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Zapp: Carsten Harry Petersen

Donnerstag, den 11. Mai 2017
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MI 10.05.2017 | 23.20 Uhr | NDR fernsehen

Hach, war das aber peinlich für diese dämliche ARD! Da blenden sie am Sonntag bei einem Interview mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten doch glatt statt Peter Harry Carstensen den Namen Carsten Harry Petersen ein.
Lustig, lustig! Der Twitter-User Artur hat einen entsprechenden Screenshot veröffentlicht. Und deshalb haben viele Medien drüber berichtet.
Blöd nur: Das Foto war eine Fälschung! Die ARD hat in Wirklichkeit den richtigen Namen eingeblendet.
Die Medien, die drüber berichteten, haben sich entschuldigt und die Sache berichtigt, und nicht nur Artur beschwert sich, dass ja niemand recherchiert habe.

Damit hat er recht. Aber auch nicht.
Das Medienmagazin “Zapp” vom NDR hat am Mittwochabend darüber berichtet – und auf ndr.de auch mit Artur gesprochen.
Artur ist Journalist. Und er hat das nicht mal gemacht, um irgend jemanden vorzuführen. Er wollte einfach nur lustig sein, sagt er. Und außerdem sei das ja ein privater Account, das sei doch deutlich zu sehen – auch weil er ein total lustiges Profilfoto habe.
Ja, mag sein.
Aber ein Journalist sollte es nun wirklich besser wissen.
Ja, es ist verwerflich, dass so was ungeprüft übernommen wird. Aber es ist auch verwerflich, so etwas zu posten, ohne dass man gleich sieht, dass es Satire ist. Und selbst wenn man das macht, dann sollte man sich nicht wundern, was man mit so einem Post auslösen kann – oder gar erschrocken sein. Das wirkt dann schon ein bisschen, nun ja, unbedarft. So was sollte einen Journalisten nicht überraschen. Man sollte so was einfach sein lassen – oder besser machen.
Nicht dass sich Journalist Artur mal darüber aufregt, dass Journalisten Fakenews vorgeworfen wird.

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Rundschau extra: Pressekonferenz zur Schießerei in München

Sonntag, den 24. Juli 2016
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FR 22.07.2016 | 2.20 Uhr (Sa.) | BR-Fernsehen

Mitten in der Nacht, um 2.20 Uhr, unterbricht das BR-Fernsehen nochmals den Spielfilm für eine aktuelle Nachrichtensendung. Fast sechs Stunden lang hat BR zuvor ununterbrochen über die Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München berichtet, das Dritte schaltete sich gute vier Stunden lang zum Ersten dazu, wo umfassend berichtet worden ist.

Um 2.20 Uhr also noch mal. In München berichtete die Polizei in einer Pressekonferenz, welche Erkenntnisse sie gewonnen hat. Wie viele Tote (neun), wie viele Täter (einer, und der hat sich umgebracht) und wie das Ganze abgelaufen ist.
Die Polizei hat in München einen sehr, sehr guten Job gemacht. Mit unendlicher Geduld hat Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins in mehreren improvisierten Pressekonferenzen jede noch so doofe Frage von Journalisten beantwortet. Er hat ruhig und gelassen übermittelt, welche Fakten vorlagen. Er hat Gerüchte zurückgewiesen, versucht einzuordnen, Gelassenheit in einer schwierigen Lage ausgestrahlt.
Über Twitter informierte die Polizei München vorbildlich, sie informierte die Leute, bat sie, keine Tatortfotos zu posten und rief auf, ruhig zu bleiben. In der Krise behielt die Polizei einen kühlen Kopf. Vorbildlich!

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live ran – Football: Super Bowl 50

Dienstag, den 9. Februar 2016
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SO 07.02.2016 | 23.15 Uhr | Sat.1

Was für ein geiler Super Bowl!
Der beste Super Bowl aller Zeiten!
Was für ein super geiles Footballspiel!

Wie gut, dass wir Frank Buschmann haben. Ohne hätten wir in der Nacht zum Montag gar nicht so genau mitbekommen, ob der 50. Super Bowl nun gut oder nur so lala war. Buschi teilte es uns immer wieder laut schreiend und besoffen vor Begeisterung mit.
Ich mag Frank Buschmann eigentlich, denn er kommentiert locker und flüssiger als so manch anderer Sportkommentator.
Aber was er bei Sat.1 ablieferte, war dann doch eine Spur to much.

Immer wieder plärrte er seine Begeisterung ins Mikro. Es ist zwar schön, wenn sich die “Geilheit” eines Footballspiels auch auf den Kommentator auswirkt, aber wenn ich einen Fanboy beim kommentieren zuhören will, dann gehe ich auf Fanseiten.
Buschi, du kannst gern weiter begeistert sein, du darfst sogar laut sein, aber du musst uns nicht alle paar Minuten zuschreien, wie geil du das, was du da siehst (und wir auch), findest. Und wer das auf twitter kritisch anmerkst, dann musst du auch nicht auf “beleidigte Leberwurst” machen, von wegen “Mimimi, geh schlafen!”.
Da möchte man eher rufen: Komm mal wieder runter!

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Der Deutsche Webvideopreis 2015

Montag, den 15. Juni 2015
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SA 13.06.2015 | 19.00 Uhr | einsplus

Webvideopreis! Im Fernsehen! Da muss erst wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen her, dass die Verleihung des Deutschen Webvideopreis so groß und aufwändig zelebriert wird wie noch nie.
Immerhin haben wieder ein paar Leute mehr aus der jungen Zielgruppe entdeckt, dass die alte Tante ARD einen Jugendsender betreibt – oder so was Ähnliches.
Und während sich die Internetwelt auf einsplus das Event reinzogen, twitterten sie fleißig.

Allerdings war eine Vielzahl der Tweets nicht gerade schmeichelhaft für die ARD und das Fernsehen im Allgemeinen. TV-Verantwortliche werden sich die Reaktionen mit gemischten Gefühlen angesehen haben.
Sicherlich jeder dritte bei einsplus eingeblendete Tweet handelte am Sonnabendabend davon, dass man ja sonst kein Fernsehen mehr schaue, aber jetzt endlich mal was Cooles laufe. Endlich lohne es sich mal wieder, Fernsehen zu gucken. Drei Jahre kein Fernsehen genutzt – jetzt aber, zum Webvideopreis. Und so weiter. Dabei hätte man sich das Event auch locker im, na so was, Internet ansehen können.

Eigentlich ein Trauerspiel, das natürlich die jungen Leute nicht als solches empfinden. Warum auch. Im Internet – meist auf Youtube – haben sie ihre Stars, die sie gern verfolgen und verehren. Wer braucht da noch das lineare Fernsehen? Dass es da durchaus auch noch einiges Gutes gibt, wird da kaum noch wahrgenommen.

2016 (oder später) geht das ARD/ZDF-Jugendangebot an den Start – im Internet, da wo die Zielgruppe anzutreffen ist. Ich bin gespannt, ob das funktioniert. Und vor allem, wie ARD und ZDF die Zielgruppe ansprechen und erreichen wollen. Und ob sie das schaffen.

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Das Wort zum Sonntag: Seitenwechsel

Montag, den 16. Juni 2014
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SA 14.06.2014 | 0.50 Uhr (So.) | Das Erste

Die Predigerin Verena Maria Kitz bekommt nach der Halbzeitpause im Fußball gern mal einen Schreck, wenn die Mannschaften plötzlich die Seiten gewechselt haben und verkehrt herum spielen.
Das ist natürlich ihr gutes Recht. Wenn sie das aber ausgerechnet in der Halbzeitpause eines Fußball-WM-Spieles erzählt, dann kommt das eher nicht so gut an. Fans sind nämlich sehr sensibel, und wenn jemand daherkommt und zugibt, dass man ihr Spiel nicht kapiert, dann werden sie fuchsig und gemein.

Aber immerhin schaffte es “Das Wort zum Sonntag”, das diesmal ja wirklich erst am Sonntag im Ersten lief, in die Twitter-Trendliste, wo sich die Netzgemeinde das Maul zerriss.
Dabei kann es der ja meist eher verschnarchten Sendung nichts Besseres passieren, als dass über sie geredet wird. Und ganz doof ist es auch nicht, in der WM-Halbzeitpause über den Fußball und ein entsprechendes Gleichnis zum Thema “Seitenwechsel” zu sprechen.
Zumal Verena Maria Kitz wusste, dass sie es mit einem normalerweise flüchtenden Publikum zu tun hatte, denn sie begann mit Ansprache mit den Worten “Halt, laufen Sie nicht gleich weg!”

Dabei wollte sie doch nur erzählen, das Seitenwechsel auch im normalen Leben dazu gehören. Warum soll immer nur Frauchen das Pausenbier holen? Da kann doch auch Sohnemann mal in den Keller gehen. Dem rülpsenden Männer-WM-Zuschauervolk kann dieses “Wort zum Sonntag” ja eigentlich nur gefallen haben.

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phoenix vor Ort: Aktuelles zur Lage in der Ukraine

Mittwoch, den 19. Februar 2014
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DI 18.02.2014 | 21.00 Uhr | phoenix

Die politische Lage in der Ukraine scheint erneut zu eskalieren. Auf dem Maidan-Platz in Kiew greift die Polizei gegen die Demonstranten durch. Mehrere Feuer brennen.
Der Sender phoenix berichtete in zwei Sondersendungen von “phoenix vor Ort” über die Ereignisse in Kiew.

Bei Twitter im Internet regte sich unterdessen mal wieder Protest. In Kiew herrsche eine brisante politische Lage, und Das Erste zeigt Arztserien, und im ZDF gibt’s Humtata-Karneval. Sondersendungen? Fehlanzeige.
Und da war sie wieder, die Welle der Empörung, die wieder mal in dem Satz gipfelte: “Und dafür zahlen wir Gebühren.”

Ja, genau. Dass phoenix zweimal sein Programm unterbrochen hat, um aus Kiew zu berichten, dafür zahle ich meine Gebühren. Auch dafür, dass der “Report” im Ersten live nach Kiew geschaltet hat.
Die überwiegende Twitter-Meinung jedoch war, dass Das Erste und das ZDF ihre Programme hätten unterbrechen müssen. Ein “Brennpunkt” hätte mindestens drin sein können.

Hätten man machen können, ja. Aber was hätte man zeigen sollen. Die Totale vom Maidan in Kiew. Ein Reporter, der nicht mehr machen kann, als zu sagen, was er sieht?
So bitter das klingt: Es ist schlimm, was in Kiew passiert, aber im Laufe des Abends gab es dazu wenig Neues zu sagen.
Die “Tagesschau” berichtete aus Kiew. Danach gab’s auf n-tv Live-Bilder. Später auf phoenix. Was Neues ist in der Zeit nicht passiert, außer dass man sehen konnte, dass es immer noch brennt auf dem Maidan.

Die “Tagesthemen” brachten die Zuschauer im Ersten dann wieder auf den aktuellen Stand – der allerdings kaum anders war als zwei Stunden vorher in der “Tagesschau”. Dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen unglaubwürdig macht, nur weil es nicht ständig aus Kiew berichtet, dem würde ich keineswegs zustimmen. Zumal phoenix eben jene Updates lieferte, und dafür ist der Sender auch da. Die Lage erforderte es aber wohl kaum, dass auch die Hauptprogramme ihre Sendungen unterbrechen. Und wer doch permanent ein Auge auf die Ereignisse in der ukrainischen Hauptstadt haben möchte, für den gibt es die Livestreams im Internet.

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Der große deutsche Jugendreport: Internet

Donnerstag, den 13. Februar 2014
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MI 12.02.2014 | 20.15 Uhr | RTL II

Hach, das C-Promi-Dasein kann ja so herrlich sinnfrei sein. Darf man dem “großen deutschen Jugendreport” bei RTL II Glauben schenken, dann beschäftigt sich der Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht den ganzen Tag mit Twitter. Jede Stunde lädt er ein Foto hoch, überlegt, was man denn so alles fotografieren kann. Und wenn es er selbst ist – in der Badewanne, eingewickelt in Frischhaltefolie und scheinbar blutverschmiert. Das ist Kunst. Oder so was Ähnliches. Auf jeden Fall ganz sicher nicht Langeweile!
Gut, dass wir das mal erfahren haben.

Auch sonst bot die RTL-II-Doku am Mittwochabend lauter packende und nie gehörte Informationen. Jugendliche chatten mit dem Smartphone – unentwegt. Sie twittern kaum, sind aber Follower von Stars.
Und sie sammeln Freunde im Internet, chatten und daten sich dann. Da dürfen wir – RTL II sei Dank – sogar mal mit dabei sein. Dann sitzen dann also ein junger Er und eine junge Sie und haben sich nicht wirklich was zu sagen.
Ist die Jugend wirklich so lahm? Oder nur die bei RTL II gezeigte?
Nächste Woche geht es um Ernährung und Styling, aber vielleicht läuft ja auf einem anderen Sender noch was Nettes. Hoffentlich.