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Schatz, nimm du sie!

Donnerstag, den 18. Juli 2019
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MO 15.07.2019 | 22.15 Uhr | ZDF

Man tut dem deutschen Film ja sehr viel Unrecht. Billig sehe er aus, die Schauspieler seien schlecht, die Storys seien bescheuert und doof.
Wie gesagt, der deutsche Film ist nicht so. Zumindest nicht immer.

Das ZDF aber hat am Montagabend gezeigt, dass dieses Klischee zumindest nicht komplett aus der Luft gegriffen ist. Denn im “Montagskino” hatte das Zweite einen Film im Programm, der leider zeigte, dass der deutsche Film in der Tat billig und bescheuert sein kann.
“Schatz, nimm du sie!” lief erstmals im Free-TV.

Toni (Carolin Kebekus) und Marc (Maxim Mehmet) wollen sich scheiden lassen, und das eigentlich total friedlich. Das ändert sich, als die Frage nach den Kindern aufkommt. Wer nimmt sie: Sie oder er? Und eigentlich wollen sie, dass der jeweils andere sie nimmt.
Die Gags sind flach, die Dialoge angestrengt lustig. Irgendwie wirken alle überdreht, alle wollen sie so unbedingt lustig sein, nichts wirkt real. In jeder Szene merkt, dass die spielen und nicht echt sind. Die Story nimmt irrwitzig-blöde Wege, und als Zuschauer ist man mehrfach kurz davor, sich ein bisschen zu schämen.
Besonders schade ist das für Maxim Mehmet, der eigentlich ein guter Schauspieler ist, aber ein schwaches Drehbuch kann auch er nicht rausreißen.

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Markus Lanz: Joachim Gauck

Montag, den 24. Juni 2019
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DO 20.06.2019 | 23.20 Uhr | ZDF

Früher war die CDU mal rechts. Und die CSU erst recht.
Heute will keiner mehr rechts sein. Selbst die, die rechts sind.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sorgt für Diskussionen, weil er mehr Toleranz für Rechts fordert. Das wirkt im Kontext mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke etwas merkwürdig. Auf den ersten Blick. Am Donnerstagabend sprach er dazu im ZDF in “Markus Lanz” mit Markus Lanz.
Gauck sprach dort etwas an, was in der momentanen gesellschaftlichen Diskussion offenbar wirklich abhanden gekommen ist: der Unterschied zwischen Rechts und Rechtsextrem.
Gauck sagt, wir müssen auch rechte Meinungen zulassen, sie uns anhören, darüber diskutieren. Das aber heißt nicht, dass man in der Toleranz nie intolerant sein darf. Rechtsextreme seien da auszuklammern. Da höre jede Toleranz auf.

Dieses 74 Minuten lange Gespräch war sehr fesselnd. Denn Joachim Gauck sprach einen wundern Punkt an, über den wir in Deutschland diskutieren sollten.
Es gibt rechte Meinungen und linke Meinungen. Aber selbst die CDU ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr Richtung Mitte und Links gerückt. Rechte, konservative Ansichten hängen seitdem im luftleeren Raum, und da kam offenbar die AfD ins Spiel. Sieht man sich Wahlplakate der CDU aus den 90ern an, dann könnte man meinen, man lese heutige AfD-Parolen, und damals schien das vollkommen normal. Heute wird hysterisch darauf reagiert.
Und schon das Nachdenken darüber, wie mit Rechten (nicht: Rechtsextremen!) umgegangen wird, sorgt also schon für Diskussionen und zur Frage, wie sich denn Gauck erdreisten könne, so was auch nur zu denken. Dabei regt er eine diskussionswürdige Debatte an. Nun muss sie nur noch zugelassen und nicht gleich niedergedrückt werden.

Gut, dass Markus Lanz diesem Gespräch, diesem spannenden Gedankenaustausch den größtmöglichen Raum gab.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 20. September 2019)

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ZDF-History: Harald Juhnke – Eine deutsche Legende

Mittwoch, den 15. Mai 2019
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SO 12.05.2019 | 23.45 Uhr | ZDF

Noch so eine Doku, die einem entgegenschreit: Du wirst alt! Oder kennen 18-Jährige heute noch Harald Juhnke?
In “ZDF-History” ging es am Sonntagabend um eine deutsche Legende. Harald Juhnke war einer der größten Entertainer, die Deutschland je gesehen haben. Er konnte wahnsinnig gut spielen, blödeln, er sang und führte durch große Shows. Und er trank.

Da gab es seine ZDF-Show “Musik ist trumpf”. Ihm sahen 30 Millionen Menschen zu. Drei Jahre ging es gut, dann musste er eine Show sausen lassen. Stunden vor Beginn lag er betrunken auf seinem Hotelzimmer. Das ZDF musste die Live-Show irgendwie ohne ihn über die Bühne bringen – und feuerte Juhnke später. Als er danach eine Show bei der ARD bekam, wurde sie immer aufgezeichnet.
In den frühen 90ern sorgte er als Trinker für Furore – in doppelter Hinsicht. In wahren Leben nahm man ihm seine Eskapaden erstaunlich locker. Und im Film “Der Trinker” spielte er das, was er ja auch war, grandios.
Im wahren Leben aber hat er sich mit dem Alkohol auch sein Hirn zerschossen, zur Jahrtausendwende wurde er dement.

Immer wieder laufen in “ZDF-History” am späten Sonntagabend interessante Geschichtsdokus. Interessant ist vor allem, wenn die Zeit schon so weit fortgeschritten ist, dass über Menschen berichtet wird, dass an Menschen erinnert wird, an die man sich selbst noch erinnert. Und man dennoch Dinge erfährt, die man nicht wusste. Dass solche Dokus im Nachtprogramm versendet werden, ist bedauerlich.

-> Die Doku in der ZDF-Mediathek (bis 11. Mai 2020)

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Terra Xpress

Mittwoch, den 15. Mai 2019
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SO 12.05.2019 | 18.30 Uhr | ZDF

Schock für Katharina. Ihre Mutter reicht ihr einen Brief – eine Vorladung der Polizei. Sie habe Geld veruntreut. Die Kamera verfolgt die junge Frau von den Büschen aus, als sie zur Polizei läuft. “Da muss eine Verwechslung vorliegen”, sagt die Stimme aus dem Off, und es scheint gleich spannend zu werden. “Es kommt noch dicker, Katharina gilt als tatverdächtig!” Und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Wie erleben Katharinas Odyssee live. Also, mehr oder weniger. Wie sie sich mit der Polizei unterhält. Wie sie sich mit ihrem Freund berät. Alles ist sehr dramatisch, und die Kamera ist immer wackelig, Zooms und Schwenks inklusive.
Und wer jetzt meint, das höre sich an wie eine Dokusoap am Nachmittag bei den Privatsendern, der irrt.
“Terra Xpress” läuft jeden Sonntag im Vorabendprogramm des ZDF. Und wenn nicht das Logo des Senders immer oben in der Ecke stehen würde, könnte man auch meinen, es handele sich um RTL II.

Das Magazin “Terra Xpress” greife eine halbe Stunde lang Wissensfragen auf, die unmittelbar an die Erlebniswelten der Zuschauer anknüpfen würden. So beschreibt das ZDF seine eigene Sendung.
Erstaunlich an diesem Magazin ist: Es ist von vorn bis hinten inszeniert. Keine Szene ist echt.

Da geht es um einen kleinen Imbiss, der in Oranienburg in einen Laden ziehen will. Als aber die Kreisverwaltung eine Bombenfreigabe für das Geschäft verlangt – Oranienburg ist extrem bombenbelastet -, steht alles auf der Kippe. Die Geschichte ist im wahren Leben längst erledigt, als das ZDF mit den Dreharbeiten für “Terra Xpress” beginnt. Extra für den Sender ist der Imbisswagen mit dem Notquartier noch mal aufgebaut worden. Extra für das ZDF kamen “Kunden”, um was zu kaufen. Alles simuliert: der Schreck und die ängstlichen Gespräche, die Nachfragen des Lokalreporters, das Happy End – alles gestellt. Die Leute sagen mehr oder weniger gut einen Text auf oder improvisieren, was mal gut funktioniert, mal sehr holprig wirkt. Und da reden wir noch nicht mal davon, dass sich die ganze Geschichte nicht mal ganz 100-prozentig so abgespielt hat, wie vom ZDF dargestellt.

Auch den Bombenfund im Garten einer Familie, die sich ein Haus bauen will, ist geschauspielert. Der Bombenfund, die Verhandlungen, das bange Warten. Nichts davon ist echt. In keinem Moment war das ZDF-Team wirklich dabei.
Um so absurder ist es, dass in einer Szene der Hinweis eingeblendet wird, dass die Szene nachgestellt sei.

Gedreht ist das alles auf eine sehr, nun ja, moderne Weise. Die Kamera steht nie still, immer wackelt sie hin und her, ruckartige Zooms und Schwenks. Gesichter in wackeliger Großaufnahme. Szenen aus dem Hinterhalt gefilmt oder halb unter der Tischkante. Wackelwackel. Bloß keine Ruhe einkehren lassen. Dazu emotionale Musik, die die Stimmung einfangen soll.

Selbst die Moderation ist inszeniert. Da sieht man vor dem Fenster die Protagonisten des vorherigen Beitrages glücklich vorbeischlendern, während die Moderatorin schon voller Ernst das nächste Thema ankündigt. Da riecht sie an der Suppe, die die Suppenfrau im letzten Beitragsbild vor die Kamera gestellt hat. Selbst das alles geht nach Drehbuch, auch das ist alles inszeniert.
So modern das wirkt, so aufwändig das gemacht ist – es wirkt dennoch billig. Und das Schlimme ist: Es wirkt niveaulos. Dass man sich mit diesem Magazin namenstechnisch an das renommierte “Terra X” ranhängt, verwundert umso mehr. Denn “Terra Xpress” ist eigentlich nichts anderes als Scripted-Reality in sehr leicht edlerer Form.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 12. Mai 2024)

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Parteien zur Europawahl 2019: Die Partei

Freitag, den 10. Mai 2019
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MI 08.05.2019 | 22.14 Uhr | ZDF

Gerade laufen im deutschen Fernsehen wieder Wahlwerbespots. Diesmal für die Europawahl 2019. Und immer heißt es, die Parteien seien für den Inhalt der Spots verantwortlich.
Bei der Partei Die Partei ist das anders. Dort heißt es: “Für den Inhalt dieses Films ist ausschließlich die EU verantwortlich.”

Am Mittwochabend lief der Wahlwerbespot von Die Partei im ZDF, direkt nach dem “heute-journal”. Zu sehen ist ein Junge, der unter Wasser taucht. Und der keine Luft bekommt. Der nach einer guten Minute erstickt. Stirbt.
Dazu heißt es: “Ertrinken dauert so lange wie dieser Film. Jeder zehnte Mensch stirbt bei der Flucht über das Mittelmeer. Denn die EU blockiert jede Rettung. Helfen Sie uns, das Sterben zu verhindern.”
Den Spot hat Seewatch für Die Partei konzipiert, und fast wäre er im ZDF gar nicht gelaufen. Grund: Es handele sich gar nicht um Wahlwerbung, weil der Zuschauer nicht erfahre, wer da eigentlich wirbt.

Das sorgte für Aufmerksamkeit. Denn plötzlich redeten wieder viele Menschen über die Satirepartei “Die Partei”. Die lenkte ein, und am Ende gab es eine zusätzliche Einblendung: “Wählen Sie Die Partei. Denn sie gibt den wichtigen Themen Aufmerksamkeit.”
Der Spot wurde gesendet, und einiges ist daran bemerkenswert.
Der Spot ist alles andere als Satire. Denn man muss Martin Sonneborn und seiner Partei durchaus zugute halten, dass sie in Brüssel durchaus nicht nur satirisch agiert. Wie kaum ein anderer Europaabgeordneter informiert Sonneborn, wie das Parlament arbeitet, was da schief läuft, was es anzumerken gibt.
Durch den Streit hat Die Partei wieder eine große Aufmerksamkeit bekommen.
Und natürlich inhaltlich scheint Die Partei eine der wenigen Parteien zu sein, die im Wahlkampf und in einem Wahlspot wirklich heikle Themen zeigt. Andere bleiben da viel blumiger.

Dass das ZDF allerdings interveniert hat, kann man falsch und kleinlich finden. Aber eigentlich hat der Sender Der Partei einen großen Gefallen getan. Wegen der Aufmerksamkeit – und eigentlich schadet es der Partei nicht, wenn sie am Ende dieses bemerkenswerten Spots benannt wird.

-> Der Spot auf Youtube.

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Der Deutsche Filmpreis 2019

Samstag, den 4. Mai 2019
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FR 03.05.2019 | 22.55 Uhr | ZDF

Wahrscheinlich ist man in Deutschland eigentlich ganz froh, dass der Oscar immer erst um 2 Uhr nachts vergeben wird. Da muss man wenigstens nicht die Primetime opfern und miese Quoten riskieren.
Vermutlich fände man es auch beim ZDF voll dufte, wenn die Lola, der Deutsche Filmpreis, auch erst in der Nacht vergeben würde. Denn auch in diesem Jahr hat es das ZDF nicht hinbekommen, die Gala live zu übertragen – weder im Hauptprogramm, noch bei 3sat, zdf neo oder zdf info war das möglich. Nicht mal einen Livestream von der Veranstaltung im Internet gab es. Stattdessen wurde live getickert und bei Twitter schon alles verraten.
Das ist beschämend.
Stattdessen musste sich der deutsche Filmfan bemühen, nicht schon vor der Ausstrahlung um 22.55 Uhr alles zu erfahren, jeden Preis schon um die Ohren gehauen zu bekommen.

Während 2018 Edin Hasanovic mit seiner hervorragenden Moderation der Lola einen Glanz gab, führten 2019 Désirée Nosbusch und Teddy Teclebrhan durch die Show. Letzterer fiel durch mitunter bedrückend schlechte Gags auf, und manchmal machte es den Eindruck, dass er selbst wusste, dass das gerade irgendwie in die Hose geht. Gegen Ende schien es, als sei er schon entlassen worden, weil er dann bloß noch laue Ansagen machte. Aber auch die Nosbusch fiel nicht gerade durch Einfallsreichtum auf.
Und sonst so? Kerkeling-Darsteller Julius Weckauf (11) durfte eine eigene Kategorie präsentieren und scheint sich auf der Bühne sehr wohlzufühlen. Allerdings müssen die Erwachsenen um ihn herum dringend darauf achten, dass der junge Mann nicht abhebt. Hin und wieder machte er Gags, die, nun ja, schwierig waren. Leider sind einige Danksagungen sehr rüde geschnitten worden. Das geht natürlich nur in einer Aufzeichnung, die allerdings schon 35 Minuten länger war als geplant.

Bester Film des Jahres wurde “Gundermann” – und das vollkommen zurecht. Auf diese Preisvergabe mussten die Zuschauer dann bis 1.40 Uhr warten. Dass die Lola kaum Zuschauer hat, muss dann auch nicht wirklich verwundern.

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50 Jahre ZDF-Hitparade

Freitag, den 3. Mai 2019
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SA 27.04.2019 | 20.15 Uhr | ZDF

Die ZDF-Hitparade ist im Januar 50 geworden, und das ZDF hat dann doch nur drei Monate gebraucht, um dieses Jubiläum auch richtig zu feiern. Am Sonnabend lief die große Show zum großen Jubiläum – natürlich immer im Bewusstsein, dass es diese Sendung schon seit Ende 2000 gar nicht mehr gibt.

Thomas Gottschalk führte durch “50 Jahre ZDF-Hitparade”, was insofern ein bisschen lustig ist, dass er eigentlich mit dieser Art Musik gar nicht wirklich was zu tun hatte. Wer ihn kennt, weiß, dass er eher auf die Rocker stand – aber natürlich waren die meisten Gäste der Show damals auch schon bei “Na sowas” und “Wetten, dass…?” zu Gast. Ein gewisse Flapsigkeit, die Thommy da an den Tag legte, war deshalb aber auch durchaus passend.

Der Niedergang der Sendung begann 1990, als mit Uwe Hübner die Show in die völlige Trutschigkeit abglitt. Die Quoten gingen zurück, und 2000 war dann Schluss.
Schaut man sich die alten Sendungen an, dann machte sie verschiedene Epochen durch. In den ersten zehn Jahren begrüßte Dieter Thomas Heck die größten Schlagerstars. Dann kam die Zeit der Neuen Deutschen Welle, die schon die Zuschauerschaft spaltete, die aber aus heutiger Sicht die beste Zeit der Hitparade war. Als Victor Worms 1985 Heck ablöste, hielt auch die englischsprachige Musik Einzug – aber aber, wie er am Sonnabend erzählte, daran lag, dass auch die deutschen Musikproduzenten und Komponisten immer mehr auf Englisch produzierten und der deutschsprachige Markt kaum noch was hergab.
Ab 1990 durfte nur noch Deutsch gesungen werden, aber die Show entwickelte sich zu einem oft schwer erträglichen Schlagermagazin. So konnte die Hitparade nicht überleben.

Aber heutiger Sicht ist es dennoch schade, dass es so was wie die Hitparade nicht mehr gibt. Andererseits ist der deutsche Musikmarkt vermutlich auch schon zu fragmentiert, als dass es Stars gibt, die eine solche Show pushen würden. Es sei denn, auch Popstars könnten sich entschließen, mitzumachen. Eine reine Schlager-Hitparade nach Uwe-Hübner-Art würde auch heute noch nicht funktionieren.
Schade ist übrigens auch, dass die alten Hitparade-Shows nicht mehr laufen. Seit zdf.kultur eingestellt ist, fehlt dafür ein Sendeplatz. Oder entsprechende Rubriken in der Mediathek.

Nichtsdestotrotz war der Sonnabend nostalgisch. Howard Carpendale durfte noch mal singen. Heino ebenfalls, auch Matthias Reim. Und Hildchen, Dieter Thomas Hecks Ehefrau, war auch dabei, um sich zu freuen, dass es diese Show gibt. Dass man sie heulend-kopfschüttelnd groß ins Bild setzt, während an die verstorbenen Hitparade-Stars erinnert wird, war dann aber doch ein bisschen zu viel.

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