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#Umweltsau: Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad

Sonntag, den 29. Dezember 2019
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SA 28.12.2019 | 18.05 Uhr | WDR2

Natürlich gibt es auch zwischen den Jahren einen ordentlichen Shitstorm. Wäre ja auch langweilig gewesen, wenn es ein paar Tage ruhig geblieben wäre.
Langsam, aber sicher wird es wirklich peinlich.

Diesmal dreht sich alles um die #Umweltsau. In diesem Fall ist es die Oma. Also, nicht die eine, sondern so ganz allgemein. Und weil es um Omas geht, sind sowohl die Omas als auch alle Omaliebhaber empört, empört und übrigens auch: empört.
Was war passiert: Für einen satirischen Beitrag des Radiosenders WDR2 ist der WDR-Kinderchor angefragt worden, ob er ein Lied einsingen will. Es ging um “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad”, aber mit neuem Text, denn danach geht es weiter mit: “Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!”

Oh. Mein. Gott.
Da ist aber am Sonnabend schon wieder eine riesige Welle über Deutschland hinweggeschwappt, Twitterland ist mal wieder erregt. Der WDR ist böse, der Verantwortliche für den Song ist böse, alle sind böse und gehören am besten vor einen Twitterrichter.
Beim WDR bekamen sie auch gleich kalte Füße und löschten das Video wieder. WDR-Chef Tom Buhrow sah sich genötigt, sich zu entschuldigen. Er war selbst gerade bei seinem 93-jährigen Vater in der Klinik. Der sei keine Umweltsau, so Buhrow. WDR2 strahlte am frühen Sonnabendabend gar eine Sondersendung aus, in der das alles noch mal auseinandergenommen worden ist.
Alles ganz schlimm, schlimm, schlimm.
Selbst NRW-Ministerpräsident Laschet schaltet sich ein und blubbert, dass man Kinder nicht für seine Zwecke instrumentalisieren dürfe. Blöd nur, dass er das selbst auf Wahlplakaten in seinem Wahlkampf gemacht hat.
So heuchelt jeder vor sich hin.

Die Erregungen in Deutschland scheinen immer blödsinniger und hysterischer zu werden. Niemand scheint mehr vernünftig debattieren zu können. Stattdessen: Schnappatmung, Hass und der Ruf nach Absetzung, Einstellung und Abschaffung der GEZ, die längst keine GEZ mehr ist.
Da will man dann auch keine Hintergründe mehr hören, man will ja eigentlich überhaupt nicht mehr diskutieren.

Bei WDR2 hieß es, man sei mit der satirischen Liedidee, die sich mit der Klimahysterie und mit den “Fridays for Future”-Forderungen auseinandersetzt, an den WDR-Kinderchor getreten. Eltern und Kinder konnten sagen, ob sie mitmachen wollen oder nicht. Den Kindern sei erklärt worden, was es mit dem Text auf sich hat.
Aber wir wir ja alle wissen, sind Kinder ja eh alle doof, kapieren nichts und lassen sich instrumentalisieren, und die Eltern gleich mit.
Stattdessen wird sich darüber empört, dass man ja so keineswegs über Omas reden könne. Schließlich haben doch unsere Omas Deutschland aufgebaut und Steine geputzt.
Also, die Omas der Empörten. Die Omas dieser Kinder sind vermutlich um die 50 oder knapp 60, fahren vielleicht einen SUV und könnten durchaus…

Anstatt kurz zu schmunzeln oder das Lied einfach nur blöd zu finden, reicht es heute nicht mehr, drüber hinwegzusehen. Nein, heute muss sich halb Twitterland aufplustern, als gäbe es hierzulande keine anderen Sorgen. Nein, das Ganze muss wieder zum allumfassenden Skandal aufgebläht werden, zum vermutlichen letzten in diesem Jahr, falls sich morgen keine Sau mehr findet, die sich durchs Dorf treiben lässt. Argumente werden nicht gehört, Debatten erst gar nicht geführt.

Dass ein WDR-Mitarbeiter Feuer ins Öl goss, in dem er sagte, dass die Omas der Empörten ja eher keine #Umweltsau sei, sondern eher eine #Nazisau, das war sicherlich nicht sehr clever. Denn es machte die Empörten noch empörter. Auch wenn er damit meint, dass hier schon von einer ganz anderen Generation die Rede ist.
Und eins wollen wir doch mal klarstellen: Wir sind alle Umweltsäue. Ich bin auch eine Umweltsau. Denn in Sachen Umwelt kommen wir alle nicht voran, da reden wir alle nur, aber wir machen alle viel zu wenig oder sogar nichts.
Aber jetzt so zu tun, als seien Omas satiregeschützt, gleichzeitig aber wird auf die Jugend eingedroschen, die freitags demonstriert, ist albern.

Ärgerlich an diesem, uuuh, Skandal ist nur, dass der WDR so kleinlaut reagiert. dass Tom Buhrow sich mit blödsinnigen Begründungen voreilig entschuldigt und schlicht kein Selbstbewusstsein beim WDR herrscht. Stattdessen stehen dann am Sonntag ein paar Rechte vor der Tür und demonstrieren für die Abschaltung des WDR. Und natürlich für Omas. Dieselben Rechten hetzen übrigens gegen Omas, wenn sie sich für linke Politik einsetzen. Dann kennt auch dort der Oma-Hass kein Niveau-Grenzen nach unten.
Leute, wir haben ganz andere Sorgen, als Kinder, die lustige Oma-Lieder singen. Kümmert euch lieber um die wichtigen Dinge.

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Bundestag live

Freitag, den 8. November 2019
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DO 07.11.2019 | 9.00 Uhr | Parlamentsfernsehen

Aufmerksamkeit ist nicht zu verhindern, denn der Zwischenfall ist live übertragen worden.
Während der Debatte im Bundestag über eine mögliche Abschaffung des Bargeldes wird der CDU-Abgeordnete Matthias Hauer plötzlich sehr fahrig. Er zittert, sucht nach Worten – und irgendwann geht gar nichts mehr.
Die Herrschaften von der AfD verhöhnen ihn noch, lachen ihn aus, als Hauer mitten im Satz plötzlich nichts mehr sagt. Aber das Lachen blieb auch den Rechten bald im Halse stecken.

Matthias Hauer erlitt einen Schwächeanfall. Das Parlamentsfernsehen zeigt noch, wie einige Abgeordnete nach vorne rennen, um ihm zu helfen. Bald wird das Mikro abgeschaltet, man sieht noch, dass dem Mann geholfen wird. Dann sieht man sehr lange nur ein Bild von der Reichstagskuppel.
Über eine Stunde danach geht erst die Sitzung weiter, und der stellvertretende Bundestagpräsident Kubicki (FDP) mahnt an, dass man keine Bilder davon ins Netz stellen solle. Stichwort: Menschenwürde.

Menschenwürde aber scheint für immer weniger Menschen eine große Rolle zu spielen. Unter diversen Videos sind Hasskommentare zu finden, Hetzer kübeln ihre Häme aus. Da scheint es keine Hemmungen mehr zu geben, es handele sich ja schließlich um Meinungsfreiheit, und gerade solche Hetzer sind es dann, die die Meinungsfreiheit bedroht sehen, weil sie ihre Hetze nicht unwidersprochen verbreiten können.

Interessantes Detail am Rande: Anke Domscheit-Berg aus Fürstenberg, die für die Linke im Bundestag sitzt, schrieb später auf Twitter, dass die Arbeitsbedingungen im Bundestag menschenfeindlich seien. Es dürfe im hohen Haus nichts getrunken werden, selbst bei stundenlangen Debatten. Das müsse sich ändern. Wäre mal eine Diskussion wert.

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Guten Morgen, Deutschland!: Pocher vs. AfD

Samstag, den 3. August 2019
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FR 02.08.2019 | 6.00 Uhr | RTL

Eigentlich ist Oliver Pocher für die leichte Unterhaltung zuständig. Aber es gibt Themen, da ist die leichte Unterhaltung nicht angebracht, da geht es darum, Haltung zu zeigen. Oliver Pocher tut dies.

Was auf dem Frankfurter Hauptbahnhof passierte, war grauenvoll. Ein Mann tötete einen Achtjährigen, er schubste ihn vor einen einfahrenden ICE. Auch die Mutter schubste er, sie konnten sich retten. Der Mann kommt aus Eritrea, lebte schon einige Jahre in Schweiz, galt als integriert. Aber offenbar hat er schwere psychische Probleme, wurde schon polizeilich gesucht.
Nach der Tat twitterte die laut Behörden in der Schweiz gemeldete AfD-Frau, dass man die Bürger vor der grenzenlosen Willkommenskultur schützen müsse. Die AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann schrieb auf Twitter, dass sie “den Tag ihrer (Angela Merkel) Geburt” verfluche.

Diese Provokation ist widerlich, und völlig recht brachte das auch Oliver Pocher auf die Palme. “Solange solche Abgeordneten, die „den Tag der Geburt von Frau Merkel verfluchen“, im Bundestag für die AfD sitzen, brauch man mit euch nicht diskutieren”, schrieb er, “oder können Sie sich von so einer Beleidigung mal deutlich distanzieren!?”
Kann die AfD offenbar nicht.

Auch nicht am Freitagmorgen bei RTL. Da saßen bei Wolfram Kons der AfD-Mann und NRW-Landtagsabgeordnete Martin Vincentz und Oliver Pocher.
Nein, da saß weder Alice Wedel, noch Verena Hartmann. Es wäre spannend gewesen, wie die versucht hätten, sich rauszureden. Oder vielleicht hätte sie sich nicht mal rausgeredet, denn warum sonst sollten sie das auf Twitter schreiben, wenn sie es nicht so meinen?
Stattdessen saß da – ganz AfD-medientypisch – der nette Politiker von nebenan. Ein Sympathieträger, der nett vor sich hinplauderte, der sich aber auch nicht konkret von dem Merkel-Tweet distanzierte.
Dagegen kam Oliver Pocher kaum an, denn was soll man gegen so einen freundlichen Herrn tun, der da in die RTL-Kameras lächelte und der diese widerlichen Tweets auch gar nicht geschrieben hatte.
Pocher betonte nochmals, dass dieser Tweet, der Merkels Geburt verfluche gar nicht gehe – und der AfD-Mann lächelte und erzählte ein bisschen was anderes.

RTL hatte da einen spannenden Ansatz, und dass Oliver Pocher sich da hinsetzt und diese Konfrontation nicht scheut, ist gut. Aber die AfD hat mal wieder alles richtig gemacht und einen Sympathieträger ins RTL-Studio geschickt. Denn mit den Neonazis im eigenen Haus will man sich dann doch nicht zu RTL begeben. Da hat sich RTL jedenfalls echt vorführen lassen.

-> Das Gespräch auf RTL.de

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Hart aber fair: Aus Worten werden Schüsse – Wie gefährlich ist rechter Hass?

Donnerstag, den 4. Juli 2019
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MO 01.07.2019 | 21.15 Uhr | Das Erste

Wenn man über die AfD spricht, ist es durchaus sinnvoll, auch jemanden von der AfD einzuladen. Und wenn es vor allem um die AfD und deren Umgang mit bestimmten Themen geht, dann kann es durchaus passieren, dass der Vertreter der AfD in einer Talkshow die meiste Redezeit bekommt – ganz einfach, weil sich alle Diskussionen an ihn richten.
Um so merkwürdiger ist die Diskussion um die Sendung “Hart am fair”, die am Montagabend im Ersten lief.

Schon im Vorfeld war die Aufregung groß. Der Auftritt des AfD-Politikers Uwe Junge wurde hart diskutiert. Dass er überhaupt eingeladen worden ist, sorgte mitunter für Empörung. Und der Auftritt soll sogar Thema für die Medienwächter sein. Es heißt, der WDR-Rundfunkrat werde sich in der nächsten Sitzung auch damit befassen.

Konkret ging es um den Mord des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke – und um den Hass davor und danach. Für Aufregung sorgte speziell ein Twitter-Tweet von AfD-Mann Uwe Junge: „Der Tag wird kommen, an dem wir alle Ignoranten, Unterstützer, Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im Namen der unschuldigen Opfer zur Rechenschaft ziehen werden! Dafür lebe und arbeite ich. So wahr mir Gott helfe!“.
So einen könne man nicht einladen, hieß es.

Ja, das ist sicherlich schwer auszuhalten, weil niederträchtig. Aber genau diesen Twitter-Tweet hielt Moderator Frank Plasberg seinem Gast auch vor. Uwe Junge wand sich und redete sich raus, und als Zuschauer merkte man schon, was man davon zu halten hat. Aber sollte das nicht Aufgabe einer solchen Sendung sein, Leute dort hin zu holen, um solche Dinge vorzuhalten und zu diskutieren?
Soll man über die AfD diskutieren, ohne die AfD dabei zu haben? Halten wir es inzwischen nicht mal mehr aus, diese Leute einzuladen, um mit ihnen zu diskutieren und gegen sie zu argumentieren? Möchte man stattdessen immer im eigenen Saft schwimmen und sagen, wie schlimm alles sei und wie scharf das zu verurteilen sei?
Uwe Junge redete viel. Manches war unerträglich. Aber hin und wieder sollte und muss man das in einer Fernsehdiskussion aushalten. Und vor allem sind ja auch die anderen Gäste dazu da, dem etwas entgegenzusetzen. Was sie auch taten. Auch Frank Plasberg griff hin und wieder ein, auch wenn er einige Aussagen Junges vielleicht hätte revidieren können.

Nach der Sendung erntete “Hart aber fair” harte Kritik von vielen Seiten, auch von vielen Journalisten. Wer das gelesen hat, hätte meinen können, im Ersten habe sich am Montag ein unglaublicher Skandal abgespielt. Hat er nicht. In einigen Beiträgen wurde sogar aufgerechnet, wer wie viel gesagt hat – und es wurde sich empört, warum AfD-Junge am meisten reden durfte. Dabei ist die Antwort klar – siehe oben.

Und wie kopflos man inzwischen ist, zeigte ein Twitter-Pingpong danach. Frank Plasberg beendete seine Sendung mit den Worten an Uwe Junge: „Ich hoffe, es kam Ihnen nicht vor wie ein Tribunal.“ Dieser Satz war in der Tat fatal, weil er wie eine Streicheleinheit wirkte, die absolut nicht angebracht war. Auch das sorgte für Empörung, und das durchaus zurecht.
Das Erste twitterte zum Vorwurf, warum man überhaupt einem AfD-Mann ein Forum gebe: „Die Redaktionen der Talksendungen bemühen sich insbesondere, AfD-Vertreterinnen kein Forum für ihre Zwecke zu bieten. Je nach Thema ist es aber von Fall zu Fall nötig, AfD-PolitikerInnen selbst zu Wort kommen zu lassen.“
Das ist harter Tobak. Einerseits weil es durchaus irritiert, wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender sagt, dass man sich bemühe, eine Partei auszuschließen. Und andererseits nutzen CDU, SPD und Co. Sendungen ja auch als Forum für ihre Zwecke. Die Wortwahl ist jedenfalls extrem unglücklich.
Später schrieb Sabine Knott, die Leiterin der Zuschauerredaktion im Ersten auf Twitter: „Dieser Tweet war leider nicht mit der Redaktion von „Hart aber fair“ abgestimmt. Dafür entschuldigen wir uns. Wir betonen, dass bei uns für alle Parteien dieselben Standards gelten. Im Übrigen entscheidet jede Redaktion für sich, wen sie zu welchem Thema einlädt.“ Eine sehr nötige Richtigstellung, und es wirkt, als ob da jemand zuvor seine private Meinung mit der Haltung eines TV-Senders verwechselte.

Um das zusammenzufassen: “Hart aber fair” am Montag war unbequem, aber kein Skandal. Bemerkenswert ist viel mehr die Diskussion rund um diese Sendung.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 1. Juli 2020)

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Markus Lanz: Klima-Diskussion

Samstag, den 6. April 2019
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DO 04.04.2019 | 23.15 Uhr | ZDF

“Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.”
Christian Lindner, 10. März 2019, Twitter

Eskalation! Zoff! Hasselhoff vs. Lindner. Die Medien kannten am Freitag nur ein Thema: dass sich David Hasselhoff bei “Markus Lanz” mit Christian Lindner angelegt hat. Dass er sich zum Klimawandel äußerte. Dass Politiker nichts tun würden. Das brachte Klicks.
Ein wenig vernachlässigt wurde dabei, dass es am Donnerstagabend im ZDF ganz allgemein eine sehr spannende Diskussion zum Klimawandel gab und zur Frage, was wir denn nun tun können und welche Rolle die Politik spielt und spielen sollte.

Und es war vermutlich nicht der beste Abend von FDP-Chef Christian Lindner. Er traf in der Talkshow auf Luisa Neubauer, eine der wichtigen, jungen Klimaschutzkämpferinnen aus Deutschland. Natürlich musste er sich seinen Twitter-Tweed vorhalten lassen.
Lindner relativierte, was er am 10. März schrieb, aber Neubauer ließ das nicht gelten. Man müsse kein Klimaexperte sein, um demonstrieren zu gehen. Worauf Lindner meinte, er habe das auch so nicht gemeint. Ahja.
Die Politiker müssten weg davon, im Kampf um das Klima parteipolitisch zu agieren. Es reiche den Menschen. Sie wollen die Kämpfe nicht mehr sehen, das Austeilen gegen andere Parteien, die Streitigkeiten, die polemischen Debatten. Handeln sollen sie, die Politiker.
Lindner kam mit seinen Abwiegelungen kaum durch, und das war sehr interessant, zu beobachten. Ein Politiker wurde aus seiner Komfortzone geschubst.

Als dann auch noch David Hasselhoff in die Diskussion einstieg und Lindner die Politiker-Untätigkeit vorwarf und sich in Rage redete, da war Lindner endgültig auf verlorenem Posten.

Sicher, auch solche Diskussion ändern das Klima nicht. Aber sie rütteln vielleicht den einen oder anderen wach. Wobei da bei den allermeisten Politikern wenig Hoffnung besteht.

-> Der Teil der Sendung von “Markus Lanz” auf Youtube.

Hits: 239

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Die Conners

Samstag, den 16. Februar 2019
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MI 13.02.2019 | 22.05 Uhr | Disney Channel

So schnell kann es gehen. Ein rassistischer Tweet auf Twitter reichte, und Roseanne flog aus ihrer eigenen Serie. Schwupp und Aus.

“Roseanne” gehörte zu den diversen 90er-Comedyserien, die im vergangenen Jahr wiederbelebt worden ist. Der Erfolg war in den USA ganz ordentlich, in Deutschland war sie im Free-TV noch nicht mal angelaufen.
Da setzte sie auf Twitter einen Spruch ab, der sich gegen eine afroamerikanische Politikerin richtete. Die Empörung war groß, Roseanne Barr stand mitten im Shitstorm, und ihr Sender hat sie kurz danach entlassen. In Deutschland verzichtete der Disney Channel relativ spontan ganz auf die Ausstrahlung der Serie.

Aber die Show muss weitergehen, und sie geht weiter. Roseanne ohne Roseanne heißt nun “Die Conners” und ist am Mittwochabend im Disney Channel angelaufen.
Die neue Staffel – im Grunde ist es ja keine neue Serie – beginnt mit Roseanne Tod. Eine Überdosis Tabletten. Das passt sogar, weil das in den USA wohl ein echtes Problem ist. Damit ist aus der Comedy zwar zwischendurch ein Drama geworden. Aber hauptsächlich hat dieser Vorgang eines gezeigt: Niemand ist unersetzlich. Niemand ist so berühmt, dass er oder sie sich alles erlauben kann. Was man auch tut, es kann Folgen haben, und Roseanne hat das zu spüren bekommen.

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Bambi 2018

Sonntag, den 18. November 2018
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FR 16.11.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Eines muss man dem Bambi 2018 zugute halten: Die Show war kürzer als geplant. Zehn Minuten früher als vorgesehen endete die, so sagen das die Bambi-Leute selber, bedeutendste Preisverleihung Deutschlands. Daran können sich andere mal ein Beispiel nehmen!

Es ging eben alles ein bisschen fixer, und eine wollte besonders fix sein. Als Heino Ferch die Preise in der Rubrik “Beste Schauspielerin” vergeben will, lobt er als erste Marie Bäumer. Die fühlt sich sofort angesprochen und rennt schon auf die Bühne. Zu früh! Heino Ferch muss sie wieder verscheuchen. Nicht so schnell, Marie! Und am Ende gewinnt sie nicht mal! Stattdessen bekommt Paula Beer einen Bambi. Ziemlich peinlich!

Auch Thomas Gottschalk war bei der Show. In Kalifornien ist zwar gerade seine Hütte bei den Großbränden vernichtet worden. Aber dass er deswegen dort mal gucken fährt, scheint keine große Priorität zu haben. Aber die Entscheider beim Bambi hatten ein Herz für ihn. Damit er sich wenigstens wieder einen Bambi ins neue, noch zu bauende (!) Haus stellen kann, bekam er einen Sonderpreis, den Abgebrannt-Bambi.

Und sonst so? Sophia Loren kommt mit dem Übersetzer im Ohr nicht klar und wirkt völlig verwirrt, auf sie mit Gottschalk (warum auch immer) auf der Bühne steht. Die wunderbare Lilo Pulver bekommt den Lebenswerk-Bambi und hält eine erfrischend kurze Dankesrede – weshalb die Show vielleicht auch “unterzogen” hat.

Florian Silbereisen hat unterdessen den besten Auftritt seines Lebens hingelegt: Erstens, weil er nur wenige Sekunden gebraucht hat, um seine Band Klubbb3 in der Show zu nennen. Und zweitens, weil er nach seiner Eröffnungsmoderation nicht mehr aufgetaucht ist. Obwohl er davon erzählt hat, dass er wegen des Fehlens von Barbara Schöneberger endlich mal zu Wort kommen könne. Dass stattdessen die Show von vielen Leuten durchmoderiert worden ist, damit kamen viele Zuschauer nicht klar, wenn man Twitter glauben kann. Das Konzept war wohl zu anspruchsvoll für die unaufmerksamen Twitterer.

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Zum Weiterlesen: Sammlung von Texten zum Bambi im Blog.

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