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Jette: Tierschau am Straßenrand

Samstag, den 20. Oktober 2012
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MAZ Oranienburg, 20.10.2012

Also nee, wissense nee, eigentlich hatte ich geplant, mal wieder in den Zoo zu fahren. Aber das ist nicht mehr nötig, denn den Tierpark erlebe ich gerade ständig als Autofahrerin an den Straßenrändern.

Neulich musste ich am frühen Abend von Ludwigsaue über Beetz, Sommerfeld und Hohenbruch nach Oranienburg düsen. Bis zur Brücke über die B96 zwischen Teerofen und Sachsenhausen begegneten mir an sage und schreibe acht Stellen Tiere an oder auf der Straße. Es ist also nicht übertrieben, wenn die Polizei vor Wildwechsel warnt. Und eines ist ja wohl klar: Die Tiere haben echt die Ruhe weg. Ganz gemütlich scharwenzelte gleich hinter Ludwigsaue ein großer Hirsch übers Kopfsteinpflaster. Kurz dachte ich daran, zu hupen, aber das hätte das stolze Tier sicher nicht die Bohne interessiert. Bei Beetz rannte ein Igel über den Asphalt, im Schleuenschen Luch traf ich gleich auf eine ganze Herde mit Rehen, und im Wald bei Teerofen scheint eine Versammlung am Straßenrand stattgefunden zu haben. Ich vermute, die Tiere haben die Autos gezählt. Mit schwitzigen Fingern, aber ohne Zwischenfälle, kam ich zu Hause an. Fahrt bloß vorsichtig, rät euch eure
Jette

aRTikel

1992: Unternehmer schmeißt Sondermüll in den Wald

Dienstag, den 17. April 2012
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März 1992 II -> 3.4.2012

Vor 20 Jahren: Reifen und Teer illegal bei Teerofen abgelegt / Neuer Bürgermeister in Flatow

MAZ Oranienburg, 17.4.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im April 1992.

OBERHAVEL
Im Oranienburger Stadtverkehr soll sich Anfang April 1992 einiges ändern: Die Einbahnstraßenregelung in der Otto-Nuschke-Straße (Lehnitzstraße) soll umgekehrt werden. Die Zufahrt wäre im Zentrum nur in Richtung Lehnitz möglich. Die Bahnhofstraße (Willy-Brandt-Straße) soll eine Einbahnstraße in Richtung Bahnhof werden.

Nach der Abwahl des Flatower Bürgermeisters Klaus Hildebrandt führt Hermann Maecker die Geschäfte. Vorher gab es Streit um fehlende Infos durch den Bürgermeister, außerdem sollen Postunterlagen verschwunden sein. Pikant: Dass Flatow einen neuen Ortschef hat, kommt erst zehn Tage später heraus.

Der Zusammenschluss der Dörfer rund um die Autobahn hat nun einen Namen: Am 3. April 1992 einigt man sich auf das „Märkische Amt Oberkrämer“. Die Einwohner haben vorher noch diverse andere Vorschläge gemacht: Groß-Eichstädt, Land Glien oder Glien-Eiche. Der Name gilt ab Mitte 1992.

Für den neuen Landkreis, den Oranienburg und Gransee bilden wollen, gibt es noch keinen Namen. Als besonders chancenreich gilt „Oberhavel“. Die Gemeinden im Altkreis Gransee sprechen sich dafür aus.

Die Germendorfer Mülldeponie entwickelt sich zum Reizthema. 1991 werden dort 500 000 Kubikmeter Müll gelagert, mehr als doppelt so viel wie 1990. Schlüssige Antworten, wie es weitergehen soll, fehlen im Frühjahr 1992. Awu-Geschäftsführer Gerhard Bringmann wehrt sich gegen Vorwürfe, dass in Germendorf auch Fremdmüll gelagert werde.

Ein Berliner Unternehmer schafft von seinem Grundstück in der Oranienburger Kanalstraße eine große Sammlung Altreifen und Sondermüll in den Wald bei Teerofen. Dazu gehören Teer, Farbreste, Metall, Glas, Holzschutzmittel, sogar Müll aus Berlin. Nun muss er 6000 Mark Strafe bezahlen.

Die Schulsituation in Kremmen ist kritisch. Es ist zu eng. Im ehemaligen Kindergarten am alten Wall müssen zwei zusätzliche Räume hergerichtet werden.

RTelenovela

Mit Google Earth in die Historie

Sonntag, den 5. April 2009
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Google Earth ist eine feine Sache. Dort kann sich jeder ein reales Bild davon machen, wie die Gegend von oben aussieht, in der er wohnt, oder wo er demnächst hinfahren wird.
Aber Google Earth hat einen noch ganz anderen Effekt. Einen, der allerdings so wahrscheinlich gar nicht geplant war: historische Aufnahmen.
Wer sich die Satellitenbilder in Google Earth aus der Region Oberhavel und Havelland ansieht, der wird bald feststellen: So sieht das stellenweise gar nicht mehr aus, was dort zu sehen ist.
Anhand der Bilder lassen sich die Fotos etwa auf das Jahr 2001 datieren. Und seitdem ist in der Region sehr viel passiert.
In Oranienburg kann man sich die 2002 eröffnete Turm-Erlebniscity im Bau ansehen. Auch gibt es auf den Fotos noch keine Ortsumgehung der B96 rund um Oranienburg. Bei Germendorf sind aber zumindest die anfänglichen Bauarbeiten einer der Knotenpunkte zu sehen. Ansonsten ist der Wald zwischen Teerofen und Germendorf unberührt. Natürlich ist auch die Innenstadt von Oranienburg noch in ihrem Zustand vor dem heutigen Umbau.
Im Havelland ist es besonders interessant, sich die alte B5 noch ansehen zu können. Heute ist sie zwischen Spandau und Nauen vierspurig. Bei Google Earth wird aus den vier Spuren am Havelpark in Dallgow-Döberitz die alte zweispurige B5. Bei Elstal sieht der Knotenpunkt mit dem Berliner Ring auch noch ganz anders aus. Im weiteren Verlauf führt die Bundesstraße noch nach Nauen rein, heute gibt es dort eine Umgehungsstraße.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern können wir ins Archiv blicken. In der Nähe von Greifswald ist die Gegend auf den Fotos noch völlig unberührt, die Ostseeautobahn A20 gibt es dort noch nicht. Ebensowenig das Dreieck Stralsund bei Wüsteney. Im weiteren Verlauf der neuen, heutigen B96 Richtung Rügen scheinen jedoch neue Fotos entstanden zu sein, denn die Straße beginnt auf den Satellitenbildern ganz plötzlich und unvermittelt im Nichts. In Stralsund ist auch schon die neue Rügenbrücke zu sehen – zumindest der erste Teil. Der zweite Teil zwischen Dänholm und Rügen ist auf den Fotos noch im Bau, scheinen also von 2006 oder 2007 zu sein. Zumindest aktueller also als die aus der Brandenburger Region.
Und sicherlich gibt es noch einiges weiteres Historisches bei Google Earth zu entdecken. So bietet das Internet tatsächlich mal ungeahnte Möglichkeiten.

aRTikel

Techno in der Vehlefanzer Idylle

Mittwoch, den 1. April 2009
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Ein Mecklenburger Fleischermeister will in Oberhavel Jugendarbeit betreiben

MAZ Oranienburg, 1.4.2009

Hans-Christian Grubenheimer plant ein Jugendcamp am Vehlefanzer Mühlensee.

RT/Max Zimmermann

OBERHAVEL
Dunkle Wolken ziehen über das Wasser. Nieselregen fällt auf den schlammigen Boden, der den Füßen nur wenig Halt bietet. Das Gelände um den Vehlefanzer Mühlensee sieht zurzeit so aus, als würde es noch tief im Winterschlaf feststecken.
Im Juli und August hat die Idylle jedoch ein Ende. Gleich zwei Großveranstaltungen sind im Sommer in Vehlefanz geplant. Neben dem alljährlich stattfindenden Sommerlager der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde wird es einen zweiten Jugendtreffpunkt geben. Die Rede ist vom einem “Jugendcamp zur Selbstfindung”. Stattfinden soll es vom 31. Juli bis 9. August 2009.
Veranstalter ist Hans-Christian Grubenheimer. Er betreibt im mecklenburgischen Neustrelitz die Kette “Fleischer-Hans” und ist in der Region nördlich von Fürstenberg für seine umfassende Jugendarbeit bekannt. “Eingeladen sind junge Leute im Alter von zwölf bis 20 Jahren”, so Grubenheimer. Im Camp können die Jugendlichen Musik machen und Instrumente erlernen. Im Ortskern von Vehlefanz soll es jeden Abend Konzerte geben.
Die Jugendlichen werden an den verschiedenen Tagen aber auch lernen, wie sie in der Natur zurechtkommen, und wie sie Tiere, die sie am Mühlensee einfangen, weiterverwerten können.
Dass sich das Jugendcamp am ersten Wochenende mit dem unter anderen von Karl-Dietmar Plentz organisierten Sommerlager überschneidet, ist für Grubenheimer kein Problem: “In den ersten drei Tagen beschallen wir den Mühlensee mit einer großen Technoparty”, kündigt er an. Sie beginnt am Freitag, 31. Juli, gegen 20 Uhr und endet am Sonntag danach um 18 Uhr. “Die Kinder des nebenan stattfindenden Kirchenlagers sind dazu natürlich herzlich eingeladen.”“
Die Sommeraktion ist für Hans-Christian Grubenheimer der Beginn seiner Wirtschafts- und Jugendaktivitäten in Oberhavel. Bisher betreibt er die Kette “Fleischer-Hans”“nur im Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Im Juli will er in Oberkrämer das erste Geschäft eröffnen. “Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen möchte ich meine Investitionspläne aber noch geheim halten”, erklärt Grubenheimer.
Nur eins steht für den 45-Jährigen langfristig fest: Er möchte die Jugendarbeit rund um Oranienburg nachhaltig prägen. Sein erstes Projekt ist dabei jedoch nicht das Sommerlager am Mühlensee. In wenigen Wochen, am 18. April, wird Grubenheimer mit einer Aktion beim Oranienburger Autofrühling die angehenden Abiturienten in Oberhavel unterstützen. “Ich stelle einen meiner Fleischkühltransporter zur Verfügung”, kündigt er an. Er soll auf der Bernauer Straße über eine Distanz von 450 Metern gezogen werden. Der Clou ist aber der Inhalt des Lkw: “Er ist vollgepackt mit Fleischwaren, die beim Abiball des Gewinnerjahrgangs verzehrt werden können”, sagt der “Fleischer-Hans”-Chef. “Es hätte auch ein Trabant sein können, aber die Idee habe ich verworfen, das fand ich zu lumpig.”“
Langfristig will Grubenheimer in Oberhavel mehrere Jugendzentren eröffnen. In Vehlefanz, Teerofen, und Siedlung II, einem Ortsteil von Zehdenick, hat er sich bereits Grundstücke angesehen. Probleme gebe es jedoch vor allem in Teerofen, weil dort für den Bau des Zentrums ein vier Hektar großes Waldstück gefällt werden muss.

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Anmerkung, 2.4.09:
Dies ist ein Aprilscherz!!

RTZapper

Zwei Todesanzeigen

Sonntag, den 27. Mai 2007
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SA 26.05.2007, Märkische Allgemeine

Was muss das für ein unfassbarer Schock für alle Angehörigen sein: Am Himmelfahrtstag kamen zwei Menschen bei einem Autounfall in der Nähe von Teerofen ums Leben.
Ein 24-jähriger BMW-Fahrer, der in Richtung Hohenbruch unterwegs war, verlor innerhalb einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte mit einem entgegenkommenden Hyundai einer 69-Jährigen zusammen.
Beide starben. Der eine, weil er wahrscheinlich zu schnell oder einfach nur unachtsam war. Die andere, weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war. Die nichts, aber auch gar nichts dafür kann.
Sonnabend wurde in einer Anzeige in der Märkischen Allgemeinen um Gerda H. getrauert. Und die Familie ist nicht nur traurig, sondern auch wütend: “Das Recht des Einzelnen auf Freiheit und Mobilität im traßenverkehr hört da auf, wo das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eines anderen gefährdet oder zerstört wird”, heißt es da.
So traurig das ist: Mit Recht hat das wohl wenig zu tun. Der 24-Jährige Fahrer wollte wohl ganz sicher nicht die andere Frau mit in den Tod reißen. Er konnte den Tod der Frau nicht verhindern. Klar, er hätte den Unfall an sich ebentuell vermeiden können.
Gleich neben der Anzeige von Gerda H. wird um einen jungen Hohenbrucher getrauert. Er ist wohl der Todesfahrer.
Was für ein grauenhaftes Schicksal verbirgt sich hinter zwei mehr oder weniger auffälligen Anzeigen. Da läuft einem ein gruseliger Schauer über den Rücken.