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VIVA – Rest in Peace

Mittwoch, den 2. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 14.00 Uhr | VIVA

Das war’s für VIVA. Mit der x-ten Wiederholung der Abschiedsshow “VIVA forver” endete Silvester die 25 Jahre lange Geschichte des ersten deutschen Musiksenders. Ab jetzt sendet auf dem Kanal 24 Stunden lang Comedy Central gut abgehangene lustige Serien in Dauerschleife.
So ätzend das auch ist – VIVA haben wir heute nicht mehr gebraucht, auch wenn die Macher selbst dran schuld sind.

Als es 1993 los ging, da war VIVA noch sehr dilettantisch. Das war aber genauso gewollt. Die Leute, die dort moderieren, waren welche von uns.
VIVA war was Besonderes, denn VIVA sendete endlich deutsche Musik. Die sah man 1993 auf dem noch englischen MTV sehr selten. Wenn da mal Die toten Hosen liefen, da war das schon eine Sensation.

Blöd nur: Ich konnte VIVA erst gar nicht sehen. Ich kannte VIVA nur von premiere. Dort liefen jeden Tag in “Zapping” ausgewählte Ausschnitte mit lustigen Pannen oder Begebenheiten – und da war VIVA oft dabei.
VIVA sendete damals nur im Kabel und auf Eutelsat. Damals hatten die meisten Leute mit Satellitenschüssel aber Astra-Empfang – auch wir. Aber 1997 konnte ich mich zu Hause irgendwie durchsetzen, dass ich einen Umschalter brauchte, um auf den anderen Satelliten wechseln zu können. Dazu brauchten wir auch ein neues Empfangsteil. Aber ich konnte endlich VIVA sehen.

Doch der Kult verblasste. Spätestens als MTV und Viacom den Sender übernahmen. Nach und nach wurde VIVA zurückgefahren, irgendwann musste sich VIVA die Sendezeit mit anderen Viacom-Sendern teilen. Am Ende gab es Clips nur noch zwischen 2 und 14 Uhr – quasi unter dem Radar.
Andererseits: Videoclips sehe ich heute nur noch auf Youtube. Ich brauche keine Musiksender mehr, die mir irgendwie Clips vorsetzen. Auf Youtube fahnde ich selbst regelmäßig nach neuen Clips und entscheide selbst, welche in meine Playlist kommen. Ein echter Luxus, den mir weder VIVA, noch MTV oder auch Deluxe Music bieten konnten und können.

VIVA hätte nur eine Chance gehabt, wenn es weiterhin spannende Personality-Shows gegeben hätte – und eine stärkere Einbindung des Internets in Youtube-Art. Aber dafür war der Zug längst abgefahren.

Und deshalb: Danke, VIVA! Es war schön. Aber die Medienwelt hat sich weiterentwickelt, und da ist VIVA in dieser Form nicht mehr notwendig.

Hits: 133

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

Hits: 290

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VIVA forever – Die Show

Dienstag, den 18. Dezember 2018
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SA 15.12.2018 | 22.00 Uhr | MTV

Dass die Abschiedsshow für VIVA ausgerechnet bei MTV ihre Premiere hat, das ist eigentlich der letzte Arschtritt für Deutschlands einst größten Musiksender, der zum Jahresende abgeschaltet wird.

Am 31. Dezember 2018 wird VIVA letztmals senden, und das kurz nach dem 25. Geburtstag des Senders. Der Niedergang begann einst damit, dass die MTV-Besitzer von Viacom den Konkurrenten VIVA schluckten. Waren MTV und VIVA früher Konkurrenten, gehörten sie nun zur selben Firma, und VIVA wurde nach und nach der Saft abgedreht.

Zum Abschied gönnte man VIVA dann doch immerhin eine kleine Abschiedssendung, aber dass sie ausgerechnet zuerst auf MTV lief, ist ein Hohn.
Klar, wenn man will, dass “VIVA forever – Die Show” auch mal im Abendprogramm laufen soll, dann bleibt ja nichts anderes als eine MTV-Ausstrahlung möglich, denn VIVA selbst sendet ja sowieso nur noch von 2 bis 14 Uhr. Dennoch hätte man VIVA für die TV-Premiere den Vortritt lassen können. Auf VIVA lief die Show erst am Sonntagmittag.

Also nahmen die alten VIVA-Stars am Sonnabendabend bei MTV Abschied von VIVA – nicht ohne ab und zu mal in Richtung Viacom zu treten. Gezeigt wurden alte Videoclips von Echt, Tokio Hotel, den Fantastischen Vier, der Kelly Family und Scooter. Dazu erzählten Oliver Pocher, Mola Adebisi, Sarah Kuttner und andere alte VIVA-Hasen von früher.

Obwohl man ja leider sagen muss, dass man heute Sender wie VIVA eigentlich nicht mehr braucht, ist doch viel Wehmut dabei, wenn man “VIVA forever” sieht. Die richtige Wehmut kommt aber vermutlich dann Silvester.

Hits: 161

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Most Wanted 2000’s

Freitag, den 22. Juni 2018
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DO 21.06.2018 | 10.00 Uhr | VIVA

Die 2000er. Schon die waren für VIVA eher nicht mehr so berauschend. Am Donnerstagvormittag zeigte der Musiksender in “Most Wanted 2000’s” mal wieder alte Videoclips aus dem vergangenen Jahrzehnt.
Bald ist VIVA selbst vergangen. Am 31. Dezember 2018 ist der letzte Sendetag. Und das Schlimme ist: Ich werde VIVA in keiner Weise vermissen. Denn VIVA ist überflüssig geworden.

Der deutsche Musiksender – die Antwort auf MTV – startete im Dezember 1993. VIVA sollte die deutsche Musikszene voran bringen und ihr eine Heimat bieten. Beim internationalen MTV war das zuvor kaum möglich. Tatsächlich schaffte VIVA den Sprung nach oben.
Ich war sehr neidisch. Denn VIVA sendete damals nicht über den Astra-Satelliten. Ich wollte VIVA sehen. Wenn man die Trends wissen wollte, dann war der Musiksender ein Muss.
Der Niedergang begann, als Konkurrent Viacom VIVA kaufte. VIVA und MTV waren nun Stiefschwestern, und VIVA die ungeliebte.
Inzwischen sendet VIVA nur zwischen 2 und 14 Uhr, was bedeutet, dass die allermeisten Menschen den Sender gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Wenn mal 100.000 Zuschauer einschalten, dann ist das viel.

Grundsätzlich jedoch gehören Musiksender zur aussterbenden Spezies. In einer Zeit, wo die Leute über ihren Smart-TV sich das Internet auf den Fernseher holen können und sich auf YouTube ihre eigenen Listen zusammenstellen und abspielen können, da sind VIVA, MTV und Co. nicht mehr gefragt. Ich möchte nicht mehr Videoclips vorgesetzt bekommen, die mich nicht interessieren. Selbst Neuheiten kann man heute besser selbst aufspüren, als dass man erst auf entsprechende Sendungen warten müsste.
Ein Sender wie Deluxe Music läuft zwar noch relativ erfolgreich, aber auf lange Sicht wird auch dort die Zielgruppe vermutlich erst älter, und dann könnten die nachfolgenden Zuschauer fehlen.
Das Internet bringt für die Zuschauer unfassbare Vorteile – für Fernsehsender mit linearem Programm ist es ein Problem.

Hits: 27

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Vanessa Mai: Nie wieder

Mittwoch, den 30. August 2017
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DI 29.08.2017 | 2.18 Uhr (Mi.) | VIVA

Hat irgendwer bei VIVA aus Versehen die falsche Schublade geöffnet? In der Nacht zum Mittwoch lief innerhalb der “Night Sounds” der Song “Nie wieder ” von Vanessa Mai.
Eigentlich dachte ich, dass man Vanessa Mai in Deutschland in die Schlager-Schublade gelegt hat, und dass man beim coolen VIVA diese Schublade nicht anrührt. Dabei verläuft die Grenze zwischen Schlager und Pop hierzulande extrem fließend, und bei manchen Song kann einem ganz sicher niemand erklären, warum der als Schlager gilt und der andere als Pop und tauglich für’s Hitradio.

Nun also Vanessa Mai auf VIVA. Nun wirkt die Sängerin in dem Videoclip allerdings nicht wirklich wie eine biedere Schlagertante. Jung, frech, wild – so könnte man sie in diesem Clip beschreiben. Vielleicht handelt es sich um einen Imgaewechsel, und bei VIVA ist man gewillt, den mitzumachen.
Wäre ja nicht das Schlechteste, denn der Ekel vor so mancher deutschsprachiger Musik ist schon ziemlich peinlich.

Hits: 21

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VIVA Fahrstuhlmusik

Donnerstag, den 17. August 2017
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MO 14.08.2017 | 2.00 Uhr (Di.) | VIVA

Ein junger Mann, seine Stimme und seine Gitarre. Mehr nicht. Aber mehr braucht er auch nicht. Und VIVA eigentlich auch nicht.
“Fahrstuhlmusik” heißt eines der sehr wenigen echten Formate beim Halbtages-Musiksender.
In einem Fahrstuhl findet ein zehnminütiges Konzert statt. In der Nacht zum Dienstag war es Jakub Ondra aus Tschechien, der sich in das kleine Räumchen stellte und drei Lieder vorstellte. Er war einst Straßenmusiker, bis er von einem Label entdeckt wurde und nun zu einem Popstar wird. Das Spontane, Unaufwendige wird er also kennen.

Denn bei VIVA gibt man auch für dieses Format kaum Geld aus. Der Fahrstuhl befindet sich in der Viacom-Zentrale, man geht also nicht mal irgendwo raus, dorthin, wo vielleicht auch Leute zufällig rumstehen.
So ist diese “Fahrstuhlmusik” durch Ondras Songs zwar sehr gut anzuhören – dennoch ist es ziemlich trist anzusehen, wenn der Fahrstuhl ewig im dritten Stock rumhängt und nicht ein Mensch im Flur zu sehen ist.
Bei VIVA könnten sie sich wenigstens die Mühe machen, mit ihrer Minishow sich mal unters Volk zu mischen…

Hits: 20

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Amanda feat. Sido: Blau

Samstag, den 8. Juli 2017
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DO 06.07.2017 | 2.59 Uhr (Fr.) | VIVA

Auch wenn VIVA und MTV in Sachen Musikvideo quasi keine Rolle mehr spielen – out sind die kleinen Filmchen deshalb noch lang nicht. Wer sich Mühe gibt und entweder einen tollen Song, ein tolles Video oder im Idealfall beides bietet – der landet auch heute noch einen Hit. Deshalb sind die Clips auch heute ziemlich aufwendig produziert.

Also, sagen wir mal: viele.
Der Clip zu “Blau” gehört sehr sicher nicht dazu. Er lief in der Nacht zu Freitag bei VIVA.
Amanda – trat im Mark-Forster-Vorprogramm auf – singt mit Rapper Sido drei Minuten lang vor einer Fototapete.
Das Video besteht aus nichts anderes als die Sängerin und der Rapper vor wechselnden Fotos in der Blue/Greenbox. Besonders teuer kann es nicht gewesen sein, aber dieser Grad der Einfallslosigkeit ist dann doch schon bedrückend.
Aber vielleicht wird “Blau” ja ein Hit (na ja), dann könnte man eventuell ein etwas aufwendigeres Video drehen…

Hits: 22