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Die Sache mit dem Fast Food

Mittwoch, den 2. Februar 2022
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Die Sache mit dem Getränkebecher beim Fast-Food-König am Autohof in Vehlefanz. Neulich habe ich hier darüber berichtet, und der Beitrag löste an verschiedenen Stellen ein großes Echo aus. Beim Fast Food können viele Menschen mitreden.

Da war dann die Rede von einer Großbestellung zum Mitnehmen im selben Laden, wo man beim Auspacken gemerkt habe, dass diverse Dinge fehlten oder falsch zusammengestellt waren. Oder dass das Essen schlicht kalt war, selbst wenn vor Ort isst.
Neulich war ich beim großen M in Sachsenhausen, bestellte einen Burger mit Extra-Fleisch, um zu Hause festzustellen, dass ich dafür zwar gute 2 Euro extra bezahlt hatte, das Extra-Fleisch dann aber trotzdem fehlte.

Die Fast-Food-Ketten haben schon lange ihren Ruf verspielt – mit Fleisch, das ewig in der Schublade wartet, bis es kalt ist, mit kalten Burgerbrötchen, mit labbrigen, lauwarmen Pommes.
Trotzdem gehen wir wieder hin. Und man fragt sich, warum man sich die oft schlechte Qualität gefallen lässt.

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Karl-Dietmar Plentz / Andrea Specht: Mit Laib & Seele – Neue Geschichten vom Brotmacher

Mittwoch, den 26. Januar 2022
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(1) -> 14.3.2019

Er hat noch so viel zu erzählen. Karl-Dietmar Plentz aus Schwante, der bekannteste Bäcker in der Region Oranienburg, hat ein zweites Buch herausgebracht. Denn Plentz ist nicht nur Bäcker, er ist bekennender Christ in einer freikirchlichen Gemeinde, und er ist ein sehr guter Erzähler.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es nun “Neue Geschichten vom Brotmacher” gibt: “Mit Laib & Seele” heißt sein zweites Buch, das er erneut gemeinsam mit Andrea Specht verfasst hat. Der Titel passt, denn viele Geschichten drehen sich genau darum, um den Laib Brot, den er jeden Tag bäckt, und um die Seele, um seine Seele, um die Seelen seines Umfeldes.

Er berichtet von seinen Glaubenszweifeln – zum Beispiel als seine Schwester in jungen Jahren gestorben war. Nachdem er im letzten Buch erzählt hat, wie er mit seinen Kumpels zu “Bombenbauern” wurden, geht es diesmal um die Suche nach einem Geheimgang unter der Vehlefanzer Kirche – und warum man eines Tages eine merkwürdige Entdeckung machen wird, wenn man die Ruhestätte der von Bredows öffnen würde.
Immer wieder geht es um Gottesfügungen. Von Menschen, die etwas in Plentz gesehen und ihn daraufhin gefördert haben. Um Momente, wo scheinbar Gott anwesend war, wenn es darum ging, Streitigkeiten zu schlichten. Fast schon spooky ist die Geschichte über einen Mann, dessen Frau gestorben war. Gott habe ihm den Namen “Hildegard” genannt und ihn aus dem Westen Deutschlands nach Schwante führte, weil dort eine Hildegard bei Plentzens im Bäckerladen gearbeitet hatte – und die beiden haben tatsächlich geheiratet! Auch eine Heilung eines eigentlich totkranken Menschen wird beschrieben.

Die spannendsten und rührendste Geschichte ist, als der Bäckermeister an einer Demo in Berlin teilnimmt – am “Marsch für das Leben”. Er ist, auch das erzählt er im Buch, ein Kind, das eigentlich abgetrieben werden sollte. Bei der Demo war er auch mit lauten und unangenehmen Gegendemonstranten konfrontiert. Plentz schreckte davor nicht zurück – und mischte sich unter die Gegendemo, um zu hören, was sie zu sagen hatten. In den Gesprächen setzte er sich mit Abtreibungsbefürwortern auseinander, um zu verstehen, was sie beschäftigt.

Ob ist es ja so, dass ein zweites Buch, mit “weiteren Geschichten” nur ein müder Abklatsch ist. Das ist hier nicht so. Plentz hat mitunter wirklich interessante Geschichten zu erzählen. Er gibt Einblicke in sein Familienleben, die diesmal weniger intim sind. Oft sind sie zum Schmunzeln, hier und da staunt man aber auch, welche Zufälle – die für ihn natürlich keine Zufälle sind – es im Leben doch gibt.
Auch in diesem zweiten Buch muss man sich als Leser, der normalerweise mit der Kirche nichts am Hut hat, dass dieses Thema dominierend ist. Aber wenn man dafür offen ist – und ein ungläubiges Stirnrunzeln hier und da ist ja nicht verboten -, dann diese diese Lektüre einen interessanten Einblick in so ein gottesgläubiges Leben, in ein Unternehmen, in eine Kirchengemeinde, in eine Familie.
Potenzial für ein drittes Buch ist sicherlich auch da – wenn einige Dinge werden auch diesmal nur angedeutet, lohnen aber ganz sicher, auch irgendwann mal erzählt zu werden.

Karl-Dietmar Plentz / Andrea Specht: Mit Laib & Seele – Neue Geschichten vom Brotmacher
Brunnen, 216 Seiten
8/10

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RTelenovela

Abzocke beim Bouletten-König?

Dienstag, den 25. Januar 2022
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Immer mal wieder was Neues in den Fast-Food-Läden, und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
Am Montagabend bei Burger King in Vehlefanz. Es ist zur Normalität geworden, dass man am Automaten bestellt. Dazu gehört, dass ich das Getränk ganz gerne ohne Eiswürfel bestelle, so auch diesmal.

Als ich mit dem Tablett und meinem Menü am Platz ankomme, stutze ich: Zum großen Menü gehört ein 0,5-Liter-Getränk. Vor mir steht aber ein 0,4-Liter-Becher. Ich denke mir meinen Teil und gehe damit zurück zum Tresen.
Dort hat man eine sehr interessante Erklärung: Das soll so sein. Wenn man ein 0,5-Liter-Getränk ohne Eiswürfel bestellt, bekommt man einen 0,4-Liter-Becher, der aber höher abgefüllt ist als es die 0,4-Liter-Markierung anzeige. Ahja. Das sei doch trotzdem Beschiss, meine ich. Und der Mann hinterm Tresen antwortet, dass er ja am Automaten die 0,5-Liter-Taste drücke, und außerdem habe man Lieferengpässe.
Keine Ahnung, worauf sich nun die Engpässe beziehen, aber angeblich hat Burger King alles richtig gemacht. Was aber gegenüber dem Kunden trotzdem nicht okay ist, ihm nun einen 0,4-Liter-Becher zu geben – es macht auf jeden Fall einen falschen Eindruck.
Ich hätte mir, weil der Tresenmann mir die Abfüllung gezeigt hat, diese zweiten Becher sogar noch mitnehmen können, aber ich verzichtete, etwas bockig.

Aber ich nahm den Becher mit nach Hause. Ich wollte das mit eigenen Augen sehen. Ich füllte also den Becher mit Wasser fast ganz voll und leerte den Inhalt dann in einem Messbecher. Und tatsächlich: Es sind 0,5 Liter in diesem 0,4-Liter-Becher.
Ich gebe zu, fast war ich ein bisschen enttäuscht. Unclever in Sachen Marketing ist es dennoch, die 0,5-Liter-Bestellung in einem Becher rauszugeben, in dem 0,4 Liter draufstehen.

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Wahlkampf: Schwere Vorwürfe an die BfO

Donnerstag, den 13. Januar 2022
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Dirk Lehmann aus Schwante schreibt Offenen Brief – Bürgermeister Leys darf nicht als Amtsperson werben

MAZ Oberhavel, 13.1.2022

Oberkrämer.
Der Schwantener Dirk Lehmann wirft den Bürgern für Oberkrämer (BfO) schwere Verfehlungen im Bürgermeister-Wahlkampf vor. In einem Fall räumt die BfO einen Fehler ein und bittet um Entschuldigung.
Alles begann am Montag mit einem offenen Brief, der an den Kreiswahlleiter Rudi Mießner, die Gemeindewahlleiterin Sabine Großmann und an die Presse ging. Dirk Lehmann schreibt darin, dass der Wahlkampf fair verlaufe. „Bis auf eine Ausnahme: Die Kandidatin der BfO, Carolin Schmiel, leistet sich immer wieder – ob gewollt oder ungewollt – Verfehlungen, welche sogar gegen aktuelle Rechtsprechung (…) verstoßen.“

Die Liste umfasst fünf Punkte. Die MAZ ist allen Punkten nachgegangen. Dirk Lehmann wirft der BfO unter Punkt 1 vor, dass in der Vehlefanzer Kita im Dezember Wahlwerbung in Form der Ankündigung der Weihnachtskutschentour der BfO gehangen habe. Dazu sagte BfO-Chef Matthias Schreiber am Mittwoch auf MAZ-Nachfrage, dass er davon ausgehe, dass niemand von der BfO dort den Flyer offiziell angebracht habe. Zudem habe es im Umfeld der Veranstaltungen keine direkte Wahlwerbung gegeben, so Schreiber.

Punkt 2: BfO-Kandidatin Carolin Schmiel habe in den Räumen der Gemeindeverwaltung während der Arbeitszeit geholfen, Weihnachtstüten für Senioren zu packen. Dabei handelte es sich um eine Aktion für die Senioren in Vehlefanz, die schon länger läuft. Wie die Verantwortliche Kerstin Laatsch am Mittwoch sagte, fand das Packen in ihrem Büro in „Haus der Generationen“ statt. Schwierig ist die Einordnung der Arbeitszeit, denn Schmiel ist jetzt schon stellvertretende Bürgermeisterin, da kommen solche Aktionen vor. In der Berichterstattung der BfO auf Facebook wurde sie aber als Bürgermeisterkandidatin betitelt. Carolin Schmiel weist aber auch darauf hin, dass sie sich nicht während der Arbeitszeit um ihre Kandidatur kümmere, dass sie sich dann in der Verwaltung auslogge, diese Zeiten dann also nicht als Arbeitszeit gelten würden.

Dirk Lehmann wirft außerdem der BfO vor, dass dessen Vorsitzender Matthias Schreiber beobachtet worden sei, wie er gemeinsam mit seiner Frau, die im Ordnungsamt arbeitet und die mit einem Fahrzeug der Gemeinde unterwegs gewesen sei, in Eichstädt BfO-Plakate aufgehangen habe. Als Beweis werden Zeugen und Fotos angegeben. Matthias Schreiber kündigt in dem Zusammenhang rechtliche Schritte an. „Eine Anzeige wegen Verleumdung wurde gefertigt“, so Schreiber in einer Stellungnahme. Wie er sagt, sei Eichstädts Ortsvorsteher Dirk Ostendorf dabei gewesen. Nach Schreibers Angaben habe die Ordnungsamtsmitarbeiterin – seine Frau – nicht geholfen, Plakate aufzuhängen, sondern sie habe in ihrer Job-Funktion darauf hingewiesen, dass ein BfO-Plakat an einer unzulässigen Stelle gehangen habe. Was die Beweisfotos angeht, kommt Sebastian Wolf, der Bürgermeisterkandidat der Linken, ins Spiel. Laut Dirk Lehmann würden die Fotos von ihm stammen. Wolf selbst sagte jedoch auf MAZ-Nachfrage, dass man auf den Fotos wenig Konkretes erkennen könne. Er stünde auch als Zeuge nicht zur Verfügung. Es ist jedoch von einem Wortgefecht zwischen Wolf und Schreiber vor Ort die Rede.

Weiterer Vorwurf: Die Gemeinde Oberkrämer habe eine Wahl-Veranstaltung auf dem Dorfplatz in Klein-Ziethen untergesagt, an der drei Kandidaten teilgenommen hätten, nicht aber die Kandidatin der BfO. Bei einer Veranstaltung der BfO in Schwante wiederum, seien dagegen keine Abstände eingehalten worden, auch seien mehr als zehn Leute zusammengekommen. Laut Ordnungsamtsleiter Dirk Eger habe die Gemeinde die Veranstaltung in Klein-Ziethen nicht untersagt. „Da hatten wir gar keine Infos drüber“, sagte er der MAZ. Dementsprechend habe es da seitens der Gemeinde keine Einmischung gegeben. Auch der Neujahrsempfang in Vehlefanz ist nicht untersagt worden, sondern wurde durch den Heimatverein aufgrund der hohen Hürden der Umsetzung abgesagt.

Schwerwiegend ist der Vorwurf Lehmanns, dass auf einem BfO-Flyer auch Bürgermeister Peter Leys für Carolin Schmiel wirbt. „Verstoß gegen das Neutralitätsgebot“, so Dirk Lehmann. Matthias Schreiber räumt diesen Fehler ein. „Dafür bitten wir um Entschuldigung“, sagte er. Der Begriff „Bürgermeister“ dürfe dort nicht erscheinen. Auch Carolin Schmiel, die Kandidatin selbst, räumte das Versäumnis ein. Als Privatperson dürfe er aber werben, und deshalb seien die Flyer nun mit Überklebungen oder Schwärzungen verteilt worden. Einen ähnlichen Hinweis gab es vom Landkreis. Leys sei „auf sein Neutralitätsgebot hingewiesen“ worden, „da er im Falle des genannten Flyers nicht als Privatperson handelt“, so Pressesprecherin Constanze Gatzke.

Gemeindewahlleiterin Sabine Großmann schließt unterdessen aus, dass Carolin Schmiel von der Wahl ausgeschlossen werde. Es gebe aber die Möglichkeit, nach der Wahl Einsprüche zu erheben.

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Chronik Oberkrämer 2021

Donnerstag, den 23. Dezember 2021
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MAZ Oberhavel, 23.12.2021

Januar:
Nach einem Unfall vor der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule findet eine Verkehrszählung statt. Fahren wirklich genug Autos, damit die Stelle entschärft werden kann? +++ Auf der A10-Bahnbrücke über dem Wendemarker Weg in Bärenklau bildet sich eine gewaltige Delle. +++ Der Sozialausschuss spricht sich gegen Luftfilter in Kitas und Schulen aus. +++ Auszeichnung: Die RB 55 ist die schlechteste Bahnlinie.

Februar:
Die Grüne/FWO/Linke-Fraktion gibt 400 Masken in die Kitas. +++ Anwohner der Straße Zum Heidegarten in Eichstädt sind nicht amüsiert über den neuen Funkmast. +++ Am Rand von Schwante sollen 220 weitere Häuser entstehen.

März:
In Bötzow öffnet der zweite Hort-Neubau. +++ Protest in Vehlefanz: Ein 200 Jahre alter Baum ist für neue Häuser gefällt worden. +++ Matthias Schweighöfer soll für den Kurzfilmdreh eines Schwanteners zugesagt haben. Daraus wurde dann aber wohl nichts.

April:
Der neue Frosch in der Bahnhofstraße in Schwante ist weg. Geklaut? Nein, entfernt, weil verboten. +++ Erneut gibt es im Gemeinderat keine Mehrheit für die Hissung der Regenbogenfahne. +++ Vandalismus in Bötzow mit Bränden, Graffiti und Zerstörungen.

Mai:
Überfall auf die Tankstelle in Vehlefanz. Viel war nicht zu holen. +++ Das Gemeindezentrum in Bötzow soll nun eingezäunt werden – gegen den Vandalismus. +++ Der ADAC will im Gewerbegebiet Bärenklau bauen.

Juni:
In Oberkrämer findet die Landpartie statt – oder so was Ähnliches, was nicht Landpartie genannt werden darf, wegen der Coronaregeln. +++ Der Wald bei Bötzow brennt – tagelang.

Juli:
Der Marwitzer Kreisel wird wegen Bauarbeiten in den Sommerferien gesperrt. +++ Sechs Jungstörche sterben nach einem Starkregen. +++ Amazon wird sich im Gewerbegebiet Vehlefanz ansiedeln. +++ Klaus Rettschlag, Gründungsmitglied der SG Vehlefanz, stirbt mit 67.

August:
Der Anbau für die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule wird eröffnet. +++ Die ehemalige Neu-Vehlefanzer Bürgermeisterin Irene Hoppe stirbt mit 91.

September:
Der Mühlenhof in Vehlefanz wird eröffnet – womit das Dorf eine zweite Mühle hat. +++ Die Bärenklauer feiern ihr Erntefest – an nur einem Tag und mit Hygieneregeln. +++ Es gibt Ärger um Kitagebühren, die in höheren Gehaltsklassen steigen sollen. +++ Bei der Bundestagswahl gewinnt in Oberkrämer die SPD vor der CDU.

Oktober:
Die Feuerwehr spricht sich dagegen aus, nachts die Sirenen abzuschalten. +++ Die ehemalige Vehlefanzer Ortsvorsteherin Erika Kaatsch stirbt mit 87. +++ Peter Leys gibt bekannt, dass er im März 2022 als Bürgermeister zurücktreten wird.

November:
In der Oberkrämerhalle in Eichstädt findet eine Impfaktion statt – 200 Leute kommen. +++ Die Vehlefanzer Kirche bekommt eine zweite, neue Glocke.

Dezember:
Bei der Landratswahl gewinnt in Oberkrämer Alexander Tönnies (SPD) vor Sebastian Busse (CDU). +++ Bötzow bekommt in der Veltener Straße einen Blitzer.

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Auf Geschenke-Tour

Donnerstag, den 9. Dezember 2021
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Senioren in Vehlefanz bekommen in diesen Tagen Beutel mit Adventspräsenten überreicht – Spaziergang von Haus zu Haus

MAZ Oranienburg, 9.12.2021

Vehlefanz.
Es waren nicht die heiligen drei Könige, die am Mittwochvormittag in Vehlefanz unterwegs waren, um Geschenke zu verteilen. Stattdessen gingen die Seniorenbeauftragte Kerstin Laatsch, Kerstin Rosen von der Tourismusinfo und der Vehlefanzer Ortsvorsteher Hubert Gediga von Haus zu Haus.
Sie hatten Tüten mit kleinen Aufmerksamkeiten zum bevorstehenden Fest dabei. Insgesamt werden 73 solcher Tüten im Ort verteilt – an die Menschen über 80 Jahre. „Bezahlt wird das von der Gemeinde“, sagt Kerstin Laatsch. „Wir haben einen Fonds für die Senioren.“ Dafür hat sie einen Großeinkauf getätigt. In die Tüten kommt, „worüber sie sich freuen könnten.“

Vom „Haus der Generationen“ aus geht es los. Kerstin Laatsch klingelt an einer Haustür an der Lindenallee. Die Frau, die die Tür öffnet, schaut zunächst ungläubig. Ihr muss erst erklärt werden, warum da jetzt jemand kommt und ihr ein Geschenk in die Hand drückt. Am nächsten Haus werden die Geschenkeüberbringer gleich mal reingebeten. „Das ist ja nett, dass Sie für alle packen“, sagt Edeltraut Kiok. Die 89-Jährige bietet einen Schnaps an, aber dafür ist es dann doch noch zu früh. „Sie können ja auch ein anderes Mal kommen“, sagt sie. Dass Vertreter des Dorfes zum Geschenkeverteilen kommen, finden sie und ihr Mann gut. „Man hat ja sonst kaum noch Kontakt.“

Die kleine Gruppe pilgert weiter, einmal über die Lindenallee, zum nächsten Haus. Ein Ehepaar nimmt den Geschenkebeutel gleich vom Wohnzimmerfenster aus entgegen – mit freudigem Gesicht. „Das ist wirklich eine große Freude“, sagt Helga Fromm mit einem Lächeln.
Erneut geht es über die Lindenallee, diesmal zum Seniorenhaus in der ehemaligen Schule. Dort werden diverse Beutel verteilt. Kerstin Laatsch geht einmal die Liste durch und schaut, ob die Beutel alle da sind. „Kommt alle rein!“, ruft Gisela Hübner, nachdem sie die Tür geöffnet hat. Kerstin Rosen und Hubert Gediga bleiben lieber draußen – wegen Corona müssen alle vorsichtig bleiben. Kerstin Laatsch übergibt den Beutel. Auch Vera Ick bekommt das Weihnachtspräsent, und auch sie freut sich sichtlich. „Und nicht das Frauenfrühstück nächste Woche vergessen“, sagt Kerstin Laatsch noch.
Es geht weiter innerhalb der Wohnanlage. An einer weiteren Tür öffnet ein Herr. „Dit is aber lieb!“, ruft er. „Ist ja super“, als er den Beutel überreicht bekommt. Auch Günter Heinemann wird bedacht. Auch er bittet den Tross in seine Wohnung. Den Beutel packt er gleich mal aus. „Da ist ja wieder alles abgesichert. Tee, der ist auch sehr gut, um 10 Uhr ist bei mir immer Tee-Time.“ Dazu noch Honig und ein bisschen was zum Naschen, inklusive Dominosteine. „Da will ich ja echt nicht meckern“, sagt Günter Heinemann. Es folgt noch ein kleiner Plausch, und dann geht es schon weiter.

Nach und nach werden die Beutel gerade in Vehlefanz verteilt. „Die ersten Jahre habe ich auch Mandarinen reingelegt, aber da waren dann schon schlechte bei“, erinnert sich Kerstin Laatsch. Aber auch Selbstgebasteltes liegt im Beutel.

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Schneider jetzt bei Volt: Linke frustriert

Mittwoch, den 1. Dezember 2021
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Gemeindevertreter wechselt Partei – Wolf fordert Mandats-Aus – Gelassenheit in der Fraktion

MAZ Oranienburg, 1.12.2021

Vehlefanz.
Die Freude bei der kleinen Partei Volt ist offenbar groß: „Oberhavel hat seinen ersten Volt-Gemeindevertreter“, verkündete die Partei am Montag. Es handelt sich um den Vehlefanzer Carsten Schneider, Mitglied in der Gemeindevertreterversammlung in Oberkrämer. Er ist in der vergangenen Woche Volt beigetreten.
In einem Interview mit dem Blog „Europa erklärt“ sagte Carsten Schneider: „Auf kommunaler Ebene wird sich an der Arbeit in der Gemeindevertretung nicht viel ändern.“ Er wolle sich gemeinsam mit seiner Fraktionsgemeinschaft mit seinem Mandat weiter zum Wohle der Gemeinde Oberkrämer einsetzen, „und mich 2024 als Volta hoffentlich erfolgreich um ein Mandat in der Gemeindevertretung bewerben. Schön wäre es, wenn Volt im nächsten Gemeindeparlament Fraktionsstatus erreichen könnte.“ Ein Stadtverordneter der CDU sei es gewesen, der ihn auf die Partei hingewiesen habe.

Gar nicht glücklich damit ist allerdings Sebastian Wolf, der Vorsitzende der Linken in Oberkrämer. Denn Carsten Schneider hatte sein Mandat für den Gemeinderat über die Linke-Liste bekommen – aber auch nicht von Anfang an, denn Schneider war Nachrücker für Patrick Zechel, der weggezogen war. Nachdem Schneider vor einigen Jahren bei der SPD ausgetreten war, trat er später den Linken bei. Im Spätsommer dieses Jahres war er aber auch dort wieder ausgetreten und gehört nun Volt an.
„Dass ich nicht begeistert bin, ist keine Überraschung“, sagte Sebastian Wolf am Dienstag auf MAZ-Nachfrage. Als die Linken an ihn herangetreten seien, sei diese Entwicklung nicht zu erwarten gewesen. Dass Schneider nun als ursprünglicher Nachrücker für die Linken als Volt-Mitglied im Gemeinderat bleiben wolle, „das ist schon ziemlich frustrierend“, so Sebastian Wolf weiter. „Das ist nicht fein.“ Dass es Gründe für den Austritt gerade aus bundespolitischer Sicht gebe, könne er „in einigen Punkten“ nachvollziehen, aber „nur weil ich mit etwas nicht zufrieden bin, trete ich doch nicht gleich aus.“ Wolf fordert Schneider auf, sein Mandat im Gemeindeparlament aufzugeben, denn er sei ja auf der Liste der Linken gewählt worden. Wolf selbst wäre in so einem Fall vermutlich Schneiders Nachrücker im Gemeinderat.

Jörg Ditt (Grüne), der Fraktionsvorsitzende von Grüne/FWO/Schneider, sieht das gelassen. Es sei Fakt , dass es sich um ein persönliches Mandat handele, da könne jeder machen, was er will, sagte er am Dienstag in einem Gespräch mit der MAZ. Anders sei das, wenn jemand aus der Fraktion beispielsweise der NPD beitrete. „Aber ich sehe da keine Probleme bei der Volt-Partei.“ Er gehe davon aus, dass sich entsprechend auch der Name der Fraktion ändern werde. „Aber das muss in der Fraktion formell beschlossen werden“, so Jörg Ditt.

Auch Carolin Schmiel, die Justiziarin in der Gemeinde in Oberkrämer, sieht im Parteiwechsel Carsten Schneiders kein Problem. Es handele sich immer um eine Personenwahl. „Das Mandat hängt nicht von einer Mitgliedschaft ab“, sagte sie. Wie die Leute, die Schneider gewählt haben, das empfinden und bewerten, sei eine andere Sache.

Auf MAZ-Nachfrage bekräftigte Carsten Schneider am Dienstag, dass er im Oberkrämer-Parlament bleibe. In einer öffentlichen Facebook-Diskussion ging es am Montag und Dienstag jedoch heiß her. Der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Noack schrieb: „Glaubwürdigkeit sieht anders aus! Mal sehen, für welche politische Kraft du am Ende der Wahlperiode 2024 in der Gemeindevertretung ein Mandat hast!“, schrieb er an Schneider gerichtet. „Da gibt es ja noch einige Optionen!“
Schneider wandte sich danach an die „Moralapostel“ von SPD und Linke, wie er schrieb. Und an die Linken gerichtet: „Was habt ihr euch seiner Zeit ein Loch in den Allerwertesten gefreut, als ich von der SPD-Fraktion in die der Linken gewechselt bin. Das Parteibuch hättet ihr mir damals lieber heute als morgen in die Hand gedrückt. Wo waren denn da eure moralischen Bedenken, die ihr mir jetzt vorwerft?“ Der Partei, der es nutzt, seien die „sogenannten moralischen Bedenken piepegal. Dass die Partei, die den Verlust hat, darüber sauer ist, das kann ich verstehen, aber in der Regel kommt so eine Entscheidung ja nicht von heut auf morgen, sondern bahnt sich über einen gewissen Zeitraum an. Ich zumindest habe in der Vergangenheit immer mit offenem Visier gekämpft.“

Volt bezeichnet sich als „erste paneuropäische Partei“. Grenzübergreifend mache sie Politik für ein föderales Europa. In 29 Ländern bewege sie Menschen, auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene Politik mitzugestalten. Volt sei paneuropäisch, pragmatisch und progressiv. Man wolle umsetzbare Vorschläge machen zur Lösung gesamteuropäischer Missstände.

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