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Mehr Frostschäden als sonst

Dienstag, den 3. März 2009
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Infrastruktur: Die Straßen im Havelland sind nach dem langen Winter löchrig geworden

MAZ Falkensee, 3.3.2009

Die Kommunen im Landkreis beginnen schon mit ersten Aus- besserungsarbeiten, aber erst im April kann Bilanz über die Schäden gezogen werden.

HAVELLAND
Ganz vorsichtig schleichen die Autos die Piste entlang, fahren Schlangenlinien. Die Vorholzstraße in Brieselang ist ein Bild des Jammers. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, der Asphaltbelag ist nicht mehr als ein Flickenteppich, der nach dem Winter mehr und mehr aufbricht.
„Die Vorholzstraße ist ein echter Brennpunkt“, gibt Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) zu. Schlimm sieht es nach seinen Angaben auch in der Wustermarker Allee und in der Bahnstraße aus. „In diesem Jahr haben wir mehr Frostschäden als sonst“, erklärt Wilhelm Garn. „An einigen Stellen beobachten wir außerdem Rissbildungen.“
Doch nicht nur in Brieselang entstanden in den zurückliegenden Wochen viele Schlaglöcher. Alle Kommunen im Havelland sind betroffen. „Der ständige Wechsel von Frost und Tauwetter in diesem Winter macht den Straßen zu schaffen“, sagt Lothar Wiegand, Sprecher des Verkehrsministeriums in Potsdam. Die Meistereien würden die Strecken unentwegt kontrollieren. So sind bereits Schlaglöcher auf der Strecke zwischen Schönwalde-Dorf und Falkensee ausgebessert worden. Wie hoch der Schaden auf den Landesstraßen sei, darüber gebe es noch keine Prognosen. Dauerhafte Reparaturen könnten zudem erst im April beginnen, wenn es dauerhaft wärmer sei, so Wiegand.
In Brieselang laufen bereits die Ausschreibungen für die Straßenausbesserungen. „Einige Löcher haben wir aber auch schon auffüllen lassen“, sagt Wilhelm Garn. In der Regel werden die schadhaften Stellen mit einem Kalt- und Heißasphaltgemisch ausgebessert. Etwa 100000 Euro gibt die Gemeinde Brieselang jährlich dafür aus. „Aber ich weiß nicht, ob das nach diesem Winter reichen wird“, sagt Wilhelm Garn.
„Wir haben viele Reparaturen zu erledigen“, erklärte Falkensees Stadtchef Heiko Müller (SPD) in der jüngsten Zusammenkunft der Stadtverordneten. „Es sind weit mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren.“ Im Haushalt hat Falkensee in diesem Jahr 550000 Euro für Straßenerneuerungen zur Verfügung. Kritisch sind die Schäden unter anderem im Havelländer Weg und in der Hansastraße. „Die Situation ist verkraftbar, aber es schmerzt“, so Müller.
„Auch wir haben einige Bereiche, in denen es schlimm aussieht“, erklärt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). 200000 Euro gibt die Stadt pro Jahr in einem Sonderprogramm für die Instandhaltungen von Straßen aus.
In Dallgow-Döberitz sind einige Löcher bereits gestopft worden. „In der Wilmsstraße waren wir schon aktiv“, sagt Gemeindechef Jürgen Hemberger (Freie Wähler).
Winterschäden hat auch die Stadt Ketzin zu beklagen. „Besonders akut ist es in der Thälmannstraße im Ortsteil Tremmen“, sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Aber diese Strecke werde in diesem Jahr sowieso saniert, kündigt er an. In Ketzin selbst sei der Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg besonders betroffen. Den jährlichen Finanzrahmen der Stadt für Ausbesserungen beziffert Lück „auf unter 10000 Euro.“ Mindestens alle vier Wochen kontrolliert ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Straßen der Stadt.
Der Landkreis nimmt in den nächsten zwei Wochen eine komplette Befahrung aller Kreisstraßen vor, erklärt Pressesprecher Erik Nagel. „Es liegen im Amt allerdings schon einige Meldungen über Frostaufbrüche und andere Schäden vor“, sagt er. Die würden gebündelt und mit den Ergebnissen der Begehung abgeglichen. Die Lage sei aber nirgendwo so ernst, dass der Verkehr nur eingeschränkt fließen könne, so Nagel. Die meisten der Kreisstraßen seien recht neu, so dass sich die Schäden insgesamt in Grenzen hielten.
Nach der Streckenüberprüfung erstellt der Kreis eine Prioritätenliste. Ein Großteil der Reparaturarbeiten werde dann an Straßenbaufirmen vergeben. 120000 Euro pro Jahr sind im Haushaltsplan des Landkreises für solche Maßnahmen eingeplant.