RTZapper

Landung auf dem Mars – Die Ankunft des Rover Perseverance

Sonntag, den 21. Februar 2021
Tags: ,

DO 18.01.2021 | 20.15 Uhr | ARD-alpha

Wir bekommen neue Bilder vom Mars. Dafür sorgt der Mars-Rover Perseverance, der am Donnerstagabend deutscher Zeit auf dem fernen Planeten gelandet ist. Dass es möglich ist, so ein Gerät in die Ferne zu schicken, ist immer wieder eine Sensation.

Am Donnerstagabend übertrug u.a. ARD-alpha live die Ankunft des Rovers auf dem Mars. Oder besser: Man konnte nur übertragen, wie sich Leute freuen, dass der Rover auf dem Mars gelandet ist.
In der Live-Übertragung sahen wir den Kontrollraum der NASA, die den Rover dort hoch geschickt hat. Alle schauten ganz konzentriert, und plötzlich rissen alle die Arme hoch und jubelten.

Für den Zuschauer war das nicht ganz so aufregend, immerhin gibt es ja heute kaum noch Ereignisse, die zwar passieren, die man aber nicht wirklich verfolgen kann. Insofern ist das ein durchaus interessantes Event, dem man nur indirekt beiwohnen kann. Hinzu kommt, dass auch die NASA-Leute erst sieben Minuten nach der Landung wirklich wussten, ob die geklappt hat. So verzögert sind die Signale.
Immerhin lieferte die NASA vorher Animationen, die zeigen, was da oben wohl gerade passiert, und ein erstes Foto konnte auch kurz danach geliefert werden.

Vielleicht erleben wir das noch: den Moment, wo Menschen auf den Mars reisen. Und den Tag, an dem die ersten Menschen den Mars betreten. Dann wird das sicher nicht nur auf Spartensendern stattfinden.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 25. Februar 2021)

Hits: 113

RTZapper

maiLab: Corona geht gerade erst los

Samstag, den 4. April 2020
Tags: , , ,

DO 02.04.2020 | Funk

Es wird länger dauern. Corona geht gerade erst los.
Es sind jetzt etwa zwei Wochen, so lange gilt überall das Kontaktverbot als Sicherheitsmaßnahme zur Eindämmung des Coronavirus.
Und dann? Wie geht es weiter? Bis zum 19. April soll diese Phase dauern, in der wir möglichst zu Hause bleiben sollen. Beginnt am 20. April wieder das normale Leben?
Das können wir uns wohl abschminken.

Nach längerer Zeit Pause ging am Donnerstag eine neue Folge Funk-Formats “maiLab” auf Sendung. “Corona geht gerade erst los”, ist der Titel. Mai Thi Nguyen-Kim beschäftigt sich darin mit der Frage, was uns denn eigentlich noch erwartet und welche Maßnahmen warum nötig seien.

Es ist wahrscheinlich der erste Beitrag, der recht anschaulich und logisch erklärt, warum das alles so schnell nicht vorbei gehen wird.
So erklärt sie sehr gut, welche Zahlen der Neuansteckungen wir erreichen müssen, damit Lockerungen eintreten könnten. Wir erfahren aber auch etwas über Herdenimmunität und den Zeitraum, wie lange es dauert, bis wir sie erreichen. Es geht aber auch darum, dass wir das wirtschaftlich gar nicht durchhalten, wenn wir auf bestimmte Begebenheiten monatelang warten müssen.

Uns macht diese Sendung nicht glücklich. Aber sie macht schlauer. Und sie zeigt uns einen Weg, den wir beschreiten können, eine Perspektive, wo es hingehen könnte.
Sicherlich wird es Leute geben, die das alles anzweifeln, die das alles für unsicher halten oder auch für Quatsch. Aber Gegenbeweise, dass das ja alles gar nicht so schlimm ist, gibt es ja auch nicht.

Die “maiLab”-Ausgabe hat innerhalb von knapp zwei Tagen 2,32 Millionen Klicks bekommen, am Freitag war sie auf Platz 1 der Youtube-Trends. Eine Aufklärung, die offenbar viele erreicht und noch erreichen wird.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 319

aRTikel

Überflieger: Forschung an Pflanzenzellen wird zum großen Erfolg

Samstag, den 5. Mai 2018
Tags: , , , , ,

Michael Wudick aus Grüneberg arbeitet an der University of Maryland – jetzt erscheint ein Artikel von ihm in den USA im renommierten “Science”-Magazin

MAZ Oberhavel, 5.5.2018

Grüneberg.
Das kommt nicht alle Tage vor. Nicht mal alle Jahre, wie Michael Wudick sagt. Der 36-jährige Grüneberger hat geschafft, was nicht sehr vielen Wissenschaftlern vergönnt ist: Am Freitag erschien ein Artikel von ihm im US-Wissenschaftsmagazin „Science“.

Michael Wudick arbeitet seit 2014 als Postdoktorand am Institut für Zellbiologie und Molekulargenetik an der University of Maryland in College Park nahe Washington. Er gehört dort zum Team von Professor José Feijó. Gute sechs Jahre lang haben sie erforscht, wie Pflanzenzellen Glutamat Rezeptor-ähnliche Proteine (GLRs) verwenden, um zelluläre Kommunikationsnetze aufzubauen. Schon als er vorher in Lissabon war, forschte er an diesem Projekt.
Das Team vermutet, dass Pflanzenzellen einen spezifischen Mechanismus nutzen, um die Position von GLRs in der Zelle zu kontrollieren. Michael Wudick untersuchte Cornichon-Proteine, die in früheren Studien mit der Aktivität von Glutamatrezeptoren in Tieren in Verbindung gebracht worden sind. Vermutet wird, dass jede Pflanze zudem ein eigenes Immunsystem habe.

Keine leichte Materie. Sechs Jahre also dauerte das. „Ich sage deshalb immer scherzhaft, dass ich dafür eigentlich einen zweiten Doktortitel bekommen müsste, weil das so in etwa der Zeit einer Doktorarbeit entspricht“, erzählt Michael Wudick. „Ich arbeite aber nicht immer nur an dem einem Projekt, weil ich immer mehrere Projekte parallel laufen habe. Und wenn es bei einem stockt oder man warten muss, dass die Pflanzen wachsen, arbeite ich an dem anderem weiter.
Alle seine Projekte seien recht riskant, weil sie Grundlagenforschung darstellen, „und man da schnell oft Resultate bekommt, die man auf den ersten Blick nicht interpretieren kann.“ Man müsse eine ganze Reihe von weiterführenden Experimenten durchführen, um die ursprüngliche Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
„Grundlagenforscher, die dazu noch an Pflanzen forschen, haben es zudem oft doppelt schwer, weil sie gegen das ,Was hat die Menschheit denn davon?’-Stigma ankämpfen müssen“, so der Grüneberger, der inzwischen in Washington lebt, weiter. „Dabei wird oft vergessen, dass der Entwicklung von Medikamenten oder resistenteren Pflanzen jahrelange Grundlagenforschung voraus geht.“
Am Freitag ist das „Science“-Magazin mit seinem Beitrag erschienen. das macht ihn sehr stolz. „Obwohl mir das Prestige, das mit so einem Artikel kommt, gar nicht so bewusst ist“, sagt Michael Wudick. „Ich merke das immer nur, wenn Kollegen unglaubwürdig noch mal nachhaken, ob ich in DEM Science Magazin veröffentlicht habe.“

Er hofft, dass ihm die Veröffentlichung bei seinen weiteren Karriereschritten hilft. „Vor ein paar Jahren wäre eine Veröffentlichung in Journalen wie Science, Nature oder Cell quasi eine Jobgarantie gewesen. Heute ist die Konkurrenz viel größer.“
Michael Wudick machte im Jahr 2000 sein Abitur am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Er studierte danach in Potsdam, promovierte in Montpellier in Frankreich und arbeitete als Naturwissenschaftler in Lissabon in Portugal. Dort begann er mit der Forschung, die nun in „Science“ veröffentlicht worden ist. „Mein Chef ist derselbe. Er hat in Maryland eine Professur bekommen und mich mitgenommen“, erzählt der Grüneberger.

Hierzulande ist Michael Wudick auch bekannt für seine Musicals wie „Zwiebelchen“ oder „Lost and Found“, die in Berlin und Rheinsberg mit Kindern aus der Region aufgeführt werden – dazu kehrt er regelmäßig in seine alte Heimat zurück. Das nächste Mal voraussichtlich Ende Mai.

Hits: 136

RT liest

Giulia Enders: Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ

Dienstag, den 30. Mai 2017
Tags: ,

Das muss man Giulia Enders lassen: Sie stieß in eine echte Marktlücke, und der Titel ihres Buches ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden. Und, auch das schafft nicht jeder: Sie hat eine wirklich Klolektüre geschaffen, die sich damit befasst, was man auf dem Klo eben macht. Dass vorn auf dem Cover die Autorin selbst am größten abgebildet ist, wirkt da allerdings etwas unpassend.
“Darm mit Charme” heißt der Bestseller, in dem es um den Darm geht und um das, was er alles kann und macht.

Die Autorin zeigt, was eine gestörte Darmflora alles auslösen kann – Depressionen, Übergewicht, Allergien, natürlich Durchfall und daraus resultierend schlechte Laune.
Das Kapitel “Wie geht kacken” machte das Buch berühmt, und in der Tat ist es interessant zu lesen, warum man auf dem Klo eine bestimmte Sitzhaltung einnehmen muss, um den Stuhlgang so reibungslos wie möglich er erledigen.
Enders beschreibt, wie der Darm aufgebaut ist, wie er funktioniert und was dazu führen kann, dass er nicht funktioniert.

Das ist spannend. Der zweite Teil des Buches aber wird dann doch sehr wissenschaftlich. Wenn es um Mikroben geht, um Salmonellen, Toxoplasmen – alles Dinge, die dann schon sehr tief in die Materie gehen und für Nicht-Experten ein bisschen langatmig sind und die man schon mal überblättert.
Aber vielleicht ist das auch das Gute – dieses Buch ist in gewisser Hinsicht volkstümlich, aber geht dann auch wirklich in die Tiefe. Aber es kann sein, dass man selten beide Teile mag.

Giulia Enders: Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ
Ullstein, 304 Seiten
6/10

Hits: 184

RTelenovela

Überraschungsevent (8): Otto Bock Science Center

Sonntag, den 19. Februar 2017
Tags: , , ,

(7) -> 6.1.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im März bin ich dran.

Diesmal wurde ich auf eine falsche Fährte gelockt. Denn wir fuhren mit dem 200er-Bus in Berlin direkt auf den Potsdamer Platz zu und stiegen auch dort aus.
Berlinale? Nein, die war nicht unser Ziel.
Unweit vom Potsdamer Platz, in der Ebertstraße, befindet sich das Otto Bock Science Center für Medizintechnik. Dort waren wir zu einer Führung verabredet.

Ich musste mir allerdings erst mal erklären lassen, was mich denn dort erwartet. Und das erwies sich als sehr spannend. Otto Bock ist ein Unternehmen, das beispielsweise Beinprothesen herstellt. In der Ausstellung kann man sich solche Prothesen ansehen. Man kann probieren, wie es ist, zu greifen, zu fühlen und welche Knochen und Muskeln dabei eine Rolle spielen. Man kann probieren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen oder wie man die Balance auf einem Balken halten kann.

Ich weiß jetzt, dass Beinprothesen unterschiedlich funktionieren. Wenn die Amputation unterhalb des Knies erfolgte, schlüpft man mit dem Stumpf in eine Art Tasche. Erfolgte die Amputation weiter höher, sieht natürlich auch das Gerät anders aus, und das “Kniegelenk” ist sehr viel unflexibler, es bewegt sich nur nach vorn und hinten, aber nicht zur Seite.
Es gab dann auch die Frage, warum es eigentlich so wenig Armprothesen gibt. Die Antwort: Auch mit einem Arm kann man noch ganz gut “arbeiten”, der Mensch kann eher auf einen Arm als auf ein Bein verzichten – in Sachen Mobilität.

Sicherlich, diese Schau ist eine, die zu einem bestimmten Unternehmen gehört – aber dennoch erfährt man sehr viel über diese Technik und überhaupt über die Funktionsweisen unseres Körpers. Übrigens kostenlos – auch die Führungen.

Hits: 119

RT liest

Mahzarin R. Banaji / Anthony G. Greenwald: Vor-Urteile – Wie unser Verhalten unbewusst gesteuert wird und was wir dagegen tun können

Samstag, den 7. November 2015
Tags:

Wir haben alle Vorurteile. Bewusst oder unbewusst. Über Frauen. Über Männer. Über Flüchtlinge. Über Nazis. Über Schwarze, Schwule und Schwaben.
Mahzarin R. Banaji und Anthony G. Greenwald haben ein Buch über Vorurteile geschrieben. Darüber, wie unser Verhalten dadurch unbewusst gesteuert wird – und, so sagt es ja auch der Titel, was wir dagegen tun können.

Das ist an vielen Stellen ganz interessant, denn die beiden Wissenschaftler zeigen zunächst, wie unser Gehirn arbeitet, wie es Zusammenhänge erfasst oder auch Dinge weglässt. Dazu gibt es erhellende Selbsttests und Fallbeispiele.
Leider nimmt der Spannungsgehalt im zweiten Teil ziemlich ab, wenn es dann auch zunehmend langatmiger wird.

Mahzarin R. Banaji / Anthony G. Greenwald: Vor-Urteile – Wie unser Verhalten unbewusst gesteuert wird und was wir dagegen tun können
dtv premium, 285 Seiten
6/10

Hits: 89

RTelenovela

So sprechen Oranienburger

Donnerstag, den 30. April 2015
Tags: , ,

Pfannkuchen oder Eierkuchen? Oder doch eher Palatschinken? Unsere deutsche Sprache ist regional vielfältig, und erst neulich herrschte Aufregung darüber, dass Dialekte drohen, auszusterben. Kein Wunder: Wenn ein Schwabe nach Oranienburg zieht, wird er beim Bäcker ganz sicher keine Schrippe bestellen oder beim Imbiss nebenan einen Broiler kaufen.

Im Internet macht gerade ein Test die Runde, bei dem man rausfinden kann, wie wir wo sprechen. 24 Fragen sind zu beantworten. Zum Beispiel der gebratene, flache Fleischklops: Wie nennst du ihn? Bulette? Frikadelle? Oder gar Hacktäschli? (Nicht wirklich, oder?) Nennst du das Ding Bulette, dann bist du einer von hier (und hier ist in diesem Fall: Berlin und das Umland).
Oder die Hausschuhe: Latschen? Puschen? Schluffen? Und ganz brisant: die Uhrzeit 10.15 Uhr. Viertel nach zehn? Viertel elf? Viertel ab zehn? Viertel über zehn?

Der Test besteht aus lauter solchen Sprachfeinheiten. Und weil das Internet alles weiß, passte das Ergebnis des Tests wie die Faust aufs Auge: Auf Platz 1 meiner wahrscheinlichste Wohnorte ist Oranienburg. Passt. Ich kann’s eben nicht verleugnen.

-> Der Test

Hits: 4934