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Unter Hühnern

Samstag, den 18. September 2021
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Als wir uns dem Gelände nähern, auf dem der mobile Hühnerstall steht, da setzt schon eine Völkerwanderung ein.
Etwa 1500 Hühner leben in diesem Stall am Rande von Schwante, und als sie ihr “Herrchen” erspähen, kommen sie alle in Richtung Eingang gerannt. Wie die Lemminge, wie in einem Computerspiel.

Mir wird ein bisschen mulmig, und mein Begleiter – das “Hühnerherrchen” fragt, ob ich Angst vor Hühnern hätte. Worauf ich entgegne, dass ich noch nie mit so vielen Hühnern zu tun hatte. “Die tun nichts”, sagt er.
Der Geräuschpegel ist schon relativ hoch. Das “Gack-ack-ack ackack-ack” hundertfach macht schon Eindruck, vor allem wenn es in Wellen an- und abschwillt.
Herrchen öffnet das Gatter, wir schlüpfen durch, allerdings ganz langsam. Denn das muss man schnell lernen, wenn man unter Hühnern ist: Langsam laufen. Und keine ruckartigen Bewegungen.
Als ich doch mal eine ruckartige Bewegung mache – nun ja, da war was los. Eine Aufschrei und eine Flatterei vom feinsten. Glücklicherweise haben sich die Damen schnell wieder beruhigt.

Dicht gedrängt stehen die Hühner um uns. Einige picken an den Schnürsenkeln des Herrchens. “Die halten sie für Würmer”, erzählt er. Meine Schnürsenkel sind blau, vielleicht achten sie deshalb nicht so drauf.
Ganz langsam laufen wir zum Stall, immer muss man hoffen, dass man nicht auf ein Füßchen latscht. Aber an sich sind die Tiere in der Tat friedlich.

Es sind Freilandhühner. Sie leben zwar im Stall, können aber am Tage jederzeit raus und haben ein recht großes Gehöft. Dazu gehören auch eine Wasserstelle und Unterstände, unter die die Tiere flüchten, wenn sie Gefahr wittern. Dann setzt wieder das Massengetappel ein, wenn alle in eine Richtung stürmen.
Wenn es dunkel wird, gehen die Hühner alleine in den Stall, später schließt sich die automatische Klappe.
Nach der Stallbesichtigung laufen wir wieder gaaanz laaangsam in Richtung Ausgang, immer begleitet vom Hühnervolk und ihrem “gack-ack-ack ackack-ack”. Es klingt ein bisschen enttäuscht, als wir wieder draußen sind. Aber nur kurz: Dann rennen sie wieder woanders hin, weil was anderes spannend war.

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Olympia 2020 live: Reiten – Dressur, Einzel Mixed

Freitag, den 30. Juli 2021
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MI 28.07.2021 | 13.00 Uhr | ZDF

Ich dachte ja immer, dass es bei Olympia darum geht, dass sich Menschen sportlich miteinander messen. Es geht bei Olympia allerdings nicht nur um Menschen, sondern auch um Pferde.
Am Mittwochmittag übertrug das ZDF den Reitsport-Dressur-Wettbewerb.

Man sieht: Eine Frau, die auf einem Pferd sitzt, das innerhalb einer eingegrenzten Fläche merkwürdige Bewegungen vollzieht. So eine Art seitlichen Galopp. Kurze Schritte, Trippelschritte – und so weiter.
Ich frage mich ganz ehrlich: Was soll das? Warum müssen Pferde so ein Quatsch können? Und da reden wir noch nicht mal darüber, wie Pferde hohe Hindernisse überwinden müssen und dabei womöglich gegen die Balken donnern.

Der Zirkus steht schon seit einiger Zeit unter Beschuss. Immer mehr Menschen möchten nicht mehr sehen, wie Tiere im Zirkus irgendwelche Kunststücke machen. Und immer mehr Zirkusse verzichten richtigerweise auf Tiere.
In Sachen Olympia wird über die Teilnahme von Pferden bislang nicht wirklich diskutiert. Dabei steht auch da die Frage im Raum, wieso es eine olympische Disziplin ist, Pferde blödsinnige Bewegungen machen zu lassen und den Reiter und Reiterin dafür zu feiern.
Aber vielleicht kommt der Tag, wo endlich auch darüber mal breit diskutiert wird.

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Die Waschbären kommen

Dienstag, den 27. Juli 2021
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Sie haben sich offenbar ordentlich vermehrt. Schon im Juli 2020 habe ich an dieser Stelle über zwei Waschbären am Kentucky Fried Chicken in Berlin-Reinickendorf geschrieben. Weil die Leute auf dem Parkplatz davor ihren Müll hinterlassen, haben sie dort ordentlich was zu fressen.

So ziemlich genau ein Jahr später kann ich verkünden: Es sind nicht mehr zwei Waschbären, sondern fünf. Sie haben sich vermehrt. Vielleicht hat sich auch rumgesprochen, dass es auf dem KFC-Parkplatz ein reichhaltiges Menü gibt.
Ich fahre gerade auf den Parkplatz, wollte mich direkt auf die Stelle gegenüber des Eingangs stellen, da erblicke ich am Mülleimer Waschbären. Ich zähle: fünf. Fünf dicke Tierchen, die sich da gerade am Mülleimer und dem Kram drumherum bedienen.
Und die KFC-Leute machen es den Tieren auch sehr leicht, denn scheinbar wird der Platz nicht regelmäßig gesäubert, die Eimer nicht oft geleert. Dass sich die Tiere daran bedienen, ist klar.

Mir ist das nicht geheuer, ich parke mein Auto an einer anderen Stelle, und so machen das auch die Leute, die nach mir auf den Parkplatz gefahren kommen. Fünf Waschbären wirken irgendwie schon etwas bedrohlich, auch wenn sie erst mal ganz niedlich aussehen. Aber fünf solcher recht großen Tiere sind schon eine ordentliche Gang.

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Mein Hund fürs Leben

Dienstag, den 29. Juni 2021
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SO 27.06.2021 | 14.55 Uhr | ZDF

Im Berliner Tierheim gibt es so viele Hunde, Katzen und andere Tiere – die lassen sich kaum vermitteln. Allein hunderte Hunde warten darauf, irgendwann neue Herrchen oder Frauchen zu bekommen.
Ein Format, das eine schöne Werbung für die Tierheime ist, startete am Sonntagnachmittag im ZDF: “Mein Hund fürs Leben”. Wobei aber auch klar sein sollte, dass eine Tiervermittlung anders funktioniert als in dieser Dokureihe.

Paare, Familien oder Einzelpersonen erzählen in der Reihe, warum sie einen Hund im Haus oder im Garten haben möchten. Was es denn für ein Hund sein und welche Eigenschaften er vielleicht auf keinen Fall haben sollte.
Moderatorin Sonja Zietlow und vor allem das Pfoten-Team des Berliner Tierheims überlegen dann, welcher Hund passen könnte. Dieser wird dann den Paaren oder Familien vorgestellt, man kann sich gegenseitig beschnüffeln, Testspaziergänge machen – und Wochen später steht dann fest, ob es geklappt hat.

Zum Beispiel Andrea und Winfried. Sie wollen neben ihrer Katze wieder einen Hund. Auch sie erzählen, in welche Richtung es gehen sollte. Das Pfoten-Team stellt ihnen ein kleines Hundebrüder-Paar vor, das nicht getrennt werden soll. Winfried ist erst mal entsetzt und will das nicht – aber es kommt anders.
Oder Bastian und Sasha. Als ihnen das kleine Hundchen vorgestellt wird, ist einer der besten Männer erst mal skeptisch, weil der Hund ein gewisses Desinteresse zeigt.

“Mein Hund fürs Leben” im ZDF ist ein leichtes, durchaus fröhliches Format. Auch wenn es eigentlich weniger um die Hunde selbst geht, um Erziehung oder Probleme beim Hundehalten, sondern eher um die Menschen und die Frage, ob sie sich mit den Tieren arrangieren können, handelt es sich um gute Tierheim-Werbung. Als Zuschauer ist es interessant zu sehen, wie sich die Hunde und die Menschen beim ersten Treffen verhalten und welche Kriterien dafür oder dagegen sprechen, das Tier auch zu behalten.
In Folge 1 gingen alle Vermittlungen gut aus. Vielleicht wird das nicht in allen Folgen gelingen. Alles andere sähe dann doch ein bisschen zu positiv aus…

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 26. Juni 2023)

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Mückenangriff

Samstag, den 12. Juni 2021
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Wenn ich dir einen guten Rat geben darf: Mache niemals eine Pinkelpause am Waldrand. Niemals!
Neulich war ich am Abend unterwegs, und ich muss einfach eine Pause einlegen. Wasser lassen, wie man so schön sagt. Und das will man ja eher nicht so in der Öffentlichkeit. Ein paar Bäume zum Verstecken sind da schon ganz hilfreich.
Und so nahm ich nahe Velten eine kleine Einfahrt in ein Waldstück – natürlich parkte ich ganz vorne. Ich lief ein Stück den Weg rein, und schon als ich stehen blieb, schaute ich an mir runter und erblickte an meinen Beinen lauter Mücken. Ich hatte eine kurze Hose an, und das machte das alles nicht besser. Ich war einem Mückenangriff ausgesetzt, alleine am linken Bein zählte ich sechs oder sieben Mücken.

Ich musste aber trotzdem mal. Nun ging es darum, das Wasser zu lassen, irgendwie die Mücken abzuschütteln und irgendwie auch in Bewegung zu bleiben. Alles andere als einfach.
Als ich fertig war, lief ich schnell zum Auto zurück. Die Mücken waren überall, ich schüttelte und streifte sie ab, stieg ins Auto und Tür zu.
Im unweit davon liegenden Gewerbegebiet musste ich noch mal stoppen. Um mir den Schaden an den Beinen anzusehen, die ordentlich juckten. Und auch die Rückfahrt war höchst unangenehm, denn kratzen macht es ja nun wirklich nicht besser.

Das Schlimme ist: Ich hätte es wissen müssen. Denn vor einigen Tagen war ich am Sonntagnachmittag unterwegs, um einen netten RTest-Drehort zu finden. Ich fand einen netten Waldweg bei Hohenbruch, der sich gut eignete. Dachte ich. Denn in dem Moment, wo ich das Stativ aufstellen wollte, griffen mich die Mücken schon an. Nichts ging, den Dreh dort konnte ich vergessen. Auch da flüchtete ich zum Auto.
Deshalb: In den Wald nur mit Mückenspray, total vermummt – oder es sein lassen.

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Bernd ist im Katzenhimmel

Samstag, den 3. April 2021
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Kein Tier war länger bei uns. Es müssen 15 oder 16 Jahre gewesen sein. Am Donnerstag mussten wir von Bernd Abschied nehmen.

Wann genau Bernd zu uns kam, wissen wir gar nicht mehr so genau. Ich kann mich nur erinnern, dass der Kater zur Fußball-WM 2006 schon bei uns war. Also muss er entweder Ende 2005 oder Anfang 2006 zu uns gestoßen sein.
Er ist uns zugelaufen. Wir wissen nur, dass zu zuvor bei Nachbarn bereits zugelaufen war. Er muss in der Nachbarstraße geboren worden und irgendwann losgelaufen sein. Bei unseren Nachbarn – und den Kindern dort – scheint es ihm aber nicht gefallen zu haben.
Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon Oskar, 2006 war der Kater drei Jahre alt.
Plötzlich tauchte der plüschige grau getigerte Kater bei uns auf. Wir wussten, dass er Bernd heißt, und wir haben den Namen eigentlich immer auch beschmunzelt. Und plötzlich war da. Im Garten. Und plötzlich war er im Haus. Und er kam immer wieder. Immer öfter. Und blieb dann irgendwann.
Es schien ihm bei uns mehr gefallen zu haben, denn bei uns hatte er einerseits seine Ruhe. Andererseits hatte er aber auch Oskar, der Bernd erstaunlich gutmütig und freundlich bei uns aufnahm – war ja auch nicht selbstverständlich.
Offenbar war es der anderen Familie auch nicht so wichtig, wo der Streuner abgeblieben war. Bernd jedenfalls blieb.

Wie Oskar und Bernd quasi als Brüder ihr Leben bei uns führten, war oft rührend anzusehen. Abends lagen sie Rücken an Rücken auf dem Sofa. Natürlich gab es hin und wieder Zoff. Aber nie ernsthaft. Als Bernd zu uns kam, war er noch nicht ausgewachsen, und es schien, als ob Oskar ihm erst mal beibringen musste, wie man sich putzt. Das hat Bernd erst getan, nachdem er das bei Oskar gesehen hat.
Als Oskar am Ende des Winters 2016 bei uns in der Veranda eingeschläfert werden musste und der Kater noch auf der Bank lag, sprang Bernd rauf und leckte ihn ein paar mal – vermutlich wusste das Tier, dass es Abschied nehmen musste.

Zuletzt wurde festgestellt, dass Bernd einen Tumor im oder am Magen hatte. Nachdem das klar war – vermutlich hatte er ihn schon länger -, hatte er noch ein paar Wochen. Aber dann kamen die Tage, wo er gar nichts mehr fraß, wackelig wurde. Und ehe das Leiden ganz schlimm wird…
Mach’s gut, kleiner Freund! Ich werde die Zeit auf dem Sofa mit dem ausführlichen Kuscheln vermissen.

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Linus ist einer der Helden der Brandnacht

Mittwoch, den 24. Februar 2021
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Als nebenan ein Feuer ausbricht, ist es der Hund, der sein Frauchen Tanja Bienek aus dem Schlaf reißt

MAZ Oberhavel, 24.2.2021

Kremmen.
Als alles überstanden war, da wich Linus seinem Frauchen nicht mehr von der Seite. „Er war fix und fertig“, erzählt die Kremmenerin Tanja Bienek. „Der hat auch Angst gehabt.“ Aber Linus war vor allem einer der Helden der Nacht. Hund Linus ist achteinhalb Jahre alt. Der Parsson Russell Terrier war noch ein Welpe, als er zu Tanja Bienek kam. „Er ist ein friedlicher Geselle und sehr auf mich geprägt.“

Am frühen Montagmorgen brach auf dem Gelände eines Dachdeckerbetriebes ein Feuer aus. Und Linus erkannte offenbar den Ernst der Lage. Eigentlich schläft er beim Frauchen im Bett. Aber in dieser Nacht wurde er nervös. „Linus hat gebellt, ist durch die ganze Wohnung gerannt. Er ist aufs Bett gesprungen.“ Er stupste sie am Gesicht und am Körper an. „Ich habe den auch noch angeschnauzt“, erzählt Tanja Bienek. „Aus! Ist nachts!“, hatte sie gerufen. Aber Linus ließ nicht locker, er ließ sein Frauchen einfach nicht mehr weiter schlafen. „Ich bin dann aber doch aufgestanden.“ Sie kam am Fenster vorbei, und da sah sie die Katastrophe: das Feuer nebenan.

Sie meldete sich bei der Feuerwehr, zuvor hatte schon eine Nachbarin ebenfalls die Feuerwehr angerufen. In der Nachbarschaft setzte geschäftiges Treiben ein. „Alle Einwohner sind raus, haben die Autos aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nicht, dass die auch noch Funken abbekommen. Wir haben die Explosionen gehört. Es hieß dann nur noch: raus, raus, raus!“
Es sei erschreckend gewesen, wie schnell alles gegangen sei. „Das alles hat sich ja innerhalb von drei bis vier Minuten abgespielt. Da bekommt man zwischenzeitlich wirklich Panik, weil man sich fragt: Wann hört das auf?“ Wie lange die Feuerwehr brauchte, kann Tanja Bienek nicht sagen. „Es kommt einem ja immer wie Stunden vor, aber auch das ging schnell.“ Als das Löschen begann, habe sie sich auch schon sicherer gefühlt.
Und für Linus gab es am Montag ein Extrastück Käse. „Den liebt er.“ Und es ging noch eine große Runde spazieren.

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