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Comedy Central auf VIVA

Mittwoch, den 10. September 2014
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DI 09.09.2014 | 17.00 Uhr | VIVA

Es war einmal ein aufstrebender deutscher Musiksender. Als VIVA Ende 1993 startete, sollte das die große Konkurrenz zum US-Platzhirschen MTV sein. Anfangs belächelt, weil auch recht chaotisch, gewann VIVA viele Fans, und als MTV über Satellit verschlüsselt wurde, erreichte VIVA den Durchbruch.
Doch die Zeiten ändern sich. Inzwischen gehört VIVA zu Viacom und damit zu MTV. Und Musik hat im Musikfernsehen in Zeiten von Youtube und Co. sowieso kaum noch eine Bedeutung.

Und VIVA heute? Nur noch ein kläglicher Rest. Seit Montag sendet VIVA nicht mal mehr 24 Stunden am Tag, sondern nur noch zwischen 6 und 17 Uhr, und selbst in dieser zeit laufen teilweise Cartoons. Um 17 Uhr ist Sendeschluss, und Comedy Central übernimmt das Ruder. Der Kindersender Nickelodoen hingegen darf bald 24 Stunden senden. Vermutlich sieht Viacom heute eher im Kinder- statt im Musikfernsehen das Geld.
Und das wohl zurecht, denn auch der Konkurrent IM1 ist seit kurzem Geschichte.

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The Common Linnets: Calm after the Storm

Samstag, den 26. Juli 2014
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SO 20.07.2014 | 2.14 Uhr (Mo.) | VIVA

Es hat ein wenig gedauert, aber es weht doch wieder ein bisschen Eurovisionsluft im Radio und im Musikfernsehen. Während die 2014er-Gewinnerin Conchita Wurst weniger mit ihrem Siegersong als mit ihrer Person von sich reden macht, haben die zweitplatzierten Niederländer offenbar den Sprung in die deutschen Medien geschafft.

The Common Linnets laufen mit “Calm after the Storm” nicht nur bei VIVA. Das Lied ist auch im Radio zu hören, und das nicht nur auf den öffentlich-rechtlichen Sendern wie RadioBerlin oder NDR2. Auch bei 104.6 RTL oder der Ostseewelle kommt es vor, dass einem der wunderschöne Song begegnet.
Wäre auch schade, wenn der Eurovision Song Contest ein einmalige Spektakel sind und die Lieder danach komplett ignoriert werden.

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Hitparade im ZDF: Stefan Raab

Mittwoch, den 7. August 2013
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DI 06.08.2013 | 16.00 Uhr | zdf.kultur

Es war Stefan Raabs erster großer Coup: 1994 trat er gleich mehrmals in der “Hitparade im ZDF” auf und sorgte dort für Chaos.
Ende 1993 ging der Musiksender VIVA in Deutschland auf Sendung. Stefan Raab gehörte zum Team, mit der “Vivasion” und den witzigen Interviews darin, fiel er auch gleich auf. Im Sommer 1994 reiste Raab für VIVA zur Fußball-WM in die USA und kreierte einen WM-Song: “Böörti Böörti Vogts”. Das Ding ist sein erster Hit gewesen, und deshalb durfte er damit auch in die Hitparade des verschnarchten ZDF.

Am Dienstagnachmittag war das Spektakel nochmal bei zdf.kultur zu sehen. Raab grinste in die Kamera, pappte sich einen VIVA-Aufkleber ans Hemd und legte los. Er ließ das Studiopublikm furchtbar schief den Refrain singen, startete eine Polonäse durchs Studio und latschte über die zweite Bühne, auf der schon Andy Borg wartete. Später verschwand er während des Songs hinter den Kulissen. Hilflos suchte die Kamera nach dem Interpreten, und irgendwann tauchte er irgendwo wieder auf.
Klar, hat dem piefigen Hitaparaden-Publikum nicht gefallen (und leider wurde die “Hitparade” 1990 mit dem Einstieg von Uwe Hübner unfassbar piefig), es buhte, als es mit ansehen musste, dass Raab das Ding auch noch gewann. Und nicht nur einmal.
Ein bisschen (dringend nötige) Anarchie im Schlagerzirkus.

Raab ist noch da. Die Hitparade dagegen schon längst Geschichte.

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Emmelie de Forest: Only Teardrops

Dienstag, den 4. Juni 2013
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SO 02.06.2013 | 2.32 Uhr (Mo.) | VIVA

So ganz out scheint der Eurovision Song Contest auch in diesem Jahr nicht gewesen zu sein. Die dänische Gewinnerin Emmelie de Forest und ihr Lied “Only Teardrops” wird immerhin sogar bei VIVA gespielt. Erstaunlicherweise schien man sich jedoch noch keine Mühe gemacht zu haben, einen vernünftigen Videoclip für den Siegersong zu produzieren, denn bei VIVA lief in der Nacht zu Montag stattdessen ein Live-Mitschnitt, vermutlich aus dem dänischen Vorentscheid zum ESC.

Auch in den aktuellen Charts ist der ESC gut vertreten, wenn auch nicht auf den höheren Plätzen. Die Dänen haben es aber immerhin auf Platz 5 der Singlecharts geschafft. Der Song aus Norwegen, „I feed you my Love“ von Margaret Becker, liegt auf Platz 24, Cascadas “Glorious” auf Platz 33 und der in Deutschland favorisierte “Geldwäsche” “Kedvesem”-Song schaffte immerhin Platz 39.

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Hotmatch: Tobias und Robert

Mittwoch, den 10. August 2011
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DI 09.08.2011 | 3.20 Uhr (Mi.) | VIVA

Zwei Namen. Junge und Mädchen. Passen die zusammen? Das ist die Frage, die sich VIVA-Zuschauer während des “Hotmatches” beantworten lassen können. Teure SMS genügt.
Aber – das habe ich gefragt, als ich schon mal über “Hotmatch” geschrieben habe – was passiert, wenn zwei Jungs mitmachen? Ich vermutete, es kommt zum Sendeausfall.
Seit der Nacht zu Mittwoch aber ist klar: VIVA ignoriert die Männerpaaarung einfach.

Tobias und Robert stellten sich dem Match, und das hatte der VIVA-Zufallsgenerator ihnen zu sagen: “Sie hat immer Kopfschmerzen, Robert ist ein Hermaphrodit.”
Halten wir also fest: Tobias ist eine Sie und Robert zweigeschlechtlich.
Ganz schön diskriminierend, dieses Hotmatch bei VIVA.

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17 Meter – Wie weit kannst du gehn

Sonntag, den 12. Juni 2011
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SA 11.06.2011 | 20.15 Uhr | ProSieben

Bei MTV und VIVA sind sie schön blöd. Da haben die beiden Musiksender mit “MTV Home” eine extrem witzig-kurzweilge Show im Programm, mit Joko Winterscheidt und Klass Heufer-Umlauf zwei echte Charaktere im Team – und was machen sie? Sie setzen die Show ab.
MTV kassiert scheinbar lieber Geld für bekloppte Dokusoaps.

Nun sind Winterscheidt und Heufer-Umlauf bei ProSieben. “17 Meter – Wie weit kannst du gehn” heißt die erste Show, die sie dort moderieren. Weitere sollen folgen.
Die Idee ist spannend und die Umsetzung ist es auch: Die Kandidaten müssen nicht nur eine Frage beantworten, sondern, um zu Antworten, auch noch einen 17 Meter langen Parcour mit immer anderen Hürden absolvieren.
Das bringt viel Abwechslung und Spaß. Und die beiden Moderatoren? Die machen sich auch schon mal über ihre Kandidaten lustig, liefern sich verbale Duelle und sind alles andere als die braven Showmaster.

Nur eines ist “17 Meter”: zu lang. Inklusive Werbung dauert die Show fast zwei Stunden. Die Zahl der vielen Vorrunden ist unüberschaubar. Ein etwas strafferes Konzept würde der Sendung sehr gut tun.

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David Hasselhoff: It’s A Real Good Feeling

Freitag, den 15. April 2011
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DO 14.04.2011 | 13.38 Uhr | VIVA

David Hasselhoff denkt wahrscheinlich immer noch, dass er es war, der 1989 in Berlin die Mauer zum Einsturz gebracht hat. Vielleicht hat er ja nicht gemerkt, dass Silvester 1989 schon alles erledigt war.

Lange war es ruhig um “The Hoff”. Also, abgesehen davon, wenn berichtet wurde, dass er besoffen war, einen Absturz hatte, in die Entzugsklinik kam oder im Suff rumgekotzt hat.
Jetzt wagt er ein … nun ja, er nennt es Comeback. Und ein Flop scheint das nicht zu sein. Auch wenn sein Album eher seichten Schlager als alles andere bietet.

Erstaunlicherweise schafft er es damit zu VIVA. Am Donnerstagmittag lief der Videoclip zu “It’s A Real Good Feeling” auf dem Clipkanal. Und da stellt sich schon die Frage, wo eigentlich der Unterschied liegt zwischen dem Schlagermist von David Hasselhoff und dem von Andrea Berg. Okay, ersterer läuft bei VIVA.
Dabei ist der Hoff-Song auch nur schrecklich billig und könnte genauso gut im “Musikantenstadl” laufen, wo die Leute eifrig mitklatschen.

Wo endet der Schlager und wo beginnt der Pop? Was ist Müll und was kann beim hippen Jugendsender laufen? Wenn es Hasselhoff schon schafft, dass wird es höchste Zeit für eine VIVA-Schlagershow!