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Volojahre (66): Die Zukunft ist hier

Donnerstag, den 4. November 2010
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(65) -> 1.10.2010

In den vergangenen Wochen habe ich mich mit dem Thema Ausbildung beschäftigt. Das hatte an sich weniger mit den eigenen Volojahren zu tun, sondern mit einer Beilage unter dem Titel “Die Zukunft ist hier”. Sie ist am Mittwoch in Potsdam und Umgebung erschienen. Der Titel bedeutet, dass auch in Brandenburg die Chance sehr hoch geworden ist, die gewünschte Ausbildungsstelle zu bekommen.
Zwölf Seiten wurden fast vollständig von mir gestaltet, am Ende kam ein kleines Heftchen raus, in dem sich zukünftige Azubis informieren können: wie sie eine Bewerbungsmappe zusammenstellen, was ins Anschreiben gehört, wie man sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitet, welche Rolle das Internet spielt.

Ich habe mit Leuten von Ausbildungsbetrieben gesprochen, mit der Handwerkskammer und der IHK. Ich habe in Götz Praktikanten besucht, die innerhalb des Unterrichts in Klasse 8 in verschiedene Berufe reinschnuppern können. Außerdem war ich in Töplitz, wo zwei Jugendliche eine Bäcker- und Konditorlehre begonnen haben.

Es lief nicht alles glatt, so war eine der Jobbörsen im Internet mehrere Tage lang nicht erreichbar, so dass wir sie uns nicht ansehen konnten. Ansonsten ist es aber mal wieder ein schönes Gefühl, ein Produkt aus eigener Hand auf dem Tisch liegen zu haben.

aRTikel

Den ganzen Tag Kekse und Torten

Mittwoch, den 3. November 2010
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Markus Zinnow (22) und Pascal Müller (16) sind Auszubildende bei der Bäckerei Kühnbaum in Töplitz

MAZ Potsdam, 3.11.2010

Sie haben großen Spaß an ihrer dreijährigen Lehre, und die Übernahmechancen sind hoch. Da stört es die beiden Lehrlinge auch nicht, dass sie meistens sehr früh aufstehen müssen.

Die Schicht von Markus Zinnow beginnt mitten in der Nacht. Gegen 0 Uhr muss der 22-Jährige in der Backstube der Bäckerei Kühnbaum in Töplitz (Potsdam-Mittelmark) sein. Gegen 9 Uhr hat er dann Feierabend. Er ist im dritten Lehrjahr und will Bäcker werden. Bis zu 30 verschiedene Sorten Brötchen für neun Läden müssen rechtzeitig fertig sein. „Ich lerne aber auch den Umgang mit Cremes und Torten“, erzählt er. Am Anfang sei die Arbeitszeit eine echte Umstellung gewesen, erinnert er sich. „Spaß macht es aber trotzdem.“

Markus ist einer von zwei Auszubildenden bei den Kühnbaums in Töplitz. Pascal Müller hat gerade erst angefangen, ist im ersten Lehrjahr. „Ich werde Konditor“, erzählt der 16-Jährige aus Potsdam. Um 6 Uhr in der Früh geht’s los. „Es ist viel Handarbeit. Ich mache zum Beispiel Streuselkuchen oder Kekse.“ Zwei Wochen Praxis wechseln sich mit einer Woche Schule in Brandenburg an der Havel ab.

„Viele können sich unter unserem Beruf nichts vorstellen“, sagt Gunnar Kühnbaum, der Chef seiner Firma. „Oft sind Bewerber erstaunt, was sie alles für Kenntnisse brauchen.“ Es müsse ein technisches Verständnis für die verschiedenen Maschinen da sein, sie müssen sich Wissen über Teigbildung und Frischhaltung erwerben. „Es ist schwer geworden, junge Leute zu finden, die eine Lehre zum Bäcker machen wollen“, so Kühnbaum weiter. Auch mit der Nachtarbeit kämen viele nicht klar. „Dabei ist das wirklich eine krisensichere Arbeit.“ Brötchen würden immer gegessen.
Zur Ausbildung gehören die Herstellung der Rohstoffe für die Brote, Brötchen, Kuchen und Torten. Wichtig, so Kühnbaum, sei auch die Hygiene und die Werterhaltung der Maschinen. Voraussetzung seien unter anderen gute Kenntnisse in Mathematik. „Die schulischen Leistungen müssen schon einigermaßen gut sein“, sagt Gunnar Kühnbaum. „Das Interesse ist wichtig, sie müssen sich verantwortlich für das fühlen, was sie da machen.“ Besondere Vorkenntnisse seien nicht notwendig. „Wir sind allerdings öfter mal überrascht, wie viele junge Leute das Backen als Hobby für sich entdeckt haben.“
Die Übernahmechancen seien recht hoch. „Wenn die Leistung entsprechend ist und überhaupt das Interesse da ist, auf jeden Fall“, sagt Gunnar Kühnbaum. Die Bäckerei gibt es seit 1910, in diesem Jahr feierte die 60-köpfige Belegschaft den 100. Geburtstag des Unternehmens.

Markus Zinnow und Pascal Müller sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. „Das schönste ist, zu sehen, wie sich aus Getreide, Mehl und den anderen Zutaten nach und nach das Produkt entwickelt“, erzählt Markus Zinnow. „Man sieht, was man geschaffen hat, wenn dann im Ofen das Brot liegt.“ Pascal Müller sieht das genauso: „Ich finde es toll, wie kreativ man in dem Job sein kann.“ Wenn er seine Lehre als Konditor abgeschlossen hat, stehen ihm alle Wege offen. „Als Konditor findet er immer eine Arbeit“, glaubt Gunnar Kühnbaum.