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PyeongChang 2018 live: Snowboard – Halfpipe, Herren

Donnerstag, den 15. Februar 2018
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DI 13.02.2018 | 2.25 Uhr (Mi.) | TLC

Das schlechte Wetter in Südkorea ist für die Sender, die Olympia übertragen, ein echtes Problem. Eigentlich sollte in der Nacht zum Mittwoch das alpine Ski-Slalomrennen stattfinden. Aber der Sturm machte allen einen Strich durch die Rechnung.
Und so zeigten sowohl das ZDF als auch Eurosport 1 einen ziemlich langweiligen Curling-Wettbewerb. Während dort also gemächlich gewischt und gerutscht wurde, stach plötzlich das kleine TLC hervor. Die hatten eine echte Powersportart im Programm.

TLC übertrug einen Snowboard-Wettbewerb. Die Männer zeigten in der Halfpipe, was sie drauf haben. Und das ist mitunter atemberaubend. Mit ihren Schneebrettern rauschen die Männer also rein in die Halfpipe und sausen von einer Seite auf die andere – und am Rand schwingen sie immer wieder in die Luft und vollführen unglaubliche Kunststücke.
Das sieht hart aus, wuchtig, aber dennoch schnell – und ist irgendwie fesselnd.
Eine Nacht zuvor waren auch die Frauen in der Halfpipe, und das Gefühl beim Zusehen war dasselbe.

So sorgt der Ausfall eines der klassischen Wettbewerbe bei Olympia dafür, dass man auch mal den Blick frei hat auf eine noch junge Sportart – und dieser Blick lohnt sich sehr.

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PyeongChang 2018 live: Biathlon, 7,5-km-Sprint der Damen

Dienstag, den 13. Februar 2018
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SA 10.02.2018 | 12.05 Uhr | TLC

Die Aufregung war groß: Olympia nicht bei ARD und ZDF! Der Medienkonzern Discovery hatte die Rechte an den Olympischen Spielen gekauft und konnte sich zunächst nicht über den Öffentlich-Rechtlichen über Sublizenzen einigen.
Schon war der Plan geboren, Olympia bei Eurosport zu zeigen und zusätzlich auf den Spartensendern TLC und DMAX.
Am Ende kam es doch anders: ARD und ZDF bekamen doch Sublizenzen und dürfen nun parallel zu Eurosport live aus Pyeongchang in Südkorea berichten.
Die Folge – und man hätte es sich denken können: Die Masse schaut bei ARD und ZDF – und kaum jemand auf Eurosport 1 und fast niemand auf TLC.

Dass der Frauendoku-Sender TLC plötzlich zu einem Live-Sportsender mutiert, erscheint als reine Werbemaßnahme, denn der Sender ist bislang noch kaum bekannt, wenn er denn überhaupt in der Senderliste der Leute auftaucht.
Inzwischen zeigt sich aber: Mit Olympia hat TLC noch schlechtere Quoten.

Am Sonnabend übertrug das ZDF den 7,5-Kilometer-Sprint der Damen im Biathlon. Die Sportart hat in Deutschland traditionell sehr viele Zuschauer. Im ZDF sahen 6,52 Millionen Menschen zu – und das zur Mittagszeit. Parallel lief die Übertragung auch auf TLC – mit 0,06 Millionen Zusehern. Was schon sehr bitter ist – auch für die Kommentatoren auf TLC, die es eigentlich gewohnt sind, für Eurosport 1 zu arbeiten und mitunter auch on Air darüber moserten, nun bei TLC eine Nische im Nischendasein zu fristen.
Bei Discovery wird man sich vermutlich in den Hintern beißen, dass sie als eigentliche Rechteinhaber vom Olympia-Boom absolut nicht profitieren.

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“Können Sie mich hören?” – Das Beste aus 40 Jahren Tagesthemen

Samstag, den 6. Januar 2018
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DI 02.01.2018 | 0.50 Uhr (Mi.) | Das Erste

Am 2. Januar 1978 starteten im Ersten die “Tagesthemen” und im ZDF das “heute journal”. Beide Jubiläen sind am Dienstagabend gefeiert worden. Dabei beließ es die ARD nicht nur mit den “Tagesthemen” an sich. Dort traten während der Sendung auch ehemalige Moderatoren wie Sabine Christiansen, Ulrich Wickert, Anne Will, Gabi Bauer und Tom Buhrow noch einmal auf.
Mitten in der Nacht, um 0.50 Uhr, lief dann noch eine Doku unter dem Titel “”Können Sie mich hören?” – Das Beste aus 40 Jahren Tagesthemen”. Immerhin lief sie schon mal am Silvesternachmittag auf tagesschau24, trotzdem ist der Sendeplatz nicht gerade eine Ehrung für die Nachrichtensendung.

Wahrscheinlich ist die Aussicht auf wenig Publikum der Grund gewesen, warum man es bei einem eher lieblosen Zusammenschnitt belassen hat. Hier noch mal der Mauerfall, da noch ein Beitrag über das DDR-”Tal der Ahnungslosen” in Dresden und noch mal der 11. September 2001 (der in einer Einblendung zum “09.11.2001″ wurde).
Das war ganz nett, blieb aber sehr blass.

Denn auch wenn es die vielen Schreihälse von der “GEZ muss weg”-Fraktion anders sehen und der irrigen Meinung sind, die Journalisten seien irgendwem unterworfen und berichteten einseitig und in einer Zeit in der ARD/ZDF unter Beschuss sind: Sendungen wie die “Tagesthemen” sind weiter wichtig. Sie bieten Informationen, Hintergründe und in den Kommentaren auch Meinungen, die man natürlich längst nicht immer teilen muss. Die Akzeptanz spricht in der Hinsicht auch eine deutliche Sprache.

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Das Traumschiff: Los Angeles

Freitag, den 5. Januar 2018
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MO 01.01.2018 | 20.15 Uhr | ZDF

Herrlich, dieses Traumschiff! Scheinbar eine Handvoll Passagiere schippert da mit. Zumindest sind da nie wirklich viele Leute auf dem Dampfer zu sehen. Die vielen realen Mitreisenden sind selten zu sehen, die Decks wirken oft leer. Auch darf man immer mal wieder beim Kapitän auf der Brücke vorbeischauen. Der große Kutter scheint auch nur mit sechs oder sieben Besatzungsmitgliedern auszukommen. Und wenn man mal Mist baut, da ist der Kapitän höchstselbst auch zur Stelle und holt einen aus dem Schlamassel.
Willkommen in der Bonbonwelt auf hoher See im ZDF.

Am Neujahrsabend lief dort “Das Traumschiff”, und diesmal ging es nach Los Angeles. Kapitän Burger (Sascha Hehn) liest den ZDF-Zuschauern höchstpersönlich den Reisekatalog für L.A. vor und erzählt, warum man da unbedingt hin muss. Ein Ausflug ins Vergnügungszentrum ist auch noch eine 15-sekündige Sequenz wert – und ist hoffentlich von der Reisewirtschaft gut bezahlt worden.

Nun ist es ja nicht verwerflich, zweimal im Jahr Heile-Welt-Fernsehen zu produzieren. Aber muss es wirklich so mies gemacht sein? Müssen die Dialoge so grottig sein? Muss Harald Schmidt wirklich immer wieder beweisen, dass er kein Schauspieler ist und er miese Dialoge noch mieser aufsagt? Können Action-Szenen auch nur im Ansatz irgendwie real aussehen? Und ist es wirklich realistisch, dass Kapitän Burger wirklich immer ausgerechnet da ist, wo Not am Mann ist – und das auch außerhalb des Schiffes?
Als ein junger Mann mit seinem Bike auf einem Hang verunglückt, ist es natürlich Sascha Hehn, der ihn zufälligerweise rettet. Wobei, ein Zufall war das natürlich nicht: Denn der Kapitän konnte sich natürlich gleich denken, wo sich der vermisste Biker aufhalten würde – und sofort fand er ihn.

Die Reise nach Los Angeles war aber auch der Abschied von Chefstewardess Beatrice (Heide Keller). Sie war seit 1981 (!) an Bord, und mit 77 Jahren wollte sie, die Schauspielerin, noch aus eigenem Willen das Schiff verlassen, um die zweite Lebenshälfte zu beginnen. Ich hoffe, dass ich das mit 77 auch auch sagen kann.
Das Team wollte ihr einen besonders emotionalen Abschied bescheren – aber irgendwie ist das mit der Emotionalität gehörig schief gegangen. Stattdessen setzte man Beatrice an einen absolut einsamen Hafen ab (obwohl sie ja sagte, sie wolle die aktuelle Reise noch bis zum Schluss mitmachen, aber das haben die Drehbuchschreiber beim Umblättern wohl schon wieder vergessen). Ein Hollywood-Produzent will ihr erstes Buch (natürlich ein Bestseller) verfilmen, und deshalb musste sie sich entscheiden, ob sie weiter auf dem Schiff arbeiten will. Oh Gott, wie albern.
Sie winkte dem Schiff hinterher, dass schnellstes weiterfuhr – und weg war sie, die Beatrice. Selten so einen, ähm, emotionalen Abschied gesehen.

“Das Traumschiff” ist nach 37 Jahren irgendwie ein Mythos. Umso schlimmer ist es, dass die Geschichten, die dort erzählt werden, mitunter so lieblos hingerotzt, die Dialoge furchtbar und viele Szenen mies choreografiert sind. Gut gemachtes Fernsehen ist das nicht – leider.

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Das war 2017!

Sonntag, den 31. Dezember 2017
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I bims, und hier kommt schon wieder der Jahresrückblick, vong Silvester her.
Nein, nein, das Jahr 2017 hat mir nicht das Hirn eingefroren. “I bims” ist aber das Jugendwort des Jahres, und die dazu passenden “vong … her”-Nachsätze gehören auch zur Jugendsprache. Soll wohl den verkürzenden und fehlerhaften Internet-Chat-Sprech darstellen, und es gibt Leute, die das lustig finden.
Ach, überhaupt das Internet. Was in den sozialen Netzwerken abgeht, das ist nicht mehr feierlich. Da kotzen sich die Wutbürger überall da aus, wo es auch nur entfernt um Politik geht. Man könnte meinen, Deutschland ist zur Wuthochburg verkommen, aber es ist wohl eher so, dass alle anderen sich immer mehr zurückziehen und sich gar nicht mehr äußern. Was auch nicht gut ist. Mehr und mehr wird Pöblern der Platz überlassen – immer mehr angefeuert durch die AfD, und die “Bild” macht auch immer gern und fleißig mit.

2017 war geprägt von einem Schwarz-Weiß-Denken. Entweder ist alles gut oder alles schlecht. Zwischentöne? Werden oft vermisst. Donald Trump ist US-Präsident, und alle, die nicht das berichten, was er für die Wahrheit hält, bezeichnet er als Fake-News. Er liefert sich einen Kampf mit den US-Medien, verbreitet seine Weisheiten lieber über Twitter.
Ein anderer Diktator tobt sich in der Türkei aus. Aus fadenscheinigen Gründen werden Journalisten, Menschenrechtler und andere Menschen festgenommen, die aus Sicht von Staatschef Erdogan schlecht für die Türkei seien. Der deutsch-türkische Journalist und Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe, Deniz Yücel, sitzt seit weit mehr als 300 Tagen in Haft – #freeDeniz.

Eine harte Debatte wird auch um die Öffentlich-Rechtlichen Sender geführt. Insbesondere zwischen den Zeitungsverlagen und ARD/ZDF gibt es Streit darüber, was die Sender im Internet machen dürfen und was nicht. Der Lobbyist Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, schießt gegen ARD und ZDF, nennt sie Staatsfunk, obwohl er es besser wissen müsste. Er sieht die Presse in Gefahr, wenn auch die ARD Texte auf ihren Internetseiten verbreitet. Aber auch der Ton unter den Zuschauern ist rauer geworden. In den sozialen Netzwerken kübeln Pöbler Häme über die Öffentlich-Rechtlichen aus, schimpfen über die angeblichen Lügenmedien, Staatssender und über die angebliche Regierungslinie.
Allerdings geben ARD und ZDF den Kritikern auch immer wieder Futter. Gerade im Umgang mit der AfD tun sich viele Journalisten noch schwer. Statt mit Fakten bloßzustellen, geht es scheinbar oft immer noch um eigene Befindlichkeiten. Da werden Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und zu Skandalen aufgeblasen.
Was aber die AfD auch sehr gut kann – und sich zum Opfer zu machen. In einer ZDF-Wahlsendung verließ AfD-Frau Alice Weidel die Arena, als sie kritische Fragen zu hören bekam. Als sie sagte, dass die Zeit der politischen Korrektheit vorbei sei, und sie in der NDR-Satiresendung “extra 3″ daraufhin als Nazi-Schlampe betitelt worden ist, da war die Zeit der politischen Unkorrektheit offenbar auch schon wieder vorbei. Weidel klagte. Und bekam kein Recht.
Dennoch und gerade wegen des Hypes und die vielen Skandalisierungen – die AfD schaffte es im September in den Bundestag, und die Medien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, daran zumindest eine Mitschuld zu haben.

Es war ein politisches Medienjahr. Auch wegen der Bundestagswahl. Die hat SPD-Chef Martin Schulz in nicht ganz so guter Erinnerung. Was vielleicht auch daran lag, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ständig mehr Redezeit bekommen hat als er. Für Inhalte hatte er da nicht immer so viel Zeit – weil er sich darüber ja erst mal mokieren musste.
Bei Sat.1 hat man sich ab eh lieber damit beschäftigt, ob FDP-Chef Christian Lindner scharf ist und ob die Linke Katja Kipping irgendwie auf ihn stehen könnte.

Zeiten ändern sich. Auch im Sport. Als in Dortmund ein Anschlag auf den Bus der Fußballer von Borussia Dortmund verübt wird, wird aus Sky Sport News plötzlich ein Nachrichtensender im Breaking-News-Modus.
In der Pause des DFB-Pokal-Finales wollten die Fußballfunktionäre mal ein bisschen US-Entertainment-Luft schnuppern. Ganz im Sinne der Halbzeitshow beim SuperBowl gab es das beim Fußball erstmals auch. Mit Helene Fischer. Fanden die Fans eher so mittel.
Überhaupt, der Fußball: Die Bundesliga zerbröselt immer mehr. Nun sind nicht nur Sky und die ARD an Bord oder das ZDF und Sport 1. Auch Eurosport hat ein paar Rechte (wenn der Player mal funktioniert) und bei Nitro laufen montags auch noch ein paar (bislang weitgehend unbeachtete) Häppchen.
Niki Lauda hat sich vor laufenden RTL-Kamera und unerwartet als Formel-1-Co-Moderator verabschiedet. Und hinterließ einen verstörten Florian König. Nico Rosberg wird sein Nachfolger.
Ach ja, und da dann war ja noch Handball-WM. Hat aber kaum jemand sehen können, weil sich der Rechteinhaber belN sich mit keinem Sender einigen konnte – weder mit ARD und ZDF, noch mit Sky. So liefen die Spiele auf Youtube im Internet, aber der Seite einer Bank. Auch mal was Neues.

Apropos kleines Publikum: Es wird immer schwerer für die Sender, Serienhits zu landen. Selbst hochgelobte Serien wie “This is us” floppen, und es gibt noch viele mehr davon, die als Disaster abgebucht werden müssen. Der hochgelobte “Mr. Robot” hatte bei Nitro quasi keine Zuschauer. Es scheint, dass sich das Seriengeschehen mehr und mehr bei Amazon und Netflix abspielen. Auch deutsche Serien wie “Dark” oder Schweighöfers “You are wanted” laufen nicht im Fernsehen (oder ist im ORFeins in Österreich gefloppt), sondern bei den Streaminganbietern. Ob “Berlin Babylon” ein Hit ist, wissen wir auch erst im Herbst 2018. Die Co-Produktion zwischen Sky und ARD lief bislang nur im Pay-TV. Der Jubel ist groß – aber das muss ja nichts heißen.
Dennoch: Langsam kommt für das Fernsehen die Wende. Angebote wie Amazon Prime, Netflix und das altbekannte Sky haben immer mehr Nutzer.
Die jungen Zuschauer treiben sich eher auf YouTube rum und schauen sich dort ihre Stars an. Oder mobben sie gleich mal. Als rauskommt, dass der YouTube-Star Tanzverbot in Oranienburg wohnt, erlebt er die Aufdringlichkeit und Widerwärtigkeit seiner Fans und Hater. Er muss raus aus seiner Wohnung und zieht um.

Lineares Fernsehen ist unterdessen immer mehr out. Auch weil insbesondere das Privatfernsehen, immer mieser wird. Oder wer möchte wirklich sehen, wie irgendwelche Z-Stars ein Baby bekommen? “Janni & Peer … und ein Baby!” lief bei RTL II eher nicht so gut. Auf demselben Sender zieht man sich bei der Datingshow “Naked Attraction” gleich ganz nackt aus – weil das ja angeblich die ehrlichste Art des Datings ist. Aber auch das ZDF greift ins Klo: “Das Pubertier – Die Serie” ist einfach nur doof-albern, die Show “Flieg mit mir” im Ersten schrecklich betulich. “Das Sommerhaus der Stars” bei RTL ist nur noch Fremdschämen. VOX wollte die Echo-Verleihung aufpolieren und liefert eine Katastrophe ab. Die pure Ödnis.
Aber es gab natürlich auch gutes Fernsehen: der ZDF-Mehrteiler “Der gleiche Himmel” war ebenso ein Hit wie die letzte Staffel vom “Club der roten Bänder” bei VOX.

Schluss war auch für den “Circus Halligalli”. Dabei sorgte die Show noch fix für die deutsche Fernsehpeinlichkeit des Jahres: Bei der “Goldenen Kamera” schmuggelt das Team einen falschen Ryan Gosling ein. Er nimmt in der Live-Show im ZDF den Preis entgegen, und danach kam raus, dass selbst die Kategorie ein Fake war, weil die von der “Goldene Kamera”-Redaktion nur mit der Aussicht auf den Gosling-Besuch eingeführt wurde.
Aber die Amis können mithalten. Bei der Oscar-Verleihung kommt ausgerechnet beim besten Film ein falscher Umschlag in Umlauf. Die Leute von “La La Land” (schon wieder Gosling) stehen schon auf der Bühne, wollen sich bedanken – um dann zu erfahren, dass “Moonlight” der beste Film ist. Ups.

Da möchte man im Boden versinken. Das gilt auch für den Eurovision Song Contest. Vorletzter. Wobei es natürlich nicht an der Qualität des deutschen Songs (wie hieß der noch gleich?) oder an der Dings (wie hieß die noch gleich?) lag, sondern weil uns Deutsche einfach keiner mag. Na klar. Vielleicht gibt es ja 2018 ein Comeback, gerade wird mal wieder am Konzept für den deutschen Vorentscheid gefeilt.

Dabei ist das mit Comebacks so eine Sache: Als Thomas Gottschalk mit der neuen Sat.1-Show “Little Big Stars” um die Ecke kam, war das Interesse gering. Auch dass Christian Rach bei RTL wieder Restauranttester war, ließ viele kalt – was aber auch an den bekloppten Fällen lag, um die sich Rach kümmern musste. Die Wiederkehr von “Der Preis ist heiß” bei RTLplus war dagegen ein voller Erfolg – auch weil sich alle große Mühe gaben, den Klassiker nur behutsam zu modernisieren. Heraus kam netter, guter Trash. Ach, und dann ist ja auch MTV wieder da. Also, eigentlich war MTV nie weg, nur eben im Pay-TV versteckt. Nun gibt es angeblich wieder Interesse an dem Sender, die Rückkehr ins Free-TV war perfekt.

Aber auch Ankünfte sorgten für Wirbel. Der rbb übertrug mit großem Aufwand die Landung von Schätzchen und Träumchen in Schönefeld - zwei Pandabeeren. Sehr wichtig. Und noch eine Flugzeuglandung war dem rbb eine Live-Übertragung wert: die der letzten Air-Berlin-Maschine. Nie gab es vermutlich eine emotionalere Pleite eines Unternehmens. Es hieß Abschied nehmen.

Abschied. Auch 2017 wieder von vielen prominenten Menschen. Helmut Kohl ist gestorben, ebenso die Politiker Heiner Geißler und Roman Herzog. Die Schauspieler Roger Moore, Karin Dor, Christine Kaufmann, Jerry Lewis, Dieter Bellmann, Andreas Schmidt, Mikael Niqvist, Ingeborg Krabbe, Bill Paxton, Margot Hielscher, Martin Lüttge und Klaus Wildbolz. Die Musiker Fats Domino, Chris Roberts, Tom Petty, Chuck Berry, Malcolm Young, Joy Flemming, Chester Bennington, Chris Cornell, Gunter Gabriel, Daliah Lavi, Andrea Jürgens und Robert Miles. Die Comiczeichnerin Lona Rietschel, die Journalisten Ulrike von Möllendorff und Udo Ulfkotte, Playboy-Gründer Hugh Hefner, Joachim Kardinal Meisner, die Tennisspielerin Jana Novotna und die Synchronsprecher Oliver Grimm (”Kimba, der weiße Löwe”, “Hugo”) und Anderas von der Meden (Kermit, David Hasselhoff).

Man hätte außerdem den Eindruck gewinnen können, dass das Fernsehen stirbt – dabei wurde nur das alte DVB-T-Signal abgeschaltet – zugunsten des neuen DVB-T2. Die Kampagne machte den Eindruck, als seien sehr viel mehr Zuseher betroffen. Der Übergang verlief dennoch recht reibungslos. Eher reibungsvoll verläuft es beim Lokalsender Oberhavel TV. Die Qualität der Sendungen ließ immer mehr nach, es gab immer weniger, die Verbreitung via Satellit und im Vodafone-Kabel ist eingestellt – inzwischen gibt es wohl ein Insolvenzverfahren.

Aber was ist denn im Fernsehen 2017 wirklich Wichtiges passiert? Natürlich! Marc Terenzi ist Dschungelkönig geworden, obwohl sich Kader Loth so angestrengt hat, ein neues Image zu bekommen. Als Anne Will über den G20-Ausschreitungen diskutiert, fällt für zehn Minütchen das Bild aus, während im Studio weitergesprochen wird. Als beim selben Thema bei Maischberger sich die Gemüter erhitzen, verlässt Wolfgang Bosbach wütend die Arena, weil er sich von Jutta Ditfurth beleidigt gefühlt hat – nicht ohne auch selbst auszuteilen. Als in Frankfurt/Main eine Bombe entschärft werden muss, überträgt das hr fernsehen 13 Stunden (!) live – weil der Sender selbst evakuiert ist. Aus “Schlag den Raab” und “Schlag den Star” ist “Schlag den Henssler” geworden. Na ja. Birgit Schrowange ist erst ungeschminkt bei RTL aufgetreten (einmalig) und dann mit grauen Haaren (für immer).

Wird 2018 alles besser? Werden wir alle immer irrer? Oder ist uns einfach alles wurscht, so lange man sich auf YouTube weiter Schminktipps reinziehen kann? Oder alternativ den Livestream von der Demorandale wie bei G20 in Hamburg?
I bims, vong Spannung her.

PS: Ach, Mensch, Herr Eumann, habe ich Sie doch glatt wieder vergessen! Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum neuen Direktor der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt. Nicht dass Sie wieder angepisst sind!

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ARD-Mittagsmagazin

Samstag, den 30. Dezember 2017
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FR 29.12.2017 | 13.00 Uhr | tagesschau24

Ausgerechnet zum Abschied läuft das ARD-Mittagsmagazin aus München nicht im Ersten. Das Team sagte stattdessen im ZDF und auf tagesschau24 leise “Servus”.
Im nächsten Jahr wechselt die Zuständigkeit der Sendung vom Bayerischen Rundfunk zum rbb nach Berlin. Der BR muss sparen und konnte und wollte sich die Sendung nicht mehr leisten. Und weil der rbb so reich ist, macht der das nun. Wie es ja überhaupt merkwürdig ist, dass – das “Morgenmagazin” mal ausgenommen – alle Nachrichtenformate wie auch das “Nachtmagazin” von ARD-aktuell aus Hamburg kommen, nur das “Mittagsmagazin” nicht.

Aber nicht nur, dass die letzte Sendung aus München nicht im Ersten lief – auch das prägende Gesicht war nicht dabei, aus Krankheitsgründen. Wer an das ARD-Mittagsmagazin denkt, denkt meist auch sofort an Hansi Fischer. Die Moderatorin ist seit der ersten Sendung am 9. Oktober 1989 dabei gewesen, Hannelore Fischer ist da kaum wegzudenken – wie auch, nach fast 30 Jahren? Schade, dass sie sich nicht verabschieden konnte. Sie werden die Zuschauer bestimmt ein bisschen vermissen.
Dass das “Mittagsmagazin” nun in Zukunft aus Berlin kommt, ist für den Zuschauer vermutlich wurscht. Die Macher aber, die sind nun näher dran – so heißt es jedenfalls. Obwohl man ja Politiker auch so schon immer vor die Kamera holen konnte, wenn es denn nötig war.

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Menschen 2017: Christian Lindner

Freitag, den 22. Dezember 2017
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DO 21.12.2017 | 22.15 Uhr | ZDF

Niemand führt Gespräche mit dem Ziel, sie nicht zu Ende zu bringen.
Nach dem Ende der Sondierung über eine eventuelle Jamaika-Koalition war FDP-Chef Christian Lindner am Donnerstagabend zum Interview mit Markus Lanz verabredet – und durchaus auf Krawall gebürstet. In “Menschen 2017″ im ZDF erklärte, was da bei den Verhandlungen los war.

Es war ein Herumlavieren, wie man es von Politikern gewöhnt ist – und wie man es eigentlich längst nicht mehr hören will.
Man habe im Zwiespalt gestanden. Es gebe die, die enttäuscht seien. Und die, die in einer Regierung gesagt hätten, man mache ja gar nicht das, was man versprochen habe. Wobei Lindner im Grunde letztlich doch zugibt, dass es von vornherein nichts werden konnte, denn wer so an Verhandlungen rangeht, der braucht gar nicht teilzunehmen. Wer in eine Koalition geht, muss immer Abstriche machen. Glaubwürdigkeit würde sich auszahlen, sagte Lindner, ist aber dabei nicht wirklich glaubwürdig.

Es sei ein Fehler gewesen, vier Wochen zu verhandeln. Man solle es kurz machen, in einer Woche entscheiden. Wie das funktionieren bei drei oder sogar vier verschiedenen Parteien, verrät er natürlich nicht, zumal man im Nachhinein natürlich schlau reden kann.

Und es ging munter weiter: Man müsse zu seinen Worten stehen, und – sinngemäß – eine Koalition sei eine Aufforderung zum Wortbruch. Eine Jamaika-Koalition hätte aus Lindners Sicht dieselbe Politik gemacht wie die Große Koalition zuvor. und da müsse man sich nicht wundern, wenn die Leute extrem wählen. Das überrascht – wo doch angeblich Grüne und FDP einige ihrer Forderungen schon haben durchsetzen können – und die wäre dieselbe Grütze gewesen wie die GroKo? Da hätte die FDP aber in der Tat einiges in den Sand gesetzt – aber hätte daran auch Mutti Merkel schuld gehabt?
Die GroKo ist besser, so Lindner weiter, denn Jamaika wäre auch GroKo gewesen. Für Markus Lanz ein Satz des Jahres 2017, und damit könnte er recht haben. Denn Lindner hat es durch seinen Auftritt bei den “Menschen 2017″ geschafft, dass Jamaika-Theater noch absurder darzustellen, als es sowieso schon war.

Endgültig abgeschossen hat sich Lindner, als Talkgast Alexander Jorde hinzu kam. Er hatte Angela Merkel in einem ARD-Wahlforum wegen der miesen Zustände in der Pflege gegrillt. Man brauche eine Personalquote im Pflegebereich, so Lindner. Warum das nicht im FDP-Wahlprogramm stand, fragte Jorde. “Wir hätten’s bei Jamaika gemacht”, so Lindner.
Wo sich doch eigentlich die FDP in den Sondierungen an ihr Programm halten wollte. Alles ziemlich hohl.