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Überraschungsevent (39): Like you

Donnerstag, den 14. Mai 2020
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(38) -> 8.5.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, im nächsten Monat bin ich dran.

Eigentlich handelt es sich um das März-Event. Aber im März konnten wir aus bekannten Gründen leider kein Überraschungsevent durchführen.
Das verspätete März-Event führte uns in das Museum für Kommunikation in Berlin-Mitte. Es ist seit dieser Woche wieder geöffnet. Man braucht eine Gesichtsmaske. Einige Aktionsbereiche sind wegen der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus momentan gesperrt. Der Vorteil aber: Man hat das Museum momentan so ziemlich für sich. Wir waren fast komplett alleine.

Unser Fokus lag auf der Ausstellung “Like you”. Es ging um Freundschaften im analogen und digitalen Zeitalter. Wie entstehen Freundschaften, wie hält man Freundschaften, was ist den Menschen bei Freundschaften wichtig.
Man konnte auch selbst aktiv werden, in dem man an kleinen Tests und Umfragen teilnahm. Wie lange kennst du deine besten Freunde? Hat du einen? Zwei? Mehr? Oder keinen besten Freund?
In einer Schautafel konnte man sich ansehen, wie Freundschaften über ein ganzes Leben verlaufen können.
In einem Film ging es um sich fremde Menschen, die sich vier Minuten gegenüber saßen und in die Augen schauten – die Reaktion waren sehr interessant, denn man kommt sich so sehr nah.
Es ging um eine Brieffreundschaft, die mehr als 60 Jahre hielt und zu 3500 Briefen führte. Jugendliche erzählten, dass sie auch in Zeiten von Snapchat und WhatsApp den persönlichen Kontakt mit den Freunden nicht missen wollen.
Kinder malten ihre Freunde, an anderer Stelle konnten Besucher ihre Gedanken zur Freundschaft niederschreiben.
Es sind immer wieder Momente, wo man staunt und auch mal selbst reflektiert, wie es denn um die eigenen Freundschaften bestellt ist.

Die Schau zeigte aber auch, dass es noch andere Freundschaften gibt. Die Pioniere in der DDR kommen ebenso vor, wie die Küsse von Politikern, es geht auch um das Vereinsleben, in denen Freundschaften entstehen.
Und das Alter – wenn Freundschaften durch den Tod beendet werden.

“Like you” ist eine sehr spannende Ausstellung, die uns selbst auch betrifft und deshalb an einigen Stellen vielleicht auch so nah geht.
Bis mindestens 5. Juli 2020 ist die Schau im Museum für Kommunikation noch zu sehen. Mehr Infos gibt es hier.

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Überraschungsevent (38): Best of

Freitag, den 8. Mai 2020
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(37) -> 23.2.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran. Also, normalerweise.

Bei unserem Event im Februar wussten wir noch nicht, was da auf uns zurollt. Coronavirus-Krise. Im März und April fand das Überraschungsevent nicht statt. Mangels Event.
Und auch diesmal war alles ein wenig anders. Denn das Überraschungsvents drehte sich um uns selbst. Nach jedem Überraschungsevent drehen wir seit August 2016 ein abschließendes Fazitvideo. Die sind zwar nicht öffentlich, aber wir selbst archivieren sie natürlich.
Wir schauten uns ausgewählte Fazitvideos an, und eigentlich ist es ja ein wenig merkwürdig: Wir schauen uns selbst zu, lachen über uns selbst, wundern uns über uns selbst.

Vielleicht sollten wir mal ein Reaction-Video drehen, wie das ja so viele im Internet tun. Wir kommentieren unsere Kommentar und machen daraus auch wieder ein Video.
Wenn alles klappt, findet aber schon bald wieder ein richtiges Überraschungsevent statt. Das “Best of” läuft außer der Reihe.

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Überraschungsevent (37): Viel Tunnel am Ende des Lichts

Sonntag, den 23. Februar 2020
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(36) -> 14.1.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Diesmal waren wir in Charlottenburg, und wenn man vor dem Europacenter steht, dann kann man das alte West-Berlin-Gefühl erahnen. Das Europacenter war ja immer das Prestigeding der damaligen Zeit, und als wir in das Einkaufszentrum gingen, ging mir im Kopf herum: Warum denke ich immer, das Ding sei tot? Es herrscht durchaus Leben im Europacenter. Es gibt viele Läden, unten diverse Bars. Und die Stachelschweine.
Das Kabarett-Theater ist in Berlin eine echte Institution. Hier traten Legenden wie Wolfgang Gruner auf. Im vergangenen Jahr feierte es das 70. Jubiläum.

Wir sahen einen Kabarettabend unter dem Motto “Viel Tunnel am Ende des Lichts”. Es geht um eine Frau und einen Mann, die vom Dach des Europacenters springen wollen. Er, weil seine Firma scheinbar ruiniert ist – er stellte Sülze in Dosen her -, und sie, Lehrerin, weil sie auch am Ende ist. Ein Dritter kommt dazu, er will das Center in die Luft jagen. Die anderen denken aber, dass auch er springen wollte.
Und so kommen sie ins Gespräch und besprechen die gesellschaftliche und politische Lage.

Dachte ich am Anfang noch, ob es spannend sein könnte, über Selbstmordgedanken zu reden und ob das den Abend tragen könnte, ging es dann ordentlich zur Sache.
Die Parteien – und zwar alle – kriegten ihr Fett weg, die Politiker, die Gesellschaft. Es ging um die allgemeine Hysterie. Um den Umstand, dass wir nicht mehr miteinander diskutieren können. Darum, was in den Schulen abgeht und wie sehr es mit der Bildung abwärts geht. Um die drohende Spaltung der Gesellschaft, und um die Umwelt ging es auch.

Das Stück ist sehr sehenswert und ein gesellschaftlicher Rundumschlag. Es appelliert, dass wir wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen müssen. Um zu erörtern, was ist. Und um Lösungen zu finden.
So spannend der Abend auch war, solche Kabarettprogramme sind auch immer ein Stückweit deprimierend, weil man im Laufe von zwei Stunden gezeigt bekommt, was alles im Argen liegt. Das Kabarett zeigt ein sehr düsteres Bild von der Gesellschaft. Lustig zwar, aber eben eigentlich düster.
Das entspricht der Zeit, und ich fand es auch gut. Aber so mit ein bisschen Abstand frage ich mich auch, ob man so einen Abend so dermaßen düster gestalten muss. Andererseits komme ich dann auch immer zur Antwort, dass ein Kabarettabend keine bunte Gala zur Zerstreuung ist. Es handelt sich dabei auch immer um geistige, manchmal anstrengende Arbeit. Das Stück ist im Idealfall der Beginn für eine längere Unterhaltung darüber auf dem Rückweg.

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Überraschungsevent (36): Golden Gospel

Dienstag, den 14. Januar 2020
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(35) -> 15.12.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, im nächsten Monat bin ich dran.

Diesmal ging es in den Berliner Bezirk Tiergarten – in die Philharmonie. Im kleineren Kammermusiksaal fand die Golden-Gospel-Gala mit Donna Brown & Friends statt.
Dazu muss man wissen, dass der Saal rund um die Bühne bestuhlt ist. Deshalb gibt es bei Konzerten, je nachdem wie die Bands sich gruppieren, auch viele Plätze, bei denen man die Leute von hinten sieht.
Bei uns war das so halb der Fall. Alle Singenden sangen von uns weg. Die kleine Band stand seitlich von uns, nur die Pianistin sah mit Blick zu uns.
Das hat auch Folgen für die Akustik. Wer von einem weg singt, klingt natürlich anders, als wenn er zu einem singt. So fühlte man sich ein wenig wie Zaungäste.
Aber natürlich weiß man das vorher, und wegen unserer Preisgrenze war kein anderes Ticket drin.

Das Konzert hatte dennoch sehr schöne Momente. Einer der Sänger hatte einen phantastischen Solopart, der völlig zurecht bejubelt und betanzt worden ist. Auch andere Songs waren toll. Aber es gab auch die Momente, wo der Gospel ein wenig eintönig wirkte, als ob man eine Viertelstunde dasselbe Lied hört.

Interessant war der Abend aber auch, weil wir etwas beobachtet haben. Während der ersten Konzertminuten setzte plötzlich eine Völkerwanderunhg ein. Das Konzert war längst nicht ausverkauft, und nach und nach standen Gruppen plötzlich auf, um auf bessere Plätze zu wandern.
Ich habe in einem klassischen Konzertsaal selten etwas Respektloseres erlebt. Denn es stört, wenn Leute im Saal rumlatschen, während in der Mitte die Musiker ihr Bestes geben. Das wäre was anderes in riesigen Konzerthallen, wo das eh wurscht ist, aber nicht im kleinen Kammermusiksaal.
Manieren sind halt nicht mehr so gefragt.

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Wahl zum Überraschungsevent 2019

Freitag, den 20. Dezember 2019
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2018 -> 3.12.2018
(35) -> 15.12.2019

Die Überraschungsevent-Szene aus Berlin und Brandenburg traf sich am Donnerstagabend zur großen Wahl des Top-Überraschungsevents 2019. Die Abstimmung fand im Lokal “Thüringer Stuben” im Stadtbezirk Prenzlauer Berg statt und stand unter dem Eindruck von Gänsebrust und Gänsekeule.

Im März 2016 ist die Idee der Überraschungsevents geboren worden. Sie funktioniert so: Bei zwei Teilnehmern ist jeder abwechselnd dran, ein Event zu planen. Der andere bekommt nur den Termin und den Treffpunkt mitgeteilt. Bedingung: Es muss etwas Kulturelles sein. Was genau, ist egal. Bis zu 30 Euro darf es ungefragt kosten.
In der 2019er-Stafel fanden zehn Überraschungsevents statt, der Dezember ist der Monat des Fazits und der Preisverleihung.
Jede Wertung von 1 bis 10 Punkte musste einmal vergeben werden.

Und das Top-Überraschungsevent 2019 iiiiiiiiiist: der Abend beim Magical Festival of Lights Garden in Marzahn!
Es lag allerdings nicht in beiden Einzelbewertungen vorn – aber es kam einmal auf Platz 3 und einmal auf Platz 2. Es ist also immerhin eine ungefähre Einigkeit. Auf den Plätzen lagen das Konzert “Die singende Orgel” in Grunewald und die Comedian Harmonist Today in Marzahn.
Für gegenseitige Empörung sorgte, dass das Theaterstück “Die Hand ist ein einsamer Jäger” bei ihm auf Platz 1, bei ihr auf dem letzten Platz 10 landete. Im Endergebnis dann Platz 5.

Für 2020 ist eine 5. Staffel der Überraschungsevents vorgesehen – mit bis zu elf weiteren Veranstaltungen. Los geht es voraussichtlich am 11. Januar 2020. Womit ist natürlich noch geheim!

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Überraschungsevent (35): Unerhört

Sonntag, den 15. Dezember 2019
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(34) -> 19.11.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen.

Zum zweiten Mal nach 2016 besuchten wir das Café Tasso im Friedrichshain. Es ist an der Karl-Marx-Alle, die an der Stelle aber nicht mehr Karl-Marx-Allee heißt, sondern Frankfurter Allee – wie wir am Ende des Abends feststellten.
Wir waren diesmal bei einer Art Autorenlesung. “Die Unerhörten” nennt sich eine Gruppe von Menschen, die Texte schreiben und wohl auch Romane. Immer wieder veranstalten sie im “Tasso” Abende zu einem bestimmten Thema.
Weil es die letzte Veranstaltung im Jahr ist, gab es ein Special. Gelesen wurden jeweils Texte von anderen.

So richtig überzeugen konnte mich allerdings keiner der Texte. Weil sie entweder merkwürdige Verläufe hatten und ich an irgendeinem Punkt inhaltlich ausgestiegen bin. Ein Text war gewissermaßen die eigene Grabrede, die mir aber nicht gefallen hat, weil sie so seltsam abgehoben war. Ein Text war ein Radiodialog: Es ging darum, dass sich Thüringen von Deutschland abgespaltet hat, und eine Moderatorin befragte einen Politiker. Die Freie Deutsche Republik entpuppte sich als Nazihölle. Der Text selbst war allerdings ein bisschen abgedroschen, und es fehlt ihm am Ende auch irgendwie der Clou. Als Schlusspunkt so eines vorweihnachtlichen Abends auch irgendwie unpassend.

Sehr schön war dagegen eine Aktion, bei der jeder Gast einen Satz schreiben sollte. Es ging um eine Frau und einen Mann. Die Fraun im “Tasso” schrieben einen Satz für die Frau, die Männer einen für den Mann. Alle diese Sätze sind zu einer Geschichte zusammengefügt worden, und die war sehr lustig.

Merkwürdig ist, dass das “Tasso” trotz abendlicher Veranstaltung um 17 Uhr Küchenschluss hat. Zwar gibt es noch Kuchen und Quiche, aber wir hätten auch gern “richtig” gegessen. In der Pause kommt auch niemand rum, um noch Getränke aufzunehmen. Wir hätten durchaus noch was getrunken. Geschäftstüchtig sind sie da jedenfalls nicht.

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Überraschungsevent (34): Arndt Bause und die Comedian Harmonists

Dienstag, den 19. November 2019
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(33) -> 28.10.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Erneut ging es nach Marzahn. In der Mitte des Berliner Hochhausbezirkes befindet sich das Freizeitforum Marzahn. Ich war dort noch nie, brauchte das Navi. Den äußersten Osten Berlins habe ich mir bislang nur sehr vage erschlossen.
Im Freizeitforum gibt eine Schwimmhalle, einen großen Saal und diverse andere Kultureinrichtungen. Auch ein Bäckerei-Café (in dem es wohl hervorragende Backwaren geben soll) ist dort. Es gibt Sportkurse, Lesungen, Konzerte.

Wir waren bei den Comedian Harmonists Today. Die Gruppe trat im Arndt-Bause-Saal auf. Der Saal erinnert interessanterweise ein wenig an den Palast der Republik. Ein bisschen versuchte Opulenz, Lampen wie man sie damals im Palast gesehen hat. Wie überhaupt das Freizeitforum noch recht ostig wirkt. Und vermutlich werden nur Ossis wissen, wie ich das meine. Es ist ein Eindruck, den man gar nicht näher erklären kann.
Meiner reizenden Begleiterin musste ich unterdessen erklären – obwohl auch sie ein Ossi ist -, wer Arndt Bause war. Nämlich der Vater von Inka. Aber vor allem ein erfolgreicher Komponist in der DDR.

Wir hörten Song der Comedian Harmonists, und wir hörten die Geschichte der Gruppe. Denn zwischendurch wurden immer wieder einerseits Zeitungsmeldungen mit Nachrichten der 20er und 30er-Jahre verlesen, auch wurde erzählt, wie sich die Gruppe entwickelte.
Erschreckend sind die Parallelen zu heute. Damals eroberte die NSDAP nach und nach die Länderparlamente, in Anhalt siegten die Nazis erstmals in einem der Länder.
Als Hitler an die Macht kam, dauerte es nur wenige Wochen, fast könnte man sagen: Tage, bis die Demokratie ausgehebelt war, das Land, die Politik gleichgeschaltet worden ist. Das zu hören, ist extrem bedrückend. Auch für die Comedian Harmonists ging es langsam zu Ende, denn der Gruppe gehörten auch Juden an. Die Männer trennten sich zwangsweise, der jüdische Teil machte im Ausland noch weiter Karriere, auch die anderen Männer machten noch weiter.

Das alles erfuhren wir zwischen den Liedern. Es war kein reines Konzert, sondern auch eine ziemlich traurige Geschichtsstunde. Zudem habe ich durchaus viel Neues erfahren, denn die Geschichte der Comedian Harmonists kannte ich wohl doch nicht so gut wie gedacht.

Zur Gruppe selber: Weil sie “Comedian Harmonists Today” heißt, dachte ich eigentlich, dass es sich um ein Konzert im Stil der CH handelt, aber mit überwiegend “neuen” Liedern. Dass es die Songs der damaligen CH waren, ist aber nicht negativ, denn die Lieder sind ja wirklich toll. Dass die Männer stimmlich nicht an die Originale ranreichen, ist sowieso klar.
Leider ist die Akustik des Arndt-Bause-Saals nicht die beste. Alles ist relativ hallig.
Aber ansonsten war es ein überraschend lehrreicher Abend.

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