RTelenovela

Die Anti-Stau-Tradition

Freitag, den 1. Mai 2009
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Der Blick auf die Wetterkarte in den vergangenen Tagen zeigte es ganz deutlich: Deutschlands Westen lag unter Wolken, es war kalt und regnerisch. Dagegen im Osten: seit Tagen strahlender Sonnenschein und sommerliche Hitze. Höchste Waldbrandwarnstufe und Trockenheit inklusive.
Gestern reiste ich von Potsdam aus in den wilden Südwesten. In Potsdam knallte die Sonne, es war heiß, in meinem Auto stand die Luft, als ich mich auf den Weg machte. Nur in der Ferne waren Wolken zu sehen.
Auf der A9 verfinsterte sich der Himmel mehr und mehr. Und ganz genau, wirklich GANZ GENAU auf der Elbbrücke bei Vockerode setzte der Regen ein.

Das zweite große Thema der Fahrt: Staus. Es ist eine schöne Tradition meiner Ausflüge in den Südwesten, dass ich staufrei durchkomme. Wenn ich unterwegs bin, haben sich eben gefälligst keine Staus zu bilden.
Vor dem langen Wochenende war die Chance gering, dass diese Tradition beibehalten bleiben kann. Tatsächlich waren ab Eisenach auf der A9 diverse Staus zu beobachten – auf der anderen Seite Richtung Dresden. Und im Grunde kann man sagen, dass ab da permanent Staus waren – aber eben alle in der Gegenrichtung. Bei Waldeck standen die Autos auf einer Länge von 20 Kilometern. Der liegengebliebene Wagen in der Baustelle verschärfte zusätzlich.
Aber mir sollte es egal sein, ich hatte weiter freie Fahrt. Der Verkehrsservice auf hr1 dauerte sehr lang. Staus ohne Ende – aber, und so wünsche ich mir das – in meiner Richtung blieb es ruhig.
Doch der Himmel im Hoch-Taunus bei Friedberg verfinsterte sich. Er wurde schwarz, Blitze zuckten. Der Verkehr verlangsamte sich. Regen setzte ein, heftiger Regen, die Straße verwandelte sich in einen Fluss. In einen Funkmast links von der A5 schlugen im Drei-Sekunden-Takt riesige Blitze ein. In einem Feld daneben stieg dunkler Qualm in die Luft, der Brandgeruch stieg durch die Belüftung auch zu mir. Ein Blitz muss da eingeschlagen sein.
Der Regen platschte fett auf meine Frontscheibe, mehr als 30 km/h waren nicht mehr drin. Auf der Gegenseite kam der Verkehrerneut komplett zum Erliegen. Auf der Landstraße neben der Autobahn staute sich der Verkehr ebenfalls.
Das Wetter beruhigte sich, ich fuhr wieder entspannt auf Frankfurt/Main zu, während auf der anderen Seite schon das nächste Stau-Event stattfand.
Ich erreichte Neulußheim locker innerhalb meines normalen Zeitrahmens. Die Tradition hält stand.

RTelenovela

A 71

Freitag, den 24. Februar 2006
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Ich fahre seit Ende 2002 mehrmals im Jahr nach Baden-Württemberg, seit Marcel in die Nähe von Heidelberg gezogen ist.
Gestern war es mal wieder so weit. Allerdings dachte ich mir, mal von der Routine abzuweichen. Meine Autobahnroute führt mich eigentlich immer über die A10 – A9 – A4 – A5 – A66 – A6. Immer gute Erfahrungen gemacht. Stau gab es auf den vielen Jahren von und nach dorthin selten bis nie.
Aber dennoch: Abwechslung muss sein. Am Autobahnkreuz Erfurt (A4) bog ich diesmal aber auf die A71 ab – die Thüringer-Wald-Autobahn. Die ist noch ziemlich neu. So neu, dass die Ausschlderung noch nicht 100%ig stimmt. Sie erweckt den Eindruck, dass die Autobahn bei Oberhof endet und nicht weiter über Schweinfurt auf die A70 führt. Doch die Autobahn ist tatsächlich vollendet – seit einigen Wochen.
Höhepunkte sind die diversen tunnel durch den Thüringer Wald. Der Rennsteig-Tunnel ist 8 Kilometer lang. Eine kleine enge Röhre mit zwei Fahrspuren. Sehr bedrückend. Ein komisches Gefühl. Aufatmen, wenn man den Tunnel verlässt – und Blindheit. 8 Kilometer Tunnel und dann den Blick in die pralle Sonne. Meine Augen tränten – ich sah nichts. Rein gar nichts.
Was aber auch nicht so dramatisch ist, denn nach etwa einem Kilometer gehts auch schon in den nächsten 3-Kilometer-Tunnel. Und überhaupt – es ist sehr wenig Verkehr auf der Strecke.
Und keine Tankstelle. Auf der gesamten A71 gibt es (noch?) keine Raststätte und keine Tankstelle. Das ist besonders lustig, wenn die Tankanzeige schon rot leuchte. Nun könnte man meinen, man fährt einfach ein Abfahrt ab. Aber was nützt das, wenn die Abfahrt ins Nichts führt? Die A71 führt durch tote Landschaften.
Fazit: Landschaftlich reizvoll – aber nur mit mindestens halbvollem Tank sollte man die Strecke fahren.
Erst auf der A70 bei Waldeck konnte ich meinen fast leeren Tank wieder füllen. Weiter gings dann über die A3 – A81 – A6. Das gab dann einen netten Stau.
Ich bleibe in Zukunft bei meiner Stammstrecke. Gute Erfahrungen sind eben alles.
Montagabend gehts zurück.