RT im Kino

Fahrenheit 11/9

Montag, den 10. Juni 2019
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Michael Moore legt mal wieder den Finger in die amerikanische Wunde. In die sehr tiefe Wunde. Und es gibt Momente, in denen man eigentlich gar nicht fassen kann, was da eigentlich passiert ist.

In seiner Doku “Fahrenheit 11/9” zeigt er, wie es dazu kommen konnte, dass am 9. November 2016 (11/9) Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt worden ist. Aus Spaß wurde Ernst. Ursprünglich war das eher ein Entertainment-Profilierungsding, dass Trump Präsident werden wollte. Aber irgendwie hat sich das verselbstständigt. Und umso mehr sich alle lustig gemacht haben, desto erfolgreicher wurde er.
Und die Demokraten? Waren nicht besser. Hilary Clinton wurde Präsidentschaftskandidatin, weil einflussreiche Leute das durchdrücken wollten. Man könnte auch von Wahlbetrug sprechen.
Und noch am Wahltag waren sich alle sicher, dass Trump das nicht schaffen werde. Sie alle, wir alle, sollten uns umgucken. Also, eigentlich hat sie es ja auch geschafft, aber das merkwürdige Wahlsystem machte es möglich, dass Trump ohne Mehrheit trotzdem eine Mehrheit bekam.

Es ist atemberaubend, was Michael Moore uns da zeigt. Er berichtet von der Arroganz der Macht und teilt in viele Richtungen aus. Es geht auch um Waffennarren und um Politiker, die für den Profit die Gesundheit von Tausenden Menschen aufs Spiel setzen.
“Fahrenheit 11/9” demontiert die Politik und appelliert an die Menschen, sich mehr zu engagieren. Dass das auch kürzer als 128 Minuten hätte ausfallen können, ist aber auch ein Fakt.

Fahrenheit 11/9
USA 2018, Regie: Michael Moore
Weltkino, 128 Minuten, ab 12
6/10

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aRTikel

Überflieger: Forschung an Pflanzenzellen wird zum großen Erfolg

Samstag, den 5. Mai 2018
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Michael Wudick aus Grüneberg arbeitet an der University of Maryland – jetzt erscheint ein Artikel von ihm in den USA im renommierten “Science”-Magazin

MAZ Oberhavel, 5.5.2018

Grüneberg.
Das kommt nicht alle Tage vor. Nicht mal alle Jahre, wie Michael Wudick sagt. Der 36-jährige Grüneberger hat geschafft, was nicht sehr vielen Wissenschaftlern vergönnt ist: Am Freitag erschien ein Artikel von ihm im US-Wissenschaftsmagazin „Science“.

Michael Wudick arbeitet seit 2014 als Postdoktorand am Institut für Zellbiologie und Molekulargenetik an der University of Maryland in College Park nahe Washington. Er gehört dort zum Team von Professor José Feijó. Gute sechs Jahre lang haben sie erforscht, wie Pflanzenzellen Glutamat Rezeptor-ähnliche Proteine (GLRs) verwenden, um zelluläre Kommunikationsnetze aufzubauen. Schon als er vorher in Lissabon war, forschte er an diesem Projekt.
Das Team vermutet, dass Pflanzenzellen einen spezifischen Mechanismus nutzen, um die Position von GLRs in der Zelle zu kontrollieren. Michael Wudick untersuchte Cornichon-Proteine, die in früheren Studien mit der Aktivität von Glutamatrezeptoren in Tieren in Verbindung gebracht worden sind. Vermutet wird, dass jede Pflanze zudem ein eigenes Immunsystem habe.

Keine leichte Materie. Sechs Jahre also dauerte das. „Ich sage deshalb immer scherzhaft, dass ich dafür eigentlich einen zweiten Doktortitel bekommen müsste, weil das so in etwa der Zeit einer Doktorarbeit entspricht“, erzählt Michael Wudick. „Ich arbeite aber nicht immer nur an dem einem Projekt, weil ich immer mehrere Projekte parallel laufen habe. Und wenn es bei einem stockt oder man warten muss, dass die Pflanzen wachsen, arbeite ich an dem anderem weiter.
Alle seine Projekte seien recht riskant, weil sie Grundlagenforschung darstellen, „und man da schnell oft Resultate bekommt, die man auf den ersten Blick nicht interpretieren kann.“ Man müsse eine ganze Reihe von weiterführenden Experimenten durchführen, um die ursprüngliche Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
„Grundlagenforscher, die dazu noch an Pflanzen forschen, haben es zudem oft doppelt schwer, weil sie gegen das ,Was hat die Menschheit denn davon?’-Stigma ankämpfen müssen“, so der Grüneberger, der inzwischen in Washington lebt, weiter. „Dabei wird oft vergessen, dass der Entwicklung von Medikamenten oder resistenteren Pflanzen jahrelange Grundlagenforschung voraus geht.“
Am Freitag ist das „Science“-Magazin mit seinem Beitrag erschienen. das macht ihn sehr stolz. „Obwohl mir das Prestige, das mit so einem Artikel kommt, gar nicht so bewusst ist“, sagt Michael Wudick. „Ich merke das immer nur, wenn Kollegen unglaubwürdig noch mal nachhaken, ob ich in DEM Science Magazin veröffentlicht habe.“

Er hofft, dass ihm die Veröffentlichung bei seinen weiteren Karriereschritten hilft. „Vor ein paar Jahren wäre eine Veröffentlichung in Journalen wie Science, Nature oder Cell quasi eine Jobgarantie gewesen. Heute ist die Konkurrenz viel größer.“
Michael Wudick machte im Jahr 2000 sein Abitur am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Er studierte danach in Potsdam, promovierte in Montpellier in Frankreich und arbeitete als Naturwissenschaftler in Lissabon in Portugal. Dort begann er mit der Forschung, die nun in „Science“ veröffentlicht worden ist. „Mein Chef ist derselbe. Er hat in Maryland eine Professur bekommen und mich mitgenommen“, erzählt der Grüneberger.

Hierzulande ist Michael Wudick auch bekannt für seine Musicals wie „Zwiebelchen“ oder „Lost and Found“, die in Berlin und Rheinsberg mit Kindern aus der Region aufgeführt werden – dazu kehrt er regelmäßig in seine alte Heimat zurück. Das nächste Mal voraussichtlich Ende Mai.

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heute: Hoch lebe Trump!

Freitag, den 16. Juni 2017
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DI 13.06.2017 | 19.00 Uhr | ZDF

Kabinettssitzung: der Präsident begrüßt seine Minister. Und er erzählt, dass alles tutti ist. Alles läuft prima, alle Ziele sind oder werden erfüllt. Dann kommen die Minister zu Wort, und sie überschlagen sich mit Lob und Ehrerbietungen. Danke, Herr Präsident, dass ich hier sein darf. Herr Präsident, das ist der schönste Tag in meinem Leben. Toll, Herr Präsident, alles wird großartig. Vielen Dank, dass Sie mich ernannt haben. Danke, danke, danke! Und Sie sind überhaupt der Beste!

Kommt mir bekannt vor. Irgendwie haben wir das einst in der DDR mal so erlebt. Da gab es einen Staatschef, der blind vor Machtgeilheit war und die wahren Probleme nicht erkannte oder schlicht ignorierte. Und da waren seine Minister, Speichellecker, Ja-Sager, Arschkriecher.

Was aber am Dienstag in der “heute”-Sendung im ZDF zu sehen war, war kein Rückblick auf die DDR. Auch kein Beitrag aus Nordkorea.
Nein, es ging um die erste Kabinettssitzung von US-Präsident Donald Trump.
Dazu lud er die Presse ein, und die durften dann ein geradezu widerliches Schauspiel miterleben. Trump, der immer wieder über Fakenews nölt, saß da im Sitzungsraum, leicht vorgebeugt und streng und fragte nach und nach die Danksagungen und Gottesbezeugungen ab. Ob er dabei ein kleines (aber wirklich nur ein kleines) Erektiönchen hatte, geht aus den Bildern nicht hervor. Aber so muss politische, machthaberische Selbstbefriedigung aussehen.

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Donald Trump – Amerikas neuer Präsident

Samstag, den 21. Januar 2017
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FR 20.01.2017 | 17.15 Uhr | Das Erste

Mit der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten feiert die Nation ihre Demokratie. Heißt es. Aber was genau wird denn da eigentlich gefeiert? Dass die Amis ein so merkwürdiges Wahlsystem haben, dass da jemand gewinnt, der gar keine Mehrheit hat? Dass da jemand nun US-Präsident wird, obwohl er sehr viel weniger Stimmen als seine Gegnerin hatte? Dass er nur gewonnen hat, weil es das merkwürdige Wahlmänner-System hergibt?
Donald Trump sagt, jetzt regiere wieder das Volk in den USA. Angesichts dessen ist das ziemlich anmaßend.

Am frühen Freitagabend übertrug Das Erste (und diverse andere Sender) die Inauguration, die Amtseinführung von Donald Trump. Und hin und wieder hatte man im Laufe des Freitags den Eindruck, als handele es sich um eine Machtergreifung, vor der die ganze Welt zittert.

Es weht so oder so ein neuer politischer Wind – und ein religiöser. So sprach auf der Feier eine in den USA bekannte Vertreterin der Pfingstkirche, einer evangelikalen Kirche, es sang ein Mormonen-Chor. Allesamt Vertreter von Religionsgruppen, die es mit Andersdenkenden und Minderheiten nicht so haben.
Aber “Ich ich ich” ist sowieso eine Maxime, die für Trump ab jetzt gilt: “America first” hat er gleich in seiner Antrittsrede beschworen. Amerika komme immer zuerst, und angeblich bringt es den Wohlstand zurück, immer nur an sich zu denken. Und ganz viele Straßen will er bauen lassen, und Tunnels, und, ähm, Autobahnen. Er wolle Solidarität, Zusammenhalt – aber nur unter Amerikanern. Nur ich ich ich.
Das kann ja heiter werden.

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The Eighties – Generation Fernsehen

Samstag, den 7. Januar 2017
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DO 05.01.2017 | 21.05 Uhr | RTL Nitro

Noch mehr Retro bei RTL Nitro. Und immerhin stimmen im Sendernamen die letzten drei Buchstaben.
Am Donnerstagabend, direkt nach dem “Ronny’s Pop Show”-Revival, liefen die ersten beiden Folgen der Dokureihe über “The Eighties”. Und die ist ein Fest für Fernsehjunkies, denn sie beleuchtet das US-Fernsehen der 80er-Jahre.

Genau wie in Deutschland war alles noch ein bisschen kuscheliger und piefiger. Anfangs gab es dort nur drei Sender, die Spartenkanäle wie MTV und CNN starteten erst noch. Es gab noch die großen Nachrichten-Persönlichkeiten, und als Luke und Lora in “General Hospital” heirateten war das fast so spannend wie die Hochzeit von Charles und Diana.
Mit “Miami Vice” hielt die coole Krimiserie Einzug, die wie ein Kinofilm wirkte. “Dallas” und “Der Denver-Clan” waren Hits, ebenso wie ihre Ableger “Unter der Sonne Kaliforniens” und “Die Colbys”.

An “The Eighties” konnte man auch gut ablesen, wie das US-Fernsehen der 80er ein paar Jahre später nach Deutschland kam. Während die Serien natürlich schnell hierher kamen, brauchten andere Trends länger. Die Late-Night-Shows kamen erst in den frühen 90ern mit Thomas Gottschalk, Thomas Koschwitz und natürlich Harald Schmidt nach Deutschland.
Oder die tägliche Talkshow. “Hans Meiser” bei RTL war die deutsche Kopie dessen, was die Amis in den 80ern begonnen hatten. Das Nachrichtenfernsehen brauchte auch noch ein wenig länger.

Die Doku zeigte aber auch, dass das Fernsehen damals noch einen anderen Stellenwert hatte. Weniger Sender, kein Internet. Was damals gesendet wurde, hatte mehr Aufmerksamkeit – und wenn es gut lief, mehr Zuschauer als heute.
Es ist ein spannender, wenn natürlich auch nicht immer schöner Blick zurück.

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Die US-Wahlnacht im Ersten

Freitag, den 11. November 2016
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DI 08.11.2016 | 22.50 Uhr | Das Erste

Nach fast zehneinhalb Stunden (!) Live-Sendung waren die Moderatoren im Ersten nicht nur in Schockstarre. Schockstarre war nämlich, nachdem feststand, dass Donald Trump neuer US-Präsident wird, das Lieblingswort der Moderatoren und Gäste. Nach einer so langen Strecke waren alle auch sehr, sehr müde.
War ja auch so nicht abzusehen, dass das Ganze nicht nur die Nacht hindurch dauern wird, sondern auch den ganzen Morgen. Erst um 8.30 Uhr stand wirklich fest: Donald Trump schlägt Hillary Clinton.
Es war das Ende eines monatelangen, oft extrem unschönen Wahlkampfes – und der Beginn einer Ära mit einem ungewissen Ausgang.

Diese lange US-Wahlnacht war eine Geduldsprobe für alle. Für die Zuschauer, aber auch für die Fernsehmacher. Irgendwie muss man diese verdammt lange Zeit ja füllen.
Beim ZDF war irgendwann in der Nacht eine Reporterin bei einer völlig aufgelösten jungen Frau, die – warum auch immer – nicht wählen durfte. Heulend stand die Frau nun da und ließ sich von der verständnisvollen Korrespondentin ausfragen.
Im Ersten musste der Moderator zwischendurch mal für Ruhe sorgen, wenn das Publikum maulig wurde, weil Trump schon wieder einen Bundesstaat gewonnen hatte.

Bei Family TV war man schon vorher stolz wie Bolle, dass man ja angeblich der einzige deutsche Sender, äh, na ja, Privatsender sei, der durchgängig von der US-Wahl berichtete. Letztlich übertrug man dann doch nur das CNN-Programm und laberte etwas dazu. Eher überflüssig.
Im ZDF muss sich Christian Sievers vorher so richtig vorbereitet haben, denn immer wenn in weiteren US-Staaten Wahllokale schlossen, kannte Sievers kleine Anekdoten und Randnotizen zu fast jedem der Staaten. Respekt. Wenn auch manchmal albern.
Bei Sat.1 begann man mit dem Frühstücksfernsehen immer schon um 4.55 Uhr, und man erzählte den Zuschauern auch, was in den USA los ist. So ganz wollte man sie dann aber doch nicht mit der Politik belästigen. Zwischendurch wurde dann auch noch gekocht. Anders als bei RTL, wo es ab 4 Uhr eine rein journalistische Wahlsendung gab.

Eine spannende Alternative gab’s im Internet, auf Youtube. Dort konnte man Jan Böhmermann und seinem “Neo Magazin Royale”-Team dabei zusehen, wie sie sich die Wahlnacht um die Ohren hauen. Inklusive Kommentare zum Wahlgeschehen. Als sich gegen 5 Uhr schon deutlich der Trump-Sieg abzeichnete, machten sie aber schon Schluss.

Unterdessen endete im ZDF “Die Nacht der Entscheidung” ohne Entscheidung, denn nach 7 Uhr übernahmen die Leute vom Frühstücksfernsehen. Diesen Luxus hatten die ARD-Kollegen nicht. Sie mussten bis weit nach 9 Uhr weitermachen. Und von der Schockstarre berichten.

Apropos Schockstarre: Immer mehr Leute werfen dem deutschen Journalismus vor, einseitig zu berichten. Die ARD-Leute ließen die Zuschauer im Minutentakt wissen, wie schockiert sie sind. Aber muss das so sein? Natürlich haben Journalisten zu allen Themen auch eine Meinung, aber sind sie auch in der Position, immer und überall kommentierend zu wirken?
Ich fand es auch schockierend, dass Donald Trump gewonnen hat, aber müssen mir das auch die Moderatoren immer wieder mitteilen?

Und dann war das noch der Junge, der während der Trump-Siegesrede direkt neben ihm stand. Er rollte mit den Augen, musste sich mehrfach heftig das Gähnen verkneifen. Er wusste ganz genau, dass zig Millionen Menschen ihm gerade zusehen und dass es ganz ungünstig wäre, nun dauernd zu gähnen. Andererseits war es weit nach 3 Uhr in New York. Und stand der Junge da und litt sehr. Er konnte einem Leid tun. Den Spott bekam er aber auch so ab.

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Für Hillary die Daumen gedrückt

Donnerstag, den 10. November 2016
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Paula Scholze aus Oranienburg hat 2009 die damalige Außenministerin Clinton in Berlin getroffen

MAZ Oberhavel, 10.11.2016

Oranienburg.
Paula Scholze findet klare Worte. „Das ist erschreckend.“ So kommentiert die 25-Jährige aus Oranienburg das Ergebnis der US-Wahlen. „Ich war für Hillary Clinton. Der Trump hat einfach eine Macke, seine Sprüche finde ich überhaupt nicht angemessen.“

Sie hätte sich schon deshalb über einen Wahlsieg von Clinton gefreut, weil sie sie vor sieben Jahren selbst getroffen hat. Damals ging Paula Scholze in die 12. Klasse der Torhorst-Gesamtschule. 2009 wurde in Berlin das 20. Mauerfall-Jubiläum gefeiert. Ihre Klassen hatte die Gelegenheit, ein Mauersegment zu bemalen. Es war Teil einer Domino-Performance, alle Teile standen auf dem ehemaligen Mauerstreifen und fielen am Abend um.
Weil die US-Botschaft bei der Aktion der Partner der Torhorstschule war, traf die Klasse auch die damalige Außenministerin Clinton. „Viel gesagt hat sie nicht, sie hat sich alles angehört, was wir ihr erzählt hatten. Aber sie war wohl ganz begeistert von unserem Mauerteil, oder zumindest hat sie so getan“, erinnert sich Paula Scholze.

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