RTZapper

rbb24: Sommer am Karfreitag

Montag, den 22. April 2019
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FR 19.04.2019 | 21.45 Uhr | rbb

Trockenheit? Brände? Schlimm! Aber Hauptsache, die sagen das Osterfeuer nicht ab. Denn das wäre die schlimmste Katastrophe.
Neues zum Hauptsache-Ich-Gefühl hatte der rbb am Karfreitagabend im Programm. In der Nachrichtensendung “rbb24” ging es um die Trockenheit.
In Berlin-Gatow brannte es auf 2000 Quadratmetern, die Feuerwehr musste zum Löschen anrücken. In Gatow findet allerdings auch eines der größten Berliner Osterfeuer statt. Und absagen – nein, das geht natürlich nicht. Das will man sich doch nicht vermiesen lassen. Da rückt dann eben wieder die Feuerwehr an und hält fix mal 30.000 Leiter Löschwasser bereit. Schließlich kämen ja tausende Menschen, die sollen doch nicht traurig sein.
Falls das Osterfeuer außer Kontrolle geraten sollte, dann will ich mal sehen, wie fix das gelöscht werden kann und den Tausenden der Spaß vergeht.

Im Prinzenbad in Berlin-Kreuzberg ließen es sich die Menschen bei 24 Grad Wassertemperatur gut gehen. Auch darüber berichtete “rbb24”. Ein junge Frau, sagte ins rbb-Mikrofon, während sie im Wasser plantschte, dass sie sich ja mit ihren Freunden schon gefragt habe, ob das das Global Warming sei und ob sie nun weniger Auto fahren würden. Das hätten sie verneint, sagte sie dann noch und lachte.
Ach, diese Hauptsache-Ich-Welt – die ist schon sehr gemütlich.

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RTelenovela

(N)DR 2

Sonntag, den 21. April 2019
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Wenn man in der Nacht mit dem Auto unterwegs ist, wenn der Himmel frei und die Luft klar ist, dann hat das Autoradio gern mal einige Überraschungen parat.
Spielt also das Wetter mit, dann kann man Ukw-Sender empfangen, die eigentlich sonst nicht bis in die Region strahlt. Das sind so genannte Überreichweiten.

Am späten Sonnabendabend empfing ich auf diese Weise diverse Sender aus Mecklenburg-Vorpommern wie NDR Kultur, die Ostseewelle, Antenne MV, aber auch polnische Sender waren vertreten.
Aber dann die wirkliche Überraschung. Ich düse gerade durch Schmachtenhagen, da zeigt das Radio-Display “DR 2” an. DR ist das dänische Radio. Radio aus Dänemark, das bis nach Oberhavel strahlt? Es läuft gerade Musik, ob wirklich Dänisch gesprochen wird, weiß ich nicht.
Ich habe mein Erstaunen gerade laut ausgerufen (“Dänisches Radio??!!”), da ploppt auf dem Radio-Display plötzlich noch ein N auf. Aus DR 2 wurde NDR 2.
Das war dann schon weniger spektakulär.

Mit der Ostseewelle rollt ich dann in Oranienburg ein. Der Empfang war glockenklar – bis ich die engen Häuserschluchten des Zentrums erreichte. Da begann es zu rauschen.

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RTelenovela

Auf Spargelsuche

Dienstag, den 26. März 2019
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Kulinarisch hat der Frühling vor allem den Spargel zu bieten. Und auch wenn es Ende Juni immer schade ist, dass die Spargelzeit vorbei ist – ist es auch das Schöne daran. Dass man die weißen Stangen mehr als neun Monate lang nicht bekommt. Jedenfalls nicht frisch.
So langsam beginnt hierzulande die Spargelsaion.

Montagvormittag auf einem Spargelfeld bei Kremmen. Es sind 5 Grad, es ist windig. Eigentlich kein wirkliches Spargelwetter, aber wir sind auf der Suche nach den ersten Stangen.
Es geht um den Spargelanstich 2019, aber dazu müssen ja auch Spargel finden.
Das Feld nennt sich “Kranker Heinrich”, weil es so sandig ist, dass da kaum was wächst, außer eben der Spargel.
Ich laufe mit dem Chef des Spargelhofes die Reihen ab. Er beugt sich immer wieder runter, zieht die Folie weg, schaut kurz und… nichts. Wir laufen weiter, wieder beugt er sich runter, zieht die Folie weg und… wieder nichts.

Das erinnert mich an unsere Nachbarn. Es war in den 80ern, ich war noch ein Kind. Die Nachbarn hatten zwei Spargeldämme, und jeden Tag sind wir die abgeschritten, um den Spargel zu suchen, auszugraben und zu stechen. Ich fand das spannend, lustigerweise mochte ich allerdings den Spargel selbst nicht wirklich essen. Das kam erst mit dem Erwachsenenalter.

Anruf in der Zentrale: Wo war neulich der Spargel vom Wochenende? Wir laufen wieder weiter, er beugt sich wieder runter… und so weiter. Werden wir überhaupt Spargel finden? Immerhin ist es nach dem schönen Wochenende wieder kalt geworden, und da wächst Spargel kaum.
Aber dann: Wir finden zwei Spargelspitzen, die aus dem Damm hervorlugen.
Anstich und Foto.

In den nächsten Tagen soll die Ernte so richtig losgehen, in der kommenden Woche startet die Gastronomie. Die Vorfreude steigt!

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RTelenovela

Ein Sturm zieht auf

Dienstag, den 5. März 2019
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Gerade habe ich auf einem Pressetermin in Eichstädt noch ein Foto gemacht, da zogen auch schon dunkle Wolken auf. Erste Tropfen fielen vom Himmel.
Aber das war nur Anfang. Ein Sturm zog auf. Innerhalb einer Minute.

Schon als ich mit dem Auto Eichstädt verließ, peitschten kräfte Sturmböen auf den Ort ein. Schon überlegte ich, ob ich wirklich über die Dörfer nach Oranienburg fahre oder doch lieber auf der Autobahn, wo es keine Bäume gibt.
In Karlsruh, kurz vor der Autobahn, wurden die Böen noch stärker. Von der Autobahnbaustelle schossen Sandböen quer über die Straße. Wie in einem Luftkorridor fegten aus einem Seitenweg Sand und Müllreste herum.

Ich fuhr auf die Autobahn. Da gibt es zwar keine Bäume, aber viel Sand. Eine Fahrbahn ist momentan Baustelle, dort gibt es gerade keinen Belag, nur Sand. DIeser Sand fegte im Sturm nun auf die andere Fahrbahn und verfing zwischen den aufgestellten Fahrbahnbarrieren.
Der Verkehr rollte durch eine wirbelnde Sandschneise. Die Scheibenwischer zu betätigen, war schwierig, denn es knirschte, und plötzlich stoppte der Verkehr. Wie sich rausstellte, war weiter vorn ein Schild auf die Straße gekippt. Jemand hob es auf.

Inzwischen peitschte auch ordentlich Wasser vom Himmel – eine Mischung aus Sand und Wasser wirbelte nun auf der Autobahn herum. Immer und immer wieder bestätigten viele Fahrer die Waschanlage. Erst ein paar Kilometer weiter beruhigte sich diese etwas unheimliche Wetterlage.

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aRTikel

Im Winter sind die Bärenklauer immer auf dem neuesten Stand

Donnerstag, den 21. Februar 2019
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Familie Klatt zeigt auf einer Tafel an der Vehlefanzer Straße, wie viele Einsätze sie in der laufenden Saison bereits vorweisen können

MAZ Oranienburg, 21.2.2019

Bärenklau.
Auf zehn Grad stand gestern Nachmittag das Thermometer. Ein frühlingshafter Februar-Tag – an Winterdienst mag man da kaum denken. In der Tat gab es in Bärenklau in dieser Wintersaison – sie dauert von November bis März – bislang nur sieben Einsätze. Die Bewohner des Dorfes werden darüber immer aktuell informiert, denn seit gut zehn Jahren steht in dem Wintermonaten immer eine Infotafel in der Einfahrt der Familie Klatt an der Vehlefanzer Straße.

Immer wenn Klatts vom Winterdienst-Einsatz zurückkehren, wird auch die Tafel aktualisiert. René Klatt sagt: „Ich kann mir auch eher Zahlen als Namen merken.“ In der Rückschau war es wohl der Winter 2009/10, wo alles anfing. „Das war ein extremer Winter“, erzählt Gundula Klatt. „Als es bei den Einsätzen in die 30er ging, haben wir angefangen, das draußen anzuschreiben.“ Damals allerdings noch nicht mit dem heutigen Holzbrett und den Zahlentäfelchen. In dem Jahr kamen sie auf 49 Einsätze. „Damals habe ich gesagt, dass ich zum 50. Einsatz das ganze Auto voll lade mit Piccolos, und wir stoßen mit allen Kunden an. Aber bei 49 war wirklich Ende. Die Leute meinten scherzhaft, wir hätten das so gedreht, aber da war nichts mehr zu machen.“

In den beiden vorherigen Winterzeiten kamen Klatts auf zwölf Einsätze. In den Jahren 2008 bis 2012 waren es hingegen erst 27, dann 49, 29 und schließlich 40 Einsätze. „Danach hat es nachgelassen“, sagt Gundula Klatt mit einem Blick auf die private Statistik. Auch in den Jahren nach 2000 waren es noch regelmäßig mehr als 20. Ob die neueren Zahlen mit dem Klimawandel zu tun haben, kann sie nicht sagen, darüber müssten Experten forschen.

Gundula Klatt mag es, Statistiken zu sammeln. Auch wenn im Spätsommer das Dackelrennen ansteht, wird die Zahl der Anmeldungen immer auf die Tafel an der Vehlefanzer Straße angeschrieben. Auf dem Remontehof gibt es ein großes Schild mit der Statistik über die Störche in Bärenklau. „Ich habe eine Macke für Tafeln“, sagt Gundula Klatt. So gibt es in Bärenklau auch immer ein Schild, auf dem bekanntgegeben wird, dass der Storch da ist. Oder wenn „Bärenklau feiert“. „Ich finde, das ist die einfachste Sache, sich mitzuteilen.“ Und die Bärenklauer würden nachfragen, wenn die Schilder plötzlich nicht mehr da seien.

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Brennpunkt: Der Alpenraum versinkt im Schnee

Freitag, den 11. Januar 2019
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MI 09.01.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Martin Breitkopf gibt alles für seinen Job. Er ist Reporter für den Bayerischen Rundfunk und muss momentan aus dem Schnee-Krisengebiet in den Alpen berichten. Es ist so schlimm, dass es am Mittwochabend im Ersten einen “Brennpunkt” gab: Denn der Alpenraum versinkt im Schnee – und Martin Breitkopf nahm diesen Sende-Untertitel für die Sondersendung wörtlich und stellte sich in eben jeden tiefen Schnee.

So stand er bei der Schalte da, blickte in die Kamera, und der Schnee stand ihm hüfthoch. Der Mann engagiert, und das ist gut so. Blöd nur, dass die Kamera so stand, dass man sehr gut sehen konnte, dass er direkt neben einem geräumten Weg stand und er extra für seine Schalte zum Ersten in den Schnee geklettert ist.
So sah sein Engagement dann doch eher lächerlich aus, er hätte auch genau so ganz komfortabel auf der Straße stehen können – was natürlich nicht so dramatisch ausgesehen hätte.

Apropos Dramatik: Wenn der “Brennpunkt” ins Programm kommt, muss etwas Dramatisches passiert sein. Am Mittwochabend war der erste Schneechaos-Beitrag die Anlieferung eines Kioskes im, ähm, Krisengebiet. Endlich gibt’s wieder Klopapier, und die Leute sind auch ganz zufrieden. Vielleicht hätte man zu Beginn einen Beitrag zeigen sollen, in dem nicht alle total happy sind.

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Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79

Samstag, den 5. Januar 2019
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MI 02.01.2019 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Am 28. Dezember 1978 begann in Deutschland die Eiszeit. Zunächst im Norden der Bundesrepublik und der DDR, in den Tagen danach zogen die Schneestürme immer weiter nach Süden.
Zum 25. Jahrestag der Ereignisse 2003 zeigte der mdr erstmals die Doku “Als der Osten im Schnee versank – Der Katastrophenwinter 1978/79”. Darin ging es darum, wie die DDR mit diesem heftigen, tagelangen Unwetter umgegangen ist. Wie Rügen abgeschnitten war von der Außenwelt, wie im DDR-Süden es Probleme gab, die Braunkohle zu fördern und das Stromnetz in Gang zu halten.
Seit 2003 ist diese Doku dann immer wieder gezeigt worden, am Ende jedes Jahr auf’s Neue.

Zum 40. Jahrestag wurde es dann wohl mal Zeit für eine Überarbeitung und Neufassung. Am Mittwoch zeigte das mdr-Fernsehen zur Primetime die neue, 90-minütige Doku “Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79”. Der prominente Sendeplatz ist durchaus gerechtfertigt, denn wer 1978 den Winter erlebte, der erinnert sich lebhaft an die Kälte und die Stromausfälle, kann Geschichten dazu erzählen.

Interessanterweise scheint die neue Recherche aus den eigenen Film von 2003 um Neuigkeiten zu ergänzen. So hieß es in der damaligen Doku, dass die DDR an Neujahr 1979 komplett stromfrei war. In der 2018er-Version ist das präzisiert worden: Denn in Wirklichkeit gab es regionale Stromabschaltungen. Tatsächlich lag beispielsweise ganz Thüringen im Dunkeln, weil große Stromknappheit herrschte. Verschiedene Regionen sind immer wieder vom Netz gegangen.
Im Gegensatz zur früheren Doku konzentrierte sich der mdr diesmal auch nicht nur auf die DDR. Sondern man zeigte auch, was rund um Kiel geschah. Wie das Unwetter zuerst auf Polen traf, und überhaupt ist mit interessanten Grafiken und Animationen gezeigt worden, was genau da eigentlich über uns passiert ist.
Diese neue Recherche zum 40. Jubiläum war deshalb gut ausgelegtes Gebührengeld.

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