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WDR aktuell: Schießereien in Hanau

Freitag, den 21. Februar 2020
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DO 20.02.2020 | 10.45 Uhr | WDR

Beim WDR hat man am Donnerstagvormittag mal kurz die Weiberfastnacht unterbrochen. Eigentlich sollte um 10.45 Uhr die Live-Übertragung aus Köln und Düsseldorf vom Beginn des Straßenkarnevals beginnen. Stattdessen gab es eine Extra-Ausgabe von “WDR aktuell”.
Grund: Im hessischen Hanau gab es am Mittwochabend eine Schießerei mit zehn Toten plus dem Attentäter.

Es war ein harter Schnitt im WDR-Programm. Nach stimmungsvollen Schunkelliedern, gab es die ernsten Berichte aus Hanau. Sorgenvolle Menschen und die Trauer um die Toten.
Gefolgt vom nächsten harten Schnitt, denn direkt danach ging es zu den Partys nach Köln und Düsseldorf. Bei den “Weibern live” spielte das Hanauer Drama dann kaum noch eine Rolle.

Das kann man kritisch sehen. Beim WDR hätte man überlegen können, die kompletten Karnevalsübertragungen sein zu lassen. Andererseits: Der WDR ist kein bundesweites Programm, sondern seine Zuständigkeit liegt in Nordrhein-Westfalen. Der Terrorakt geschah in Hessen.

Deshalb hat auch der hr ganz anders gehandelt. Dort liefen im Laufe des Tages sehr viele Sondersendungen. Am Abend hat man dort die komplette Weiberfastnacht abgesagt. Im hessischen Fernsehen wäre es unpassend gewesen, hätten sie dort die närrische Zeit gefeiert.
Auch das ZDF verzichtete am Abend auf “Kölle Alaaf”, dort lief stattdessen eine alte “Bergdoktor”-Folge und eine Sondersendung von “Maybrit Illner”.

Als Thomas Bug am Donnerstagvormittag im WDR die Nachrichtensendung beendete, hatte er sichtlich ein ungutes Gefühl, als er dann die Live-Sendung vom Karneval ankündigte.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. Februar 2020)

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Tagesschau: Sabine

Dienstag, den 11. Februar 2020
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SO 09.02.2020 | 20.00 Uhr | Das Erste

Unwetterlage in Deutschland. Das Sturmtief Sabine kommt von Großbritannien in Richtung Norddeutschland und arbeitet sich in Richtung Süden vor. Aus dem Sturmtief wird ein Orkantief.
Eine durchaus ernste Lage, und da bekommen natürlich aktuelle Informationssendungen eine besondere Bedeutung.
Leider aber hat am Sonntagabend die “Tagesschau” versagt. Sie hat ihre Aufgabe entweder nicht ernst genommen, nicht verstanden, oder man war schlicht zu faul.

Die Sendung begann mit einem Bericht darüber, was Sabine schon angestellt hat. Ein Meteorologe erzählte, dass Flüge gestrichen werden könnten (ah ja) und dass es auch morgen auch gefährlich sein könnte. Dazu noch die üblichen Bilder von Menschen, die vom Sturm weggeweht werden. Und dann ging es mit Politik weiter.
Ganz am Ende der übliche 60-Sekunden-Wetterbericht mit ein paar Achtungszeichen, weil es stürmt, die Rede war von entsprechenden Unwetterwarnungen.

Liebe Tagesschau. Das war gar nix, das war Larifari und einfach unwürdig.
Die Menschen wollen konkreter informiert werden. Die ist jetzt die konkrete Wetterlage. Wohin zieht wann (so weit man das weiß) die Wetterfront? Was passiert innerhalb der Wetterfront?
Nichts davon in der Tagesschau. Dazu hätte man ins Wetterstudio schalten können, der hr liefert doch auch sonst den Wetterbericht dazu. Aber: Wollte man nicht, ging nicht, hat man nicht dran gedacht, was auch immer.
Das wäre ein wichtiger Service gewesen. Ein Service, den man bei besonderen Gefahrenlagen einfach liefern muss – gerade als meistgesehene Nachrichtensendung im Land.

Dass es funktioniert, zeigte später ein “WDR extra”. Dort erzählte ein Meteorologe anhand des Radarbildes genau das: Was ist gerade, was kommt, was könnte passiert. Und das recht präzise. So muss das laufen.

-> Die Tagesschau in der ARD-Mediathek

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Hunde verstehen!

Mittwoch, den 8. Januar 2020
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MO 06.01.2020 | 22.10 Uhr | WDR

Chihuahua Elly rastet beim Gassigehen regelrecht aus, wenn sie andere Hunde sieht. Sie wird dann hochgradig aggressiv. Für Herrchen und Frauchen ist das ein echtes Problem. Zu Hause sitzt Elly dagegen ständig auf Frauchens Schoß.
Da muss der Hundeflüsterer her, um beim Hund noch irgendwas retten zu können!

Der kommt dann auch – allerdings sieht der gar nicht aus wie Martin Rütter.
Es ist auch nicht Martin Rütter. Es ist auch die der Hundeflüsterer.
Stattdessen kommt Andreas Ohligschläger um die Ecke gelaufen. Auch er ist Hundetrainer, hat auch eine Hundeschule.

Am Montagabend lief im WDR die erste Folge der neuen Staffel “Hunde verstehen!”. Das Konzept ist ziemlich dreist geklaut vom “Hundeflüsterer” bei VOX. Leute, die Probleme mit ihren Hunden haben, melden sich und bekommen Hilfe.
Und natürlich darf Ohligschläger ausführlich Reklame für seinen großen Hundehof machen, wo er den Tierchen was beibringt oder abgewöhnt – je nachdem.

Die beiden Fälle, um die es geht, sind zwar spannend. Auch handelt es sich – so könnte man sagen – um ein gutes öffentlich-rechtliches, lehrreiches Format. Aber leider läuft das eben schon auf einem anderen Sender.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 6. Januar 2021)

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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

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Kölner Treff: Drehschluss in der Lindenstraße

Dienstag, den 24. Dezember 2019
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FR 20.12.2019 | 22.00 Uhr | WDR

Das war’s. Drehschluss. Die “Lindenstraße” ist abgedreht. Jetzt ist das Ende nah. Am 20. Dezember fiel am frühen Abend die letzte Klappe. Die allerletzte. Am 29. März 2020 wird die letzte Folge ausgestrahlt. Nach 34 1/4 Jahren.
Verzeiht, dass ich da ein bisschen emotional bin.
Die “Lindenstraße” begleitet mich so ziemlich die ganze Zeit meines Lebens. Die Serie begann, da war ich sieben Jahre alt, genauso alt wie Klaus Beimer. Der ist jetzt 41, wie ich. Und ich habe ihn nun mehr als drei Jahrzehnte begleitet. Und alle anderen in der Serie.
Ja, sicher, es ist nur eine Serie. Aber eine, die 34 Jahre läuft. Da darf man schon mal emotional sein.

Der “Kölner Treff” wird in Köln-Bocklemünd aufgezeichnet. Genauer gesagt etwa 100 Meter von der “Lindenstraße” entfernt. Deshalb waren am Freitag auch Moritz A. Sachs und Marie-Luise-Marjan dort zu Gast. Sie konnten nach Drehende fix rüber ins Talkshow-Studio des WDR laufen.
Sachs, noch im letzten Klaus-Beimer-Kostüm, berichtete vom letzten Drehtag, davon, wie nahe das Ganze einigen geht. Mit stehenden Ovationen wurden die beiden danach verabschiedet, sie gingen vorzeitig, um an der Abschiedsparty auf dem Gelände nebenan teilzunehmen.

Am 5. Januar starten die letzten 13 Folgen. Der langsame Abschied geht weiter.

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Landfrauenküche im Advent

Freitag, den 20. Dezember 2019
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MO 16.12.2019 | 20.15 Uhr | BR-Fernsehen

Montag, 20.15 Uhr, im BR-Fernsehen: In der Sendung “Landfrauenküche im Advent” kocht Cathi aus dem Berchtesgadener Land frischen Saibling.
Montag, 20.15 Uhr, im WDR: In der Sendung “Land und lecker im Advent” kocht Cathi aus dem Berchtesgadener Land frischen Saibling.
Montag, 20.15 Uhr, im SWR-Fernsehen: In der Sendung “Lecker aufs Land im Advent” kocht Cathi aus dem Berchtesgadener Land frischen Saibling.
Drei Sendungen, eine kochende Frau? Was ist da los?

Was da jeden Montagabend in drei Dritten Programmen vor sich geht, ist in der Tat bemerkenswert. Denn einerseits handelt es sich – zeitgleich im BR, WDR und SWR – um verschiedene Sendungen. Aber das Sendematerial ist dasselbe.
Überall kochte am Montag Cathi aus dem Berchtesgadener Land frischen Saibling und hatte drei andere Landfrauen zu Gast. Die haben in den Vorwochen gekocht.
Allerdings: Der Off-Kommentar war in jeden Sender ein anderer. Die Musik im Hintergrund war eine andere, mitunter war der Schnitt auch anders.
Die Frage ist: Warum wird nach einem Dreh eine Sendung in drei verschiedenen Versionen produziert und gleichzeitig ausgestrahlt?

Die Antwort ist einerseits einleuchtend, andererseits trotzdem bekloppt.
Die selbe Produktionsfirma stellt für den BR, WDR und SWR dieselbe Idee um. Landfrauen treffen und bekochen sich. Im BR heißt die Serie “Landfrauenküche”, im WDR “Land und lecker”, im SWR “Lecker aufs Land”.
Das fällt so lange nicht auf, wie die Reihen in den jeweiligen Bundesländern Geschichten aus den jeweiligen Bundesländern erzählen. Wenn aber die drei Reihen aufeinandertreffen, dann rückt dieser Irrsinn ins Blickfeld. Vor allem dann, wenn in den Programmzeitschriften die drei Sendung direkt nebeneinander stehen.

Anstatt dass eine Sendung (mit meinetwegen drei verschiedenen Vorspännen) entsteht, haben sich drei komplett verschiedene Teams an die jeweilige Bearbeitung der Sendung gemacht.
Der Umfang der finanziellen Verschwendung hält sich vermutlich in Grenzen. Es erzählt aber dennoch etwas über den ARD-Irrsinn, der da hin und wieder um sich greift.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek: in der BR-Version (bis 17. November 2020) – in der WDR-Version (bis 16. November 2020) – in der SWR-Version. (bis 21. November 2024)

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Land und lecker im Advent

Donnerstag, den 19. Dezember 2019
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MO 16.12.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Die adventliche Genussreise der WDR-Dokureihe „Land und lecker“, die im rbb wiederholt worden ist, führte am Montagabend ins Löwenberger Land. Die Landfrauen, die sich vier Wochen lang gegenseitig bekochen, kamen diesmal nach Großmutz auf den Vierseithof von Marina Koch. Sie betreibt das Gehöft mit ihrem Mann Roland, und auch Sohn Jonathan hilft fleißig mit.

Bevor es nach Großmutz ging, fuhren die Landfrauen allerdings erst noch nach Himmelpfort. Dort genossen sie die Idylle des Haussees und machen dort eine kleine herbstliche Paddeltour über den leicht nebligen See. Ein Ausflug, den die Frauen genossen haben.
Danach sahen sich die Gäste – die anderen Frauen kommen aus dem Schwarzwald, Ostwestfalen-Lippe und aus Bayern – auf dem Hof in Großmutz um, wo sie von der Familie Koch und den anderen Helfern schon begrüßt worden sind. Auch ein Spaziergang durch das Dorf war noch möglich. So ging es auch um den lebendigen Adventskalender im Dorf. Den Frauen, die in Großmutz zu Gast waren, fiel auf, dass nicht alle Häuser bewohnt sind.
Als sie aber den Hof der Kochs betraten, spürten sie gleich die dortige Herzlichkeit. Aber eigentlich geht es in der Sendung „Land und lecker im Advent“ um das Kochen.

Martina Koch hat für die Landfrauen ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Los ging es mit Kesselsuppe, Salat und Wurstpotpourri. Als Hauptgang gab es eine Rinderroulade im Pilzbett mit Serviettenknödeln. Und die Nachspeise: Mascarpone-Crème mit beschwipsten Früchten und Klemmkuchen. Alles frisch in der Küche zubereitet. Den anderen Landfrauen hat es sichtlich geschmeckt.
Für die Region war diese Sendung fast schon eine Liebeserklärung. Selten wird die Idylle im Brandenburger Land so zelebriert.

-> Die Sendung in der WDR-Mediathek (bis 9. Dezember 2020)

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