RTelenovela

Gesucht: der Autoschlüssel

Mittwoch, den 5. Dezember 2018
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Manchmal ist es wie verhext.
Dann sucht man die versteckte Kamera.
Oder man ruft Mulder und Scully.
Aber eigentlich ist man nur ziemlich verwirrt und verzweifelt.

Neulich am Auto. Im Kofferraum hatte ich noch die Autoreifen zu liegen. Ich öffnete die Klappe, legte noch eine Tüte rein, Klappe zu.
Ich setzte mich ans Steuer und stutzte. Wo ist der Schlüssel?

In der Hose war er nicht.
In der Jacke war er nicht.
Auf dem Sitz lag er nicht.
In der Ablage, wo er sonst liegt, lag er nicht.
Zwischen dem Sitz lag er nicht.
Unterm Sitz lag er nicht.

Ich stieg wieder aus. Ratlos.

Vor dem Rücksitz lag er nicht.
In der Seitentasche lag er nicht.

Ich lief wieder nach hinten, öffnete wieder die Kofferklappe. Irgendwo hier muss dieser doofe Schlüssel doch sein!

Unter den Reifen lag er nicht.
In der Tüte, die ich reingelegt habe, lag er nicht.
Auf den Reifen lag er nicht.
In der Tüte lag er immer noch nicht.
Unterm Auto lag er nicht.
Neben dem Auto lag er nicht.
Auf der Straße lag er nicht.

Ich laufe wieder zur Fahrertür.

In der Hose war er immer noch nicht.
In der Jacke war er immer noch nicht.
Auf dem Sitz lag er immer noch nicht.
In der Ablage, wo er sonst liegt, lag er immer noch nicht.
Zwischen dem Sitz lag er immer noch nicht.
Unterm Sitz lag er immer noch nicht.

Und nun? Ich schaute mich um. Beobachtete mich jemand? Hat vielleicht jemand den Schlüssel geklaut? Aber wo? Und wann? Kann eigentlich nicht sein.
Ich wusste aber, dass ich einen Ersatzschlüssel habe. Den holte ich.
Als ich wieder da war, stand das Auto auch noch da.
Ich guckte noch mal. Jacke. Tasche. Und so weiter.
Weg.

Mein Termin hatte sich schon erledigt, ich hatte schon Bescheid gesagt, dass ich sehr viel später komme. Ich entschloss mich, nun loszufahren.
Was aber, wenn der Schlüssel irgendwo rumliegt? Wenn ihn wirklich jemand geklaut hat? Dann könnte es ja sein, dass der Jemand das Auto mitnimmt, wenn ich wieder da parke.

Zwei Stunden später lade ich die Reifen aus dem Kofferraum. Und schon beim ersten Reifen klackert es. Der Schlüssel. Er lag dann doch irgendwo auf oder zwischen den Reifen.
Puh.

RTelenovela

Wer klingelt denn da?

Mittwoch, den 7. November 2018
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Gräberweihe. Andacht auf dem Katholischen Friedhof in Oranienburg. Vor der Trauerhalle steht der Pfarrer, alle singen gemeinsam ein Lied.
Ein Handy klingelt. Etwas dumpf, es muss in einer Handtasche liegen. Es bimmelt leise vor sich hin.

Plötzlich löst sich ein Mann aus der Menge. Peinlich berührt läuft er ein paar Meter und hat sein Handy in der Hand.
Allerdings: Es klingelt immer noch. Aber nicht bei dem Mann, sondern genau an derselben Stelle wie vorher auch.
Plötzlich löst sich eine Frau aus der Menge. Peinlich berührt und sich flüsternd entschuldigend läuft sie ein paar Meter und hat ihr Handy in der Hand.
Allerdings: Es klingelt immer noch. Aber auch nicht bei der Frau, sondern immer noch genau an derselben Stelle wie vorher auch.
Ich sehe es genau, wo das Bimmeln herkommt, und mein Hörsinn hat mich nicht getrübt. Zwei Leute haben sich schon irrtümlich entschuldigt und entfernt. Nur die ältere Dame, die die wahre Übeltäterin ist, bemerkt die Klingelei nicht.

Irgendwann dann aber doch. Sie dreht sich um und läuft los. Peinlich berührt und mit rotem Gesicht lächelnd läuft sie ein paar Meter – und geht ans Handy.
Sie beginnt ein Gespräch, und wie Flüstern funktioniert, hat sie vergessen. Sie teilt ihrem Gesprächspartner mit, dass sie gerade auf dem Friedhof sei, sie könne gerade nicht sprechen. Damit fängt sie sich ein paar böse Blicke ein. Nach einer guten halben Minute beendet sie das Telefonat und schleicht in die Masse zurück, die inzwischen der Pfarrerspredigt folgt.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (52): RTiesler ist down!

Freitag, den 26. Oktober 2018
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(51) -> 6.9.2018

Und plötzlich war die eigene Internetseite weg! “Seite funktioniert nicht”. Oder so ähnlich. Das stand statt meines Blogs auf der Seite, wenn man die bekannte Adresse eingab.
Vorübergehend, dachte ich.
Vorübergehend war aber auch am nächsten Vormittag noch nicht zu Ende.

Des Rätsels Lösung: Die Firma, die die Seite und die Technik zur Verfügung stellt, hat einige Einstellungen so verändert, dass die Seite gar nicht mehr lief.

Nun denken ja immer noch ein paar Leute, dass ich ja total internetaffin sei. Bin ich auch, aber nicht, was die Technik angeht. Technik interessiert mich nicht. Ich weiß nicht, wie ganz genau eigentlich so eine Internetseite funktioniert. Ich weiß, wie ich sie bestücken und bearbeiten kann – aber wenn es ans Eigentliche geht, stehe ich doof da.
Eine Mail des Providers habe ich schlicht nicht im Ansatz verstanden, obwohl sie auf Deutsch verfasst worden ist. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was die da eigentlich von mir wollen.

Aber glücklicherweise kenne ich ja jemanden, der das für mich übernommen hat. Ein Freund, der sich des Problems sofort angenommen hat, der Seite wieder zum Laufen brachte. Ein paar Sachen werden noch verändert – sie sie funktioniert. Das ist die Hauptsache, und dafür kann ich nur DANKE sagen!

RTelenovela

Kommt die A5-Bahnstrecke?

Sonntag, den 14. Oktober 2018
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Wer auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt unterwegs ist, wird sich wundern. Ab Zeppelinheim steht an beiden Fahrbahnrändern eine Strom-Oberleitung. Fast sieht es so aus, als würde direkt an der Autobahn eine Bahnstrecke entstehen. Fehlt eigentlich nur noch das Gleis. Wer ganz rechts fährt, ist unter der Oberleitung unterwegs.

Aber: Kein Zug. Sondern Elektro-Lkw. Ab Anfang 2019 ist das eine 6 Kilometer lange Teststrecke für Lkw mit Elektroantrieb – der eHighway. Die Wagen sollen an die Leitung “andocken”, wie auch eine Lok, und dann während der Fahrt Strom tanken – zum Beispiel, bevor sie in die Stadt fahren.

Einerseits sieht das Gebilde sehr hässlich aus. Andererseits wird es wohl nicht so sein, dass alle Autobahnen und überall irgendwann mal mit solchen Oberleitungen versehen sind. Und natürlich kann es aber auch nur gut sein, wenn es Ideen gibt, wie man die Innenstädte sauberer bekommt – indem die Lkw vor der Stadteinfahrt eben Strom aufladen können.
Immerhin handelt es sich auf der A5 um die größte derartige Teststrecke der Welt.

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Werbung: Schau HD TV

Donnerstag, den 11. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | 2.44 Uhr (Mo.) | RTL

Hach, Fernsehen ist ja so toll. Und bei RTL sind sie ja immer so emotional. In einem Werbespot wird das HD-Fernsehen angepriesen – vor allem, weil die Leute extra dafür zahlen müssen, wenn sie RTL und Co. in HD sehen wollen.
Fußball, Formel 1 und Musikshows – solche Glücksmomente könne man nur in HD genießen.

Nun ja. Vielleicht meint RTL ja die Glücksmomente bei den “25 bizarrsten Alltagssituationen, in denen auch Sie morgen landen könnten”. Das kann man sich ja nur in total scharfem HD antun. Auch Chris Tall und seine Haha-Gags funktionieren nur in HD. Die “Exclusiv”-Klatschnews kann man auch nur ertragen, wenn sie wenigstens in HD gezeigt werden. Das Jugendgericht, Strafgericht und Familiengericht bei RTLplus gehen natürlich auch nur in HD.

Vielleicht könnte RTL ja zur Abwechslung mal besseres Fernsehen machen, dann müsste man nicht mehr so viel über Bild-, sondern könnte über die Programmqualität sprechen. Aber für die wenigen Shows, die man bei RTL noch ohne Brechreiz sehen kann, auch noch extra zahlen, um die Brechmittel noch schärfer sehen zu können?
Och nö.

RTelenovela

Calliope oder: Ich bin von vorgestern!

Freitag, den 21. September 2018
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Ein großes Fragezeichen. Ich habe mich am Donnerstag sehr unwissend und alt gefühlt. Die Sechstklässler der Kremmener Goethe-Grundschule haben Calliope geschenkt bekommen. Und wenn du jetzt fragst, was das sein soll, dann antworte ich: Willkommen im Club!

Minutenlang beobachtete ich, wie die Kinder die sternförmigen Dinger auspackten, die ihnen die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg geschenkt hatte. Sie setzten die Batterien ein, und schon blinkte da irgendwas.
Ich stand da und guckte nur blöd, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, was die da machen und was das für ein Gerät sein soll – nämlich ein Minicomputer, den man selber programmieren kann.

Dazu muss ich sagen, dass ich in Informatik nie eine Leuchte war, meine Noten waren verheeren, ich kann mich da sehr dunkel an eine Null-Punkte-Klausur erinnern. Heute bin ich froh, wenn meine Technik so funktioniert, wie sie das soll.
Aber wenn dann Kinder auf mich zukommen und fragen, wie sie denn mit dem Dingsbums Dieses oder Jenes machen sollen und ich nicht mal die Frage verstehe, dann fühlt man sich wirklich verdammt alt und von vorgestern.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (51): Internetfrei

Donnerstag, den 6. September 2018
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(50) -> 1.9.2018

Technik ist Segen, wenn sie funktioniert.
Technik ist Fluch, wenn sie nicht funktioniert.
Ich hatte eine Woche und einen Tag kein Internet zu Hause. Das heißt – ein klitzekleines bisschen hatte ich schon. Eine Minibrandbreite, die es erlaubte, dass ich mal eine E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht bekomme. Oder besser: Die Infos, dass ich’s bekommen habe. Öffnen konnte ich das Ganze nicht. Dafür das reichte das Mininetz nicht.

Oder Internet geht nichts mehr. Ich schaue Fernsehen fast nur noch über Mediatheken. Videoclips schaue ich auf Youtube. Serien oft auf Amazon.
Das fiel nun weg. Vom Handy-Daddeln ganz zu schweigen.

Plötzlich musste ich wieder normales Fernsehen nutzen und mir Sendungen programmieren, wenn ich sie nicht verpassen wollte. Plötzlich musste ich auf dem Handy das mobile Netz nutzen und zigmal nachladen, was teuer wird. Plötzlich konnte ich zu Hause nicht mehr auf dem Laptop arbeiten.

Das bei Vodafone zu melden, ist nicht ganz einfach. Ich war zunächst im Vodafone-Shop in Oranienburg, die fühlten sich jedoch nicht zuständig, was ich unverschämt finde. Vodafone ist Vodafone, da können die sich ruhig mal drum kümmern, wenn ein Kunde kommt und ihn nicht wieder wegschicken und auf eine Hotline verweisen.
Für die 1212-Hotline braucht man Nerven. Eine Ansage folgt auf die nächste. Wollen Sie, dass jemand mithört? Welches Problem haben Sie? Um welchen Geschäftsbereich geht es? Wie ist Ihre Kundennummer? Oder Telefonnummer? Und wasweißich. Manche Ansagen kamen doppelt.
Hat man endlich einen Menschen in der Leitung, möchte man ihn anschreien. Ätzend.

Die Servicefrau regte an, ich solle mir doch jetzt mal die App runterladen, um festzustellen, wie viel Internet ich denn empfange. Dass das nicht gehe, weil ich ja mit ihr telefoniere und ich ja kein Internet habe, musste ich ihr auch erst erklären. Sie musste sich auch erst drei Minuten beraten, während ich anderen Beratermonologen lauschen durfte. Dann endlich sagte sie, dass sich bald irgendjemand bei mir melden würde.
Tatsächlich war nun ein Servicetechnier da, vielleicht war es ein loses Kabel im Schalterkasten, vielleicht sind Bauarbeiten schuld – wer weiß das schon so genau.
Ich habe jedenfalls wieder Internet. Hurra.