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Traumtagebuch (148): Shutdown

Mittwoch, den 22. April 2020
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(147) -> 12.4.2020

Ich muss mich beeilen. Gleich fährt die letzte S-Bahn. Die allerletzte S-Bahn, bevor der Nahverkehr komplett eingestellt wird.
Ich laufe die Nauener Straße in Oranienburg entlang, bis zum Bahnhof ist noch eine ziemliche Strecke zu laufen. Ich muss sie aber unbedingt bekommen, diese letzte S-Bahn in Richtung Wannsee und Potsdam. Ansonsten bin ich aufgeschmissen.

Auch Facebook soll abgeschaltet werden. Um 0 Uhr soll Schluss sein. Ab dann soll man nichts mehr posten können. Ich parke mein Auto in der Straße, in der ich großgeworden bin, vor dem Nachbargrundstück – allerdings 90 Grad zur Straße, so dass das Auto halb auf der Straße steht.
Ich nehme mein Smartphone, ich setze einen letzten Post ab.
Nach 0 Uhr schaue ich noch mal, ob Facebook funktioniert – und die Seite ist noch da. Während ich noch einen weiteren Eintrag hinterlassen will, wird Facebook aber dann doch abgeschaltet – komplett. Wie früher das graue Rauschen, wenn im Fernsehen der Sender abgeschaltet worden ist.

Ich fahre mit meinem Auto los, es ist dunkel draußen. Plötzlich verändert sich die Helligkeit meines Scheinwerfers. Das Halogenlicht fällt aus, und nur eine normale Funzel funktioniert noch. Das Navi ist ausgefallen.
Das Internet ist komplett tot. Abgeschaltet. Das digitale Leben scheint Geschichte zu sein.

Innerlich ziemlich aufgewühlt wache ich auf.

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Traumtagebuch (147): Stasi-Verstrickung

Sonntag, den 12. April 2020
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(146) -> 16.1.2020

Ich musste erst darauf hingewiesen werden, dass der “stern” darüber berichtet hat. Und ich zweifelte an mir, denn normalerweise lese ich die Zeitschrift immer recht gewissenhaft, und dass mir ausgerechnet das durchrutscht, kann ich nicht nachvollziehen.

Der Schulleiter eines Gymnasiums ganz in meiner Nähe soll in einen Skandal verstrickt sein. Es stand im “stern”, in einem Mehrzeiler, eine ganz kleine Nachricht.
Ich bin verwundert. Erst vor kurzem hatte ich mit diesem Schulleiter beruflich ein längeres Gespräch, und dass es da Probleme geben soll, war mir nicht bewusst.
Verwundert bin ich aber auch, dass der “stern” darüber schreibt, und das gleich mehrfach. Man sagte mir, schon in der Vorwoche sei ein kleiner Artikel erschienen, es wirkt fast wie eine Kampagne gegen diesen Mann.

Es soll angeblich mit der Stasi zu tun haben. Der Schulleiter ist noch relativ neu, und eigentlich ist er auch noch relativ jung. Trotzdem – die Verstrickung soll so problematisch sein, dass er als Schulleiter eigentlich zurücktreten muss – als Lehrer könne er aber noch weiterarbeiten, heißt es.
Wenn ich länger drüber nachdenke, dann kann ich mich auch doch noch an die “stern”-Artikel erinnern, und ich beschließe…
…dass ich aufwache.

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Traumtagebuch (146): Tanz!

Donnerstag, den 16. Januar 2020
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(145) -> 8.11.2019

Edvard Griegs Peer Gynt, Suite 1, Ased Tot.
Diese unter die Haut gehende Komposition ist der Soundtrack zu diesem Traum.
Denn ich habe gleich meinen großen Auftritt. Ich stehe am Bühnenrand und beobachte die beiden Tänzer vor mir. Sie machen Tanztheater und sollen eine Choreographie zu Griegs “Peer Gynt” darstellen.
Ich bin fasziniert. Auch deshalb, weil ich mir vorher gar keine großen Gedanken gemacht habe. Ich will mich einfach spontan bewegen, und ganz am Ende sterbe ich. Also, in der Choreografie.
Die anderen bekommen Applaus, und dann bin ich und mein Tanzpartner dran – den ich aber im Traum nicht näher kenne.

Ich sehe im Traum alles aus meiner Perspektive.
Die Musik setzt ein, ich beginne mich zu bewegen. Ich wedele mich den Armen, laufe, nein, tänzele nach links und nach rechts. Aber eigentlich weiß ich nicht genau, was ich machen soll. Ich sehe den anderen tanzen, und der macht das gut.
Die Musik wird lauter, fordernder, die Bewegungen werden kraftvoller.

Aber das Ende des Tanzes erlebe ich nicht, weil ich wach werde.

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Traumtagebuch (145): Unglück in Slow Motion

Freitag, den 8. November 2019
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(144) -> 28.8.2019

Es rumpelt. Kurz, aber heftig. Ich horche auf, irgendwas muss draußen passiert sein. Unweit vom Grundstück verläuft der alte Bahndamm durch Oranienburg, die Nauener Bahn fährt darauf.
(Eigentlich fährt sie da schon Jahrzehnte nicht, im Traum aber offenbar doch.)
Ich verlasse das Haus, laufe los, zum Bahndamm. Schon aus der Ferne sehe ich, dass eine Lok den Bahndamm runtergekullert sein muss.

Als ich näher komme, sehe ich das Unglück noch mal direkt vor Augen. Der Zug kommt langsam angerollt, die Lok löst und kullert – in Slow Motion! – vom Bahndamm.
Ich bin als erster vor Ort und schreibe erst mal eine Nachricht in die Redaktion. Schließlich muss darüber berichtet berichtet werden.

Aber ich werde dann wach…

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Traumtagebuch (144): Einmal 20,30 Euro, bitte!

Mittwoch, den 28. August 2019
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(143) -> 27.8.2019

Mittagessen! Ich mache meine Pause dort, wo ich öfter mal essen gehe. Ich bestelle mir eine Boulette, Gemüse, Kartoffeln und Soße.
Dann nennt mir die Frau an der Kasse den Preis: “20,30 Euro, bitte!”
Und ich so: “Das ist aber teuer geworden!” Sonst zahle ich dafür um die 6 Euro

Die Frau an der Kasse scheint noch neu zu sein, ich hatte sie noch nie in dem Lokal gesehen. Ich sage, dass ich eine Rechnung möchte. Als das nicht möglich ist, sage ich: “Dann esse ich hier nicht.” Ich will wissen, warum das bisschen Essen so teuer ist.
Die Frau erklärt mir, dass von 100 Prozent ja die 19 Prozent Mehrwertsteuer abgezogen werden müssen. So würden die Preise entstehen. Und ich so: “Das haut aber nicht hin!”

Die Auflösung gibt es nicht, ich wache auf.

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Traumtagebuch (143): Feuer, und ich muss mich entscheiden!

Dienstag, den 27. August 2019
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(142) -> 30.5.2019

Es brennt! Es ist schon leicht zu riechen, und man hört, wie schon geschäftiges Treiben unten im Imbiss einsetzt. Da scheint es herzukommen.

Nervös? Aufgeregt? Panik?
Ich beginne, meine DVD-Sammlung durchzuschauen. Welche Filme müssen unbedingt mit, wenn ich mich evakuiere? Ich stelle fest, dass eigentlich nichts mit muss, weil ich ja inzwischen fast alles streamen kann.
Ich entscheide mich stattdessen, den Videoplayer abzustöpseln und ihn mitzunehmen.
Ich schaue mich in der Wohnung um, ich überlege, was ich noch mitnehmen könnte.
Unterdessen beginnt es, in der Wohnung auch deutlich wärmer zu werden… Vielleicht sollte ich langsam mal an Tempo zulegen…

Aber dann wache ich auf.

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Traumtagebuch (142): Viel zu leise!

Donnerstag, den 30. Mai 2019
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(141) -> 22.4.2019

Im Kino. Aber irgendwie hören wir nichts. Der Ton ist viel zu leise. Es handelt sich um ein Clubkino, in dem Tische stehen. Aber insbesondere ältere Leute laufen weiter nach vorne, um vielleicht etwas mehr zu hören. Sie sammeln sich vorn um einen Lautsprecher herum und lauschen, was da aus der Box kommt.

Ich habe die Schnauze voll und gehe aus dem Saal, um endlich mal jemandem Bescheid zu sagen. Tatsächlich gelingt es mir, dass an der Situation etwas geändert wird.
Als ich wieder in den Saal komme, ist der Ton zwar nun lauter – aber plötzlich läuft schon der Filmabspann. Es habe einen Schnitt gegeben, plötzlich sei der Film zu Ende gewesen. Als ob zwar an der Lautstärke gedreht, aber auch vorgespult worden ist.

Viele Leute gehen, aber einige bleiben sitzen. Inzwischen ist das Licht angegangen. Irgendwer meint, dass stattdessen gleich ein anderer Film beginnen würde, und dass das ja ziemlich unverschämt sei. Will da etwa das Kino, einen zuschauerstärkeren Film spontan im weiteren Saal zeigen und uns stattdessen rausschmeißen?
Das wäre ein Skandal, aber da wache ich auf…

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