Das aktuelle Sportstudio

SA 15.02.2014 | 23.35 Uhr | ZDF

Die Lage ist ernst. Sehr ernst. Ein unglaublicher Skandal ist geschehen, und die „Bild am Sonntag“ verhört alle Beteiligten. Genau so stand es am Sonntag im Blatt, und es muss etwas Unerhörtes passiert sein.

Die deutschen Rodler haben bei den olympischen Spielen in Sotschi die Goldmedaille gewonnen. Das ist natürlich Grund genug, das Team ins „Aktuelle Sportstudio“ des ZDF einzuladen. Nun gab es am Sonnabendabend in der Live-Sendung allerdings keine Schalte von Mainz nach Russland. Nein, die Sportler sind von Sotschi extra eingeflogen worden, damit sie im Studio sind. Im Anschluss flogen sie nach einer Nacht im Hotel auf ZDF-Kosten – und damit auf Fernsehgebührenkosten – zurück nach Russland.

Ja, da muss man alle Beteiligten schon mal verhören, wie die „BamS“ es bezeichnet. Ein reichlich seltsamer, harter Ausdruck, den das Boulevardblatt allerdings nicht das erste Mal verwendet. Offenbar hält sich die Redaktion inzwischen für ein großes Verfassungsorgan, das bei irgendwelchem Ärger andere verhören darf und muss.

Recht mit der Frage, ob es nötig war, die Sportler extra nach Mainz zu befördern, hat die Zeitung aber dennoch. Beim ZDF argumentiert man, in einer Show mit Publikum wolle man eben die Rodler vor Ort haben.
Sicherlich kommt es stimmungsmäßig gut rüber, wenn ein wenig Leben in der Bude herrscht, und letztlich war das Abenteuer auch nicht übermäßig teuer, da gibt es ganz andere Verschwendungen. Aber das Interview im Olympiastudio in Sotschi zu führen, hätte auch seinen Sinn erfüllt. Wie überhaupt man das „Aktuelle Sportstudio“ doch auch ganz aus Sotschhi hätte senden können – Publikum hätte es sicher auch dort gegeben.


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