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Aus für zdf.kultur

Samstag, den 23. Februar 2013
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Mit seinen Spartenkanälen möchte das ZDF jünger und hipper sein als das im Hauptprogramm je möglich sein kann.
Drei Sender wurden in den vergangenen Jahren aufgebaut. zdf_neo sollte eine Art Jugendsender werden, ist aber zur Abspielstation von US-Serien oder britischen Filmreihen sowie von Dokusoaps und Kochshows geworden. zdf info sollte mal der junge Informationssender des ZDF geworden, ist aber zur Abspielstation alter History-Folgen verkommen und sendet jetzt ganz viele Hitlerdokus. Auf zdf.kultur laufen zwar auch ständig alte ZDF-Serien und die “Hitparade” in Dauerschleife – aber dennoch: zdf.kultur ist cool. Da werden neue Programmformen ausprobiert, es gibt Musikevents, Themenabende, junge Filme und vieles mehr.

Doch das ZDF hat nicht mehr so viel Geld. Einer der drei Spartensender muss nun dran glauben. Und welchen Kanal schafft das ZDF nun ab? Natürlich den Innovativsten: zdf.kultur. Stattdessen soll es dort nur noch Wiederholungen geben. Vielleicht ja noch mehr Hitler-Dokus?

Ich habe zdf.kultur oft eingeschaltet. Irgendwas Interessantes lief da eigentlich immer. Sei es “Das kleine Fernsehspiel” freitags zur Primetime, das im ZDF selbst weit nach Mitternacht läuft. Oder Formate wie die “Delikatessen” mit Videoclips, die viele Konzertsendungen, Shows aus den Clubs, die Marathonübertragungen von den Festivals oder – ja – auch mal eine der alten Serien oder ZDF-Unterhaltungsshows. Nicht zu vergessen “Bauerfeind 28:30″, die herrliche Serie “Götter wie wir” oder die genialen “Roche & Böhmermann” (die sich ja leider selbst schon ins Aus geschossen haben).
Die ganze Aufmachung von zdf.kultur, die kleinen Imageclips, die Moderationen, die Programmtrailer – einfach genial. zdf.kultur war der öffentlich-rechtliche Sender, den ich mir immer gewünscht habe. Unterhaltung, abseitige Musik, Kultur, Retro.
Und ausgerechnet das will das ZDF sausen lassen?
Vielleicht war es ein Fehler, den Sender zdf.kultur zu nennen. Kultur gab’s da zwar, aber um die Jugend, die Zielgruppe, anzulocken, hätte man sich vielleicht einen anderen Namen ausdenken sollen.

Offenbar hatte zdf.kultur leider die kleinste Lobby (und auch die neidrigsten Quoten), damit es sich hätte halten können. Aber dennoch ist es eine Schande, dass das sich das ZDF nun offenbar wieder in den rentnerhaften Winterschlaf zurückzieht.

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ZDF-History: Mythos Atlantikschlacht – Die Wahrheit über Hitlers Seekrieg

Donnerstag, den 13. September 2012
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MI 12.09.2012 | 20.15 Uhr | zdf info

Das ZDF muss sparen, und es heißt, dass einer der drei Spartenkanäle eventuell dran glauben muss. Angeblich sei dann zdf.kultur fällig. Das wäre schade, denn inzwischen ist zdf.kultur der beste Sender in der ZDF-Familie geworden – zudem fast schon ein neuer Musikkanal.
zdf_neo verkommt mehr und mehr zu einem Serienabspiel- und Dokusoap-Kanal. Sehenswerte Formate wie “neoParadise” werden immer seltener.

Wirklich ätzend jedoch ist zdf info geworden. Wer glaubt, n-tv und N24 buhlen darum, die meisten Hitler- und Zweiter-Weltkrieg-Dokus zu senden, der sollte sich mal das Programm von zdf info ansehen. Das Format “ZDF-History” nimmt darin schon seit längerer Zeit einen immer breiteren Raum ein.
In der Primetime am Mittwoch lief “Mythos Atlantikschlacht – Die Wahrheit über Hitlers Seekrieg”, gefolgt von einer Doku über ein U-Boot, gefolgt von einer Doku über drei U-Boote. Wer es verpasst hat, hatte ab 0.50 Uhr die Gelegenheit, sich das alles noch mal anzusehen.
Am Sonntag geht’s bei zdf info zur Primetime gleich drei Stunden lang um Hitlers Blitzkrieg und Sturm, am kommenden Dienstag um Hitlers Wunderwaffen und die SS.
Um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das ganze rotiert und wabert immer wieder durchs Programm.

Inzwischen füllt zdf info sehr große Teile des Programms mit “ZDF-History”, auch zu vielen anderen Themen. Wirklich innovative Formate wie “heute plus” oder “log in” fristen dort inzwischen ein Schattendasein.
Wenn schon irgendwann mal einer der ZDF-Spartenkanäle wegfallen muss, dann kan ich auf zdf info am ehesten verzichten. Das Dumme ist nur: Die Quoten des Senders sind steigend. Hitler-Dokus scheinen immer noch anzukommen bei den Deutschen.

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ZAPPER VOR ORT: log in

Donnerstag, den 5. Juli 2012
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MI 04.07.2012 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Beim Thema Sexualität darf man kein Blatt vor die Muschi nehmen.
Da bist du jetzt aber überrascht über diesen Anfang, oder?
Aber keine Angst, der stammt nicht von mir, sondern von Lady Bitch Ray. Und wenn die kommt, ist das Wort Muschi nichts besonderes. “Enthemmt oder verklemmt? Sind wir “oversexed”?”, hieß das Thema am Mittwochabend in der Diskussionssendung “log in” auf zdf info.

Wer mal live im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin-Mitte, Unter den Linden, dabei sein darf, der wird merken, dass diese Produktion völlig entspannt ist.
Wer dort ankommt, bekommt erst mal ein Glas Wasser oder Saft gratis. Irgendwann wird das Publikum ins kleine Studio geholt. Die Sitzverteilung ist nicht so streng wie in anderen TV-Produktionen, es wird allerdings darauf geachtet, dass Leute nebeneinander sitzen, die verschiedenfarbige Klamotten anhaben, damit es willkürlich aussieht.
Bis auf ein Probeapplaus ist auch das Warm-up keine nervenaufreibende Angelegenheit. Ein paar lockere Gespräche, ein paar Erklärungen, das war’s. Dann kommt Moderator Wolf-Christian Ulrich (oder auch: WCU) und plaudert mit einer jungen Frau im Publikum, die aus Kufstein nach Berlin angreist kam, der junge Mann daneben kam aus der Pfalz, ein weiterer aus Sachsen-Anhalt. Aus Berlin scheint kaum jemand im Berliner Publikum zu sein.

Anders als bei RTL und Co.: Wir klatschen, wenn es uns passt, so sagt es WCU. Allerdings beginnt dann hinter den Kulissen doch ab und zu jemand mal vorzuklatschen, wenn das Publikum doch mal zu dösig ist.

Etwas mehr als eine Stunde dauert die Diskussion über Sex, Pornos und Aufklärung. Darüber, ob man vielleicht mehr miteinander über Sex sprechen sollte (ja!), ob Kinder schon Pornos sehen sollten (nein, aber es lässt sich kaum verhindern) und ob überhaupt was in der Erziehung falsch läuft (kann sein). Selbst Lady Birch Ray klang da ganz vernünftig. Das war auch ein bisschen das Problem der Runde: Letztlich waren sie sich grundsätzlich einig, nur in Kernfragen lagen sie auseinander. Die Diskussion hätte gern kontroverser ausfallen können.

“log in” macht jetzt Sommerpause. Spannend genug, live dabei zu sein, ist die Sendung auf jeden Fall. Ende August geht’s weiter.

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Die Jungs-WG

Dienstag, den 10. April 2012
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MO 09.04.2012 | 13.15 Uhr | zdf info

Das ist ja voll crazy. Fünf pubertierende Jungs machen einen Monat lang Urlaub in einer Villa auf Mallorca. Ohne ihre Eltern, ohne ihre Freunde, dafür aber mit Fernsehkameras.
Eine Folge der Reihe über “Die Jungs-WG” lief am Ostermontagmittag auf zdf info.

Das Leben dieser Jungs ist total aufregend. Sie müssen morgens aufstehen, und das fällt ihnen schwer. Dann müssen sie ihre Villa putzen und aufräumen. Hui, ist das spannend. Blöderweise ist ein Schlauch im Garten geplatzt. Mensch, Mensch, da war ja richtig was los. Am Abend stylen sich die Jungs dann, um auf eine Straßenparty zu gehen.

“Die Jungs-WG” ist eine Dokusoap, die eigentlich für das ZDF-Kinderfernsehen produziert wurde. Der Informationsgehalt ist allerdings gleich Null.
Was soll uns das sagen, dass da ein paar Jugendliche auf Malle rumlungern? Was sollen Kinder daraus lernen, den Typen beim Wohnen zuzusehen? So richtig unbeaufsichtigt können die Jungs sowieso nicht sein, sie sind minderjährig. Erwachsene kamen aber zumindest in der Folge vom Montag nicht vor.

Perfekt gestylte Jungs machen Dauerurlaub. Diese Art sinnfreier Unterhaltung würde man eigentlich bei den Privaten vermuten. Dass das ZDF so etwas im Kinderfernsehen zeigt, mag in Ordnung sein. Auf zdf info wirkte die Reihe allerdings wie ein Fremdkörper.

aRTikel

Letzte Hoffnung Spartensender

Donnerstag, den 29. März 2012
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Die ARD will mit einem Jugendprogramm wieder jüngere Zuschauer erreichen / Viele Innovationen vor allem beim ZDF

MAZ, 29.3.2012

Am 30. April startet auf dem Servicesender EinsPlus ein abendliches Jugendprogramm. Vorbild scheinen die jungen Digitalsender des ZDF zu sein.

POTSDAM
Die ARD ist auf der Suche nach jungen Zuschauern. Weder das erste noch die dritten Programme erreichen noch viele die Menschen unter 30 Jahren. Die letzte Hoffnung scheinen da die ARD-Digitalsender zu sein.
Am Montag überraschte der SWR in Stuttgart mit der Nachricht, den Service- und Magazinsender EinsPlus ab 30. April zumindest für vier Stunden allabendlich in einen Jugendkanal zu verwandeln. „Jung, wild, digital“ lautet das ziemlich verschwommene Motto. So wird dort Sarah Kuttner mit ihrem Interviewformat „Ausflug mit Kuttner“ eine Heimat finden. Eine einzige Folge lief im vergangenen Jahr bereits im Ersten. Geplant sind bei EinsPlus auch ein Wissensquiz namens „Quiz@ Home“ mit Pierre M. Krause, das Gamingmagazin „Reload“ und die Musikreihe „Beatzz in Concert“. „Südwild“, das Jugendmagazin des Bayerischen Rundfunks bekommt auf EinsPlus einen zusätzlichen Sendeplatz, ebenso wie die gerade erst mit dem Grimmepreis ausgezeichnete Medien-Satire „Walulis sieht fern“, die bislang auf Tele 5 lief.

Es ist nicht schwer zu erraten, in welche Richtung der für EinsPlus verantwortliche Südwestrundfunk mit seinem neuen Jugend-Abendprogramm schielt: zum ZDF und seinen drei Spartenkanälen. Das eher als Kukidentsender verspottete Zweite stellt auf seinen drei Digitalsendern Erstaunliches auf die Beine. Es ist das junge, frische, innovative Fernsehen, das die Zuschauer in den Hauptprogrammen immer mehr vermissen.
Da läuft auf zdf.kultur zum Feierabend ein mitreißendes, 90-minütiges Coldplay-Konzert. Auf zdf info dürfen die Zuschauer jeden Freitag nach der „heute“-Sendung hinter die Kulissen der Nachrichten blicken und via Facebook, Mail und Skype Fragen an Moderatoren und Korrespondenten stellen. Auf zdf_neo lässt Benjamin von Stuckrad-Barre in seiner donnerstäglichen Late-Night-Show unterdessen den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude mit seinem Teddy „Bruno“ Udes weiteren politischen Werdegang planen. Das Publikum im Studio applaudiert.
Lauter Sendungen, die wahrscheinlich im „großen“ ZDF kaum möglich wären. Noch sind die Quoten übersichtlich: Als die Talkshow „Roche & Böhmermann“ am vergangenen Sonntag 90 000 Zuschauer und einen Marktanteil von 0,4 Prozent erreichte, sorgte das schon für verhaltenen Jubel in der Medienbranche.

Der Wahnsinn, das Abgedrehte, diese Aufbruchsstimmung fehlt bei der ARD aber bislang noch an den meisten Stellen, und nur das vom NDR verantwortete EinsExtra hat ein klares Konzept – großflächige Nachrichten der „Tagesschau“-Redaktion und am Abend Magazine und Dokumentationen. Dass der Ruck bei der ARD noch ausbleibt, liegt auch daran, dass sich die einzelnen Sendeanstalten über die Konzepte für ihre Spartensender uneinig sind. Ursprünglich wollten WDR und SWR zusammenarbeiten. Der Plan besagte, einsfestival und EinsPlus zu einem jungen Sender verschmelzen lassen. Die Fusion ist jedoch geplatzt, die Sender und ihre Verantwortlichen haben sich nicht einigen können. In Köln und Stuttgart planen sie nun wieder jeweils allein.

So wird ab Ende April also die ARD zwei „Irgendwie-Jugendsender“ haben, denn auch einsfestival hat durchaus Innovatives im Programm, das vor allem die jungen Zuschauer ansprechen soll. Das tägliche Kulturmagazin „Eins weiter“ richtet sich ebenso an die 20- bis 40-Jährigen wie die humorige „Allerbeste Sebastian-Winkler-Show“. Beide Sendungen wirken allerdings gegen die vielen neuen ZDF-Shows immer noch bieder.
Dazwischen laufen noch Schmonzetten wie „Ich leih mir eine Familie“ oder „Der Bernsteinfischer“ mit Heiner Lauterbach. Auf diese Mischung muss man erst mal kommen. So wird es auch auf EinsPlus sein: Erst das „ARD-Bufett“, dann das Musikmagazin. EinsPlus will auch weiterhin ein Serviceprogramm sein. Ganz oder gar nicht – der ARD liegt so was scheinbar nicht. Aber immerhin: Es passiert was, wenn auch nur in den Spartensendern, die jedoch im Zuge der Digitalisierung des TV-Empfangs immer mehr Menschen sehen können, wenn sie nur wollen.

Junge Talente wie Pierre M. Krause, Sebastian Winkler, Jan Böhmermann, Sarah Kuttner, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf können sich ausprobieren und müssen nicht fürchten, nach Folge zwei wieder abgesetzt zu werden. Dennoch trauen sich weder ARD noch ZDF, einige der neuen Sendungen ins Hauptprogramm zu heben. Selbst im Nachtprogramm am Wochenende ist dafür kein Platz.

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Sehenswerte Formate auf den Digitalkanälen von ARD und ZDF

Kraftklub: Konzert aus der Phoenixhalle in Mainz. Eines von vielen Live-Events und Festivals. Heute, 22.40 Uhr, zdf.kultur; Jeden Sonnabend längere Konzertstrecken.
Iss oder Quiz: In einem Restaurant muss ein Gast Aufgaben lösen, seine Begleitung weiß aber nichts von diesem Spiel. Skurrile Situationen mit versteckter Kamera. Montag bis Freitag, 19 Uhr, zdf_neo.
Log in: Diskussionssendung zu aktuellen Themen mit starker Einbindung von Twitter, Facebook und Co. Mittwochs, 21 Uhr, zdf info.
Die allerbeste Sebastian-Winkler-Show: Der, so die Eigenwerbung, allerbeste Moderator, spricht, spaßt und musiziert mit seinen allerbesten Gästen. Dazu Sketche und Aktionen. Donnerstags, 21 Uhr, einsfestival.
Bambule: Sarah Kuttner bespricht die Themen, die Leute um die 30 aktuell bewegen. Donnerstags, 21.45 Uhr, zdf_neo.
NeoParadise: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf machen Unsinn, dazu gibt’s Talks und Live-Musik. Donnerstags, 22.45 Uhr, zdf_neo.
Stuckrad Late Night: Benjamin von Stuckrad-Barre empfängt einen Politiker zum Gespräch über alles, was (un-)wichtig ist. Donnerstags, 23.30 Uhr, zdf_neo.
heute plus: Hinter den Kulissen der ZDF-Nachrichten. Zuschauer können ihre Fragen stellen. Freitags, 19.20 Uhr, zdf info.
Roche & Böhmermann: Voll retro und doch modern: Die etwas andere Talkshow mit Charlotte Roche und Jan Böhmermann. Sonntags, 22 Uhr, zdf.kultur.

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Hochzeit mit Hindernissen

Sonntag, den 26. Februar 2012
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SO 26.02.2012 | 18.32 Uhr | zdf info

Heiko findet keine Frau, dabei möchte er sich so gerne verlieben.
Was macht man in so einem Fall?
Erstens: Im Internet nach einer hübschen Frau aus Osteuropa suchen. Da wird schon was Nettes bei sein.
Zweitens: Ein Fernsehteam dazuholen, damit sie alles beobachten können.

Man könnte meinen, dass es eine Spezialität der Privatsender ist, andere Leute zur Schau zu stellen, die sich eine Frau kommen lassen und meinen, dass das was mit Liebe zu tun hat. Auf zdf info liefen am frühen Sonntagabend zwei Folgen von “Hochzeit mit Hindernissen”. Ein 26-jähriger Fruchtsafttechniker (was immer das auch ist) sucht sich auf einer Datingseite eine Frau aus Usbekistan. Das hat zwar mit Liebe nichts zu tun, aber darauf kommt diesem Heiko wahrscheinlich auch nicht an.
Tatsächlich kommt die junge Frau nach Deutschland, zieht sofort bei Heiko ein. Blitzliebe. Oder so was Ähnliches. Schon wenige Tage später beschließt der junge Mann, dass die … ähm … Liebe so groß ist, dass er sie heiraten will.

Man könnte meinen, es handele sich um eine RTL-II-Dokusoap. Man muss sich schon fragen, warum das ZDF solche Leute derart prominent in die Öffentlichkeit zerrt und sie zumindest indirekt der Lächerlichkeit preisgibt.
Interessant wird es aber richtig, wenn man mal im Internet nach dem jungen Mann sucht.
Man stößt auf Einiges: Süddeutsche TV hat die Reihe im Jahr 2011 für das ZDF produziert. Oder besser gesagt: neu zusammengestellt. Denn die Geschichte, die erzählt wird, scheint schon mal im Jahr 2008 ausgestrahlt worden zu sein. So geht es aus diversen Foreneinträgen im Internet hervor. Und nicht nur das: Dieser Heiko wurde im Sommer 2010 wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 77 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt. So habe er teure Hotelzimmer gemietet, ohne das Geld dafür zu haben – auch und gerade für seine Osteuropa-Touren.

Und auf zdf info laufen nun seine “Abenteuer”, als ob nichts passiert ist, neu produziert 2011. Hat Süddeutsche TV dem ZDF tatsächlich eine alte Story verkauft, dessen Protagonist inzwischen verurteilt im Knast sitzt?

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log in: Politiker im Nacktscanner – müssen Wähler alles wissen?

Donnerstag, den 19. Januar 2012
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MI 18.01.2012 | 21.00 Uhr | zdf info

Och nö! Und wieder eine Talkshow, in der die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff ein Thema war. Diesmal wollte man bei “log in” am Mittwochabend auf zdf info wissen: “Politiker im Nacktscanner – müssen Wähler alles wissen?”
Sicherlich sind interessante Sachen angesprochen worden: Zum Beispiel, dass es Unsinn ist, wenn Christian Wulff sagt, sein Urlaub im Haus eines Unternehmers sei eine Privatsache. Ist es nicht, sagte ein Experte in der Sendung.

Aber mal im Ernst: Ist es wirklich notwendig, dass sich so ziemlich jede Talkshow im deutschen Fernsehen auf dieses Thema stürzt? Wären nicht zum Beispiel die möglichen Folgen des Schiffunglücks in Italien ein spannendes Thema gewesen? Es ist sehr ermüdend, wenn überall die selben Dinge durchgehechelt werden.

Zu Gast im Studio war übrigens auch die Unternehmerin Anke Domscheit-Berg. Sie ist dankbar, dass wir Medien haben, die den Finger in die Wunde legen. Dafür brauchen wir Medien, die das tun, sagte sie. Und: Jeder Mensch dürfe Fehler machen, es sollten aber nicht zu viele sein.
In der Affäre um die Bahn und das Kind, das unter anderem wegen eines fehlenden Fahrscheins neulich der Polizei übergeben wurde, war sie sicherlich auch dankbar über die Medien, die sich oft einseitig und in ihrem Sinne über die Bahn erregten. Wer nicht ihrer Meinung war, zählte da nicht besonders. Aber wie gesagt: Jeder Mensch darf Fehler machen.