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Rügen 2019 (12): Die Möwen lauern schon

Samstag, den 31. August 2019
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(11) -> 21.8.2019

Am Binzer Strand gibt es ja die eine oder andere Imbissbude. Und natürlich auch neugierige Möwen. Die wissen genau, wo sie eventuell was finden.
Sitzt man mit einem Teller Pommes im Sessel am Imbiss, direkt am Strand, dann beäugen einen die Vögel sofort. Langsam pirschen sie sich an, schauen einen an. Patscht man in die Hände, dann zucken sie nicht mal zusammen. Guckt man gerade mal nicht hin, tippeln sie gleich wieder näher ran.
Wenn man die Pommes dann nicht abschirmt, dann kann es durchaus sein, dass die Möwen einen Angriff starten. Aber zum Glück waren wir mit dem Verspeisen schneller.

An der Strandpromenade ist unterdessen Showtime. Ein Mann steht am E-Piano, das unter einem Pavillon steht. Eine ältere Frau singt Schlager. Das heißt, sie singt zum Playback mit. Im Playback sind noch mehr Stimmen zu hören, ein kleiner Chor. Aber dafür hat vermutlich die Gage nicht gereicht.
Vermutlich würde man im Normalfall die ganze Sause einfach ignorieren – aber wenn man in Urlaubsstimmung ist, nimmt man das mal mit. Jedenfalls für fünf Minuten. Dann mussten wir dann doch, ähm, dringend los.

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Grashüpfer – ein blinder Passagier

Sonntag, den 25. August 2019
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Er fiel mir auf, als ich auf der Avus, der A115 in Berlin, unterwegs war. Auf der rechten Seitenscheibe neben dem Beifahrersitz hockte ein grüner Grashüpfer. Erstaunlicherweise strotzte er der Geschwindigkeit. Es wirkte, als ließe er sich den Wind um die Nase wehen.
Irgendwann bewegte sich das Tier in Richtung Seitenspiegel, da war der Wind vielleicht nicht ganz so heftig. Wo der Gashüpfer “dazugestiegen” ist, habe ich nicht mitbekommen.

Am Kreuz Zehlendorf bog ich in Richtung Wannsee ab, und ich dachte, da wäre es ja ideal für den Grashüpfer “auszusteigen”. Immerhin befindet sich dort am Rand ein kleiner See und viel Grün drumherum.

Aber der Grashüpfer blieb. Ich fuhr inzwischen auf der B1 durch Wannsee. Das Tierchen kletterte inzwischen auf die Windschutzscheibe. Selbst das Betätigen des Scheibenwischers konnte ihn nicht verscheuchen. Er wollte weiterfahren.
Im Ortsteil Stolpe hatte er die linke Fahrertür erreicht. Als ich im Arnold-Knoblauch-Ring stoppte, betätigte ich den Fensterheber, und der Grashüpfer landete auf der Straße. Und blieb dort. Erst als ich ihn leicht mit den Fuß antippte, hüpfte er ein paarmal weiter. Ich ließ ihn ziehen, und hoffentlich geht es ihm gut. So ein Umzug kann ja sehr aufregend sein.

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Möwen und die Sehnsucht nach Mehr

Freitag, den 9. August 2019
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Das ist definitiv ein Zeichen: In dieser Woche hörte ich öfter Möwengeschrei über der Oranienburger Innenstadt. Ein Geräusch, das ich kenne und gern habe. Es erinnert mich an das Meer.

Ich liebe das Meer, und bald werde ich auch wieder am Meer sein. Binz ruft. Und dort werden sie wieder jeden Tag kreischen. Die Möwen werden über den Ort fliegen, und sie werden sich am Ostseestrand aufhalten.
Diesen Flash hatte ich, als die Möwengeräusche durch das offene Fenster drangen.

Einen Tag danach lief ich gerade über den Bahnhofsplatz, und da sah ich sie dann auch. Die Möwen flogen über den Platz, sie kreischten, und für einen kurzen Momente wirkte es, als befinde sich auch Oranienburg am Meer.

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Zoo vs. Tierpark

Samstag, den 27. April 2019
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Berlin leistet sich zwei Tiergärten. Es gibt den Tierpark in Friedrichsfelde und den Zoologischen Garten in Charlottenburg.
Ob es nun daran liegt, dass ich ein Ossi bin, weiß ich nicht – aber ich finde den Tierpark viel schöner. Und das, obwohl der Zoo sehr viel älter ist und der artenreichste Zoo der Welt ist. Der Tierpark ist flächenmäßig sehr viel größer, hat aber nur die Hälfte der Tiere, die im Zoo zu sehen sind.

Vielleicht hat das aber wirklich damit zu tun, dass der Tierpark wirklich ein Park ist. Man kann dort wunderbar spazieren, es gibt breite Alleewege, riesige Wiesen. Auf vielen Flächen sind die Tiere ohne Zäune zu sehen, nur getrennt durch Wassergräben oder ähnliches.

Neulich waren wir im Zoo, und natürlich sind wir nicht durch jede Ecke des Geländes gelaufen, aber nach nicht mal zwei Stunden war schon völlig die Luft raus.
Wir haben uns die Pandabären angesehen, jedenfalls nachdem wir uns durch die Menschenmassen gedrängelt haben, und irgendwie ist es dann auch nicht sehr schön, wenn man im Gedrängel rumsteht und glotzt. Die Elefanten waren irgendwie in der Ferne, der Eisbär hatte sich verkrochen. Die Affen waren ganz spannend.
Aber die ganze Anlage versprüht irgendwie nur wenig Flair.

1990 stand wohl kurz mal im Raum, den Tierpark in Friedrichsfelde zu schließen, weil Berlin ja schon den alten in Charlottenburg hatte. Gut, dass das damals nicht getan worden ist.

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Überraschungsevent (25): Nachts im Museum

Samstag, den 1. Dezember 2018
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(24) -> 17.11.2018

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Januar bin ich dran.

Diesmal waren wir nachts im Museum. Das Naturkundemuseum in Berlin bietet hin und wieder Taschenlampenführungen an. Sie beginnen lang nach Schließung des Hauses – nämlich erst um 22 Uhr.
Man geht zu einem Seiteneingang, wartet eine Weile, und irgendwann öffnet sich die Tür, und eine junge Frau lässt uns rein.
Nur etwa 20 Leute sind zu dieser Führung zugelassen. Das Museum ist weitgehend dunkel, es ist still, die Atmosphäre ist eine ganz andere als sonst.

In der großen Halle stehen die Dinosaurier, und während uns einiges dazu erklärt wird, leuchten wir die Skelette mit den Taschenlampen ab. Von den 8 gezeigten Dinos bestehen fünf aus überwiegend “Originalmaterial”. Da kommt man echt ins Staunen.

Atemberaubend sind aber die Teile des Museums, in die man sonst gar nicht rein kommt. Sie sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aus sicherungstechnischen Gründen.
Aber dort stehen in einer Halle zum Beispiel in lauter Schrankvitrinen ein paar Vogel-Präparate. Ungefähr 30.000 davon. Der Wahnsinn. Man läuft an den Glasschränken entlang und blickt in zig Vogelaugen. Die Präparate sind mitunter schon mehr als 200 Jahre alt. Man möchte lange und langsam dort langschlendern und sie alles genauer ansehen, aber wir hatten nicht so viel Zeit. Und das alles im dunklen Raum mit Taschenlampen. Eine spannende Atmosphäre.

Ein paar Schritte weiter sind die eingelagerten Säugetiere. Zum Beispiel ein Fuß eines Elefanten. Auch schon fast 200 Jahre alt, von einem Zirkus in Potsdam. Die Geschichte dieses Elefanten ist gerade grotesk dramatisch. Das Tier wurde wild, wurde vergiftet, wurde dann nach Berlin transportiert und ist durch das Gift aufgedunsen und explodiert.
Bevor der Schrank mit dem Elefantenfuß geöffnet wurde, sollten wir alle die Taschenlampen ausschalten, und es war der Moment der absoluten Dunkelheit, in der wir plötzlich standen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch am Eisbären Knut vorbei, der seine letzte Heimstatt auch im Naturkundemuseum gefunden hat. Am Ende waren wir beide der Meinung, dass wir einen spannenden Abend erlebt haben. Diese Taschenlampenführung zeigt so ein Museum mal auf eine ganz andere Weise.

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RT im Kino

Wuff

Sonntag, den 28. Oktober 2018
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Wau, äh, Wuff! Detlev Buck hat einen Ensemblefilm über den besten Tierfreund des Menschen ins Kino gebracht. Buck ist auf den Hund gekommen.

Da ist Ella (Emily Cox), die den Chefjob bei einer Zeitschrift nicht bekommt, weil ihr Freund sie ausgebootet hat. Dem Typen gibt sie den Arschtritt, weil der auch noch fremdgeht. Sie schafft sich einen Hund an und streift durch den Wald. Ist der Förster Daniel (Kostja Ullmann) etwa jemand, mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen könnte?
Olli (Frederick Lau) muss sich um den Hund seiner kranken Nachbarin (Katharina Thalbach) kümmern. Dadurch lernt er mehr Leute mit mehr Hunden kennen und denkt sich etwas ganz besonderes aus: ein Hunde-Fußballturnier.
Michelle (Johanna Wokalek) führt eine schwierige Ehe, weil ihr Mann (Urs Jucker) den neuen Familienhund nicht ausstehen kann. Dann aber stellt sich raus, welches Problem Mann und Hund wirklich haben.

Momentan scheint sich Filmemacher Detlev Buck in einer leichten Schwächephase zu befinden. Denn auch “Wuff” ist – abgesehen von seinem dämlichen Titel – nur ziemlicher Durchschnitt.
Sehr lange wirken die verschiedenen Geschichten geradezu seltsam banal. Lange fragt man sich als Zuschauer, ob denn noch etwas nennenswertes passieren wird. Die Geschichten sind irgendwie nett, aber eigentlich viel zu nett, zu harmlos, irgendwie nichtig. Das ändert sich erst im letzten Drittel, als die Storys dann langsam seinen Sinn ergeben.
Der Film ist weder besonders witzig, noch kitschig oder romantisch, und auch die Tiere wirken oft arg gekünstelt. “Wuff” ist leider nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wuff
D 2018, Regie: Detlev Buck
DCM, 114 Minuten, ab 6
5/10

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Zirkus andersrum

Donnerstag, den 27. September 2018
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Der Oranienburg kommt nach Oranienburg. Welcher, weiß ich aber nicht.
Das könnte eventuell an den vielen Plakaten liegen, die in der Stadt hängen. Fast alle andersrum – die stehen auf dem Kopf. Was einige für einen Werbegag halten, soll angeblich damit zu tun haben, dass es Stunk mit der Firma gegeben haben soll, die die Plakate aufgehängt hat. Rache also?

Oder doch PR? Dann würde die aber nach hinten losgehen. Denn wenn alle Plakate auf dem Kopf stehen, weiß ich weder, welcher Zirkus denn kommt, wann er kommt und wohin genau er kommt.

Was man erkennen kann: einen Tiger. Und damit hat sich das Ganze ja eh schon erledigt. Zirkusse mit Tieren sind für mich sowieso tabu.

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