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Die SWR3 MorningShow

Sonntag, den 14. Juni 2020
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FR 12.06.2020 | 6.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Das Schöne am Radio ist ja: Man kann es nicht sehen. Man kann sich nur vorstellen, wie die Leute aussehen, die da moderieren, wie das Studio aussieht – und wie aufregend es im Verkehrszentrum ist.
Jeden Morgen aber entzaubert das SWR-Fernsehen diese Show im Kopf: Denn die “SWR3-Morningshow” läuft nicht nur im Radio bei SWR3, sondern von 6 bis 8 Uhr auch im Fernsehen. Allerdings handelt es sich dabei letztlich doch nur um abgefilmtes Radio, das wenig bis nichts zusätzlich kosten darf.

So gibt es zwar ein paar festinstallierte Kameras, aber irgendwie hätte man an die Einstellungen noch mal ran gehen können – zumindest am Freitagmorgen. Die Nachrichtensprecherin steht irgendwie am unteren Bildrand und wird auch noch überdeckt von der Einblendung der Nachrichten als Laufband. Immerhin sieht man ihren Kopf, und man sieht, wie sie nach dem letzten gesprochenen Wort aus dem Studio rennt. Übrigens nach zweieinhalb Minuten, mehr Nachrichten mutet man den SWR3-Hörern nicht zu.
Während der Wettermann seine Wettervorhersage liest, ist er – vermutlich mangels Kamera – nicht im Bild. Stattdessen sehen wir die beiden crazy draufen Morningshow-Moderatoren an ihren Mikros stehen, einer macht ungelenke Tanzbewegungen, um den 13 SWR-Fernsehzuschauern zu zeigen, wie unfassbar gut drauf er um 6.03 Uhr schon ist. Je nach Kameraposition ist übrigens immer einer der beiden Moderatoren vom Mikrohalter verdeckt. Immerhin aber sieht man sie, wenn auch nur im oberen rechten Bildrand.
Das Verkehrszentrum besteht übrigens aus einem Schreibtisch und einem Monitor sowie dem Mann, der liest, was auf dem Monitor zu lesen ist. Für die SWR-Zuschauer werden die Verkehrsmeldungen auch per Laufband eingeblendet, allerdings reicht die Zeit nicht, alles einmal durchlaufen zu lassen.

Während die coole SWR3-Pop-Chartsmusik läuft, sieht man im SWR-Fernsehen keine Videoclips, sondern einen Splitscreen. Oben links stehen Schlagzeilen, unten links ein paar Wetterinfos, daneben Verkehrsinfos. Unten rechts sind nichtssagende Standbilder von leeren Autobahnen und Bundesstraßen zu sehen. Immerhin erfährt man daraus, dass die Autobahn, die da zu sehen ist, leer ist. Welchen Nutzen das für den SWR-Zuschauer haben könnte, ist unklar. Außer, dass man denkt: Ui, ist ja ganz schön leer auf der B14 am Kappelbergtunnel in Richtung Stuttgart.
Auch erfahren wir, welcher Song läuft und welcher als Nächstes kommt.
Oben rechts sehen wir die Moderatoren, allerdings blöderweise verdeckt vom SWR-Senderlogo. Einer rennt erst mal raus, der andere blättert erst mal durch die “Bild”-Zeitung. Und weil zwischen den Songs nur ein Jingle läuft – die Hörer und Zuschauer müssen dringend erfahren, dass sie SWR3 hören – kann auch der andere nach der Zeitungslektüre noch mal raus. Aufs Klo vielleicht – leider gibt es da keine Kamera.

Dann ist doch mal Zeit für Inhalt. Es geht um Rettungsschwimmer, die erzählen, wie die Lage ist. Der Beitrag ist fertig, die Moderatoren müssen ihn nur anmoderieren. Der Beitrag ist flott geschnitten, im Musik läuft permanent Plingplangmusik, damit es nicht langweilig wird, und immerhin hat dieser Beitrag auch gute zwei Minuten gedauert, bevor sich Hörer und Moderatoren wieder bei Musik entspannen können.
Zehn Minuten und zwei Songs später plaudern die beiden Moderatoren über die Senkung der Mehrwertsteuer – also, zumindest einer von ihnen hat den Zettel mit dem Text in der Hand. Auch diese anderthalbminütige Plauderei ist mit Musik unterlegt, damit ja keiner wieder einschläft, und ein dazu passender Beitrag kommt erst gar nicht.

So geht das alle halbe Stunde. Nachrichten, Wetter, Verkehr, Musik, Musik, Beitrag, Musik, Musik, Plauderei, Musik, Musik, Trailer, Nachrichten…
“Die SWR3 Morningshow” ist ein routiniert gemachtes Formatradio, das nicht wirklich oder gar keine Überraschungen bietet. Warum man das fürs Fernsehen abfilmt, obwohl aufs Fernsehen nie Bezug genommen wird und auch niemand in eine der Kameras schaut, nicht nicht klar. Vermutlich sind es schlicht sehr preiswerte Sendeminuten.

Hits: 288

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SWR3 Luna in der ARD-Popnacht

Donnerstag, den 25. Juni 2015
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DI 23.06.2015 | 0.05 Uhr (Mi.) | radioBerlin 88.8

Irgendwo ist jemand eingebrochen, und der Sicherheitsdienst und die Polizei müssen kommen. Ein Sicherheitsmitarbeiter musste in seinem Nachtdienst kurz ausrücken.
Und das alles live im Radio. Mitten in der Nacht.

Das hat Tradition bei der ARD: In der Nacht schalten sich viele Radiosender zusammen. Das hat den Vorteil, dass auch in der Nacht ein moderiertes Nachtprogramm über den Sender geht: Dass die Regionalität nachts flöten geht, kann man so dann doch ganz gut verschmerzen: Besser als sechs Stunden blanke Musik aus dem Computer.

Auf radioBerlin 88.8 vom rbb läuft in der Nacht “SWR3 Luna”. Der SWR sendet seine Nachtshow für die ganze ARD.
Und während einer Musikwunschaktion in der Nacht zum Mittwoch kam es zur oben beschrieben Szene. Zwei Hörer konnten Musikwünsche äußern, das Zuhörervolk entschied, welcher Song gespielt werden sollte.
Blöd nur: Einer der Anrufer war plötzlich nicht mehr da. Zunächst sprachen der Moderator und der zweite Kandidat dem anderen auf die Mailbox – live im Radio. Später war der Vermisste wieder da – und erzählt die oben aufgeführte Story. Er war noch mitten im Einsatz, irgendwo in Norddeutschland, und wirkte ein wenig atemlos. Ganz genau konnte er natürlich nicht erzählen, wo und was da los war. Spannend klang das alles trotzdem, und es wirkte, als hätte auch der Moderator Spaß an der überraschenden Wendung gehabt.

Auf den meisten Privatradiosendern wäre so eine Live-Story weit nach 1 Uhr gar nicht möglich gewesen.

Hits: 96

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ARD-Popnacht auf bremen vier

Donnerstag, den 17. Juni 2010
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MI 16.06.2010 | 0.05 Uhr (Do.) | radioBerlin 88.8

Nachts greift der rbb auf das ARD-Gemeinschaftsprogramm zurück. Das ist auch gut so, denn das spart Geld.
So wurde in der Nacht zum Donnerstag um 0 Uhr vom rbb zum SWR geschaltet. Von dort kamen die Nachrichten. Nur leider scheint denen niemand Bescheid gesagt zu haben, dass sie um diese Zeit nicht mehr nur für die SWR-Hörer senden. Als Brandenburger interessiert mich die Wettervorhersage für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jedenfalls herzlich wenig. Besser wäre wohl eine deutschlandweite Info.

Vom SWR ging es gleich weiter zu radiobremen: die “ARD-Popnacht auf bremen vier”. Ein Kulturschock, denn irgendwie scheint dieser Sender nicht mehr zu sein als eine Kopie der Privatradio-Dudelsender. Nachdem die Moderatorin um 0.05 Uhr ihre Hörer begrüßte, spielte sie kommentarlos erstmal fast 20 Minuten lang diverse Musiktitel. Nur unterbrochen durch die Hinweise, dass wir gerade bei bremen vier sind und welche Hits denn als Nächstes kommen. Ganz schön billig. Für den Mist brauchen wir keine “ARD-Popnacht”, dann könnte der rbb nach Mitternacht auch selbst seinen Musikcomputer anschmeißen. Wenn die Kollegen von SWR3 oder von Bayern 3 deutschlandweit senden, ist jedenfalls mehr los.

Hits: 110

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Luna: SWR3-Verkehrszentrum

Samstag, den 14. Juli 2007
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FR 13.07.2007, 0.05 Uhr (Sa.), SWR3

Auf Deutschlands Straßen herrscht das Chaos. Fußgänger latschen über die Autobahn. Geisterfahrer, die sich mal wieder in der fahrbahn geirrt haben. Irgendwelche Platten oder Autoteile liegen mal wieder auf der fahrbahn herum.
Wenn die nächtliche Radiosendung “Luna” von SWR3 in der ARD-Popnacht läuft (in Berlin und Brandenburg auf Radio Berlin 88,8), dann hat das SWR3-Verkehrszentrum ordentlich zu tun. Dann werden nicht nur Meldungen aus dem Südwesten, sondern für ganz Deuschland vorgetragen. Ständig muss dann das Programm für den Verkehrsfunk unterbrochen werden, weil Gefahrenmeldungen zu verlesen sind. In der Nacht zum Sonnabend im Schnitt sicherlich alle zehn Minuten.
Vielleicht sollte SWR3 darüber nachdenken, “Luna” künftig zur Verkehrsinformationssendung umzubauen. Bei der Dichte der neuen Meldungen würde das doch durchaus Sinn machen.
Andererseits: Die Verkehrsteilnehmer in Deutschland können sich ja auch mal zusammenreißen…

Hits: 88

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Kai-Karsten-Show: Heidi feiert Weihnachten

Sonntag, den 10. Dezember 2006
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SO 10.12.2006, 13.05 Uhr, SWR3

“Wonderland, Wonderland, shining stars, jingle bells!” Ja, tatsächlich! Heidi Klums Weihnachtssong wird also wirklich im Radio gespielt. Schon gestern habe ich bei RPR1 das Vergnügen gehabt, heute bei SWR3 noch einmal. Sie hat es sogar schon in die Top20 geschafft.
In der “Kai-Karsten-Show” von SWR3 kommt Heidei wohl jeden Sonntag zu Wort. Per Telefon erzählt sie von ihren Weihnachtsvorbereitungen.
Nein, kein Gag. Alles ernst gemeint.
Als im Hintergrund “Wonderland, Wonderland…” anläuft, hielt ich dies noch für einen Scherz. Eine Verarsche. Auch, als der Moderator meinte, sie würden jetzt Heidi Klum anrufen. Es musste ein Gag sein.
Auch als eine Frau anfing, dummes Zeug zu faseln, was denn ihr Seal zu Weihnachten bekäme, sie hier aber nicht verraten würde, weil schließlich irgendjemand SWR3 hören könnte, und es ihm weitersagen könnte – auch da hielt ich das alles für eine Comedynummer.
Es war keine Comedynummer. Aller Ernst interessiert man sich bei SWR3 für Seals Weihnachtsgeschenke. Aller Ernst darf Heidi “Wonderland” Klum bei SWR3 ihr langweiliges Gefasel loswerden.
Weil – ist ja für einen guten Zweck.
Ach, na denn…
Armes SWR3-Land!

Hits: 5380

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SWR1 Baden-Württemberg

Dienstag, den 18. Juli 2006
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Die Radiosender machen es einem wirklich nicht leicht. Meistens jedenfalls.
Ich möchte einen Radiosender, der mir nicht nur die Hits der 80er, 90er und das Beste von heute vordudelt. Ich möchte auch mal etwas erzählt bekommen. Nachrichten, Interviews, Berichte. Hier in Berlin-Brandenburg liefert RadioEins vom rbb ein recht gutes Programm ab.
Im Südwesten wird es schon schwieriger. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen. SWR 3 nervt mit der Zeit. Bietet wenig Informationen, dafür viel Musik und viel mehr Gewinnspiele. Natürlich auch die obligatorische Hach-wie-lustig-Morgenshow.
Bei meiner Stippvisite am Wochenende habe ich SWR 1 Baden-Württemberg entdeckt. Was den Wortanteil angeht genau der richtige Sender. Aber die Musik… Die Mischung stimmt einfach nicht. Viele Oldie, ein bisschen Schlager, manchmal Country, 80er-Pop. Aktuelle Hits fehlen fast vollständig.
Zielgruppenradio. Jüngere wollen wahrscheinlich nur Musik hören. SWR 1 richtet sich an Ältere. Schade eigentlich.
Gut, dass ich hier RadioEins habe…

Hits: 5602

RTelenovela

Heimreise

Dienstag, den 28. Februar 2006
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Montagabend, etwa 20.35 Uhr, Neulußheim. Nach einem einstündigen Zwischenstopp bei Marcel auf der Reise von Stuttgart nach Hause geht es zurück auf die Piste. Heimreise. Ich bin leicht müde, habe gerade noch eine Kopfschmerztablette genommen. Gut 6 Stunden sind es bis nach Hause. Vielleicht hätte ich lieber doch in “Neulusse” übernachten sollen, um dann ganz früh die Fahrt anzutreten.

Im Radio, auf hr1, wird über Seitensprünge diskutiert. Das ist doch mal ein handfestes Thema für den Rosenmontagabend.
Auf der A67 beginnt es, zu schneien. Das fängt ja gut an.
21.15 Uhr. Tanken in Gräfenhausen, irgendwo bei Darmstadt. Die Raststätte wirkt sehr verlassen. Ich fahre weiter.
Hinter Frankfurt wird der Schneefall heftiger. Der Verkehr wird langsamer, inzwischen fahren die Pkw und die Lkw das gleiche Tempo – zwischen 90 und 100 km/h. Das Überholen der Brummis wird zur Geduld- und Zitterpartie. Auf der Überholspur legt sich langsam, aber sicher, der Schnee nieder.
Ich überhole einen Schwertransport.
22.20 Uhr: Auf hr1 wird die Expertin zum Thema Seitensprünge verabschiedet. So was könne auch mal eine Beziehung kitten, hatte sie vorher erzählt. Kann, muss aber nicht. Und überhaupt müsse man doch auch mal an die Frauen denken, meint eine Psychologin am Telefon. Die Gesellschaft habe doch sowieso einen Überfluss an Sexualität.
Gegen 22.30 Uhr erreiche ich das Hattenbacher Dreieck, dort beginnt die A4. Es geht bergauf. Es schneit weiter. Stellenweise kommt der Verkehr nicht über die 70-km/h-Grenze hinaus. Das macht müde.

23.20 Uhr. Pause bei McDonald’s in Herrleshausen, an der Grenze von Hessen zu Thüringen. Im Gegensatz zur Autobahn, die noch recht frei ist, sind die Straßen abseits der A4 verschneit. Bei McDoof bin ich der letzte Gast des Abends. Bei einem Eis und ner Cola blättere ich die Thüringer Allgemeine durch – dort wird Thüringen im Olympia-Medaillenspiegel extra angegeben.

Mitternacht. Auf DeutschlandRadio Kultur beginnt ein merkwürdiges Feature zu irgendeiner seltsamen Klangkunst. Kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Finde aber auch nichts Besseres – und lege eine CD ein.
Währenddessen überhole ich den Schwerlasttransport ein zweites Mal.
Inzwischen schneit es auch nicht mehr so wirklich, die Autobahn ist recht gut befahrbar. Einmal überhole ich den Räumdienst, der Salz streut.
Die CD ist zu Ende, ich kehre zum DeutschlandRadio Kultur zurück. In der Telefontalkshow “2254” wird über den Karneval diskutiert. Was wir mögen und was nicht. Die Leute am Telefon erzählen irgendwelche doofen Witze. Einer fängt mit den Mohamed-Karikaturen an. Falsches Thema, auf Wiederhören.

1.45 Uhr, Rasthof Köckern. Zuletzt habe ich hier mit Felix Pause gemacht, als wir vom Taubertal-Festival kamen. Wir stießen auf lauter unfreundliche Damen. Und sie sind immer noch da. Ich war der einzige Gast. Der Parkplatz war voll mit Lkw, in denen die Fahrer wohl schliefen. In der Auslage stand ein Mandarinenkuchen. Ich fragte, ob ich ein Stück haben könne. Was mir die Bedienung geantwortet hat, kann ich nicht sagen. Sie sprach so leise und nuschelig, dass ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte. Nur so viel: Ich würde wohl kein Stück bekommen. Vielleicht lieber was von den andern Kuchen? Der sah doof aus, ich wollte nicht. Und nur, weil sie den schönen Mandarinenkuchen nicht anschneiden wollte? Des Rätsels Lösung: Das Ding war noch tiefgefroren. Na toll. So lange kann ich nicht warten. War wieder mal schön in Köckern.

Weiterfahrt um 2.10 Uhr. Die Müdigkeit schlägt um sich. Ich lege meine Schlager-CD ein, die ich von Sabi und Bär zum 10000.Tag bekommen habe. Beschwingt passiere ich Brandenburg.
Auf dem Berliner Ring angekommen gehe ich zu 104.6 RTL über. Dort kündigen sie den brandneuen Song von Melanie C. an. Seltsam: am Nachmittag auf SWR3 wurde auch ein neuer Song von ihr gespielt, aber ein anderer – der wirklich brandneue Song. Nun ja, RTL spielt ihn dann, wenn er auch in den Charts ist und verkauft ihn eben dann als neu. Merkt ja keiner.
3.30 Uhr. Oranienburg. Endlich zu Hause. Ein wenig länger gefahren als sonst. mein bett ruft. Gute Nacht.

Hits: 9731