Die Flut – Chronik eines Versagens

MI 13.07.2022 | 20.15 Uhr | Das Erste

Ein Jahr danach. Zwölf Monate sind nun nach der großen Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vergangen. Als das Ahrtal verwüstet wurde.
Zwölf Monate, in denen der Finger in die Wunde gelegt worden ist: Wie konnte dazu kommen, dass die Menschen in den Katastrophengebiet quasi ohne Vorwarnung von den Fluten getroffen worden sind.

„Die Flut – Chronik eines Versagens“ hieß die Doku, die am Mittwochabend im Ersten zu sehen war. Der Film zeigte ziemlich deutlich, dass da einige Leute richtig schlimm versagt haben.
Zum Beispiel der damalige Landrat von Ahrweiler, der sich kurz mal im Krisenstab hat blicken lassen. Also, nicht weil er irgendwie helfen wollte, sondern weil er unbedingt auf das Pressefoto wollte. Um danach seinen Porsche in Sicherheit zu bringen.
Oder das Rheinland-Pfälzische Umweltministerium: Ministerin Anne Spiegel gab am Nachmittag vor der Flut eine Pressemitteilung heraus, dass alles nicht so schlimm werde. Damit hatte sie sich, nun ja, ein bisschen geirrt. Sie fuhr dann lieber in den Urlaub, als sich um die Flutfolgen zu kümmern – und sorgte sich um… na ja, sie machte sich Sorgen um… sich selbst. Nicht dass ihr jemand was anhänge.
Oder WDR und SWR, die nicht so wirklich ausführlich in der Flutnacht zur Stelle, weil sie das Ganze irgendwie nicht mitbekommen oder unterschätzt haben.

Nun bedauern alle, und alle sagen, dass es beim nächsten Mal besser laufen würde. Vielleicht sorgt die Flut vom Juli 2021 ja wenigstens dafür, dass wirklich an vielen Stellschrauben gedreht wird, wenn es um Warnungen, Evakuierungen und Berichterstattung geht.
Dennoch: Es graust einen, wenn man das ganze Elend des Nichtkönnens in dieser Doku sieht.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 13. Juli 2023)


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