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Warntag 2020: In Oranienburg versagen Apps und Sirenen

Donnerstag, den 10. September 2020
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Der Warntag 2020 ist in Oranienburg ein Fehlschlag gewesen. Eigentlich sollten testweise am Donnerstag um 11 Uhr alle Sirenen der Stadt heulen und um 11.20 Uhr noch einmal. Die Stadtverwaltung in Oranienburg hatte die Tests kurz zuvor auch noch auf Facebook angekündigt.

In Oranienburg blieben die Sirenen jedoch still. Auch die Warnapps Katwarn und Nina blieben zunächst still, erst gegen 11.32 Uhr warnten die Apps und gaben die Test-Meldungen heraus.

“Auch wir mussten um 11 Uhr verwundert unserem Tinnitus lauschen – kein Sirenensignal”, antwortete die Stadtverwaltung auf Facebook auf entsprechende Kritik. “Dieses sollte ja nicht lokal, nicht mal regional, sondern zentral ausgelöst werden. In jedem Fall wissen wir jetzt, wofür der bundesweite Warntag gut (und ja auch gedacht) ist: Um Mängel im System sichtbar zu machen.” Die Ursachen würden auf den zuständigen Ebenen untersucht. Über Ergebnisse werde der Landkreis Oberhavel berichten. “Neben den Sirenen haben auch andere Warnmittel bei der zentralen Auslösung sehr unterschiedlich funktioniert – reibungslos, stark verzögert oder sogar gar nicht.” Die Gründe würden auch da im Einzelnen untersucht, um die Mängel beheben zu können, so das Verwaltungsstatement.

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RTelenovela

Kulturschatz: Im Rundfunkmuseum in Werben

Donnerstag, den 3. September 2020
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Eigentlich war das so ja nicht geplant. Eigentlich wollte ich über die Fähre Sandau nach Havelberg. Da die aber außer Betrieb ist, fuhr ich über die Hansestadt Werben zur Fähre in Räbel.
Ich hatte nicht vor, in Werben zu halten. Ich war schon auf der Straße, die direkt zur Fähre führt, da fiel mir ein Gebäude auf mit einer Bahnhofsuhr. Ich dachte auch erst an einen Bahnhof, und im Vorbeifahren las ich “Rundfunkmuseum”. Eine Tür stand offen, dennoch sah das Haus etwas verlassen aus.
Ich war schon vorbei gefahren, als ich mich entschloss: Da könnte ich ja mal schauen, was das ist. Immerhin hatte ich ja keinen Zeitdruck.

Ich laufe in das Haus. Schon im Eingangsbereich kann man in den Flur sehen, wo diverse alte Radios stehen. Es ist niemand da. Links in einem Raum stehen weitere Radios, auch ein paar Fernseher.
Irgendwo aus dem hinteren Bereich ist Musik zu hören. Da müsste jemand sein. Ich laufe weiter durch den Flur, rechts geht eine Treppe nach oben, und auf jeder Stufe sind Ausstellungsstücke gelagert. Es sieht aus, als ob das mal eine Schule war.

Ich komme in den großen Hauptraum. Dort wuselt ein älterer Herr herum. Es ist Rüdiger Haase, der Leiter des Hauses. Das Rundfunkmuseum gibt es erst seit 2017. Diese alten Geräte sind sein großes Hobby. Vorher hatte er ein Rundfunkgeschäft, in dem er auch schon Museumsstücke hatte.
Er erzählt mir, dass ihm Leute immer wieder alte Apprate bringen. Wir laufen an den Regalen entlang. Es sind vor allem alte Geräte aus der DDR. Ich erkenne auch noch einiges. Eines der Radios stand auch bei uns im Wohnzimmer, auch der Fernseher. Alte Telefone, die ältesten Geräte sind aus den 30er-Jahren.
Auch Plattenspieler hat er und spezielle Tonträger, und so ziemlich alles funktioniert auch noch, immer läuft bei ihm Musik vom alten Plattenspieler.

Das Gebäude war übrigens, auch das erzählt er mir, keine Schule. Dort befand sich eine Brillenfabrik. Sie ist 1990 geschlossen worden. Das Gebäude stand lange leer.
Rüdiger Haase nimmt keinen Eintritt, aber natürlich kann man eine Spende dalassen, und auch Führungen kann man im Rundfunkmuseum bekommen, wenn man sich vorher anmeldet. Hin und wieder gibt es auch kleinere Veranstaltungen.
Ich habe mich ein bisschen wie auf einer Expedition gefühlt, bei der man überraschende Momente erlebt. Ich verabschiede mich von Rüdiger Haase, er muss zum Mittagessen. Er wohnt nebenan, seine Frau hat schon gerufen.

Das Rundfunkmuseum in der Hansestadt Werben, Räbelsche Straße 20. Interessierte melden sich unter 039393/448.

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (61): Parkkarte ist ungültig

Dienstag, den 25. August 2020
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(60) -> 18.7.2020

Direkt neben dem Hauptbahnhof in Wiesbaden befindet sich ein Einkaufscenter. Mit dem Auto hat man in der Tiefgarage auch immer einen Platz.
Mit meinem Ticket laufe ich nach einem Bummel durchs Center zum Parkautomaten, ich bezahle und gehe zum Auto. Durch das Fahrbahnlabyrinth gelange ich dann zur Ausfahrt-Schranke. Ich stecke das Ticket an den Schlitz, es wird reingezogen, es ruckelt, und es ruckelt weiter, und am Ende sagt mir der Automat: Ticket ungültig.
Hm.
Zweiter Versuch. Wieder ruckeln und ruckeln und Ticket ist ungültig.
Na toll.
Ich setze zurück, ein Auto hinter mit muss auch zurücksetzen, es kann schließlich an mir vorbei, und dort funktioniert das Ticket auch.
Ich fahre inzwischen an die zweite Schranke. Aber da passiert dasselbe. Ich drücke den Notknopf. Und noch mal. Aber es meldet sich niemand.
Ich setze wieder zurück und fahre zurück Richtung Parkautomat.

Der Parkautomat, an dem ich vorhin noch bezahlt habe, erkennt das Ticket auch nicht mehr. Gegenüber ist das Hausmeisterbüro, es ist nicht besetzt. Aber auf einem Zettel steht ganz unten und ganz klein eine Handynummer. Ich rufe sie an, und tatsächlich meldet sich jemand. Warum ich denn nicht den Notknopf gedrückt habe. Ich antworte, dass ich das zweimal getan habe, es sich aber niemand gemeldet habe.
Der Hausmeister ist immerhin vor Ort, er hält sich im Hintergrund des Büros auf und kommt nach vorne. Nochmal fragt er, warum ich nicht den Notknopf gedrückt habe, und ich sage…
Er drückt mir schließlich ein neues Parkticket in die Hand, er hatte noch ein ganzes Paket mit Not-Tickets. Er vermutet, dass ich das Ticket ans Handy gehalten habe, dadurch könnten die Daten gelöscht worden sein. Darauf muss man ja auch erst mal kommen.
Mit dem Not-Ticket konnte ich ausfahren und erreichte wieder das Wiesbadener Tageslicht.

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (60): Cookies!

Samstag, den 18. Juli 2020
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(59) -> 5.2.2020

Na, heute schon Cookies akzeptiert? Die Cookie-Einstellungen schon studiert? Schon geschaut, welche Cookies du haben möchtest und welche nicht?

Es ist vermutlich im Sinne der Internetnutzer. Aber es ist auch eine Pest. Immer und ständig wird man auf zig Internetseiten gefragt, was denn nun mit den Cookies ist. Es geht um die Einstellungen des Internetnutzers, die bestimmen, welche Spuren man auf den Seiten hinterlässt. Was die Betreiber der Seiten über mich und meinen Internetkonsum wissen dürfen, was ich bei ihnen angeklickt habe und wie lange und wohin ich dann weitergezogen bin.

Und es ist ja schön, dass man das Recht hat, das alles einzustellen. Aber es nervt dann, wenn man es immer und immer wieder einstellen muss. Auch wenn man am nächsten Tag oder eine Woche danach wieder auf die Seite kommt – wieder kommt die Cookie-Frage. Und auf vielen Seiten geht auch nichts, bevor man diese Cookie-Frage nicht geklärt hat. Was gut gemeint ist, aber nicht gut gemacht ist.

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RTZapper

Exclusiv – Die Reportage: Hakenkreuze & Gewaltvideos – Was Kinder posten

Donnerstag, den 16. Juli 2020
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MO 13.07.2020 | 22.05 Uhr | Das Erste

Ein Mann, der mit roher Gewalt auf einen kleinen Hund eintritt.
Ein Mädchen, das mit einem Mann vergewaltigt wird.
Sprüche mit sexistisch-frauenfeindlichen Sprüchen und Bildern, die man hier gar nicht wiedergeben will.
Ein Foto von Adolf Hitler, er lächelt, und er sagt: “Du bist lustig, dich vergas ich zuletzt.”
Volksverhetzende Sprüche. Judenfeindliche Witze. Pornografische Bilder.

Es sind Fotos und Sticker, die man auf Smartphones von Kindern und Jugendlichen gefunden hat. Es ist nichts, was Jugendliche eigentlich sehen sollten. Aber sie sehen es, und sie stumpfen ab, finden es irgendwie auch gar nicht so schlimm, als dass man etwas dagegen sagen oder gar unternehmen müsste.

Darum ging es am Montagabend in einer Doku im Ersten. In “Exclusiv – Die Reportage” ging es um “Hakenkreuze & Gewaltvideos – Was Kinder posten”.
Zu sehen, was sich Kinder scheinbar völlig unbedarft zuschicken, ist bedrückend und erschütternd. Einerseits.
Andererseits sollte es nicht verwundern, dass in der heutigen Technikwelt, die von Eltern kaum zu überwachen ist, solche Hetze kursiert. Dass selbst Eltern, denen der Handykonsum ihrer Kinder nicht egal ist, erschaudern, wenn sie erfahren, was sich alles im Bilderordner der Smartphones ihrer Kinder befindet.
Wirklich bedrückend ist aber, mit welcher Gleichgültigkeit viele der Jugendlichen das hinnehmen. Dass sie erst registrieren, was sie da bekommen und vielleicht weitergeteilt haben, wenn ihnen jemand sagt, was da eigentlich Sache ist. Dass sie selbst kein Gefühl dafür haben.

In der NDR-Doku wurde ein besonders krasser Fall aus einer Schule in Niedersachsen gezeigt. Sicherlich trifft das Problem längst nicht auf alle Kinder und Jugendlichen zu. Aber es ist wichtig, Eltern und Heranwachsende zu sensibilisieren. Wenn es nicht zu spät ist und sie solches Posts total gut finden.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 13. Juli 2021, von 22 bis 6 Uhr)

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RTelenovela

Endlich Videos schneiden!

Donnerstag, den 9. Juli 2020
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Der Movavi-Video-Editor. Für mich ist das in diesen Tagen ein wichtiges Stichwort.
Ich habe schon als Jugendlicher gern Videos gedreht. Geschnitten wurden sie, indem man den Videorecorder bediente und wegließ, was man nicht brauchte oder an die Stellen zurückspulte, die man brauchte. Einblendungen hat damals meine Kamera hinbekommen, das musste man also schon beim Drehen machen.

Vor gut vier Jahren habe ich zurückgefunden zum Videodreh. Mit meinem Schulfreund Thommi hatte ich schon lange überlegt, was wir machen könnten – schon in den 90ern drehten wir Videos. Wir starteten dann “KeineWochenShow”, und ich startete zudem den “RTest”, die Probier-Reihe.
Allerdings: Ich konnte die Videos nicht bearbeiten. Die RTest-Filme gingen deshalb fast immer ungeschnitten auf die Youtube-Seite. Für den Schnitt von KeineWochenShow ist Thommi verantwortlich.

Weil aber manchmal doch Dinge noch zu schneiden sind und weil es mir auch weitere Projekte ermöglicht, wollte ich auch Videos bearbeiten können. Jetzt habe ich mir endlich ein Schnittprogramm zugelegt, siehe oben.
Und siehe da: Eigentlich ist alles ganz einfach, wenn es nur darum geht, Elemente zusammenzuschneiden oder zu kürzen und hier da was einzublenden. Auch der RTest bekommt jetzt eine kleine Bearbeitung, und der RT-Zapper-Rückblick konnte dann auch noch richtig von mir selbst bearbeitet werden.

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RTelenovela

Warn-App in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 2. Juli 2020
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Bis jetzt ist die App untätig. Zumindest hatte sie bis jetzt nicht den Anlass, mir etwas mitzuteilen.
Seit guten zwei Wochen habe ich die Corona-Warn-App auf meinem Handy. Ich bin einer von 14 Millionen Menschen, die sich die App runtergeladen haben.

Es ist gut, dass sie inzwischen so weit verbreitet ist. Dass die Masse der Menschen, die vernünftig sind, offenbar größer ist als die Schreihälse in den sozialen Medien, die davon faseln, dass diese App ja kein Mensch brauche – wobei sie da natürlich immer nur von sich reden, aber so tun, als würden alle so denken wie man selbst.
Da war von Datenschutz die Rede, und davon, dass man nicht wolle, dass die Regierung wisse, was man so treibt. Was lustig ist, wenn man diese Kritik ausgerechnet auf der Darenkrake Facebook äußert. Wenn man dann vermutlich noch WhatsApp und Instagram auf dem Handy hat – aber die Warn-App sei dagegen gefährlich.
Dabei sammelt die App nur anonyme Daten, die App weiß nicht, dass Max Meier gemeint ist, sondern es werden nur Codes ausgetauscht.
Ansonsten muss man selbst aktiv werden: Indem man der App mitteilt, dass man das Virus habe, damit die App diese Info weitergeben kann. Und selbst wenn ich die Info bekomme, dass ich mit einer infizierten Person in Kontakt stand, muss ich ebenfalls aktiv werden – Merkel steht dann jedenfalls nicht drohend und mit Maske vor meiner Tür.

Inzwischen sagt mir die App: 14 von 14 Tagen aktiv. Was ein bisschen klingt, als würde eine Staffel enden. Was passiert an Tag 15? Auffallend ist, dass die App es nicht mag, wenn man das Handy in den Flugmodus stellt, was ich eigentlich nachts immer mache. Nun ist es eben immer nur lautlos – will ja die App nicht kaputt machen. Bisher hat es jedenfalls keine Risiko-Begegnungen gegeben. Ich hoffe, das bleibt auch so.

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