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Sag die Wahrheit

Sonntag, den 23. April 2017
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FR 21.04.2017 | 18.50 Uhr | Das Erste

Drei Männer behaupten, dass sie Flirtcoach seien. Ist es der mittelalte Herr, der recht seriös aussieht? Ist es der blonde Schnösel? Oder der sympathisch dreinblickende dunkelhaarige junge Mann?
Ein fünfköpiges Rateteam, darunter Smudo, Pierre M. Krause und Kim Fisher, muss nun rausfinden, wer der echte Flirtcoach ist.
Am Ende ist es ausgerechnet der blonde Schnösel, von dem man es am wenigsten erwartet hat.

“Sag die Wahrheit” heißt die kurzweilige Rateshow, die am Freitagabend erstmals im Ersten lief. Das heißt, eigentlich stimmt das nicht. Denn schon 1959 lief die erste Folge von “Sag die Wahrheit” auf diesem Sender, der sich damals noch schlicht “Deutsches Fernsehen” nannte. Von 1971 bis 1986 war Pause, dann gab es eine Neuauflage, die wiederum bis 1995 lief – und seit 2003 hat sie im SWR-Fernsehen ihre Heimat.

Dass die Quoten am Freitag nicht berauschend waren, liegt keineswegs an der Show. Der Sendeplatz um 18.50 Uhr ist vielleicht nicht der Beste. “Sag die Wahrheit” ist simpel, relativ unaufgeregt, und als Zuschauer kann man wunderbar mitraten, weil man seine Menschenkenntnis testen kann. Keine Hochkultur, aber auch keineswegs ein Deppenformat.

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Boomarama 3000

Freitag, den 24. März 2017
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DO 23.03.2017 | 0.20 Uhr (Fr.) | Tele 5

Ein bisschen bitter ist das ja schon: Am sehr späten Donnerstagabend ging es bei Tele 5 um das Scheitern. Und das in einer Sendung, die gerade selbst gescheitert ist: “Boomarama 3000″. Nachdem die erste Folge der neuen Staffel nur 110.000 Zuschauer hatte, ist sie vom Freitagabend auf die Nacht zum Freitag verbannt worden.
Das ist selbst für Tele 5 tatsächlich nicht so doll. Dass aber die Show nach nur einer Folge den Sendeplatz verliert, ist trotzdem seltsam. Wird doch bei Rele 5 gern damit kokettiert, dass man nicht so auf die Quoten schaue. Was dann ja wohl nicht stimmt.

Für Aurel Mertz ist das schade, denn seine wöchentliche Late-Night-Show ist durchaus sehenswert. Seit zwei Jahren macht er nun schon Fernsehen, und man merkt, dass er in dieser Zeit sehr an sich gearbeitet hat. Wenn die Gags mal gut sind, dann bringt er sie auf den Punkt, er ist locker und lustig.
In einem Einspieler sah man ihn gegen die Ringer-Weltmeisterin scheitern – das war kurzweilig.
Zu Gast war Late-Night-Talker Pierre M. Krause, der seit zig Jahren im SWR auf Sendung ist. Mertz und Krause haben gemeinsam, dass sie beide kaum Zuschauer haben. Und auch im Fall von Krause ist es schade, dass er selbst nach mehr als 500 Shows (!) dermaßen unbeachtet ist. Lustigerweise machten sie aber genau darüber auch Gags.

“Boomarama 3000″ ist keine ganz große Kunst, aber gutes, kurzweiliges Fernsehen in der Nische. Hoffentlich gibt Tele 5 Aurel Mertz weiter Zeit, sich zu entwickeln. Oder mal ein größerer Sender…

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Die Pierre M. Krause Show: Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück

Donnerstag, den 16. März 2017
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DI 14.03.2017 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Was macht eigentlich Harald Schmidt?
Er lässt sich von Pierre M. Krause vom Bahnhof unter dem Frankfurter Flughafen zum Gate bringen. Und wir Zuschauer durften am Dienstagabend dabei sein. Der Titel der Sondersendung der “Pierre M. Krause Show” im SWR-Fernsehen war so simpel wie treffend: “Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück”.

Ganz einfache, aber irgendwie auch ganz spannende Unterhaltung am späten Abend. Denn die Sendung bestand tatsächlich nur daraus, dass die beiden sich auf dem Weg von A nach B unterhielten.
Sie wunderten sich über den Dreck am Flughafen. Sie fachsimpelten am Geldautomaten darüber, in welcher Stückelung man die Scheine ziehen kann. Sie verirrten sich auf dem Weg für First Class.

Überhaupt die First Class: Kennt man ja sonst nicht. Durch den SWR sind wir nun schlauer: Scheinbar hat dort jeder Gast seine persönliche Abfertigerin, die ihn persönlich begrüßt, alles erledigt, während der Gast in den Sesseln lümmeln kann – völlig ohne den Pöbel, der draußen überall anstehen muss.
Währenddessen plauderte Harald Schmidt über den “Traumschiff”-Dreh, zu dem er flog. Über seine Katzen, über den Drang, sonst nichts mehr tun zu müssen.

Beide machten sie ihre Witze über Reinhold Beckmann und seine Sendung “#Beckmann”. Man könne doch nun “#Krause” in Serie schicken, und so abwegig ist die Idee vielleicht nicht mal. Denn die 25-minütige Sendung plätscherte zwar gemütlich vor sich hin, aber es war kein langweiliges Plätschern.

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Die Pierre M. Krause Show – SWR3latenight

Mittwoch, den 18. Mai 2016
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DI 17.05.2016 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Eines muss man Pierre M. Krause ja lassen: Er hat einen langen Atem. Seit 2005 moderiert er im SWR-Fernsehen seine eigene Late-Night-Show, ohne dass es besonders aufgefallen wäre – oder ohne dass jemand in der ARD mal gesagt hat, Krause könne seine Show ja mal im Ersten präsentieren.

Seit Harald Schmidt abgetreten ist, gibt es zwar keine tägliche Late Night mehr in Deutschland, aber doch immerhin mehrere wöchentliche. Und dazu gehört “Die Pierre M. Krause Show” im Dritten des SWR. Bald wird die 500. Sendung ausgestrahlt, und Krause hält wacker durch. Dienstagabends um halb zwölf im SWR ist seine Einschaltquote nicht so doll, auch die Wiederholungen zu besseren Sendezeiten auf einsfestival und einsplus bringen kaum Zuschauer.
Das ist schade, ist aber wohl auch ein Problem des ARD-Systems.

Krause wird bald 40, kann also kaum noch zum TV-Nachwuchs gezählt werden. Die Show läuft mehr als zehn Jahre vor sich hin, und doch hat man im Ersten keinen Sendeplatz frei, geschweige denn die Möglichkeit, öfter als einmal pro Woche auf Sendung zu gehen.
Wobei Krause auch ein wenig der Late-Night-Biss fehlt. Der Stand-up am Anfang bietet Schmunzler, aber nicht mehr. Die Einspieler mit Reisen durchs Sendegebiet sind niedlich, aber kaum lustig. Ein bisschen piefig, aber das scheint Absicht zu sein, weil man im SWR-Dritten ja genauso piefig ist. Wirklich abgedrehte Aktionen, von denen Late-Night-Shows leben, sind selten.
Vielleicht ist es diese Nettigkeit, die den Sprung ins Bedeutungsvolle bislang nicht möglich gemacht hat.
Andererseits: Böhmermann hat Biss, ist selten nett, hat bei zdf_neo auch ein wenig mehr Zuschauer – aber so richtig doll läuft’s da ja auch nicht mit den Quoten.
Das Genre hat es leider schwer in Deutschland. Wahre Vertreter dafür zu finden, ist aber noch schwieriger.

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Vorsicht, Verbraucherfalle!

Freitag, den 15. April 2016
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DO 14.04.2016 | 21.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Der Zuschauer des SWR ist in eine gemeine Verbraucherfalle getappt. Am Donnerstag machte der Sender seinen Zuschauern weis, dass sie eine Sendung über Verbraucherfallen schauen. Bei genauerem Hinschauen entpuppte sich das Ganze aber als Ratgeber-Häppchen mit überflüssigen und doofen Comedy-Elementen.

In “Vorsicht, Verbraucherfalle!” ging es unter anderem um angeblich runtergesetzte Preise. Ein Preis ist durchgestrichen, der darunter geschriebene liegt niedriger. Eine Langzeitbeobachtung ergab aber, dass viele der Sonderangebote dauerhaft galten. Da spricht man von Mondpreisen.
Da hatte man beim SWR die ganz große Schenkelklopferidee.
Man verkleidete einen Mann in ein Astronautenoutfit und schickte ihn als Mondmann in diverse Läden, um die Mondpreise anzuprangern. Klar, dass das manche Geschäftsführer doof fanden.
Herrlich sinnfreie Fernsehminuten. Da latscht also der Mondmann durch die Läden, um was auch immer da zu machen.
Alles inszeniert: Eine Frau in irgendeinem Wasweißich mit vielen Monitoren sagte dem Mondmann ins Ohr, wo er denn hinmüsse. Sollte irgendwie cool wirken, war aber albern.

So füllte der SWR in der Verbrauchersendung viele Sendeminuten mit aufgeblähtem Nichts. Aber vielleicht waren an dieser Verbrauchersendung ja auch ein paar Redakteure vom Kinderprogramm beteiligt. Aber selbst die Kleinen haben diesen Unsinn nun wirklich nicht verdient.

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Unvergesslich – “Verstehen Sie Spaß?” mit Kurt Felix

Dienstag, den 29. März 2016
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SO 27.03.2016 | 20.15 Uhr | SWR-Fernsehen

Dieter-Thomas Heck ist sauer. Da steht er nun im SWF-Funkhaus, aber sein Auftritt bei den “Montagsmalern” war angeblich schon gestern – der Ärger darum steht sogar in der Zeitung.
Hape Kerkeling ist mit den Nerven am Ende. Sein Publikum reagiert komisch – klatscht, wo es nichts zu klatschen gibt, lacht, wo es nichts zu lachen gibt. Oder lacht nicht, wo es was zum Lachen gibt.
Carolin Reiber ist geschockt. Bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Glasmalerei fallen alle Kunststücke um und ergeben einen Scherbenhaufen.
Thomas Gottschalk und Mike Krüger sind irritiert. Bei einem Filmdreh mit Trikes in München werden sie von der Polizei angehalten.

Es sind allesamt Streiche mit der versteckten Kamera – aus der Zeit von 1980 bis 1990. Als Kurt Felix fragte: “Verstehen Sie Spaß?”.
Was für die in die Jahre gekommenen Sketche spricht: Die meisten davon sind auch 2016 immer noch lustig. Mehr noch: Sie sind meist sogar lustiger als die Filmchen, die heutzutage fabriziert werden.

Wer sich heute Streiche mit versteckten Kameras ansieht, wundert sich oft: Alles wirkt perfekt, alles ist gut zu verstehen, Mikros sind da, wo man sie braucht. Es gibt zig Kameraeinstellungen, und alle sind am Ende totaaal überrascht.
Oft wirken diese Filme heute gestellt und unecht.

Damals, als Kurt Felix aktiv war, waren die Filme alles andere als perfekt. Teilweise mit schlechter Qualität, oft nur mit einer (!) Kamera gefilmt, der Ton manchmal mies. Aber darum ging es ja auch nicht. Es ging darum, die Promis auf die Schuppe zu nehmen. Diese Unperfektheit war aber gleichzeitig in der Regel der Beweis, dass alles echt war. Die Situationen, die Reaktionen.
Viele Filme von damals sind Kult, sind Klassiker. Das schaffen heute nur noch wenige derartige Shows.

Der SWR zeigte am Ostersonntagabend zum 75. Geburtstag des 2012 verstorbenen Kurt Felix wieder mal Highlights. Und wieder mal machte das Spaß!

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Der Rosenmontag in Mainz: Der Zug fällt aus

Donnerstag, den 11. Februar 2016
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MO 08.02.2016 | 10.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Sturm? Ach was! Eine Verschwörung!
Das SWR-Fernsehen hat am Montagvormittag mal wieder stundenlang live übertragen, dass etwas nicht stattfindet. Wegen des drohenden Unwetters ist der Karnevalsumzug in Mainz (und nicht nur da) abgesagt worden.
Der SWR aber musste ja nun irgendwie Sendezeit füllen. Also schickten die eine Moderatorin dorthin, wo eigentlich der Umzug stattfinden sollte.

Sie befragte alle, die nicht bei “drei” auf den Bäumen waren. Der Verantwortliche des Umzuges bedauerte das alles. Aber so sei das nun mal. Ein paar Feiernde kamen auch zu Wort, sie bedauerten das alles. Aber so sei das nun mal. Dann noch irgendein Sicherheitschef. Er bedauerte das alles. Aber so sei das nun mal. Dann der SWR-Internetbeauftragte. Er las aus dem Internet vor, dass die Leute das alles bedauerten. Aber so sei das nun mal. Also, na ja, nicht alle fanden, dass das nun mal so sei. Könnte ja auch alles eine Verschwörung sein, immerhin gab es da ja am Tag zuvor diese ominösen Durchsuchungen, und ganz sicher hat der IS mit der Absage des Umzuges zu tun. Oder so.

Und dann kam auch noch ein Historiker zu Wort, immerhin musste immer noch Sendezeit gefüllt werden, und da kommen eben alle zu Wort, die irgendwas zu sagen hatten.
Der Historiker fand das gar nicht richtig, dass der Umzug wegen eines blöden Sturmes abgesagt worden ist. Immerhin seien doch die Teilnehmer eigenverantwortlich, und wenn ihnen da ein Dachziegel auf den Kopf donnert – tja, da sind sie halt selbst Schuld. Aber deshalb einen Umzug absagen – wegen eines Sturms? Da hatte der Historiker überhaupt kein Verständnis für. Das hätte er, der Historiker, ja ganz anders entschieden.
Danke für diese vielen spannenden Erkenntnisse.

Da hat man doch lieber zum WDR geschaltet. Der Kölner Rosenmontagsumzug fand nämlich statt. Aber das ist sicherlich auch ein Teil der großen Verschwörung.