RTelenovela

Volojahre (70): Kinder, Kinder

Mittwoch, den 24. November 2010
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(69) -> 16.11.2010

4 Uhr am Morgen in Potsdam. Treffunkt für unsere Expedition ins Saarland. Als Volo muss ich die Tour gemeinsam mit dem Veranstalter begleiten. Zehn Kinder aus ganz Brandenburg, 5. bis 7. Klasse, kommen zusammen, um dann gemeinsam einen Tag lang zu verbringen. Wir steigen in den Bus nach Schönefeld, jeder nimmt sich einen eigenen Platz, keiner sagt ein Wort. Es ist ganz still im Bus, nur das Radiio dudelt.

4.55 Uhr auf dem Flughafen in Schönefeld. Die Kinder trotten durch die Halle. Es sind noch fast zwei Stunden bis zum Abflug nach Zweibrücken. Einer braucht noch einen Ausweis, mit den neun anderen stelle ich mich an einen Bistrotisch.
Aber irgendwie müssen sie mal miteinander ins Gespräch kommen. Ich bitte sie, sich alle mal vorzustellen. Ganz schüchtern sagen sie, wer sie sind. Dann sage ich ihn die erste Aufgabe: Sie sollen Zweiergruppen bilden und den jeweils anderen ausfragen, damit sie dann ein richtiges Porträt über ihn/sie schreiben können. Die vier Mädchen stellen sich mit Mädchen zusammen, die Jungs mit Jungs.

5.50 Uhr. Wir warten am Gate auf unseren Abflug. Die Mädchen schnattern schon wie wild miteinander, machen sich Notizen. Sie scheinen schon aufgetaut zu sein.
6.50 Uhr. Das Flugzeug ist gestartet. Der Lärmpegel steigt. In den Reihen sprechen nun auch die Jungs mit.
7.55 Uhr in Zweibrücken. Auf dem kleinen Flughafen scheint die Meute inzwischen zu sich gefunden zu haben. Wir steigen in den Bus, der uns nach Thuley zu den Ausgrabungsstätten bringen soll. Das Bild hat sich gewandelt. Nun schnattern die Jungs miteinander, machen ein Witz nach dem anderen. Die Mädchen sind ruhiger geworden, schauen aus dem Fenster.

So zieht sich das durch den Tag. Selbst ein Junge, der den ganzen Tag geschwiegen hat und total verschüchtert wirkte, drehte spätestens zum Mittagessen auf und erzählte seltsam verschwinte Geschichten aus seiner Schulklasse.
Es scheint, als ob die Kinder am Ende zu besten Freunden zusammengewachsen sind. Viele wollen in E-Mail-Kontakt bleiben oder sich in irgendwelchen Foren zusammenfinden – auch weil sie ja noch ihre Porträts (die ja eigentlich nur die Kennenlernübung sind) schreiben müssen.

RTelenovela

Saarland-Tournee (4): Gräben und Mauern

Mittwoch, den 24. November 2010
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(3) -> 6.5.2009

Ich bin gerade ein bisschen müde. Einmal Saarland und zurück, und das an einem Tag. Oranienburg – Potsdam – Schönefeld – Zweibrücken – Tholey. Los ging’s vor meiner Haustür um 3.10 Uhr, um 23.10 Uhr war ich wieder daheim.
Und irgendwie ist es seltsam, morgens gegen 4.55 Uhr im fast menschenleeren Flughafen Schönefeld rumzustehen. Unsere Gruppe war so ziemlich allein. Trotzdem ließen es sich die Sicherheitskräfte nicht nehmen, ihre Maschinenpistole zu präsentieren.

Nach Tholey im Saarland sind wir gefahren, um uns den Wareswald anzusehen. Dort sind Ausgrabungen von Häusern zu sehen, die bis vor etwa 1600 Jahren bewohnt waren. Man kann sich Keller anschauen, Fundamente und vieles mehr.
Bei nasskaltem Wetter spazierten wir durch einen dunklen Märchenwald. Durch geomagische Untersuchungen können die Forscher mit ziemlicher Sicherheit sagen, wo einmal Häuser gestanden haben.
Das ist irgendwie ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass an der Stelle vor 1600 Jahren das Leben tobte. Warum die Siedlung verlassen wurde, weiß niemand so genau.

Immer wieder finden Spaziergänger historische Gegenstände aus der gallorömischen Siedlung. Sie übergeben sie an Forscher oder gleich ans Landesdenkmalamt nach Schiffweiler. Dort arbeiten Leute daran, die Funde zu restaurieren, seien es Ofenkacheln, Schädelteile oder Nagetierzähne. All das wird gereinigt, geklebt, entsalzt, datiert – und somit der heutigen Menschheit erlebbar gemacht.
Archäologie live.