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OGOT – Old Guys on Tour

Dienstag, den 20. September 2016
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MO 19.09.2016 | 22.05 Uhr | Tele 5

Dagegen ist das Dschungelcamp der reinste Urlaub. Tele 5 schickte im Frühjahr vier alternde Promis auf den Jakobsweg – und zwei Kamerateams gleich mit.
Seit Sonnabend zeigt der kleine Sender fünfmal pro Woche “OGOT”. Das ist kein Schreibfehler, sondern die Abkürzung für “Old Guys on Tour”.

Jörg Draeger war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Frederic Meisner war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Harry Wijnvoord war mal ein bekannter Gameshow-Moderator. Björn-Hergen Schimpf war mal… na ja, du weißt schon. Gemeinsam laufen sie mehrere hundert Kilometer. Und sie labern. Und sie streiten. Und sie lästern. Und sie verlaufen sich. Sie leiden. Sie lachen.

Das Projekt ist in mehrerlei Hinsicht mutig. Erstens, weil natürlich niemand weiß, wie viele von den vieren am Ende des Jakobsweges noch gesund sind. Zweitens: Ist es spannend, vier Herren (und dem Team dahinter) beim bloßen Laufen zuzusehen? Passiert da überhaupt was? Reicht das für zwölf Folgen?
Die letzte Frage lässt sich nach drei Folgen am Montagabend noch schwer beantworten. Denn es passiert nicht allzu viel. Wir sehen die Landschaften und die Herren. Das Interessante ist: Diese Nicht-Spannung ist dann doch irgendwie spannend, irgendwie faszinierend. Slow-TV.

Schade ist, dass Tele 5 das Ding selbst kaum und schlecht promotet. Der Titel “OGOT” ist zwar mehrdeutig-lustig, aber dass da vier Promis auf dem Jakobsweg laufen, kann man daraus nicht erkennen, wenn die etwas ältere Zielgruppe in die Fernsehzeitung schaut. Hätte man besser machen können.

Und es darf gern noch interessanter werden. Immerhin hat uns Hape Kerkeling in seinem Jakobsweg-Buch auch viel über die menschlichen Begegnungen erzählt. Ob die vier Herren noch andere Menschen treffen, ist offen. Bislang waren sie auf noch abgelegenen Teilen des Weges unterwegs. Das belebte Stück kommt erst noch.
Auch sieht man nichts über die Herbergen entlang des Weges, aber vermutlich übernachtet das Team in Hotels und nicht dort, wo die Otto-Normal-Pilger schlafen.
Aber es sind ja noch neun Folgen.

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Dit is Fußball

Montag, den 29. August 2016
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SA 27.08.2016 | 19.40 Uhr | Tele 5

Fußballer sind ein bisschen doof, und bei jedem Mist beginnen sie gleich eine Prügelei. Das sind Klischees, und manchmal stimmen sie sogar. Aber sind sie auch lustig und reichen für eine Fußballcomedy?
Diese Frage versucht man seit Sonnabendabend bei Tele 5 zu beantworten. Da lief die erste von vier Folgen “Dit is Fußball”. Eine extrem erfolglose Fußballmannschaft soll aufgemöbelt werden, aber leider scheint das ein aussichtsloses Unterfangen.

Okay, Sitcoms müssen keine niveauvolle Unterhaltung bieten, und es ist eine Kunst, den schmalen Grad zwischen blödem Klaumauk und guten Gags zu schaffen. “Dit is Fußball” liegt irgendwo dazwischen, und das ist dann leider doch: ziemlich langweilig.
Dass die Ultras in dieser Serie allesamt Frauen sind, das ist zunächst lustig. Aber dass sie genauso rumprollen wie Kerle, ist einfach zu naheliegend. Da lässt einen am Ende schulterzuckend zurück und bietet keinen Anreiz, nächste Woche wieder einzuschalten.
Serien brauchen immer irgendwie Zeit, eine gewisse Faszination und Reife und Güte zu erreichen, aber die Autoren müssen in Folge 1 dennoch einen gewissen Grundreiz schaffen. Der fehlt bei “Dit is Fußball” leider.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Daniel, der Zauberer

Samstag, den 27. August 2016
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FR 26.08.2016 | 22.15 Uhr | Tele 5

Es geht immer noch schlimmer, und heute lief in der Reihe “Die schlechtesten Filme aller Zeiten” auf Tele 5 der wirklich schlechteste Film aller Zeiten: “Daniel, der Zauberer”.

Rückblick: 2003. Daniel Küblböck wurde durch die 1. Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” bekannt. 2004 wurde er der erste Dschungelkönig.
Da müssen sich ein paar Filmleute gedacht haben: Den machen wir fertig. Sie stümperten ein Drehbuch zusammen unter dem Titel “Daniel, der Zauberer”. Im Film von 2004 geht es um einen gewissen Daniel Küblböck, gespielt von Daniel Küblböck, der von seinen Fans geliebt, von anderen aber so gehasst wird, dass er umgebracht werden soll. Das kriegen die Hasser aber irgendwie nicht hin, und am Ende sind alle Freunde.
Hach ja.

Es kann nur so sein, dass Regisseur Ulli Lommel und Produzent Peter Schamoni den Küblböck abgrundtief hassten. Anders ist dieser Schrott nicht zu erklären, den sie da fabrizierten. Vom Stil wirkt “Daniel, der Zauberer” wie eine billige Dokusoap. Laiendarsteller stammeln ihren Text, und Daniel K. lächelt. Oder guckt erschrocken. Oder guckt so ein bisschen verschämt. Und immer wieder diese Hassfantasien.
Kann man sich so was ausdenken? Diesen Hass?

Falls der Hass der Filmemacher eventuell doch nicht der Grund für dieses Machwerk ist, dann ist es wohl doch eher Unfähigkeit. Die Story war hanebüchen, die Szenerie lausig und billig-billig, die Dialoge gruselig doof – und der ganze Film einfach nur unfassbar langweilig.
So mies, dass sich heute auch Daniel Küblböck selbst davon distanziert und sich dafür entschuldigt. Via Twitter plauderte er aus, dass der Film angeblich nur deshalb überhaupt in die Kinos kam, weil die Produzentenfrau beim Ansehen des Films geweint habe.
Nun ja, vielleicht weinte sie ja wegen der Filmqualität und nicht wegen des Inhaltes.

Für Oliver Kalkofe und Peter Rütten muss dieser Film eine besondere Herausforderung gewesen sein. Denn “Daniel, der Zauberer” ist ein so tiefer Tiefpunkt, dass man kaum noch drüber lästern kann. Und vielleicht hat der eine oder andere Zuschauer diesen Streifen ja auch überlebt.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Musik, Musik – da wackelt die Penne

Samstag, den 16. Juli 2016
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FR 15.07.2016 | 22.05 Uhr | Tele 5

Gruselig. Der junge Chris Roberts sitzt in einem Klassenzimmer, setzt sich neben ein blondes Zopfmädchen, nimmt es in den Arm und singt sein Teddybär-Lied.
“Baby, ich wollt’ ich wär’, Baby, dein Teddybär. Du würdest mich küssen, mich sehr vermissen. Baby, ich wollt’ ich wär’, oh Baby, dein Teddybär. Sei wieder zärtlich und komme zu mir. All meine Liebe schenke ich dir. Oh biduda, sing’ ich, oh bidudi. So schön wie heute war es noch nie.”
Die Szene ist von 1970, und damals hat man sich vielleicht nichts dabei gedacht. Aber heute – da wird einem übel.

“Musik, Musik, da wackelt die Penne” – so heißt der Musikfilm, den uns Oliver Kalkofe und Peter Rütten in ihrer Tele-5-Reihe mit den schlechtesten Filmen aller Zeiten zugemutet haben.
Und wirken Filme wie “Sharknado” oft so, als sei die Scheißigkeit so gewollt – da ist der deutsche Film “Musik, Musik” einfach wirklich nur unterirdisch schlimm.
Nicht nur wegen Chris Roberts, der aus dem Nichts auftaucht, um im Klassenzimmer zu trällern und sich an ein minderjähriges Mädchen ranzumachen.

Damals waren Paukerfilme total in, also lustige Klamotten rund um Schüler und Lehrer. In diesem Fall wollte es Regisseur Frank Antel aber wohl besonders billig. Besonders auf eine schlüssige Story ist verzichtet worden. Der junge Hansi Kraus wird von seinem Vater, einem Unterrichtsminister (was auch immer das ist), gezwungen, das Nach-Abitur zu machen was auch immer das wieder ist). Er muss auf eine Schule, und seine Freude, die grad eh nichts zu tun haben, kommen einfach mit – sie proben gerade an einem Musical.

Es gibt ja guten Trash und miesen. Es gab gute Paukerfilme und die, die nicht zu ertragen sind. “Musik, Musik – da wackelt die Penne” gehört beide Male in die zweite Kategorie.
Insbesondere der damals unfassbar überschätzte Ilja Richter spielt wie ein Schülertheater-Laie, mit völlig übertriebenen Gesten und unnatürlichen Bewegungen. Keine Ahnung, wie aus dem damals ein Star werden konnte.
Hinzu kommt Howard Carpendale, der sein schönes Mädchen auf Seite 1 besingt und sich während des Liedes auf einem Motorboot rumfahren lässt. Warum, weiß niemand. Vermutlich nur aus PR-Gründen.

Aber – einmal mehr – zum Glück hatten wir ja Kalkofe und Rütten, die die Perle mit ihren Kommentaren erträglich gemacht haben.
In Berlin wurde das Spektakel schon vorab im Kino “International” gezeigt, und es war eine große Party mit Szenenapplaus und großen Lachern. So lassen sich auch die beschissensten Filme ertragen. Wobei: “Musik, Musik” ist schon wirklich atemberaubend schlecht.

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DIE EM-Alternative: Der goldene Handschuh

Freitag, den 8. Juli 2016
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MI 06.07.2016 | 21.00 Uhr | Tele 5

Wenn ein Fußball-EM-Halbfinale läuft, ist es ja im Grunde wurscht, was die anderen Programme senden. Die Quoten werden mau sein. Bei Tele 5 hat man aus der Not (mal wieder) eine Tugend gemacht.
Weit mehr als drei Stunden lang lief am Mittwochabend “DIE EM-Alternative”: ein Hörbuch! Nicht enden wollende 200 Minuten sahen wir Leuten dabei zu, wie sie lesen.

Bei mir würde das nicht funktionieren: Denn ich lese sehr viel auf dem Klo, und dabei möchte ich – und da bitte ich um Verständnis – keine Zuschauer haben.
Bei Tele 5 setzte sich am Mittwochabend eine junge Frau in einen Sessel. Es scheint, dass der Fernseher läuft, weil entsprechendes Licht in die Szene fällt. Die Frau nimmt sich ein Getränk und liest in einem Buch.
Mehr passiert nicht.
Das heißt doch, denn wir hören “Der goldene Handschuh”, ein Hörbuch gelesen von Heinz Strunk.
Acht Minuten lang passiert nichts weiter, die Kamera steht fest, bewegt sich nicht.

Dann wird plötzlich ein Mann ins Bild gebeamt, er scheint sich zu langweilen, legt sich das Buch auf den Kopf und verschwindet kurz darauf wieder. Auch die Frau ist plötzlich weg, aber es erscheint eine andere. Die redet mit jemanden, was sie sagt, hören wir aber nicht, weil ja der Strunk labert. Zwischendurch isst sie noch eine Banane, stellt dann das Buch ins Regal und haut dann auch wieder ab.
Später kuschelt ein Paar auf dem Sessel, und ein junger Mann verschüttet beim Torschrei sein Bier. Was interessant ist, denn die Szene lief, als parallel tatsächlich Portugal ein Tor geschossen hatte.
Live war die Leserbeobachtung aber nicht, denn später wiederholten sich Leseszenen plötzlich – wieder die Banane-essende Frau, wieder der Typ, der sich das Buch auf den Kopf legt.

Das ist fast schon ein bisschen enttäuschend, denn der Reiz hätte ja wirklich darin liegen können, so was wirklich live zu machen – also live die Leute zu beobachten, wie sie lesen – oder was sie sich sonst so einfallen lassen.
Immerhin 40.000 Leute haben sich das im Schnitt angesehen – und am Sonntag können sie wieder einschalten. Wenn das EM-Finale angepfiffen wird (ja nun leider ohne Deutschland), dann wird auf Tele 5 wieder gelesen, Heinz Strunk liest dann den zweiten Teil seines Buches.
Ob dann wieder die selben Leute lesen und Banane essen und Bier verschütten?

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Boomerama Late Night: Paula Lambert

Samstag, den 5. März 2016
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DO 03.03.2016 | 0.20 Uhr (Fr.) | Tele 5

Als Paula Lambert ein Sex-Kartenspiel vorgelegt bekommen hat, da sah sie kurz aus, als wolle sie ganz schnell nach Hause. Es war nur ein ganz kurzer Augenblick in ihrem Gesicht.
Schon wieder Sex. Immer nur Sex. Alles dreht sich um Sex.
Nun gut, Paula Lambert ist Sex-Expertin, und als solche wird sie immer wieder gern in diverse Talkshows eingeladen. Am Donnerstag war sie erst bei “Kuttner plus Zwei” bei zdf_neo zu Gast, und nur eine halbe Stunde später tauchte sie in der “Boomerama Late Night” auf Tele 5 auf.

Aber ein bisschen kann ich es dann doch verstehen, dass es nervt, wenn man nur noch auf das eine reduziert wird. Moderator Aurel Mertz wollte mit ihr auch nur über Sperma reden, und es schien, als sei Paula Lambert froh gewesen, dass es zu Ende war.
Andererseits: Vermutlich würde sich ansonsten überhaupt niemand für sie interessieren, also muss sie da wohl durch.

Am Donnerstag startete übrigens Staffel 2 von “Boomerama Late Night” auf Tele 5. Aurel Mertz darf sich noch mal als Late-Night-Talker probieren. Bis zum Late-Night-Star ist es aber ein weiter, weiter Weg. Noch sitzen die Pointen nicht, noch sind die Gags oft lau, noch wirkt er seltsam schüchtern, wenn er mit seinen Gästen redet.
Es ist noch viel Luft nach oben, noch viel zu tun für Mertz, aber es ist schön, dass ihm Tele 5 diese Zeit gibt.

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Der Klügere kippt nach: Désirée Nick

Mittwoch, den 28. Oktober 2015
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MO 26.10.2015 | 22.10 Uhr | Tele 5

Auf Tele 5 wird wieder live gesoffen und gesabbelt: “Der Klügere kippt nach”. Neu in der Runde sind Désirée Nick und Hugo-Egon Balder. Letzterer weil Erstere dabei ist, so hieß es.

Vermutlich wird Hella von Sinnen sich selbst verflucht haben, die Nick für die Runde als festes Mitglied vorgeschlagen zu haben. So sagte sie es selbst am Montagabend in der Live-Sendung. Es klang witzig, aber es könnte sein, dass sie es eigentlich ernst meinte. und leider ist Désirée Nick keine Bereicherung für die Plauderrunde. Ihre Lästereien sind böse, sind nur selten mit einem Augenzwinkern, sie geht mit dem verbalen Hammer herum und blökt alle nieder, die nicht ihrer Meinung sind. Besserwisserisch ist sie auch noch.
Kurzum: Sie nervt, und sie passt nicht in die Sendung, in der ja eigentlich humorvoll über Themen gesprochen werden soll, auch mal ernsthaft und nicht immer mit der Holzhammermethode.
Angeblich haben andere potenzielle Gäste abgesagt, weil die Nick dabei ist. Weshalb nun auch der Herr Balder mit am Tisch saß – was aber widerum eine gute Sache ist.

Wie überhaupt die Macher der Talksendung überlegen müssen, was sie eiegntlich wollen. Gesoffen wird nicht mehr so richtig, wirklich interessante Themen werden nicht besprochen, es ist einfach nur eine 85-minütige Laberei ohne Mehrwert.
Da muss schon mehr kommen – und weniger Nick.