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Überflieger: Der Schlossherr wohnt direkt unterm Dach

Samstag, den 30. November 2019
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Rafael von Thüngen-Reichenbach leitet seit 2011 das Hotel und Restaurant in Groß-Ziethen – auch die Kultur ist ihm sehr wichtig

MAZ Oberhavel, 30.11.2019

Groß-Ziethen.
Morgens um 7 beginnt sein Tag. Wobei er allerdings irgendwie immer im Dienst ist, denn er wohnt wo er auch arbeitet. Seit Anfang 2011 ist Rafael von Thüngen-Reichenbach der Schlossherr von Groß-Ziethen.
Der 57-Jährige kümmert sich um seine 22 Mitarbeiter, Natürlich um die Gäste, den Vertrieb und das Marketing, er trifft Investitionsentscheidungen, erstellt Dienstpläne und kümmert sich um Behördengänge. „Dem Schloss geht es ganz gut“, sagt er. „Wir haben ein sehr arbeitsreiches Jahr hinter uns.“ So finden auf Schloss Ziethen Konzerte, unter anderen von den Havelländischen Musikfestspielen, statt. „Ich mache das, weil ich es auch selbst gut finde. Und es steht uns auch ganz gut, wenn sich das Haus auch nach außen öffnet.“ Das Haus stehe jedem offen, er möchte nicht, dass es einen elitären Charakter hat.
Er selbst hat seine Wohnung unterm Dach. „Ganz normal Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad. Ich habe da oben keine ganzen Raumfluchten für mich“, sagt er. „Ich mag es sehr, wenn es still ist und das Haus vor sich hinknackt. Es ist ein altes Gemäuer mit seinen alten Geräuschen.“

Geboren worden ist er 1962 in München. Dort ist er auch bei seiner Mutter aufgewachsen – und in der Rhön, wo sein Vater lebte. In München machte er auch sein Abitur. Nach dem Grundwehrdienst in Ingolstadt ging er zum Studieren nach Hamburg – Betriebswirtschaft. „Was ich machen wollte, so ganz wusste ich das noch nicht. Aber es sollte irgendwie in die Richtung Konzern-Rechnungswesen und Controlling gehen.“ So kam es dann auch – bei MAN-Nutzfahrzeuge. „Da war ich auch viel im internationalen Bereich unterwegs“, erzählt er. „Dann kam die Wende, und ich dachte mir, da kannst du jetzt nicht in München sitzen und das aus der Ferne betrachten. Ich fand die Veränderungen spannend.“ Er zog Ende 1991 nach Dresden, arbeitete dort ebenfalls im Controlling. Sein erster Dienstwagen dort: ein Trabant Kombi.
Später machte Rafael von Thüngen-Reichenbach sich als Unternehmensberater selbstständig, erst in Berlin, 2001 zog er mit seiner Familie nach Würzburg. „Dann stand hier die Frage im Raum,wie es mit dem Haus weitergeht.“ Seine Mutter Edith von Thüngen leitete bis dahin das Schloss. Er übernahm 2011. Für ihn eine Umstellung. „Davor arbeitete ich alleine, jetzt beschäftige ich mich mit Personalarbeit.“

Aber er macht es gern, wenn er über sein Schloss spricht, dann klingt da auch Freude mit durch. In der Regel endet sein Tag nach 21 oder 22 Uhr, einen richtigen Urlaub will er sich nach längerer Zeit im nächsten Jahr mal wieder gönnen – vielleicht für zehn Tage. Zum Entspannen geht er gern mal spazieren, oder er fährt mit dem Rad durch die Gegend. Wenn Zeit ist für längere Touren, dann ist er gern rund um den Stechlin unterwegs. „Ich mag den See, er ist einfach klasse.“ Oder den Weg von Linumhorst in Richtung Wall durchs Luch. „Mit der Stahlbrücke, die hoffentlich nie zusammenfallen wird. Die Gegend ist unglaublich schön.“ Wenn er wandern geht, dann darf Riesenschnauzer Zeus mit. Zeus ist der Schlosshund in Groß-Ziethen. „Der Liebling der meisten Gäste. Er mag es, Menschen um sich zu haben.”
Nur wenige Tage im Jahr, vor Weihnachten, herrscht Ruhe im Schloss. Das sind die Momente, wo auch der 57-Jährige zu Hause mal ganz abschalten kann.

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RTelenovela

Rügen 2019 (14): Kino in Bergen – bald ist Schluss

Donnerstag, den 21. November 2019
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(13) -> 20.11.2019

Und noch eine schlimme Nachricht für die Insel Rügen. Im März 2020 schließt das einzige Multiplex-Kino auf der Insel. Das UC-Kino in Bergen könnte es dann nicht mehr geben.
Der Betreiber hat zwar noch Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird, aber davon ist noch nichts zu hören.

Im Sommer gibt es auch anderswo Kino. In Göhren zum Beispiel, auf dem Zeltplatz. Allerdings laufen dort nicht die ganz aktuellen Filme, und richtig gemütlich ist es auch nicht. Und nach dem Sommer ist in Göhren immer Schluss.

Doch die Besucherzahlen in Bergen reichen wohl nicht mehr. Die heißen Sommer könnten dem Kino den Rest gegeben haben, auch die Baustelle in Bergen, durch die man nur noch schwer zum Kino gekommen ist.
Neulich habe ich dort einen Film gesehen – nach 20 Uhr, und es waren nur sieben Leute im Saal.
Wenn das Kino in Bergen schließt, dann haben es die Rügener richtig weit – dann müssen sie nach Stralsund, und das ist dann schon ein ordentlicher Weg aus manchen Regionen der weitläufigen Insel.
Hoffentlich tut sich noch was bei der Nachfolgersuche.

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RTelenovela

Rügen 2019 (13): Vermisst – Binzer Bierstuben

Mittwoch, den 20. November 2019
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(12) -> 31.8.2019

Böse Überraschung beim herbstlichen Rügen-Trip. Eigentlich sollte der erste Tag mit einem Essen in den “Binzer Bierstuben” enden. Ein Besuch dort ist Pflicht. Die Scholle dort ist eine Wucht, dazu die leckeren Bratkartoffeln und der richtig leckere Krautsalat mit dem selbstgemachten Dressing.

Vergangenheit.
Die “Binzer Bierstuben” sind geschlossen.

Ein Moment des Schocks. Ich hatte mich schon gewundert, dass am späten Nachmittag alles duster ist. Aber ich dachte noch, am Abend wird das Ding dann schon geöffnet sein.
Falsch gedacht.
Stattdessen klebt ein Zettel am Eingang. Darauf steht, dass das Hotel “Granitz” mit den “Binzer Bierstuben seit dem 21. Oktober 2019 geschlossen seien. Man bedanke sich für die jahrelange Treue und wünsche alles Gute.

Was war da bloß passiert? Dass die pleite waren, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, gerade im Sommer geht am Abend nichts ohne Vorbestellung.
Also hörte ich mich in Binz mal um.
Übereinstimmend hieß es, dass die Betreiber die Pacht nicht verlängert hätten. Dass die wohl zu teuer geworden wäre, beziehungsweise erhöht worden sei. Vermutlich ist da was dran, aber genau weiß man es nicht.
Wenn man durchs Fenster schaut, ist die Einrichtung noch drin. Ob irgendjemand anderes das Haus übernimmt, ist unklar. Mindestens in den Hotelteil müsste allerdings investiert werden, was ich schon festgestellt hatte, als ich da mal gewohnt habe.
Aber in Binz wird befürchtet, dass das Ding nun stattdessen erst mal leersteht. Und das ist einfach nur ein riesiger Jammer.

An der Strandpromenade, wo ich die Ersatzscholle essen wollte, war übrigens auch geschlossen – aber nur bis Weihnachten. Und die Ersatz-Ersatzscholle im Lokal an der Hauptstraße war ganz okay, aber an die in der Binzer Bierstuben reichte sie bei weitem nicht ran.

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ORA aktuell

Oranienburger Stadtwerke: Strompreis steigt

Samstag, den 16. November 2019
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Die Stadtwerke Oranienburg erhöhen den Strompreis. Zum 1. Januar 2020 soll er um 1,55 Cent pro Kilowattstunde auf 31,90 Cent steigen. Der Grundpreis bleibe unverändert bei 78 Euro jährlich.
Damit würden sich die monatlichen Stromkosten für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 2000 Kilowattstunden um rund 2,60 Euro verteuern.
Begründet wird die Preissteigerung mit dem Umbau der Energieversorgung in Deutschland.

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ORA aktuell

Streik an der Oranienburger Turm-Erlebniscity

Montag, den 11. November 2019
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Nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi ist am Sonnabend die Oranienburger Turm-Erlebniscity bestreikt worden. Der Warnstreik dauerte von 6 bis 22 Uhr und führte zur Schließung von Sauna und Erlebnisbad an diesem Tag.
Laut Verdi gehe es um die Aufnahme von Gesprächen über Tarifverträge des öffentlichen Dienstes für die Angestellten. Die Gewerkschaft bemängelt die „Verweigerungshaltung der Geschäftsführung, überhaupt in Gespräche einzutreten.“

Geschäftsführer Kay Duberow weist den Vorwurf zurück. Es seien seit 2014 mehrere Tarifverträge mit der aus seiner Sicht für den Turm zuständigen Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) vereinbart, sagte er der Märkischen Allgemeinen. Diese würden den Mitarbeitern der Stadtwerke Oranienburg GmbH einen für die Branche “im Vergleich überdurchschnittlichen Lohn“ zusichern.

Offenbar hat sich bei weitem nicht die ganze Belegschaft an dem Warnstreik beteiligt.

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ORA aktuell

Aus für das Oranienburger Sanitätshaus Schulz

Donnerstag, den 7. November 2019
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Das nächste Geschäft mit langer Tradition in Oranienburg schließt. Das Sanitätshaus Schulz in der Mittelstraße wird am 16. Dezember das letzte Mal geöffnet sein. Das bestätigte Barbara Schulz der Märkischen Allgemeinen. Das Geschäft gibt es seit 1963, seit 1995 in der Mittelstraße.

Das Sanitätshaus wird aus Altersgründen geschlossen. Ein Nachfolger sei trotz gut laufenden Geschäftes und günstiger Lage nicht gefunden worden.

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ORA aktuell

Otto Brückner: Ältestes Geschäft Oranienburgs schließt

Donnerstag, den 31. Oktober 2019
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Das Haushaltswarengeschäft Otto Brückner ist der älteste Laden in Oranienburg. Es gibt ihn seit 1840. Nach fast 180 Jahren ist Schluss – am 30. Dezember öffnet das Geschäft zum letzten Mal.
Wie Stephan Merz dem Oranienburger Generalanzeiger sagte, höre er aus gesundheitlichen Gründen auf und habe keinen Nachfolger gefunden. Es gebe in der Oranienburger Innenstadt kaum noch Laufkundschaft, die Kunden bleiben zunehmend aus.

Schon seit 1740 wurde die Schlosserei Brückner eröffnet, 1840 wurde daraus ein Eisenwarenladen. 1935 kamen Waren für den Haushalt hinzu, später übernahm Familie Merz das Geschäft.

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