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Mit der modernen Schwielowsee über den Schwielowsee

Samstag, den 13. August 2022
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Manchmal ist die deutsche Sprache irgendwie unlogisch. Es heißt zwar “das Schiff” oder auch “das Motorschiff”. Aber “die Schwielowsee”. Und sogar “die MS Schwielowsee”. Würde man das “MS” aussprechen, ergäbe das gar keinen Sinn mehr. Aber eigentlich ist das gar nicht das Thema.

Eigentlich geht es darum, dass wir mit der MS Schwielowsee über den Schwielowsee gefahren sind. Besonders ist daran, dass dieses Schiff mit in einem Hybridantrieb unterwegs ist. Es hat einen Elektromotor und wurde erst 2019 in Betrieb gesetzt. Es ist wohl das bislang einzige Schiff, das in der Potsdamer Region auf diese Weise unterwegs ist.
Dabei geht es um nichts anderes als die moderne Zukunft der Schifffahrt. Denn natürlich gibt es weniger Abgase, und das Ganze ist viel umweltfreundlicher als der Rest der Flotte.

Als wir am Freitag in Potsdam zustiegen und das Schiff sich in Bewegung setzte, gab es dennoch erst mal eine kleine Qualmwolke – und wir waren uns, ehrlich gesagt, erst mal gar nicht so sicher, ob das Schiff ausschließlich mit einem Elektromotor unterwegs ist – oder ob es beim Ablegen und dem Manövrieren aus dem Hafen erst mal mit Diesel unterwegs ist. Auch ist das Schiff lauter als gedacht. Aber im Internet geht aus den technischen Daten nur hervor, dass es sich um Elektromotoren handelt.
Wenn man aber erst mal unterwegs ist, dann gleitet “die Schwielowsee” sanft über das Wasser, und die Abgase, die man dabei sonst in der Nase hat, fielen gänzlich weg. Gute Sache!

In Werder gingen wir von Bord. Denn man hat die Möglichkeit, die Rundfahrt zu unterbrechen. Die Tour führt von Potsdam aus nach Caputh und weiter zum Schwielowsee und bis Werder – dort dreht das Schiff und fährt wieder nach Potsdam zurück. Überall, wo das Schiff hält, kann man aussteigen und mit einem späten Schiff weiter oder zurück fahren.

Eine Stunde Aufenthalt in Werder – und dann ging es zurück nach Potsdam. Diesmal mit der “MS Charlottenhof”. Und ist die Schwielowsee das neueste Schiff der Potsdamer Flotte, könnte die Charlottenhof eventuell das älteste Schiff sein. Zumindest ist es von 1965, wie mir Wikipedia während der Rückfahrt verraten hat. Es rumpelte ein bisschen mehr, innen sah es durchaus unmoderner aus – dennoch war die Fahrt sehr schön. Wenn natürlich nicht ganz so umweltfreundlich wie mit einem Hybridschiff.

Grundsätzlich ist die Gegend um den Schwielowsee in Brandenburg vermutlich immer noch ein bisschen unterschätzt. Caputh, Ferch, Petzow, der Schwielowsee selbst und auch Werder mit seiner Insel – es sind allesamt wunderschöne, sehenswerte Orte, wo man auch durchaus Urlaub machen kann.

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Sechs Störungen

Montag, den 24. Oktober 2016
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Normalerweise verlaufen meine Autofahrten in den Südwesten Deutschland immer erstaunlich reibungslos. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Diesmal hat es etwas, nun ja, länger gedauert.

Störung 1: Die A10 war im Dreieck Werder voll gesperrt. Eine Überfahrt in Richtung Potsdam war nicht möglich, der Verkehr wurde auf die A2 geleitet. Auf der Abfahrt Lehnin hätte man wenden können. Die war aber natürlich hoffnungslos zugestaut.
Meine Überlegung: Ich fahre stattdessen über Niedersachsen.
Böser Fehler.

Störung 2: Unfall hinter Magdeburg. Ich weiß ja nicht, wie lange es dauert, bis Staus in der Verkehrsleitstelle und im Radio ankommen. Aber selbst als ich schon drin stand, wusste man im Radio noch nicht davon. Dann können sie sich diesen Service gleich sparen. Das hat mich jedenfalls schon mal eine gute Stunde gekostet, und am Rasthof Börde machte ich gleich mal eine Pause.

Störung 3: Baustelle bei Salzgitter. Ich fuhr auf die A39, um von Braunschweig aus auf die A7 Richtung Süden zu kommen. An einer Baustelle mit nur einer Fahrspur klemmte es natürlich. Wieder 20 Minuten mehr.

Störung 4: Nächste Baustelle auf der A7, irgendwo im südlichen Niedersachsen. Ich bereute es inzwischen sehr, dass ich mich nicht in Lehnin in den Stau gestellt habe. Denn die A4 war frei.
Eigentlich wollte ich einen Zwischenstopp bei einem Freund in Gießen einlegen – der entfiel aus zeitlichen Gründen.

Störung 5: Unfall vor Bad Homburg. Im Radio hieß es, dass es 2 Kilometer Stau geben würde. Da ich sowieso tanken musste, stoppte ich am Rasthof Wetterau und trödelte ein bisschen. So ein Unfall ist ja irgendwann mal geräumt.
Irgendwann. Als ich wieder auf die Autobahn fuhr, waren es dann 6 Kilometer Stau. Mit zeitweiligem Stillstand. Wieder 45 Minuten

Störung 6: Auf der A67 gibt es gleich zwei Baustellen. Vor einer klemmte es erneut, und irgendwie muss es auch dort einen Unfall gegeben haben. Immerhin dauerte das nur zehn Minuten.

Abzüglich aller Pausen erreichte ich Altlußheim nach achteinhalb Stunden, gut drei mehr als sonst. Allerdings ist die TZour über die A2/A39/A7 auch länger als wenn ich die A9/A4 nehme.
Aber danach war ich sehr froh, überhaupt angekommen zu sein.

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Marion Kaufmann: Das Besteck

Mittwoch, den 5. August 2015
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Ewald Lobethal ist tot. Er war in den 90ern Brandenburgs Kulturminister. Die Polizei tappt im Dunkeln. Klar ist nur: Er ist ermordet worden.
Dass mehr dahinter steckt, wird deutlich, als Benedikt von Wahrendorf, der Organisator des Baumblütenfestes in Werder ebenfalls ermordet wird.
Es gibt nämlich zwei Gemeinsamkeiten: Beide haben mit der Stasi zu tun gehabt, und neben beiden Leichen lag ein billiges Plastik-Besteck.
Die Journalistin Katja Brenner schreibt für das “Brandenburger Wort” über die Fälle. Für sie ein Glücksfall, denn von den lokalen Pipifax-Geschichten hat sie die Nase voll. Da trifft es sich auch gut, dass sie zufälligerweise die Kommissarin Andrea Deininger, die in dem Fall ermittelt, privat kennenlernt.

Marion Kaufmann hat mit “Das Besteck” einen Krimi geschrieben, der viel Brandenburger Lokalkolorit hat. Gleichzeitig beschriebt sie aber auch das Großstadt-Land-Dilemma. Sowohl die Kommissarin als auch die Journalistin hadern mit sich und ihrem Leben – müssen sich zwischen Berlin und Potsdam entscheiden.
Die Story ist sehr flüssig geschrieben, kommt ohne Umschweife aus und ist durchaus spannend.
Da Marion Kaufmann im wahren Leben für die Märkische Allgemeine schreibt, kann man davon ausgehen, dass die Geschehnisse beim “Brandenburger Wort” nicht allzu weit hergeholt sind. Dass Journalisten in der Arroganzblase leben, dass die Arbeit in Lokalredaktionen immer öde und piefig sei und dass sie lieber bei einem ganz großen Magazin arbeiten wollen, ist allerdings ziemlich klischeemäßig und wird im Buch auch bei Katja Brenner ein wenig zu oft erwähnt. Gibt’s aber natürlich genauso in der Branche.
Die Auflösung kommt überraschend – ist dann aber in der Rückschau clever konstruiert.

Marion Kaufmann: Das Besteck
Wagner Verlag, 215 Seiten
8/10

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35 Grad, sonnig

Sonntag, den 28. Juli 2013
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Irgendwann ist’s nicht mehr schön. Und bei 35 Grad ist irgendwann mal genug. Dann ist es einfach nur noch verdammt heiß.
Auf der Autobahn stehen ungewöhnlich viele Pannenfahrzeuge. Ob die Hitze auch den Motoren zu schaffen macht. Machen die Kühlungsanlagen bei dem Wetter schlapp? Wenn man bei Werder über die Havelbrücke düst, ist der See dagegen voller Boote. Wahrscheinlich ist es auf dem Wasser noch am angenehmsten bei den Temperaturen.

Auch beim Fährfest in Caputh war es nur eines: heiß. Selbst im Schatten der Bäume (nein, eigentlich haben selbst die keinen geworfen), war es kaum auszuhalten. Die Getränkestände hatten Hochkonjunktur.
Als es dann endlich dunkel wurde, strömten auch gleich noch mehr Leute zur Fähre, um zu feiern. Da war es draußen auch endlich auszuhalten.

Um kurz vor 2 Uhr in der Nacht herrschten in Oranienburg noch immer 26 Grad, und am Sonntag sind 39 Grad angekündigt. Puuuh.

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Nächtlicher Pflanzenschneenoteinsatz

Samstag, den 22. November 2008
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Meine Fahrt nach Meitze in die Wedemark stand kurzzeitig auf der Kippe. Als ich am Vormittag in der Berliner Masurenallee in mein Auto stieg, goss es wie aus Kübeln. Ich war noch nicht mal auf der Avus, um aus Berlin rauszufahren, schon ging der Niederschlag in fetten Schneeregen über. Es wurde zusehens Winter.
Bei Potsdam wurde der Regen weniger, der Schnee immer mehr, noch auf der A115 verlangsamte sich der Verkehr. Am Dreieck Potsdam waren die Wälder schon weiß. Der Verkehrsfunk im Radio meldete bereits Glätte auf der A2 bei Ziesar. Na toll, da musste ich lang.
Bis zum Dreieck Werder hatte ich nun also Zeit, mich zu entscheiden: Bleibe ich auf dem Berliner Ring, um nach Hause zu fahren oder fahre ich auf die A2 Richtung Hannover.
Schneetreiben. Mehr als Tempo 80 war nicht drin.
Kurz vor Werder noch mal der Verkehrsservice: Von Glätte war nichts mehr zu hören. Also entschied ich mich: Ab auf die A2!
Doch das Schneetreiben wurde dichter. Ab Ziesar empfahl es sich nicht mehr, die dritte Fahrspur zu benutzen, sie war mit einer Schneematschschicht bedeckt.
Krach! Mit großem Getöse donnerte ein Matschhaufen auf meiner Frontscheibe. Jemand überholte mich doch auf Fahrspur 3, und ich bekam den Matsch ab. Hätte böse ins Auge gehen können. Wenn aus der nassen Fahrbahn nun auch noch eine Eisschicht werden sollte – dann gute Nacht!
Doch die Lage entspannte sich mehr und mehr. Weniger Schnee, kaum Matsch, die Wiesen wurden wieder grün. Hinter der Elbe, in Niedersachen schließlich: gar nichts mehr. Kein Winter. Bei Braunschweig schien dann sogar die Sonne. Das angekündigte Wetter fiel in Niedersachen wohl aus. So erreichte ich Meitze ungehindert.
Der Schnee kam hier verspätet an. Erst am Abend fielen die weißen Flocken vom Himmel und bedeckten die Wiesen und Blumen. Die Temperatur pegelte sich bei 0 Grad ein und führte nach 23 Uhr schließlich noch zum Alarm: die Pflanzen im Garten!!
Die schönen Grünpflanzen waren nun weiß, bedeckt mit gefrorenem Schnee. So kam es also noch zu einem Noteinsatz. Mit Sack- und Schubkarre wurden die Blümchen unter ein großes Schleppdach gefahren. Nun gut, ob sie den ersten Schneeschock überwunden haben, wird sich noch zeigen müssen.

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Die Goldene Kruke 2008

Sonntag, den 4. Mai 2008
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2007 -> 29.4.2007

Und wieder Baumblütenfest in Werder. Der Preis für den besten Wein, die Goldene Kruke, geht in diesem jahr an den Rhabarberwein – wie bereits im letzten Jahr. Er sieht total wässrig, plörrig aus, ist aber dann doch sehr fruchtig.
Nun gut, nicht jeder sieht das so.
Überhaupt – das Baumblütenfest in Werder ist auch in der Stadt selbst nicht ganz unumstritten. Das fest sei zum Rummel, zum Saufgelage verkommen. Und leider – da ist viel Wahres dran. Das erstaunlich junge Publikum schüttet sich den Wein flaschenweise in sich rein. Eigentlich denkt man ja, wenn man von einem Weinfest spricht, von einer recht niveauvollen Sache (was vielleicht am Image des Weines liegt), doch in Werder ist so ziemlich nichts mehr niveauvoll. Im Grunde genommen ist es nur noch voll. Und wegen der Suffis zum Abend hin zunehmend unangenehm. Kein Wunder, dass die Polizeipräsenz mehr und mehr zunimmt. Zudem versinkt Werder im Dreck.
Was sollen die Werderaner tun? Das fest bringt ordentlich Geld in die Kasse. Zurück kann man nicht mehr. Aber vielleicht kann man was am Konzept des Festes ändern. Nur, was?
So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Warum man noch auf das Baumblütenfest muss – das habe ich mich heute nicht nur einmal gefragt.

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Die Goldene Kruke 2007

Sonntag, den 29. April 2007
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-> 29.4.2006

Und die GOLDENE KRUKE 2007 geht an (Trommelwirbel): den Rhabarberwein!!!
Der Eröffnungstag des Baumblütenfestes 2007 in Werder stand unter einem sehr guten Stern. Ein Wetter wie im Sommer: strahlender Sonnenschein und sonnige Hitze.
Vom Parkplatzmangel haben wir auch in diesem Jahr nichts mitbekommen, in dem wir den gleichen Parkplatz aufsuchten, wie im vergangenen Jahr.
Gottlieb Wendehals fand, dass sein Publikum in Werder das Beste sei, was es gibt. Nun ja, er ist halt nichts Besseres gewöhnt. Andererseits haben wir natürlich alle seine Hits (alle beide) mitgesungen! “Wir ziehen gleich die Löcher aus dem Käse…”
Schattenseite des Spektakels: Gegen 20 Uhr ist der Anzahl der Angetrunkenen und hochgradgig Besoffenen erschreckend hoch. Klar, der Wein ist süffig, die Sonne knallt. Das wirkt.
DJ Ötzi haben wir leider nur noch aus der Ferne mitbekommen. Wir hatten auch wichtige Themen zu besprechen: “Ich habe eine Wassermelone getragen”, die drohende Impotenz von Rauchern, dass Berlin ja viel toller als Stuttgart ist, die Stuttgarter das aber ganz anders sehen, warum Jena eine Boomtown ist und Potsdam dagegen abkackt und warum das Telefonieren in Werder so kompliziert ist.
PS: Wenn das Wetter weiter so verrückt spielt, muss das Baumblütenfest wohl irgendwann auf Ende März verlegt werden…

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