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Früher hatte jedes Dorf seine Ladenstraße

Sonntag, den 28. März 2021
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Wer wissen möchte, welchen wirtschaftlichen Kahlschlag die Wende in Ostdeutschland mit sich gebracht hat, muss nur mal durch die vielen Dörfer spazieren und sich erzählen lassen, an welchen Stellen welche Geschäfte waren.

In den vergangenen zwei Wochen habe ich in Kremmen und Umgebung die Kleinstadt und sieben Dörfer besucht. Dazu gehörte ein kleiner Spaziergang durch den Ort, und oft war jemand dabei, der oder die den Ort schon länger kannte und mir erzählt hat, was früher im Ort so los war.

In Sommerfeld zum Beispiel. An der Dorfstraße gibt es noch eine kleine Gaststätte und einen Getränkehandel. Früher gab es dort eine Post, mehrere Gaststätten, ein Haushaltswarengeschäft, ein Bäcker und noch einiges mehr. Es ist und war ein kleines Dorf, aber es gab dort in der DDR eine Infrastruktur.
Ähnlich in Beetz. Dort gibt es in der Dorfstraße praktisch kein Geschäft mehr. Zu DDR-Zeiten waren auch dort mehrere Gaststätten, zwei (!) Fleischer, ein Bäcker, ein Konsum – und und und. Immerhin gibt es dort heute noch die Grundschule mit einer Turnhalle.
Die Kremmener Altstadt war früher ein sehr wirtschaftlicher Ort. Läuft man durch die Straßen, dann erfährt man, was es dort alles gab. Ebenfalls diverse Kneipen, mehrere Bäcker, Fleischer, Schuster, Konsumläden und so weiter. Die Altstadt war mal ein Ort, an dem viel los war. Heute wohnen dort immer noch viele Leute, es gibt auch noch einen Friseur und einen Partyservice – da hört es aber schon langsam auf. Die restlichen, noch aktiven Läden befinden sich nur noch an den Hauptstraßen und auf dem Marktplatz.
In Staffelde gibt es noch einen Fleischer. Aber der Konsum ist weg, mehrere Gaststätten – und so weiter.
In Groß-Ziethen gab es auch einen Konsum, mehrere Gaststätten, ein Ärztehaus, sogar einen Tanzsaal. Es ist nur noch der Bäcker übrig, und immerhin gibt es dort noch das Schloss Ziethen.
Selbst im kleinen Ludwigsaue, 100 Einwohner, gab es früher eine Post, eine Schule, einen Konsum. Dort allerdings starb das meiste alles schon vor der Wende aus.

Vermutlich würde man das in so ziemlich allen Dörfern erfahren, in denen man unterwegs ist. Und sicherlich gibt es auch im Westen Deutschlands Orte, in denen ein wirtschaftlicher Kahlschlag stattgefunden hat. Aber dass in jedem Kremmener Dorf Geschichten vom Niedergang der Konsumwirtschaft nach dem Ende der DDR erzählt werden, ist bemerkenswert und traurig.
Natürlich hat der Niedergang viele Gründe. Nach der Wende verlagerte sich der Konsum in die Städte, in denen es mehr und billigere Produkte gab. Alles sollte besser, westlicher werden. Da konnten die Dörfer offenbar nicht mithalten.
Heute braucht man nicht mehr davon zu träumen, die Dörfer auf diese Art wiederzubeleben. Selbst Handelsketten überlegen knallhart, wo sie Märkte eröffnen und wo nicht.

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Zweiter Spätkauf in Oranienburg eröffnet

Mittwoch, den 24. März 2021
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Mit dem “Getränke Shop 63” hat in Oranienburg ein zweiter Spätkauf eröffnet. Er befindet sich in der Bernauer Straße, neben der Sparkasse, in der ehemaligen Oranien-Apotheke.
Betreiber ist Mehmet Agac, ihn kennt man in der Stadt von der Shisha-Bar an der Walther-Bothe-Straße. Wie er der Märkischen Allgemeinen sagte, habe die 63 im Namen des Geschäftes allerdings keine Bedeutung.
Geöffnet ist, außer sonntags, von 8 bis 0 Uhr.

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So was wie ein harter Lockdown in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 24. März 2021
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Harter Lockdown. XXL-Lockdown. Verschärfung. Huijuijui.
Man könnte auch sagen: alles Käse.

Nun fällt also Ostern 2021 auch aus. Nach dem traurigen Corostern 2020 gibt es 2021 die Neuauflage, auf die niemand gewartet hat.
Nach einer stundenlangen Beratung kamen die Politiker in der Nacht zu Dienstag mit einem neuen windelweichen Irgendwas, um die Coronakrise zu stoppen.

Ja, richtig, die Mutation des Coronavirus ist ein Problem, und die steigenden Zahlen geben wieder Anlass zur Sorge. Zumal nun eher jüngere Menschen betroffen sind.
Die Hoffnung liegt einerseits auf den kostenlosen Schnelltests, die man vom geschulten Personal bekommen kann und das wohl auch recht zuverlässig ist. Und andererseits hoffen wir auf die Impfungen, die nun im April vorankommen sollen. Vielleicht.
Das alles nutzt aber wenig, wenn die Inzident dauerhaft hoch ist. Wäre es dann nicht eine gute Idee, die Zahlen wieder zu drücken. Mit einem harten Lockdown? Relativ zügig?

Nein, stattdessen warten wir noch neun Tage. Und ziehen eine Notbremse, eine sogenannte. In Oberhavel müssen wegen der hohen Zahlen die Einzelhandelsgeschäfte schließen. Und die Bibliotheken. Und die Parks. Mehr nicht, denn wir wollen es ja mal nicht übertreiben. Gartenbaumärkte dürfen geöffnet bleiben, Friseure auch. Also eigentlich ändert sich nicht so viel, denn so viele Leute gehen ja gar nicht in die kleinen Läden, weil die ja so klein sind. Ich wüsste nicht, was diese Maßnahmen konkret bringen sollen.

Und Gründonnerstag tun wir dann alle mal so, als sei Feiertag, dann schließen auch die Supermärkte und der ganze Rest. Gottesdienste werden eventuell trotzdem gefeiert, denn der Kirche möchte man dann doch lieber nichts vorschreiben, und beten unter Leuten ist auch ganz, ganz wichtig. Geht nicht virtuell.
Und am Sonnabend öffnen wir dann auch wieder die Supermärkte, weil… also, weil… Keine Ahnung, warum.

Alles Murks. Wir warten also bis Ostern, weil da sowieso weniger los ist, und dann hoffen wir drauf, dass fünf Tage ausreichen, die Zahlen zu drücken. Allerdings ohne echt harten Lockdown.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, mal eine Woche richtig dicht zu machen – und das noch vor Ostern? Alle, die können, zu Hause bleiben, Ausgangsbeschränkungen, aber die Supermärkte bleiben geöffnet, um Panikkäufe zu vermeiden. So hat es im März 2020 auch funktioniert, da haben wir die Zahlen gedrückt, erfolgreich.
Sind die Zahlen unten, dann müssen die Schnelltests ran. Man darf den Friseur, das kleine Geschäft nur mit negativem Test betreten. Eindämmen, wo es geht, ohne alles ganz dicht machen zu müssen.
Aber die Chance hat man verpasst, schon im Herbst.

Jetzt hat man das Gefühl, es gibt nur noch Kompromisse, und eigentlich will man auch niemandem mehr wehtun, und deshalb trifft man einfach gar keine runden Entscheidungen mehr. Wischiwaschi und kopflos.
Und wenn wir keinen Bock haben, fliegen wir einfach nach Malle. Nach Rügen dürfen wir ja nicht.
Dass die Wut wächst, ist verständlich. Die Politik scheint ihren Kompass verloren zu haben.

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Coronavirus: Lockerungen für Handel und Bibliothek

Dienstag, den 9. März 2021
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Die Regelungen rund um die Eindämmung des Coronavirus sind seit Montag gelockert. In Oranienburg kann nun auch wieder der Einzelhandel öffnen. Allerdings müssen vorher Termine zum Einkaufen vereinbart werden, auch ist die Anzahl der Kunden im Laden stark begrenzt.
Unter den selben Bedingungen ist auch die Bibliothek wieder geöffnet.

Der Inzidenzwert in Oberhavel beträgt derzeit 78,0.

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Jänschwalde: Am Abgrund des Tagebaus

Montag, den 8. März 2021
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Eine kilometerlange Grube, ein tiefes Loch, riesige Bagger, Förderbänder. Es ist eine Sache, sich einen Tagebau im Fernsehen anzuschauen. Ich wollte ihn aber mal live sehen.

In Südost-Brandenburg, in der Nähe von Cottbus gibt es das Tagebaugebiet Jänschwalde. Es existiert seit 1974 und wanderte seitdem immer wieder.
Fährt man in diese Gegend, dann gibt es den Punkt, wo man ganz plötzlich aufmerksam wird. Auf der Landstraße komme ich in ein merkwürdig aussehendes Waldgebiet. Die Bäume links und rechts sind gleichmäßig flach gewachsen. Ein Wald, der noch nicht sehr alt, seltsam akkurat aussieht. Die Waldwege sehen nicht aus wie normale Waldwege, mitunter ohne Gras, wie ein Weg aus Kies angelegt.

Ich erreiche den Ort Jänschwalde-Ost. Wo aber kann man denn sich den Tagebau wirklich ansehen. Ich komme an eine Straße, an deren Ende eine Schranke ist. Dahinter ist das Gelände des Tagebaus. Aber wirklich was zu sehen, ist dort nichts. Also drehe ich um, fahre auf die B97, die am Rand des Tagebaus entlangführt. Wegen der Grube ist sie auch schon mal verlegt worden.
Als ich die B97 von der Grube entfernt, biege ich ab. Ich komme in einen Ort namens Grötsch. Dieser Ort ist eine Sackgasse. Es ist ein bisschen gespenstisch. Denn an zwei Stellen enden Straßen im Nichts. Plötzlich liegt da ein großer Sandhaufen, und dahinter ging es mal weiter. Nun ist da das Tagebau-Gebiet. Der östliche Teil des Ortes ist nicht mehr da. Der Rest scheint gerettet.
Ich fahre wieder zurück und gebe in mein Navi einen Aussichtspunkt ein.

Das Navi führt mich zurück nach Jänschwalde-Ost, dort, wo ich schon an einer Schranke stand, führt links eine Straße weg. Laut Navi soll sie mich nach Grießen führen. Doch auch diese Straße endet – ohne dass das Navi das weiß – an einer Stein-Barriere. Zwar geht die Stra0ße dahinter weiter, aber nicht für den öffentlichen Verkehr.
Aber immerhin sehe ich von dort aus schon mal den großen Bagger.

Ich fahre zurück auf die B97, in die andere Richtung. Grießen liegt genau auf der anderen Seite des Tagebaus – ich muss einen großen Bogen nehmen.
Bei Groß Gastrose (klingt krank) biege ich auf die B112.
In Grießen führt ein schmaler Weg zu einem Aussichtspunkt. Es gibt einen kleinen Parkplatz und Schautafeln. Man geht eine Treppe hoch und hat den Aussichtspunkt erreicht. Von dort aus kann man auf den Tagebau schauen. Ich bin der einzige an diesem Nachmittag.

Auch wenn man nun direkt davor steht. Es sieht unwirklich aus. Und die Dimensionen lassen sich kaum fassen. An mehreren Stellen stehen die großen Bagger, um die Braunkohle zu fördern. Auf mehreren Hektar ist die Erde aufgerissen, metertief.
Seit 2017 ist klar, dass der Tagebau Jänschwalde nicht vergrößert wird. Es werden keine weiteren Orte umgesiedelt. Das kann nur gut sein, denn wer vor so einem Tagebau-Gebiet steht, kann nur von einem Umwelt-Wahnsinn sprechen.

Auf dem Rückweg stoppe ich noch in Taubendorf. Der Ort liegt abseits der B112. Allerdings noch nicht lange abseits. Denn die B112 führte ursprünglich durch Taubendorf. Die Straße gibt es noch. Aber auf der einen Seite endet sie abrupt an der Grenze zum Tagebaugebiet. Auf der anderen Seite endet sie ebenfalls im Nirgendwo. Man muss die alte B112 nach rechts verlassen, um auf die neue B112 zu gelangen.
Ich gehe auf der ehemaligen Bundesstraße spazieren. Am Straßenrand stehen noch die schwarz-weißen Pfähle mit dem Hinweis auf die B112. Auch das Ortsschild gibt es noch, ohne darauf hinzuweisen, welcher Ort als nächstes kommt. Da kommt nämlich keiner.
Für die Anwohner muss das gut und schlecht sein. Gut, weil nun kaum noch Autoverkehr herrscht, es ist fast idyllisch. Schlecht, weil sie nun am Rand des Tagebaus leben, und die Geräusche von dort sind auch eindeutig. Taubendorf wäre auch von der weiteren Vergrößerung des Tagebaus betroffen gewesen.

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Coronavirus: Aldi-Schnelltests in Oranienburg ausverkauft

Samstag, den 6. März 2021
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Der Discounter Aldi hat damit geworben, dass es in den Filialen ab Sonnabend Corona-Schnelltests zu kaufen gibt. Aber offenbar waren die Mengen extrem klein, lagen pro Filiale mitunter im einstelligen Bereich. In Oranienburg waren die Packungen schon wenige Minuten nach Öffnung des Ladens nach 7 Uhr ausverkauft.

Demnächst wollen weitere Ketten nachziehen und ebenfalls Schnelltests verkaufen.

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Coronavirus: Friseure in Oranienburg wieder geöffnet

Donnerstag, den 4. März 2021
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Lockerungen der Pandemieregeln rund um das Coronavirus: Seit Montag dürfen auch in Oranienburg Friseurläden wieder öffnen. Es gelten strenge Hygieneregeln. Ebenfalls öffnen dürfen Blumenläden und Gartenmärkte.

Der Inzidenzwert in Oberhavel liegt derzeit bei 84,1. Das Gesundheitsamt in Oberhavel vermeldete den Tod eines 85-Jährigen. Werte über die aktuelle Zahl der Infizierten kann der Landkreis Oberhavel nach eigenen Angaben nicht mehr liefern.

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