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ZDF.reportage: B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume

Dienstag, den 12. März 2019
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SO 10.03.2019 | 18.00 Uhr | ZDF

Die B96 muss bei Medienleuten neuerdings irgendeine Faszination ausstrahlen. Mehrere Bücher über die ehemalige Fernverkehrsstraße sind erschienen, und auch ein ganzes Special auf Spiegel Online.
Nun schob das ZDF eine zweiteilige Doku hinterher, die von Spiegel TV produziert worden ist – die Recherche war also schon vorhanden.
Wieso man aber meint, eine 500 Kilometer lange Strecke auf eine Stunde einzudampfen, ist rätselhaft. Zweimal 30 Minuten, beide Male am frühen Sonntagabend, waren im ZDF zu sehen. Viel zu wenig.

Da zeigte man zu Beginn des zweiten Teils Bilder vom Picknick in Weiß im Oranienburger Schlosspark – und immerhin erwähnte man ganz am Schluss, dass ja die B96 gar nicht mehr durch die Innenstadt von Oranienburg führt. In Teschendorf stellten die Filmemacher einen Bratwurst-Imbiss vor. In Fürstenberg ging es um die starke Verkehrsbelastung an der engsten Stelle der B96. Im Norden war natürlich die Rühgenbrücke in Stralsund ein Thema – und der Endpunkt war ein Kreisverkehr in Sassnitz auf Rügen, wo die B96 endet.

Es hätte noch so viele spannende Geschichten gegeben, die leider ignoriert worden sind. Man hätte noch weiter auf die Teilung der B96 zu Ost-West-Zeiten eingehen können. Oder den Entenschnabel in Glienicke, wo die B96 genau auf der Ost-West-Grenze verlief. Oder über die ganz alte F96 nördlich von Greifswald.
Aber in einer Stunde kann man das natürlich alles nicht erzählen. Gern hätte das ZDF der B96 mehr als 60 Minuten gönnen können.

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Raphael Thelen / Thomas Victor: Straße der Träume – Ein Roadtrip auf der B96

Dienstag, den 27. November 2018
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Die B96 war zu DDR-Zeiten, als sie noch die F96 war (Fernverkehrsstraße), die wichtigste Strecke im ganzen Land. Sie führt von Zittau in Ost-Sachsen, durch die Lausitz und Berlin bis nach Sassnitz auf Rügen.
Die beiden Journalisten Raphael Thelen und Thomas Victor waren auf einem Roadtrip entlang der B96. Für Spiegel Online haben sie darüber eine vielbeachtete Reportagereihe verfasst. Diese ist inzwischen in erweiterter Form und mit ausführlicheren Texten auch als Buch erschienen.
Sie erheben nicht den Anspruch über die komplette Strecke zu schreiben. Sie haben sich einige Stopps ausgesucht.

Los geht es natürlich in Zittau, und dort finden die beiden Reporter eine Stadt vor, die auf den ersten Blick ziemlich trist zu sein scheint. Aber dann entdecken sie doch ein kulturuelles Kleinod und treffen auf einen Bürgermeister, der sich sehr engagiert.
In der Lausitz landen sie in einer Kneipe, wo sie mit den Leuten über die Widrigkeiten des Lebens sprechen – mit einer interessanten Wendung.
In Teschendorf ist ihnen gleich die Imbissbude „Curry B 96“ aufgefallen. Die reisenden waren schon längst dran vorbeigefahren, wendeten dann aber noch mal. Das Schild hatte die beiden angelockt. Sie treffen auf den Imbissbetreiber und auf einige Gäste.

Zwar löst auch dieses Buch nicht ein, dass es um die Straße geht, die Träume auslöst. Aber dafür sind die Geschichten über die Menschen und Orte an dieser B96 doch sehr spannend geworden. Die beiden Autoren haben sich offenbar auch für die interessanten Begegnungen entschieden. So ist dieses Buch sehr lesenswert. Wenn es auch – das muss man aber sagen – für eine Zweitverwertung mit 18 Euro recht teuer ist.

Rapahel Thelen, Thomas Victor: Straße der Träume – Ein Roadtrip auf der B96
be.bra verlag, 224 Seiten
8/10

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Teschendorf: Rettet das lange E!

Freitag, den 7. September 2018
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Wenn ich mal in Teschendorf unterwegs bin und es mit waschechten Einheimischen zu tun habe, dann stelle ich gern mal die berühmte Teschendorf-Frage. 2007 habe ich das schon mal gemacht, und gestern Nachmittag auch wieder, in der Autowerkwerkstatt von Harald Viek, der seit 25 Jahren die Stoppelrennen mitorganisiert.

Wie sagen es die Bewohner: Teschendorf mit kurzem oder langem E? Die Antwort war sehr eindeutig: Die Einheimischen sagen Teeeeschendorf – mit langem E.
So kenne ich das auch. Als Heizungsbauer war mein Vater einst auch öfter dort unterwegs, und da war auch immer nur von Teeeeschendorf die Rede.
Es seien meistens Auswärtige oder Zugezogene, die das kurze E verwenden, erzählte Harald Viek gestern mit einem Schmunzeln im Gesicht. Oder der Verkehrsservice im Radio, wenn Teschendorf dort mal wieder Mode ist – oder manchmal auch die Stimme aus dem Navi im Auto.

Es wird Zeit für eine Initiative: „Rettet das lange E“!

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RTelenovela

Mit Silbermond auf der B96

Dienstag, den 8. November 2016
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Die B96 ist in diesem Jahr so richtig in Mode gekommen. Sie ist ja auch eine besondere Straße. Nicht nur, dass sie durch ganz Oberhavel führt. Die B96 (oder zu DDR-Zeiten: F96) wies uns den Weg an die Ostsee, auf die Insel Rügen.
Ein (eher mäßiges) Buch ist über die Bundesstraße erschienen, und auch die Band Silbermond hat die B96 besungen.

Natürlich ist es ein ganz besonderes Gefühl, wenn der Song im Radio läuft und man gerade tatsächlich auf der B96 unterwegs ist. “Seit 10.000 Jahren zerreißen Menschen sich Mäuler, über alles und jeden. Also alles beim Alten, hier an der B96”, heißt es.
Zwar besingen Silbermond ja eher die B96 im sächsischen Teil, aber auch wenn man gerade in Teschendorf einrollt und nur noch eine Viertelstunde bis Oranienburg braucht, passt das gut. Wer durch das Dorf fährt, sieht sie nämlich auch, die Leute, die da am Rand stehen, und ratschen.

“Und das Herz schlägt ruhig, hier im Hinterwald”, singen die Silbermond-Leute. Zumindest dann, wenn in Teschendorf nicht gerade Stau ist und man fluchend auf die Weiterfahrt hofft.

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Achtung, verdächtiges Fahrzeug!

Samstag, den 27. Juni 2015
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Zu den großen Gefahrenquellen beim Autofahren zählt nicht nur das Telefonieren, sondern auch “WhatsAppen”. Nachrichten schreiben oder chatten während der Fahrt ist natürlich verboten. Und sowieso sehr unbequem.
Nun ließ sich aber so ein Chat aber nicht verschieben, und so musste ich mir abseits der B96 in Teschendorf, in einer Seitenstraße, ein Parkplätzchen suchen.
Motor aus, Smartphone an.

Der Chat zog sich hin, und irgendwann merkte ich, dass zwei Männer fast direkt neben meinem Auto standen. Okay, es war 23 Uhr, ein fremdes Auto stand da in der Straße rum, und drinnen saß ein Typ, der nicht ausstieg, und stattdessen auf dem Handy tippte. Würde ich wahrscheinlich auch verdächtig finden. Allerdings hatte ich nicht vor, Teschendorf auszurauben.
Die Männer unterhielten sich auffällig unauffällig, blicken immer mal wieder zu mir, und ich ließ mir natürlich nichts anmerken. Vermutlich fanden wir uns gegenseitig suspekt.
Irgendwann trennten sich die Herren, jeder lief auf sein Grundstück, mein Gespräch war auch durch, und ich fuhr zurück zur B96. Und in Teschendorf kehrte wieder Ruhe ein. Und falls doch ein Einbruch geschah: Ich war’s nicht! Ehrlich!

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Kneipen – die Verlierer der Umgehungsstraßen

Dienstag, den 3. Juni 2014
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Umgehungsstraßen sind was Tolles. Wer fix von A nach B will, muss nicht durch jedes Dorf tuckern. Keine Ampeln, keine Kreuzungen, keine Tempo-50-Zonen. Aber so eine Umgehungsstraße hat auch seine Nachteile.

Am Wochenende waren wir auf der B5 nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze unterwegs – und hatten Hunger. In Lauenburg in Niedersachsen haben wir nichts Passendes gefunden. Nun aber: Die nächste Kneipe an der Bundesstraße, die sollte unsere sein. Deshalb freuten wir uns auf den nächsten größeren Ort: Boitzenburg. Wir haben extra in der Karte nachgesehen.
Blöd nur: Die B5 führt nun an Boitzenburg vorbei. Umgehungsstraße. Kneipe? Fehlanzeige. Aber runter von der Schnellstraße wollten wir auch nicht.

Aber ging die fahrt weiter, an Boitzenburg vorbei. Erst sehr viel später, in einem kleinen Dorf namens Dersenow, stoppten wir an einer netten Gaststätte. Sie liegt direkt an der B5 und ist weithin sichtbar. So stellten wir uns das vor.

Die Kneipen aber werden es jedoch immer schwerer haben, wenn es kaum noch Reiseverkehr gibt. In Teschendorf, nördlich von Oranienburg an der B96, zum Beispiel: Dort gibt es gleich mehrere Kneipen. Irgendwann, wenn sich Planer und Politiker mal auskäsen und Geld da ist, dann bekommt die B96 auch da eine Umgehung. Wenn die Bundesstraße am Dorf vorbeiführt, gehen ihnen sicherlich Touristen verloren. So gibt es bei dem geplanten Neubau sicherlich nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

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Im Atlas: Der Blick in die Zukunft

Montag, den 25. Juli 2011
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Manchmal brauchen Straßenprojekte etwas länger, bis sie Wirklichkeit werden. Einige liegen ewig auf Eis, fallen dem Sparzwang zum Opfer, andere Projekte sind erst nach langem Hin und Her fertig.
Einige Straßenatlanten schaffen jedoch schon überraschende Fakten. Im Travelmag-Reiseatlas 2011/12 sind bereits der Verlauf der B96 in Richtung Norden gekennzeichnet. Immerhin mit dem zusätzlichen Kürzel “i.Pl.” – in Planung.

In Nassenheide zeigt der Atlas eine Strecke, die westlich um den Ort herumführt. Nördlich davon kreuzt die Planungsstrecke die alte B96, bevor sie zwischen Neuendorf und Teschendorf wieder nach links abknickt. Weiter nach Norden, in Höhe Wackerberge, an der Kreuzung nach Grüneberg, kreuzt die im Altas gestrichelte Strecke wieder die alte Bundesstraße. Dann geht es westlich von Löwenberg weiter.
Und auch die Umgehung der B167 ist eingetragen. Diese Umgehung führt von südlich von Löwenberg am Ort vorbei, kreuzt dort die B96. erst östlich von Neulöwenberg schwenkt die B167 wieder auf die alte Trasse.
Und auch um Gransee herum ist eine Umgehung eingetragen, die so ziemlich in den Sternen liegt. Östlich der Stadt führt bis nördlich von Altlüdersdorf wieder auf die alte B96. Eine weitere Umgehung führt im Atlas westlich an Fürstenberg vorbei. Auch östlich von Neubrandenburg soll es eine neue außerörtliche Strecke geben.

Was davon wirklich umgesetzt, ist noch völlig unklar. Am ehesten wird noch die Strecke von Nassenheide nach Löwenberg gebaut, alle weiteren Projekte liegen momentan auf Eis.

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