RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (53): Halbe Kraft

Montag, den 20. Mai 2019
Tags: , ,

(52) -> 26.10.2018

Es ist gerade mal zwei Tage her, dass ich mein Auto aus der Werkstatt geholt habe und der Motorschaden von Bad Segeberg repariert worden ist.
Ich fahre gerade durch Hohenbruch, und als Motor seltsame Dinge tut. Es wirkt, als ob der Gang rausspringt. Ich schalte einmal, und es läuft wieder, aber kurz danach passiert es wieder, und das Bordsystem gibt einen Laut von sich. Motorleuchte. Sie blinkt.

Ich fluche. Die Reparatur und die ganzen Umstände dieses Motorschadens haben schon genug Nerven gekostet – und nun wieder ein Problem. Ich fluche laut.
Auf dem Radiodisplay steht, dass es ein Problem mit dem Antrieb gebe, ich gemäßigt weiterfahren soll.
Im Gegensatz zur Panne von vor zweieinhalb Wochen spricht mein Auto wenigstens noch mit mir – also fahre ich weiter.

Der Motor ist lauter, wenn ich Gas gebe, klingt das nicht gut. Ich fahre nicht schneller als 60, und so komme ich dann irgendwann in Kremmen an. Ich parke auf dem Marktplatz, ich hoffe, später auch wieder dort wegzukommen.
Nach meinen Erledigungen, springt das Auto wieder an, das Problem ist aber immer noch da. Immer noch blinkt die Motorleuchte, immer noch steht der Hinweis im Display.
Am nächsten Tag ist klar: Eine Zündspule ist kaputt. Zum Glück diesmal nicht das ganz große Desaster.

Hits: 169

RTelenovela

Ende der Reise

Donnerstag, den 2. Mai 2019
Tags: ,

Auf unserer Reise nach Oslo sollte Bad Segeberg eine Zwischenstation sein. Eine kleine Wohnung war für eine Nacht schon gebucht, und am Tag danach sollte es mit dem Auto weiter bis Kiel gehen, wo schon die Fähre wartet.
Doch es kam anders.

Bevor wir zur Wohnung fahren wollten, zog es uns noch zum chinesischen Lokal in Bad Segeberg. Wir haben die Autobahn verlassen, waren nun zweieinhalb Stunden unterwegs. Das Ziel hatten wir schon vor Augen.
Aber da war irgendwas. So ein leichtes Nebengeräusch, ein Schnarren. Irgendwas.
Ich höre so was, auch wenn ich in der Hinsicht immer ein bisschen überempfindlich bin.
An einer Ampel will ich gerade wieder Gas geben, als ein einmal laut und sehr kurz schnarrt – und der Motor abstirbt.
Nichts geht mehr. Das Auto springt nicht mehr an. Und ich sage: “Das war’s.”
Damit sollte ich leider Recht behalten.

Meine Freunde schoben mich samt Auto auf den Gehweg, ich rief den ADAC an. Ich ahnte bereits Schlimmes.
Wir standen in Sichtweite zur Bad Segeberger Polizeidienststelle. Es dauerte auch nicht lange, bis ein Streifenwagen neben uns hielt. Eine sehr freundliche Polizistin fragte, ob alles in Ordnung sei, was ich bedauerlicherweise verneinen musste. Aber es sei alles in die Wege geleitet.
Die anderen gingen dann schon mal die letzten Meter zum Chinesen weiter. Ich wartete weiter auf den ADAC. Ich lehnte am Auto, las ein bisschen.
Minuten später hielt ein weiterer Polizeiwagen. Diesmal sprach mich ein ebenfalls freundlicher Beamter an. Ich erklärte die Situation, und er auch fuhr dann weiter.

Es dauerte nicht lange, da war der ADAC-Mann da. Und später ein zweiter. Erste Diagnose: Es muss was Mechanisches sein, weil das Diagnosegerät nichts anzeigte. Vermutung: Steuerkette. Im schlimmsten Fall: Motor im Eimer. Ich wurde samt Auto zur Werkstatt geschleppt, die auch nicht weit entfernt war.
Ende noch offen. Demnächst wird der Wagen erst mal nach Hause geschleppt…

Wir nahmen uns dann ein Taxi zur Wohnung, am Tag danach ging es mit der Bahn von Bad Segeberg nach Kiel. Diese Programmänderung könnte sehr teuer werden…

Hits: 116

RTelenovela

(N)DR 2

Sonntag, den 21. April 2019
Tags: , , , ,

Wenn man in der Nacht mit dem Auto unterwegs ist, wenn der Himmel frei und die Luft klar ist, dann hat das Autoradio gern mal einige Überraschungen parat.
Spielt also das Wetter mit, dann kann man Ukw-Sender empfangen, die eigentlich sonst nicht bis in die Region strahlt. Das sind so genannte Überreichweiten.

Am späten Sonnabendabend empfing ich auf diese Weise diverse Sender aus Mecklenburg-Vorpommern wie NDR Kultur, die Ostseewelle, Antenne MV, aber auch polnische Sender waren vertreten.
Aber dann die wirkliche Überraschung. Ich düse gerade durch Schmachtenhagen, da zeigt das Radio-Display “DR 2” an. DR ist das dänische Radio. Radio aus Dänemark, das bis nach Oberhavel strahlt? Es läuft gerade Musik, ob wirklich Dänisch gesprochen wird, weiß ich nicht.
Ich habe mein Erstaunen gerade laut ausgerufen (“Dänisches Radio??!!”), da ploppt auf dem Radio-Display plötzlich noch ein N auf. Aus DR 2 wurde NDR 2.
Das war dann schon weniger spektakulär.

Mit der Ostseewelle rollt ich dann in Oranienburg ein. Der Empfang war glockenklar – bis ich die engen Häuserschluchten des Zentrums erreichte. Da begann es zu rauschen.

Hits: 163

KeineWochenShow

#110 – KzH. Krank zu Hause

Sonntag, den 10. Februar 2019
Tags: ,

Es gibt wieder mal eine Premiere – eine unfreiwillige. Zwar gab es in Folge 74 schon mal eine Trennung – damals war Thommi im Studio und ich in Lissabon -, aber die Sendung ist eine Montage gewesen.
Diesmal aber sind wir getrennt, moderieren aber dennoch gemeinsam. Einer im Studio und einer zu Hause.
Weil mich eine Erkältung dahingerafft hat, hatte ich von Mittwochabend bis Sonnabend weitgehend Stubenarrest. Am Sonnabend war die Erkältung aber immerhin schon so weit, dass wir immerhin trotzdem gemeinsam aufzeichnen konnten.
Wie das ging? Zwei Kameras. Wir sahen uns aber nicht, sondern hörten uns nur über die Ohrstecker und übers Telefon. Auch das ist dann am Ende fürs Bild zusammenmontiert worden.
PS: Die Abkürzung KzH hat natürlich auch einen Ursprung. Weiß es jemand?

Es geht darum, was man so macht, wenn man krank ist. Um den DFB-Pokal und den SuperBowl. Um Merkels Ehrenbürgerwürde in Templin. Um den Grünen Pfeil für Radfahrer. Und um noch einiges mehr – und das alles in Ausgabe 110 von KeineWochenShow auf Youtube.

Hits: 231

RTelenovela

Jetzt auch noch Netflix

Montag, den 24. Dezember 2018
Tags: , ,

Seit ich vor etwas mehr als einem Jahr das Internet auf dem Fernseher habe, hat sich mein Fernsehkonsum komplett verändert. Ich sehe seitdem kaum noch Live-Fernsehen, hole mir das meiste stattdessen aus den Mediatheken. Und dass ich auch Youtube auf dem Fernseher nutzen kann, ist gerade großartig. Denn dort findet man Musikclips ohne Ende, Dokus, alte Fernsehsendungen und natürlich die Werke der vielen modernen Youtuber.
Hinzu kam im Januar Amazon Prime mit Serien ohne Ende und Filmen.
Man kann sagen, ich habe noch nie so gut ferngesehen wie jetzt. Ich zappe kaum noch, weil ich ja sehe, was ich sehen möchte und nicht zufällig etwas ein- und dann wieder wegschalte.

Und jetzt auch noch Netflix. Ich kann mir nun einen Account mit einem Freund teilen, und seitdem weiß ich noch stärker, in welcher Gefahr das herkömmliche Fernsehen wirklich ist.
Denn das Angebot von Netflix ist gigantisch. Nicht zwingend im Sinne von “immer toll”, aber tatsächlich von der Größe des Angebotes her. Die Zahl der Serien ist riesig, ebenso die der Filme. Es gibt Kinoproduktionen, aber Netflix produziert auch viel selbst. Schafft man alles gar nicht.
Dass viele Leute da kaum noch in die Mediatheken anderer Sender und Anbieter schauen, wundert mich nicht mehr.
Ich habe mich gerade mal eine Stunde eingeloggt und mir eine Liste der Serien und Filme angelegt, die ich mir gern ansehen möchte. Die war nach dieser Stunde schon so lang, dass sie gar nicht abzuarbeiten ist.
Irgendwie überfordert das einen auch, dass das Angebot nun so groß ist, dass man das gar nicht schaffen kann. Andererseits fällt der Satz: “Es kommt ja wieder gar nichts” nie wieder, denn ich muss nur in meine Listen auf Youtube, Amazon oder Netflix schauen.

Schöne neue Fernsehwelt. Und, ja, Fernsehen: Ich bezeichne auch, was ich übers Internet sehe, als Fernsehen. Denn ob ich eine Serie im ZDF oder bei Netflix sehe, ist ja kein Unterschied.

Hits: 271

aRTikel

2000 schnelle Stoßwellen

Freitag, den 14. Dezember 2018
Tags: , , ,

In der Kremmener Physiotherapie-Praxis behandelt Jonas Wolf seine Patienten mit einem speziellen Gerät – Heilung von chronischen Muskelstörungen möglich

MAZ Oberhavel, 14.12.2018

Kremmen.
2000 Stöße innerhalb von wenigen Minuten. Direkt auf die Haut, direkt in den Körper. Anfangs nicht zwingend angenehm – aber es soll helfen.

„Als Physiotherapeut will man ja immer das Bestmögliche rausholen bei einer Behandlung“, sagt Jonas Wolf. Er arbeitet in der Praxis von Beate Pleger in Kremmen. „Bei chronischen Sehnenreizungen kommt man aber an seine Grenzen.“ Allerdings kann Jonas Wolf seit einigen Wochen mit einem Gerät arbeiten, das es in der Region nur sehr selten in einer Physiotherapie-Praxis gibt. „Wir arbeiten mit der radialen Stoßwelle“, erzählt er.

Eine Stoßwelle sendet kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie, sie wirkt immer von außen in den Körper ein“, erklärt er. Zum Beispiel beim so genannten Tennisarm. Jonas Wolf fühlt die erkrankten Muskel. Dann nimmt er das Gerät, schaltet es ein und setzt es direkt an die Stelle, die weh tut. Nach etwa 300 Stößen, die von dem Gerät ausgehen, setzt er kurz ab und legt es an einer danebenliegenden Stelle wieder auf. Bis am Ende 2000 solcher Stöße erreicht werden – auf dem Display wird der Countdown runter gezählt.
„Der Schall dringt ein“, erklärt Jonas Wolf. Dadurch soll der Stoffwechsel verbessert werden, es soll eine Mikrozirkulation auf Zellebene angeregt werden. Oder salopp gesagt: Der Körper bekomme gesagt, dass er das Problem in den Griff kriegen müsse, es werde ein Reiz auf die Struktur ausgeübt, der Körper fange dadurch an, verstärkt zu arbeiten. Die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten – muss aber im Abstand von ein paar Tagen mehrfach wiederholt werden, bis es zur Heilung kommt. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung nicht. „Da wollen sie nicht ran“, sagt Jonas Wolf. Die Patienten müssen selbst in die Tasche greifen.

Heidrun Kattner aus Flatow gehört zu seinen Kundinnen. Die Lehrerin lässt sich in der Praxis ihren Fersensporn mit der radialen Stoßwelle behandeln. „Es ist am Anfang ein sehr unangenehmes Gefühl gewesen, dass muss man schon sagen“, erzählt sie. Aber inzwischen hatte sie fünf Behandlungseinheiten, und sie spüre, dass es inzwischen nicht mehr so schlimm sei und ein Erfolg in Sichtweite sei. „Häufig sind das Patienten mit langen Leidensgeschichten“, sagt Jonas Wolf. „Der Leidensdruck ist da groß.“ Wichtig sei, dass der Patient ganz am Ende wieder schmerzfrei sei.
Heidrun Kattner hatte das Fersensporn-Problem bereits am anderen Fuß, und es war eine langwierige Angelegenheit. „Diesmal wollte ich nicht ewig warten, und dann ist es mir das Geld auch wert“, erzählte sie.

Seit zwölf Jahren ist Jonas Wolf Physiotherapeut, seit zehn Jahren arbeitet er in der Kremmener Praxis, in der insgesamt 20 Leute beschäftigt sind. Die Größe der Firma habe die Anschaffung des Gerätes möglich gemacht, sagt er. Ob sich die Kosten amortisieren, sei nicht klar. Zumal ja längst nicht alle Patienten mit der Stoßwelle behandelt würden. Heidrun Kattner jedenfalls ist zufrieden. „Beim ersten Mal habe ich gesagt, da gehe ich nie wieder hin. Aber es ist definitiv so, dass es von Mal zu Mal besser wird“, erzählt sie.

Hits: 105

RTelenovela

Gesucht: der Autoschlüssel

Mittwoch, den 5. Dezember 2018
Tags:

Manchmal ist es wie verhext.
Dann sucht man die versteckte Kamera.
Oder man ruft Mulder und Scully.
Aber eigentlich ist man nur ziemlich verwirrt und verzweifelt.

Neulich am Auto. Im Kofferraum hatte ich noch die Autoreifen zu liegen. Ich öffnete die Klappe, legte noch eine Tüte rein, Klappe zu.
Ich setzte mich ans Steuer und stutzte. Wo ist der Schlüssel?

In der Hose war er nicht.
In der Jacke war er nicht.
Auf dem Sitz lag er nicht.
In der Ablage, wo er sonst liegt, lag er nicht.
Zwischen dem Sitz lag er nicht.
Unterm Sitz lag er nicht.

Ich stieg wieder aus. Ratlos.

Vor dem Rücksitz lag er nicht.
In der Seitentasche lag er nicht.

Ich lief wieder nach hinten, öffnete wieder die Kofferklappe. Irgendwo hier muss dieser doofe Schlüssel doch sein!

Unter den Reifen lag er nicht.
In der Tüte, die ich reingelegt habe, lag er nicht.
Auf den Reifen lag er nicht.
In der Tüte lag er immer noch nicht.
Unterm Auto lag er nicht.
Neben dem Auto lag er nicht.
Auf der Straße lag er nicht.

Ich laufe wieder zur Fahrertür.

In der Hose war er immer noch nicht.
In der Jacke war er immer noch nicht.
Auf dem Sitz lag er immer noch nicht.
In der Ablage, wo er sonst liegt, lag er immer noch nicht.
Zwischen dem Sitz lag er immer noch nicht.
Unterm Sitz lag er immer noch nicht.

Und nun? Ich schaute mich um. Beobachtete mich jemand? Hat vielleicht jemand den Schlüssel geklaut? Aber wo? Und wann? Kann eigentlich nicht sein.
Ich wusste aber, dass ich einen Ersatzschlüssel habe. Den holte ich.
Als ich wieder da war, stand das Auto auch noch da.
Ich guckte noch mal. Jacke. Tasche. Und so weiter.
Weg.

Mein Termin hatte sich schon erledigt, ich hatte schon Bescheid gesagt, dass ich sehr viel später komme. Ich entschloss mich, nun loszufahren.
Was aber, wenn der Schlüssel irgendwo rumliegt? Wenn ihn wirklich jemand geklaut hat? Dann könnte es ja sein, dass der Jemand das Auto mitnimmt, wenn ich wieder da parke.

Zwei Stunden später lade ich die Reifen aus dem Kofferraum. Und schon beim ersten Reifen klackert es. Der Schlüssel. Er lag dann doch irgendwo auf oder zwischen den Reifen.
Puh.

Hits: 139