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Domian live

Samstag, den 9. November 2019
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FR 08.11.2019 | 23.35 Uhr | WDR

Marikka ist 66 und war in Köln mal Straßenbahnfahrerin. Und sie mag es, sich auspeitschen zu lassen.
Das waren bis vor drei Jahren Gespräche, die zwischen 1 und 2 Uhr nachts bei Domian im WDR möglich waren. Ein Mann, eine Kamera und eine Telefonleitung.

Jetzt ist Domian zurück! Allerdings ohne Telefon und mit vielen Kameras. Am Freitagabend startete im WDR “Domian live”. Und jetzt empfängt Jürgen Domian seine Gäste Auge in Auge – und das vor Live-Publikum.
Ein Mann erzählt von seiner Krankheit. Besagte Marikka berichtet vom Peitschensex, zwei weitere Frauen vom Mauerfall und von der Zeit bei den Zeugen Jehovas.

Einerseits ist es, als ob Domian nie weggewesen wäre. Wieder sitzt er da und hört zu und stellt einfühlsame Fragen. Er interessiert sich für die Leute. Wie damals in seiner Telefontalkshow weiß er vorher nicht, wer kommt und was die Themen sind. Allerdings sucht die Redaktion das im Vorfeld aus.

Ob es aber wirklich gut ist, dass man die Gäste nun sieht und es keine Anrufer sind, die nur Stimmen haben, kann ich momentan noch gar nicht sagen. Es hatte auch immer seinen großen Reiz, nur die Stimmen zu hören und sich die Menschen vorzustellen. Dass Marikka mit ihren Sexstorys nun vor Domian saß, ist einer sehr mutig von der Frau. Wie überhaupt alle mutig sind, die dort hingehen. Denn in der heutigen Zeit des Social-Media-Haifischbeckens muss man ja immer aufpassen, was man so und wie sagt. Das Gespräch mit Marikka wäre vermutlich per Telefon spannender gewesen. Und intimer.
Warum diese Sendung Publikum braucht, ist auch unklar. Denn es hat schlicht keine Funktion, und die Zweisamkeit des Gesprächs braucht das Publikum im Studio nicht.

Immer wieder ist zudem eine Telefonnummer, eine E-Mail- und Internetadresse genannt worden. Doch eingebunden wurde das Fernsehpublikum aber auch nicht. Dann kann man es auch gleich lassen.
Sicherlich hat “Domian live” seinen Reiz, aber das Kleine, Intime der Telefontalkshow erreicht die neue Sendung nicht.

PS: Dass der WDR für die 1-Uhr-Sendung nie einen Nachfolger (oder auch mehrere) an den Start gebracht hat und diesen Talk einfach hat sterben lassen, ist wirklich schade und unverständlich.

-> Die Sendung in der WDR-Mediathek (bis 8. November 2020)

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Küsst euch! Die große Show zum CSD

Montag, den 8. Juli 2019
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SO 07.07.2019 | 21.45 Uhr | WDR

Jochen Schropp ist Britney Breakfast und steht als Dragqueen auf der Bühne. Und er tanzt und schwingt seine Hüften. Und das alles übertragen vom WDR. Das hätte sich Jochen Schropp noch vor einem Jahr vermutlich auch nicht erträumen lassen, dann hat er sich geoutet. Gut so!
Gut auch, dass sich Schwule, Lesben, Transleute, Bisexuelle so zeigen und so feiern können, wie sie sind und wie sie sich in der Öffentlichkeit zeigen wollen.

50 Jahre nach Stonewall und zum Jubiläum des Christopher Street Days gab es am Sonntagabend im WDR die Show “Küsst euch!”. Zwar konnte man sich offenbar nicht durchringen, zum 50. Jubiläum auch die ColognePride, also den Kölner CSD mal wieder live zu übertragen (im Gegensatz zum rbb nicht mal im Livestream), aber immerhin schenkte der Sender der Community diese Show.

Denn natürlich ist noch längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen – auch wenn es heißt, inzwischen seien alle und jedermann so tolerant, dass keiner mehr Probleme habe. Aber immer noch ist das Outing für viele ein großes Problem. Und diese Show zeigte auch, dass es vor allem die stillen Helden sind, die etwas für die Gleichberechtigung getan haben. Zu Gast war ein Paar, das damals noch festgenommen worden ist – nur weil sie schwul und zusammen waren. Jochen Schropp erzählte von seinem Outing 2018, Claudia Roth berichtete davon, wie sie einst mit Rio Reiser in einer WG lebte, Conchita darüber, wie sie Grenzen der Geschlechter sprengt.

“Küsst euch!” war eine große Party, ein großes Treffen der Community, eine unterhaltsame Show. Sie zeigte aber auch, dass der Kampf um Anerkennung einfacher geworden ist, aber auch nie wirklich ganz vorbei ist.

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ZAPPER VOR ORT: WDR-Studios in Köln-Bocklemünd

Dienstag, den 2. Juli 2019
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SA 29.06.2019 | Köln, WDR-Produktionsgelände Bocklemünd

WDR oder DDR? Manchmal haben wir uns diese Frage gestellt, als wir am Sonnabend in Köln-Bocklemünd das Produktionsgelände des WDR besucht haben.
Wer dort eine Führung mitmachen will, muss sich anmelden.

Momentan scheint das Pförtnerhaus umgebaut zu werden. Es ist eine Baustelle. Und es wirkt wie ein Museum. Der “Schalter” scheint ein Relikt aus den 70ern zu sein. Ein uralter Monitor steht dort, fehlt nur noch ein Telefon mit Wählscheibe.
Als wir mit der Besuchergruppe auf das Gelände laufen, wundern wir uns, wie abgewirtschaftet es dort aussieht. Das Gebäude gegenüber des Eingangs wirkt wie in der DDR. Wir laufen nach links in Richtung Werkstätten. Wir stoppen an einer Arena. Unten ist eine Bühne, drumherum eine Art Treppenbereich, auf der mal Zuschauerbänke gestanden haben müssen. Bis zu den frühen 90ern wurde hier regelmäßig “Hollymünd” aufgezeichnet, eine Sonntagnachmittagshow im damaligen West 3 und späteren WDR-Fernsehen. Heute ist es ein ziemlich verwitterter Platz.

Weiter geht es in die Werkstätten. Dort werden Requisiten für die Shows in Bocklemünd, aber auch für das WDR-Haus in der Kölner Innenstadt gebaut. Am Rande stehen sogar noch Kulissen von “Geld oder Liebe” rum, das ja schon Ewigkeiten nicht mehr produziert wird. In einem Zeitschriftenständer liegen verstaubte WDR-Magazine rum, die schon einige Jahre alt sind.
In einer der Werkstätten erklärt uns ein Mitarbeiter, dass er gerade an einem neuen Fußboden für die “Aktuelle Stunde” arbeitet, die demnächst von Düsseldorf nach Köln ziehen soll.

Weiter geht es in die Außenkulisse der “Lindenstraße” – aber davon demnächst mehr.
Es ist brütend heiß. Deshalb freuen wir uns, als wir in einer der klimatisierten Hallen ankommen. Noch am Vortag ist dort der “Kölner Treff” aufgezeichnet worden. Das Studio macht was her. Die Kulissen sollen eine alte Lagerhalle suggerieren, was im Fernsehen sicherlich gut rüberkommt.
Auf dem Tisch in der Mitte liegen noch die Moderationskarten von Bettina Böttinger. Aufgezeichnet wird immer um 18 Uhr, gesendet erst um 22 Uhr – allerdings als Live-Aufzeichnung. Was bedeutet, dass im Nachhinein nichts mehr an der Sendung geändert wird. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass nach einem gravierenden Fehler nicht an der Aufzeichnung geschnitten wird…

Weiter geht’s ins Nebenstudio. Das ist noch größer. Dort werden auch die Hirschhausen-Shows aufgezeichnet. Gerade standen die Kulissen von “Für immer Kult”, einer neuen, wohl noch nicht ausgestrahlten WDR-Show. Lauter alter Kultkram stand im Hintergrund rum, und alle wollten mal am Ratepult Platz nehmen.
Warum das Studio offenbar permanent so kühl gehalten wird, wollte jemand wissen. Eine Antwort gab es nicht, aber man wolle mal nachfragen, hieß es.

Alles andere als kühl war es dafür im Studio von “Tiere suchen ein Zuhause”. Da roch es ein wenig nach Zirkus, und man kann nur hoffen, dass dort nicht so eine Demse herrscht, wenn aufgezeichnet wird.

Auf dem Weg zurück kommen wir noch am Gebäude des ARD/ZDF-Beitragsservice vorbei. Da werden also unsere Gebühren hingebracht. In eine vernünftige Architektur ist es jedenfalls nicht geflossen.
Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie es im Hintergrund der Fernsehwelt aussieht. Die Studios sind interessant und wirken modern. Aber alles in allem macht das Gelände in Bocklemünd einen erschreckend ramschigen Eindruck.

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Karneval in Köln

Dienstag, den 5. März 2019
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MO 04.03.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Bernd Stelter hat am Rosenmontagabend im Ersten Witze über Frauen mit Doppelnamen gemacht. Und keine Frau mit Doppelnamen kam auf die Bühne gelatscht, um ihm mitzuteilen, dass seine Witze scheiße sind.
Ist das jetzt eigentlich gut oder schlecht?
Fakt ist jedenfalls, dass das eigentlich Spannende der mehr als dreistündigen Show “Karneval in Köln” gar nicht zu sehen war.

Stattdessen hat der WDR davor den, hüstel, Skandal gestreut. Zweimal sechs Stunden (!!) dauerten die Aufzeichnungen für die große Rosenmontagsshow, und in einer ist es passiert.
Der Humorist Bernd Stelter machte sich über Annegret Kramp-Karrenbauer lustig, über ihren komplizierten Doppelnamen, der ja von allen deshalb nur AKK abgekürzt werde. So weit, so lahm. Der Monolog war langweilig und altbacken – aber so ist er eben, der Fernsehkarneval.
Und seien wir mal ehrlich: Eigentlich würden wir uns öfter wünschen, dass jemand im Publikum mal pfeift und dann auf die Bühne geht, um dem Typen da vorne mal mitzuteilen, dass das, was er da macht, ziemlich mies ist.
In einer der Aufzeichnungen war es dann auch wirklich eine Frau, die Stelter erst auspfiff und dann auf die Bühne kam, um ihm zu sagen, dass Witze über Doppelnamen so boring sind – und sie selbst hat auch einen.

Ja, klar, ein bisschen albern ist es schon, zum Karneval zu gehen und dann zu glauben, dass man als Zielgruppe nicht verarscht wird. Damit muss man schon rechnen. Dann beleidigt zu sein, auf die Bühne zu gehen und den Humoristen auf sein Fehlverhalten anzusprechen, muss man sich auch erst mal trauen, kann man sich eventuell aber auch sparen. Zumal sie vermutlich noch wochenlang den Internet-Shitstorm über sich ergehen lassen muss.

Dass der WDR den ungeplanten Auftritt der Dame in der Show nicht gezeigt hat, war richtig – für alle Beteiligten. Für die Show selbst, weil es nun mal eine (wenn auch nicht gute) Unterhaltungsshow ist und das nicht reinpasst. Für die Frau, damit man ihren albernen Auftritt nicht noch mal ausbreitet. Für Bernd Stelter, dessen lahme Witzeparade so erst richtig offengelegt worden wäre.

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Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss

Freitag, den 11. Januar 2019
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MI 09.01.2019 | 22.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Als “Holocaust” 1979 erstmals im deutschen Fernsehen lief, da löste der US-Vierteiler einen Gefühlserdrutsch aus. Vorher waren die Verbrechen im Dritten Reich und die organisierte Tötung der Juden kaum ein Thema in der Bundesrepublik. Dann kam “Holocaust”, und die Skepsis vorher war groß: Kann eine eher soapige Darstellung der Geschichte für Aufklärung sorgen? Müssen das nicht Dokus und Diskussionssendungen leisten?
In der ARD war die Skepsis so groß, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, den Vierteiler im Ersten Programm ausstrahlte. Stattdessen liefen die Filme in den zusammengeschlossenen Dritten.
Das Echo war riesig. Die Leute waren berührt, entsetzt und beschämt. Sie litten mit, sie trauerten mit. “Holocaust” sorgte dafür, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur in Deutschland eine andere wurde.

Ich habe “Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss” irgendwann Anfang der 90er gesehen, ich war ein Teenager. Aus der Oranienburger Bibliothek lieh ich mir die Videokassetten aus.
Bald war ich gebannt. Es war spannend zu sehen, was mit den Menschen in diesem Vierteiler passiert, und in Teil 4, wenn das Ende naht und die Familie quasi ausgelöscht wird… Ich habe an einigen Stellen sehr geweint. Es hat mich extrem getroffen, was dort geschah. Ich konnte diesen Wahnsinn – der ja in diesem Fall fiktiv ist, aber ja auch in Wirklichkeit stattfand – nicht fassen.

2019. NDR, WDR und SWR wiederholen “Holocaust” zum 40. Austrahlungsjubiläum. Der SWR ist am Mittwochabend eingestiegen. Leider haben die Dritten dafür nur Sendeplätze am späteren Abend.
Denn auch nach 40 Jahren sind diese Filme wichtig. Um zu zeigen, was war. Aber auch um zu zeigen, was nie mehr passieren darf. Und das in Zeiten, in der die Rechtsextremen wieder in die Mitte der Gesellschaft rutschen, in der Andersdenkende schleichend wieder diskriminiert und mundtot gemacht werden sollen. Denn so hat es damals auch angefangen, bevor der eigentliche Wahnsinn begann.

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Silvester im Südwesten: Willkommen 2019

Donnerstag, den 3. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 23.50 Uhr | SWR-Fernsehen

Silvester haben auch einige Dritte Programme live den Jahreswechsel übertragen. Dabei allerdings kann man so einiges falsch machen.
Deshalb an dieser Stelle einige wertvolle Tipps, wie man es 2019/20 eventuell besser machen kann.

1. Verpasse, um Gottes Willen, nicht die 0-Uhr-Marke!
Beim SWR hat sich die Moderatorin von “Silvester im Südwesten: Willkommen 2019” so sehr mit einem neben ihr stehenden Herren verquatscht, dass sie schlicht den Countdown verpasste. Sie führte einfach ihr Interview eiter. Drei Sekunden (!) vor Mitternacht muss ihr jemand von der Regie was ins Ohr gebrüllt haben, denn mitten im Gespräch riss sie dem Mann das Mikro weg und zählte die letzten drei Sekunden mit runter.

2. Nach 0 Uhr kann man die eingeblendete Uhr ruhig ausblenden.
Beim SWR hat man die Uhr einfach bis 0.18 Uhr weiter laufen lassen. Irgendwer wird sich schon noch für die Uhrzeit interessieren, dachte man sich da wohl.

3. Wenn man schon eine Countdown-Uhr einblendet, sollte man sie um 23.58 Uhr nicht einfach ausblenden.
Im WDR hat man es einfach andersrum gemacht wie beim SWR. In der “Lokalzeit extra: Silvesterfeuerwerk am Kölner Dom” lief die Uhr rückwärts – bis zur 0:02:00-Marke. Dann war sie weg. Vielleicht wollte man die WDR-Zuseher einfach ein bisschen mit dem Beginn von 2019 überraschen. Auch dort plauderte die Moderatorin noch bis zehn Sekunden vor Mitternacht, bevor dann doch noch mal ein Ziffern-Countdown zu sehen war.

4. Wenn schon zurückzählt, dann auch pünktlich.
Glaubt man der Uhrzeit im WDR-Videotext, ging der drei Sekunden nach. Zeigte der Videotext 0 Uhr an, stand der Countdown noch auf Drei.

5. Schweigen bringt’s auch nicht.
Waren die Moderatorinnen bei SWR und WDR ein wenig zu sehr in Plauderlaune, hat der Moderator beim rbb ab 45 Sekunden vor Mitternacht einfach geschwiegen. Wer das “Silvesterfeuerwerk am Brandenburger Tor” im rbb gesehen hat, hörte stattdessen im Hintergrund die ZDF-Leute den Countdown zählen. Aber so ein bisschen Stimmung verbreiten, sollte doch auch beim rbb zu machen sein.

6. Sprenge die Party nicht mit depressiven Erinnerungen!
Bevor der rbb-Moderator schwieg, erinnerte er noch mal an das vergangene 2018. An die schweren Waldbrände zum Beispiel. Und wie schlimm das war, als auch in Berlin Brandgeruch herrschte. Ein echt tolles Silvesterparty-Thema.

Werden bei den nächsten Silvester-Übertragungen diese wertvollen Tipps beherzigt, dann könnte das auch mit dem gelungenen Jahreswechsel klappen. Gern geschehen.
Andererseits: Irgendwie wäre es schon lustig gewesen, wenn beim SWR die 0-Uhr-Marke einfach überquatscht worden wäre.

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Bahnbrechend bekloppt – Der legendäre WWF Club

Donnerstag, den 4. Oktober 2018
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DI 02.10.2018 | 22.10 Uhr | WDR

Als der “WWF Club” 1980 im regionalen WDR-Vorabendprogramm der ARD auf Sendung ging, da war nicht abzusehen, dass da eine Kultshow gestartet war.
In der allerersten Sendung, die der WDR am Dienstagabend wiederholte, standen da eine nervöse Mareijke Amado und ein lampenfiebriger Frank Laufenberg und stammelten sich durch die Premiere ihrer Sendung. Die Ansagen waren ungelenk, die Moderationen dauerten ewig, die Interviews waren bieder. Dann gab es da aber auch noch Jürgen von der Lippe, der den Hausmeister im “WWF Club” gab – er rettete durch seine launige Art die Sause von Anfang an. Und er zog seine Kollegen mit, so dass auch die im Laufe der Zeit auftauten.

In der Doku “Bahnbrechend bekloppt” wurde am Dienstag an den “legendären WWF-Club” erinnert. Er war damals ein Phänomen. Nur regional im Ersten in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt, gehörte die wöchentliche Show zu den Straßenfegern der 80er. Denn die Biederheit der ersten Sendung wurde schnell abgelegt. Es traten Stars für die Jugend und für die Alten auf.
Andererseits wusste in Norddeutschland keiner was mit dieser Show anzufangen – man konnte sie im Norden, Osten und Süden schlicht nicht sehen, damals gab es noch kein Satellitenfernsehen, das es möglich machte, alle Regionalprogramme zu empfangen.

Sieht man sich heute Ausschnitte dieser Show an, dann vermisst man das Live-Fernsehen, das es kaum noch gibt. Wo auch mal spontan was schief gehen kann oder wo Dinge geschehen, wie man so nicht erwartet.

Hits: 40