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Amoklauf München: Eine Stadt in Angst

Samstag, den 31. Juli 2021
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MI 28.07.2021 | TV Now

Es ist der 22. Juli 2016. Im Olympia-Einkaufszentrum in München bricht Panik aus. Der erst 18-jährige Ali David S. schießt bei McDonald’s und nebenan im Shoppingcenter um sich. Neun Menschen werden getötet. Und München wird stundenlang in Angst versetzt.
Bei TV Now gibt es jetzt dazu die vierteilige Dokumentation “Amoklauf München – Eine Stadt in Angst”. Denn sie spannende Frage ist, wieso eigentlich stundenlang eine ganze Stadt in Panik war, obwohl sich der Tatort auf das Areal um das Olympia-Einkaufszentrum beschränkt. Obwohl es nur ein Täter war?

Stattdessen: viele Gerüchte. Viele Falschmeldungen. Angeblich seien mehrere Täter noch unterwegs. Und angeblich seien sie nun auf dem Weg zum Stachus, wo ein großes Fest stattfand. Und im Hofbräuhaus soll es eine Schießerei gegeben haben.

Die TV-Now-Doku nimmt nicht nur auseinander, was in München rund um diesen Amoklauf geschehen ist. Vor allem aber auch, wie die Lage stadtweit so eskalieren konnte. So sehr, dass sich in München an diesem Abend gespenstische Szene abgespielt haben.
Sehr interessant dabei: Auch die Rolle von RTL – TV Now ist der RTL-Streamingdienst – wird dabei beleuchtet. Denn Reporter wie Christoph Lang haben an diesem Abend mehr als nur einmal Gerüchte weiterverbreitet, die sich als falsch herausstellten. Auch Moderator Peter Kloeppel hat das getan – irgendwelche Mutmaßungen weitergegeben, natürlich nicht ohne zu erwähnen, dass das nicht bestätigt sei. Aber wer hört schon auf solche Feinheiten. Bei RTL war auch zu sehen, wie Polizisten die Waffe auf ihnen entgegenkommende Menschen richten- die die Hände hoch halten. Eine falsche Reaktion, und RTL hätte eine Schießerei live übertragen.
Geradezu grotesk ist, dass sich Lang und Kloeppel für ihre Berichterstattung an diesem Tag feiern – wo es doch nichts zu feiern gab. Denn auch RTL ist mitschuld daran, dass in München die Lage war wie sie war. Schon direkt danach habe ich das auch schon hier thematisiert.
Insofern wirft diese Doku – ohne dass das eventuell gewollt war – auch ein sehr schlechtes Licht auf das eigene Nachrichten-Flaggschiff “RTL aktuell”.

-> Die Dokureihe bei TV Now

Hits: 157

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Tilo Neumann und das Universum

Mittwoch, den 2. Juni 2021
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SA 29.05.2021 | TV Now

Tilo Neumann hat’s verbockt. Alles. Alkoholabsturz, um alles zu vergessen. Ein Drogentrip. In der Familie läuft es nicht mehr. Im Job lief es für den Lehrer auch schon mal besser. Er will eigentlich von niemandem mehr etwas wissen, ist griesgrämig – und eigentlich will er auch nicht mehr leben.
Tilo erlebt den Komplettabsturz.
Doch am nächsten Morgen – ist zwar nicht alles anders. Aber eine Sache schon: Tilo hört eine Stimme. Sie, eine weibliche Stimme, spricht mit ihm. Immer wieder. Und es hört auch nicht auf. Denn die Stimme pocht auf eine Abmachung: Sie hilft ihm, wenn Tilo anderen hilft.

“Tilo Neumann und das Universum” heißt die 8-teilige Serie, die beim Streamingdienst TV Now zu sehen ist. Christoph-Maria Herbst ist in der Titelrolle eines Mannes, der am Boden ist. Physisch und psychisch am Ende. Der nicht mehr weiter weiß. Aber die Stimme verfolgt ihn von nun an auf Schritt und Tritt. Fast könnte man meinen, die beiden gehen einen gemeinsamen Weg, denn die Stimme (Elena Uhlig) fordert Tilo immer wieder, aber tatsächlich hilft sie ihm, nachdem Tilo wirklich anfängt, anderen zu helfen. Zunächst widerwillig und fast beiläufig.
Mit viel Humor, aber auch mit durchaus ernsthaftes Momenten wird der Weg von Tilo und seiner Stimme gezeigt. Am Anfang braucht man als Zuschauer noch, damit warm zu werden. Aber die Warmherzigkeit erschließt sich dann doch recht schnell. Den Knaller gibt es zum Schluss: ein wunderbar inszeniertes Finale!

-> Die Serie bei TV Now

Hits: 182

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Princess Charming

Donnerstag, den 27. Mai 2021
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MO 24.05.2021 | 0.00 Uhr (Di.) | TV Now

Das ist nicht mehr mein RTL! Da zoffen sich zwei Kandidatinnen einer Datingshow, werden handgreiflich – und dann zeigen die das nicht mal!
Was ist da los? RTL ist doch da sonst nicht so zimperlich?!

In der Nacht zu Dienstag startete bei TV Now die neue Datingshow “Princess Charming”. 20 lesbische Frauen kämpfen um die Eine, um Princess Charming, Irina Schlauch (30), Rechtsanwältin aus Köln. Das Konzept ist ansonsten aber so ziemlich dasselbe wie beim “Bachelor”.

Ulle und Sonja sind allerdings schon wieder raus. Sonja war enttäuscht und, ähm, schlecht drauf, weil Irina ihr Geschenk im Datinghaus vergessen hat. Ulle wollte… also, das wissen wir nicht so genau. Nachdem Ulle die Treppe zu den Schlafräumen runtergegangen war, erschien nur eine Schrifttafel. Darauf stand, dass es zum Streit und zu Gewalttätigkeiten gekommen sei, das aber nicht in diese Sendung gehöre. Ulle und Sonja mussten das Haus und die Show sofort verlassen.
Nachdem ein paar Kandidatinnen und Princess Charming erzählten, wie sehr sie das Geschehene verurteilen, war der Fall erledigt. Was genau passiert ist – wir wissen es nicht.

Da sind wir von RTL aber ganz andere Sachen gewöhnt. Noch im “Sommerhaus der Stars” ging die Post ab. Da wurde geschrien, beleidigt und gemobbt. Damals, also letztes Jahr, hat es RTL noch nicht interessiert, dass das irgendwie… na ja… unschön ist.

So oder so ist der Vorfall gute Werbung für die Sendung beim Streamingdienst TV Now. Im Abspann ist als TV-Partner RTL angegeben – ob die Free-TV-Premiere dann aber tatsächlich bei RTL läuft oder – wie “Prince Charming” – bei VOX, ist wohl noch unklar. Dann kann der Sender noch mal mit seiner neuen Gutmütigkeit werben…

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 182

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Täglich frisch geröstet

Donnerstag, den 20. Mai 2021
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DI 18.05.2021 | 0.35 Uhr (Mi.) | RTL

Das Knossi-Experiment bei RTL ist gescheitert. Am späten Dienstagabend lief die 40. und letzte Ausgabe von “Täglich frisch geröstet”, die bei TV Now schon am vergangenen Mittwoch online ging.

Eigentlich wollten RTL und TV Now eine neue Late-Night-Show etablieren. Sie lief zweimal in der Woche im Spätprogramm, und man hatte viel Geduld bei RTL. Man gab der Show am Sonnabend eine Chance, sie musste sich im Wiederholungsumfeld am Donnerstag behaupten, auch der Dienstag war einer der Sendeplätze, wenn nicht gerade bei ProSieben ein starkes Gegenprogramm lief. Zuletzt verschob RTL die Show ins Nachtprogramm nach 0.30 Uhr.

Von “Täglich frisch geröstet” war natürlich nichts mehr zu spüren. Denn das Anfangskonzept besagte, dass immer ein anderer Moderator die Show präsentiert und ein anderer Promi die Künste des Moderierenden live bewertete – ihn oder sie röstete. Allerdings nicht täglich.
Knossi war dann derjenige, der sich durchsetzte, und geröstet wurde auch keiner mehr. Frisch geröstet wurde nur der Café, der hinter der Bar gereicht worden ist – immerhin hatte man sich also Gedanken gemacht, wie man dem Zitel noch irgendwie gerecht wird.

Dass die Show misslang, lag allerdings nicht zwingend an Knossi. Der hatte mit “TFG” seine erste regelmäßige Fernsehshow. Und machte das erfreulich locker und lustig. Das Problem waren die Autoren dahinter, denen leider wenig wirklich Lustiges eingefallen ist. Und offenbar traute man Knossi auch keinen bissigen Humor zu.
Es gab kaum tagesaktuelle Bezüge, Politik fand nur sehr oberflächlich statt, das gesellschaftlich-aktuelle Leben auch nur am Rande. Viele Einspieler waren wirklich lahm und wiederholten sich ständig. Ewig zu zeigen, wie ein Auto geschrottet wird, ist nur einmal halbwegs spannend. Beim fünften Mal nicht mehr. Und auch viele andere Einspieler haben humortechnisch schlicht nicht funktioniert.
“Täglich frisch geröstet” war schlicht nicht relevant. Es gab kaum Gründe, diese Show einzuschalten, weil zu vieles in den 45 Minuten leider ziemlich egal war. Wenigstens die Promitalks waren oft sehenswert. Aber das reicht eben nicht aus.
Leicht hatte es Knossi aber auch nicht, weil er nie vor Publikum reden durfte. An der Bar durften eine Handvoll Menschen sitzen, die Ränge blieben aber immer leer.

In der letzten Sendung war Knossi sichtlich gerührt und traurig. Ich vermute mal, dass es nicht sein letzter Fernsehauftritt war. Wenn er denn noch Bock hat. Es wäre schade, wenn er nun bei Twitch wieder nur Computerspiele kommentiert oder blöde Glücksspiele macht.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 165

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Mirella Schulze rettet die Welt

Montag, den 26. April 2021
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MI 21.04.2021 | TV Now

Eigentlich sagt der Titel dieser Serie bei TV Now schon alles über die Serie selbst aus: pseudo-lustig, man schmunzelt ein bisschen, aber letztlich dann doch piefig und altbacken, so typisch Deutsch eben.
Das ist “Mirella Schulze rettet die Welt”. Der Titel soll irgendwie skurril sein, ein Gegensatz von der modernen Welt der Welt zur deutschen Piefigkeit – Mirella und Schulze.

Und das sind auch die Leute in dieser 8-teiligen Serie. Mirella ist auf ihrer Schule und in ihrer Familie berüchtigt dafür, dass sie sehr auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit achtet. Sie gilt als deutsches Gegenstück zu Greta Thunberg, zumindest in ihrem Umfeld. Und natürlich geht sie damit alles auch ein bisschen auf den Geist. Zumal ihre Mutter bei einer dieser umweltverschmutzenden Firmen arbeitet. Aber auch die wird durch Mirella durcheinandergewirbelt.

Eigentlich sieht man bei den modernen Streamingdiensten, wie moderne Serien heute funktionieren. Aber bei TV Now scheint das anders zu sein. “Mirella Schulze rettet die Welt” ist leider nicht mehr als seichte RTL-Unterhaltung. Weder in der Machart innovativ, noch in der Erzählung überraschend, und überaus lustig schon gar nicht. Da gibt es eine Familie mit Streitigkeiten, Mirella startet eine Aktion, alle wundern oder empören sich, und das war es auch schon.
Dafür, dass Comedyexperte Ralf Husmann für das Drehbuch verantwortlich ist, bietet diese Serie im Ergebnis erstaunlich wenig guten Witz. “Mirella Schulze rettet die Welt” ist genau wie der Titel: sehr durchschnittlich.

-> Die Serie bei TV Now

Hits: 173

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Even Closer – hautnah

Samstag, den 20. März 2021
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DI 16.03.2021 | TV Now

Die Handlung ist eigentlich wurscht. Hauptsache: alle nackt.
Deshalb also gleich vorweg, und darauf kommt es ja schließlich an: Das Besondere an der Serie “Even Closer – hautnah” bei TV Now ist, dass Nacktheit hier eine sehr große Rolle spielt.
Wo sonst verschämt der Kameraausschnitte unterm Bauchnabel endet, sieht der Zuschauer in dieser Serie: alles. Weibliche Brüste – okay, das ist ja normal. Aber auch untenrum bekommen wir Einblicke – bei Männern und bei Frauen. Wenn ein Typ nackt in der Küche rumsteht, dann dreht er sich eben auch um, und man sieht seinen Pimmel. Und wenn sich Frauen in der Umkleidekabine umziehen, dann stehen sie eben auch ewig nackt rum oder laufen nackt irgendwo hin. Und wenn sich ein Mann und eine Frau lieben, dann sehen wir zwar nichts, was jugendfrei ist – aber auch das nur gerade so. Es wird geleckt, gestoßen und gestöhnt.
Softporno? Ja.

Das Schlimme daran ist: Es ist absolut unnötig, und manchmal scheint die Nacktheit in dieser Serie nur dazu zu dienen, um mit eben dieser Nacktheit aufzufallen.
Eigentlich ist “Even Closer – hautnah” die deutsche Variation einer Tanzserie. Eine Gruppe junger Leute besucht in Hamburg eine professionelle Tanzschule, alle sind sie heiß auf Hauptrollen. Zusätzlich erleben wir die jungen Leute in ihrer WG, wo es zwar heißt, man fange untereinander nichts an, aber… Das wäre ja langweilig. In Liebesdingen gibt es lauter Irrungen und Wirrungen.
In gerade mal sechs halbstündigen Folgen ist für Tiefgang leider kein Platz, und die Tanzszenen hat man in internationalen Serienproduktion schon sehr viel besser gesehen. Nicht alle schauspielerischen Leistungen sind überzeugend.
Man könnte sagen: Die Serie ist nett, aber nicht mehr. Ein bisschen Liebe, Spannung und auch Tanz.

Und eben auch nackte Menschen. Wenn doch diese Nacktheit nicht so aufgesetzt wirken würde. Nacktsein wegen des Nacktseins. Zumal eine Szene nicht erotischer oder auch realistischer wird, nur weil man alles sieht. Oft wirkt die Ungezwungenheit in dieser Serie total gezwungen. Und wenn man diesen “Aufreger” (der ja keiner ist) wirklich nötig hat, um eine Serie zu pushen, dann sollte man vielleicht doch noch mal inhaltlich in die Drehbücher schauen. Der Fokus scheint ja bislang woanders gelegen zu haben.

-> Trailer und die Serie auf TV Now

Hits: 210

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Verbotene Liebe – The next Generation

Donnerstag, den 28. Januar 2021
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DI 26.01.2021 | TV Now

20 1/2 Jahre. 4664 Folgen. Am 26. Juni 2015 endete mit dem Aus der Soap “Verbotene Liebe” im Ersten eine Ära. Die Serie hatte nicht mehr genug Zuschauer.
Auf TV Now gibt es nun etwas mehr als fünf Jahre später das Comeback. Weil die alten Folgen der Soap beim Streamingdienst offenbar so viele Zuschauer hatte, entschied man sich, zehn neue Folgen zu produzieren. Und so ist bei TV Now “Verbotene Liebe – The next Generation” verfügbar.

Als ich 2013 das letzte Mal eine Folge der Serie schaute, da gab es Zoff zwischen dem Model Olli und Christian, weil Olli mit einer Frau fremd gegangen war. Olli (Jo Weil) gibt es immer noch, Christian nicht mehr da. Dafür hat Olli eine Tochter, ein Nachwuchsprojekt mit einer guten Freundin. Und er verliebt sich in Paul (Lennart Betzgen).
Paul ist der Sohn von Robert Verhoven (Heinz Hoenig), Inhaber eines Modeunternehmens, in dem auch Olli modelt. Robert ist ein Ekel, ein Intrigant.
Am Ende der ARD-Serie musste Ansgar von Lahnstein (Wolfram Grandezka) in den Knast – jetzt kommt er wieder frei. Und will in die Firma zurück, dessen Anteile in der Zwischenzeit an Robert Verhoven gegangen waren.
Und dann gibt es sie wieder, die verbotene Liebe: Alex (Frederik Goetz) liebt Josefin Reinhard, geborene von Anstetten (Sina Zadra). Was beide erst später erfahren: Sie sind Geschwister – und eigentlich müssten sie ihre Liebe nun aufgeben…

Vielleicht ist man von Netflix und Co., was Serien angeht, inzwischen ein bisschen verwöhnt. In Sachen Look, Schnitt, Musik hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert, alles ist moderner, schneller geworden.
“Verbotene Liebe – The next Generation” ist: eine deutsche Soap. Die Geschichten sind gerade in der ersten Hälfte der Staffel noch ziemlich müde. Die Machart wirkt stellenweise billig: langweilige Kameraeinstellungen, Kulissen wie im Vorabendprogramm, und auch darstellerisch ginge mehr. Der Fiesling Ansgar ist enttäuschend blass, viele Dialoge sind nicht sehr aufregend und hölzern.
In dieser Hinsicht bietet TV Now für die Fans der Serie vom Stil her eine einfache Fortsetzung. Für Fans vielleicht okay, aber ob man so neue Zuseher bekommt, ist unklar. Streamingdienste geben sich eigentlich mehr Mühe bei der Produktion solcher Serien, und bei Netflix hätte sie vermutlich viel edler ausgesehen.
Die Spannung nimmt erst wirklich in den letzten vier Folgen zu, wenn man denn da noch am Ball ist. Dann gibt es dann doch mal ein paar Story-Knaller, und zumindest die Story ist auf weitere Folgen ausgelegt. Ich bin gespannt, ob die kommen – und wäre vermutlich sogar wieder dabei.

-> Die Serie bei TV Now

Hits: 187