RTelenovela

Kommt die A5-Bahnstrecke?

Sonntag, den 14. Oktober 2018
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Wer auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt unterwegs ist, wird sich wundern. Ab Zeppelinheim steht an beiden Fahrbahnrändern eine Strom-Oberleitung. Fast sieht es so aus, als würde direkt an der Autobahn eine Bahnstrecke entstehen. Fehlt eigentlich nur noch das Gleis. Wer ganz rechts fährt, ist unter der Oberleitung unterwegs.

Aber: Kein Zug. Sondern Elektro-Lkw. Ab Anfang 2019 ist das eine 6 Kilometer lange Teststrecke für Lkw mit Elektroantrieb – der eHighway. Die Wagen sollen an die Leitung “andocken”, wie auch eine Lok, und dann während der Fahrt Strom tanken – zum Beispiel, bevor sie in die Stadt fahren.

Einerseits sieht das Gebilde sehr hässlich aus. Andererseits wird es wohl nicht so sein, dass alle Autobahnen und überall irgendwann mal mit solchen Oberleitungen versehen sind. Und natürlich kann es aber auch nur gut sein, wenn es Ideen gibt, wie man die Innenstädte sauberer bekommt – indem die Lkw vor der Stadteinfahrt eben Strom aufladen können.
Immerhin handelt es sich auf der A5 um die größte derartige Teststrecke der Welt.

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Werbung: Schau HD TV

Donnerstag, den 11. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | 2.44 Uhr (Mo.) | RTL

Hach, Fernsehen ist ja so toll. Und bei RTL sind sie ja immer so emotional. In einem Werbespot wird das HD-Fernsehen angepriesen – vor allem, weil die Leute extra dafür zahlen müssen, wenn sie RTL und Co. in HD sehen wollen.
Fußball, Formel 1 und Musikshows – solche Glücksmomente könne man nur in HD genießen.

Nun ja. Vielleicht meint RTL ja die Glücksmomente bei den “25 bizarrsten Alltagssituationen, in denen auch Sie morgen landen könnten”. Das kann man sich ja nur in total scharfem HD antun. Auch Chris Tall und seine Haha-Gags funktionieren nur in HD. Die “Exclusiv”-Klatschnews kann man auch nur ertragen, wenn sie wenigstens in HD gezeigt werden. Das Jugendgericht, Strafgericht und Familiengericht bei RTLplus gehen natürlich auch nur in HD.

Vielleicht könnte RTL ja zur Abwechslung mal besseres Fernsehen machen, dann müsste man nicht mehr so viel über Bild-, sondern könnte über die Programmqualität sprechen. Aber für die wenigen Shows, die man bei RTL noch ohne Brechreiz sehen kann, auch noch extra zahlen, um die Brechmittel noch schärfer sehen zu können?
Och nö.

RTelenovela

Calliope oder: Ich bin von vorgestern!

Freitag, den 21. September 2018
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Ein großes Fragezeichen. Ich habe mich am Donnerstag sehr unwissend und alt gefühlt. Die Sechstklässler der Kremmener Goethe-Grundschule haben Calliope geschenkt bekommen. Und wenn du jetzt fragst, was das sein soll, dann antworte ich: Willkommen im Club!

Minutenlang beobachtete ich, wie die Kinder die sternförmigen Dinger auspackten, die ihnen die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg geschenkt hatte. Sie setzten die Batterien ein, und schon blinkte da irgendwas.
Ich stand da und guckte nur blöd, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, was die da machen und was das für ein Gerät sein soll – nämlich ein Minicomputer, den man selber programmieren kann.

Dazu muss ich sagen, dass ich in Informatik nie eine Leuchte war, meine Noten waren verheeren, ich kann mich da sehr dunkel an eine Null-Punkte-Klausur erinnern. Heute bin ich froh, wenn meine Technik so funktioniert, wie sie das soll.
Aber wenn dann Kinder auf mich zukommen und fragen, wie sie denn mit dem Dingsbums Dieses oder Jenes machen sollen und ich nicht mal die Frage verstehe, dann fühlt man sich wirklich verdammt alt und von vorgestern.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (51): Internetfrei

Donnerstag, den 6. September 2018
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(50) -> 1.9.2018

Technik ist Segen, wenn sie funktioniert.
Technik ist Fluch, wenn sie nicht funktioniert.
Ich hatte eine Woche und einen Tag kein Internet zu Hause. Das heißt – ein klitzekleines bisschen hatte ich schon. Eine Minibrandbreite, die es erlaubte, dass ich mal eine E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht bekomme. Oder besser: Die Infos, dass ich’s bekommen habe. Öffnen konnte ich das Ganze nicht. Dafür das reichte das Mininetz nicht.

Oder Internet geht nichts mehr. Ich schaue Fernsehen fast nur noch über Mediatheken. Videoclips schaue ich auf Youtube. Serien oft auf Amazon.
Das fiel nun weg. Vom Handy-Daddeln ganz zu schweigen.

Plötzlich musste ich wieder normales Fernsehen nutzen und mir Sendungen programmieren, wenn ich sie nicht verpassen wollte. Plötzlich musste ich auf dem Handy das mobile Netz nutzen und zigmal nachladen, was teuer wird. Plötzlich konnte ich zu Hause nicht mehr auf dem Laptop arbeiten.

Das bei Vodafone zu melden, ist nicht ganz einfach. Ich war zunächst im Vodafone-Shop in Oranienburg, die fühlten sich jedoch nicht zuständig, was ich unverschämt finde. Vodafone ist Vodafone, da können die sich ruhig mal drum kümmern, wenn ein Kunde kommt und ihn nicht wieder wegschicken und auf eine Hotline verweisen.
Für die 1212-Hotline braucht man Nerven. Eine Ansage folgt auf die nächste. Wollen Sie, dass jemand mithört? Welches Problem haben Sie? Um welchen Geschäftsbereich geht es? Wie ist Ihre Kundennummer? Oder Telefonnummer? Und wasweißich. Manche Ansagen kamen doppelt.
Hat man endlich einen Menschen in der Leitung, möchte man ihn anschreien. Ätzend.

Die Servicefrau regte an, ich solle mir doch jetzt mal die App runterladen, um festzustellen, wie viel Internet ich denn empfange. Dass das nicht gehe, weil ich ja mit ihr telefoniere und ich ja kein Internet habe, musste ich ihr auch erst erklären. Sie musste sich auch erst drei Minuten beraten, während ich anderen Beratermonologen lauschen durfte. Dann endlich sagte sie, dass sich bald irgendjemand bei mir melden würde.
Tatsächlich war nun ein Servicetechnier da, vielleicht war es ein loses Kabel im Schalterkasten, vielleicht sind Bauarbeiten schuld – wer weiß das schon so genau.
Ich habe jedenfalls wieder Internet. Hurra.

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Ein Hoch auf die Technik (50): Schlüssel aus

Samstag, den 1. September 2018
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(49) -> 11.7.2018

Ja, so was gibt’s: dass der Schlüssel aus ist. Aus – im Sinne von: Kaputt. Keine Batterie mehr. Die neumodischen Autos haben keine Schlüssel mehr, sondern so Dinger, bei denen man auf ein Knöpfchen drückt, und dann ist das Auto auf oder zu.
So lange das Ding Saft hat.

Da stand mein Auto auf dem Grundstück eines Freundes, und ich stand daneben und drückte auf meinen Schlüssel. Und es passierte: nichts. Akku alle.
So ganz überraschend war das nicht, denn schon am Vortag zeigte mir der Bordcomputer des Autos, dass die Batterie fast leer ist. Aber dass das dann so fix geht.

Zum Glück stand das Auto so, dass wir mit dem anderen Auto gerade noch drumherum fahren konnten. Ansonsten hätten wir mein Auto nicht mal wegschieben können. Es wäre nichts gegangen.
Und so fuhren wir zum Autohaus, ich legte meinen Schlüssel auf den Tresen, der Akku wurde gewechselt, ich legte 7 Euro und ein paar Zerquetschte hin, und wir konnten wieder fahren.
Der Schlüssel hat wieder Saft, und ich konnte wieder losfahren.

Erst später erfuhr ich, dass auch der „Drücker“ auch eine Vorrichtung hat, dass man zur Not doch noch irgendwie ins Auto kommt. Aber zum Autohaus hätte ich ja sowieso fahren müssen.

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Immer rechts herum!

Samstag, den 21. Juli 2018
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Wenn ich vom Scheunenviertel in Kremmen nach Hause nach Oranienburg fahre, muss ich nicht ein einziges Mal links abbiegen.

Ich weiß, diese Information reißt dich gerade voll vom Hocker. Aber für mich war sie in den vergangenen Tagen ziemlich wichtig. Denn mein vorderer Linksblinker am Auto war defekt.
Hieß für mich: Linksabbiegen am besten vermeiden.
So fuhr ich von der B 96 kommend auch nicht in Oranienburg-Süd runter in die Stadt, sondern erst in Zentrum-Süd, weil es in der Walther-Bothe-Straße den Kreisverkehr gibt, aus dem man ja bekanntlich nur rechts ausfahren kann.
Du kannst dir vorstellen, dass ich die Gegend mal aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet habe.

In der Werkstatt behob ein Monteur das Problem, und ich bin vorher schon gewarnt worden: Kostet 25 Euro! So stand ich schon mit meiner Bankkarte in der Hand am Tresen der Werkstatt, als es hieß: 4,72 Euro. Da war ich dann wirklich mal positiv überrascht.

RTelenovela

Mit Karte zahlen? Aber doch nicht hier!

Donnerstag, den 12. Juli 2018
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Schweden ist nicht nur ein schönes Land. Man könnte auch meinen, dass sie dort technisch weiter sind als wir – auch in Sachen Kundenservice.

Ich habe es im Urlaub erlebt. Bargeld spielt in den Läden dort kaum noch eine Rolle. Alles wird mit der Bankkarte bezahlt – selbst die Kugel Eis am kleinen Büdchen. Es gibt dort inzwischen sogar Läden, in denen sie gar kein Bargeld mehr annehmen. Auch gibt es dort überall W-Lan, ist da ganz selbstverständlich.

Zurück in Deutschland: Neulich waren wir bei einem Oranienburger Bäcker, ich gab eine Frühstücksrunde aus und wollte die knapp 20 Euro mit Karte zahlen. Die Verkäuferin teilte mir mit, dass das nicht gehe. Und ich so: Warum nicht? Da war die Frau hinter der Theke perplex, wie ich denn so dreist so etwas fragen konnte. Und dabei habe ich mich noch nicht mal nach dem W-Lan erkundigt.
Hierzulande scheint es vielerorts total selbstverständlich zu sein, auf Kundenservice zu verzichten und zum Bargeldverkehr zu zwingen. Dabei könnte das alles so einfach sein.