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The Berlin File

Mittwoch, den 24. September 2014
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DI 23.09.2014 | 20.15 Uhr | Tele 5

Keiner weiß, was in Berlin hinter den Kulissen passiert. Wer weiß schon, dass irgendwo im Untergrund der südkoreanische Geheimdienst unterwegs ist, und dass es Knatsch gibt mit dem israelischen Mossad. Und dass sich die Fronten da sehr verhärten, und dass das für die Berliner auch ziemlich gefährlich wird.
Alles gesehen und erlebt – im Film.

Tele 5 zeigte am Dienstagabend “The Berlin File”, einen Thriller aus Südkorea. Einen sehr ungewöhnlichen Thriller. Es ist eher selten, dass im deutschen Fernsehen Spielfilme aus dem fernen Osten zu sehen sind – wenn aber Berlin darin die Hauptrolle spielt, dann wirft man schon mal einen Blick drauf. Und der kleine Privatsender Tele 5 zeigt so was immerhin zur Primetime.

War dann aber irgendwie doch langweilig. A jagt B. B jagt C. Und dann macht es kawumm. Und C jagt A. Und guckt dabei ganz grimmig. Uuuh. Da bekommt Berlin aber Angst…

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The Incredible Kalk – 20 Jahre Mattscheibe

Samstag, den 19. April 2014
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FR 18.04.2014 | 20.15 Uhr | Tele 5

Als “Kalkofes Mattscheibe” beim damaligen Pay-TV-Sender premiere am 17. April 1994 auf Sendung ging, da war die TV-Satire nur eine Sonntagsrubrik im täglichen Magazin “8!”. Was Oliver Kalkofe da aber machte, aber damals fast schon revolutionär: Er zeigte Ausschnitte von Sendungen anderer Programme und tauchte plötzlich selbst im Bild auf, um sie zu kommentieren und später auch zu parodieren.

Dass daraus mal eine 20 Jahre währende Erfolgsgeschichte werden würde, konnte damals aber keiner ahnen.
Am Freitagabend zeigte Tele 5 die große Jubiläumsshow “The Incredible Kalk – 20 Jahre Mattscheibe”. Nach Stationen bei premiere, im Ersten auf auf ProSieben hat Kalkofe nun beim kleinen Sender Tele 5 eine Heimat gefunden.

Er bringt den TV-Müll seit zwei Jahrzehnten auf den Punkt. 1998 habe ich an dieser Stelle erstmals auf “Kalkofes Mattscheibe” hingewiesen, da lief sie noch bei premiere. Waren es früher die lustigen, schrulligen Volksmusik- und Schlagershows, später dann die Call-in-Gewinnsendungen, sind es heute Dokusoapformate und Astro-TV-Wahnsinn, die Kalkofe heute umtreiben.
Hoffentlich geht das auch noch eine Weile so weiter, denn das deutsche Fernsehen braucht den Kritiker so dringend wie nie. Besser ist es in den vergangenen 20 Jahren jedenfalls nicht geworden. Und ohne Kalkofe wüssten wir nicht, wer die Gandersheimer Gesichtsbaracken sind oder die Speckbulette, der Zonenzausel, die Brillantentanten, die Astro-Hilli oder natürlich Lorelei und Luke.

20 Jahre Mattscheibe! Glückwunsch und Respekt, Oliver Kalkofe!

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Sharknado

Samstag, den 11. Januar 2014
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FR 10.01.2014 | 22.10 Uhr | Tele 5

Ich sag’s mal ganz offen: “Sharknado” ist der letzte Scheiß. In der Kinorubrik bekäme er vermutlich -2 von 10 Punkten.
Wenn man den Spieß aber umdreht und aus der Scheißigkeit eines solchen Films ein großes Event zaubert, dann hat man schon wieder ein innovatives Programm zu bieten, und Tele 5 traut sich das.

Bei Tele 5 geht man ganz offen damit um, schlechte Filme (um es mal vorsichtig auszudrücken) im Programm zu haben. In der Reihe “Die schlechtesten Filme aller Zeiten” kommentieren Oliver Kalkofe und Peter Rütten davor, nach den Werbepausen und danach das gezeigte Machwerk. Sie machen sich lustig, sie fragen nach, sie zeigen noch mal Höhepunkte und weisen auf besondere bekloppte Stellen hin.
Und das ist großartrig!

“Sharknado” von 2013 ist eine ganz besondere Perle. In dem Actionthriller geht es um einen Wirbelsturm, der vom offenem Meer aus Haie aufs Festland wirbelt. Besagte Haie sind sehr hungrig, sie schwimmen überall hin, durch die Kanalisation, in Pools und überschwemmte Straßen.
Ist die Geschichte schon bescheuert, so hanebüchen ist auch die Umsetzung. Da passt einfach nichts zusammen. Herrscht in einer Szene Unwetter, gibt es beim nächsten Schnitt plötzlich Sonnenschein, gefolgt von schweren Blitzen. Die Dialoge sind schlicht und die Wendungen in der Geschichte, ähm, interessant.

Unkommentiert wäre das kaum auszuhalten. Aber “SchleFaZ” hat das Zeug zum Kult. Schon am Mittwochabend ist der Film inklusive Kommentare im Berliner “International”-Kino gezeigt worden. Und wenn das Publikum mitlacht, applaudiert und johlt – dann macht so ein doofer Film gleich noch mal so viel Spaß.
Tele 5 macht es ganz richtig. Mit solchen Aktion bekommt der kleine Sender die Aufmerksamkeit, die er braucht. Manchmal kann man eben aus Scheiße doch Gold machen.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Supershark

Montag, den 29. Juli 2013
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FR 26.07.2013 | 22.15 Uhr | Tele 5

Die angeblich besten Filme aus Hollywood senden, kann ja jeder. Auf Tele 5 laufen nun freitags “Die schlechtesten Filme aller Zeiten” – und prahlt sogar damit.

“Supershark” zum Beispiel. Ganz miese… also, sagen wir es mal frei heraus: Das ist ein Scheißfilm. Er ist so richtig beschissen. Wenn man das aber weiß, und ihn gerade deshalb anschaut, dann kann das ganz lustig sein.
In “Supershark” geht es um einen gefräßigen Urhai, der – happs! – alles frisst, was ihm vor sein großes Maul kommt. Gute Effekte? Fehlanzeige. Spannende Story? Null. Dafür aber doofe Dialoge, eine bekloppte Handlung, die gern mal im Nichts – happs! – endet, und ein lächerlicher Hai.

Liefe der Film einfach so im Tele-5-Programm – man müsste sich schon fragen, ob die ein Ding zu laufen haben. Wenn dann aber Oliver Kalkofe und Peter Rütten hinzukommen, wird das ein echter Spaß. Vor dem Film, nach den drei Werbepausen und nach dem Finale kommentieren sie den Scheiß, den wir alle ertragen mussten. Sie weisen noch einmal auf besonders beschissene Szenen hin und ziehen das Ganze durch den Kakao.
Feine Sache! Allerdings hätte Tele 5 das noch konsequenter durchziehen können. Witzige Einblendungen mit Kommentaren oder seltsamen Filmfacts, hätten das alles während des Films noch kurzweiliger machen können.
Dennoch ist die neue Reihe eine nette Methode aus mülligem Trash doch noch etwas irgendwie Sehenswertes zu machen. Darauf muss man auch erst mal kommen…

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Playlist – Sound of my Life

Freitag, den 5. Juli 2013
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DO 04.07.2013 | 23.45 Uhr | Tele 5

Auf der Playlist steht Massive Attack mit “Protection”. Außerdem noch Kate Bush mit “Running up the Hill”. Und Pink Floyds “Money”.
Welcher Promi könnte auf diese und weitere vier Songs stehen?
Okay, der Zuschauer der neuen Reihe “Playlist – Sound of my Life” auf Tele 5 weiß das von Anfang an. Denn während Moderatorin Bettina Rust mit der Sängerin über ihre Lieblingsmusiken spricht, muss im Hintergrund ein Dreierteam nur anhand der Playlist raten, welchen Promi Bettina Rust zu Gast hat.

Ein wirklich interessantes Format, und das gleich aus mehreren Gründen. Zunächst ist es durchaus erhellend, von einem Promi zu erfahren, was er oder sie denn so für Musik hört. Aber auch die Raterunde, die das alles nicht mitbekommt, macht das spannend: Worauf achten die? Was schlussfolgern sie aus den Songs? Tatsächlich errieten sie – mit zusätzlichen, aber auch nicht einfachen Tipps -, dass es sich um Marianne Rosenberg handelte.

Dennoch ist die “Playlist” ausbaufähig. 25 Minuten sind viiiiel zu kurz. Sowohl der Talk als auch die Musikeinspielungen von der Playlist könnten sehr viel ausfährlicher sein. Die Sendung wirkte extrem geschnitten. Damit ließe sich (abzüglich der Werbung) gut und gerne eine Stunde füllen.

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Nichtgedanken mit Oliver Kalkofe

Freitag, den 24. Mai 2013
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DO 23.05.2013 | 0.25 Uhr (Fr.) | Tele 5

Was wir schon immer mal über das Blasen wissen wollten. Wie Pornodarstellerin Gina Wild ihre Schauspielerkollegen angeblasen hat, damit er dann ordentlich stand (also, ihr wisst schon, was, ne?. Und dass sie schon mal weitergemacht hat in Umbaupausen, weil sie das alles ja so gerne gemacht hat. Und dass sie bei bestimmten Leuten auch mal geschluckt hat. Oder im Auto, weil sie da ja nicht ausspucken konnte.

Das sind doch mal lebenswichtige Informationen – erfahren in den “Nichtgedanken mit Oliver Kalkofe”.
In den 80ern gab es im Ersten zum Sendeschluss die “Nachtgedanken”. Hans-Joachim Kulenkampff las knapp fünf Minuten lang erbauliche Texte.
2013 gibt’s das wieder, diesmal ist es Oliver Kalkofe, der liest, und er liest aus Promibiografien – deshalb heißt das Ganze auch “Nichtgedanken” und läuft mehrmals in der Woche im Spätprogramm von Tele 5.

Am späten Donnerstagabend las er aus “Ich, Gina Wild” von Gina Wild, die ja jetzt wieder Michaela Schaffrath heißt. Fünf Minuten rund ums Blasen. Vielleicht wird’s ja bei Bettina Wulff oder Daniela Katzenberger ein bisschen niveauvoller. Vielleicht. Aber wohl eher nicht. Lustig ist’s trotzdem.

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Das war 2012!

Montag, den 31. Dezember 2012
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Tom Hanks ist auch schon genervt vom deutschen Fernsehen. Drei Stunden lang musste er auf der „Wetten, dass“-Couch rumsitzen und sich doofe Masken überziehen. Danach zog er ordentlich vom Leder. Dabei kennt Mister Hanks doch gar nicht das restliche TV-Programm in Deutschland.
“Wetten, dass…?” sorgte 2012 für ordentliche Schlagzeilen. Zum Jahresanfang stand endlich fest, dass Markus Lanz Gottschalks Nachfolger wird.
Kann er das schaffen? Ist er der richtige Mann? Bis heute haben wir noch keine wirkliche Antwort darauf. Aber eigentlich hat er sich in den drei bisherigen Shows alles in allem gut geschlagen.

Gar nicht gut geschlagen hat sich Sat.1. Das wurde 2012 nämlich immer doofer. Grauenvolle Dokusoaps, Magazine mit bekloppten Namen wie „Push“ oder „Pin“, eine Castingshow, ein Quiz – alles Flops. Sat.1 wird das Rumpelimage und die miesen Quoten nicht mehr los. Mit gescripteten Talkshows, in denen nichts echt war, machte sich Sat.1 lächerlich. Mit angeblich nicht gescripteten Formaten wie “Schwer verliebt” zieht Sat.1 seine Protagonisten durch den Kakao. Höchst ärgerlich. Nein, zum kotzen ist das. Erstaunlich, wie schnell ein einst renommierter Sender in die Tonne gehauen werden kann.

Der ZDF-Reinfall des Jahres war eindeutig der Fußball-EM-Strand auf der Insel Usedom. Das ZDF wollte seine Berichterstattung diesmal nicht in den Stadien liefern, sondern aus Heringsdorf. Angeblich, weil das ja von Polen nicht so weit weg ist.
Während die Ostsee im Hintergrund wirkte wie ein öder Tümpel, ließ sich Olli Kahn zeigen, wie man twittert. Sehr spannend. Die Zuschauer vor Ort, oft wirkte das wie ein Rentnernachmittag, schwenkten müde mit ihren Deutschland-Fähnchen. Kam aber angeblich bei den Zuschauern supertoll an, hieß es beim ZDF. Erst zum Jahresende hin, gab man sich einsichtig.
Und dann gab es zur EM auch noch den unverschämt grinsenden Ingo Zamperoni. Er moderierte die „Tagesthemen“ in der Halbzeit des deutschen EM-Spiels gegen Italien. Die launige Moderation des Halbitalieners kam bei einigen Zuschauern irgendwie gar nicht gut an. Und dann schied Deutschland auch noch aus. Die bösen Briefe landeten haufenweise in der Redaktion von ARD-aktuell.
Immerhin sorgte die Fußball-EM für die Einschaltquote des Jahres: 28 Millionen Menschen sahen das EM-Aus der Deutschen.

Bitter war das Jahr für Thomas Gottschalk. Seine neue ARD-Vorabendshow “Gottschalk live” floppt grandios. Die erste Ausgabe war ein Desaster. Zig Werbepausen, von denen Gottschalk nicht wusste, wann sie beginnen. Es fehlte an einem Konzept, es fehlte offenbar an guten Leuten im Hintergrund, ständig erfand sich die Show neu. Die Quoten waren im Keller. Das Aus im Juni.
Im Herbst musste er sich auch noch beim RTL-„Supertalent“ in der Jury quälen. War nicht sein Ding. Und zu besseren Quoten führte sein Engagement auch nicht.

Showstars haben es eben auch nicht immer leicht. Davon kann Jenny Elvers-Elbertzhagen ein – hicks – Lied von singen. Im NDR-Magazin „Das!“ wirkte sie, nun ja, betrunken. Danach verabschiedete sie sich in die Entzugsklinik.
Die Kastelruther Spatzen haben für ihre Alben Studiomusiker engagiert. Böse Sache, deshalb mussten sie auch im “Musikantenstadl” zur Strafe live spielen. Und durften sich danach über die unverschämte Presse auslassen. Selber unverschämt.
Als in der Live-Talkshow von Günther Jauch sich ein Zuschauer im Saal lautstark zu einem Berliner Hochschulthema, nun ja, äußerte, wird er von den Ordnern rüde rausgeschmissen. Günther Jauch lässt ihn zurückholen.

2012 mussten wir von beliebten Stars Abschied nehmen. Dirk Bach starb viel zu früh, ebenso wie Whitney Houston. Auch nicht mehr da: Kurt Felix, Larry Hagman und der Politiker Peter Struck. Außerdem Neil Armstrong, Susanne Lothar, Donna Summer, Robin Gibb, Ravi Shankar, Rodney King, der Politiker Friedrich Zimmermann, Silvia Seidel, Oscar Niemeyer, Ernest Borgnine, Wolfgang Menge, Harry Valérien, Dave Brubeck, Schiedsrichter Manfred Amarell, Vadim Glowna, Günther Kaufmann, Sylvia Kristel, Scott Mckenzie, John Lord, Eishockey-Trainer Xaver Unsinn und Margot Werner.

Ach ja: und die Financial Times Deutschland und der gedruckte “Prinz”. Das Zeitungssterben beginnt. Die Frankfurter Rundschau meldet 2012 Insolvenz an. Ende offen. Noch immer ist nicht das richtige Rezept gegen die Zeitungskrise gefunden. Stattdessen streitet man sich um die Tagesschau-App. Angeblich weil Fernseher keine Texte anbieten darf. Offenbar die Presse aber bewegte Bilder.
Die Mediengruppe Madsack aus Hannover übernimmt die Märkische Allgemeine in Potsdam und möbelt sie auf. Die “Bild” feiert den 60. Geburtstag und feuert das nackte Seite-1-Girl.

Das Leitungsschutzrecht sorgt für Wirbel. Verlage wie Springer wollen nicht mehr, dass die Internetsuchmaschine Google Texte und Links verbreitet. Dabei vergessen sie offenbar, wer ihnen so viele Klicks beschafft.

Und sonst? Im „Tatort“ quatscht ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn in den dramatischen Serientod von Kommissar Cenk Batu. Im „ZDF-Fernsehgarten“ sorgen Chaoten im Hintergrund für einen Polizeieinsatz. Die ARD beerdigt seine Zuschauer mit einer nicht enden wollenden Themenwoche “Tod”. n-tv erreicht Rekordquoten mit dem Stratossprung von Felix Baumgartner aus fast 40 Kilometern Höhe. Harald Schmidt muss Sat.1 verlassen und sendet nun bei Sky unter Ausschluss der breiten Masse. Beim Internetsender family.TV wird in der “Club Night” eine Moderatorin während der laufenden Sendung gefeuert. Beim SuperBowl auf Sat.1 verpassen die Zuschauer bedauerlicherweise einen Touchdown, weil gerade ein Gewinnspiel läuft. Bei “Stuckrad-Barre” auf Tele 5 nippt FDP-Mann Christian Lindner an einem Joint, und die “Bild” spult sich auf.

Ach ja, und dann natürlich die Affäre um Christian Wulff. Im Interview mit ARD und ZDF verteidigt er Anfang Januar noch sein Tun, und sagt, er wolle in keinem Land leben, in dem man keine Geschenke von Freunden annehmen könne. Hilft nichts, er tritt doch noch zurück.

Gab es 2012 eigentlich auch gutes Fernsehen? Die Talkshow „Roche und Böhmermann“ auf zdf.kultur mischt die Promis auf. „Walulis sieht fern“, erst auf Tele 5, dann bei einsplus, zeigt, wie Fernsehen wirklich funktioniert. Das ZDF erfreut uns weiterhin mit der großartigen Nachrichtensatire, der “heute show”. Oliver Kalkofe darf wieder lästern. Die “Mattscheibe” läuft jetzt freitags auf Tele 5. Großartig waren wieder die neuen “Pastewka”-Folgen auf Sat.1.
Hoffentlich gibt’s 2013 mehr solcher Perlen. Auf ein Neues!