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Der erste Schnee 2009: Darauf war ich doch gar nicht vorbereitet

Mittwoch, den 4. November 2009
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Mehr als acht Zentimeter Schnee fielen allein in Neuruppin. Der Winter kam so plötzlich, dass eigentlich noch niemand darauf eingestellt war. Und weil selbst der Wetterdienst nichts davon ahnte.

Der Morgen begann mit Graupel. Als ich in Oranienburg mein Haus verließ, kam schon leichter Schneeregen vom Himmel.
Auf der Fahrt nach Rheinsberg dachte ich noch: Die Sache mit den Winterreifen müssen wir bis spätestens Anfang Dezember hinbekommen.
Kurz vor Löwenberg war die B 96 schon ganz leicht weiß angehaucht. Die Felder nebenan schon sanft schneebedeckt. Aber immer noch im gelben Bereich.
In Gransee machte ich das erste Mal einen Bremstest. Er funktionierte, alles war immer noch schick. Doch der Winter rückte immer näher.
Es begann zu schneien. Als ich gerade Köpernitz bei Rheinsberg erreichte, rief mich mein Bruder an – wegen der Winterreifen, die nun bald kommen. Als ich mich aber umsah, wusste ich: Eigentlich bräcuhte ich sie genau jetzt. Denn in Köpernitz war Winter, die Straßen weiß – und glatt.
Ich schlich bis nach Rheinsberg rein, der Schneefall wurde heftiger.
Auf radioeins sagten sie immer noch unverdrossenheit Regen und Graupel voraus. Von starkem Schneefall war nicht die Rede.

Die Lesung, die ich besuchte, begann später. Die Autorin kam zu spät. Auch sie brauchte wohl auf den winterlichen Straßen einen Tick länger.
Dennoch war ich zu dem Zeitpunkt, am Vormittag, immer noch entspannt. Der Wetterdienst wusste sowieso nicht, dass es schneit und kündigte 3 bis 8 Grad an. Wird also bis nachher wieder tauen, dachte ich.

Es taute aber nicht. Es schneite weiter. Dicke Flocken. Die Schneeschicht auf meinem Auto war schon zentimeterdick.
Im langsamen Tempo von 40 km/h verließ ich Rheinsberg.
Ostprignitz-Ruppin – ein Wintertraum. Das wäre es zumindest, wenn ich erstens Winterreifen am Auto hätte und zweitens vernünftige Winterschuhe.
So tuckerte ich also durch den Wald und durch die engen Kurven von Zippelsförde. Glücklicherweise gibt es dort aber keine größeren Berge.
Alt Ruppin war dann jedoch eine Herausforderung. Bergab, Kurven, Kopfsteinpflaster, bergauf. Das ging gerade noch, war aber nicht mehr schön.
Auf den Straßen von Neuruppin war die Situation jedoch am gefährlichsten. Die Straßen waren nicht nur schneebedeckt, sondern auch spiegelglatt.
Als ich das Büro erreichte, war ich fertig – und brauchte erst mal eine Pause…

Irgendwas muss da bei den Wetterläuten schiefgegangen sein. Oder wir hatten eine besonders ungewöhnliche Wetterlage. Denn erst der Neuruppiner Bauhof musste die Leute vom Wetterdienst darüber informieren, dass Schnee liegt. Bei uns vor der Tür bis zu 8,5 Zentimeter.
Anfang November haben zudem die wenigsten wohl schon Winterreifen auf dem Auto. So ging in den Bergen von Kunsterspring zeitweise gar nichts mehr. Auf der Autobahn bei Putlitz kam ein Sattelschlepper von der Strecke ab. Er hatte Ferraris und Oldtimer geladen. Die sind nun Schrott. Schaden: mehr als eine Million Euro.
Der erste Schnee wurde für einige Leute somit verdammt teuer…