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Die große Jubiläumsgala – 25 Jahre Kalkofes Mattscheibe

Montag, den 22. April 2019
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FR 19.04.2019 | 20.15 Uhr | Tele 5

Die große Gala zum 25. Jubiläum von “Kalkofes Mattscheibe” war, nun ja, ein bisschen anders als erwartet. Am Karfreitag schenkte Tele 5 Oliver Kalkofe eine vierstündige Gala, und einer fehlte: Kalkofe.
Stattdessen stand ein stammelnder Typ auf der Bühne, und das Publikum schien ratlos. Es folgten ein paar Kalkofe-Clips aus der “Mattscheibe”. Später versuchte der stammelnde Typ die Lage irgendwie unter Kontrolle zu bringen, während der eigentliche Moderator Peter Rütten quer durch Berlin reiste, um Kalkofe zu suchen.

Am Anfang herrschte Entsetzen, und bei Twitter machte sich Enttäuschung breit über diese missglückte Gala. Und was viele nicht wussten und merkten: Das Spektakel auf der Bühne und das Publikum sind zusammenmontiert worden.
Das Publikum stammte nämlich aus einer Kalkofe-Show, die am 17. Dezember 2018 im Berliner Schillertheater über die Bühne ging. Bevor die Show startete, durfte das Publikum applaudieren, Emotionen zeigen und so weiter. Immer mit der Maßgabe, dass man am 19. April 2019 sehen werde, wofür das alles war.
Alles, was auf der Bühne des Schillertheaters stattfand, muss später aufgezeichnet worden sein. Bühnengeschehen und Publikum müssen dann am Computer zusammengefügt worden sein.

Um das vorweg zu nehmen: Die Gala drehte sich letztlich um die Suche nach Kalkofe. Das hatte im Laufe der Zeit ganz lustige Momente. Wenn Simon Gosejohann vom Aushilfsmoderator immer wieder falsch benannt wird, wenn sich die Bühnengäste kabbeln, wenn lustige Dinge passieren.
Dass es leider nicht immer – und besonders am Anfang – nicht funktionierte, lag leider an einer nicht immer guten Inszenierung. Wenn man seine Zuschauer aufs Glatteis führen will, dann muss jede Szene sitzen. Dann muss die Story auf den Punkt sein. War sie erst später, aber leider hatte man da schon einen Teil des Publikums verloren.

Wirklich problematisch war das falsche Publikum, das es in Wirklichkeit nicht gab. Jedenfalls nicht zur Gala. Denn dem normalen Zuschauer wurde das nicht ersichtlich. Die optische Täuschung war zu gut, dass ein ungeübtes Auge das hätte erkennen können. Am Ende hätte man vielleicht eine lustige Auflösung machen können, aber auch das gab es nicht. Der normale Zuschauer musste glauben, dass es im Schillertheater Leute gab, die das alles verfolgten.
Dass man das Publikum “vorproduziert” hat, macht andererseits Sinn, weil es sonst ja kein Geheimnis geblieben wäre, dass die Gala gar keine sein würde. Aber es hätte den Punkt geben müssen, wo man die Karten offengelegt hätte.
Wie groß wäre der Aufschrei, wenn andere Sendungen dermaßen verfälscht werden?

Am Ende war “Die große Jubiläumsgala – 25 Jahre Kalkofes Mattscheibe” auf Tele 5 ein streckenweise unterhaltsamer Abend. Aber eben einer mit bitterem Beigeschmack.

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Werbung: stern

Samstag, den 20. April 2019
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DO 18.04.2019 | 22.32 Uhr | Tele 5

Die Auflage des “stern” sinkt rasant. Die Zeitschrift, die es inzwischen mehr als 70 Jahre gibt, muss auf sich aufmerksam machen, und deshalb schaltet sie Werbung. Am Donnerstag war auf Tele 5 der aktuelle Clip zu sehen, in dem auf das Osterheft hingewiesen wird.

Titelstory: “Endlich wieder raus!” Es geht um den Frühling. Mit dieser packenden Story will also der “stern” erreichen, dass wieder mehr Leute “stern” lesen.
Dass es sich dabei um die vermutlich maueste Titelstory der vergangenen 70 Jahre handelt, wird dort natürlich verschwiegen. Darin geht es nämlich darum, dass es dem Körper gut tue, jetzt mal raus zu gehen. Ach was. Es wird darüber schwadroniert, wie jetzt die Natur aufblüht. Soso. Dass unsere Sehnsucht jetzt Bewegung sei. Nun ja. Dass wir wieder mehr Lust haben in den Wald wollen. Hui.

Macht schon die Reklame für die Frühlingsgeschichte eher müde, wird man es erst recht, wenn man die Geschichte liest. Oder sagen wir eher: überfliegt.
Ich kaufe den “stern” jede Woche, aber beim Lesen dieser packenden Story, habe ich daran doch mal gezweifelt.

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25 Jahre Kalkofes Mattscheibe: Die Anfänge des TV-Kults

Freitag, den 19. April 2019
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DO 18.04.2019 | 22.10 Uhr | Tele 5

Ich weiß noch, was ich am 17. April 1994 gemacht habe. Ferngesehen. Es war kurz nach 20 Uhr, auf premiere lief unverschlüsselt die erste “Mattscheibe”, damals noch als Teil der Sendung “8!”
Oliver Kalkofe zeigte Fernsehausschnitte und kommentierte sie. Ich habe das von Anfang an geliebt. Ich fand das Fernsehen und die Auseinandersetzung damit schon damals sehr spannend. Damals gab es auf premiere auch “Zapping”, wo jeden Tag die interessantesten und lustigsten Ausschnitte des Vortages zu sehen waren.

Schnell wurde “Kalkofes Mattscheibe” Kult. Die Sendung wurde sehr bekannt, obwohl sie nur auf dem kleinen Pay-TV-Sender lief, der ja nur zeitweise frei empfangbar war. Aber ich zum Beispiel nahm die Folgen auf Video auf, und sogar in der Schule haben wir die “Mattscheibe” gesehen, wenn es mal – warum auch immer – keinen normalen Unterricht gab. Dann wurde der VHS-Zusammenschnitt rausgeholt.

Der Spaß endete 1998, eine lange Pause folgte – bis Kalkofe im Ersten zu sehen war. Mit einer Sportvariante der Sendung. Später ging es auf ProSieben weiter, inzwischen sendet er auf Tele 5.

Am Gründonnerstag begann der Kalkfreitag. Zum 25. Jubiläum der Sendung zeigt Tele 5 einen 25-Stunden-Marathon. Eigentlich sind es sogar 27 Stunden, aber da wollen wir ja mal nicht so sein.

25 Jahre! Eine wahnsinnig lange Zeit. In dem Rückblick auf ein Vierteljahrhundert sehen wir auch ein Stück Fernsehgeschichte. Talkshow-Wahnsinn aus den 90ern, Sextalks, Volksmusik – der ganze Wahnsinn.
“Die Anfänge des TV-Kults” am Donnerstagabend zeigte, wie alles begann. Denn “Kalkofes Mattscheibe” war zu Beginn auch ein Experiment. Die Macher wussten selbst noch nicht genau, was eigentlich technisch zu geht. So saß Kalkofe anfangs noch neben einer Mattscheibe und kommentierte das Geschehen. Bald tauchte er im Originalbild auf, dann folgten die Parodien.
Kalkofe hat in den 25 Jahren definitiv auch selbst Fernsehgeschichte geschrieben. Die große Gala zum Fest gibt’s am Karfreitag um 20.15 Uhr.

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Serdar 5

Sonntag, den 10. März 2019
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FR 08.03.2019 | 20.15 Uhr | Tele 5

Nicht nur Geld, Geld, Geld. Sondern um Inhalte müsse es gehen.
Das sagt Serdar Somuncu. Und er meint es ernst.
Er hat neuerdings ein eigenes Format auf Tele 5. Das heißt: Eigentlich stimmt das nicht so ganz, denn in ein Format passt bei “Serdar 5” eigentlich nichts.

Das fängt schon damit an, dass niemand genau weiß, wann Serdar 5 auf Sendung geht. Es wird vorher nicht verraten. Folge 1 lief am Freitagabend zur Primetime, fünf Minuten lang.
Aber das passt zum vorherigen Marketing, als es hieß Serdar Somuncu habe den Sender gekapert, und immer wieder hackte er sich irgendwie ins laufende Programm.

In Folge 1 von “Serdar 5” saß Serdar vorm Programmchef Frank Blasberg, und sie diskutierten darüber, wie denn nun gutes Fernsehen aussehen könnte.
Tele 5 macht nicht zwingend immer gutes Fernsehen, aber “Serdar 5” zeigt durch die Art und Weise, wie diese Sendung im Programm vorkommt, dass man sich noch was traut und mal ganz andere Wege geht.

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ZAPPER VOR ORT: Wenn’s denn sein muss – frohes Fest!

Freitag, den 21. Dezember 2018
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MO 17.12.2018 | Berlin, Komödie im Schillertheater

19. April 2019. An diesem Tag werden wir sehen, was wir beklatscht haben. Und worüber wir gelacht haben. Was uns gewundert hat. Oder kalt gelassen hat. Und warum wir stehende Ovationen gegeben haben.
Wir haben das alles schon gemacht, wissen aber nicht warum. Und das darf man durchaus wenigstens mal merkwürdig finden.

Montagabend in der Komödie im Schillertheater in Berlin. Eigentlich war der Jahresrückblick von “Kalkofes Mattscheibe” angekündigt. Motto: “Wenn’s denn sein muss – frohes Fest!”
Wir gehen dort seit mehreren Jahren hin, es ist schon Tradition, und eine durchaus schöne. Denn dort gibt es erste Ausschnitte aus “Fresse 2018”, und wir können uns schon mal darüber beömmeln.

Diesmal aber mussten wir eine halbe Stunde warten, obwohl Oliver Kalkofe pünktlich auf die Bühne kam. Er erzählte davon, dass im kommenden Jahr “Kalkofes Mattscheibe” das 25. Jubiläum feiern wird. Dazu wird es auf Tele 5 eine große Show geben. Und dazu werden wir gebraucht.
Ein paar Kameraleute waren da, und ein Team im Hintergrund sagte, was wir zu tun hatten. Oliver Kalkofe erzählte uns, dass die Mitschnitte für etwas gebraucht werden, wovon wir jetzt noch nicht so genau wissen sollen, worum es sich handelt.

Und schon ging es los. Begeistert klatschen. Lange. Etwas kürzer. Ganz kurz. Ein bisschen wenige applaudiert. Und noch weniger. Und dann fast gar nicht. Erstaunen. Verwundern. Ekel. Gleichgültig schauen. All das musste das Publikum machen. Wer nicht wollte, hatte schon im Vorfeld im Foyer die Gelegenheit, Bescheid zu sagen.
Vermutlich haben alle mitgemacht, und grundsätzlich funktioniert ja so das Fernsehen. Merkwürdig war hier nur, dass wir ja in einer ganz anderen Veranstaltung saßen und wir nicht mal im Ansatz erfahren haben, wo wir denn da reingeschnitten werden – oder wofür das Ganze eigentlich überhaupt ist. Wen wir denn da lustig finden werden oder doof.
So richtig sieriös ist das nicht, aber vermutlich wird am Ende alles gar nicht so schlimm.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Der letzte Lude

Sonntag, den 16. Dezember 2018
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FR 14.12.2018 | 22.05 Uhr | Tele 5

Fans waren ganz aufgebracht: “Der letzte Lude” als “schlechtester Film aller Zeiten”? Dieser tolle Kultfilm solle wirklich schlecht sein und von Kalkofe und Rütten verrissen werden?
Die Antwort ist simpel: ja. Unbedingt.

Am Freitagabend zeigte Tele 5 den Film in der SchleFaZ-Reihe. Andy (Lotto King Karl) soll für einen Zuhälter auf sein “Bückstück” Anica (Alexandra Neldel) aufpassen. An seiner Seite: der Möchtegern-Schauspieler Timo (Tobias Henke).
Gut, dass man nachlesen kann, worum es geht, denn eigentlich ist “Der letzte Lude” nur eine Ansammlung von entweder vollkommen langweilig vergurkten Witzen oder peinlich-sexistischem Drecksmist. So rücken Andy und Timo in einem Puff den Frauen an die … ähm, nun ja, die öffnen ihre Schenkel, und die beiden Typen gucken dann… also…. und eine hat sich zwei Wochen nicht gewaschen, weil… äh… Und die müffelt so, dass der Timo umkippt und sich dann eine Gasmaske aufsetzt, um… pff…

Schauspielkunst nicht vorhanden. Regie schludrig. Geschichte unterirdisch. Ja, “Der letzte Lude” ist Mist, und eigentlich ist es ein Film zum Vergessen.
Oliver Kalkofe und Peter Rütten machen ihn eigentlich erst ansehbar, indem sie das Ganze kommentieren. Kalkofe findet alles grooooßartig, Rütten ist verzweifelt – und leugnet, dass er da selber mitgespielt hat.
Dass am Ende Lotto King Karl selber im SchleFaZ-Studio auftaucht, ist dann das echte Highlight – er redet Peter Rütten dann ein, dass “Der letzte Lude” ein ganz hervorragender Film ist.
Großes Kino. Also, nicht der Lude, sondern Tele 5.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Sharknado 6

Sonntag, den 2. Dezember 2018
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(3) -> 10.9.2015

FR 30.11.2018 | 22.00 Uhr | Tele 5

Das Tolle an den “SchleFaZ”-Filmen auf Tele 5 ist ja, dass die Macher in der Regel nicht wissen, dass sie einen miesen Film produzieren. Dass es den Reiz ausmacht, den Filmemachern beim Scheitern zuzusehen.
Bei “Sharknado” ist das anders.

Als Tele 5 Anfang 2014 in der Reihe “Die schlechtesten Filme aller Zeiten” den US-Trash “Sharknado” zeigte, da war das extrem komisch. Weil die Handlung Schwachsinn war, aber irgendwie auch lustig-schwachsinnig. Hinzu kommen die Kommentare, die eingeblendet werden, und natürlich vor allem die Anmerkungen von Oliver Kalkofe und Peter Rütten.
In den USA merkte man natürlich, dass ihr doofer Trash in Deutschland plötzlich zum Kult geworden war. Es wurde ein Film nach dem anderen produziert.

Am Freitagabend lief bei Tele 5 nun “Sharknado 6”. Die Geschichte, um die allesfressenden Haie im Tornado ist ausgelutscht, und selbst die Macher finden sie scheinbar lahm. Stattdessen wird eine extrem langweilige und absurde Zeitmaschine-Geschichte erzählt.
Das Schlimme an diesem Film ist, dass die Scheißigkeit hier nicht mehr lustig ist, sondern einfach nur noch Mist. Der Trash ist kalkuliert. Die Geschichte offenbar gewollt bescheuert.

Da wartet man als SchleFaZ-Fan immer nur noch auf Kalkofe und Rütten, die sich auch schon viel einfallen lassen mussten, damit ihre Show lustig bleibt. Wenn die beiden – und die vielen Gaststars – nicht gewesen wären, wäre das wohl ein echter SchleFaaZ gewesen – der schlechteste Fernsehabend aller Zeiten.

Teil 6 war wohl nun wirklich der letzte. Gut so.

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