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Die Suche nach dem perfekten Styling

Dienstag, den 14. März 2017
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Alexander Schmolke (19) ist Friseur-Lehrling in Vehlefanz – seine Ausbildung dauert drei Jahre

MAZ Oberhavel, 14.3.2017

Vehlefanz.
Kreativ zu sein – das macht ihm Spaß. Haare zu frisieren, hat er schon als Kind gern gemacht. Seit anderthalb Jahren ist Alexander Schmolke Lehrling im Vehlefanzer „Salon Bartholome“. Drei Jahre dauert seine Lehre insgesamt, bis Juni 2018. „Ich mache hier alles“, sagt der 19-Jährige. Haare schneiden, waschen, Dauerwellen, Strähnen, aber auch Hilfsarbeiten oder ans Telefon gehen. Schon in der 8. Klasse absolvierte er ein Praktikum in einem Veltener Friseurladen. Zu dieser Zeit durfte er bereits der Familie an die Haare gehen.

Nach der 10. Klasse an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule begann er seine Ausbildung. „Das mit der Bewerbung in Vehlefanz ging relativ leicht“, erinnert er sich. Er wohnt im Dorf und erkundigte sich bei Bartholomäus Raschke, ob es dort eine Lehrstelle gibt. „Am gleichen Tag noch habe ich mich beworben“, erzählt er.
Seinen Chef hat er im Vorstellungsgespräch sofort überzeugt. „Er hat mir erzählt, dass er schon mit Frisierpuppen gearbeitet hat, da blieb mir der Mund offen stehen“, sagt Bartholomäus Raschke und lächelt. „Das zeigte mir, dass er motiviert war.“

Und das ist er immer noch. Wer ihn beobachtet, wird sehen, dass er Spaß an der Sache hat. „Als ich mit 17 herkam, hieß es ab und zu mal: Traust du dir das zu?“, erinnert sich Alexander. Da durfte er dann auch schon mal Kunden schneiden, wenn keiner der Mitarbeiter dabei war. „Ich will nicht sagen, dass ich schon alles kann“, gibt er zu. Er lernt noch dazu, aber er kann schon viel, wie auch sein Chef bestätigt.
Es gefällt ihm, kreativ zu sein. „Wenn eine Kundin sagt, sie will was Neues, was zu ihrem Typ passt, dann berate ich sie.“ Mittlerweile falle ihm das leicht. „Am Anfang habe ich dann einfach gemacht, worauf ich Lust hatte, aber um mich geht es ja nicht. Aber wenn ich denke, das passt nicht, was die Kundin da möchte, dann sage ich das auch und schlage eine Alternative vor. Letztlich hat aber jeder das Recht, auszusehen, wie er möchte.“

Regelmäßig muss er für die Theorie ins Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum. Dort sind sie nur neun Leute im Kurs. „Ich bin da der einzige Mann, aber ich sehe das entspannt.“ Demnächst wird diese Ausbildung nur noch in Potsdam angeboten. Stichwort: Lehrlingsmangel. „Da gibt es Vorurteile gegenüber Friseure. Außerdem finde ich, dass der Job nicht gut bezahlt ist, dafür dass wir einen umfangreichen Beruf haben, für den nicht jeder geeignet ist.“ Immerhin hat er eine volle 40-Stunden-Woche.

Wie es später weitergehen soll, weiß Alexander Schmolke noch nicht. „Ich möchte mir auf jeden Fall eine schöne Zukunft leisten können“, sagt er. „Erfolgreich werden.“ Es muss nicht mal zwingend ein eigener Laden sein. Aber in die stylistische Ecke könnte es mal gehen. „Er sagt immer, er will berühmt werden“, sagt sein Chef Bartholomäus Raschke, und es klingt, als ob er seinem Azubi gute Chancen ausrechnet, dass ihm das mal gelingen könnte.

Viel Zeit für andere Hobbys bleiben dem 19-Jährigen kaum. „Ich bin nicht so der Partygänger“, sagt er. „Und nach achteinhalb Stunden auf der Arbeit, brauche ich auch mal die Ruhe.“

RTelenovela

Die Qual der Spendenwahl

Freitag, den 3. März 2017
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Gerade hat man sich entschieden, was man denn essen möchte, man bezahlt und bekommt das Wechselgeld in die Hand gedrückt – da hat man schon wieder die große Qual der Wahl.
Schon ziemlich lange standen im Vehlefanzer Burger King Spendenbüchsen vom Heimatverein Groß-Ziethen und vom Hundesportverein Kremmen-Schwante. Schon da musste sich der Kunde entscheiden, wem er denn eventuell seine Cent-Stücke zukommen lässt.
Jetzt hat noch ein Verein das Schnellrestaurant entdeckt. Neuerdings buhlt auch der Förderverein der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz um die Taler der Buletten-König-Kunden.

Irgendwie ist es ja schon ein bisschen gemein. Natürlich möchte man Kindern was Gutes tun. Tiere sind auch immer was Tolles – wenn sie einen nicht gerade anspringen. Und ein Heimatverein ist für ein Dorf auch eine wichtige Sache.
Was also tun? Die Taler auf alle drei Vereine verteilen? Sich für einen entscheiden? Überhaupt nichts spenden?
Wie ich mich entschieden habe, werde ich hier natürlich nicht verraten – aber ich bin gespannt, welche Vereine sich demnächst noch alle im Schnellrestaurant dazu gesellen.

KeineWochenShow

#7 – Fifty Shades of Wahlkampf

Samstag, den 18. Februar 2017
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Ausgabe 7 unseres Vlogs war wieder eine Besondere: nämlich die erste, die wir live gestreamt haben. Das hat den Vorteil, dass wir reden können, so lange wir wollen und uns nicht auf 10 bis 12 Minuten beschränken müssen – wegen des Speichermediums.
Der Nachteil ist, dass die Bildqualität lange nicht so gut ist wie bei einer Aufzeichnung. Hinzu kommt, dass leider in unserem Studiokeller das W-Lan nicht so doll, so dass die Bildqualität noch schlechter, manchmal echt mies war. Aber an Letzterem arbeiten wir, das klappt kommende Woche wahrscheinlich schon besser.

Mehr als 47 Minuten dauert “KeineWochenShow”, Ausgabe 7. Und es ist einiges los. Wir spielen eine Szene aus “Fifty Shades of Grey” nach. Wir vertonen einen Facebook-Forum-Dialog von Oranienburger Bürgermeisterkandidaten und spielen das mit Puppen nach. Wir singen zu Ehren von Lippi “Erna kommt” und von Chris Doerk “Heißer Sommer”.
Außerdem geht es um Luther und um das Mosaik und die Abrafaxe, wir sprechen über den Youtube-Star, der Suizid begangen hat und darüber, wie die Medien damit umgingen. Es gibt CD- und Buchtipps.
Volles Programm, also.

Ausgabe 7 könnt ihr euch auf Youtube ansehen. Im Begleittext findet ihr auch die Themenübersicht und könnt an die ansprechenden Stellen springen – und passende Links.

aRTikel

Zwei Jahrzehnte im Dienste der Jugend

Dienstag, den 7. Februar 2017
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Im Juli geht sie in Rente: Marlies Arian koordinierte 21 Jahre lang die Clubs in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.2.2017

Oberkrämer.
Einen ihrer Wünsche für junge Leute in Oberkrämer konnte sich Marlies Arian nicht erfüllen: „Einen Bus für die Jugendarbeit“, sagt sie. Vergangene Woche waren stattdessen sechs Privatautos im Einsatz, um alle angemeldeten Jugendlichen zum Ferienausflug nach Berlin zu bringen. „Schade, dass das mit dem Bus nicht geklappt hat.“ Zum 1. Juli beendet die Jugendkoordinatorin ihre Arbeit – die 62-Jährige geht in Rente. Die Ausschreibung für ihre Nachfolge läuft bereits. „Ich denke schon, dass es auch Zeit wird, zu gehen“, sagt sie. Vergangenes Jahr war sie längere Zeit krank. „Und jetzt können auch mal jüngere Leute ran.“

Vor 21 Jahren, 1996, hatte sie sich mit einem Konzept um die Jugendarbeit beworben. Davor war sie Gewerkschaftssekretärin, ABM-Kraft in der Kirchengemeinde und Jugendbetreuerin. In ihrem jetzigen Job war sie zuständig für die Jugendclubs in Oberkrämer, für die konzeptionelle Weiterentwicklung, für neue Projekte, aber auch für die Beratung von Eltern und natürlich der Kinder und Jugendlichen.

„Eigentlich sind die Kinder nicht so viel anders wie vor 20 Jahren. Sie sind gleich nett und gleich anstrengend“, sagt Marlies Arian. „Aber die Bedingungen um sie herum haben sich verändert.“ Die Interessen hätten sich ein wenig verschoben. „Wobei, wenn man alte Sachen oder Spiele rausholt, interessieren sie sich auch dafür.“
Durch WhatsApp seien die Betreuer heute viel näher an den jugendlichen dran wie früher. „Wir sehen, was los ist, welche Stimmung herrscht“, erzählt Marlies Arian. „Wir wurden netterweise in die entsprechenden WhatsApp-Gruppen aufgenommen.“ Wichtig sei ihr immer ein höflicher und respektvoller Umgang unter den Jugendlichen gegangen. Gewisse Rituale seien da unumstößlich.

Die Auslastung der Clubs sei unterschiedlich. „Die Jugendlichen sind ja gut versorgt, auch mit den Vereinen, der Feuerwehr und vor allem der Schule.“ Da sei es manchmal sehr ruhig, manchmal aber auch sehr voll in den Clubräumen. Letztlich herrsche aber an jedem Öffnungstag zum Beispiel in Vehlefanz ein Kommen und Gehen, sagt Marlies Arian. „Und wir Betreuer bilden ja auch aus, im Moment haben wir sechs Praktikanten, da sitzen wir auch in den Prüfungskommissionen.“ Die Jugendarbeit sei mehr als die bloße Betreuung der Besucher in den Clubs.

Zu den Höhepunkten ihrer Zeit in der Gemeinde zählt sie die Gründung von „Jofok 23“, der jungen Offensive für Oberkrämer, in der sich eine Gruppe Leute gefunden hat, die gemeinsam überlegen, was sie erreichen wollen. „Inzwischen ist leider der Faktor Zeit zum Problem geworden“, sagt Marlies Arian. Im Frühjahr ist eine Tour durch alle Ortsteile geplant. „Da kann jeder sein Dorf vorstellen und zeigen, welcher Ort ihm da am liebsten gefällt.“

Ob es eine Abschiedsfeier geben wird, steht noch nicht fest. „Ich bin kein Mensch, der sehr gern im Mittelpunkt steht“, sagt sie. Ideen für die Zeit nach dem 1. Juli hat die 62-Jährige aber schon: Sie möchte beim Sozialverbund VDK mitarbeiten und Menschen beraten. „Außerdem schreibe und zeichne ich gern und lese jeden Tag die Zeitung.“ Ihre verschiedenen Freundeskreise, die Kinder und Enkel wird sie dann auch noch öfter sehen.

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Oberhavel in Tusche gemalt

Mittwoch, den 16. November 2016
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Anja Theres Focking (29) aus Schwante hat einen Kunstkalender herausgebracht

MAZ Oberhavel, 16.11.2016

Schwante.
Am Anfang ist das weiße Blatt. Und ein Motiv. Zum Beispiel die alte Bockwindmühle in Vehlefanz. Anja Theres Focking setzt sich auf die Wiese davor und beginnt zu malen. Sie nimmt sich ihre Tauchfeder, tunkt sie in die Flasche mit der Tuschefarbe und fängt an.
Die 29-Jährige aus Schwante hat in den vergangenen Monaten viele solcher Motive gemalt, sie war in der ganzen Region unterwegs. Heraus kam ein Kalender für 2017: Oberhavel in schwarzer Tusche gemalt. Zu sehen sind auch das Klubhaus in Kremmen, das Oranienburger Schloss, die neuen Bauten am Veltener Bahnhof, der Holzbackofen in Schwante und vieles mehr.

Dieser Kalender ist für Anja Theres Focking wie ein Stück Heimkehr. „Ich bin in Schwante aufgewachsen“, sagt sie, „war aber lange Zeit weg gewesen.“ In Pforzheim war sie in der Goldschmiedlehre. Bei einem „Tag der offenen Tür“ schaute sie sich in der Hochschule für Gestaltung um. „Dieser kreative Ort zog mich an.“ Sie studierte Design für Schmuck und Objekte der Alltagskultur. „Und das Zeichnen war während des Studiums immer eine spannende Sache.“
Oft bekommt sie zu hören, das sei doch brotlose Kunst. „Aber ich wünsche mir, dass ich damit leben kann“, sagt sie. Mit dem Kalender will sie sich ein Stück weit an das Kultur- und Kunstbusiness wagen. 250 Stück vom Kalender sind gedruckt, viele hat sie schon verkaufen können.

Aber wie ist das eigentlich mit der Tusche? Was passiert denn, wenn sie sich „vermalt“? „Ja, das ist ein Wagnis, aber das reizt mich auch so sehr“, sagt die Schwantenerin. Beim Zeichnen ist es, wie mit einem Stift zu schreiben. Wenn ein grober Fehler passiert, könne er entweder noch zeichnerisch behoben werden, oder sie muss radieren. „Aber einige der Bilder im Kalender sind tatsächlich sogenannte erste Versuche“, sagt Anja Theres Focking. „Das hängt ja auch immer davon ab, wie man drauf ist. Man muss sich wohlfühlen, wenn man loszeichnet.“

Wenn sie so da sitzt – wie an der Vehlefanzer Mühle – dann vergisst sie oft die Zeit. „Wenn ich im Flow bin, dann darf mich keiner stören. An der Mühle, da hatte mich zwischendrin jemand angerufen, aber zum Glück war ich da mit dem Bild schon fast fertig.“ Sie schmunzelt, überlegt und sagt: „Man unterbricht sonst den Moment. Man zeichnet etwas, was man gerade sieht und was man ständig abgleicht mit dem, was man schon auf dem Papier hat. Das ist ein wirklich spannender Moment.“
Für den Kalender hat sie sich erstmals auch mit Dingen beschäftigt, die sie noch nie gemalt hat. Natur, Büsche oder auch die ganz speziellen Kleinigkeiten am Oranienburger Schlossgebäude. „Geometrisch genau muss es nicht sein. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich darauf mal einlassen muss.“

„Alles hat seine Zeit“ – so hat Anja Theres Focking ihren Kalender genannt. Ihre Bilder hat sie passend betitelt: „Riechen und schmecken“ im Oktober oder „Bewahren und loslassen“ im Dezember. Was als nächstes von ihr kommt, lässt sie noch völlig offen. Jetzt ist sie erst mal glücklich über das, was sie geschafft hat.

Wer Interesse an dem Kalender hat, kann eine E-Mail schreiben an ­anjatheres.focking@gmail.com.

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Eine neue Heimat in der alten Schule

Mittwoch, den 21. September 2016
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Der ehemalige Pfarrer Harry Sallowski und seine Frau sind ins Dorf zurückgekehrt

MAZ Oberhavel, 21.9.2016

Vehlefanz.
Ein neuer Lebensabschnitt – und irgendwie auch zurück zu den Wurzeln. Fast ein Vierteljahr leben Ingeborg und Harry Sallowski inzwischen in der Alten Schule in Vehlefanz. Aus Marwitz waren sie dorthin gezogen, in den Altbau des sanierten Gebäudes, in dem sich nicht nur eine Arztpraxis und eine Tagespflege, sondern auch das neue altersgerechte Wohnheim befindet.
21 Jahre lang lebte das Paar in Marwitz. Davor aber – von 1967 bis 1995 – im Vehlefanzer Pfarrhaus, direkt neben ihrer jetzigen Wohnstätte. Harry Sallowski ist deshalb im Dorf kein Unbekannter, 28 Jahre lang war er der Pfarrer in Vehlefanz, seine Frau Ingeborg die Katechetin. „Es sind liebe Menschen hier“, sagt der 86-Jährige. „Im Dorf treffen wir immer wieder Bekannte.“ Der Supermarkt gegenüber ist ein zentraler Treffpunkt, da kommen die beiden auch immer noch relativ schnell hin.

In die Alte Schule zogen sie, weil sie im alten Haus in Marwitz kaum noch Treppen steigen konnten. „17 Stufen die schmale Treppe hoch, und man konnte keinen Lift einbauen“, sagt Ingeborg Sallowski. Sie hatten sich schon für das altersgerechte Wohnheim angemeldet, als es noch ein privater Investor bauen wollte. „Später hat sich dann Erika Kaatsch für uns eingesetzt.“ Das Paar schmunzelt. „Man nennt das hier ja auch schon die ,Villa Kaatsch’“, sagt der ehemalige Pfarrer. Immerhin war es die Ortsvorsteherin, die sich stark für das Wohnprojekt in der Vehlefanzer Dorfmitte eingesetzt hatte.

Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Praktikum in Mecklenburg. Mehr als 60 Jahre ist das her. Er hatte sie von der jungen Gemeinde ins nächste Dorf mitgenommen. „Es hat gleich auf dem Heimweg gefunkt“, sagt die 83-Jährige. Am 4. August 1956 haben die geheiratet, vor einigen Wochen feierten sie die diamantene Hochzeit. Erst lebten und arbeiteten sie in der Altmark, dann bot sich zum Jahresbeginn 1967 die Stelle in Vehlefanz an. Als evangelische Kirchenleute betrieben sie auch ein Stück Seelsorge. „Oft kamen auch Genossen zu uns, die Gewissensbisse hatten“, erinnert sich die Pfarrersfrau.

Die Bibel und der Glaube sind ihnen sehr wichtig. Ebenso wie der Humor. „Humorvoll zu leben, das ist uns gelungen, man sollte nicht alles so wichtig nehmen“, sagt Harry Sallowski. „Die Arbeit hat uns immer Spaß und Freude bereitet.“
In Vehlefanz wollen sie nun noch einige schöne Jahre verbringen. Alles, was sie brauchen, haben sie um sich. Und dann sind da ja auch noch die Kinder. Sie kommen, wenn sie gebraucht werden.

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Ärzte auf dem Land: Näher dran am Patienten

Freitag, den 19. August 2016
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Sandra Wischke hat mit ihrem Team den Umzug in die neue Vehlefanzer Praxis abgeschlossen

MAZ Oberhavel, 19.8.2016

Vehlefanz.
Es fehlen noch ein paar Bilder an der Wand. „Aber nichts, was irgendwie behindert, es geht nur noch um die Dinge, die ich schön finde“, sagt die Medizinerin Sandra Wischke. Ansonsten ist die neue Vehlefanzer Arztpraxis in der „Alten Schule“ an der Lindenallee voll arbeitsfähig. Mitte Mai sind Sandra Wischke und ihre vier Mitarbeiterinnen, drei Schwestern und eine Reinigungskraft, in die neuen Räume gezogen. Vorher befand sich die Praxis im „Haus der Generationen“.
„Der Umzug war von Anfang an geplant“, sagt Sandra Wischke. Das Projekt „Alte Schule“ sei von vornherein das Ziel gewesen. Die Niederlassung in Vehlefanz war an dieses Projekt gekoppelt. „Drüben haben wir auch schon unser ganzes Leistungsspektrum angeboten, aber jetzt haben wir alle ein bisschen mehr Platz.“

Die seit 2000 in Schwante lebende Ärztin bietet in Vehlefanz eine hausärztliche Versorgung, ist aber auch Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie. Bevor sie im Oberkrämer-Ortsteil praktizierte, arbeitete sie an der Neuruppiner Klinik, davor am Berliner Humboldt-Krankenhaus.
Sie verließ die Großstadt, um draußen auf dem Land zu arbeiten – und wenn man ihr so zuhört, dann ist gleich zu merken: Ihr gefällt das. „Ich mag die Nähe zu den Patienten und die ortsnahen Strukturen, die Vehlefanz zu bieten hat“, sagt Sandra Wischke. Nur die etwas weiteren Wege zu Fachärzten – nach Oranienburg, Hennigsdorf, Neuruppin oder Berlin – sind für einige Patienten hinderlich.

Sandra Wischke legt wert auf die Beziehungen zu den Menschen, die man in dem Ort eingehe. In einer städtischen Klinik seien die Patientenkontakte sehr viel kürzer und oft einmalig. Hinzu kommen noch die Hausbesuche, die sie ja auch immer wieder mal zu erledigen habe. Sandra Wischke sagt, sie kenne inzwischen die allermeisten ihrer Patienten in Vehlefanz mit Namen.
In vielen ländlichen Region wird es immer schwieriger, die ärztliche Versorgung zu sichern. „Es müssten sich Kollegen finden, die auch auf dem Land groß geworden sind.“ Sie kennt viele Beispiele, bei denen junge Ärzte die Praxis der Mutter oder des Vaters übernommen haben – und dafür aufs land zurückgingen. „Stadtmenschen sind meist nicht so geneigt, rauszuziehen“, vermutet Sandra Wischke.

In der Regel beginnt der Arbeitstag der Ärztin gegen 7.15 Uhr und dauert meist bis gegen 18 Uhr, donnerstags hat sie erst um 20.30 Uhr Feierabend. „Das klingt lange, aber es ist dennoch anders als der Dienst im Krankenhaus“, sagt sie. In ihrer eigenen Praxis könne sie besser vorausplanen.