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Wenn Zweibrücken den Rosengarten nicht hätte…

Samstag, den 22. August 2020
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Zweibrücken am Rand von Rheinland-Pfalz ist nicht wirklich eine schöne Stadt. Es gibt den Alexanderplatz, der ganz nett ist, mit der Alexanderskirche am Rand und einer kleinen Brunnenanlage. Aber nicht mal der komplette Platz ist mit schönen Häusern umsäumt, auf einer Seite stehen hässliche Plattenbauten.
Auch sonst ist Zweibrücken eine typische Autostadt mit fetten Straßen, Hochstraßen und Brücken, die das Bild verschandeln.

Dennoch gibt es in Zweibrücken eine wirkliche Sehenswürdigkeit: den Rosengarten. Ihn gibt es bereits seit 1914, 1935 wurde er erweitert und 1948 nach dem Krieg neu eröffnet. Und es gibt dort – im drittgrößten Rosengarten Deutschlands – nicht nur Rosen zu sehen. Kommt man durch den Haupteingang rein, steht vor einem größeren Teich mit einem Springbrunnen. Am Rand kann man sich hinsetzen und die Atmosphäre genießen. Kennt ihr das auch, dass man sich ewig irgendwo hinsetzen kann, um dann auf solche Wasserspiele zu schauen?

Man sieht 45.000 Rosen in mehr als 1500 Sorten, außerdem Staudenpflanzen, Rhododendren, Gehölze und Bäumen. Man kann sehr schön durch den Park spazieren, und normalerweise finden dort auch viele Veranstaltungen statt. In Coronazeiten leider nicht. Für Kinder gibt es einen Spielplatz, und somit ist der Garten ein schönes Fleckchen Natur für viel Freizeit.

Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ab 17.30 Uhr nur noch 2 Euro, und von November bis März ist geschlossen.

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Auf der Jagd nach den Bayern

Donnerstag, den 20. August 2020
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Bayern München gegen Barcelona. Das Viertelfinale in der Fußball-Champions-League findet in Deutschland nur im Pay-TV statt. Das Spiel lief auf Sky.
Ein Teil von uns hat es durchaus interessiert, wie dieses Spiel abläuft, also fragten wir Google, wo man denn in Zweibrücken das Spiel live schauen kann. Google spuckt uns tatsächlich auch ein paar Ergebnisse aus.

Also machen wir uns auf den Weg und landen an einer Kneipe am Rande der Innenstadt. Das Haus sieht extrem abgewrackt aus, aber im Hinterhof sitzen tatsächlich schon Leute. Draußen ist auch eine Sky-Werbung zu sehen, die in der Regel bedeutet, dass es sich um eine Sky-Sports-Bar handele.
Wir betreten die Kneipe, desinfizieren uns die Hände, setzen uns die Maske auf. Nur eines finden wir nicht: Einen Fernseher mit Sky-Übertragung.
Wir fragen den Typen hinterm Tresen und erfahren: Hier gibt es kein Sky. Warum es dann draußen dranstehe? Schulterzucken. Allerdings hätte uns auffallen können, dass der Name der Lokals und die Biermarke beleuchtet waren, das Sky-Schild nicht (mehr).

Also weiter suchen. In der Innenstadt soll es ebenfalls eine Sky-Bar geben. Wir laufen an der Alexanderskirche vorbei, über den Alexanderplatz (lange nicht so imposant und groß wie in Berlin), und um die Ecke ist sie tatsächlich, die Kneipe mit Sky. Allerdings sind schon alle Tische besetzt, und auch drumherum stehen schon viele Leute.

Also weiter suchen. Ich erinnere mich: Dort, wo unser Auto steht, war ein Asia-Imbiss, wo auch ein Fernseher lief – und es sah nach Fußball aus.
Also laufen wir über den Zweibrücken-Alex dorthin – und tatsächlich: Kaum einer bemerkt es, aber im Imbiss läuft die Luve-Übertragung des Bayern-Spiels. Allerdings von einem vermutlichen asiatischen Sender über das Internet gestreamt.
Egal. Wir gehen rein, suchen uns einen Tisch. Zwar haben wir schon Abendbrot gehabt, dennoch bestelle ich anstandshalber eine Pekingsuppe (lecker!) und etwas zu trinken.
Zwischendurch bliebt der Internetstream hängen, und der Typ am Nachbartisch fummelt über einen Curser alles wieder so hin, dass es funktioniert.
Der Kommentator spricht eine fremde Sprache – absolut keine Ahnung, ob ihn im Laden jemand versteht. Aber bei fast jeder Aktion beginnt er, zu schreien. Für ihn ist das alles sehr aufregend. Egal ob Tor oder was anderes – immer plärrt er ins Mikro. Irgendwie lustig.
Zur Halbzeit sind wir fertig mit dem Essen, und weil es schon 4:1 für die Bayern steht, gehen wir davon aus, dass der Drops gelutscht ist. Wir fahren ins Hotel zurück.

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Im Hotel in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 19. August 2020
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Die Hotels dürfen auch in Zeiten des Coronavirus schon seit einiger Zeit wieder Touristen beherbergen. Aber auch da ist jetzt einiges anders.

Ein Hotel in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Wer es betreten will, muss erst mal die Maske aufsetzen. Hinter dem Empfangstresen stehen vier Leute, für meinen Geschmack ein bisschen zu dicht aneinander, aber vielleicht werden sie ja jeden Tag getestet. Nicht alle von ihnen haben Masken auf.
Die Maske müssen wir nun überall tragen, wo wir uns bewegen. Abnehmen können wir sie nur, wenn wir an einem Tisch sitzen und essen oder wenn wir im Zimmer sind oder im Wellnessbereich. Im Letzteren dürfen sich aber nur noch acht Leute gleichzeitig aufhalten – sowohl im Schwimmbad als auch in der Sauna. Wobei man im verwinkelten Saunabereich so schnell gar nicht überblicken kann, ob sich da schon acht Leute aufhalten. Und ob das kontrolliert wird, ist auch unklar.

Wenn wir unser Zimmer verlassen, die Masken aufsetzen, dann laufen wir auch immer am Personal vorbei. Hier gibt es übrigens immer noch das Wort “Zimmermädchen”, und in der Tat habe ich kein männliches Reinigungspersonal entdecken können. Einige ziehen sich hektisch die Maske über, wenn sie jemanden sehen.

Prospekte über das Hotel gibt es übrigens keines, sie könnten schon von jemandem angefasst worden sein und sind deshalb offenbar verboten. Tageszeitungen zum Frühstück gibt es aber immerhin, am Sonnabend den Pfälzer Merkur, am Sonntag mangels erscheinender Lokalzeitung die Welt am Sonntag, die aber unberührt liegen bleibt.

An einem Tag fand im großen Saal eine Hochzeit statt. Sie blieb ungewöhnlich still, wir haben uns schoon gewundert, dass so wenig los und zu hören ist. Am Abend dachten wir schon, es sei keiner mehr da. Allerdings gibt es ja auch für Feiern Auflagen. Alle müssen an den Tischen sitzen, es darf nicht getanzt werden. Für Hochzeiten natürlich ziemlich traurig – aber momentan nicht zu ändern.

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Zweibrücken – zwei Flüge

Donnerstag, den 25. November 2010
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Ganz sanft sinkt das Flugzeug aus Schönefeld über die rheinland-pfälzsichen Dörfer. Gleich werden wir in Zweibrücken landen. Das Flugzeug setzt auf, bremst – und dreht um. Auf der Landebahn, auf der wir eben angekommen sind, macht der Flieger kehrt und rollt zurück, biegt ab zum Gate.
Wo erlebt man so was schon mal? Das kann nur ein Flughafen sein, auf dem… nun ja, wenig los ist.

Die Ankunftshalle sieht aus wie eine provisorische Halle im Gewerbegebiet. Die Toiletten befinden sich in Containern.
Wir laufen raus und stehen im Nirgendwo. Selbst das Zentrum von Zweibrücken liegt einige Kilometer entfernt – und sonst ist viel freie Erde zu sehen.

Zehn Stunden später. Wir kehren nach Zweibrücken zurück. Wir wollen wieder nach Schönefeld. Die Abflughalle ist noch ziemlich leer.
Auf dem Bildschirm stehen die Flüge des Tages. Um 8.20 Uhr ging ein Flug nach Schönefeld. Um 19.45 Uhr geht ein Flug nach Schönefeld.
Und das war’s.
Klar, dass da noch Platz für den morgigen Flugplan ist. Für 8.20 Uhr ist ein Flug nach Schönefeld angekündigt. Um 19.45 Uhr soll dann ein Flug nach Schönefeld gehen.

Warum ist eigentlich noch keiner auf einen vernünftigen Werbeslogan für den Flughafen Zweibrücken gekommen. Passend wäre: Zweibrücken – zwei Flüge.

Zweimal am Tag ist also was los in der Halle. Hin und wieder startet wohl mal ein Urlauberflieger. Dennoch gibt es eine langgezogene Bar, an der es Getränke und Speise gibt. Verkaufen die den ganzen Tag? Wenn ja: für wen? Es kommt doch niemand!
Durch die Halle schlendert ein schwerbewaffneter Polizist. Seine Maschinenpistole macht keinen besonderen Eindruck. Offenbar glaubt niemand so richtig an einen Anschlag in Zweibrücken. Ein Chaos würde der jedenfalls nicht auslösen. Zwei Flüge würden halt ausfallen.

Eine weibliche Stimme fordert die Passagiere des Fluges nach Schönefeld auf, die Sicherheitsschleuse zu passieren. Das findet sie so aufregend (es passiert ja nur zweimal am Tag), dass sie das alle 10 Minuten wieder macht. Oder ist es doch nur eine Stimme vom Band?

Welchen Sinn hat es, für zwei Flüge einen ganzen Flughafen offen zu halten? Und das, wo Saarbrücken und Hahn nicht all zu weit entfernt sind. War es besonders billig, in Zweibrücken zu investieren? Über Fluglärm regen sich die Dörfler rumherum sicher nicht auf – für die zwei Flüge würde sich eine Demo gar nicht lohnen.

Noch nie bin ich so sanft mit einem Flugzeug gestartet wie in Zweibrücken. Noch nie habe ich so einen niedrigen Steigungswinkel erlebt.
In der Saarbrücker Zeitung steht unterdessen im Wirtschaftsteil die Meldung, dass die Flüge von Schönefeld nach Zweibrücken abgeschafft werden sollen.
Dann kommen die Mitarbeiter wohl nur noch sehr sporadisch zu ihrem Arbeitsplatz…

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Volojahre (70): Kinder, Kinder

Mittwoch, den 24. November 2010
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(69) -> 16.11.2010

4 Uhr am Morgen in Potsdam. Treffunkt für unsere Expedition ins Saarland. Als Volo muss ich die Tour gemeinsam mit dem Veranstalter begleiten. Zehn Kinder aus ganz Brandenburg, 5. bis 7. Klasse, kommen zusammen, um dann gemeinsam einen Tag lang zu verbringen. Wir steigen in den Bus nach Schönefeld, jeder nimmt sich einen eigenen Platz, keiner sagt ein Wort. Es ist ganz still im Bus, nur das Radiio dudelt.

4.55 Uhr auf dem Flughafen in Schönefeld. Die Kinder trotten durch die Halle. Es sind noch fast zwei Stunden bis zum Abflug nach Zweibrücken. Einer braucht noch einen Ausweis, mit den neun anderen stelle ich mich an einen Bistrotisch.
Aber irgendwie müssen sie mal miteinander ins Gespräch kommen. Ich bitte sie, sich alle mal vorzustellen. Ganz schüchtern sagen sie, wer sie sind. Dann sage ich ihn die erste Aufgabe: Sie sollen Zweiergruppen bilden und den jeweils anderen ausfragen, damit sie dann ein richtiges Porträt über ihn/sie schreiben können. Die vier Mädchen stellen sich mit Mädchen zusammen, die Jungs mit Jungs.

5.50 Uhr. Wir warten am Gate auf unseren Abflug. Die Mädchen schnattern schon wie wild miteinander, machen sich Notizen. Sie scheinen schon aufgetaut zu sein.
6.50 Uhr. Das Flugzeug ist gestartet. Der Lärmpegel steigt. In den Reihen sprechen nun auch die Jungs mit.
7.55 Uhr in Zweibrücken. Auf dem kleinen Flughafen scheint die Meute inzwischen zu sich gefunden zu haben. Wir steigen in den Bus, der uns nach Thuley zu den Ausgrabungsstätten bringen soll. Das Bild hat sich gewandelt. Nun schnattern die Jungs miteinander, machen ein Witz nach dem anderen. Die Mädchen sind ruhiger geworden, schauen aus dem Fenster.

So zieht sich das durch den Tag. Selbst ein Junge, der den ganzen Tag geschwiegen hat und total verschüchtert wirkte, drehte spätestens zum Mittagessen auf und erzählte seltsam verschwinte Geschichten aus seiner Schulklasse.
Es scheint, als ob die Kinder am Ende zu besten Freunden zusammengewachsen sind. Viele wollen in E-Mail-Kontakt bleiben oder sich in irgendwelchen Foren zusammenfinden – auch weil sie ja noch ihre Porträts (die ja eigentlich nur die Kennenlernübung sind) schreiben müssen.

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