RTelenovela

Tu was für deine Umwelt, sagt die Fünfjährige

Freitag, den 16. Juli 2021
Tags:

Wir müssen uns um unsere Umwelt kümmern – das zeigen uns nicht nur die Ereignisse am Mittwoch und Donnerstag in Deutschlands Westen.
Und der Umweltschutz beginnt im Kleinen – und die Kleinen haben das vermutlich am besten begriffen.

Neulich war ich bei Freunden in Berlin. Nach einem Ausflug betraten wir die Wohnung, und die Fünfjährige wusste auch gleich, was als erstes zu tun ist: Hände waschen!
Bevor wir uns Bad gingen, musste aber erst mal geklärt werden, welches Licht wir benutzen. Das große Licht oder reicht auch das Licht, das nur hinten im Waschecken-Bereich angeht? Natürlich entschied ich mich für das hintere Licht, und meine Entscheidung ist wohlwollend zur Kenntnis genommen und umgesetzt worden.

Dann: Hände waschen. Die Fünfjährige begann, ich stellte mich dazu. Hände nass machen, Seifenspender benutzen. Seife einreiben. Aber ich hatte was vergessen: Ich ließ das Wasser laufen.
Kommentarlos griff die Fünfjährige an den Wasserhahn und drückte ihn zu. Mir war das ein wenig peinlich, weil ich natürlich auch selbst hätte drauf kommen können.

Ich finde das gut, dass Kinder auf diese Weise erzogen werden. Nicht einfach nur so, die Fünfjährige kann auch relativ genau begründen, warum sie tut, was sie tut. Da können wir Erwachsene noch sehr viel lernen. Auch wenn es manchmal unbequem ist.

Hits: 129

RTelenovela

Mückenangriff

Samstag, den 12. Juni 2021
Tags: , , ,

Wenn ich dir einen guten Rat geben darf: Mache niemals eine Pinkelpause am Waldrand. Niemals!
Neulich war ich am Abend unterwegs, und ich muss einfach eine Pause einlegen. Wasser lassen, wie man so schön sagt. Und das will man ja eher nicht so in der Öffentlichkeit. Ein paar Bäume zum Verstecken sind da schon ganz hilfreich.
Und so nahm ich nahe Velten eine kleine Einfahrt in ein Waldstück – natürlich parkte ich ganz vorne. Ich lief ein Stück den Weg rein, und schon als ich stehen blieb, schaute ich an mir runter und erblickte an meinen Beinen lauter Mücken. Ich hatte eine kurze Hose an, und das machte das alles nicht besser. Ich war einem Mückenangriff ausgesetzt, alleine am linken Bein zählte ich sechs oder sieben Mücken.

Ich musste aber trotzdem mal. Nun ging es darum, das Wasser zu lassen, irgendwie die Mücken abzuschütteln und irgendwie auch in Bewegung zu bleiben. Alles andere als einfach.
Als ich fertig war, lief ich schnell zum Auto zurück. Die Mücken waren überall, ich schüttelte und streifte sie ab, stieg ins Auto und Tür zu.
Im unweit davon liegenden Gewerbegebiet musste ich noch mal stoppen. Um mir den Schaden an den Beinen anzusehen, die ordentlich juckten. Und auch die Rückfahrt war höchst unangenehm, denn kratzen macht es ja nun wirklich nicht besser.

Das Schlimme ist: Ich hätte es wissen müssen. Denn vor einigen Tagen war ich am Sonntagnachmittag unterwegs, um einen netten RTest-Drehort zu finden. Ich fand einen netten Waldweg bei Hohenbruch, der sich gut eignete. Dachte ich. Denn in dem Moment, wo ich das Stativ aufstellen wollte, griffen mich die Mücken schon an. Nichts ging, den Dreh dort konnte ich vergessen. Auch da flüchtete ich zum Auto.
Deshalb: In den Wald nur mit Mückenspray, total vermummt – oder es sein lassen.

Hits: 163

ORA aktuell

Wird das Oranienburger Trinkwasser knapp?

Sonntag, den 6. Juni 2021
Tags:

In Oranienburg könnte in den nächsten Jahren das Trinkwasser knapp werden. Bekannt geworden ist das am Donnerstagabend im Finanzausschuss der Stadt.
Diskutiert worden ist dort eigentlich das Ausscheiden der Stadt Oranienburg aus dem Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA). Er versorgt derzeit die Ortsteile Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf mit etwa 4000 Menschen.

Alireza Assadi, Geschäftsführer der Stadtwerke Oranienburg GmbH, sagte dazu: “Mit dem Trinkwasserbedarf, den die drei Ortsteile haben, würden wir, wenn wir sie aus dem Wasserwerk Sachsenhausen versorgen, jegliche Reserven, die wir noch haben, aufbrauchen.”
Was im Umkehrschluss bedeuten könnte, dass Oranienburg mit einem Zuwachs von 4000 Menschen Probleme bekommen könnte. “Das war ernst gemeint, dass wir dann mit diesen Wassermengen am Limit des Wasserwerks Sachsenhausen sind“, bekräftigte Alireza Assadi.

Hits: 151

RTelenovela

Jänschwalde: Am Abgrund des Tagebaus

Montag, den 8. März 2021
Tags: , , , , , ,

Eine kilometerlange Grube, ein tiefes Loch, riesige Bagger, Förderbänder. Es ist eine Sache, sich einen Tagebau im Fernsehen anzuschauen. Ich wollte ihn aber mal live sehen.

In Südost-Brandenburg, in der Nähe von Cottbus gibt es das Tagebaugebiet Jänschwalde. Es existiert seit 1974 und wanderte seitdem immer wieder.
Fährt man in diese Gegend, dann gibt es den Punkt, wo man ganz plötzlich aufmerksam wird. Auf der Landstraße komme ich in ein merkwürdig aussehendes Waldgebiet. Die Bäume links und rechts sind gleichmäßig flach gewachsen. Ein Wald, der noch nicht sehr alt, seltsam akkurat aussieht. Die Waldwege sehen nicht aus wie normale Waldwege, mitunter ohne Gras, wie ein Weg aus Kies angelegt.

Ich erreiche den Ort Jänschwalde-Ost. Wo aber kann man denn sich den Tagebau wirklich ansehen. Ich komme an eine Straße, an deren Ende eine Schranke ist. Dahinter ist das Gelände des Tagebaus. Aber wirklich was zu sehen, ist dort nichts. Also drehe ich um, fahre auf die B97, die am Rand des Tagebaus entlangführt. Wegen der Grube ist sie auch schon mal verlegt worden.
Als ich die B97 von der Grube entfernt, biege ich ab. Ich komme in einen Ort namens Grötsch. Dieser Ort ist eine Sackgasse. Es ist ein bisschen gespenstisch. Denn an zwei Stellen enden Straßen im Nichts. Plötzlich liegt da ein großer Sandhaufen, und dahinter ging es mal weiter. Nun ist da das Tagebau-Gebiet. Der östliche Teil des Ortes ist nicht mehr da. Der Rest scheint gerettet.
Ich fahre wieder zurück und gebe in mein Navi einen Aussichtspunkt ein.

Das Navi führt mich zurück nach Jänschwalde-Ost, dort, wo ich schon an einer Schranke stand, führt links eine Straße weg. Laut Navi soll sie mich nach Grießen führen. Doch auch diese Straße endet – ohne dass das Navi das weiß – an einer Stein-Barriere. Zwar geht die Stra0ße dahinter weiter, aber nicht für den öffentlichen Verkehr.
Aber immerhin sehe ich von dort aus schon mal den großen Bagger.

Ich fahre zurück auf die B97, in die andere Richtung. Grießen liegt genau auf der anderen Seite des Tagebaus – ich muss einen großen Bogen nehmen.
Bei Groß Gastrose (klingt krank) biege ich auf die B112.
In Grießen führt ein schmaler Weg zu einem Aussichtspunkt. Es gibt einen kleinen Parkplatz und Schautafeln. Man geht eine Treppe hoch und hat den Aussichtspunkt erreicht. Von dort aus kann man auf den Tagebau schauen. Ich bin der einzige an diesem Nachmittag.

Auch wenn man nun direkt davor steht. Es sieht unwirklich aus. Und die Dimensionen lassen sich kaum fassen. An mehreren Stellen stehen die großen Bagger, um die Braunkohle zu fördern. Auf mehreren Hektar ist die Erde aufgerissen, metertief.
Seit 2017 ist klar, dass der Tagebau Jänschwalde nicht vergrößert wird. Es werden keine weiteren Orte umgesiedelt. Das kann nur gut sein, denn wer vor so einem Tagebau-Gebiet steht, kann nur von einem Umwelt-Wahnsinn sprechen.

Auf dem Rückweg stoppe ich noch in Taubendorf. Der Ort liegt abseits der B112. Allerdings noch nicht lange abseits. Denn die B112 führte ursprünglich durch Taubendorf. Die Straße gibt es noch. Aber auf der einen Seite endet sie abrupt an der Grenze zum Tagebaugebiet. Auf der anderen Seite endet sie ebenfalls im Nirgendwo. Man muss die alte B112 nach rechts verlassen, um auf die neue B112 zu gelangen.
Ich gehe auf der ehemaligen Bundesstraße spazieren. Am Straßenrand stehen noch die schwarz-weißen Pfähle mit dem Hinweis auf die B112. Auch das Ortsschild gibt es noch, ohne darauf hinzuweisen, welcher Ort als nächstes kommt. Da kommt nämlich keiner.
Für die Anwohner muss das gut und schlecht sein. Gut, weil nun kaum noch Autoverkehr herrscht, es ist fast idyllisch. Schlecht, weil sie nun am Rand des Tagebaus leben, und die Geräusche von dort sind auch eindeutig. Taubendorf wäre auch von der weiteren Vergrößerung des Tagebaus betroffen gewesen.

Hits: 177

RTZapper

Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

Hits: 557

RTelenovela

Palmöl: Bitte meiden!

Sonntag, den 24. November 2019
Tags: ,

Umweltschutz ist nicht zwingend etwas, was Spaß macht. Deshalb haben vermutlich auch so viele keine Lust darauf, weil wir hier und da unsere Bequemlichkeiten aufgeben müssen. Da nehme ich mich gar nicht aus.

Deshalb war es am Freitagabend auch durchaus beeindruckend zu sehen, wie sich die Jugendlichen in Kremmen mit dem Thema befasst haben. In Nutella ist Palmöl, und nicht nur in diesem süßen Lebensmittel. Aber Palmöl ist schlecht, weil unter anderem dafür Regenwald abgeholzt wird. Wie die Kremmener erzählten, sind deshalb zum Beispiel auch Affenarten gefährdet.

Die Jugendlichen haben sich ernsthaft damit befasst. Eigentlich waren sie im Serengeti-Park in Hodenhagen, um auf Safari zu gehen. Aber zu dem Ausflug gehörte auch eine Bildungseinheit. Und was sie da gelernt haben, muss sie sehr beeindruckt haben.
Nun wollen sie schauen, wo denn überall Palmöl drin. Und womöglich versuchen, das Zeug weniger zu verbrauchen. Was nicht einfach nicht, weil es in vielen süßen Lebensmitteln enthalten ist.

Am Freitag gab es Schokocremes ganz ohne Palmöl – die Jugendlichen haben es hergestellt. Und man sieht: Es funktioniert. Im Supermarkt kann jeder nachschauen, welche Stoffe in den Produkten enthalten ist und womöglich verzichten. Dass die Jugendlichen in Kremmen dieses Thema ehrlich berührt, zeigt aber auch, dass wir sie ernster nehmen sollten, als viele Erwachsene es momentan tun.

Hits: 175

KeineWochenShow

#146 – Hinter den Kulissen von Paris

Sonntag, den 20. Oktober 2019
Tags: , ,

Bevor KeineWochenShow beginnt gibt es diesmal noch den Schnelldurchlauf der Christian-Bruhn-Hitparade. Der Komponist ist in dieser Woche 85 geworden, und wir singen zehn seiner Hits.

Außerdem sprechen wir über die Gamer, die mitschuld sein sollen an den rechtsextremen Tendenzen und Taten. Der Brexit, der irgendwann kommt, ist auch ein Thema. Auch geht es um Verpackungsmüll – in der Oranienburger Apotheke und im Discounter.
Und: “Ich war noch niemals in New York” – der Satz stimmt nur für einen von uns, der gleichnamige Film ist aber diesmal unser Tipp.

Das und mehr in KeineWochenShow #146 auf Youtube.

Hits: 200