RTelenovela

Der Direx duzt dauerhaft

Samstag, den 30. August 2014
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Es war eine ziemlich überraschende Begegnung. Die Ortsvorsteherin von Vehlefanz feierte ihren 80. Geburtstag. Ich war als Reporter vor Ort und habe mit verschiedenen Leuten gesprochen, als er plötzlich vor mir stand. “Na, Robert, was machst du denn hier?”, fragte er mich, und natürlich habe ich ihn und vor allem seine Stimme sofort erkannt.
Es war mein alter Schuldirektor, mit ihm habe ich vier Jahre auf meinem Gymnasium verbracht, mit ihm hatte ich eine Zeit lang den Politik-Unterricht. Er hat mir einst mein Abiturzeugnis überreicht. Das ist 16 Jahre her.
Seitdem haben wir uns schon öfter gesehen.
In Vehlefanz war er, weil auch er mit der Jubilarin zu tun hatte. Er war einst Lehrer an der Dorfschule.

Als mein Schuldirektor hat er natürlich einen Sonderstatus. Der drückt sich auch dadurch aus, dass er mich duzt. Immer noch. Sie sieze ihn natürlich. Immer noch, und das wird auch so bleiben.
Das kommt einem einerseits komisch vor, weil wir uns an sich ja gar nicht so nahe stehen. Aber andererseits wäre es albern, wenn er mich plötzlich siezen würde, nur weil wir jetzt nicht mehr im Schüler-Lehrer-Verhältnis stehen.
So war ich plötzlich einige Minuten lang wieder in meine Jugend zurückkatapultiert – oder zumindest in die Erinnerungen daran.

aRTikel

Voll im Leben

Donnerstag, den 28. August 2014
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Erika Kaatsch feiert heute ihren 80. Geburtstag. Seit sechs Jahrzehnten lebt sie in Vehlefanz.

VEHLEFANZ
Lauter Unterlagen. Und alle wichtig. Erika Kaatsch sitzt im Versammlungsraum des „Hauses der Generationen“. Sie sortiert. Die nächste Sitzung des Ortsbeirates steht vor der Tür, da muss alles vorbereitet sein. Und nicht nur das: Sie ist Ortsvorsteherin von Vehlefanz, sitzt im Gemeinderat, ist Chefin des Seniorenbeirates und kümmert sich mit um das Kreiserntefest. „Es gibt auch mal einen Tag, wo ich sage: Das ist mein Tag.“ Erika Kaatsch lächelt. „Da trödele ich auch mal, ganz ohne Druck.“ Kaum vorstellbar.
Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag – und steht voll im Leben. „Ich fühle mich noch fit“, sagt sie. Obwohl: Ein bisschen Respekt vor dieser Zahl, vor dem Alter, hat sie schon. „Man muss inzwischen auch mal Nein sagen können.“ Was ihr schwer fällt. Sie hat gute Gene, sagt sie, und man müsse sich immer Ziele setzen. Seit gut 20 Jahren engagiert sie sich in der lokalen Politik. Nach dem Aus der Konsumgenossenschaft, für die sie bis Ende 1993 arbeitete, suchte sie sich ein neues Betätigungsfeld. „Ich bin zur Gemeinde gegangen und habe gesagt, wenn es Arbeit gibt, nehme ich sie an.“ Es gab und gibt Arbeit für sie – bis heute.

60 Jahre lang lebt sie schon in Vehlefanz. Geboren wurde sie am 28. August 1934 auf einem großen Bauernhof bei Posen im heutigen Polen. „Als Kind ging es mir gut, wir hatten eine große Wirtschaft.“ Bis zum 19. Januar 1945. Ein echter Schicksalstag. „Die russische Front war durchgebrochen, wir mussten unsere Heimat verlassen.“ Mit Pferd und Wagen, aber ohne Ziel machte sich die Familie auf Richtung Westen. Der Vater fehlte, er musste in den Krieg ziehen – und kehrte auch nicht mehr zurück. „Am Anfang haben wir gedacht, wie müssen nur über den nächsten kleinen Fluss.“
Dem war nicht so. Bei minus 15 Grad reisten sie in den Berliner Raum. Sie landeten in Börnicke im Havelland. Eine harte Zeit, die Familie – Erikas Mutter mit fünf Kindern – kam auf einem Bauernhof unter. „Wir hatten kaum etwas. Es ging ums nackte Überleben.“ Aber die Leute, bei denen sie lebten, waren nett und die Mutter hatte auf dem Hof Arbeit. „Ich glaube, wenn mein Vater aus dem Krieg zurückgekommen wäre, dann wäre mein Leben ganz anders verlaufen“, sagte sie heute. „Er hätte uns wieder eine Existenz aufgebaut. Meine Mutter konnte das nicht.“
Nach der 8. Klasse begann sie eine Lehre beim Konsum. Sie wurde Verkaufsstellenleiterin in Grünefeld. „Oft haben die Lebensmittel nicht gereicht“, erinnert sie sich. 1956 lernte sie ihren Mann Helmut kennen. „Seine Cousine war meine Freundin.“ Erika Kaatsch schmunzelt. Ein Jahr später haben sie geheiratet.
In den 70ern machte sie ein Fernstudium zur Ökonompädagogin und wurde in Oranienburg Ausbildungsleiterin in der Konsumgenossenschaft, später war sie Mitglied im Kreisvorstand beim Konsum.

Das Jahr nach der Wende brachte den nächsten Schicksalsschlag. 1990 starb ihr Mann Helmut an Lungenkrebs. Ihre Familie war es, die sie wieder aufrichtete. „Sie gibt mir Kraft, auch heute noch.“ Und Erika Kaatsch hat noch viel Kraft. Oft ist sie mit ihrem Auto unterwegs. Sie besucht ihren Sohn in Strausberg oder reist zu ihrem Elternhaus nach Polen.
Wenn das neue altersgerechte Wohnheim in Vehlefanz mal fertig ist, dann will Erika Kaatsch ein wenig kürzer treten. Ihre Aktivitäten von hundert auf null zurückschrauben kann und will sie aber nicht. Denn eines kann sie dauerhaft nicht: nichts tun.

aRTikel

Sein Ziel ist der Bundestag in Berlin

Donnerstag, den 7. August 2014
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Marvin Scharpwinkel ist mit 19 Jahren der jüngste Abgeordnete des Parlamentes in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.8.2014

VEHLEFANZ
Gerade erst hat er sein Abi gemacht. Bald will er studieren und die Politik spielt auch eine immer größere Rolle in seinem Leben. Marvin Scharpwinkel ist 19 Jahre alt. Der Vehlefanzer ist das jüngste Mitglied der Gemeindevertreterversammlung in Oberkrämer. Auch im Ortsbeirat von Vehlefanz mischt er mit.

Im Sommer des vergangenen Jahres ist er in die CDU eingetreten. „Ich habe mich eigentlich schon immer für Politik interessiert“, sagt er. So verfolgte er 2012 intensiv den US-Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Der weckte verstärkt auch sein Interesse, sich hierzulande zu engagieren. „Ich habe angefangen, zu recherchieren, welche Partei zu mir passt.“ Es ist die CDU geworden. „Ich bin evangelisch, deshalb sollte es eine christliche Partei sein.“ Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen. Außerdem ist ihm die wirtschaftliche und außenpolitische Kompetenz wichtig.
Bei einer Wahlveranstaltung im Herbst 2013 in Eichstädt ist er von Bernd Ostwald, dem CDU-Chef in Oberkrämer, angesprochen worden. Schnell war klar: Marvin Scharpwinkel wird zur Kommunalwahl antreten. „Ich habe in den Wochen davor viele Flyer verteilt, ich war an vielen Haustüren in Oberkrämer und habe mich den Leuten vorgestellt“, erzählt er. Die Resonanz sei gut gewesen. „Die Leute haben sich oft gefreut, dass sich auch ein junger Mensch um die Politik kümmert.“

Seine Themen in Oberkrämer: der Erhalt der Straßen, ganz besonders der teilweise maroden Landesstraße 17. Er will sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern und um die Ansiedlung von Unternehmen in den Gewerbegebieten. Er engagiert sich außerdem im Sozialausschuss der Gemeinde: Vereine, Schulen, Kitas. Mit all diesen Themen musste sich der 19-Jährige erst noch beschäftigen. „Vorher wusste ich davon recht wenig.“ Aber er hat sich schlaugemacht – im Internet, auf diversen Veranstaltungen und in Bürgerdiskussionen.
Noch ist Sommerpause im Gemeindeparlament. Der Vehlefanzer Ortsbeirat hat aber schon kommenden Donnerstag sein nächstes Treffen. „Da muss ich mich drauf vorbereiten. Aber ich hoffe, ich habe ein gutes Zeitmanagement.“

Nach dem Abi an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule hat er sich in Berlin und Potsdam um Studienplätze beworben. Er möchte sich mit Wirtschaft und Politik beschäftigen. Wenn er eine Zusage bekommt, geht es Mitte Oktober los.
Seine Mitgliedschaften im Ortsbeirat und Gemeindeparlament könnten nur der Anfang sein. In fünf Jahren will er sich um einen Sitz im Kreistag bewerben und ganz am Ende steht der Bundestag in Berlin. „Wenn ich was anfange, will ich es auch zu Ende bringen, und am Ende steht eben der Bundestag“, sagt er.

Momentan macht er seinen Führerschein. „Ich möchte ein bisschen mobiler sein“, sagt er. Ab und zu geht er mit Freunden ins Kino, er geht gern joggen und liest viel – momentan ein Buch des US-Politikers Mitt Romney. Vehlefanz wird vorerst auch weiterhin seine Heimat bleiben – 13 Jahre schon lebt die Familie dort. „Wir wohnen direkt am Feld.“ Viel Ruhe für die aufregende Zeit, die ihm bevorsteht.

aRTikel

Der neue Ortsvorsteher wünscht sich mehr Farbe für Eichstädt

Dienstag, den 1. Juli 2014
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Dirk Ostendorf (BfO) lebt seit 1998 im Dorf. Er engagiert sich beim SV Oberkrämer.

MAZ Oranienburg, 1.7.2014

EICHSTÄDT
Dirk Ostendorf ist ein Durchstarter. Gerade erst ist er in den Ortsbeirat von Eichstädt gewählt worden – und schon ist er auch Chef des Gremiums. Der 48-Jährige ist der neue Ortsvorsteher des Dorfes. „Ich bin angetreten, weil ich denke, dass ich ein bisschen was bewegen kann“, sagt er.
Dass das Mitglied der Bürger für Oberkrämer (BfO) seinen Vorgänger Dietmar Schünemann (SPD) abgelöst hat, obwohl Letzterer die meisten Stimmen hatte, ist im Dorf durchaus ein Gesprächsthema. Dirk Ostendorf aber sagt: „Insgesamt kam die BfO bei der Ortsbeiratswahl auf 41 Prozent.“ Die anderen Parteien hätten weniger Stimmen gehabt.
Der Wirbel darum lege sich hoffentlich bald, so Ostendorf. Schließlich habe er einiges vor in Eichstädt. „Und ich hoffe, dass ich mit meinen Kollegen im Ortsbeirat konstruktiv zusammenarbeiten kann.“

Ein wichtiges Thema für den neuen Ortsvorsteher ist die Errichtung eines Bolzplatzes. „Viele andere Dörfer haben so was auch, der nächste Bolzplatz ist in Bärenklau, am Dorfanger haben wir nur einen kleinen Spielplatz.“ Ostendorf denkt an das Gelände an der neuen Sporthalle im Gewerbegebiet. „Da ist es auch nicht so schlimm, wenn’s mal lauter wird.“ Gerade für Kinder im neuen Wohngebiet sei das Areal gut zu erreichen.
Außerdem wünscht sich Dirk Ostendorf mehr Farbe im Ort. „Wir wollen den Dorfanger verschönern“, sagt er. „Das ist eine große Fläche, aber außer Rasen ist da nicht viel.“
Auf der Liste steht auch die Straße Zum Heidegarten. Das ist momentan eine überholungsbedürftige Betonpiste. „Aber die Anwohner haben Angst, dass sie recht viel dafür zahlen müssen, deshalb müssen wir da eine Lösung finden“, so Ostendorf.

Der 48-Jährige hat Zeit, sich um seinen Ort zu kümmern. Aus gesundheitlichen Gründen ist der Polizeibeamte pensioniert. „Ich wollte das eigentlich nicht, aber ich konnte mich nicht dagegen wehren“, sagt er. 1998 ist er mit seiner Familie – er hat eine Frau und einen heute 17-jährigen Sohn – von der Residenzstraße in Berlin-Reinickendorf nach Eichstädt gezogen. „Damals stand ein großer Artikel in der Zeitung, in dem junge Familien angesprochen worden sind“, erzählt er. „Wir sind dann nach Eichstädt gefahren und haben uns gleich verliebt.“ Allerdings habe es damals auch das Versprechen gegeben, dass Velten einen S-Bahn-Anschluss bekommt – bis heute nicht umgesetzt.

Er engagiert sich in einem Präventionsprogramm der Berliner Verkehrsbetriebe. Dort können Jugendliche ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. „Es geht darum, dass junge Leute Konflikte im Bus lösen können“, sagt Dirk Ostendorf. Er ist außerdem zweiter Vorsitzender des SV Oberkrämer. „Fußball bestimmt mein Leben seit ich acht Jahre alt war.“ Seit einigen Jahren trainiert er in Vehlefanz eine Jugendmannschaft. „Wir waren schon recht erfolgreich, Meister und Pokalsieger.“
Ein großes Hobby des neuen Ortsvorstehers ist sein Motorrad. Mit der BMW ist er schon mal auf längeren Touren unterwegs – gemeinsam mit seiner Frau und weiteren Freunden. Sein Lieblingsort in Eichstädt ist der Dorfteich. „Das ist eine sehr idyllische Stelle, egal zu welcher Jahreszeit.“

Ein richtiger Treffpunkt fehle allerdings, auch wenn die Kultur- und Kinderkirche schon einige Ansätze biete. „Vielleicht könnte man die alte Einkaufsquelle wieder beleben“, sagt er. Eventuell könne dort eine Begegnungsstätte eingerichtet werden.
Dirk Ostendorf hofft in dem Zusammenhang überhaupt, dass die Eichstädter wieder ein bisschen näher zusammenrücken. Auch wenn die Nachbarschaft im neuen Wohnviertel sehr eng sei und gut funktioniere – die alteingesessenen Eichstädter und die neuen Bewohner müssten verstärkt aufeinander zugehen.

aRTikel

Berliner Gäste strömten in die Region

Montag, den 2. Juni 2014
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„48 Stunden Kremmen“: Busse waren zwischen Sommerfeld, Flatow, Schwante, Vehlefanz und Velten unterwegs

MAZ Oranienburg, 2.6.2014

KREMMEN/OBERKRÄMER
Eva-Maria Otto wirft noch mal einen Blick in ihren Flyer. „Mir gefällt das alles sehr gut hier“, sagt sie. Sie ist aus dem Berliner Bezirk Friedrichshain zur Schmiede nach Schwante gekommen und hat sich mit dem Schmied Dieter Blumberg unterhalten. Als nächstes möchte sie zur Mühle nach Vehlefanz. Auch in der Kirche in Flatow war sie bereits. „Die fand ich sehr schön“, sagt sie und lächelt. Und überhaupt, sie werde noch mal wiederkommen, um sich das Schloss in Groß-Ziethen anzusehen.

Die von der Stadt Kremmen und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) initiierte Aktion „48 Stunden Kremmen“ führte Eva-Maria Otto in die Region. Mit dem Regionalexpress kam sie nach Kremmen. Am dortigen Bahnhof starteten zwei Buslinien. Eine führte nach Sommerfeld, die andere über Flatow, Staffelde, Groß-Ziethen, Schwante und Vehlefanz zum Veltener Ofenmuseum. Besonders am Sonnabendvormittag strömten die Menschen aus den Zügen in die Busse. „Wir dachten, das verteilt sich mehr“, sagte Charlott-Luise Stolzenberg, in Kremmen verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie zählte allein am ersten Vormittag schon mehr als 700 Gäste, bis zum Sonnabendnachmittag seien es etwa 1200 gewesen. Am Sonntag lag die Zahl etwas niedriger. „Für uns ist das ein großer Erfolg“, so Stolzenberg.

Albert Kleye von den „Freunden der Kulturschmiede“ in Schwante war am Sonnabend überrascht vom Zuspruch. „Wir wussten ja gar nicht so genau, was da auf uns zukommt.“ Für die Vereinsmitglieder war das Wochenende mit großem Aufwand verbunden, „aber wir machen das ja gern.“ Für die Schmiede sind solche Aktionstage aber wichtig. „Es kommt immer wieder vor, dass Berliner erneut zu uns kommen und uns ansprechen“, so Kleye.

An der Mühle in Vehlefanz ist am Wochenende extra eine Sonderhaltestelle für die Busse eingerichtet worden. „Die Gäste aus Berlin wollen vor allem Historisches über die Mühle wissen“, erzählte Hartmut Müller vom Vehlefanzer Heimatverein.
Auch Sigrun Franke aus Berlin-Spandau sah sich am Sonnabendnachmittag dort um. „Ich bin von Schwante aus den Mühleseeweg entlang gewandert“, erzählte sie. „Das war wunderschön.“ Sie findet es gut, dass die Dorfbewohner bei der Aktion mitgemacht, Kuchen gebacken und Auskünfte erteilt haben. Bislang kannte sie die Region noch nicht, wollte aber unbedingt wiederkommen. „Die Felder, die Wiesen, der Wald und zwischendurch die Alleen – herrlich!“

Ein wenig Kritik ist aber auch laut geworden. Insbesondere am Sonnabendvormittag waren die Busse unpünktlich und überfüllt. Irritationen gab es, weil das Schloss in Groß-Ziethen nur am gestrigen Sonntag an der Aktion teilnahm und die Kirche in Staffelde erst am Nachmittag öffnete.
„Das ist allerdings eine sehr schöne Kirche“, so Ingrid Brose. Sie war aus Berlin-Marienfelde nach Staffelde gekommen. „Sie ist schlicht, aber alles ist so schön und liebevoll restauriert, das gefällt mir.“
Ein paar Kilometer weiter, in Flatow, sieht sich Irene Böhm aus Nieder Neuendorf mit ihrem Enkel Niklas die Kirche an. „Die lebt, die Kirche“, sagt sie. „Hier wird das Alte mit dem Neuen sehr gut verbunden.“ Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat führte Irene Böhm herum. „Wir freuen uns, wenn wir den Gästen unser Haus zeigen können“, sagte er.

Viele der Gäste am Sonnabend sagten, dass sie am Sonntag noch mal wiederkommen wollen. Diese Beobachtung hat Charlott-Luise Stolzenberg gemacht: „Wir haben einige schon bekannte Gesichter wiederentdeckt“, sagte sie gestern Nachmittag.

RTelenovela

Mitreden – Der Brunchtalk (10)

Montag, den 19. Mai 2014
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(9) -> 24.2.2014

Eigentlich war es Ausgabe 17 der “Mitreden”-Talkshow in Kremmen – für mich aber ein Jubiläum: mein zehnter Brunchtalk.
Wir sind jetzt im dritten Jahr unserer Zusammenarbeit, und wir haben schon so manchen Promi bei uns begrüßen können.

Diesmal war die Schauspielerin Ursula Werner unser Stargast. Ich kannte sie schon länger. So war ich vor etwa 25 Jahren ein Fan der Serie “Einzug ins Paradies” des Fernsehens der DDR. Im Film “Wolke 9″ von Andreas Dresen spielte sie die Hauptrolle. War war natürlich ein Thema für uns. Im Film ging es um eine Frau, die sich mit fast 70 noch mal in einen anderen Mann verliebt.
Ursula Werner verehrt den Regisseur Andreas Dresen. Sie erzählte, dass sie sichs ehr wohl mit ihm fühlte. Oft gibt es bei ihm kein genaues Drehbuch, sondern es wird viel improvisiert.
Die in Berlin lebende Schauspielerin erwies sich als extrem nett, schlagfertig, witzig und selbstironisch. Ihr zuzuhören, hat Spaß gemacht.

Andreas Kurtz schreibt seit 20 Jahren eine Gesellschaftskolumne für die “Berliner Zeitung” – nicht zu verwechseln mit der B.Z., wie er extra drauf hinwies. Auch er war sehr unterhaltsam. So erzählte er, dass es Schauspieler gibt, die, wenn sie mal kein Drehbuch in der Hand gaben, ziemlich leer in der Birne sind.
Ihm sei wichtig, keine echten Klatschgeschichten aufzuschreiben, schließlich wolle er den Leuten auch noch unter die Augen treten können.

Malte Voigts ist landwirt und leitet den Spargelhof in Kremmen. Als er aus Niedersachsen kam, wollte er eigentlich einen Hof in der Uckermark übernehmen. Am Ende ist es dann aber doch Kremmen geworden. Auf dem dortigen Hof sah es wirtschaftlich ganz mies aus, der Schuldenstand war hoch. Aber inzwischen ist eine Erfolgsstory draus geworden.
Auf die Frische des Spargels komme es an. Den Unterschied zwischen Spargel aus Niedersachsen, Beelitz, Kremmen oder Beetz schmecke man an sich aber nicht heraus. Eine entsprechende Wette hatte er neulich verloren, wie er erzählte.

Viel Applaus bekam aus Jannik Lebrecht, der nach seinem Auftritt bei der Open Stage nun auch in unserem Brunchtalk zu Gast war. Wieder war er vorher sehr nervös, wie er berichtete, aber wieder hat es sich gelohnt.

Unser nächster Talk am 16. August ist ein besonderer. Kein Brunch, dafür aber ein Festival, und das auch noch Open Air. Wir sind Teil von “Feuer und Flamme für Kremmen” und werden gegen 15.30 Uhr “Mitreden!”

aRTikel

Wenn Musik Gänsehautmomente erzeugt

Donnerstag, den 15. Mai 2014
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Jannik Lebrecht aus Vehlefanz singt und spielt Gitarre. Im Alltag steht er hinter der Bäckereitheke.

MAZ Oranienburg, 15.5.2014

VEHLEFANZ
Fast hätte er sich nicht auf die Bühne getraut. Nur er und seine Gitarre, und dann auch noch singen? Nein, eigentlich wollte Jannik Lebrecht das nicht. Aber dann hat sich der 20-Jährige aus Vehlefanz doch getraut. Auf der kleinen Bühne der „Open Stage“ im Kremmener Bistro „Ackerburger“ sang und spielte er „Rhythm of Love“ von Plain White T. Ein Gänsehautmoment für ihn und das Publikum. Denn das klang gut. Aus einem Lied sind am Ende vier geworden. Der, der fast nicht aufgetreten wäre, bekam schließlich donnernden Applaus.
Jannik schmunzelt, wenn er an seinen Auftritt im April denkt. Dabei spielte er schon öfter vor anderen Leuten, aber noch nie allein und mit Gesang. „Ich war von mir als Sänger nie überzeugt gewesen“, sagt der Vehlefanzer. „Aber als der Applaus kam, war das schon eine echt tolle Sache.“

Seit drei Jahren erst spielt Jannik Lebrecht Gitarre. „Ich hatte immer viele Gitarristen im Bekanntenkreis, aber das hat mich trotzdem nie so interessiert.“ Dann aber war er auf einer Abi-Pilgerfahrt. Dort spielten Freunde abends Gitarre – Janniks Initialzündung. Jetzt ist er süchtig danach.

Hin und wieder macht er auch mit Freunden gemeinsam Musik. „Wir spielen Blues, zum Beispiel von Gary Moore oder Eric Clapton“, erzählt Jannik und lächelt. „Die alten Kamellen eben.“ Für ihn ist es ein Unterschied, wenn er alleine Musik macht oder mit anderen zusammen. „Alleine kann man sich richtig reinsteigern“, sagt er über die Zeit, wenn er zu Hause Gitarre spielt. „Man wiederholt eine bestimmte Stelle so lange, bis sie klappt.“ Mit den anderen zusammen sei es dagegen schon mal möglich, ein Musikstück auf 15 Minuten Länge zu dehnen. „Da puscht man sich gegenseitig regelrecht auf. Und man kann sich was vom andern abgucken.“
Er selbst hört am liebsten die Musik seines Lieblingsgitarristen Tommy Emmanuel oder Chartmusik. Aktueller Favorit: „Budapest“ von George Ezra.

Es gibt aber auch ein Leben abseits der Musik. 2012 machte er am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium sein Abitur. Danach begann er eine Lehre in der Bäckerei Plentz in Schwante. „Ich wollte nicht noch mal auf die Schulbank, ich wollte was Handfestes machen“, so Jannik. Eigentlich war sein Plan, Konditor zu werden, das hatte nicht funktioniert. Bei Plentz ist er Lehrling als Fachverkäufer im Lebensmittelhandel. „Das habe ich nicht bereut“, sagt der 20-Jährige. Ein Leben lang will er das wahrscheinlich nicht tun, „auch wenn es eine super Erfahrung ist.“ Immerhin brachte sie ihn sogar bis nach Spanien, wo er eine Art Praktikum absolvierte.
Bald hat Jannik seine Prüfungen. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. Er könnte sich auch vorstellen, Gitarrenunterricht zu geben oder anderswo Musik zu machen.