aRTikel

Überflieger: Vom Drescherfest bis zum großen Lichtspektakel

Samstag, den 20. April 2019
Tags: , , , , , ,

Die aus Vehlefanz stammende Alice Paul-Lunow (38) plant in ihrer FirmaFine Emotion Events – alles beginnt am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium

MAZ Oberhavel, 20.4.2019

Vehlefanz.
Events sind ihr Ding. Schon in der Schule war das so, als sie am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium den Frühlingsball organisierte. Inzwischen ist Alice Paul-Lunow Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma. Das in Potsdam ansässige Unternehmen Fine Emotion gibt es seit acht Jahren. Erst kürzlich fand in der Landeshauptstadt das Tulpenfest statt. Im Herbst heißt es „Berlin leuchtet“ unter ihrer Projektleitung, außerdem findet das Lichtspektakel in Potsdam statt. Bedeutend ist auch die Veranstaltung „M 100“, zu der viele Medienschaffende nach Potsdam kommen.

Alice Paul-Lunow ist in Vehlefanz groß geworden, ihre Familie lebt dort noch immer. Dietmar Sturzbecher, dem der Alte Dorfkrug in Staffelde gehört, ist ihr Vater. „Ich wusste immer, dass ich mit Menschen arbeiten möchte“, erzählt die 38-Jährige. Am Puschkin-Gymnasium war sie Schulsprecherin. Schon mit 17 Jahren bekam sie die Gelegenheit, für eine Agentur Veranstaltungen zu organisieren. „Ich habe dann mit 18 ein Kleingewerbe angemeldet. Damals gab es ja noch nicht so viel in Hennigsdorf.“ Sie war dann an verschiedenen Aktionen im Einkaufszentrum „Ziel“ und in der Storchengalerie beteiligt. „Es gab mal ein Beachvolleyball-Event auf dem Havelplatz.“ Nach dem Abi im Jahr 2000 begann sie eine Lehre als Marketingkauffrau. „Damals gab es noch kein Studium zum Veranstaltungsmanager.“
Im Laufe der Jahre seien die Events immer größer geworden. „Man sammelt ja mit der Zeit immer mehr Kontakte.“ 2010 war sie für eine Festveranstaltung zum 125. Kudamm-Jubiläum in Berlin zuständig. „Mit 10 000 geladenen Gästen und einem großen Feuerwerk an der Gedächtniskirche.“

Wichtig für solche Veranstaltungen sei eine gute Vorplanung. „Dann gibt es den Spannungsmoment, wo dann die Sachen auch alle gelingen müssen. Immerhin ist es für den Kunden der eine große Tag, da ist es egal, ob was schief geht.“ Klar, es funktioniere nicht immer alles, aber im Idealfall bekomme das keiner mit. „Ich mag den Prozess, Dinge zu gestalten. Und das Tolle ist: man bekommt sofort ein Feedback.“ Insgesamt 22 Leute arbeiten in zwei verschiedenen GmbH, eine davon betreibt Gastronomie-Objekte wie den Kutschstall und das Freundschaftsinsel-Café in Potsdam. Am vergangenen Wochenende waren 18 000 Menschen beim Potsdamer Tulpenfest, trotz schlechten Wetters. Allerdings gibt es momentan rund um das Fest Unruhe, weil der frühere Ausrichter rechtlich dagegen vorgehen will und es selbst wieder in die Hand nehmen möchte.

Für Alice Paul-Lunow spielt aber auch Oberhavel weiter eine Rolle. „Ich freue mich, wie sich die Region weiterentwickelt“, sagt sie. Sie lobt das Schloss Schwante, das Forsthaus in Sommerswalde und das Kremmener Scheunenviertel. Am Sonnabend, 27. April, ist sie beim Krämerwaldfest in Wolfslake, sie wird das Festprogramm moderieren. „Es ist total schön, dort wieder zu sein.“ Auch gehört sie zum Organisationsteam des Staffelder Drescherfestes, das am Alten Dorfkrug stattfindet.

Die Art der Veranstaltungen habe sich in den vergangenen Jahren durchaus geändert. „Früher gab es bei solchen Gelegenheiten immer, Champagner und Kaviar, aber das ist heute natürlich schwer erklärbar. Der Trend setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Es geht darum, Wärme zu vermitteln, die Leute abzuholen, sie sehnen sich danach, berührt zu werden.“

Sie hat zwei Kinder. „Das muss man gut organisieren, aber das haben wir sehr gut hinbekommen.“ Nachmittags nimmt sie sich Zeit für die Kinder, aber dafür wird abends noch mal gearbeitet. Momentan steckt sie schon in den Vorbereitungen für die Berliner und Potsdamer Lichterfeste. „Ansonsten lese ich sehr gerne“, sagt sie. Privat telefoniert sie ungern. „Ich versuche dann eher, Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, da brauche ich auch keine laute Musik.“

Hits: 88

RTelenovela

Vanille zuckerfrei

Freitag, den 19. April 2019
Tags: , , ,

Ich bin schon neulich im Oranienburger Filmpalast drauf gestoßen worden. Ich wollte am Tresen eine Vanille-Coke, aber die Verkäuferin wies mich darauf hin, dass sie die nur zuckerfrei habe. Und dass es die sowieso nur noch zuckerfrei gebe.
Ein bisschen angewidert, lehnte ich ab und nahm stattdessen eine normale Cola. Wenn schon Cola, dann auch mit Zucker.

Beim Einkauf im Supermarkt ist es mir dann aufgefallen, und ich staune eigentlich, dass die Sache so geräuschlos vor sich geht. Zumindest habe ich nicht wirklich etwas davon gehört: Coca Cola hat bis auf das Hauptprodukt alle Sorten auf Zuckerfrei umgestellt. Die Vanilla-Coke ist ebenso zuckerfrei wie die Cherry-Coke.
Ebenso bei der Fanta. Nur die Originalversion gibt es noch mit Zucker, alle anderen sind zuckerfrei.

Seltsam. Denn eigentlich ist das eine echte Revolution, die da vor sich geht. Dafür ist es aber auch echt ruhig. Keine Berichte, keine Proteste. Vielleicht will Coca Cola diese Nicht-PR auch, weil es den Leuten dann vielleicht erst recht auffällt.
Ich werde die zuckerfreie Coca Cola demnächst mal testen.

Hits: 106

RTZapper

Die Anstalt: Fertig machen zur Energiewende

Freitag, den 12. April 2019
Tags: , , , ,

DI 09.04.2019 | 22.15 Uhr | ZDF

Regierungsfernsehen? Irgendwas muss ich da am Dienstagabend verpasst haben. Denn wer im ZDF “Die Anstalt” gesehen hat, kann beim besten Willen nicht davon ausgehen, das ZDF sei Regierungsfernsehen.
Denn die Kabarettshow las den Politikern in Deutschland und der Welt gehörig die Leviten. Und wieder sorgte die Show dafür, dass man als Zuschauer hellhörig wurde – und durchaus wütend darüber, was wir erfahren haben. Oder besser: Was wir eigentlich wissen könnten, aber entweder verdrängt haben oder uns so noch nicht gesagt worden ist.

Die Frage ist, was kann eigentlich für die Umwelt getan werden. Natürlich können wir da alle was tun, und natürlich kann man auf den Jugendlichen rumhacken, weil sie demonstrieren und vielleicht selber nicht immer umweltbewusst sind. Dabei geht es doch erst mal darum, dass die Politik Fakten schafft und Politiker den Arsch in der Hose haben, Entscheidungen zu treffen, die vielleicht unpopulär sind, aber die nächsten Generationen ein besseres Leben schenken. Und eventuell der Wirtschaft weh tun.
Entscheidend für die Einhaltung den 1,5-Grad-Ziels sei es, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Und da sind Entscheidungen nötig. Denn 2015 schon haben wir wohl die 1-Grad-Marke schon erreicht.

“Die Anstalt” zeigte am Dienstagabend auf, wie groß der Einfluss der Wirtschaft ist und wie sich Politiker eher nach der Wirtschaft richten. So ging es auch um den Braunkohleausstieg.
Es heißt immer, man könne so schnell nicht raus aus der Kohleproduktion. Wegen der Wirtschaft. Wegen der Arbeitsplätze. Dass aber die großen Stromunternehmen unfassbar viel Geld dafür bekommen, wenn man die Kohlekraftwerke abschaltet, weiß kaum jemand. Dass sie die Kraftwerke extra länger laufen lassen als mal geplant, damit sie das Geld abgreifen können, auch. Dass in zehn Jahren nur noch 6000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind – wegen der Rente – und nicht mehr im mittleren fünfstelligen Bereich, wird auch gern verschwiegen.
Das macht so unfassbar wütend, wenn man hört, wie Politiker agieren und wie nicht. Wie sie könnten, wenn sie nur wollten. Aber stattdessen geht es um viel Geld für die Wirtschaft.

Da muss erst wieder eine Kabarettshow kommen, um Zusammenhänge zu erklären. Da Schlimme ist nur, dass es vermutlich nur wenig ändern wird. Andererseits wird man noch mehr Verständnis für die Jugendlichen haben, die freitags auf die Straße gehen.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 16.4.2020)

Hits: 114

RTelenovela

Essen? Aber doch nicht mehr heute!

Mittwoch, den 10. April 2019
Tags: , ,

Ich habe mir neulich ein ganz dolles Ding geleistet, und im Nachhein schäme ich mich sehr, dass ich dermaßen unverschämt war.
Es war ein Nachmittag um etwa 16.30 Uhr. Ich war im Büro bis dahin einfach nicht dazu gekommen, rauszugehen und mir etwas Warmes zu essen zu holen. Es wurde also höchste Zeit.
Ich lief raus, und unweit des Büros gibt es ein Geschäft, wo es warme Speisen gibt. Ich ging also in diesen Laden rein. Hinter der Theke lief eine Frau hin und her, und es sah schon sehr nach Feierabend aus.

Ich war frech, sehr frech. Ich frage die Frau, ob es denn noch was Warmes zu essen gebe. Nein, sagte die Frau, sie mache schon sauber, schließlich sei ja bald Feierabend.
Ich schaute noch mal zur Uhr, es waren noch 90 Minuten bis zur Schließung des Ladens. Die Frau sagte, sie wolle einen pünktlichen Feierabend.

Das habe ich natürlich akzeptiert. Und es war mir auch peinlich, dass ich sie so wenige Sekunden vor Schließung noch belästigt habe.
Am Ende landete ich im Sandwichladen. War auch lecker.

Hits: 93

RTelenovela

Sonnabendnachmittag in Oranienburg: Eine Stadt pennt

Sonntag, den 24. März 2019
Tags: ,

Sonnabendnachmittag in Oranienburg. In der Innenstadt ist nichts los. Gar nichts. Die Autos düsen auf der Bernauer Straße durch, zum Anhalten gibt es eigentlich keinen Grund. Alle Läden haben geschlossen. Man könnte auch genauso gut die Bürgersteige hochklappen.
Was kann man da tun?

Darauf gekommen bin ich, als ich in der Havelstraße – am Rand des Zentrums – vor dem geschlossenen Café der Bäckerei Plentz stand. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass der Laden sonnabends nicht schon am Mittag schließt. Immerhin wurde das Geschäft erst kürzlich um- und ausgebaut, es gibt dort jetzt einen größeren Café-Teil. Aber am Sonnabend erwartet man am Nachmittag keine Kuchenesser.
Dasselbe gilt für das Bäckerei-Geschäft an der Bernauer Straße. Am Mittag ist Schluss.

Dabei wäre genau so ein Laden eine Chance für die Innenstadt. Wenn nicht mal ein Café am Sonnabendnachmittag geöffnet hat – vielleicht mit einem größeren Kuchenangebot als sonst -, wo sollen denn sonst die Leute her- oder hinkommen? Jetzt zum Frühlingsbeginn spielt das vielleicht noch nicht die Rolle. Aber wenn Sommer ist und Leute draußen sitzen können, dann wäre dort die Chance, Leute in die Innenstadt zu holen.
Ein paar Meter weiter gibt es ein Bistro, das aber auch nur drei Stunden am Tag unter der Woche geöffnet hat. Noch so ein Laden, der verhindert, dass was passiert in der Innenstadt. Ein Bistro, das geschlossen ist, zieht keine Leute an. Das ehemalige Café neben dem Bistro steht seit Ewigkeiten leer. Noch eine vertane Chance.

Es braucht gute Gastronomie in einer Innenstadt. Eine, wo man schnell bedient wird. Ein Café, Eis, Kuchen. Das kann ein Grundstein sein. Und wenn erst mal Leute da sind, dann könnten vielleicht auch weitere Geschäfte überlegen, dass sie öffnen.
Es wird so oder so immer schwerer, die Menschen in die kleinen Innenstädte zu holen, und Oranienburg hat es besonders schwer, weil ein richtiges Zentrum fehlt. Eine Einkaufsmeile wird die Stadt nie bekommen, weil man eine Bundesstraße nicht beruhigen kann. Aber man hat auch den Eindruck, dass eine ziemliche Ideenflaute und Lustlosigkeit herrscht.

Hits: 155

aRTikel

Pakete, Lotto und ein kleiner Plausch sind immer drin

Dienstag, den 19. März 2019
Tags: ,

Seit 25 Jahren betreibt Birgit Elling in der Dorfstraße in Schwante ihreBestellannahme – sie wollte schon immer Verkäuferin werden

MAZ Oberhavel, 19.3.2019

Schwante.
Sie nimmt sich gerade mal zweimal Urlaub im Jahr. Mehr ist nicht drin. Schließlich führt sie ihren Laden in der Schwantener Dorfstraße allein. Seit 25 Jahren gibt es die „Bestellannahme Elling“, direkt an der Ecke zum Schlossweg. Bei Birgit Elling können Kunden Pakete abgeben oder abholen. „Früher war das ein Quelle-Shop, aber dann sind die ja pleite gegangen“, erzählt die 57-Jährige. Inzwischen arbeitet sie mit verschiedenen Anbietern zusammen, für 14 Versandhäuser ist eine Bestellabnahme bei ihr möglich.
„Es wird aber weniger, weil die Leute immer öfter über Amazon oder Zalando bestellen“, sagt sie. „Die verdrängen die anderen Anbieter.“ Wenn die Kunden der jeweiligen Versandhäuser direkt bei ihr in Schwante bestellen ist es allerdings sogar oft preiswerter. „Bei mir fallen keine Versandgebühren an.“ Außerdem kümmert sie sich darum, wenn Reklamationen getätigt werden müssen. Im Laden ist es aber auch möglich, Lotto zu spielen, es gibt Zeitungen und Zeitschriften, Schulbedarf, Kurzwaren und sogar ein kleines Sortiment mit Anziehsachen.

Bevor Birgit Elling ihren Laden in Schwante eröffnet hat, arbeitete sie mehrere Jahre lang in der damaligen LPG, dann für anderthalb Jahre bei einer großen Supermarktkette. „Gelernt habe ich Facharbeiter für Lagerwirtschaft“, erzählt sie. „Im Osten gab es ja viele solcher Lager. Wir haben bei uns alles für den Konsum zusammengestellt.“ Aber schon immer hatte sie einen Wunsch: Sie wollte einen eigenen Laden eröffnen. „Ich wollte immer Verkäuferin werden.“
Wo sie heute jeden Tag Kunden bedient, war früher der Kälberstall von den Eltern. Dann sind Räume für einen Konsum gesucht worden. Birgit Elling erzählt, dass der Konsum dort eingerichtet und an den Staat verschenkt worden ist. „Ich musste den Laden dann wieder zurückkaufen.“ Als Quelle in den 90ern nach einem Laden gesucht hat, sah sie ihre große Chance gekommen, sich selbstständig zu machen.

Bereut hat sie das noch nie. „Manchmal kommt es vor, dass Leute einen bepöbeln, sie kommen zum Beispiel mit einem Zettel, aber das Paket ist nicht hier im Laden, und dann stellt sich raus, dass es beim Nachbarn ist. Andererseits habe ich auch ganz liebe Kunden.“ Viele Stammkunden seien darunter. „Laufkundschaft habe ich hier nicht viel, das sind größtenteils die Leute hier aus dem Ort.“ Die meisten kommen wegen der Pakete, spielen Lotto oder kaufen sich eine Zeitschrift. „Kinder holen hier auch schon mal ihre Schulsachen.“ Im Sommer verkauft sie auch Blumen. „Viele Leute sind hier auch froh, wenn sie mal ein paar Worte loswerden.“ Für ein bisschen Smalltalk ist immer Zeit bei Birgit Elling. „Es macht mir Spaß, mit den Leuten umzugehen.“
Das rechnet sich, weil ihr der Laden gehört, sie muss keine Miete zahlen – und sie betreibt den Laden allein. Früher hat ihre Mutter mitgeholfen, das geht heute kaum noch, aber sie ist öfter mit im Geschäft.

Als Ausgleich zum Beruf geht sie gern zum Line Dance nach Bärenklau. „Das mache ich schon 20 Jahre und ist eine tolle Abwechslung zum Alltag.“ Früher hat sie auch Volleyball gespielt, aber das hatte sie dann aufgegeben.

Wie lange wird es die Bestellannahme in Schwante noch geben? „Ich werde das machen, bis ich Rentnerin bin“, sagt Birgit Elling. Sie wohnt gleich nebenan, war schon immer Schwantenerin. „Was dann hier passiert, ist völlig offen.“ Sie würde sich aber so oder so wünschen, dass noch mehr Kunden kommen.

Hits: 145

ORA aktuell

“Donna Rosa” öffnet in der Oranienburger Neustadt

Dienstag, den 19. März 2019
Tags: ,

Oranienburg bekommt am Donnerstag ein neues italienisches Lokal. “Donna Rosa” wird an der Ecke Bernauer Straße/Straße der Einheit eröffnet. Geführt wird es von Rosario Lauricella und seiner Familie.
Das Lokal bietet 46 Plätze und ist an jedem Tag geöffnet.

Hits: 144