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Überraschungsevent (21): LaLeLu

Dienstag, den 5. Juni 2018
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(20) -> 6.5.2018

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Juli ist sie dran.

Wieder ging es an einen Ort, wo ich noch nie war. Die Ufa-Fabrik ist in Berlin-Tempelhof, einem Stadtbezirk, mit dem ich eh fast nie etwas zu tun habe. Und diesmal war es ein Event, von dem ich auch nicht genau wusste, was uns erwartet. Die kurze Beschreibung, die ich vorher las, klang aber interessant.
Wir waren beim Konzert von “LaLeLu”, einer A-Cappella-Comedy-Gruppe. In “Muss das sein?! – Das Trendprogramm” ging es – allerdings ohne roten Faden – um Imitationen, um Allergien, “Sing meinen Song” oder um einen Tag im Tierheim.
Das war recht unterhaltsam, hier und da ganz lustig, wobei das gewisse Etwas, das absolute Highlight aber fehlte. Es fehlt beispielsweise an guten selbstgeschrieben Kompositionen. Die nachgesungenen Lieder sind recht gut gemacht, aber auch wenig außergewöhnlich. Ein echter Höhepunkt war, als Tobias Hanf plötzlich eine Stimmimitations-Nummer mit diversen Promis abseits der Musik hinlegte, die richtig toll war und für die er auch großen Applaus bekam.

Die Ufa-Fabrik mit der Open-Air-Bühne in einem Zelt, das bei schlechtem Wetter geschlossen werden kann, ist übrigens ein sehr lauschiges Plätzchen. Seltsam, dass die noch nie in mein Blickfeld geraten ist.

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Überraschungsevent (20): Little Vietnam

Sonntag, den 6. Mai 2018
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(19) -> 23.4.2018

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Juni bin ich dran.

Diesmal stand Berlin-Kunde auf dem Programm. Denn es gibt immer noch viele Ecken in der Stadt, die wir nicht kennen. Das Dong-Xuan-Center in Lichtenberg zum Beispiel. Es wird auch “Littler Vietnam” genannt. Dabei handelt es sich um ein Handels- und Einkaufszentrum für vietnamesische Waren und Dienstleistungen. Etwa 450 Geschäftsleute arbeiten dort auf 90.000 Quadratmetern, in mehreren Hallen. Es gibt Lebensmittel, Klamotten, Elektronik, aber auch zig Friseure oder Reisebüros. Und ein Blumenladen, in dem es ausschließlich Plastikblumen gibt.

Minh Nguyen Huu bietet Führungen über das Gelände an. Er zeigte uns aber nicht nur die verschiedenen Läden, er erzählte auch etwas über die vietnamesische Community in Berlin. Sie hat ihren Ursprung in den 80ern, als Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR kamen. Nach der Wende blieben viele von ihnen

Betritt man die Hallen, dann wird einen gleich ein Räucherkerzen-Duft in die Nase steigen. An vielen Geschäftseingängen befindet sich eine Art Altar, an dem an die Verstorbenen Angehörigen erinnert wird – und die an der Stelle Schutz spenden sollen.
Längst sind es aber nicht nur Vietnamesen, die dort einkaufen – man sieht auch viele Menschen anderer Nationen und natürlich Berliner. Immerhin ist dort – außer dienstags – jeden Tag geöffnet.
Es gibt dort Friseure und Nagelstudios, die ihre Dienste anbieten. Geschäftszweige, die die Vietnamesen in den vergangenen Jahren erobert haben. Ihre Preise sind oft unschlagbar, weil sie wenig Personalkosten haben – meistens sind es Familienmitglieder die mitarbeiten.

Wir sind bei der Führung einmal durch die Hallen gelaufen – das nächste Mal wollen wir die Läden ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Aber ein Mittagessen haben wir uns gegönnt – zum Beispiel mit einer Suppe. Die nennt sich Pho (Fö, wobei das Ö nicht mit spitzem Mund gesprochen wird). In meinem Fall mit Hühnerfleisch, dazu kommt kommt ein Teig, kleine Chilischoten, Knoblauch und Soßen – wie man will. Sättigend.

Das Dong-Xuan-Center soll bald noch ausgebaut werden – zu einer Asiatown mit Kulturcenter. So oder so ist das Gelände eine Sehenswürdigkeit, die viele sicherlich gar nicht auf dem Zettel haben. Und die Führung ist auch zu empfehlen, da es da Infos gibt, die man vermutlich vorher nicht kannte. Einmal nach “Dong Xuan Touren” googlen.

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Überraschungsevent (19): Maybrit Illner

Montag, den 23. April 2018
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(18) -> 19.2.2018

Jubiläum: Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Mai ist sie dran.

Wer das Event plant, fährt. Das heißt, der/die Unwissende überlegt während der ganzen Fahrt – und während wir uns unterhalten -, wohin die Reise eigentlich geht.
Als wir die Straße Unter den Linden erreichten, begann die Parkplatzsuche, und sie begann nun laut zu überlegen, was denn alles so in der Nähe sein könnte. Ein Theater? Wir parkten in einer Nebenstraße.
Sie hat es nicht im Ansatz erraten können: Diesmal ging es in das ZDF-Hauptstadtstudio, zur Talkshow mit Maybrit Illner.

Wie wir diesen Abend erlebt haben, steht in der Rubrik “ZAPPER VOR ORT”.

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Überraschungsevent (18): Das Missverständnis

Montag, den 19. Februar 2018
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(17) -> 15.1.2018

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im März ist sie dran.

Das Schöne an diesen Überraschungsevent ist ja, dass man auch, selbst wenn man es selbst organisiert, selbst überrascht werden kann. So war es auch diesmal.
Als wir vor dem Deutschen Theater in Berlin-Mitte standen, fiel mir auf: Ich war dort noch nie. Ich war dort weder jemals drin, noch stand ich jemals auf dem Platz, auf dem das Theater steht. Das war mich sehr erstaunt, weil ich ja eigentlich die meisten Ecken von Berlin kenne – aber die Gegend westlich der Friedrichstraße und nördlich des Schiffbauerdamms ist irgendwie für mich eine tote Gegend. Ich kenne mich dort nicht aus.

Wir sahen in den Kammerspielen des Deutschen Theaters das Stück “Das Missverständnis” von Albert Camus.
Es war ein sehr bemerkenswerter Abend.

So wird der Inhalt beschrieben: “In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.”

Am Ende wissen wir nicht genau, ob es uns gefallen hat – aber irgendwie hat es uns gefallen, und irgendwie waren wir am Ende sogar ein bisschen begeistert.
Das Bühnenbild: sehr aufwendig. Das Wirtshaus ist ein unaufgeräumter Ort, überall liegt Stroh, es sind unfassbar viele Requisiten auf der Bühne verstreut.
Die Sprache: anstrengend. Niemand spricht normal, alle sprechen sehr gestelzt. Es scheint, als ob das wortwörtlich eine andere Sprache übersetzt worden. Wenn ich nicht vorher nachgelesen hätte, hätte ich gar nicht gewusst, worum es ging. Aber irgendwann hört man sich rein.
Der Sound: Das Theater hat eine tolle Tontechnik. Wenn sie wollen, können sie echte Suround-Technik einsetzen. Man hört die ganze zeit Meeresrauschen und Möwen und immer wieder Klaviertöne.
Die Musik: Immer zwischendurch gibt es laut Musikstücke, als Unterbrechung des Stückes. Irgendwie gut.
Die Schauspieler: ganz groß.

Das Fazit: Normalerweise hasse ich es, wenn Stücke so aufgebaut sind, dass man sie nicht versteht. Und hier ist es so, dass vieles “in Bildern” dargestellt wird. Man muss das Gesehene irgendwie übersetzen. Stirbt jemand, tut er das nicht, in dem er stirbt. Er geht in eine Ecke und wickelt sich selbst ein. Davon gibt es viele Beispiele, und erst später, wenn man über das Stück redet, fällt einem vieles auf.
Am Ende ist das Stück sehr fesselnd, sehr spannend, und die außergewöhnliche Atmosphäre sorgt sowieso für eine große Faszination.
“Das Missverständnis” ist Hochkultur, man versteht nicht alles. Aber in diesem Fall ist das irgendwie nicht schlimm, im Nachhinein denkt man nach und erzählt man darüber. Und eigentlich ist es das Beste, was einem ja passieren kann. Dass man angeregt wird, nachzudenken, sich auszutauschen.

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Überraschungsevent (17): Funky Beats

Montag, den 15. Januar 2018
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(16) -> 26.11.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Februar bin ich dran.

Wir parkten unweit der Deutschen Oper in Berlin-Charlottenburg. Oper? ist eigentlich nicht so meins. Aber die Deutsche oper war gar nicht direkt unser Ziel. Wir liefen zur Tischlerei hinter der Oper. Sie gehört auch zu dieser Einrichtung, und dort gibt es ergänzende oder andere kleine Programme.
Am Sonntagabend war dort die Veranstaltung “Jazz & Lyrics” angekündigt, diesmal aber mit Funky Beats. Denn die Funk-Musik gehört ebenfalls zum Jazz. Eine Live-Band spielte, und das Motto lautete “Be funky, be Berlin!”

Nun ist allerdings Funk ganz und gar nicht meine Musikrichtung. Auf radioeins gibt es am Sonnabend eine Musiksendung mit Funk – die schalte ich immer weg. So war der Abend ganz in Ordnung, traf aber nicht ganz meinen (und unseren) Geschmack. Aber immerhin bestand der zweite Teil des Abends aus Live-Musik mit der Erlaubnis zu Tanzen. Und wir tanzten.

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Wahl zum Top-Überraschungsevent 2017

Sonntag, den 17. Dezember 2017
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2016 -> 21.12.2016
(16) -> 26.11.2017

Die Überraschungsevent-Szene aus Berlin und Brandenburg traf sich am Sonnabendabend zur großen Wahl des Top-Überraschungsevents 2017. Die Abstimmung fand im Lokal “Zur alten Gerichtslaube” im Stadtbezirk Mitte statt und stand unter dem Eindruck von nahrhafter Hausmannskost.

Im März 2016 ist die Idee der Überraschungsevents geboren worden. Sie funktioniert so: Bei zwei Teilnehmern ist jeder abwechselnd dran, ein Event zu planen. Der andere bekommt nur den Termin und den Treffpunkt mitgeteilt. Bedingung: Es muss etwas Kulturelles sein. Was genau, ist egal. Bis zu 30 Euro darf es ungefragt kosten.
In der 2017er-Stafel fanden zehn Überraschungsevents statt, der Dezember ist der Monat des Fazits und der Preisverleihung.
Jede Wertung von 1 bis 10 Punkte musste einmal vergeben werden.

Und das Top-Überraschungsevent 2017 iiiiiiiiiist: das Theater-Musical “Doris Day – Day by Day” im Steglitzer Schlossparktheater.
Es lag in beiden Einzelbewertungen vorn – wie überhaupt diesmal große Einigkeit herrschte. Die Plätze 1 bis 4 wurden gleich bewertet. Auf den Plätzen lagen der Kabarettabend mit Florian Schroeder in den Wühlmäusen, die Tour durchs die Olympiastadion und die Führung durchs Spionagemuseum.

Für 2018 ist eine 3. Staffel der Überraschungsevents vorgesehen – mit bis zu elf weiteren Veranstaltungen. Los geht es voraussichtlich am 14. Januar 2018. Womit ist natürlich noch geheim!

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Überraschungsevent (16): Kreisch!

Sonntag, den 26. November 2017
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(15) -> 8.10.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Januar ist sie dran.

Diesmal war alles anders. Ich war zwar dran, das Event zu planen. Das tat ich auch. Was mich aber wirklich erwartete, wusste ich aber diesmal auch nicht.
Ich fand ein Event im Club “Musik & Frieden”, an der Grenze zwischen Kreuzberg und Friedrichshain in Berlin. Ein Musiker namens “Vona” aus Tübingen trat dort auf. Auf Youtube sah ich mir zwei Clips an – und griff zu. Ich kannte also weder den Club, noch die Band.

Auf Youtube konnte ich schon sehen, dass Vona ein junger Mann ist, der popige Songs singt. Seine Zielgruppe sind vor allem junge Frauen um die 20. Diese Art von Konzerten habe ich bestimmt schon gut zehn Jahre nicht mehr erlebt. Wir waren nicht ganz die Ältesten, aber die meisten Besucher waren um die 20 bis 25.
Vona singt und die Mädchen kreischen. Kein Wunder, der Typ singt gut aus, hat ein Babyface. Kommt damit natürlich gut an. Die Mädels kreischten. Erstaunlicherweise habe ich von ihm noch nie gehört – er und seine Songs waren mir komplett unbekannt. Aber ein Album hat er draußen, und die vielen Besucher kannten fast alle Texte.
Die Musik ist hörbar. Ein paar Songs sind sogar recht gut. Die Musiker im Hintergrund sind gut, viele Songs haben immer irgendwas Auffallendes, Besonderes. An seiner Stimme muss Vona aber noch arbeiten, oft spricht und singt er undeutlich. Seine Trainingsjacke wirkt unpassend. Denn seine Musik macht einen “großen” Eindruck, einige Songs erinnern an Roger Cicero und könnte mit Orchester gespielt werden – so eine Trainingsjacke passt da irgendwie nicht.

Ich fand das Konzert eigentlich ganz okay, auch wenn songtechnisch am Ende nichts hängenbleibt. Aber ich werde das auf Youtube noch mal nachhören. Sie fand es so lala, hätte auch nach drei Songs gehen können, sagte sie.

Was Vona übrigens so richtig vergeigt hat, war sein Abgang. Nach dem letzten Song ging die Band ab, und irgendwie wirkte das so lapidar, dass keiner applaudierte. Keine Verbeugung, nichts. Das Publikum blieb perplex zurück, und erst nach langem Zögern kamen Zugabe-Rufe, die es dann auch gab. Aber so ein Abgang muss wirklich besser zelebriert werden. Aber kommt ja vielleicht noch.

Im Dezember gibt es kein neues Überraschungsevent. Dann werden wir stattdessen das Ü-Event des Jahres 2017 wählen. Ich bin sehr gespannt, wer als Sieger hervorgeht.