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Freundlich, aber immer ihr Ziel vor Augen

Mittwoch, den 20. Oktober 2021
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Erika Kaatsch mischte mehr als 20 Jahre lang in der Kommunalpolitik in Oberkrämer mit – sie baute die Seniorenarbeit in der Gemeinde auf – die „Alte Schule“ ist ihr letztes Lebenswerk – im Alter von 87 Jahren ist sie gestorben – ein Nachruf

MAZ Oberhavel, 20.10.2021

Vehlefanz.
Wenn Erika Kaatsch zu einem Pressetermin einlud, dann war sie immer perfekt vorbereitet. Hat sich Notizen gemacht, ihre Unterlagen und Ordner standen auch bereit. Die Frau wusste, was sie wollte, und ihre Ziele hatte sie auch immer fest im Blick. Oberkrämer voranbringen, Neues schaffen, das war ihr Ziel.
Am Montag ist Erika Kaatsch gestorben. Sie wurde 87 Jahre alt. Ein Schaffensreiches Leben ist zu Ende gegangen.

Es begann auf einem großen Bauernhof bei Posen im heutigen Polen. Dort wurde sie am 28. August 1934 geboren. „Als Kind ging es mir gut, wir hatten eine große Wirtschaft”, erzählte sie anlässlich ihres 80. Geburtstags 2014 in einem MAZ-Gespräch. Doch am 19. Januar 1945 hatte sich alles geändert. „Die russische Front war durchgebrochen, wir mussten unsere Heimat verlassen.” Mit Pferd und Wagen, aber ohne Ziel machte sich die Familie auf Richtung Westen. Der Vater fehlte, er musste in den Krieg ziehen — und kehrte auch nicht mehr zurück. „Am Anfang haben wir gedacht, wir müssen nur über den nächsten kleinen Fluss.” Aber die Reise war länger, viel länger. Bei minus 15 Grad reisten sie bis in den Berliner Raum. Sie landeten in Börnicke im Havelland.
Die Familie — Erikas Mutter mit fünf Kindern — kam auf einem Bauernhof unter. Die Zeit war hart. „Wir hatten kaum etwas. Es ging ums nackte Überleben.” Glück im Unglück: Die Leute, bei denen die Familie unterkam, waren nett, und die Mutter hatte auf dem Hof Arbeit. „Ich glaube, wenn mein Vater aus dem Krieg zurückgekommen wäre, dann wäre mein Leben ganz anders verlaufen”, so Erika Kaatsch. „Er hätte uns wieder eine Existenz aufgebaut. Meine Mutter konnte das nicht.”

Erika Kaatsch begann nach der 8. Klasse eine Lehre beim Konsum und wurde Verkaufsstellenleiterin in Grünefeld. „Oft haben die Lebensmittel nicht gereicht”, erinnerte sie sich. 1956 lernte sie ihren Mann Helmut kennen. Ein Jahr später haben sie geheiratet. Sie zog zu ihm nach Vehlefanz, auf einen Hof an der Lindenallee. In den 70er-Jahren machte sie ein Fernstudium zur Ökonompädagogin und wurde in Oranienburg Ausbildungsleiterin in der Konsumgenossenschaft, später war sie Mitglied im Kreisvorstand beim Konsum. Schon damals hatte sie sich immer schützend vor ihre Leute gestellt. Der Fels in der Brandung.

Das Jahr nach der Wende brachte den nächsten Schicksalsschlag. 1990 starb ihr Mann Helmut an Lungenkrebs. Ihre Familie war es, die sie wieder aufrichtete. 2014 sagte Erika Kaatsch, ihre Familie gebe ihr Kraft.

1993 war sie aus der Konsumgenossenschaft ausgeschieden. Sie wollte sich ein neues Betätigungsfeld suchen. Nichts tun – das kam für sie gar nicht in Frage. „Ich bin zur Gemeinde gegangen und habe gesagt, wenn es Arbeit gibt, nehme ich sie an.” Und, klar, es gab Arbeit. Mit den Bürgern für Oberkrämer kam sie ins Gemeindeparlament. Vehlefanz wurde ein Teil von Oberkrämer. Sie wurde Ortsvorsteherin. Sie gründete den Seniorenbeirat. Sie war es, die die Senioren in den Dörfern zusammenhielt. Sie lud zu Weihnachtsfeiern, zur Seniorenwoche und vielen weiteren Veranstaltungen ein, wo Senioren zusammenkamen. Schaffenskraft. Durchsetzungskraft. Damit machte sie sich nicht nur Freunde – aber schon meistens. Durch ihre Ortsvorsteher-Tätigkeit war sie Ansprechpartnerin für Leute im Ort. Und präsent, das war sie immer. Immer war sie mit ihrem Auto unterwegs. So ziemlich jeden Tag düste Erika Kaatsch von A nach B und weiter nach C. Ihr Terminplan war oft voll. Sie fuhr bis fast zum Schluss selbst – auch Touren auf der Autobahn machten ihr nichts aus. Ängstlich war sie nie.

2016 verließ sie den Hof, auf dem sie 60 Jahre gewohnt hatte, ganz freiwillig. Es war wieder eines ihrer Projekte gewesen, das sie jahrelang verfolgt und schließlich auch durchgesetzt hatte. Die „Alte Schule“ an der Lindenallee stand jahrelang leer. Den Leerstand wollte sie nicht hinnehmen, und natürlich gab es eine Idee: Dort entstand schließlich eine altersgerechte Wohnstätte. Und für Erika Kaatsch stand fest: Sie wird dort einziehen und ihren Lebensabend verbringen. Kisten wurden gepackt, von vielem hatte sie sich trennen müssen. Als die Wohnstätte fertig war, zog sie um.
Die Arbeit im Seniorenbeirat gab sie später an Kerstin Laatsch ab. Natürlich auch das organisiert. Ihre Nachfolgerin hatte sie nach und nach eingearbeitet. Bei den Kommunalwahlen 2019 trat sie nicht mehr an – ihr kommunalpolitischer Abschied. Was natürlich nicht heißt, dass es nichts mehr zu organisieren gab. In der „Alten Schule“ war sie bis zum Schluss die gute Seele, die auch dort für den Zusammenhalt gesorgt hat.
Am Ende hatte sie mit Krankheiten zu kämpfen – aber selbst in dieser Zeit versuchte sie immer, stark zu bleiben.

Meine letzte Begegnung mit ihr war im Juli – im Vehlefanzer Edeka. „Kommen Sie doch mal auf einen Kaffee vorbei“, sagte sie. Sie erzählte vom Pavillon auf dem Hof hinter der „Alten Schule“. Trotz Krankheit – der Tatendrang blieb ihr.
Nun ist sie nicht mehr da. Sie wird fehlen. Die kleine, freundliche, aber durchsetzungsstarke Frau hat Vehlefanz verlassen. Erika Kaatsch wird immer in Erinnerung bleiben.

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Feuerwehr ist gegen Sirenen-Abschaltung

Mittwoch, den 6. Oktober 2021
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In Oberkrämer gibt es derzeit zwischen 22 und 6 Uhr keine lauten Alarmierungen mehr – das sorgt für Diskussionen

MAZ Oranienburg, 6.10.2021

Oberkrämer.
Als in der vergangenen Woche in Bötzow ein Müllcontainer gebrannt hat, da heulten im Ort die Sirenen – Einsatzbeginn war 21.57 Uhr. Nur ein paar Minuten später, und die Sirenen wären still geblieben. In der Gemeinde Oberkrämer läuft derzeit ein Test, wonach die Sirenen in den Dörfern zwischen 22 und 6 Uhr ausgeschaltet bleiben.
Ausgeschaltete Sirenen bedeuten natürlich nicht, dass die Feuerwehrleute nicht zu den Einsätzen gerufen werden können. Das passiere über den Pieper und über das Handy, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Auch wies er darauf hin, dass andere Kommunen in Oberhavel gar nicht mehr die Sirenen nutzen oder keine mehr haben.
„Die neue Technik ist hervorragend“, sagt Karsten Peter Schröder (SPD). Der Bärenklauer ist Mitglied der Feuerwehr. Es gebe neben dem Pieper die Blaulicht-SMS. Jeder könne gleich mitteilen, ob er zum Einsatz kommen könne oder nicht.

Die Abschaltung sei diskutiert worden, sagte Dirk Eger, der Leiter des Ordnungsamtes, der auch für die Feuerwehr zuständig ist. Es habe Beschwerden von Anwohnern gegeben. Es sei nicht zu erklären, warum die Sirenen noch benötigt werden, wenn es doch die neue Technik gebe, die auch in Oberkrämer genutzt werde. „Wir haben genügend Alarmierungswege, wir wollten es mal ausprobieren“, so Dirk Eher weiter. Hintergrund sei, dass zum Beispiel Einsätze durch Unfälle oder Wetterschäden inflationär seien. „Und dann werden alle davon geweckt.“

Das sehen längst nicht alle so. „Es ist ja nicht der Fall, dass die Sirenen dreimal pro Nacht heulen“, sagt der Vehlefanzer Gemeindevertreter Carsten Schneider (Linke). Er wohne auch nahe einer Sirene, und ihn störe sie nicht. „Ich frage mich, wo solche Beschwerden herkommen.“
Karsten Peter Schröder sagt: „Wir sollten froh sein, dass wir noch funktionstüchtige Sirenen haben.“ Nicht nur das, sie wurden kürzlich erst gewartet, wie Dirk Eger anmerkt. Die Sirenen seien für den Katastrophenschutz präpariert worden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Es habe keinen Aufschrei wegen der nachts abgeschalteten Sirenen gegeben, so Feuerwehrmann Karsten Peter Schröder. Es sei von Seiten der Kameraden durchaus okay, nachts die Sirenen abzuschalten. Doch das scheint eine auch bei der Feuerwehr umstrittene Ansicht zu sein. Grundsätzlich haben sich die Ortswehrführungen in Oberkrämer gegen die Abschaltung ausgesprochen, erklärte der Gemeindebrandmeister David Ostwald am Montag. „Die Sirene hat ja auch die Aufgabe, dass sie die Bevölkerung warnen soll.“ So könne es ja sein, dass ein Auto vor einem Haus brennt. Auf diesen Aspekt hat auch der Schwantener Gemeindevertreter Bernd Ostwald (CDU) hingewiesen. Der Aspekt des Warnens sei nicht zu vernachlässigen.

„Ich sehe das auch als Anerkennung der Kameraden an“, sagt Thomas Nocke (BfO), der Marwitzer Ortsvorsteher. „Die Sirene ertönt, und man weiß, die tun was, sie retten Leute.“ In Marwitz habe man es nicht fassen können, dass die Sirenen nachts ausbleiben. „Es ist für jeden, der in Not ist, ein großes Gefühl, wenn dann die Sirene ertönt und man weiß: Sie sind unterwegs.“
Demnächst soll das Thema in den Ausschüssen in Oberkrämer beraten und entschieden werden. Gemeindebrandmeister David Ostwald sagt zur Abschaltung: „Wir empfehlen das nicht.“

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Bärenklauer Erntekönigin fällt wegen Corona aus

Samstag, den 11. September 2021
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Jil May kann heute beim Umzug nicht mitfahren

MAZ Oranienburg, 11.9.2021

Bärenklau.
Das ist einfach Pech! Das heute stattfindende Bärenklauer Erntefest muss in diesem Jahr ohne die Erntekönigin auskommen. Jil May ist krank geworden.

Sie war schon 2019 die Erntekönigin in Bärenklau, und dort ist festgelegt worden, dass sie 2020 noch mal ran darf. In dem Jahr fiel das Erntefest allerdings wegen der Coronakrise aus. 2021 findet es wieder statt – nun hat allerdings die Erntekönigin das Coronavirus. „Ich habe es am Sonntag gemerkt“, sagt sie beim Telefongespräch mit der MAZ. „Ich hatte alles an Symptomen und 39 Grad Fieber.“ Seit Donnerstag habe sie zudem keinen Geschmack im Mund und keinen Geruchssinn. „Aber ich fühle mich von Tag zu Tag wieder stärker.“ Klar ist: Sie wird den heutigen Sonnabend zu Hause verbringen müssen – und nicht auf dem Wagen beim Ernteumzug sein können.

Die Enttäuschung ist groß. „Ich habe mich so gefreut, als es hieß, dass ich noch mal Erntekönigin sein darf“, erzählt die 21-Jährige. Sie wohnt in Vehlefanz und ist die erste Bärenklauer Erntekönigin, die nicht im Dorf wohnt. „Ich hatte 2019 beim Ernteumzug eine eigene Kutsche.“ Sie war für diverse Ansagen zuständig, war bei den Siegerehrungen dabei. Außerdem tanzt sie bei den Dancebears, weshalb sie am Abend auch noch einen Tanzauftritt hatte.

„Ich bin jemand, die keine Probleme hat, mal im Mittelpunkt zu stehen“, sagt Jil May. Sie macht eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau und möchte gern Hochzeitsplanerin werden. Auf dem Erntefest 2021 soll es eventuell am Abend eine Videobotschaft geben.

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KeineWochenShow

#238 – Einer lacht!

Sonntag, den 25. Juli 2021
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Erst kommt das Hochwasser, dann kommen die Politiker. Einer lacht im Hintergrund, die anderen fassen sich bei den Händen und kommen mit Betroffenen und Helfern ins Gespräch.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Ausgabe von KeineWochenShow. Auch über den Streit, ob denn besser hätte gewarnt werden können. Und darüber, dass, weil es einfach nicht zur Stimmung im Land passt, der Mallorca-Fernsehgarten im ZDF verschoben wird.

Es gibt aber noch mehr zu besprechen. Zum Beispiel, dass sich Milliardäre ins All schießen lassen. Dass Amazon in Vehlefanz bauen lässt. Dass in Oranienburg offenbar ein Mord geschehen ist. Dass es Leute gibt, die in Berlin den Palast der Republik wieder haben wollen.
Und wir nehmen Abschied von Alfred Biolek. Das und mehr in KeineWochenShow #238 auf Youtube.

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Amazon kommt nach Oberkrämer

Donnerstag, den 22. Juli 2021
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Verteilungslager wird im Gewerbepark Vehlefanz errichtet – fast alle Flächen des 100 Hektar großen Areals sind inzwischen belegt – viele Bautätigkeiten und eine neue Straße in Richtung Bärenklau

MAZ Oranienburg, 22.7.2021

Vehlefanz.
Der Versandhändler Amazon wird sich im Gewerbepark in Vehlefanz ansiedeln. Das teilte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) am Mittwochvormittag bei einem Vor-Ort-Termin im Gewerbepark mit. Geplant ist ein Verteilungslager. Dafür habe es kürzlich eine Baugenehmigung gegeben. Die Halle entsteht im „VGP-Park Berlin-Oberkrämer“ auf dem Areal des Gewerbeparks Vehlefanz. Ende 2022 könnte das Verteilungslager ans Netz gehen. Die Transporter sollen nach Aussagen des Bürgermeisters allesamt elektrisch fahren. Allein dafür seien 440 Elektroladeplätze geplant. „Das ist eine große Geschichte“, so Peter Leys.

War der Gewerbepark Vehlefanz bis vor kurzem eine Brache, auf der hier und da eine Halle stand, sieht das inzwischen ganz anders aus. Laut Peter Leys sei nur noch eine dreiviertel Hektar große Fläche frei, der Rest sei voll. „Das ist eine der größten geschlossenen neu geschaffenen Flächen in Oberhavel“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Noack am Mittwoch bei einem Besuch des Gewerbeparks. Wie Peter Leys ergänzte hat es eine Größe von 100 Hektar, gemeinsam mit dem Gewerbegebiet Bärenklau, das sich nahtlos anschließt. Den vorderen Teil, etwa 28 Hektar habe die Gemeinde Oberkrämer selbst vermarktet, um den Rest kümmerte sich die BBF, die Berlin-Brandenburger Flächenentwicklungs GmbH unter der Leitung von Jesús Comesaña. „Die haben sich auch um die Erschließung des Gebietes gekümmert“, so Peter Leys weiter.

Lange hatte sich im Vehlefanzer Gewerbepark nur wenig getan. Das änderte sich, als klar war, dass die Autobahn auf dem nördlichen Berliner Ring ausgebaut wird – und damit auch die Brücke auf der Landesstraße 17, die über die Autobahn führt. Die alte Brücke war zu schmal, um den vielen Verkehr eines möglichen Gewerbegebietes aufzunehmen. „Das hatte viele abgeschreckt“, erzählte der Bürgermeister. Der Ausbau der Autobahn sei dann ein gutes Zeichen gewesen – auch dass sich die Havellandautobahn mit ihrer Zentrale im Gewerbepark in Vehlefanz angesiedelt hatte. „Damals war das das einzige markante Gebäude.“
Auch heimische Unternehmen haben sich dort angesiedelt. Als Beispiel nannte der SPD-Gemeindevertreter Karsten Peter Schröder den Autoservice Stange. „Das hat hier ein neues Heim gefunden.“ Vorher war der Betrieb mit der Auto- und Lkw-Werkstatt im Oranienburger Weg direkt im Dorf angesiedelt – eine Vergrößerung war dort nicht mehr möglich. Im Gewerbepark ist neu gebaut worden.

Insgesamt hat Oberkrämer 140 Hektar Gewerbeflächen, in Eichstädt gibt es ein Gewerbegebiet, Flächen sind auch an der Perwenitzer Chaussee in Vehlefanz und in Bötzow-West. Es gebe im Gemeindegebiet kaum noch Grundstücke. Das Ende der Fahnenstange sei erreicht, so Peter Leys. „Oberkrämer muss noch Oberkrämer bleiben.“ Es habe Anträge und Überlegungen gegeben, von Vehlefanz aus auf der anderen Seite der Autobahn ebenfalls zu bauen. „Aber das kann man nicht machen.“ Da es keine Industrie im Gewerbepark Vehlefanz gebe, solle sich der Lärm in Grenzen halten, dennoch sollen zwischen dem Areal und dem Dorf selbst noch Bäume gepflanzt werden – auch für einen langfristigen Sicht- und Lärmschutz.

Die Straße, die den Vehlefanzer Gewerbepark mit dem Bärenklauer Bahnweg verbindet, ist zudem bald fertig. Für die Mitarbeitenden, die nicht aus der Gegend kommen, könnte das wichtig werden. Andreas Noack fragte nach einem Bahnanschluss für das große Areal. Es gebe den Bahnhof in Bärenklau, so Peter Leys. Der sei am nächsten gelegen und dann gut zu erreichen. Es müssten dann nur noch häufiger Züge anhalten.

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Essen im Restaurant in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 4. März 2021
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Ich kann nicht gerade sagen, dass man zu Burger King geht, weil das ein großer Genuss sein könnte. Dass dass Fast-Food-Restaurant in den vergangenen Jahren extrem nachgelassen hat, erwähnte ich bereits und ist nichts Neues.
Allerdings hat Burger King in Vehlefanz einen Vorteil: Das Restaurant ist nicht geschlossen. Man kann in den Laden gehen und man kann dort auch was essen – und im Laden bleiben, um zu essen.
Möglich ist das, weil sich dieser Burger King auf einem Autohof befindet – an der A10, und Restaurants auf Autohöfen und Raststätten an Autobahnen dürfen in Brandenburg öffnen. Oder eher: Sie musste nicht schließen.

Ich nehme mal an, viele wissen das gar nicht. Ich war seit Ende Oktober auch das erste Mal wieder in einem Restaurant, in dem man essen kann. Um es einfach mal wieder zu machen. Ich war auch der einzige.
Die Jugendlichen draußen sahen mich scheinbar ein wenig ungläubig an. Offenbar ist ihnen die Regel nicht bewusst. Was einen nicht wundern muss, angesichts der vielen Regeln, Ausnahmeregeln und Sonderregeln in den verschiedenen Bundesländern.
Auf dem Parkplatz saßen folgerichtig ein paar Leute auch in den Autos, um dort zu essen. Andere kamen und nahmen sich das Essen mit.

Ich aß also vor Ort. Kulinarisch gelohnt hat sich sich aber nicht wirklich. Der Burger war wieder mal ziemlich kühl, es fehlte ein Stück Fleisch, und geschmacklich – nun ja.
Ich warte wohl doch besser, bis die Restaurants im Allgemeinen wieder öffnen dürfen…

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Viel öfter alleine als sonst

Freitag, den 12. Februar 2021
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Senioren müssen sich in der Coronakrise umstellen – Helmut Rätzke lässt sich den Einkauf bringen

MAZ Oranienburg, 12.2.2021

Oberkrämer.
Die Coronakrise ist für die meisten Menschen auch ein Akt der Geduld. Gerade das gesellschaftliche Leben steht still. Das bekommen auch die Senioren zu spüren. Normalerweise gibt es in Oberkrämer fast jeden Tag Veranstaltungen in den einzelnen Ortsteilen, wo sich Senioren treffen, gemeinsam Karten spielen oder einfach nur Kaffee trinken und reden. Das fehlt nun alles – und nicht nur das. Weil die Senioren altersmäßig zur Risikogruppe gehören, müssen sie besonders aufpassen.

Helmut Rätzke aus Schwante ist 91 und momentan viel öfter alleine als sonst. „Ich gehe auch allein zum Spazierengehen“, erzählt er. „Aber auch nur da, wo man eher alleine ist.“ Er möchte ungern Menschen begegnen, größeren Menschenmassen ausweichen. Deshalb geht er auch nicht zum Einkaufen. „Das macht mein Sohn für mich.“ Der darf auch zu ihm rein, aber auch nur mit Maske. Eigentlich aber geht Helmut Rätzke jeden Mittwoch zum Kartenspielen, sonntags trifft er sich mit einer Frauenrunde, auch dort stehen dann Kartenspiele auf dem Programm. „Jetzt habe ich keinen Kontakt. Ich sehe zu, dass ich so wenige Kontakte wie möglich habe, ich bin ja schon 91.“ Das fällt ihm alles nicht immer leicht. „Na ja, das ist alles ein bisschen traurig. Aber was soll man machen?“ Seinen Haushalt macht er selbst, das Essen bekommt er geliefert. „Im Alltag komme ich noch ganz gut zurecht.“ Aber er vermisst die Normalität. „Ich bin ein Mensch, der Kontakte haben muss. Jetzt ist das natürlich schlecht.“ Immerhin telefoniert er jetzt ab und zu mit den anderen.
Seine erste Impfung hat der Schwantener auch schon bekommen. „Das war in Oranienburg“, erzählt er. Eigentlich sollte er dafür nach Potsdam fahren, aber dieser Termin sei abgesagt worden. Im Oranienburger Impfzentrum bekam er dann seinen Piks. „Das war alles sehr gut, ich habe nichts gemerkt.“ Bald bekommt er auch seine zweite Impfung, dann will er noch eine Woche weiter zu Hause bleiben. Wenn er wieder unter die Leute darf, dann freut er sich auf einen Besuch beim Bäcker und auf seine Kartenrunden.

Auch Inge Meier aus Eichstädt muss sich derzeit einschränken. Sie leitet normalerweise die Seniorenaktivitäten in ihrem Dorf und lädt einmal im Monat zu den Kaffeenachmittagen im Gemeindehaus. „Ein bisschen eingeschränkt ist das alles schon“, sagt sie. „Man ist doch schon mehr alleine, weil man auch Angst hat, dass doch irgendwas passiert und das Virus übertragen wird.“ Ab und an telefoniere sie noch mit den anderen Senioren in Eichstädt. „Die bedauern das natürlich alle sehr, dass nichts stattfinden kann und warten darauf, dass es wieder los geht.“ Ganz alleine ist Inge Meier aber nicht, die Familie kümmert sich um sie. „Wir gehen verhältnismäßig gut mit der ganzen Sache um“, sagt sie. „Wir sind alle sehr vorsichtig.“ Aber sie sagt auch: „Wir haben alle unser Alter und lassen es auf uns zukommen.“ Geimpft worden ist die Eichstädterin noch nicht. „Wir haben einige Male versucht, durchzukommen. Aber da war nichts zu machen, wir hatten noch kein Glück. Das geht den anderen ähnlich.“ Wenn sie doch mal rausgeht, dann trägt sie überwiegend eine Maske, erzählt sie.

Kerstin Laatsch ist die Seniorenbeauftragte in Oberkrämer. „Es melden sich bei mir auch hin und wieder Senioren“, erzählt die Vehlefanzerin. „Viele von den Frauen vermissen das monatliche Frauenfrühstück.“ So lange aufgrund der aktuellen Pandemiebestimmungen eine Person eine andere besuchen darf, würden das einige der älteren Leute auch in Anspruch nehmen, weiß sie. „Da geht es ja auch darum, sich gegenseitig ein wenig zu helfen.“
Kurz vor Weihnachten gab es in Oberkrämer eine besondere Aktion. „Wir haben zu Weihnachten viele Päckchen verteilt“, erzählt Kerstin Laatsch. „Wir haben wesentlich mehr Päckchen gepackt, weil es ja im vergangenen Jahr sonst keine weiteren Aktionen gab.“ Allein in Vehlefanz seien 80 solcher Päckchen zum Fest verteilt worden. Darin waren beispielsweise ein großer Stollen, Honig, eine Packung Tee und was zum Naschen. „Außerdem etwas von mir Gebasteltes“, sagt Kerstin Laatsch. Dazu noch eine Grußkarte. „Da kam eine sehr große Resonanz zurück.“ In der vergangenen Woche habe sich noch ein Ehepaar bei ihr gemeldet. „Es war ihnen ein großes Bedürfnis,. sich zu bedanken“, erzählt Kerstin Laatsch.
Sie ist weiterhin öfter in ihrem Büro im „Haus der Generationen“. Sie telefoniere viel. Auch sie hofft, dass die Senioren im Ort bald wieder zusammenkommen können.

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