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Let’s Dance: Fast ohne Zuschauer wegen Coronavirus

Samstag, den 14. März 2020
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FR 13.03.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Nur Freunde und Familie.
Ganz ohne Publikum musste die RTL-Show “Let’s Dance” am Freitagabend dann doch nicht auskommen. Aber der größte Teil des Saales stand dann eben doch leer. Aber die wenigen Zuschauer, die noch dabei sein durften, sorgen auch schon für Stimmung.
Das Coronavirus und die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen dagegen sorgen auch bei den Fernsehsendern für Veränderung. Für Shows ohne Live-Publikum. Bei “extra 3” am Mittwoch im NDR waren gar keiner. Bei RTL am Freitag immerhin ein paar Leute.
Ein bisschen Atmosphäre braucht so eine Unterhaltungsshow dann eben doch.

Das haben auch die Macher der “heute show” im ZDF festgestellt. Auch das Studio der Satireshow war leer. Fast. Nur eine Handvoll Leute waren da – das Team nämlich. Die sorgten wenigstens stellenweise für (spärlichen) Applaus, was aber auch noch mal lustig war.

Im Studio von “Gute Nacht, Österreich!” am Donnerstagabend im ORF1 war auch Publikum – aber auch dort stark ausgedünnt. Viele Plätze blieben leer, dort durften nicht mehr als 100 Menschen im Studio sein.

Es wird spannend, wie die Fernsehmacher weiterhin Stimmung in ihre Sendungen bekommen. Denn klar ist auch: Wir werden diese Sendungen unbedingt brauchen. Der Mensch braucht Zerstreuung, gerade in der aktuell schwierigen Zeit. Da ist “Let’s Dance” das ziemlich gut gemachte Entertainment, das jetzt nötig ist.

-> Die Sendung bei TV Now

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extra 3: Ohne Zuschauer wegen Coronavirus

Donnerstag, den 12. März 2020
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MI 11.03.2020 | 22.50 Uhr | NDR

Keiner lacht. Keiner klatscht.
Ist nämlich keiner da.
Es war am Mittwochabend ungewöhnlich still im “extra 3”-Studio. Normalerweise ist das Studio der NDR-Satiresendung voller Leute. Aber wegen des Coronavirus und den Sicherheitsmaßnahmen müssen auch die Fernsehsender reagieren. So muss das Publikum erst mal draußen bleiben – und im Idealfall vor dem Fernseher sitzen.

Die Epidemie sorgt auch beim Fernsehen für einen Ausnahmezustand. Beim rbb wurde der Publikumsverkehr eingestellt. Auch beim NDR und beim ZDF. Sendungen wie “Das aktuelle Sportstudio” im ZDF bleiben ebenfalls frei von Zuschauern um Studio. Auch “Maybrit Illner” und “Anne Will” betrifft das.
Galas und Shows werden reihenweise abgesagt. die Verleihung des Grimme-Preises – 3sat wollte übertragen – fällt aus. Ob und wann sie nachgeholt wird: ungewiss. Die (letzte!) “Goldene Kamera” im ZDF – verschoben auf November. Die Liebes-Schlagershow mit Silbereisen im Ersten – verschoben. Der “ZDF-Fernsehgarten on Tour” – abgesagt. Der ORF1 hat sein “Let’s Dance”-Pendant “Dancing Stars” komplett gestoppt – wie es weiter geht: unklar. Nickelodeon wird seine “Kids Choice Awards” nur in kleinem Rahmen vergeben.

Aber es geht auch anders. Weil in Berlin die großen Theater dicht sind, springt der rbb ein und überträgt Opern und andere Ereignisse stattdessen im Livestream und später im normalen Programm – als Ersatz.
Es wird spannend, wie sich das alles noch weiterentwickelt.

“extra 3” lebt natürlich von seinen satirischen Beiträgen, da fällt die andere Atmosphäre nicht auf. Aber die Stille im Studio, wenn Christian Ehring spricht, die war schon sehr gewöhnungsbedürftig.4
Aber besser so, als wenn man die Sendung ganz absagen würde. Das wäre der falsche Weg.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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WDR aktuell: Schießereien in Hanau

Freitag, den 21. Februar 2020
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DO 20.02.2020 | 10.45 Uhr | WDR

Beim WDR hat man am Donnerstagvormittag mal kurz die Weiberfastnacht unterbrochen. Eigentlich sollte um 10.45 Uhr die Live-Übertragung aus Köln und Düsseldorf vom Beginn des Straßenkarnevals beginnen. Stattdessen gab es eine Extra-Ausgabe von “WDR aktuell”.
Grund: Im hessischen Hanau gab es am Mittwochabend eine Schießerei mit zehn Toten plus dem Attentäter.

Es war ein harter Schnitt im WDR-Programm. Nach stimmungsvollen Schunkelliedern, gab es die ernsten Berichte aus Hanau. Sorgenvolle Menschen und die Trauer um die Toten.
Gefolgt vom nächsten harten Schnitt, denn direkt danach ging es zu den Partys nach Köln und Düsseldorf. Bei den “Weibern live” spielte das Hanauer Drama dann kaum noch eine Rolle.

Das kann man kritisch sehen. Beim WDR hätte man überlegen können, die kompletten Karnevalsübertragungen sein zu lassen. Andererseits: Der WDR ist kein bundesweites Programm, sondern seine Zuständigkeit liegt in Nordrhein-Westfalen. Der Terrorakt geschah in Hessen.

Deshalb hat auch der hr ganz anders gehandelt. Dort liefen im Laufe des Tages sehr viele Sondersendungen. Am Abend hat man dort die komplette Weiberfastnacht abgesagt. Im hessischen Fernsehen wäre es unpassend gewesen, hätten sie dort die närrische Zeit gefeiert.
Auch das ZDF verzichtete am Abend auf “Kölle Alaaf”, dort lief stattdessen eine alte “Bergdoktor”-Folge und eine Sondersendung von “Maybrit Illner”.

Als Thomas Bug am Donnerstagvormittag im WDR die Nachrichtensendung beendete, hatte er sichtlich ein ungutes Gefühl, als er dann die Live-Sendung vom Karneval ankündigte.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. Februar 2020)

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Markus Lanz: Atze Schröder

Samstag, den 8. Februar 2020
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DO 06.02.2020 | 23.35 Uhr | ZDF

Dass hinter der Kunstfigur Atze Schröder ein sehr kluger, nachdenklicher, sympathischer Kerl steckt, das wissenm vermutlich die wenigsten. Aber in den vergangenen Monaten hat er mehrere spannende Interview gegeben, die nicht aus Sicht des Komikers Atze geführt worden sind, sondern aus Sicht des Mannes dahinter. 2019 war er im “Hotel Matze” zu Gast, einem Interview-Podcast. Dort gab er ein sehr ernsthaftes, extrem spannendes Interview, in dem er sich nicht nur über seine Kunstfigur äußerte, sondern auch zu aktuelle gesellschaftlichen Strömungen. Es war ein Gespräch sehr weit weg vom Schenkelklopfer-Atze.

Deshalb war es am Donnerstagabend auch nur auf den ersten Blick verwunderlich, dass bei Markus Lanz in “Markus Lanz” im ZDF Atze Schröder zu Gast war – neben einer Holocaust-Überlebenden und ihrer Tochter. Comedy neben Geschichte? Geht das?
Ja, das geht – wenn man weiß, dass Atze Schröder mehr ist als Comedy.

Die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi erzählte von den Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg und von ihrer Zeit im KZ Auschwitz. Es waren bewegende Minuten.

Atze Schröder ist später zunächst nach seinem Werdegang befragt worden – das übliche Gespräch. Aber irgendwie kam das Gespräch auf Atze Schröders (den wahren Namen des Mannes hinter Atze kennt man ja nicht) Vater. Er erzählte, dass er die ersten Auftritte noch miterlebt habe und dass er dabei war, als sein Vater plötzlich starb. Er erzählte davon, dass er zunächst nicht trauern konnte und dass die Trauer ihn wie eine Wucht erwischte, zwei Jahre danach.
Sein Vater sei 1924 geboren worden, und er sei dann in den Krieg gezogen – mit 17. Erst mit 30 kam er zurück.
Atze sagte, sein Vater habe als Soldat „die schlimmsten Sachen gemacht“. Und: „Nach dem Krieg hat er sich entschieden, diese Tür erst mal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen.“ Einigen seiner Brüder sei das nicht gelungen – große Tragödien: „Ich habe erfahren, dass meine Oma sich erhängt hatte, dass sich meine Onkels erhängt hatten. Da bin ich in ein Tief gefallen.“ Atze mit feuchten Augen. „Ich vermute, wenn mein Vater hier wäre, würde er sich entschuldigen“, sagte er zu Eva Szepesi. Er ging dann zu ihr, nahm ihre Hand. “Es tut mir Leid. „Es tut mir leid. Wir dürfen das nie vergessen.” Und noch mal mit Nachdruck: “Wir dürfen das nie vergessen!”
Das hatte dann mit Comedy nichts mehr zu tun – sondern mit dem wahren Leben.

In den asozialen Medien musste er sich dafür von rechtsextremen Hetzern beschimpfen lassen, die sich vermutlich fälschlicherweise gar nicht als Rassisten bezeichnen würden.
Aber von solchen dummen Idioten sollte, darf man sich nicht einschüchtern lassen. Gerade wenn es um Erzählungen aus der Zeit des Holocausts geht.

-> Die Sendung der ZDF-Mediathek (bis 7. März 2020)

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mittagsmagazin: Überraschung aus Erfurt

Donnerstag, den 6. Februar 2020
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MI 05.02.2020 | 13.00 Uhr | ZDF

Wie flexibel reagiert das ZDF eigentlich auf überraschende Ereignisse? Die Antwort: scheinbar nicht besonders.
Immerhin hatte das ZDF einen Reporter nach Erfurt geschickt. Man ging davon aus, dass er im “mittagsmagazin” des ZDF – auch gezeigt im Ersten und auf tagesschau24 – darüber berichten wird, dass Bodo Ramelow (Linke) wieder zum Ministerpräsidenten gewählt worden ist.
Doch es kam bekanntlich anders – und beim ZDF war man, nun ja, überrascht.

Bevor der dritte Wahlgang begann schaltete man im “mittagsmagazin” mal schnell nach Erfurt. Reporter Mathias Kubiza berichtete, dass bald der dritte Wahlgang beginne und was sonst noch so los ist im Thüringer Landtag.
Den Wahlgang selbst zeigte man aber nicht. Wäre ja machbar gewesen in einer Live-Nachrichtensendung. Aber offenbar hatte man keine Live-Bilder im ZDF.
Aber endete die Erfurt-Schalte, und während politische Geschichte geschrieben worden ist, berichtete das ZDF in seiner Nachrichtensendung über Tankwagenfahrer in Mexico. Sicherlich ein wichtiges Thema – zu dem Zeitpunkt aber nicht. Dann ging es um die Siemens-Hauptversammlung. Und um irgendwas Touristisches in Tunesien. Als in Erfurt schon gewählt worden war, lief im ZDF ein Beitrag über eine Modebloggerin. Sie war dann auch im Studio. Aber bevor man mit ihr sprechen wollte, schaltete man dann endlich wieder nach Erfurt, wo Mathias Kubiza vor irgendeiner Wand stand und erzählte, was passiert war.
Das ZDF hatte da immer noch keine Bilder aus dem Plenarsaal. Das ZDF-Update wirkte wie ein Korrespondetenbericht zu einer Breaking News, die weit entfernt stattgefunden hatte.

Wieso hat das ZDF beim “mittagsmagazin”, das ja auch von der ARD mitübernommen wird, keinen Zugriff auf das Sendematerial des mdr? Selbst phoenix übertrug live das Sendesignal des mdr in seinem Programm. Dann hätte man das Ereignis immerhin schon mal zeigen können, anstatt dass ein Reporter lang und breit erzählt, was für erstaunliche Dinge da passiert waren.
Als alles gesagt war, wandte man sich beim ZDF wieder der Modebloggerin zu. Später folgte ein Beitrag über einen jungen Missionar. Zu Einordnungen sah man sich im ZDF spontan nicht in der Lage. Man hatte schlicht mit dem Knall nicht gerechnet.

Dass ganz allgemein und abseits der Erfurter Breaking News im “mittagsmagazin” erstaunlich viele boulevardeske Beiträge und seltsam wahllose Themen durchgesprochen werden, ist ein Thema für sich.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 5. Februar 2021)

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Blutige Anfänger

Freitag, den 31. Januar 2020
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MI 29.01.2020 | 19.25 Uhr | ZDF

Noch’n Krimi im Vorabendprogramm des ZDF. Wirklich kreativ ist man im Zweiten nicht wirklich. Was aber kein Wunder ist, weil sehr viele Leute zusehen.
“Blutige Anfänger” aber klang ganz interessant: Denn diese Serie handelt von Polizeischülern in Halle an der Saale. Junge Polizisten in der Ausbildung also.
Ich stelle mir darunter eigentlich ganz gute Geschichten vor: Wie läuft das so auf der Polizeischule? Wie kommen die jungen Leute mit den Aufgaben klar? Was lernen sie auf welche Art? Natürlich auch zwischenmenschliche Beziehungen.

Am Mittwochabend lief nun die erste Folge im ZDF. Und am Ende war es doch ein normaler Krimi. Nur dass die Ermittler noch sehr jung sind.
Denn sie bekommen es mit einem Mordfall zu tun. Die Polizeischüler stolpern beim Kinobesuch über ein Mordopfer, und sie ermitteln gleich mit.

Dass eine Serie so schnell ins Krima-Schema X verfällt, ist wirklich schade. Am Ende war es dann die normale Rätselei. Zwar gibt es noch nette Nebenstorys, aber ob die reizvoll genug sind, dass auch mein Interesse hoch bleibt, muss sich nach Folge 2 zeigen. Da geht es übrigens wieder… ui… um einen Mord. Der war nämlich der Cliffhanger von Teil 1.

-> Alle 12 Folgen sind schon in der ZDF-Mediathek. Folge 1 gibt es hier (bis 23. April 2020)

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Das Boot

Montag, den 6. Januar 2020
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FR 03.01.2020 | 20.15 Uhr | ZDF

Dass fast 40 Jahre nach der Veröffentlichung eines Kinofilms der dazu gehörige Romanstoff noch mal verfilmt wird, ist erst mal nicht verwerflich. 1981 kam “Das Boot” von Wolfgang Petersen ins Kino. 2018 lief auf Sky erstmals die achtteilige Serie, nun läuft sie erstmals im Free-TV. Am Freitagabend liefen die ersten beiden Folgen im ZDF.

Eine relativ unerfahrene U-Boot-Crew ist 1942 von La Rochelle in Frankreich aus unterwegs in den Kriegseinsatz. Für Kapitän Hoffmann ist das eine Herausforderung, denn auch er hat noch nicht wirklich Erfahrung in seinem Job. Und natürlich hat er einen nazitreuen Gegenspieler an Bord.

Aber so richtige Spannung will bei der Neuauflage von “Das Boot” einfach nicht aufkommen. Schon allein deshalb, weil an Bord und unter Wasser alles und alle so geleckt aussehen. Die Männer haben meist perfekt sitzende Frisuren, sind perfekt rasiert, ihre Klamotten sehen ordentlich aus. Zudem scheint im U-Boot völlige Stille zu herrschen. Keine Motorengeräusche, keine Wassergeräusche – alles wirklich klinisch rein.
Das könnte sich vielleicht im Laufe der Geschichte noch ändern, aber es wirkt auch am Anfang ziemlich unglaubwürdig.
Da sich auch sonst eher wenig Spannung aufbaut – zumal man irgendwie keinen Bezug zu den Menschen aufbauen kann, was bei einem Serienstart aber nicht ganz unwichtig ist.
Nach zwei Folgen ist die Reise für mich leider zu Ende.

-> Die Serie in der ZDF-Mediathek (bis 5. April 2020)

Hits: 109