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Rügen 2019 (10): Ohne Frühstück wäre das Zimmer doch viel zu billig!

Dienstag, den 20. August 2019
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(9) -> 19.8.2019

Binz ist schön. Aber auch teuer. Sechs Nächte in Binz kosten vermutlich mehr als zwei Wochen Türkei. Ob das berechtigt ist, weiß ich nicht.
Das Schlimme ist: Die Binzer denken, ihre Absteigen sind immer noch viel zu preiswert.

Als ich mein Pensionszimmer bezog, fragte mich der Chef, ob ich denn mit oder ohne Frühstück bestellt habe. Diese Möglichkeit allerdings lässt mir das Bestellsystem gar nicht. Das bemerkte der Mann dann auch, um festzustellen, dass ich mit Frühstück – also 8 Euro pro Tag – gebucht habe.
Als ich anmerkte, dass ich das Zimmer gern ohne Frühstück haben wolle, schüttelte er nur den Kopf. Das sei nicht möglich. Warum er denn dann überhaupt frage, wollte ich wissen.
Daraufhin begann er zu rechnen. 83 Euro zahle ich pro Tag, ohne Frühstück wären es 75 Euro. Das sei ja viel zu billig, tönte er dann. Für den Preis würde ich ja in Binz überhaupt nichts bekommen.
Was mich ein bisschen wundert, denn an der Preistafel draußen, stehen 72 Euro für das Zimmer. Total billig.

Wie man darauf kommen kann, dass 75 Euro unfassbar wenig Geld für ein Zimmer ist, wo man nicht mal in der Lage ist, eine Seife oder Duschgel ins Bad zu stellen, erschließt sich mir nicht.
Vielleicht ist Binz wirklich auf dem Weg, zu versnobben.

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aRTikel

Überflieger: Der Mann mit dem besonders guten Geschmack

Samstag, den 3. August 2019
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Der Sommerfelder Nicolas Kröger (28) kreiert und produziert Spirituosen und ist unter Kennern für seine gute Feinsensorik bekannt – in Berlin hat er eine Bar

MAZ Oberhavel, 3.8.2019

Sommerfeld.
Nicolas Kröger hat viel mit Alkohol zu tun. Was aber nicht heißt, dass er davon übermäßig viel trinkt. Das stellt er klar und lächelt dabei. Viel mehr geht es ihm um den Geschmack, um die Inhaltsstoffe. Er gilt in der Branche nicht umsonst als Feinsensoriker. Das „Foodist-Magazin“ nannte ihn einen aufstrebenden Stern am Destillerie-Himmel. Der 28-Jährige aus Sommerfeld ist Spirituosen-Produzent und hat mit „Fine Spirits“ seine eigene Firma. Bei ihm gibt es Gin, Rum oder Whisky. Er kreiert neue Sorten und füllt die Flaschen in seiner kleinen Sommerfelder Manufaktur ab und lässt sie etikettieren. Er sitzt zudem in Jurys und bewertet den Geschmack von Spirituosen und bietet sie selbst auch in seiner „Wagemut“-Bar in Berlin-Kreuzberg an.

Zu ihm kommen Firmen oder auch Leute, die eigene Spirituosen-Kreationen haben möchten. „Das Wertvollste, was ich habe, ist zu wissen, was Leute geschmacklich wollen“, erzählt er. Aber wie wird beispielsweise so ein neuer Whisky kreiert? „Ich frage dann zum Beispiel: Was ist dein Lieblingsschnaps? Dann sagen sie eine Marke oder Kategorie. Und ich frage: Was gefällt dir daran?“ Er hört zu und hat dann meist schon Ideen im Kopf. „Ein Kunde wollte einen Whiskylikör mit Zimtnote.“, erzählt er. Er brachte daraufhin Vanille ins Spiel. „Ich habe alles in konzentrierter und destillierter Form da.“ Meist gehe es bei der Umsetzung eines neuen Geschmacks um Emotionen. „Ich stelle mir etwas vor, beginne mit meiner Arbeit und versuche, es beim ersten Versuch umzusetzen.“ In der Regel sitze die Rezeptur schon beim ersten Mal. Da spricht der Feinsensoriker.

Ursprünglich stammt Nicolas Kröger aus Ellerau in Schleswig-Holstein. Schon mit 15 begann er, Schnaps zu brennen. „Ich hatte immer Interesse an Sensorik und Geschmack, schon mit elf konnte ich mehrere Gänge kochen.“ Sein Opa habe gern Wein getrunken, und er sei erstaunt gewesen, „wie gut ich den sensorisch auseinandernehmen konnte.“ Das hatte er schnell drauf: Geschmäcker und die Unterschiede erkennen.
Er begann eine Lehre zum Hotelfachmann im Steigenberger in Hamburg, machte dort auch eine Sommelier-Ausbildung. Später ging er nach York, um Englisch zu lernen. „Dort habe ich eine Mondschein-Destillerie aufgezogen“, erzählt er. „Auf jeder Party standen meine Flaschen.“ Später arbeitete er im Londoner Ritz-Hotel, kümmerte sich dort um den Bar-Bereich. Auf den Malediven war er im „One & Only“-Hotel für die Umgestaltung des Barkonzepts zuständig. In Südafrika absolvierte er schließlich noch eine Butler-Ausbildung. „Ich wollte nie Butler werden, aber das höchste Level im Service erreichen.“ Überall sei er immer mit Abstand der Jüngste gewesen.

„Mein Leben bestand nur aus Schnapsbrennen und arbeiten“, sagt er. Er sei immer mit Leidenschaft dabei gewesen, eines führte immer zum anderen in seinem Leben. 2013 kam er nach Berlin. „Ich wollte aus der Luxushotellerie raus in den Barbereich.“ Schließlich machte er sich selbstständig – mit eigener Firma und mit eigener Bar. „Ich wollte immer die Bar mit der besten Spirituosenauswahl haben.“ Inzwischen hat „Wagemut“ in der Kreuzbergstraße in Berlin nach seinen Angaben 2500 verschiedene Spirituosen zu bieten. „Davon 1800 Flaschen, die es nicht mehr gibt.“

Er sagt, dass Spirituosen nicht teuer sein müssen. Er sei genervt von „Heuchelprodukten“, wo die Flasche extravagant aussehe und entsprechend teuer sei, der Inhalt aber weniger. „Ein guter Rum kann schon um die 20 Euro Freude machen.“ Er ist Mitglied im Freimeister-Kollektiv. Dabei handelt es sich um eine Plattform für neue Spirituosen-Produkte. „Wir wollen den Markt revolutionieren. Das sind echte Produkte, die nachhaltig produziert werden.“ Hochwertige Produkte in scheinbar schlichten Flaschen – damit sind sie schon recht erfolgreich und haben Preise gewonnen. Seine eigenen Kreationen sind gekennzeichnet als „N.Kröger“, künftig soll aber die Marke „Wagemut“ hervorstechen – nicht nur die Bar, sondern auch die von ihm kreierten Produkte.
Er selbst mag übrigens am liebsten Champagner. „Aber an sich trinke ich sehr wenig, der Alkohol beeinflusst den Geschmack.“ Auf den komme es ihm an. Da er viel unterwegs sei, könne er auch gar nicht so viel Alkohol trinken.

In Sommerfeld lebt er seit drei Jahren. „Ich mag Städte nicht besonders“, sagt er. Stattdessen fährt er mit dem Rad durch die Wälder. „Das brauche ich.“ Gerade füllt Mitarbeiterin Heike Preuße unten im Haus wieder Flaschen ab – für neue Produkte made in Sommerfeld.

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Bäckerei Plentz eröffnet Filiale im Oranienpark

Montag, den 29. Juli 2019
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Im Oranienburger Oranienpark ist am Sonnabend die neue Filiale der Bäckerei Plentz eröffnet worden. Es handelt sich um die 7. Filiale in Oberhavel.
Plentz folgt im Kaufland-Eingangsbereich dem Lila-Bäcker, der durch die Insolvenz seine Filiale dort aufgab.

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RTelenovela

Vierfach verpackt

Sonntag, den 21. Juli 2019
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Alle reden über Umweltschutz. Und wir sollten alle über Umweltschutz reden. Über die Vermeidung von Plastikmüll zum Beispiel.
Wenn ich kann, gehe ich mit meinem Korb in den Supermarkt. Dann brauche ich nicht jedes eine neue Tüte kaufen. Ansonsten muss ich zugeben, dass ich durchaus noch viele Anstrengungen unternehmen könnte, Müll zu vermeiden.

Ich habe mir erstmals Klamotten im Internet bestellt. Als das Päckchen am Sonnabend kam und ich es dann zu Hause ausgepackt habe, stockte mir allerdings der Atem.
Ich hatte mir einen neuen Schlafanzug bestellt, aus Baumwolle. Nun hatte ich also den Umschlag aus weichem Plastik-Material in der Hand, wie eine Tüte. Ich riss das Ding auf – und hatte wieder ein Plastiktütenpäckchen in der Hand. Absolut überflüssig. Ich riss also auch das auf und hatte dann Oberteil und Hose in der Hand – beides separat in Plastik verpackt.
Fassen wir zusammen: Die Ware steckte in insgesamt vier Plastikverpackungen.
Geht gar nicht. Schon lange hatte ich nicht so ein schlechtes Gewissen beim Auspacken einer Ware.

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ORA aktuell

Co-Working-Spaces in der Oranienburger Post

Mittwoch, den 10. Juli 2019
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Die Postbank-Filiale mit den weiteren Post-Diensten verlässt das große Gebäude gegenüber des Oranienburger Bahnhofes. Das gab das Unternehmen bekannt.
Stattdessen werde man einen Laden in der Bernauer Straße 53 eröffnen, im ehemaligen Schuhladen. Am 18. September soll es so weit sein.

Der Plan, in alten Postgebäude ein Hotel zu errichten, sei man abgerückt, sagte der Berliner Immobilienwirt Lothar Stenzel der Märkischen Allgemeinen. Stattdessen sollen im jetzigen Postbank-Bereich Co-Working-Spaces eingerichtet werden. Auf etwa 300 Quadratmetern sollen Arbeitsplätze und Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, also Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer und Besprechungsräume.

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Oranienburger Steinmetz Hans-Hermann Funck gestorben

Sonntag, den 7. Juli 2019
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Der in Oranienburg bekannte Steinmetz-Meister Hans-Hermann Funck ist gestorben. Das teilte seine Familie durch Traueranzeigen mit. Demnach sei er nach langer, schwerer Krankheit am 19. Juni verstorben. Er wurde 76.
Die Beisetzung ist am 12. Juli um 14 Uhr auf dem Städtischen Friedhof.

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Bildmacher mit eigenem Studio

Dienstag, den 2. Juli 2019
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Rüdiger Tesch-Zapp baut in Staffelde eine Scheune in ein Atelier um

MAZ Oberhavel, 2.7.2019

Staffelde.
Mit eigener kleiner Firma macht er schon seit 2015 Fotos. Aber seit April dieses Jahres betreibt Rüdiger Tesch-Zapp in Staffelde ein Fotostudio. Es befindet sich in einer Scheune an der Nauener Chaussee. „Ich hatte Ansprüche, die bisher nicht umsetzbar waren“, sagt der 41-Jährige, der direkt um die Ecke wohnt. Dass er die Scheune mieten konnte, sei reiner Zufall gewesen. „Ich hatte mal gegenüber jemandem erwähnt, dass ich einen Raum suche.“

In seinem neuen Studio kann „Der Bildmacher“, wie er sich und seine Firma nennt, mehr umsetzen als bisher – und einfacher. „Schon bei Passfotos hatte ich zu Hause immer einen gewissen Aufwand, ich musste immer erst rund 30 Minuten aufbauen. Hier habe ich nun ein dauerhaftes Setting zu stehen.“ Im neuen Studio könne er sich künstlerisch ausleben. „Ich kann hier mehr machen, auch mit verschiedenen Hintergründen.“
Es sieht gemütlich aus in seinem Studio. Es gibt verschiedenfarbige Leinwände oder auch eine Steinwand. Es ist zudem genügend Platz, um vielleicht auch Szenen zu bauen. „So ein Studio muss Flair haben und ansprechend sein.“ Der Wiedererkennungseffekt sollte hoch sein. „Die Leute sollen gerne wiederkommen wollen.“ Er macht Familienfotos, Porträts oder unterwegs auch Hochzeits- und Abiturfotos. Die Bandbreite ist groß. Er arbeitet allgemein gern mit Menschen, sagt er. „Am liebsten habe ich die Menschen, die sagen, dass sie doof aussehen würden. In der Regel stimmt das aber gar nicht, weil sie ein falsches Bild von sich haben“, sagt Rüdiger Tesch-Zapp. Es sei ein Fotografentrick, den Menschen die Scheu zu nehmen. „Da kommen dann in der Regel tolle Fotos bei raus.“

Er fotografiert seit fast 30 Jahren. „Mit 14 hatte ich meine erste Kamera. Mit der habe ich viel probiert.“ Schon vor langer Zeit hat er erstmals eine Hochzeit fotografiert. „Damals noch unentgeltlich.“ Aber da habe er gemerkt, dass das Fotografieren seine Passion sei – und dass man damit auch Geld verdienen könne.
Aber auch in seiner Freizeit fotografiert er. „Auch auf Reisen. Wir reisen viel um die Welt.“ Er fotografiert aber nicht nur, sondern ist auch Mediendesigner, kümmert sich um Visitenkarten oder Flyer.

Sein Credo: „Ich bin den Leuten gegenüber verbindlich, auch locker und ehrlich aufrichtig. Ich sage, was geht und was nicht geht.“ Bei der Hochzeitsfotografie gehe es darum, „das Flair dieses Tages zu dokumentieren.“ Er mache bei Hochzeiten auch mal Fotos aus der zweiten oder dritten Reihe, „wenn die Leute es nicht merken. Dabei kommen oft interessante Fotos bei raus.“ Sein größte Motivation sei es, wenn die Leute am Ende seine Bilder loben, sagt er.
Als es um einen Namen für seine kleine Firma ging, sollte ein eingängiger Slogan gefunden werden. Es wurde „Der Bildmacher“. „Das ist kurz, prägnant und wiedererkennbar“, sagt der Fotograf, der inzwischen seit 15 Jahren in Staffelde lebt.

„Ich bin ursprünglich aus Berlin“, erzählt Rüdiger Tesch-Zapp. Er mag das Bürgerliche im Dorf und die Übersichtlichkeit. „Dass fast jeder jeden kennt.“ Er ist verheiratet und hat zwei Kinder: „Wir wohnen sehr gerne hier.“

Der Fotograf im Internet: www.derbildmacher.de

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