RTelenovela

Fontane und immer diese Winkerei

Montag, den 24. Mai 2010
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Ich verstehe es nicht: Wieso meinen Leute, die auf einem Schiff unterwegs sind, dass sie anderen Leuten, die auch auf einem Schiff unterwegs sind oder am Ufer des Sees herumstehen, zuwinken müssen? Kaum kommt das Schiff in Sichtweite eines anderen Schiffes, wird gewunken bis zum Abwinken. Manchmal inklusive eines “Hallo!” oder “Huhu!” Die anderen leuten winken dann zurück oder ignorieren das lästige Gewinke. Aber es passiert immer wieder.

So heute auf einem Fahrgastschiff, das auf dem Ruppiner See unterwegs. Einmal von Neuruppin nach Wustrau und zurück. Ganz leise glitt das Schiff über den See, bei Kaffee, Kuchen und Schwedeneisbecher ging es an Gnewikow vorbei. Auf dem Steg am Jugenddorf standen zig Kinder herum und einige Männer in schwarzen Anzügen. Aber noch bevor wir uns ernsthaft fragen konnten, wir wir da vielleicht mal eingreifen müssten, hatten wir die Stelle auch schon wieder hinter uns gelassen. In Wustrau standen ein paar Leute am Steg, die hätten wir auch gern nach Neuruppin mitgenommen, aber sie wollten nicht. Sie haben was verpasst.

Eigentlich hatte ich den Ausflug nach Neuruppin vorgeschlagen, um ein wenig Fontane-Festspiele-Luft zu schnuppern. Und überhaupt mal zu sehen, was da so los ist. Aber irgendwie – war gar nichts los.
Nein, das stimmt so nicht. Auf der Seepromenade war natürlich so einiges los, aber da ist an einem Sonntagnachmittag bei schönem Wetter naürlich immer was los. In der Stadt selbst war nur stellenweise zu sehen, dass irgendwas los ist: ein MAZ-Sonderheft lag irgendwo rum, an der Klosterkirche waren Stühle aufgestellt. Aber irgendwie dachte ich, dass die Fontane-Festspiele auch auf die Stadt selbst ausstrahlen. Na ja, vielleicht nächstes Mal.

Dafür entdeckten wir eine kleine Gaststätte auf dem Hof der Siechenhauskapelle. Die hatte ich selbst während meiner fast halbjährigen Volozeit in Neuruppin nie wahrgenommen. Was nicht an der Siechenhauskapelle lag, sondern an mir. Im netten kleinen Innenhof gab es Salat, Käse und Bandnudeln. Es gibt offenbar in Neuruppin noch viel mehr zu entdecken.