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Vanessa Mai: Nie wieder

Mittwoch, den 30. August 2017
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DI 29.08.2017 | 2.18 Uhr (Mi.) | VIVA

Hat irgendwer bei VIVA aus Versehen die falsche Schublade geöffnet? In der Nacht zum Mittwoch lief innerhalb der “Night Sounds” der Song “Nie wieder ” von Vanessa Mai.
Eigentlich dachte ich, dass man Vanessa Mai in Deutschland in die Schlager-Schublade gelegt hat, und dass man beim coolen VIVA diese Schublade nicht anrührt. Dabei verläuft die Grenze zwischen Schlager und Pop hierzulande extrem fließend, und bei manchen Song kann einem ganz sicher niemand erklären, warum der als Schlager gilt und der andere als Pop und tauglich für’s Hitradio.

Nun also Vanessa Mai auf VIVA. Nun wirkt die Sängerin in dem Videoclip allerdings nicht wirklich wie eine biedere Schlagertante. Jung, frech, wild – so könnte man sie in diesem Clip beschreiben. Vielleicht handelt es sich um einen Imgaewechsel, und bei VIVA ist man gewillt, den mitzumachen.
Wäre ja nicht das Schlechteste, denn der Ekel vor so mancher deutschsprachiger Musik ist schon ziemlich peinlich.

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VIVA Fahrstuhlmusik

Donnerstag, den 17. August 2017
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MO 14.08.2017 | 2.00 Uhr (Di.) | VIVA

Ein junger Mann, seine Stimme und seine Gitarre. Mehr nicht. Aber mehr braucht er auch nicht. Und VIVA eigentlich auch nicht.
“Fahrstuhlmusik” heißt eines der sehr wenigen echten Formate beim Halbtages-Musiksender.
In einem Fahrstuhl findet ein zehnminütiges Konzert statt. In der Nacht zum Dienstag war es Jakub Ondra aus Tschechien, der sich in das kleine Räumchen stellte und drei Lieder vorstellte. Er war einst Straßenmusiker, bis er von einem Label entdeckt wurde und nun zu einem Popstar wird. Das Spontane, Unaufwendige wird er also kennen.

Denn bei VIVA gibt man auch für dieses Format kaum Geld aus. Der Fahrstuhl befindet sich in der Viacom-Zentrale, man geht also nicht mal irgendwo raus, dorthin, wo vielleicht auch Leute zufällig rumstehen.
So ist diese “Fahrstuhlmusik” durch Ondras Songs zwar sehr gut anzuhören – dennoch ist es ziemlich trist anzusehen, wenn der Fahrstuhl ewig im dritten Stock rumhängt und nicht ein Mensch im Flur zu sehen ist.
Bei VIVA könnten sie sich wenigstens die Mühe machen, mit ihrer Minishow sich mal unters Volk zu mischen…

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Amanda feat. Sido: Blau

Samstag, den 8. Juli 2017
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DO 06.07.2017 | 2.59 Uhr (Fr.) | VIVA

Auch wenn VIVA und MTV in Sachen Musikvideo quasi keine Rolle mehr spielen – out sind die kleinen Filmchen deshalb noch lang nicht. Wer sich Mühe gibt und entweder einen tollen Song, ein tolles Video oder im Idealfall beides bietet – der landet auch heute noch einen Hit. Deshalb sind die Clips auch heute ziemlich aufwendig produziert.

Also, sagen wir mal: viele.
Der Clip zu “Blau” gehört sehr sicher nicht dazu. Er lief in der Nacht zu Freitag bei VIVA.
Amanda – trat im Mark-Forster-Vorprogramm auf – singt mit Rapper Sido drei Minuten lang vor einer Fototapete.
Das Video besteht aus nichts anderes als die Sängerin und der Rapper vor wechselnden Fotos in der Blue/Greenbox. Besonders teuer kann es nicht gewesen sein, aber dieser Grad der Einfallslosigkeit ist dann doch schon bedrückend.
Aber vielleicht wird “Blau” ja ein Hit (na ja), dann könnte man eventuell ein etwas aufwendigeres Video drehen…

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#Tweetclips: American Idiot

Samstag, den 12. November 2016
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MI 09.11.2016 | 13.00 Uhr | VIVA

VIVA lebt! Da arbeiten offenbar doch noch Menschen. Ich dachte eigentlich, die zwölf Stunden, die VIVA nachts und am Vormittag vor sich hinsendet, kommen weitgehend aus dem Computer. Aber weit gefehlt, wie sich am Mittwoch zeigte.

Es war gute vier Stunden her, dass feststand, dass Donald Trump die US-Wahl gewonnen hat. Da begann am Mittag bei VIVA die Sendung mit den “#Tweetclips”. Und eine Stunde lang ist darin immer wieder derselbe Song gespielt worden: “American Idiot” von Green Day.
Und als sich einige Zuschauer darüber beschwerten, dass der Sender damit ja Partei ergreife, kam die Antwort prompt: VIVA sei ja kein Nachrichtensender, deshalb dürfe man das.
Die “#Tweetclips” dürfen Haltung zeigen, und das muss nicht jedem gefallen.
Gute Aktion!

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aspekte: Tobias Schlegl hört auf

Samstag, den 1. Oktober 2016
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FR 30.09.2016 | 23.05 Uhr | ZDF

Am Ende stand ein bescheidenes Tschüs. Tobias Schlegl hat am Freitagabend seine letzte Sendung “aspekte” moderiert. Er hat überhaupt seine letzte Sendung im Fernsehen moderiert. Schlegl hört auf mit dem Fernsehen – stattdessen beginnt er nun eine Lehre als Rettungssanitäter.

Er möchte etwas Sinnvolles tun, und die meisten Menschen sagen, sie hätten Respekt vor dieser Entscheidung. Und den kann man auch haben. Tobias Schlegl hat sich mit 39 Jahren (der letzte “aspekte”-Tag war auch sein Geburtstag) entschieden, noch mal was ganz Neues zu machen.
Und den Respekt muss man nicht haben, weil sich der Promi entscheidet, kein Promi mehr sein zu wollen, in Zukunft wohl sehr viel weniger Geld zu verdienen. Den Respekt sollte man vor jedem haben, der sich in seiner Lebensmitte dazu entscheidet, aus dem Trott rauszugehen und einen Neuanfang zu wagen. Wenn man diesen Schritt tut und das dann auch klappt, dann kann das eine tolle Sache sein.

1995 fing der Tobi bei VIVA an, von Oliver Kalkofe damals als Tobi Pupsnase verspottet. Seine Sendung “Kewl” im Vorabendprogramm war Kult, sein zwischenzeitliches Engagement als ProSieben-Daily-Talker eher nicht so. Als es hieß, er übernimmt “extra 3″ habe ich mich gefreut. Am Ende dann ganz seriös bei “aspekte”.
Ab und zu will er noch Radiosendungen moderieren, und sicherlich wird er hin und wieder kleinere Sachen für’s Fernsehen machen. Aber die Medien werden nicht mehr sein Lebensmittelpunkt sein. Er hat – das kann man wohl so sagen – nun Wichtigeres zu tun.
Alles Gute!

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VIVA Top 100: Buch? Hihi!

Donnerstag, den 25. August 2016
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MI 24.08.2016 | 10.00 Uhr | VIVA

Schaut man sich die “VIVA Top 100″ an, kann man eigentlich nur noch heulen. Live gibt’s die sogenannte Show nur noch im Netz, und deshalb scheint VIVA dafür nicht wirklich Kohle rauszuhauen. Die Kamera steht fest, das Studio ist das billgste, was VIVA bekommen konnte.
In der am Mittwochvormittag wiederholten Sendung moderierte ein Rapper namens T-Zon. Das weiß erstaunlicherweise nicht mal Wikipedia, und dabei weiß Wikipedia alles. Na ja, sagen wir mal, er, äh, stammelte, äh, irgendwas, äh, und sein, äh, liebstes Füllwort, äh, war: “ääääh”. Es schien, als brachte er keinen vernünftigen, äh, Satz zustande. Damit qualifiziert man sich als VIVA-Moderator?

Für Gäste scheint auch kein Geld übrig zu sein, im Hintergrund saß ein gewisser Jona Selle. Er macht Musik, und wenn man sich mal bei Youtube reinklickt, ist das sogar ganz nett – allerdings ist kein Video dort jünger als neun Monate. Aber immerhin bekommt man im Netz schnell raus – und das wurde auch erwähnt – dass die beiden zusammenarbeiten.
So saß der VIVA-Charts-Stammelator also mit seinem Kumpel im Rumpelstudio.
Warum auch immer, aber T-Zon fragte Jona Selle kurz vorm Tschüsssagen noch, wann er denn das letzte Buch gelesen habe. Das sei lange her, meinte Selle, und er musste kurz überlegen. Ohje. Und dann: In der Schule habe er einen dicken Wälzer gelesen – bis Seite zwei. Hihi.
Die Szene sagte so einiges.

Liebe VIVA-Leute – dann spielt doch am besten die Chartclips pur ab! Dann muss sich dieses Möchtegernsendungs-Trauerspiel niemand mehr ansehen.

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Circus Halligalli: Jack Garratt

Montag, den 22. Februar 2016
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MO 22.02.2016 | 22.10 Uhr | ProSieben

Jack Garratt wird momentan extrem gehypt. Seine Single “Breathe Life” läuft nicht nur bei VIVA rauf und runter, sondern ist auch “Newcomer des Monats” bei “MTV Push”, was ihm bei VIVA einen Monat lang weitere entsprechende Clip-Ausstrahlungen einbringt. Seine Musik wird also quasi auf die Zielgruppe eingehämmert.

Umso seltsamer war am Montagabend sein Auftritt in der ProSieben-Show “Circus Halligalli”. Nun ist es ja toll, wenn ein Künstler live spielt, aber Jack Garratt wollte anscheinend lieber zeigen, dass er bei einem Auftritt zig Instrumente gleichzeitig spielen kann. Das war sogar ganz spannend und sehr interessant – klang auch irgendwie toll. Da blieb für’s Singen aber wohl nicht mehr viel Energie übrig.
Kratzig, unmelodiös, lahm war seine Stimme bei dem Auftritt – völlig anders als in den Videoclips.

Nun kann natürlich ein Live-Auftritt nie so klingen, wie die technisch bearbeitete und perfekte Stimme im Clip – aber doch wenigstens noch als solche zu erkennende Stimme.
Aber wahrscheinlich ist genau das ja total cool, und ich habe das wieder nur nicht begriffen.