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Treue Seele: Die Frau für alle Generationen

Mittwoch, den 17. Januar 2018
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Kerstin Laatsch aus Vehlefanz kümmert sich mit viel Herzblut um Senioren und Kinder

MAZ oberhavel, 17.1.2018

Vehlefanz.
Das ist immer wieder ein schöner Moment für Kerstin Laatsch: „Dankeschön für alles“, ruft ihr eine Frau zu, die gestern Vormittag am Frauenfrühstück teilgenommen hat. Normalerweise findet es einmal im Monat im Vehlefanzer „Haus der Generationen“ statt. Weil aber derzeit die Kitakinder dort betreut werden, muss die Veranstaltung noch bis zum Sommer ins Gemeindehaus nach Eichstädt ausweichen. Die, die das alles koordiniert, ist Kerstin Laatsch.

Dafür bekommt sie viel Lob. „Sie macht das mit Herzblut“, sagt die Vehlefanzer Ortsvorsteherin Erika Kaatsch. „Sie ist jemand, die gestalten will, sie vermittelt viel und will etwas bewegen, sie ist zuverlässig und vielseitig.“
„Mir macht das Spaß“, sagt Kerstin Laatsch selbst. Die 60-Jährige ist seit März 2013 die Koordinatorin für das „Haus der Generationen“ in Vehlefanz. Das heißt, sie macht Seniorenarbeit, sie ist die Brücke zum Heimatverein, zum Jugendclub und auch zur Kita. Wenn zum Beispiel gebastelt wird, dann verbindet sie das mit ihrem eigenen Hobby. „Da kommt viel Dankbarkeit zurück“, sagt sie. Sie tut aber auch viel dafür. Als Ende November die Senioren von Oberkrämer an der Weihnachtsfeier teilnahmen, da lagen auf den Tischen für jeden selbst gebastelte kleine Geschenke. „Da sitze ich dann zu Hause und fummele und gucke nebenbei Fernsehen. Bevor ich dabei einschlafe, bastele ich lieber.“

Eigentlich war Kerstin Laatsch Elektromontierer. Später machte sie aber einen Erziehungshelferlehrgang und arbeitete mehr als 20 Jahre als Erzieherin. Sie lebte in Osterne bei Zehdenick und baute noch zu DDR-Zeiten die dortige Kita mit auf. „Die gibt es aber nicht mehr. Nach der Wende gab es immer weniger Kinder, es wurden Einrichtungen geschlossen.“ Sie wurde dann sozialpädagogische Fachkraft und arbeitete als Sozialarbeiterin in der Zehdenicker Havelland-Grundschule. Aber die Stelle wurde irgendwann nicht mehr verlängert.
Da ihr Mann in Berlin arbeitete und die Kinder in Vehlefanz wohnten, bot sich ein Umzug in den Oberkrämer-Ortsteil an. Immer wieder hilft sie inzwischen in den Kitas in Bötzow, Bärenklau, Vehlefanz oder Eichstädt aus.

Aktuell beginnt ihr Tag aber im Vehlefanzer „Haus der Generationen“. In der Früh fährt sie dorthin, um zum Beispiel den Anrufbeantworter abzuhören. „Eventuell, wenn es wichtig ist, rufe ich dann zurück“, erzählt sie. Danach geht es zur Kita nach Bötzow, dort hilft sie momentan wieder aus, im Auftrag der Gemeinde Oberkrämer. Heute Nachmittag geht es dann zur Seniorenbeauftragten Erika Kaatsch, um kommende Termine abzusprechen. Es ist also einiges zu tun – nur morgen Nachmittag macht sie frei, dann feiert Kerstin Laatsch ihren 61. Geburtstag. Bis Ende Januar wird sie in der Bötzower Kita als Erzieherin eingesetzt. „Dann kümmere ich mich wieder intensiver um das Haus der Generationen“, sagt sie.
„Mir gefällt das.“ Kerstin Laatsch gibt aber auch zu, dass sie im Alter langsam an ihre Grenzen kommt, wenn sie mit Kindern arbeitet. „Aber sie fehlen mir auch, wenn ich sie mal länger nicht sehe.“ An sich könne sie nicht sagen, ob ihr die Arbeit mit Senioren oder Kindern mehr gefalle.

Beim Frauenfrühstück gestern sind schon mal die kommenden Termine festgelegt worden – und das Programm gleich mit. Auch in Bötzow organisiert sie viermal im Jahr ein Frauenfrühstück. Alles das muss vorbereitet werden. „Sie ist die Allround-Frau“, sagt Ortschefin Erika Kaatsch über die gute Seele des Mehrgenerationenhauses. „Eigentlich braucht jede Gemeinde so jemanden wie sie.“

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Chronik Oberkrämer 2017

Freitag, den 29. Dezember 2017
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MAZ Oranienburg, 29.12.2017

Januar: Die „Vehlefanzer Amseln“ feiern ihr zehntes Jubiläum. Der Chor wurde 2007 gegründet. – Erste Pläne für die neuen Hortgebäude in Vehlefanz und Bötzow werden vorgestellt. Die Kosten betragen insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Der Hort in Vehlefanz sollte im Herbst fertig sein, nun aber erst 2018.

Trauer in Marwitz
Albrecht Seeburg ist am 27. Januar im Alter von 79 Jahren überraschend gestorben. Bis zuletzt war er Ortsvorsteher in Marwitz und Gemeindevertreter in Oberkrämer – er setzte sich für die Belange der Menschen ein.

Februar: 35 Leute kommen zum Seniorenfasching nach Eichstädt. Die Kaffeenachmittage, die jeden Monat im Gemeindehaus stattfinden, sind ein voller Erfolg.

Müllers Helfer
Nachdem auf dem Hof von Familie Müller in Schwante ein milder Volgelgrippe-Fall aufgetreten war, wurden dort rund 500 Tiere getötet. Die Trauer in der Familie war groß. Um so größer die Freude, als im Februar viele Helfer auf den Hof kamen, um aufzuräumen und für einen Neustart zu sorgen.

Thiede zeigt’s dem Minister
Albrecht Gerber, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, war im Februar zu Gast in der Tischlerei von Olaf Thiede in Bötzow. Er staunte: “Ein ganz großes Spektrum” habe er dort entdecken können.

Mehr Plätze in der Bötzower Kita
Der Anbau der Kita “Traumzauberbaum” in Bötzow ist Ende Februar eröffnet worden. Sie bietet nun Platz für 165 Kinder, das sind 40 mehr als vorher.

März: Die Kirche in Marwitz ist marode und muss saniert werden. Betroffen sind das Dach und das Gestein. Der neue Pfarrer Marcus Schütte beziffert die Kosten auf etwa 310 000 Euro. Er bittet bei der Gemeinde Oberkrämer um Hilfe. – Nach dem Tod von Albrecht Seeburg wird Thomas Nocke neuer Ortsvorsteher von Marwitz. – Auf dem Autohof Oberkrämer in Vehlefanz kommt es zu einem Zwischenfall: Es gibt Streit um die Plätze an den Spielautomaten. Ein Mann (28) kommt mit einem Beil und schlägt auf einen 35-Jährigen ein. – In Schwante schließen sich die Gastwirte vom Schloss, Forsthaus und Gartenhaus zusammen. Sie starken die Vermarktungskampagne „Schwante is(s)t gut“.

April: Eigentlich sollte am Gemeindezentrum in Bötzow eine Streetball-Anlage entstehen. Sie kommt nicht, weil der Ortsbeirat befürchtet, es könnte zu laut werden. – An der MAZ-Frühlingswanderung zur Mühle nach Vehlefanz nehmen 80 Leute teil und sehen Oberkrämer von einer anderen Seite. – Die Gemeindevertreter beschließen einen Nachtragshaushalt für 2017. Die Höhe der Investitionen steigt von 1,98 auf 6,5 Millionen Euro Euro. – Manfred Ende aus Bötzow veröffentlicht sein neues Buch „Als der Bleistift spöttisch die Miene verzog“. – Bernd Ostwald aus Schwante ist neuer Behindertenbeauftragter in Oberkrämer. – Unzählige Besucher kommen zum 15. Krämerwaldfest nach Wolfslake.

Mai: Der Bau des Radweges an der L 170 von Schwante nach Germendorf kommt noch vor 2030. Das geht aus einer neuen Bedarfsliste der Landesregierung hervor. Es herrscht Frust. – Es wird bekannt, dass der Lindenkrug in Schwante schließen muss. Ende September ist Schluss. – Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt holen von einem Grundstück in Eichstädt-Ausbau viele Enten, Hühner, Puten und mehr. Es besteht der Vorwurf der Tierquälerei, den der Besitzer bestreitet. – Das Unternehmen „Fi-sherman’s Partner zieht von Schwante in den Gewerbepark nach Vehlefanz und öffnet dort eine größere Filiale. – Der Oberkrämer-Abschnitt der Straße von Sommerswalde nach Hohenbruch wird saniert.

Marwitzer Partypeople
Die Beat-Fabrik in Marwitz feierte im Mai ihren 20. Geburtstag. Einmal im Monat wird dort eine Nacht lange gefeirt.

Juni: Vehlefanz hat eine zweite Mühlen-Attraktion. Dietmar Sturzbecher kümmert sich um die Bathe-Mühle an der Lindenallee. – Für das Gemeindezentrum in Schwante werden nach dem Auszug der Tourismusinfo neue Nutzer gesucht. – 170 Gäste kommen zur Feier der Brandenburgischen Seniorenwoche in die Marwitzer Turnhalle. – Die Jugendkoordinatorin Marlies Arian geht in den Ruhestand. Silvia Hinze ist ihre Nachfolgerin. – Der Jahrhundertregen sorgt insbesondere in Vehlefanz, Bärenklau und Schwante für viele Einsätze. – David Ostwald ist neuer Gemeindebrandmeister.

140 Jahre Plentz
Das Erdbeerfest im Juni auf dem Dorfanger in Schwante nutzte Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz für eine besondere Feier. Die Bäckerei ist 1877 gegründet worden, nun stand das 140. Jubiläum auf dem Programm.

Touristischer Mittelpunkt
Die Mühle in Vehlefanz entwickelt sich weiter zum touristischen Mittelpunkt in Oberkrämer. Im Juni ist dort die neue Tourismusinfo eröffnet worden. Dazu ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt neben der Mühle umgebaut worden.

Juli: Die Dorfkirche in Marwitz ist 250 Jahre alt. Das Kirchweihjubiläum wird mit einem Gemeindefest gefeiert. – Es gibt Dauerregen in Oberkrämer. Erneut hat die Feuerwehr diverse Hochwassereinsätze. – Die Senioren aus dem altersgerechten Wohnheim in Vehlefanz unternehmen mit dem Erlebnisshuttle aus Paaren eine Sommertour durch Vehlefanz und Schwante. – Das Sommerlager der Freikirche muss umziehen. Das Gelände am Mühlensee in Vehlefanz ist zu schlammig. Kurzfristig muss das Lager eine Wiese weiterziehen – eine logistische Herausforderung. Am Ende läuft alles reibungslos.

Land unter am Hörstegraben
Viel zu sehen vom Hörstegraben ist nicht mehr. Ende Juni gab es den Jahrhundertregen. Im Juli folgte ein zweiter Mega-Regenguss, gefolgt von mehrtägigem Dauerregen. Der Hörstegraben in Schwante, in dem viele Kanäle aus Oberkrämer zusammenlaufen und nach Kremmen weiterfließen, konnte die Wassermassen im Laufe des Sommers nicht mehr aufnehmen. Die Wiese nebenan war mehr als einen halben Meter überflutet. Im Spätherbst bot sich an der Stelle noch einmal ein ähnliches Bild. Ein Problem auch für die Anwohner des Grabens.

August: Das Hochwasser nach den Regenfällen am Elsgraben in Bärenklau läuft nur langsam ab. Die Anwohner bitten um Hilfe. – In Vehlefanz startet eine Verfolgungsjagd. Ein Autofahrer ignoriert eine Polizeikontrolle. Die Jagd endet an einem Straßenbaum in Sommerswalde. – Die Gemeindevertreter lehnen die Pläne zur Erweiterung des Geländes der Firma in Winzler in Bötzow-West ab. – Lisa Andreß (22) ist Erntekönigin in Bärenklau. – Ein Hannoveraner-Wallach in Bötzow muss in Quarantäne. Das Pferd ist an Druse erkrankt.

September: Die Kita „Krämer Kids“ wird gesperrt – wegen aggressiven Schimmelbefalls. Die Kinder müssen ausweichen in die Kita Bötzow und ins „Haus der Generationen“. – Die Marwitzer Straße in Bötzow wird ausgebaut – breiter und sicherer soll sie werden. – In Schwante stürzt ein Bauarbeiter aus großer Höhe ab und landet auf einer Zwischendecke. Er wird schwer verletzt. – Bei der Bundestagswahl liegt in Oberkrämer die CDU (32,8 Prozent) vor der SPD (23,0) und der AfD (18,2).

Endlich fertig!
Die Kirche in Vehlefanz wurden sieben Jahre lang saniert. Dach, Fassade, Innenraum. Im September feierte die Gemeinde die Wiedereinweihung.

Oktober: Der Seniorenbeirat Oberkrämer feiert das 20. Jubiläum. Viele Ziele seien geschafft, so die Vorsitzende Erika Kaatsch. – Die Schlossherren in Schwante wollen wieder mehr auf die Dorfbewohner zugehen. Geplant sind diverse Abendveranstaltungen und Feste. – Der Heimatverein Vehlefanz feiert das 25. Jubiläum. Weil im „Haus der Generationen“ aber die Kita untergebracht ist, wird die Feier auf 2018 verschoben. – Der Bolzplatz in Bötzow wird eröffnet. Kosten: etwa 114 000 Euro. – An der Kirche in Vehlefanz wird ein Luther-Baum gepflanzt. – Der Jugendclub zieht vorübergehend in die Feuerwehr, der Platz im „Haus der Generationen“ wird von der Kita gebraucht.

Xavier ließ die Bäume fallen
Große Schäden richtete Anfang Oktober das Orkantief Xavier in Oberkrämer an. Allein auf der L17 zwischen Schwante und Groß-Ziethen fielen 21 dicke Alleebäume samt Wurzeln um und richteten dadurch auch Schäden an der Straße an. Schlimm sah es auch am Wendemarker Weg in Bärenklau aus. Blockiert waren auch die Straßen zwischen Germendorf, Sommerswalde und Schwante sowie zwischen Eichstädt und Marwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten langen an.

November: Bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge in Bärenklau kommen 2375,50 Euro zusammen. – An der A 10 in Oberkrämer werden Bäume gefällt. Kahlschlag. Bitter ist das für die Autobahn-Anwohner in Neu-Vehlefanz. Sie sind dem Krach nun komplett ausgesetzt. – Die Senioren-Weihnachtsfeier wird zur logistischen Hausforderung. Weil 240 Leute kommen, ist die Marwitzer Halle zu klein. Es wird in der Oberkrämerhalle in Eichstädt gefeiert.

Dezember: Die Gaststätte „Zur Waage“ schließt. – Die Bärenklauer Sicherheitspartner werden vom Landespräventionsrat ausgezeichnet. Preisgeld: 1000 Euro. – Der Heimatverein Bärenklau veranstaltet auf dem Remontehof erstmals einen Adventsmarkt. – Das Auto von Thomas Nocke, dem Marwitzer Ortsvorsteher, brennt ab. Es ist wohl Brandstiftung – und das dritte Mal, dass es in Zusammenhang mit Nocke einen Zwischenfall gibt.

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Countdown: Zwei Lesungen

Freitag, den 17. November 2017
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Heute, am Freitag, 17. November 2017, lese ich mal wieder aus meinem vergangenes Jahr erschienenen “RT Zapper”-Buch mit den besten Kolumnen von 1996 bis 2016.
Ich bin zu Gast bei der 8. Lesung im “Museum im Depot” auf dem Remontehof in Bärenklau. Es lesen verschiedene Autoren aus der Region, und ich werde die Nummer drei an diesem Abend sein. Um 19 Uhr geht es los, der Eintritt kostet nichts.

Eine zweite Lesung gibt es am Donnerstag, 23. November 2017. Ich bin zu Gast beim Klönkaffee-Nachmittag des Heimatvereins Vehlefanz. Auch dort lese ich aus meinem Büchlein. Los geht es um 14.30 Uhr, ich lese nach 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Lindenallee. Das Ganze ist für Mitglieder im Verein, aber wer dazu kommen will – der Eintritt kostet auch dort nichts. Eigentlich beginnt es schon am frühen Nachmittag mit einem Flohmarkt. Außerdem wird es diverse Aufführungen von historischen Kampftechniken geben.

Mehr Termine gibt es hier.

RTelenovela

Bulettenkönig in Personalnot

Donnerstag, den 21. September 2017
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Wer zu Burger King in Vehlefanz kommt, der sieht schon am Eingang den Zettel: Dort wird nach Mitarbeitern gesucht. Und das hat der Laden offenbar extrem dringend nötig. Denn am Mittag wird er regelrecht überrannt, und die paar Leute, die da arbeiten, sind hoffnungslos überfordert.

Mittwochmittag. Eigentlich sollte es ein schneller Happen werden. Die Schlange vor dem Tresen aber wurde immer länger.
Ein junger Mann stand hinterm Tresen, um die Bestellungen entgegen zu nehmen. Eine junge Frau stand hinten und klöppelte die Burger und den anderen Kram zusammen. Eine weitere junge Frau wusste nicht so richtig, was zu tun hat, und stand so rum. Ab und zu machte sie hektische Tätigkeiten.
Der junge Mann nahm drei Bestellungen auf, dann war erst mal Schluss. Mehr hätte keinen Sinn gemacht, denn hinten herrschte ja schon Chaos, und die eine “Köchin” wusste sowieso schon nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. So stand auch er Tresenmann unschlüssig rum – und wirkte irgendwie wie auf Droge. Seine Bewegungen waren seltsam langsam, dass die Leute mehr und mehr murrten, interessierte ihn nicht. Vermutlich die beste Methode, um den Vehlefanzer Burger-King-Alptraum jeden Tag zu überstehen.
Irgendwann tauchte plötzlich ein zweiter Mann auf und begann gemächlich, in der Küche rumzuwurschteln.

Nach und nach bekamen die Kunden ihr Essen – wenn auch nicht immer das richtige. Auch ich bekam nach ewigem Warten endlich, was ich bestellt habe. Inzwischen reichte die Schlange bis zum Ausgang.
An meinem Platz biss ich in den Chicken-Nugget-Burger. Die Hähnchenteile waren trocken und alt. Eklig! Weg mit dem Mist. Ich ging wieder zum Tresen und gab das Ding zurück. Der Tresenmann registrierte das, sagte aber nichts. Ich merkte an, dass die Nuggets alt gewesen sein mussten. Wer weiß, von wann die waren und wie lange die schon in irgendeiner Warmhaltedose rumlagen.
Nun stand ich also wieder da, und der junge Mann schlurfte weiter konzeptlos hin und her. Irgendwann fragte ich nach, ob ich denn Ersatz bekomme, weil er bislang überhaupt nichts dazu gesagt hatte. Seine Antwort: “Stehe ich vielleicht in der Küche?”
Da wurde ich dann mal kurz laut. Hat ihn aber auch nicht interessiert.

Der zweite Chicken-Nugget-Burger war okay. Der Big King – na ja. Wie auch McDonald’s zerstört sich Burger King schon seit vielen Jahren sein Image. Statt des gegrillten Fleisches, für das sich Burger King bis heute rühmt, gibt es warmgehaltene Fleischlappen. So schmeckt der Fraß dann auch.
Fast-Food-Ketten wundern sich über den allgemeinen Besucher-Rückgang. Sie sind selbst schuld daran – denn das angebotene Essen wird immer schlechter.
Und die Verantwortlichen in Vehlefanz lassen ihre Leute ganz schön hängen – denn im Mittagsgeschäft können sie gar nicht so schnell nachkommen. Das sorgt bei den Kunden für Ärger, und bei den Mitarbeitern vermutlich auch. Dann sollen sie den Laden lieber gleich schließen. Und ich gehe beim nächsten Mal doch lieber wieder zum Dönerladen im Dorf.

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Ehrlicher Finder: Gesucht wird Herr Krüger

Mittwoch, den 30. August 2017
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Unbekannter brachte Geldbörse zurück

MAZ Oberhavel, 30.8.2017

Vehlefanz.
Erika Kaatsch sucht nach dem Finder ihrer Geldbörse. Sie weiß nur, dass es sich um einen „Herrn Krüger“ handelt. Die Ortsvorsteherin von Vehlefanz möchte sich gern bei ihm bedanken.

Aber von vorn: Am 4. September 2016 wurde ihr am Supermarkt in Vehlefanz ihr Portemonnaie gestohlen. „Es wurde mir beim Abstellen des Einkaufswagens entwendet“, erzählt sie. „Da stand eine Dame neben mir, und ich habe sie gefragt, warum sie so guckt. Sie hat so getan, als ob sie auf meinen Wagen wartet.“ Sie wolle „nur gucken“, habe sie in einem ausländischen Dialekt gesagt.
Als sie den Verlust bemerkt hatte, ließ Erika Kaatsch sofort alle Karten sperren. Gemeinsam mit ihren Mitbewohnern der „Alten Schule“ suchte sie die Gegend ab, schließlich schaltete sie die Kripo ein – aber die Geldbörse blieb verschwunden. „Nachdem sich wochenlang nichts getan hatte, habe ich meine ganzen Unterlagen neu beantragt. Das war eine ganze Menge. Die Krankenkassenkarte, die EC-Karte, Ausweis, Führerschein. Das waren große Rennereien, und das hat auch Geld gekostet.“

Fast zehn Monate später, Ende Juni, dann die Überraschung. Das Portemonnaie liegt vor ihrer Wohnungstür. Zwar fehlt das Geld – etwa 30 Euro – aber die Papiere sind drin. Der Finder hatte, weil er Erika Kaatsch an ihrer Wohnung nicht antraf, ihren Sohn angerufen, um Bescheid zu sagen. Dessen Nummer stand auf einem Zettel in der Geldbörse. „Es war ein Herr Krüger“, sagt die Rentnerin. Mehr weiß sie nicht über den Mann. Er hatte das Portemonnaie auf einem Rastplatz an der Autobahn gefunden, gar nicht so weit weg von Oberkrämer. Erika Kaatsch hat schon einige Krügers in der Gegend angerufen, der Richtige war nicht dabei. „Es gibt ja sicher noch mehr, die nicht im Telefonbuch stehen.“ Sie hofft, dass er sich bei ihr meldet. „Ehrlichkeit muss man belohnen“, findet die Vehlefanzerin.

Erika Kaatsch ist erreichbar unter 0172/7707110.

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Oberschule für Oberkrämer: Eltern wollen kämpfen

Samstag, den 26. August 2017
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Bürgermeister Peter Leys bringt Vehlefanz als möglichen Standort ins Spiel – Landkreis sieht jedoch keinen Bedarf und verweist auf die vorhandenen Daten

MAZ Oranienburg, 26.8.2017

Oberkrämer.
In der Gemeinde Oberkrämer gibt es immer mehr Kinder. Eltern an den beiden Grundschulen im Ort machen sich nun große Sorgen, dass für den Nachwuchs in einigen Jahren nicht mehr genügend Plätze an den Oberschulen in Hennigsdorf und Velten zur Verfügung stehen. Sie fordern eine eigene Oberschule für Oberkrämer. Eine erste Infoveranstaltung dazu fand am Donnerstagabend im Gemeindezentrum in Bötzow statt. „Ob in Bötzow oder Marwitz, der Zuwachs ist groß“, sagte Mandy Krenz, Mitglied des Elternrates an der Grundschule Bötzow. Sie hatte zu der offenen Runde eingeladen. Sie wies auf die neuen Wohngebiete hin, die derzeit und demnächst in Marwitz, Bötzow und Schwante entstehen. Es sei nicht hinnehmbar, dass Kinder vor allem aus Bötzow und Marwitz bis nach Mühlenbeck, Löwenberg oder Kremmen fahren müssten, um eine Oberschule besuchen zu können. In der vergangenen Woche wandten sich die Eltern in der Angelegenheit an das staatliche Schulamt in Neuruppin.

„Der Brief war keine schlechte Aktion, um die Leute wachzurütteln“, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Nach seinen Angaben könne die Gemeinde ein Grundstück nahe der Nashorn-Grundschule im Ortsteil Vehlefanz zur Verfügung stellen – allerdings entscheide nicht die Gemeinde über eine Eröffnung einer neuen Oberschule, sondern der Landkreis. „Wir müssen aber deutlich auf die Situation aufmerksam machen“, so Leys weiter. Das Problem sei, dass der Landkreis von Entwicklungszahlen ausgehe, die nicht realistisch seien. „Das Berliner Umland entwickelt sich anders als vorhergesagt.“ Das sei auch am Kitabedarfsplan in Oberkrämer zu sehen – auch dort hätten sich die realen Zahlen ganz anders entwickelt als prognostiziert. „Es wird Gespräche mit dem Landkreis geben müssen.“

Nicht nur der Elternrat in Bötzow setzt sich für eine neue Oberschule ein. Unterstützung gibt es von der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule. „Wir haben die Notwendigkeit auch erkannt“, sagte Sven Geitmann bei dem Treffen am Donnerstagabend. Er ist Mitglied im dortigen Elternbeirat und Sprecher des Schulfördervereins. „Wir müssen Druck aufbauen und uns lautstark zu Wort melden.“ Danilo Fischbach aus Schwante, Sprecher der Bundeselternvertretung, regte an, die Kreistagsabgeordneten aus Oberkrämer mit ins Boot zu holen. Auch der Hennigsdorfer SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Günther, der im dortigen Bildungsausschuss sitzt, müsse angesprochen werden.

Ronny Wappler, der Sprecher der Kreisverwaltung, verweist auf den Schulentwicklungsplan vom Dezember 2016. „Dem lässt sich entnehmen, dass die teilweise steigenden Bedarfe an weiterführenden allgemein bildenden Schulen in den nächsten Jahren im Rahmen von Kapazitätserweiterung an bestehenden Schulen gedeckt werden können“, teilte er gestern mit. Kinder aus den Grundschulen in Bötzow und Vehlefanz würden „ab der Jahrgangsstufe 7 die weiterführenden Schulen in Hennigsdorf, Velten, Kremmen, Oranienburg, Birkenwerder und Mühlenbeck“ besuchen. Die dem Schulentwicklungsplan zugrunde liegenden Zahlen lassen aus Sicht der Kreisverwaltung nicht die Schlussfolgerung zu, die eine Eröffnung einer Oberschule begründen würde. „Denn bei der Errichtung von Schulen muss die Mindestzügigkeit für wenigstens fünf Jahre ab der Eröffnung gesichert sein.“ Oberschulen müssten mindestens zweizügig sein, der Richtwert liege bei 25 Schülerinnen und Schüler je Klasse.

Die Elternräte in Bötzow und Vehlefanz wollen nun gemeinsam beraten, wie es weitergehen soll. Sven Geitmann schlug vor, in drei Monaten wieder eine offene Gesprächsrunde für alle zu veranstalten. „Dann sollten wir überlegen, eine Bürgerinitiative zu gründen.“ Rückhalt in der Gemeindevertretung scheint es auch zu geben. „Wir ziehen an einem Strang“, sagte Dietmar Schünemann (SPD).

RTelenovela

Heidelbeeren machen süchtig

Dienstag, den 1. August 2017
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An dieser Stelle folgt eine Warnung, und ich muss feststellen, dass über dieses Thema bislang geschwiegen worden ist. Es geht um eine neue Form der Sucht, und ich habe mich dazu durchringen können, an dieser Stelle davon zu erzählen. Ihr könnt mir glauben, dass mir das nicht einfach fällt.

Ich bin süchtig. Nach Heidelbeeren. Fange ich einmal an zu essen, kann ich nicht mehr aufhören. Ja, ich rede ungern darüber, aber nun muss es mal sein.
Am Sonnabend zum Beispiel: An der Lindenallee in Vehlefanz steht ein Büdchen, an der Heidelbeeren aus Kremmen verkauft werden. Ich kaufte mir ein Körbchen.
Ich war noch nicht mal am Auto, schon habe ich angefangen zu essen. Eine Heidelbeere, zwei Heidelbeeren, drei, sechs, zwölf. Sie sind einfach so lecker. Um so größer, um so dicker, desto leckerer.
So stand ich also am Auto und naschte. Und da machte ich den nächsten Fehler. Das Körbchen wanderte nicht in den Kofferraum, sondern auf den Beifahrersitz.
Als ich durch Germendorf fuhr, hatte sich das Körbchen schon ziemlich geleert. Ich hatte kurz überlegt, zurückzufahren, um … Nein, ich muss meine Sucht in den Griff bekommen!