RTelenovela

Die Rückkehr der DDR-Schulküche

Freitag, den 12. September 2014
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Meine Erinnerungen an die DDR-Schulküche sind ein wenig verblasst. Mit unseren kleinen Papiermarken standen wir jeden Tag in unserer rumpeligen Essenbaracke an, einem Flachbau mitten im Oranienburger Neubaugebiet. Wenn es Weißkohleintopf gab, war mein Tag gelaufen, denn ich hasse Weißkohleintopf bis heute. Im Kindergarten schwammen darin immer die Fettfleischklumpen drin, und die mussten wir essen. Wir mussten. Mein Trauma, ebenfalls bis heute.

Die DDR-Schulküche muss bei einigen Menschen jedoch warmherzige Erinnerungen auslösen, denn der Discounter Netto verkauft allen Ernstes “Original DDR-Schulküchen-Tomatensoße”, und das auch nicht gerade sehr preiswert. Auf dem Etikett ist eine Jungpionierin mit blauem Halstuch zu sehen, darunter steht: “Einfach, echt und schmeckt wie früher”.
Nun wissen wir alle, dass früher eben doch längst nicht alles besser war und dass wir schon gar nicht in Pionierbluse und -halstuch in die Essenbaracke latschten. Dass aber die Tomatensoße nun dermaßene Gourmetkost gewesen sein soll, dass 25 Jahre nach der Wende ein Suppenhersteller mit einer Schulküchenpioniersoße daherkommt, da ist man doch schon einen Moment lang sprachlos beim Anblick des Werbeprospekts.

Bei Netto in Vehlefanz war das Drei-Sterne-ach-wie-toll-ware-doch-die-DDR-Produkt leider nicht mehr zu haben. Aber ich bleibe dran.

aRTikel

Der Countdown läuft: Sonntag schrillt der Wahlwecker

Donnerstag, den 11. September 2014
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Acht Jugendliche aus ganz Brandenburg klären über Politik auf. Die Tour führte durch Oberhavel.

MAZ Oranienburg, 11.9.2014

OBERHAVEL
Der Wecker klingelt! Spätestens am Sonntag, wenn um 8 Uhr in Brandenburg die Wahllokale öffnen. Es ist Landtagswahl und eine Gruppe mit acht Jugendlichen hat es sich zum Ziel gesetzt, dass die Wahlbeteiligung hoch wird. „Hauptsache, sie fällt nicht
unter 50 Prozent, so wie in Sachsen neulich“, sagt Maximilian Genz. Der 20-Jährige aus Schwanebeck (Barnim) gehört zum Wahlwecker-Team, das in den vergangenen
zwei Wochen – und noch bis Sonntag – durch ganz Brandenburg reist, um die Leute zu wecken, insbesondere aber junge Leute. Am vergangenen Wochenende
war es in Oberhavel unterwegs. Im Jugendklub „T-Point“ in Leegebruch verbrachte es zwei Nächte.

Zum Wahlwecker-Team – Motto: „Aufwachen! Wählen gehen!“ – gehören acht junge Leute, darunter auch Josephin Bär (18) aus Glienicke, die unter anderen vom Landesschülerrat, vom Jugendpresseverband und vom Potsdamer Stadtjugendring kommen.
„Wir fahren mit unserem Bus zu öffentlichen Plätzen“, erzählt Thi Ngoc Truc Nguyen (18) aus Werder (Potsdam-Mittelmark). „Wir treffen uns mit Politikern aus der
Region, sprechen Jugendliche an, machen Videos, Fotos und schreiben einen Blog.“ Auf der Internetseite www.wahlwecker-tour.de sowie auf Facebook schreiben sie jeden
Tag über ihre Erlebnisse.

Erstmals dürfen bei der Landtagswahl Jugendliche schon ab 16 wählen gehen. „Das finde ich richtig“, sagt Josephin Bär. „Und eigentlich ist ja die Frage: Warum
erst ab 16?“
Gerade an Oberschulen hätten viele Schüler noch nicht gewusst, dass sie wählen dürfen, berichtet Wahlwecker-Teammitglied Thi Ngoc Truc Nguyen. „An den Gymnasien sieht das schon anders aus“, ergänzt sie.
Gleichzeitig kritisiert die Gruppe aber auch, dass sich Politiker immer weniger für die wahren Belange der Jugendlichen interessieren. Die Spitzenkandidaten würden sich dafür keine Zeit nehmen. „Es gibt Politiker, die sehr offen sind, andere aber gar nicht“,
sagt Josephin Bär. „Da läuft was schief in der Kommunikation.“
Allein das Wort „Jugendklub“ komme in vielen Wahlprogrammen gar nicht vor. „Es geht um Bildung, um Fachkräftemangel“, sagt Josephin. „Alles wichtige Themen, aber die jungen Leute kann man dafür nun mal nicht begeistern, auch wenn sie davon betroffen
sind.“ Im Wahlkampf würden die Jugendlichen meist vergessen.

Auch diesem Missstand will das Team entgegenwirken. In Oberhavel besuchten die
Wahlwecker-Leute das „Fest derFarben“ in Hennigsdorf. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Josephin Bär. Danach traf sich ein Teil der Gruppe mit dem Glienicker Ortschronisten
Joachim Kullmann. Dabei ging es vor allem um die DDR-Geschichte des Ortes. Glienicke
ist bekannt für den „Entenschnabel“, die ehemals verwinkelte Grenze zu West-Berlin. „Die Unfreiheit in der DDR verbunden mit der heutigen Wahlfreiheit – ein
wichtiger Zusammenhang, sagt Josephin Bär. In Schwante waren sie am Sonnabend im Jugenddorf beim Kreiserntefest und beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger.
Auch die Kulturmeile in Leegebruch steuerten sie an.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Thi Ngoc Truc Nguyen. In Dallgow-Döberitz (Havelland) sind sie vom einem Team der ZDF-Kindernachrichtensendung
„Logo“ begleitet worden. Auf Facebook haben sie mehr als 600 Fans.
Am Sonntagabend treffen sie sich in Potsdam zur Wahlparty.
Eine Empfehlung für eine bestimmte Partei geben die Wahlwecker übrigens nicht. „Unsere Devise lautet: Geh’ demokratisch wählen!“, sagt Josephin Bär.

RTelenovela

Die Straße rauf, die Straße runter

Sonntag, den 7. September 2014
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Schwante erlebte vermutlich den ersten Ernteumzugsstau seiner Geschichte. Auf der Landesstraße kam der Umzug zum Erliegen, alle Räder standen still.
Was für die Leute auf den Erntewagen einige Minuten lang vielleicht nicht so schön war, war für Fußgänger, die daran vorbeispazieren konnten, dagegen wunderbar. Sie konnten sich die Beine vertreten und sich die vielen tollen Wagen ansehen.

In Schwante ist das Kreiserntedankfest gefeiert worden, und der Umzug bestand aus 48 Bildern. Das ist nicht gerade wenig.
Was sich die Teilnehmer für eine riesige Mühe geben, lässt sich an so ziemlich allen Wagen sehr gut ablesen. Schon Tage vorher treffen sich die Leute, um sie zu schmücken. Am besten kam bei der Jury der Wagen des Seniorenclubs aus Bärenklau an. Zufälligerweise war ich zwei Tage zuvor bei ihnen und habe mitbekommen, was für eine unfassbare Arbeit darin steckt, das Gefährt mit vier verschiedenen Getreidearten zu schmücken.

Im Grunde geht es nur darum, mit dem Erntewagen einmal die Straße rauf und wieder runter zu fahren. Aber es ist mehr. Die Leute sind nicht nur stolz auf den Schmuck, den sie da geschaffen haben. Sie möchten sich auch präsentieren. Seht her, was wir machen, wer wir sind. Da ist die Kita aus Schwante ebenso mit dabei wie der Karnevalsverein aus Marwitz, die Heimatvereine aus Vehlefanz und Dollgow, die Treckerfreunde aus Kremmen oder die Speedwayfreaks aus Wolfslake. Sie alle wollen teilhaben an einem Ereignis, über das die Menschen zumindest auch morgen noch sprechen.
Und das zu beobachten, ist immer wieder schön.

Knappe zehn Minuten dauerte es, dann löste sich der Schwantener Ernteumzugsstau langsam wieder auf. Einige der Mitfahrer hatten zuvor schon den Fahrtwind in der September-Sommerwärme vermisst. Den haben sie dann wieder bekommen.

RTelenovela

Landleben ist teu(r)er

Freitag, den 5. September 2014
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Das Leben auf dem Land ist in mancher Hinsicht sicherlich preiswerter als in der Stadt. In der Regel sind die Mieten billiger, man muss den Parkplatz nicht bezahlen, die Kneipe von nebenan hat auch günstige Preise.
Andererseits schlagen die Kosten anderswo zugute. Wer in der Stadt arbeitet, muss da auch erst mal hinkommen. Und wer in den Supermarkt geht, muss tiefer in die Tasche greifen als in der Stadt.

Der Supermarkt in Vehlefanz hätte eigentlich eine Sanierung mal dringend nötig. Allein schon die Einkaufswagen scheinen noch die Nachwendemodelle zu sein.
Die Preise sind mitunter sehr viel höher als in den Supermärkten in der Kreisstadt zehn Kilometer weiter. Bei Joghurts sind es gern mal 10 Cent, bei der Nuss-Nugat-Creme 30 Cent, die Himbeeren 50 Cent, der Aufschnitt um die 20 Cent, die Brötchen 5 Cent – und so weiter…
Da kommt einiges zusammen.

Nebenan, beim Dönerladen stehen die Kippen auf dem Tresen. Keine Ahnung, ob die Gäste in dem Laden rauchen dürfen – ich habe die Angestellten dort aber schon qualmen sehen. Scheint ihnen wurscht zu sein. Einen Fernseher haben sie in dem Imbiss auch, allerdings nicht für die Kunden. Sondern für sich selbst. Der Job dort muss sehr langweilig sein, denn es läuft permanent türkisches Fernsehen. Soll der Kunde doch zu Hause das doofe deutsche Fernsehen gucken.
Ach ja, natürlich ist das Essen dort auch teurer als in der Stadt. 70 Cent mehr kostet der Döner dort als in der Kreisstadt. Vielleicht sind da ja schon die Strafgebühren fürs Rauchen im Imbiss inbegriffen…

RTelenovela

Der Direx duzt dauerhaft

Samstag, den 30. August 2014
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Es war eine ziemlich überraschende Begegnung. Die Ortsvorsteherin von Vehlefanz feierte ihren 80. Geburtstag. Ich war als Reporter vor Ort und habe mit verschiedenen Leuten gesprochen, als er plötzlich vor mir stand. “Na, Robert, was machst du denn hier?”, fragte er mich, und natürlich habe ich ihn und vor allem seine Stimme sofort erkannt.
Es war mein alter Schuldirektor, mit ihm habe ich vier Jahre auf meinem Gymnasium verbracht, mit ihm hatte ich eine Zeit lang den Politik-Unterricht. Er hat mir einst mein Abiturzeugnis überreicht. Das ist 16 Jahre her.
Seitdem haben wir uns schon öfter gesehen.
In Vehlefanz war er, weil auch er mit der Jubilarin zu tun hatte. Er war einst Lehrer an der Dorfschule.

Als mein Schuldirektor hat er natürlich einen Sonderstatus. Der drückt sich auch dadurch aus, dass er mich duzt. Immer noch. Sie sieze ihn natürlich. Immer noch, und das wird auch so bleiben.
Das kommt einem einerseits komisch vor, weil wir uns an sich ja gar nicht so nahe stehen. Aber andererseits wäre es albern, wenn er mich plötzlich siezen würde, nur weil wir jetzt nicht mehr im Schüler-Lehrer-Verhältnis stehen.
So war ich plötzlich einige Minuten lang wieder in meine Jugend zurückkatapultiert – oder zumindest in die Erinnerungen daran.

aRTikel

Voll im Leben

Donnerstag, den 28. August 2014
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Erika Kaatsch feiert heute ihren 80. Geburtstag. Seit sechs Jahrzehnten lebt sie in Vehlefanz.

VEHLEFANZ
Lauter Unterlagen. Und alle wichtig. Erika Kaatsch sitzt im Versammlungsraum des „Hauses der Generationen“. Sie sortiert. Die nächste Sitzung des Ortsbeirates steht vor der Tür, da muss alles vorbereitet sein. Und nicht nur das: Sie ist Ortsvorsteherin von Vehlefanz, sitzt im Gemeinderat, ist Chefin des Seniorenbeirates und kümmert sich mit um das Kreiserntefest. „Es gibt auch mal einen Tag, wo ich sage: Das ist mein Tag.“ Erika Kaatsch lächelt. „Da trödele ich auch mal, ganz ohne Druck.“ Kaum vorstellbar.
Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag – und steht voll im Leben. „Ich fühle mich noch fit“, sagt sie. Obwohl: Ein bisschen Respekt vor dieser Zahl, vor dem Alter, hat sie schon. „Man muss inzwischen auch mal Nein sagen können.“ Was ihr schwer fällt. Sie hat gute Gene, sagt sie, und man müsse sich immer Ziele setzen. Seit gut 20 Jahren engagiert sie sich in der lokalen Politik. Nach dem Aus der Konsumgenossenschaft, für die sie bis Ende 1993 arbeitete, suchte sie sich ein neues Betätigungsfeld. „Ich bin zur Gemeinde gegangen und habe gesagt, wenn es Arbeit gibt, nehme ich sie an.“ Es gab und gibt Arbeit für sie – bis heute.

60 Jahre lang lebt sie schon in Vehlefanz. Geboren wurde sie am 28. August 1934 auf einem großen Bauernhof bei Posen im heutigen Polen. „Als Kind ging es mir gut, wir hatten eine große Wirtschaft.“ Bis zum 19. Januar 1945. Ein echter Schicksalstag. „Die russische Front war durchgebrochen, wir mussten unsere Heimat verlassen.“ Mit Pferd und Wagen, aber ohne Ziel machte sich die Familie auf Richtung Westen. Der Vater fehlte, er musste in den Krieg ziehen – und kehrte auch nicht mehr zurück. „Am Anfang haben wir gedacht, wie müssen nur über den nächsten kleinen Fluss.“
Dem war nicht so. Bei minus 15 Grad reisten sie in den Berliner Raum. Sie landeten in Börnicke im Havelland. Eine harte Zeit, die Familie – Erikas Mutter mit fünf Kindern – kam auf einem Bauernhof unter. „Wir hatten kaum etwas. Es ging ums nackte Überleben.“ Aber die Leute, bei denen sie lebten, waren nett und die Mutter hatte auf dem Hof Arbeit. „Ich glaube, wenn mein Vater aus dem Krieg zurückgekommen wäre, dann wäre mein Leben ganz anders verlaufen“, sagte sie heute. „Er hätte uns wieder eine Existenz aufgebaut. Meine Mutter konnte das nicht.“
Nach der 8. Klasse begann sie eine Lehre beim Konsum. Sie wurde Verkaufsstellenleiterin in Grünefeld. „Oft haben die Lebensmittel nicht gereicht“, erinnert sie sich. 1956 lernte sie ihren Mann Helmut kennen. „Seine Cousine war meine Freundin.“ Erika Kaatsch schmunzelt. Ein Jahr später haben sie geheiratet.
In den 70ern machte sie ein Fernstudium zur Ökonompädagogin und wurde in Oranienburg Ausbildungsleiterin in der Konsumgenossenschaft, später war sie Mitglied im Kreisvorstand beim Konsum.

Das Jahr nach der Wende brachte den nächsten Schicksalsschlag. 1990 starb ihr Mann Helmut an Lungenkrebs. Ihre Familie war es, die sie wieder aufrichtete. „Sie gibt mir Kraft, auch heute noch.“ Und Erika Kaatsch hat noch viel Kraft. Oft ist sie mit ihrem Auto unterwegs. Sie besucht ihren Sohn in Strausberg oder reist zu ihrem Elternhaus nach Polen.
Wenn das neue altersgerechte Wohnheim in Vehlefanz mal fertig ist, dann will Erika Kaatsch ein wenig kürzer treten. Ihre Aktivitäten von hundert auf null zurückschrauben kann und will sie aber nicht. Denn eines kann sie dauerhaft nicht: nichts tun.

aRTikel

Sein Ziel ist der Bundestag in Berlin

Donnerstag, den 7. August 2014
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Marvin Scharpwinkel ist mit 19 Jahren der jüngste Abgeordnete des Parlamentes in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.8.2014

VEHLEFANZ
Gerade erst hat er sein Abi gemacht. Bald will er studieren und die Politik spielt auch eine immer größere Rolle in seinem Leben. Marvin Scharpwinkel ist 19 Jahre alt. Der Vehlefanzer ist das jüngste Mitglied der Gemeindevertreterversammlung in Oberkrämer. Auch im Ortsbeirat von Vehlefanz mischt er mit.

Im Sommer des vergangenen Jahres ist er in die CDU eingetreten. „Ich habe mich eigentlich schon immer für Politik interessiert“, sagt er. So verfolgte er 2012 intensiv den US-Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Der weckte verstärkt auch sein Interesse, sich hierzulande zu engagieren. „Ich habe angefangen, zu recherchieren, welche Partei zu mir passt.“ Es ist die CDU geworden. „Ich bin evangelisch, deshalb sollte es eine christliche Partei sein.“ Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen. Außerdem ist ihm die wirtschaftliche und außenpolitische Kompetenz wichtig.
Bei einer Wahlveranstaltung im Herbst 2013 in Eichstädt ist er von Bernd Ostwald, dem CDU-Chef in Oberkrämer, angesprochen worden. Schnell war klar: Marvin Scharpwinkel wird zur Kommunalwahl antreten. „Ich habe in den Wochen davor viele Flyer verteilt, ich war an vielen Haustüren in Oberkrämer und habe mich den Leuten vorgestellt“, erzählt er. Die Resonanz sei gut gewesen. „Die Leute haben sich oft gefreut, dass sich auch ein junger Mensch um die Politik kümmert.“

Seine Themen in Oberkrämer: der Erhalt der Straßen, ganz besonders der teilweise maroden Landesstraße 17. Er will sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern und um die Ansiedlung von Unternehmen in den Gewerbegebieten. Er engagiert sich außerdem im Sozialausschuss der Gemeinde: Vereine, Schulen, Kitas. Mit all diesen Themen musste sich der 19-Jährige erst noch beschäftigen. „Vorher wusste ich davon recht wenig.“ Aber er hat sich schlaugemacht – im Internet, auf diversen Veranstaltungen und in Bürgerdiskussionen.
Noch ist Sommerpause im Gemeindeparlament. Der Vehlefanzer Ortsbeirat hat aber schon kommenden Donnerstag sein nächstes Treffen. „Da muss ich mich drauf vorbereiten. Aber ich hoffe, ich habe ein gutes Zeitmanagement.“

Nach dem Abi an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule hat er sich in Berlin und Potsdam um Studienplätze beworben. Er möchte sich mit Wirtschaft und Politik beschäftigen. Wenn er eine Zusage bekommt, geht es Mitte Oktober los.
Seine Mitgliedschaften im Ortsbeirat und Gemeindeparlament könnten nur der Anfang sein. In fünf Jahren will er sich um einen Sitz im Kreistag bewerben und ganz am Ende steht der Bundestag in Berlin. „Wenn ich was anfange, will ich es auch zu Ende bringen, und am Ende steht eben der Bundestag“, sagt er.

Momentan macht er seinen Führerschein. „Ich möchte ein bisschen mobiler sein“, sagt er. Ab und zu geht er mit Freunden ins Kino, er geht gern joggen und liest viel – momentan ein Buch des US-Politikers Mitt Romney. Vehlefanz wird vorerst auch weiterhin seine Heimat bleiben – 13 Jahre schon lebt die Familie dort. „Wir wohnen direkt am Feld.“ Viel Ruhe für die aufregende Zeit, die ihm bevorsteht.