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Der Hohenbrucher Vermesserstreit in vorerst 3 Akten

Dienstag, den 24. April 2012
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Eine gesperrte Straße, die dann irgendwie doch nicht gesperrt war, eine Umleitung, eine kaputte Brücke und zwei überforderte Vermesser. Das sind die Zutaten für ein heiteres Lustspiel, aufgeführt auf der Landesstraße in Hohenbruch.

Handlung:
In dem Kremmener Ortsteil soll die Brücke über dem Hauptgraben komplett erneuert werden. Dafür ist um den Graben herum eine provisorische Umfahrung gebaut worden.
Am Montagnachmittag versuchten zwei Mitarbeiter einer Zühlsdorfer Vermessungsfirma die Baustelle zu – was auch sonst: vermessen. Doch das stellte sich als große Herausforderung dar. Was ihnen nämlich fehlte: Verkehrsschilder, die den Autofahrern anzeigen sollen, wo sie denn nun langfahren sollen.
Aus dem Hohenbrucher Dorfkern kommend versperrte das Baufahrzeug die Strecke. Man hätte also meinen können, dass man die provisorische Strecke nehmen muss. Man hätte aber genauso gut meinen können, dass man das Fahrzeug einfach links überholen kann.
Aus Sommerfeld kommend war erst recht nicht ersichtlich, dass hier etwas gesperrt ist – und schon gar nicht, dass man nach links auf Provisorium abbiegen soll.
Was sich nun abspielte, glich einem Slapstick, wie ihn Dick und Doof vor 80 Jahren nicht besser hinbekommen hätten. Nur dass in diesem Fall ein älterer Mann und eine jüngere Frau in orangen Warnwesten die Hauptrolle spielen.

1. Akt.
Er und Sie postieren sich hinter ihrem Messgerät und beginnen, zu arbeiten. Plötzlich nähern sich von links (aus Hohenbrucher Seite) zwei Autos. Nein, sie biegen nicht rechts ab, sondern überholen das Baufahrzeug.
Blickkontakt: Autofahrer, Er und Sie.
Er: schreit. Öööööö! Ham se keene Oogen im Kopp?
Autofahrer: fährt langsam.
Er: lauter – öööööööö!
Sie: Nun lass sie doch mal!!
Autofahrer: fährt weiter.
Er: öööööööö! Blökt dem Fahrer und dem dahinter Folgenden hinterher.
Sie: rennt zum Baufahrzeug und versperrt nun auch die zweite Spur mit rot-weißen Kegeln. Die Straße ist nun dicht.

2. Akt.
Er: blickt kurz durchs Vermessungsgerät.
Sie: steht daneben.
Von rechts nähert sich ein Auto.
Er: erblickt das Auto.
Sie: auch.
Er: ööööööö!
(Pling-plang-Klaviermusik ertönt)
Sie: rennt zu den Kegeln neben dem Baufahrzeug und räumt sie weg.
Autofahrer: fährt langsam durch.
Sie: stellt die Kegel wieder hin.

3. Akt.
(immer noch Pling-plang-Klaviermusik)
Er: blickt durchs Vermessungsgerät
Sie: steht daneben, macht Notizen.
Von rechts nähert sich ein weiteres Auto.
Er: (laut und kehlig) öööööö!
Sie: greift sich ihr oranges Fähnchen und rennt ein Stück in Richtung Baustellenende.
Auto: nähert sich.
Sie: rennt wieder zurück zu den Kegeln, räumt sie wieder weg.
Autofahrer: fährt langsam durch die Baustelle.
Sie: stellt die Kegel wieder hin.
Er: öööööö

4. Akt.
(Klaviermusik wieder langsamer, leicht bedrohlich)
Er: (laut) ööööööö
Sie: (mit höherer Stimme) aaaaaahh
Er: ööööööö
Sie: na, dann mach du das doch!
Er: ööööööö
Rechts nähert sich das nächste Auto.
Sie: rennt in Richtung Kegel.
Er: ööööööö (gestikuliert)
Sie: stoppt, dreht sich um, rennt los, an ihm vorbei, zum Baustellenende.
Er: öööööööö
Sie: schwenkt ihr Fähnchen, schnappt nach Luft, zeigt in Richtung der provisorischen Straße.
Autofahrer: fährt langsam über die provisorische Straße.
Sie: läuft langsam zurück.

Vorhang.
Fortsetzung ist geplant.

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Babyalarm!

Montag, den 19. Dezember 2011
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Babyalarm! Ich habe gestern mal durchgezählt. Sage und schreibe sechs Kleinkinder und Babys waren auf der Vorweihnachtsgeburtstagsparty, bei der auch eingeladen war.

Da macht man sich schon so seine Gedanken, wenn um einen herum, das große Gewusel herrscht. Ständig junge Väter und/oder Mütter mit ihren Kleinen an der Hand durch das kleine Festzelt tapern. Wenn auf der Wiese Gekreische herrscht, weil zwei Kinder mit Luftballons spielen – wovon einer im Gebüsch seinen Geist aufgibt. Wenn am Rand der Kinderwagen steht, in dem ein Baby fix mal eingeschlafen ist.

Der Höhepunkt: Am frühen Abend stehen dann zwei Babyfone nebeneinander. Gibt ein Baby Geräusche ab, müssen alle erst mal lauschen, welches Baby es denn ist. “Ist es meins? Nein? Gott sei Dank!”

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1991: Zoff zwischen Stolpe und Stolpe-Süd

Samstag, den 22. Oktober 2011
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September 1991 II -> 30.9.2011

Rückblick: Oktober 1991 – Streit um Gemarkungsgrenzen / U-Bahn nach Hennigsdorf?

MAZ Oranienburg, 22.10.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die erste Hälfte im Oktober 1991.

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Schwante hat einen neuen Pfarrer. Johannes Kölbel wird in einer gut gefüllten Dorfkirche begrüßt. Kölbel bleibt vorerst für drei Jahre in Schwante, also bis 1994.

Ein illegaler Autofriedhof empört die Menschen in Velten. 30 Autos westlicher Bauart mit Berliner Kennzeichen wollte ein Händler auf einem Bauernhof eigentlich nur zwischenlagern. Der Hofbesitzer scheint ihm auf den Leim gegangen zu sein. Aus den Motoren läuft nun Öl in die Erde. Auch aus Zehlendorf, Zühlsdorf und Leegebruch werden illegale Autofriedhöfe gemeldet.

In der S-Bahn sind schwarze Sheriffs unterwegs. Zwischen Oranienburg und Schönhauser Allee sind vor allem abends mit schwarzen Lederjacken bekleidete Wachmänner unterwegs. Damit reagiert die Reichsbahn auf die Zunahme von Gewalt und Zerstörungen.

ABM-Kräfte machen sich am Louise-Henriette-Steg zu schaffen. Die so genannte Schwindsuchtsbrücke über die Havel in Oranienburg bekommt neue Holzbohlen.

Die schon mehr als ein Jahr andauernde Städtepartnerschaft zwischen Hennigsdorf und Alsdorf ist nun auch offiziell besiegelt. Zum Festakt am 3. Oktober 1991 reisen die Hennigsdorfer Stadtpolitiker nach Alsdorf in die Nähe von Aachen.

Stolpe und Stolpe-Süd streiten um ihre Gemarkungsgrenzen. 1945 hatten sich die Alliierten geeinigt, Stolpe mit dem alten Gutsdorf und der Feldmark der sowjetischen und Stolpe-Süd mit der Waldsiedlung und dem Forst der französischen Zone zuzuschlagen. Stolpe beharrt auf Grundbucheinträgen, in denen nur von Stolpe die Rede ist. Die bisherigen Grenzen müssten annulliert werden, Stolpe-Süd würde so das Wasserwerk und die ehemalige Grenzübergangsstelle verlieren. Für ein eventuelles Gesamt-Stolpe müssten Neuwahlen stattfinden.

Auch die Liebenwalder sind sauer. Überall tut sich was – nur in Liebenwalde nicht. „Bei uns wird nur das Rathaus gemacht“, sagt Stadtverordnetenvorsteher Michael Lüttke. Das Gründungsmitglied der Ost-FDP kündigt an, am 15. Oktober einen Ortsverein der CDU zu gründen. An der Apotheke will Lüttke einen Kummerkasten installieren. Der Bau von Sozialwohnungen am Markt in Liebenwalde zieht sich unterdessen hin.

Die Landesstraße zwischen Hennigsdorf und Berlin-Heiligensee ist zu schmal. Begegnen sich in Stolpe-Süd zwei Busse, dann ist die Fahrbahn 20 Zentimeter zu schmal. Deshalb müssen die Busse von Tegel nach Hennigsdorf über die Autobahn fahren. Peter Ihloff, Bürgermeister von Stolpe-Süd, fordert, dass sich an diesem Zustand endlich was ändert.

Unterdessen gibt es Überlegungen, zwischen Hennigsdorf und Berlin-Spandau die M-Bahn fahren zu lassen. Die Magnetbahn könnte zur Wiederherstellung des Verkehrs in der Region beitragen, heißt es in einer Verkehrsstudie von LEW und AEG. Möglich seien auch eine S-Bahn-Verbindung, die Reaktivierung der Straßenbahn oder eine U-Bahn-Linie von Spandau nach Hennigsdorf.

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1991: Akuter Platzmangel am Runge-Gymnasium

Freitag, den 30. September 2011
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September 1991 I -> 27.9.2011

Rückblick: Im September 1991 müssen ganze Klassen ausgelagert werden / Naziaufmarsch in Beetz

MAZ Oranienburg, 30.9.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Heute: die zweite Hälfte im September 1991.

OBERHAVEL
Der Streit zwischen Landkreis und Stadt um das Oranienburger Schloss ist beigelegt. Für seine Behörde sei das kein Thema mehr, so Landrat Karl-Heinz Schröter am 16. September 1991 bei einem Pressegespräch. Eigentlich wollte der Kreis das Schloss übernehmen. Nun rudert Schröter zurück. „Wir kennen die Kosten, die für eine Sanierung notwendig wären“, sagt er. „Selbst wenn man es uns schenken würde, wir würden es nicht annehmen.“

In der Körperbehindertenschule in Birkenwerder sollen die Pumpenanlagen für das Schwimmbecken saniert werden. Die Kosten betragen jedoch nicht wie geplant 160 000, sondern 1,5 Millionen Mark. Landrat Schröter will sich um Fördermittel bemühen.

Der Zeltplatz am Lubowsee bei Zühlsdorf ist illegal. Er befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Dem Betreiber droht eine Strafe in Höhe von 2000 Mark, doch den scheint das nicht zu interessieren. Er hat sich auf einen Brief des Ökologiedezernates des Kreises nicht gemeldet. Was auf dem ein Hektar großen Gelände abgehe, vergleicht Dezernent Joachim Hilgenfeld mit einer „FDJ-Großbaustelle“.

Über Oranienburg wabern am 18. September 1991 schwarze Rauchschwaden. Beim Abriss eines Kessels im Rußwerk an der Saarlandstraße haben sich vorher Ölreste entzündet.

Am selben Tag stirbt Oranienburgs Ehrenbürger Kurt Hintze. Der 92-jährige Edener lebte 70 Jahre lang in der Kreisstadt. Das KPD-Mitglied war elf Jahre im Zuchthaus in Sachsenhausen.

Wenn im Frühjahr 1992 die S-Bahn-Verbindung zwischen Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf fertig ist, soll die S-Bahn-Linie 1 in Birkenwerder enden. Fahrgäste, die nach Oranienburg wollen, müssen warten, um dann mit der S 10 weiterzufahren. Die Umweltgruppe Phoenix hält das für eine umständliche Warterei und fordert, die S 1 bis Oranienburg fahren und stattdessen die S 10 in Birkenwerder enden zu lassen.

Am Oranienburger Runge-Gymnasium herrscht akuter Platzmangel. Statt der ehemals 13 werden dort nun 30 Klassen mit 760 Schülern unterrichtet. Die siebenten, achten und teilweise die neunten Klassen sind ins Gebäude der Comenius-Schule ausgelagert. Als Alternative ist das Gebäude des ehemaligen Mot-Schützen-Regimentes im Gespräch.

Etwa 200 Rechtsradikale treffen sich am 21. September 1991 im Beetzer Dorfkrug. Die Mitglieder der „Nationalistischen Front“ verleugnen den Massenmord der Nazis an den Juden. Parolen dieser Art tauchten in Beetz schon Anfang August 1991 auf.

Im ehemaligen Lehrlingswohnheim in Neuholland wohnen neuerdings Asylbewerber aus Nigeria und Kamerun. „Wir werden uns hier als Gemeinde keinesfalls querstellen“, sagt Bürgermeister Gerhard Steger.

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1991: In Hennigsdorf demonstrieren 5000 Metaller

Montag, den 28. Februar 2011
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Februar 1991 I -> 25.2.2011

Rückblick: Im Februar 1991 fordern die Arbeiter mehr Lohn / Bernau will einen Landkreis mit Oranienburg bilden

MAZ Oranienburg, 28.2.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die zweite Hälfte im Februar 1991.

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In Schwante kursieren Mitte Februar 1991 Gerüchte. An der Dorfstraße entsteht ein Eckhaus, und die Schwantener befürchten, es würde sich um ein „Stundenhotel“ handeln. Hinzu kommt die konzeptlose Bauweise: Treppen entstehen, wo sie nicht entstehen dürfen, eine Regenrinne wird repariert, dann das ganze Dach erneuert. Besitzer ist ein Berliner Boxtrainer. Weltmeister Rocky Rocchigiani ist einer seiner Schützlinge. Am 1. April will er eine Gaststätte eröffnen.

Zwei Untersuchungsgefangene fliehen am 18. Februar aus der Oranienburger Justizvollzugsanstalt. Beide teilten sich eine Zelle. Wie es zur Flucht kommen konnte, darüber will sich Anstaltsleiter Michael Grauke nicht äußern. Die Männer werden später in Neuruppin gefasst – auf dem Gelände der Bezirksnervenklinik.

Verschwunden ist auch der vierjährige Matthias. Zeugen sahen ihn zuletzt auf einem Oranienburger Spielplatz. Die Polizei sucht das Gebiet ab, Taucher die Havel. Vier Tage danach findet ihn die Wasserschutzpolizei. Matthias ist tot.

Aufstand in Vehlefanz: Der Gewerbeausschuss des Dorfes wirft dem Landratsamt Inkompetenz und Laienhaftigkeit vor. Hintergrund: Im Gewerbegebiet Vehlefanz will sich ein Holzbaubetrieb niederlassen. Aus dem Ökologiedezernat des Kreises gibt es dafür jedoch kein grünes Licht: Die Umweltbelastung wäre zu hoch, heißt es. Auch die Ansiedlung eines Großhandels kommt beim Kreis nicht gut an.

Der Autobahnsee bei Velten soll ausgebaggert werden. Bei einer Tiefe von 4,20 Metern sei ein Wasseraustausch kaum möglich, künftig soll er bis zu zwölf Meter tief sein. Ein Problem gibt es aber noch: Laut Eintragung in den Büchern existiert der See gar nicht.

Jubel bei den Handballern. Der PSV Oranienburg ist vorzeitig Meister. Am vorletzten Spieltag schicken die Spieler die Mannschaft aus Premnitz mit 26:13 nach Hause.

Am 21. Februar 1991 erleben Oranienburg und Hennigsdorf die wohl mächtigsten Protestaktionen seit dem Herbst 1989. Allein in Hennigsdorf sind es etwa 5000 Menschen. Mehrere Tausend Beschäftigte aus Metallbetrieben gehen auf die Straße. Sie fordern mehr Geld.

In Liebenwalde und Zühlsdorf öffnen neue Frischemärkte. In beiden Orten haben die Bewohner lange darauf warten müssen.

Oranienburg plagt sich weiter mit dem Lärm der Hubschrauber der sowjetischen Streitkräfte. Bürgermeister Udo Semper sagt, Flugzeiten und -höhen würden das Maß des Erträglichen überschreiten.

Die Mülldeponie in Germendorf kommt ins Gerede. Sie entspricht zwar noch nicht westlichen Standards, der Nachholebedarf sei jedoch nicht allzu groß, so ein Unternehmensberater. Die Deponie ist die Einzige im Kreis, die nicht geschlossen wurde. Man geht davon aus, dass sie noch 20 Jahre lang betrieben werden kann.

In die Diskussion um die Kreisgebietsreform hat sich der Kreis Bernau eingeschaltet. Wie Oranienburgs Landrat Karl-Heinz Schröter mitteilt, sei Bernau an einer Zusammenarbeit interessiert. Ein möglicher Name: Niederbarnim.

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Im Winterwunderland (12): Eis gefällig?

Freitag, den 7. Januar 2011
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(11) -> 30.12.2010

Eis gefällig? Bitte, greif zu! Es ist noch genug da! Es ist überall, das Eis!
Wenn man es genau nimmt, hat sich das Winterwunderland in ein Eishorrorland verwandelt. Die Straßen haben sich in eine große Eisfläche verwandelt, und irgendwie bin ich froh, dass ich heute nicht raus muss.

Aber ich höre, wie sich das Blitzeis angekündigt – an meinem Fenster. Der Regen pladdert an meine Scheiben, es ist stürmisch. Der Beginn der Eisperiode.
Die Horrormeldungen kommen per Radio und Facebook: Kein Flugverkehr in Berlin-Tegel. Keine Busse in Potsdam.

Nun rächt sich, dass es Oranienburg nicht fertig bekommt, die Straßen und Wege zu räumen. Die Schulstraße ist stellenweise nicht begehbar, vor allem da, wo die Stadt hätte den Gehweg räumen müssen. Aber dafür muss natürlich niemand eine Ordnungsstrafe zahlen.

Als Spaziergänger braucht man vor allem eins – Zeit. Langsam, ganz langsam geht’s voran. Und ab und zu bleibt man kurz stehen, um die Lage zu sondieren: Wo kann ich lang gehen, ohne hinzufallen.

Am Abend dann auf dem Weg von Zühlsdorf nach Basdorf. Wie überall sind die kleineren Straßen kaum geräumt. Fast knalle ich seitlich mit dem Gegenverkehr zusammen, weil ich vom Eis am Straßenrand in die Mitte rutsche. In einer Kurve in Basdorf ist die Straße dann nur noch eine große Eisfläche. Hätte es da Gegenverkehr gegeben, würde dieser Bericht wahrscheinlich in der BMW-Status-Info stehen.
Noch mal Glück gehabt.

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Systemkiller und andere Kinder

Mittwoch, den 29. Dezember 2010
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Rückblick: 52-mal „Willi“: Die MAZ-Jugendredaktion mit ihrer eigenen Jahresbilanz 2010

MAZ Oranienburg, 29.12.2010

Der ProSieben-Clubretter macht Stress in Marwitz. Und die Schweinegrippe den „Willi“-Schreibern. Eine Rückschau.

Januar:
2010 beginnt für einen 21-jährigen Oranienburger dramatisch. Beim Böllern zerfetzt er sich eine Hand.
Und auch die Schweinegrippe setzt vielen Menschen zu – auch „Willi“. Einer unserer Schreiber stellte Silvester fest, dass der Ouzo ja ganz schön heiß sei. War dann aber doch eher Fieber – und die Schweinegrippe.
Die Jugendlichen im Oberhavel-Süden fahren lieber nach Berlin in die Disko. Eine Umfrage bringt es ans Licht. Die Nordlichter düsen dagegen schon mal bis nach Walsleben in Ostprignitz-Ruppin. So oder so: lange Wege.

Februar:
Oranienburger Jugendliche recherchieren in Lehnitz für das Stolpersteinprojekt. Im Mittelpunkt steht ein jüdisches Genesungsheim. Das Potsdamer Landesarchiv bringt allerdings kaum neue Erkenntnisse.
Trotz Abistress: Ein Nebenjob nach der Schule muss sein. Schließlich will die Freizeit finanziert sein. Eine 17-Jährige aus Gransee bringt es auf den Punkt: „Man will teure, bessere Klamotten. Mehr Party.“

März:
2010 endeten die Nuller-Jahre. Wir fragten euch: Was brachte das Jahrzehnt? Vor allem Castingshows im Fernsehen. Und Facebook oder Jappi. Und natürlich den I-Pod.
Auch neu: Twitter. Der Kurznachrichtendienst im Internet ist immer beliebter. „Für mich ist es ein abstrakter Notizblock“, sagt ein 20-jähriger Oranienburger.
Am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten sammeln Schüler für das Hilfsprojekt Operation Smile. Spendenläufe und Kuchenbasare gegen die Hasenscharten-Krankheit in der Dritten Welt.

April:
Die Band Jazzica Nabis aus Birkenwerder gewinnt beim Schooljam-Bundesfinale in Frankfurt am Main einen Sonderpreis.
Alfi Hartkor legt einen denkwürdigen Auftritt in der Beat-Fabrik in Marwitz hin. Er schied in der ersten Casting-runde von „Deutschland sucht den Superstar“ aus. Zu recht. „Ich bin praktisch der zweite H. P. Baxxter von Scooter“, sagte er im Willi-Interview. Fast wären Gläser geflogen, hätte Hartkor weitergesungen. Wenn man das singen nennen kann.

Mai:
Die Marwitzer Beat-Fabrik hat Ärger mit ProSieben. „Cem – Der Clubretter“ wollte die Disko modernisieren. Ein paar neue Lampen taten es auch, und im Fernsehen sah es aus, als würde der ganze Laden den Bach runtergehen. Die Disko gibt’s immer noch, auch ohne angeblichen Clubretter.
Veltens Jugend kämpft um den S-Bahn-Anschluss, die Verlängerung der S 25 in die Ofenstadt. Im StudiVZ im Internet gibt es entsprechende Unterstützergruppen.

Juni:
Jede Woche freuen sich die Bewohner des Oranienburger Domino-Seniorenheimes auf Besuch ihrer Schulpaten. Am Louise-Henriette-Gymnasium gibt es ein entsprechendes Projekt. Ausgezeichnet!
Die Theatergruppe „Obst“ probt in Oranienburg ihr 20. Stück. Es heißt „Biedermann und der Brandstifter“.
Willi ruft den Kampf Bibliothek gegen Wikipedia aus. Lesen sei zwar allgegenwärtig, aber immer weniger in gedruckter Form. E-Books sind auf dem Vormarsch. Bibliotheksleiterin Bölke hält das Aussterben der Bücher jedoch für keine realistische Vision.
Unterdessen ist Oberhavel im Fußball-WM-Taumel. In den Schulpausen dominieren Schwarz-Rot-Gold – und der eine oder andere Fernseher.

Juli:
Fritz-Moderator Thommy Wosch verkündet das Aus seiner täglichen Show „Ab 18“. Im Willi-Gespräch kündigt er aber schon die Fortsetzung an. Und tatsächlich: Einige Monate später geht er bei Energy auf Sendung.
In der Oranienburger Schulstraße muss es ein Drama gegeben haben. Auf dem Fußweg liegt ein zerrissener Schulaufsatz über eine Klassenfahrt. Note 3. Ist doch gar nicht soo schlecht …

August:
Mallorca liegt in Vehlefanz. So war das jedenfalls geplant, doch die Sause am Autohof geht im Dauerregen unter. Die Stargäste, Big-Brother-Jürgen und Willi Herren, kommen erst gar nicht.
Immer mehr Jugendliche planen ein Jahr im Ausland. Die Auswahl der Organisationen ist groß: vom europäischen Freiwilligendienst bis zum Parlamentarischen Patenschaftsprogramm.

September:
Startschuss für die Reihe „Soundtrack OHV“. „Willi“-Leser dürfen ihre fünf Lieblingslieder aufzählen. Und die „Willi“-Schreiber fangen an: Auf der Liste stehen The XX, Nena, The Killers und Silbermond.
Hannes Rössler aus Oranienburg, bekannt mit seiner Band Jazzkomplott, feiert mit seinem Kurzfilm „Gegensprechanlage“ in einem Berliner Kino Premiere.
„Willi“ stellt das WG-Abc vor. Zum Beispiel der Denkzettel am Kühlschrank: „Es freut mich, dass du dich verliebt hast. Ich möchte nachts aber schlafen.“
Das Kino-Zauberwort heißt 3D. Animationsfilme laufen kaum noch auf die herkömmliche Art.
Schock am Abend: Facebook funktioniert stundenlang nicht. Im Internet rumort es ein paar Stunden.

Oktober:
Martin Wenzel aus Oranienburg ist Rapper. Als Presto gibt er sein erstes Album heraus. Es heißt „Killer im System“.
Das Herbstforum des europäischen Parlaments tagt in Liebenberg. 50 Jugendliche aus ganz Europa sind zu Gast.
Moritz von Uslar gibt sein Buch „Deutschboden“ heraus. Dafür lebte er ein Vierteljahr in Zehdenick. Die Stadt heißt im Buch Oberhavel – oder Hardrockhausen.

November:
Die anderen Kinder gewinnen den Hennigsdorfer Bandwettbewerb. Kurz zuvor zeichnete sie bereits der Sender Radioeins beim Berlin-Festival aus.
Den Kampf unter den sozialen Netzwerken im Internet kann Facebook immer mehr für sich gewinnen. Das StudiVZ hat das Nachsehen.
Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus proben die Musikschüler für das neue Musical „Luise“. Am 18. Februar 2011 ist Premiere.

Dezember:
Goethe ist bei Jugendlichen in Oberhavel ziemlich out. Sie tun sich schwer mit Werther und Erlkönig. Martina Köpp, Lehrerin am Rungegymnasium in Oranienburg, hält dagegen: Die Lebensweisheiten würden auf jede Zeit zutreffen.
Die Abschaffung der Wehrpflicht hat auch Konsequenzen für den Zivildienst. Ein 19-Jähriger aus Oranienburg spricht sich bei „Willi“ gegen das Aus des Zivildienstes aus.
Und zum Jahresende kommt noch eine erfolgreiche Band aus Oberhavel. Ramaze aus Zühlsdorf gewinnt den Landesrockwettbewerb in Potsdam.

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