jetzt 25 Jahre her!
Und ich kann behaupten, daß ich durch diese Kindersendung zählen und buchstabieren gelernt habe! Und da ging ich noch nicht einmal zur Schule! Ihr könnt euch bestimmt die Begeisterung der Erwachsenen vorstellen…
So wie heute auch noch, kam die „Sesamstraße” fünf mal pro Woche um 18 Uhr auf N 3. Damals begann das Programm erst mit dieser
Sendung. Es gab eben noch eine vernünftige Sendepause! Die Zeiten ändern sich! Ich finde allerdings, daß die Sendung früher besser war! Ich erinnere mich noch gern an Manfred, Lilo, Ute, Horst, Henning und wer sonst noch im „Studio Sesamstraße” war. Und Herrn von Bödefeldt Samson und Tiffy nicht zu vergessen! Heute ist (der deutsche Teil) ziemlich aufgesetzt und brav. Die (noch) älteren Zuschauer werden mir wahrscheinlich widersprechen und sagen, daß die Sendung ganz früher noch besser war! Damals lief noch die original amerikanische Sesamstraße mit Oskar und Bibo. Kritiker, vornehmlich aus Bayern (woher sonst?), fanden diese Kindersendung anfangs zu schmuddelig. Den deutschen Kindern sollte man nicht zeigen, wie die New Yorker Slums aussehen!
Nicht verändert haben sich aber Ernie und Bert, Grobi, das Krümelmonster, Kermit, der Frosch, und die anderen Muppets. Unvergeßlich sind aber auch die Hits wie „Mah na mah na” oder dieser berühmter Dialog: „He du!” – „Wer? Ich?” – „Genau!!”

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Die Sat.1-Programmsparten

Montag, den 5. Januar 1998
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SAT 1 teilt uns ja seit einiger Zeit vor jeder seiner Sendungen mit, welche Programmsparte gerade bedient wird (z. B. „Harald Schmidt Show” läuft unter „ Comedy”). Laut SAT 1 handelt es sich bei den Kerner-, sorry, Pilawa- Vera-Sonja-Sendungen um eine „Information”!
Die Talkshows werden also auf eine Stufe mit den Nachrichten „18:30″ oder „Akte 98″ gestellt. An Ulrich Meyers Stelle wäre ich echt beleidigt! Oder habe ich die informativen Momente der Labershows immer verpaßt?

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Kerner geht – Pilawa kommt

Montag, den 5. Januar 1998
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MO 05.01.1998, 11.00 Uhr, SAT 1

Im noch jungen 1998 habe ich gleich zwei Neuigkeiten. Eine gute und eine schlechte. Die schlechte zuerst: Johannes B. Kerner hört auf. Am 16. Januar um 11 Uhr wird er auf SAT 1 letztmals seine Talkshow moderieren. Thema: „Ich moderiere eine Talkshow”. Glücklicherweise wird er aber da kein Selbstgespräch führen. Vera Int-Veen (Ich dachte, die heißt „Am Mittag” mit Nachnamen!) und Christoph Schlingensief sind zwei der Talkmaster, die zu Gast sein werden
Kerner geht also …
Und die gute Nachricht? SAT 1 läßt uns nicht im Stich und hat für den 11-Uhr-Talktermin schon einen Nachfolger gefunden: Jörg Pilawa. Und ihr werdet nicht darauf kommen, wie die Talkshow heißen wird! Denkt mal nach!

RTelenovela

Mit Böllern ins Abijahr

Donnerstag, den 1. Januar 1998
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Auf dem Abendbrottisch stehen eine Schüssel mit Kartoffelsalat, kleine Käsehäppchen und eine weitere große Schüssel mit Obstsalat. Das Hauptgericht am letzten Abend im Jahre 1997 ist aber Chili con Carne.
Silvester bei Schmidts in Leegebruch. Wir feiern in das Jahr 1998, unser Abijahr!

Anne, Silvia, Jenny, Nico, Marcel und ich stoßen pünktlich um Mitternacht an. “Ein erfolgreiches 1998! Auf ein gutes Abi!”
Nun werden sich sämtliche Raketen geschnappt, sowie sich die Taschen mit Knallern gefüllt. Kaum vor der Tür, hört man schon das Geschrei von gegenüber.
Schmidts leisten sich offenbar mit ihren Nachbarn von gegenüber einen wahren Neujahrskrieg. Wer hat die meisten Böller?
Dabei kann man sich aber durchaus auch mal ein Eigentor schießen. Denn Marcel ist auf die brillante Idee gekommen, zwei Raketen in eine Flasche zu stecken, in der Hoffnung, dass es schöner aussieht. Und es sieht tatsächlich schön aus: Denn anstatt dass die Raketen aus der Flasche hoch schießen, fällt das Behältnis um, und die Raketen schießen direkt auf mich zu…
Aber der erste Anschlag auf meine Person im Jahre 1998 scheitert. Ich überlebe. Heil und ohne Schäden.
Wie vom Blitz getroffen sieht man Annes Eltern plötzlich die Straße wechseln. Sie ziehen ein paar kleine Pakete aus den Taschen. Zum Vorschein kommen divsere Päckchen voll mit Knallern. Der Krieg kann weitergehen.
Jenny wurde zur Waffenlieferantin bestimmt. Sie muss den ändern die Knaller reichen. Allerdings fühlt sie sich nicht wirklich wohl dabei: “Ich glaube, ich würde mich jetzt lieber mit einer Kerze in der Hand sehen…”, meint sie. Und ich kann ihr nur zustimmen.
Sitten sind das?!