RTelenovela

2018

Montag, den 31. Dezember 2018
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DIE BESTE PARTY
Mein 40.

DAS BESTE KONZERT/EVENT
Samuel Koch in Berlin
“Der Raub der Sabinerinnen” in Berlin

DER BESTE SONG
Severija: Zu Asche, zu Staub
außerdem:
Kylie Minogue: Dancing
Mumford & Sons: Guiding Light
Sufjan Stevens: Mystery of Love
St. Vincent: Fast Slow Disco
Kerstin Ott: Regenbogenfarben
Fynn Kliemann: Bau mich auseinander
Michael Schulte: You let me walk alone
Alekseev: Forever
Rae Morris: Dancing with Character

DAS BESTE ALBUM

DER BESTE FILM
Halloween
außerdem:
Bohemian Rhapsody
Der Hauptmann

DER SCHLECHTESTE FILM
The first Purge
außerdem:
So was von da
Asphaltgorillas

BESTE TV-SENDUNG
Tatort: Im toten Winkel, Das Erste
außerdem
Babylon Berlin (2), Das Erste
Die Notrufzentrale, VOX
Young Böhmermann – Wie alles begann, zdf neo
Lösch dich! – So organisiert ist der Hass im Netz, Funk
The good Doctor (1/2), VOX

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Das Traumschiff: Loa Angeles, ZDF
außerdem
Echo 2018, VOX
Promi Undercover: Detlef Soost, RTL
Spiel die Geissens untern Tisch, RTL II
Raus aus den Schulden – Promi Special: Naddel, RTL
Hubert & Matthias – Die Hochzeit, VOX

BESTER RADIOSENDER
Weiterhin radioeins

BESTES BUCH
Jean-Paul Didierlaurent: Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky
außerdem:
Andreas Winkelmann: Housesitter
Klara Holm: Rabenaas

BESTER AUGENBLICK
40er-Reisen nach Lissabon und Schweden

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Zehdenick ist einmalig.

Hits: 272

aRTikel

Treue Seele: Die Frau für alle Generationen

Mittwoch, den 17. Januar 2018
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Kerstin Laatsch aus Vehlefanz kümmert sich mit viel Herzblut um Senioren und Kinder

MAZ oberhavel, 17.1.2018

Vehlefanz.
Das ist immer wieder ein schöner Moment für Kerstin Laatsch: „Dankeschön für alles“, ruft ihr eine Frau zu, die gestern Vormittag am Frauenfrühstück teilgenommen hat. Normalerweise findet es einmal im Monat im Vehlefanzer „Haus der Generationen“ statt. Weil aber derzeit die Kitakinder dort betreut werden, muss die Veranstaltung noch bis zum Sommer ins Gemeindehaus nach Eichstädt ausweichen. Die, die das alles koordiniert, ist Kerstin Laatsch.

Dafür bekommt sie viel Lob. „Sie macht das mit Herzblut“, sagt die Vehlefanzer Ortsvorsteherin Erika Kaatsch. „Sie ist jemand, die gestalten will, sie vermittelt viel und will etwas bewegen, sie ist zuverlässig und vielseitig.“
„Mir macht das Spaß“, sagt Kerstin Laatsch selbst. Die 60-Jährige ist seit März 2013 die Koordinatorin für das „Haus der Generationen“ in Vehlefanz. Das heißt, sie macht Seniorenarbeit, sie ist die Brücke zum Heimatverein, zum Jugendclub und auch zur Kita. Wenn zum Beispiel gebastelt wird, dann verbindet sie das mit ihrem eigenen Hobby. „Da kommt viel Dankbarkeit zurück“, sagt sie. Sie tut aber auch viel dafür. Als Ende November die Senioren von Oberkrämer an der Weihnachtsfeier teilnahmen, da lagen auf den Tischen für jeden selbst gebastelte kleine Geschenke. „Da sitze ich dann zu Hause und fummele und gucke nebenbei Fernsehen. Bevor ich dabei einschlafe, bastele ich lieber.“

Eigentlich war Kerstin Laatsch Elektromontierer. Später machte sie aber einen Erziehungshelferlehrgang und arbeitete mehr als 20 Jahre als Erzieherin. Sie lebte in Osterne bei Zehdenick und baute noch zu DDR-Zeiten die dortige Kita mit auf. „Die gibt es aber nicht mehr. Nach der Wende gab es immer weniger Kinder, es wurden Einrichtungen geschlossen.“ Sie wurde dann sozialpädagogische Fachkraft und arbeitete als Sozialarbeiterin in der Zehdenicker Havelland-Grundschule. Aber die Stelle wurde irgendwann nicht mehr verlängert.
Da ihr Mann in Berlin arbeitete und die Kinder in Vehlefanz wohnten, bot sich ein Umzug in den Oberkrämer-Ortsteil an. Immer wieder hilft sie inzwischen in den Kitas in Bötzow, Bärenklau, Vehlefanz oder Eichstädt aus.

Aktuell beginnt ihr Tag aber im Vehlefanzer „Haus der Generationen“. In der Früh fährt sie dorthin, um zum Beispiel den Anrufbeantworter abzuhören. „Eventuell, wenn es wichtig ist, rufe ich dann zurück“, erzählt sie. Danach geht es zur Kita nach Bötzow, dort hilft sie momentan wieder aus, im Auftrag der Gemeinde Oberkrämer. Heute Nachmittag geht es dann zur Seniorenbeauftragten Erika Kaatsch, um kommende Termine abzusprechen. Es ist also einiges zu tun – nur morgen Nachmittag macht sie frei, dann feiert Kerstin Laatsch ihren 61. Geburtstag. Bis Ende Januar wird sie in der Bötzower Kita als Erzieherin eingesetzt. „Dann kümmere ich mich wieder intensiver um das Haus der Generationen“, sagt sie.
„Mir gefällt das.“ Kerstin Laatsch gibt aber auch zu, dass sie im Alter langsam an ihre Grenzen kommt, wenn sie mit Kindern arbeitet. „Aber sie fehlen mir auch, wenn ich sie mal länger nicht sehe.“ An sich könne sie nicht sagen, ob ihr die Arbeit mit Senioren oder Kindern mehr gefalle.

Beim Frauenfrühstück gestern sind schon mal die kommenden Termine festgelegt worden – und das Programm gleich mit. Auch in Bötzow organisiert sie viermal im Jahr ein Frauenfrühstück. Alles das muss vorbereitet werden. „Sie ist die Allround-Frau“, sagt Ortschefin Erika Kaatsch über die gute Seele des Mehrgenerationenhauses. „Eigentlich braucht jede Gemeinde so jemanden wie sie.“

Hits: 28

RTelenovela

Bundesstraßen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

Mittwoch, den 10. Januar 2018
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Die B109 war früher eine der großen Verbindungen von Berlin zur Ostsee. Sie begann (und beginnt) in Berlin-Prenzlauer Berg und führte bis nach Greifswald, inzwischen bis zur A-20-Anschlussstelle Greifswald.
Aber führten Bundesstraßen früher auf dem möglichst schnellsten Wege von A nach B, ist inzwischen eine Wurstigkeit eingetreten.

Zwischen Berlin-Pankow und Zerpenschleuse gibt es die B109 inzwischen gar nicht mehr, sie wurde runtergestuft zur L100, einer Landesstraße. Es heißt, wegen der parallel führenden Autobahn sei die Bedeutung der Bundesstraße nicht mehr da. Was seltsam ist, weil es die Autobahn ja nicht erst seit gestern gibt.

Irrsinnig wird es aber, wenn man aus Prenzlau Richtung Berlin fährt. Hinter Mittenwalde verlässt die B109 nämlich die frühere gerade durch die Schorfheide führende Strecke nach Berlin. Stattdessen geht es rechts raus in Richtung Templin. Welchen Sinn es haben soll, über relativ schmale Waldstrecken eine Bundesstraße zu führen, will sich mir nicht erschließen. Zumal es keine konkrete Ausschilderung dieser B109 mehr gibt. Erst in Zehdenick gibt es wieder den Hinweis auf die Bundesstraße, die von der Havelstadt aus aber erneut einen Umweg über Falkenthal macht und nicht den direkten Weg über die Siedlung II und Krewelin.
In Falkenthal hat man eher den Eindruck einer engen Dorfstraße.

Dass Bundesstraßen unsinnigerweise umgeleitet werden, kommt selten vor. Dass sie unterbrochen werden, weil es ja Autobahnparallelen gibt (die irgendjemandem gaaanz plötzlich aufgefallen ist), passiert dagegen immer öfter. Wer aus Berlin auf der B2 unterwegs ist, landet plötzlich auf der A11. Wer von Oranienburg Richtung Westen auf der B273 fährt, landet auf der L170. Die B273 beginnt irgendwann später wieder. Wer auf der B96 nach Norden reist, wird hinter Neubrandenburg zur A20 geführt.
Es scheint eher, dass der Bund sparen will. Stattdessen werden die Pisten an das Land runtergereicht. Sollen die sich doch drum kümmern. So werden die Kompetenzen immer schön nach unten gedrückt.

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RT liest

Sören Kohlhuber: Retrofieber – Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern

Mittwoch, den 18. Januar 2017
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(1) -> 3.5.2016

In seinem ersten Buch schrieb der Journalist Sören Kohlhuber über Neonazi-Aufmärsche im Jahr 2014. Und auch 2015 war er wieder unterwegs – bei rund 50 Demonstrationen beobachtete er, fotografierte er und machte sich Notizen.
Seine Reise führt von Berlin-Hohenschönhausen im Januar bis nach Lübben im Spreewald im Dezember. Was er erlebt hat, ist mitunter erschreckend, wie NPD-Mitglieder agieren bedenklich – gerade in Hinblick auf das gerade gerichtlich abgewiesene NPD-Verbot.

Eine der beunruhigendsten Kapitel in dieser Demo-Doku spielt in Zehdenick, nördlich von Berlin. In der Region fanden zu dieser Zeit immer wieder Abendspaziergänge statt. Angeblich von besorgten Bürgern angemeldet, aber im Hintergrund agierten NPD-Kader. Neonazis behinderten Journalisten daran, ihre Arbeit zu machen. Sie wurden belauert, bedrängt, verfolgt – psychologische Einschüchterung, und die Polizei greift nach Kohlhubers Erzählung nicht nennenswert ein.
Wie es überhaupt auffällig ist, wie sich die Polizei verhält. Auffällige Demoteilnehmer werden nicht belangt, Außenstehende oft wenig bis nicht beschützt. Bringen Journalisten Beschützer mit, bekommen die von der Polizei mangels Journalistenausweis einen Platzverweis.

“Retrofieber” bietet einen interessanten, wenn auch teilweise erschreckenden Ein- und Rückblick auf das Demojahr 2015. Der Autor berichtet in den meisten Kapiteln einleitend, was den Ort, den er besucht, geschichtlich ausmacht und bringt das in den Zusammenhang mit der aktuellen Demo.
Seine Berichte sind detailliert, sie lesen sich spannend. da es sich um keine Presseartikel handelt, sondern um subjektive Beschreibungen, fehlen natürlich an einigen Stellen die Antworten der Polizei auf im Buch erzählten Begebenheiten, und die Rechtsextremen werden ihm sowieso Lügen vorwerfen – was Kohlhuber aber erstens gewöhnt ist und zweitens ignoriert. Und eines muss man ihm sowieso lassen: Der Typ hat Mut und einen sehr langen Atem.
Zum Buch selbst: Es ist wesentlich besser gestaltet und gesetzt als der Vorgänger. Manche Fotos aber leider kaum erkennbar. Offenbar sind leider die Gestaltungselemente seitenverkehrt konzipiert. Die Seitenzahlen stehen innen, Kapitelmarkierungen ebenfalls – Letztere sind so tief in der Falz vergraben, dass sie nicht erkennbar sind. Aber auf den Inhalt kommt’s ja an.

Sören Kohlhuber: Retrofieber – Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern
Epubli, 204 Seiten
8/10

Hits: 39

aRTikel

Drei Städte feiern runden Geburtstag

Montag, den 18. Januar 2016
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Festgottesdienst zum 800. Jubiläum von Oranienburg, Kremmen und Zehdenick im Dom zu Brandenburg an der Havel

MAZ Oberhavel, 18.1.2016

Brandenburg an der Havel.
Die Städte Oranienburg, Kremmen und Zehdenick feiern in diesem Jahr ihren 800. Geburtstag. Der Auftakt für die Festlichkeiten fand am Sonntagnachmittag jedoch in Brandenburg an der Havel statt. Im Dom Sankt Peter und Paul liegt die Urkunde aus dem Jahr 1216, auf der die Orte erstmals erwähnt worden sind – mit den drei Oberhavel-Städten, wobei natürlich „Bochzowe“, also Bötzow, und nicht Oranienburg auf der Urkunde steht – auch Rathenow, Saarmund, Rhinow, Jessen, Luckenwalde, Friesack, Glienecke (bei Ziesar) und Fehrbellin.

Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Detlef Reckin (SPD) – Bürgermeister Sasse hat aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt – hat seine Stadt auf der Urkunde erst nach Hinweisen anderer gefunden. „Sechste Reihe, links, unterm Knick“, sagte er und lächelte. Wie auch Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) und Zehdenicks Stadtchef Arno Dahlenburg (SPD), hatte Reckin das erste Mal die Gelegenheit, sich im Dom die Originalurkunde anzusehen. „Das ist ein erhebendes Gefühl“, sagte Arno Dahlenburg. „Alles ist vergänglich, diese Urkunde bleibt.“

Den Festgottesdienst im kühlen Dom zu Brandenburg gestalteten auch Helfer aus Oberhavel. Mit dabei waren die Pfarrer Arndt Farack und Hanns-Peter Müller aus Oranienburg, der Organist Jack Day, der Posaunenchor aus Kremmen und der Kammerchor der Kirchengemeinde in Oranienburg.
Markus Dröge, der Landesbischof der Evangelischen Kirche, erinnerte in seiner Predigt daran, welche Bedeutung und Kraft von den Städten des Mittelalters ausging. „Hier hat es sich immer gelohnt zu leben, hier lohnt es sich auch heute zu leben.“ Er dankte den Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen, der Kultur, Feuerwehr und in der Politik engagieren.

Bei einem Empfang im Brandenburger Rathaus im Anschluss wies Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) darauf hin, dass die Festorte sogar älter seien als Berlin – genauer gesagt: 21 Jahre älter. „Das sollte uns selbstbewusst machen“, sagte er in seiner Rede. Den Menschen in der Region sei in den vergangenen Jahrhunderten selten etwas in den Schoß gefallen, sie mussten sich vieles hart erarbeiten. Woidke wünschte sich, dass die Orte in Brandenburg noch selbstbewusster auftreten.

Oranienburg feiert den 800. Geburtstag hauptsächlich mit einer Festwoche im Juni, Zehdenick folgt Ende Juni, Kremmen Mitte Juli. „Ich gehe davon aus, dass ich bei allen Feiern dabei sein werde“, sagte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) am Sonntagnachmittag. Der eigentliche Termin, der eigentliche 800. Geburtstag ist übrigens erst am 28. Dezember 2016. Auf diesen Tag ist die Urkunde datiert. Deshalb wird das Festjahr an diesem Tag in Zehdenick auch mit einem ökumenischen Gottesdienst beendet, wie Bürgermeister Arno Dahlenburg ankündigte.
„Wir sind im Jubiläumsjahr recht gut aufgestellt“, so Dahlenburg weiter. Die Stadt werde rausgeputzt. In den vergangenen Jahren sei die Infrastruktur verbessert worden. Ähnlich beurteilt Detlef Reckin die Stadt Kremmen. „Es war und ist eine Ackerbürgerstadt. Kremmen hat sich nach der Wende unheimlich weiterentwickelt und ist heute ein lebenswertes kleines Städtchen, wo es sich lohne, zu wohnen.“

Hits: 25

aRTikel

Seeadler aus Detmold in Sommerfeld eingefangen

Donnerstag, den 18. Juni 2015
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Passanten der Klinik entdeckten den Vogel, der ruhig auf einem Papierkorb saß

MAZ Oranienburg, 18.6.2015

SOMMERFELD
Besucher der Sommerfelder Sana-Klinik machten am Dienstagnachmittag eine ungewöhnliche Entdeckung: Auf einem Papierkorb hockte ein Seeadler. „Der saß da einfach nur“, erzählte gestern Katrin Schneider. Die Beetzerin war auf dem Klinikgelände zu Besuch. „Er schien keine Angst zu haben.“ Dennoch bildete sich eine kleine Menschentraube. „Die Leute hielten aber einen Sicherheitsabstand.“
Wie Zeugen berichten, sei es zunächst gar nicht so einfach gewesen, jemanden zu verständigen, der sich für das Tier auch zuständig fühlte. Sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr erklärten, dass der gefundene Seeadler kein Thema für sie sei. Ein Besucher der Klinik rief daraufhin beim Naturschutzbund (Nabu) an, doch dort erklärte man dem Anrufer, dass derzeit niemand kommen könne.
Katrin Schneider rief dann bei Astrid Braun in Groß-Ziethen an. „Ich habe daraufhin den Falkner Mario Loercke aus Zehdenick verständigt“, erzählte die Jagdpächterin gestern.

Loercke brauchte etwa 40 Minuten, bis er in Sommerfeld eintraf. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon mehrere Anrufe aus Sommerfeld“, berichtete der Falkner gestern im Gespräch mit der MAZ. Es sei nicht ungefährlich, so einen Vogel einzufangen. „Adler haben eine enorme Kraft“, so Mario Loercke. „Deshalb fasse ich ungern fremde Vögel an.“ Bei dem Tier in Sommerfeld handelte es sich ganz genau um einen amerikanischen Weißkopfseeadler. Als der Zehdenicker auf dem Klinikgelände ankam, versuchte er, das Tier mit Futter zu locken – was ihm schließlich auch gelang. „Da muss man halt ein bisschen tricksen“, so Mario Loercke.
Glücklicherweise war der Vogel markiert, so dass schnell klar war, woher er stammte: Am Sonnabend ist er während einer Vorführung aus der Adlerwarte Berlebeck in Detmold (Nordrhein-Westfalen) getürmt. „Es herrschte schwüles Thermikwetter, da fliegen sie gerne weite Strecken“, sagte Mario Loercke. Es hätte auch gut sein können, dass das Tier bis nach Polen weitergeflogen wäre.

Der Zehdenicker nahm es über Nacht zu sich. Gestern Vormittag kam ein Lehrling aus Detmold, um den Seeadler mitzunehmen. Enttäuscht ist Mario Loercke über den Finderlohn: Freikarten für die Detmolder Adlerwarte. „Bei dem Aufwand, den ich hatte, war das ein bisschen schäbig.“

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RT im Kino

Deutschboden

Donnerstag, den 27. März 2014
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Zehdenick liegt etwa eine Autostunde von Berlin entfernt, und doch ist die kleine Stadt schon tiefste Provinz. Vor einigen Jahren reiste der Journalist und Autor Moritz von Uslar dorthin, um sich einige Wochen lang dort umzusehen. Er traf die Jungs von der Band “5-Teeth-less”. Es waren mal schwere Jungs mit noch schwierigerer Vergangenheit, jetzt treffen sie sich einfach nur zum Mitmachen und Spaßhaben. Und sie erklären ihm, dass sie immer im Auto hupen und “Deutschboden” rufen, wenn sie am entspechenden Hinweisschild vorbeikommen.
Uslar reist durch die Stadt, trifft an der Tanke die Jugend, unterhält sich in der Knipe mit den anderen Besuchern und mit dem Kneiper. Er sieht die Tristess, aber auch die schönen Seiten der Kleinstadt.

Das Buch “Deutschboden” handelt von der Stadt Oberhavel. Niemand hat verstanden, warum Moritz von Uslar der Stadt Zehdenick ausgerechnet den Namen des Landkreises gab. Auch sonst hat er einige Namen geändert, andere nicht.
Und das ist nur eines der Probleme der gleichnamigen Doku von André Schäfer. Er lässt Moritz von Uslar seine Buchtexte im Off vorlesen, da ist die Rede von Oberhavel, und man sieht auf Schildern Zehdenick. Man sieht die Diskcothek “Maxx”, und Uslar liest “Traxx”. Er liest “Haus Vaterland”, man sieht das “Haus Heimat”. Das macht irgendwie keinen Sinn. Vor allem dann nicht, wenn der Zuschauer weder das Buch noch Zehdenick kennen.
Überhaupt: Wenn Schäfer versucht, von Uslars Worte einfach nur zu bebildern, dann sind das die schwächsten Momente der Doku. Man sieht etwas und der Autor liest, was man da sieht. Das ist überflüssig.
Stark ist der Film, wenn sich André Schäfer vom Uslar-Text löst und selbst an die Leute rangeht. Wenn ihm die Bandleute erzählen, wie sie früher für Ärger sorgten. Wenn ihm der dunkelhäutige Jugendliche berichtet, wie er einst in eine Prügelei verwickelt war. Wenn ihm zwei Gastwirte von den Anfeindungen ihnen gegenüber berichten. Das sind starke Momente. Wenn aber Moritz von Uslar den Schauspieler gibt und gestellte Gespräche spielt, dann wirkt das seltsam.
Schade, hätte sich der Film viel mehr von der Buchvorlage (interessanterweise entstand die Doku laut Einblendung nach dem “Roman” – von Roman war bislang nie die Rede) gelöst, wäre das alles sehr viel spannender gewesen. So wirkt er an zu vielen Stellen wie ein bebildertes Hörspiel.

Deutschboden
D 2013, Regie: André Schäfer
W-Film, 92 Minuten, ab 0
5/10

Hits: 44