ORA aktuell

Aus für den Friseur in der Oranienburger Schulstraße

Mittwoch, den 5. Januar 2022
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Der Friseur auf dem Hinterhof der Oranienburger Schulstraße ist geschlossen. Schon am 23. Dezember war er das letzte Mal geöffnet.
Seit 1995 gab es an dieser Stelle einen Friseurladen, die meiste Zeit betrieben als “Schünkes Haarstudio” von Heidi Schünke, in den vergangenen drei Jahren als “Hair-Concept” von Dirk Herzog.

“Dies ist eine rein betriebswirtschaftliche Entscheidung, die aus der aktuellen Corona-Situation heraus entstanden ist“, sagte Dirk Herzog der Märkischen Allgemeinen. Es sei zudem schwierig, Mitarbeitende zu finden.
Gerüchten zufolge wird an der Stelle kein neuer Friseur eröffnen.

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aRTikel

Seit vier Jahrzehnten wird gebohrt

Mittwoch, den 29. Dezember 2021
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Die Firma Brunnenbau Berger in Sommerfeld feiert Neujahr ihr 40. Jubiläum

MAZ Oberhavel, 29.12.2021

Sommerfeld.
Heute ist die Firma so groß wie nie: 28 Leute arbeiten für das Sommerfelder Unternehmen Brunnenbau Berger. Und in diesen Tagen gibt es etwas zu feiern – am 1. Januar wird die Firma 40 Jahre alt. „Wir haben es jahrelang versucht“, erzählt Firmengründer Klaus Berger. Aber in der DDR eine Gewerbegenehmigung zu bekommen, war nicht so einfach. „Sie kam im November 1981, völlig überraschend.“ Klaus Berger hatte damals eine Frau und zwei Kinder, war viel auf Montage. „Und irgendwann willst du ja mal zu Hause sein.“
Schon sein Vater Max war Brunnenbauer, auch schon dessen Vater. Inzwischen führen Klaus und sein Sohn Brian die Firma. „1982 war ich erst mal alleine, dann kam ein Mitarbeiter dazu“, erinnert sich Klaus Berger. Aber dann ging alles recht schnell. „Ich war der erste im Bezirk Potsdam, der Spülbohranlagen eingesetzt hat.“
Mit der Wende kam zunächst die Angst – wie würde alles weitergehen? „Aber eigentlich hatten wir dann doch nie einen richtigen Einbruch gehabt, wir haben die Wende gut überstanden.“ Ein Problem war in den frühen 90ern eher die Zahlungsmoral, da sei die Firma schon mal auf größeren Geldbeträgen sitzengeblieben. Das hält sich bis heute. „Wirtschaftlich können wir nicht klagen“, sagt Brian Berger. „Die Personalsuche ist das Problem.“

Auch bei Brian Berger (39) war immer klar, „dass ich Brunnenbauer werde“, erzählt er. „Ich bin damit aufgewachsen, als Jugendlicher musste ich auch schon mal helfen“, erklärt er. Im Jahre 2012 machte er seinen Meister, er stieg in die Firma ein. Vor sechs Jahren wurde die GmbH gegründet. Auch Bruder Gil ist Teil der Firma. Brunnenbau Berger ist ein echtes Familienunternehmen. Im Büro arbeitet auch Brian Bergers Ehefrau Wenke. „Ich könnte es ohne meine Frau nicht machen“, sagt er.

Die Firma besitzt momentan mehr als 30 Fahrzeuge, rechnet man die verschiedenen Anhänger mit. „Wir brauchen viel schwere Technik“, sagt Brian Berger. Gearbeitet wird vorwiegend im Raum Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern bis runter nach Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Ablaufplan für die einzelnen Maschinen steht teilweise schon bis zum Herbst 2022 fest. „Das wird auch nicht weniger.“ Es gebe immer weniger Brunnenbau-Betriebe. „Im großen Bereich gibt es nicht mehr so viele“, so Brian Berger. Fragt man, wo die Sommerfelder überall Brunnen gebaut haben, ist die Liste sehr lang. In Kyritz wurden vier Brunnen fürs Wasserwerk gebaut, außerdem für die Wasserwerke in Börnicke, Fürstenberg, in Sachsenhausen ist eine Probebohrung schon fertig, im nächsten Jahr steht Liebenwalde auf dem Plan. 2020 wurden drei Glaskugelbrunnen gebohrt. „Das war auch für uns Neuland.“

Der Standort der Firma war immer Sommerfeld. Los ging es mit dem Büro in der Wohnstube, später standen drei Bürocontainer, auch das Grundstück selbst wurde größer. Zum Jubiläum gibt es einen Umzug nach Hohenbruch. „Die Werkstatt bleibt hier, aber das Büro und der Rest ziehen um“, sagt Brian Berger. „Für mich ist es dann nicht mehr so weit zu fahren“, sagt der 39-Jährige, der auch in Hohenbruch wohnt.

Es bleibt viel zu tun für die Brunnenbauer. Firmengründer Klaus Berger (70) will unterdessen im nächsten Jahr ein bisschen weniger arbeiten. Wobei sein Sohn Brian betont: „Ich kann nicht sagen, dass ich unterm Pantoffel stehe. Das war noch nie so. Wir sind auf einer Wellenlänge.“

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aRTikel

Leute, Leute: Unterwegs in schwierigen Zeiten

Mittwoch, den 22. Dezember 2021
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Lucas Fünfhaus (31) aus Lehnitz kämpft als Veranstaltungstechniker mit den Umständen der Pandemie – im Sommer leistet er ein Wochenende Hilfe im Flutkatastrophen-Gebiet

MAZ Oberhavel, 22.12.2021

Lehnitz.
Es sind bewegte Zeiten für Lucas Fünfhaus. Der 31-Jährige aus Lehnitz ist eigentlich freier Veranstaltungstechniker. Aber nun ist das ja in Zeiten des Coronavirus so eine Sache mit den Veranstaltungen. Viele Jobs brachen weg. Stattdessen arbeitete er im Impfzentrum und war im Sommer im Hochwassergebiet.
Bis heute herrschen in der Event-Branche riesige Unsicherheiten. „Die Situation ist unplanbar“, sagt er. „Es weiß niemand, ob die aktuellen Hygienekonzepte etwas bringen und wie man damit umgehen soll.“ Planungen seien normalerweise langfristig. „Und es setzt sich ja niemand hin und plant, um dann drei Tage vorher neue Beschlüsse umsetzen zu müssen.“

Im Herbst 2020 nahm Lucas Fünfhaus an den Demonstrationen der Eventbranche teil, die bis heute kaum als Krisenbranche in der Pandemie wahrgenommen wird. Inzwischen ist er fest angestellt als Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei einer Berliner Firma. „Die buchen mich seit langem.“ Ohne die Festanstellung hätte er vermutlich bis April keine Kunden gehabt. Kürzlich wurde erst bekannt, dass auch 2022 die Grüne Woche in Berlin ausfallen wird. Damit wäre er den ganzen Januar beschäftigt gewesen. „Das ist einfach weg und kommt nicht wieder.“
Immer mal wieder hört er dann: „Dann muss man sich eben umorientieren.“ Aber auch das sei nicht so einfach. „Man macht ja nicht irgendeinen Job, sondern etwas, was einen bewegt und die Leidenschaft ist. Und wir sind keine Schwerverdiener. Wir arbeiten oft zu schlechten Uhrzeiten.“ Wenn jemand aus der Branche rausgehe, mache er anderen ebenfalls Konkurrenz. Sei er aber erst mal weg, habe einen geregelten Job und ein besseres Einkommen – dann komme er oft nicht mehr wieder.

Auch beim Lehnitzer Karneval Klub (LKK) kümmert sich Lucas Fünfhaus um die Technik. „Es wird zwar noch geprobt, aber eigentlich ist das Vereinsleben auf Null zurückgefahren.“ Man traue sich noch nicht, alles abzusagen, die Seniorenveranstaltungen seien aufs Frühjahr verschoben. „Bei uns im Saal, wo wir sonst 130 bis 140 Plätze haben, dann auf Abstand zu gehen, klappt nicht.“ Seit 1997 ist er Mitglied im Verein, wie seine ganze Familie. Er tanzte bei den kleinen Funken und rutschte dann in die Techniksparte. Eigentlich beginnt am 1. Januar der Aufbau für die Shows. „Ein Riesenaufwand.“ Ob er damit anfängt, ist noch unklar.

Im Sommer arbeitete der Lehnitzer im Oranienburger Impfzentrum in der Turm-Erlebniscity. Ein Job, der ihm Spaß gemacht hat. Er war bekannt dafür, dass er über der FFP2-Maske noch eine rote Nase trug. „Die meisten Leute haben sich gefreut und meinten, es sei schön, mal was anderes zu sehen – und in der schweren Zeit auch mal ein Lächeln.“

Zur Fluthilfe kam er über eine Freundin, die in der Katastrophenregion wohnt. „Da wollte ich helfen.“ Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass er sich am Wochenende in die Sonne lege, während im Kreis Euskirchen die Not herrsche. An einem Freitag machte er sich los – nachdem er noch bis 21.30 Uhr gearbeitet hatte. Er hatte verschiedene Hilfsmittel und Materialien an Bord, auch ein Stromaggregat. Einen Kühlschrank, für den er bei Ebay 50 Euro bezahlen sollte, bekam er kostenlos – nachdem er gesagt hatte, wohin er das Teil bringen wollte.
Die Eindrücke bleiben: „Man fährt einen Berg runter, und plötzlich sieht man ein Auto auf dem Feld. Man fährt um die nächste Kurve, da liegt ein Auto auf dem Dach oder mehrere übereinander.“ Man kenne die Flutbilder aus dem Fernsehen, aber vor Ort sei es deutlich schlimmer gewesen. Ein Wochenende lang packte er mit an. „Am Abend hat man gemerkt: Die Leute sind so richtig kaputt, weil die seit Tagen gearbeitet haben.“ Dass ihm manche Leute von der Tour abgeraten haben, hat ihn geärgert. „Da wurde jede Hand gebraucht.“

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Oranienburger Kellerkind schließt

Sonntag, den 19. Dezember 2021
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Das kleine Lokal “Kellerkind” im Oranienburger Oranienwerk wird zum Jahresende schließen. Das teilten die Betreiber am Sonnabend auf ihrer Facebookseite mit. “Wir werden unsere Pforten im nächsten Jahr nicht mehr öffnen.”
Dafür gebe es viele Gründe, “und nein, Corona, 2G, 3G und so weiter spielen da keine entscheidende Rolle.”

Am dem 22. Dezember sei noch mal täglich geöffnet, “schließlich wollen wir uns auch von jedem von euch verabschieden können”, so die Betreiber weiter. “Wir danken euch von ganzem Herzen für jeden wunderbaren Abend und die legendären Nächte, die wir hatten.”

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Letzte Oranienburger DDR-Kaufhalle wird 2022 abgerissen

Donnerstag, den 16. Dezember 2021
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Es ist die letzte erhalten gebliebene ehemalige DDR-Kaufhalle, die in Oranienburg noch steht. 2022 soll sie abgerissen werden. Dort befindet sich die russische Einkaufskette Maxnat mit einem Supermarkt – er schließt zum Jahresende. Das berichtet die Märkische Oderzeitung.

Nach dem Abriss soll dort – wie auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite – ein fünfgeschossiges Eck-Gebäude mit Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss könnte dann ein neuer Maxnat-Markt eröffnen.

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ORA aktuell

Oranienburger Netto-Markt wird umgebaut

Dienstag, den 7. Dezember 2021
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Der Netto-Einkaufsmarkt am Oranienburger Louise-Henriette-Steg wird derzeit umgebaut. Das Geschäft, das in den letzten Jahren ziemlich runtergekommen war, wird modernisiert.
Nach Angaben der Presseabteilung am Montag solle es mehr als 5000 Artikel auf einer Verkaufsfläche von rund 650 Quadratmetern geben. 400 ökologisch zertifizierte Bioprodukte wie Obst, Käse und Wurst seien im Sortiment.

Am 14. Dezember will Netto an diesem Standort die Wiedereröffnung feiern. Derzeit ist das Geschäft dort geschlossen.

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Rügen 2021 (12): Von Real zu Kaufland

Montag, den 29. November 2021
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(11) -> 28.11.2021

Nach der Zerlegung der Real-Supermärkte war vielen Standorten unklar, was aus den meist recht großen Geschäften werden sollte. In Neuruppin ist aus dem Real-Markt ein großer Edeka geworden. Davon gibt es aber auf Rügen schon einige, und in Bergen selbst gibt es bereits auch einen Edeka-Markt. Eine völlige Schließung des Real-Marktes in Bergen wäre allerdings für den Standort am Rand der Stadt eine Katastrophe gewesen.
Aber es gibt ihn noch: Im Falle von Real in Bergen auf Rügen erfolgte eine Neueröffnung als Kaufland.

Ein Besuch bei Real war irgendwie immer ein Teil des Rügen-Besuches gewesen. Weil das immer etwas mehr war als ein Supermarkt. Es gab eine riesige Spielzeug-Abteilung, eine große CD/DVD-Abteilung, es gab Klamotten zu kaufen und eben vieles, was man dort entdecken konnte.
Nun also Kaufland.
Aber der Besuch war eine einzige Ernüchterung. Das kann man aber Kaufland eigentlich kaum vorwerfen, denn der Supermarkt in Bergen ist das, was man von Kaufland immer erwarten kann. Umfangreiches Sortiment, aber es ist eben ein normaler Supermarkt. Das Besondere ist komplett weggefallen, auch wenn es immer noch ein bisschen Spielzeug und DVDs gibt.

Irritierend ist, wie ramschig der Markt an einigen Stellen wirkt. Seltsam runtergekommen und schäbig, besonders im hinteren Teil. Da wirkt Kaufland wie ein alter 1-Euro-Markt, der schon lange nicht mehr renoviert worden ist.
Auch sind einige Gänge so breit, dass man sich da ein bisschen verloren vorkommt. In der Getränkeabteilung habe ich die Logik noch nicht verstanden, warum bestimmte Eistees an einer Stelle stehen, und andere Eistee an ganz anderer.

Die Menschen in Bergen und drumherum bekommen immer noch alles, was sie brauchen. Aber nach dem Aus von Real ist das Einkaufserlebnis – wenn man das so nennen kann – dann doch sehr verloren gegangen.

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