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Sport extra: Finale WM 1990

Montag, den 28. April 2014
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SO 27.04.2014 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Wird Deutschland Fußball-Weltmeister?
Okay, die Frage war am Sonntagabend beim SWR jetzt doch nicht sooo spannend, denn die Fußball-Übertragung war eine Wiederholung vom 8. Juli 1990. In Italien standen Deutschland und Argentinien im Finale, und die Deutschen haben durch einen verwandelten Foul-Elf-Meter gesiegt. Bis heute, 2014, das bislang letzte Mal. Und mal wieder hoffen wir auf ein Sommermärchen – diesmal in Brasilien.

24 Jahre alt war die Sendung, heute eine halbe Ewigkeit. Natürlich hingen wir auch vor dem Fernseher. Damals gab es keine Dauereinblendungen mit Spielstand und Spielzeit. Keine Mikros überall im Stadion, dafür immerhin zwei Kommentatoren, die das Spiel damals im Ersten begleiteten.

Das Interessanteste hat der SWR in seinem “Sport extra” aber leider nicht gezeigt: Als Deutschland mit 1:0 Weltmeister wurde, wurde auch der Bildschirm schwarz. Der SWR beendete die Sendung, dabei ist es doch gerade da erst richtig emotional geworden. Die Siegesfeier, den Jubel, die Übergabe des Pokals – all das ließ der SWR weg. Da muss man auch erst mal drauf kommen…

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Auf los geht’s los

Freitag, den 31. Mai 2013
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DO 30.05.2013 | 1.05 Uhr (Fr.) | SWR-Fernsehen

Skandal! Ein Moderator führt durch die große Samstagabendshow – im Nachthemd! Fernsehdeutschland rauft sich die Haare.
Nicht heute, 2013. Dieser Skandal ereignete sich am 22. Oktober 1983 im ersten Programm der ARD. Joachim “Blacky” Fuchsberger hat bei Frank Elstners “Wetten, dass…?” seine Wette verloren. Der Einsatz: Die nächste Ausgabe von “Auf los geht’s los” würde er im Nachthemd moderieren. Und Blacky hielt sich dran, führte sogar durch die ganze Show im Nachthemd, zog sich zwischendurch sogar um, weil Zuschauer Hemden geschickt haben. Einmal hob er für die Fotografen sein Nachthemd, untenrum schien er nicht viel angehabt zu haben.

Das SWR-Fernsehen wiederholte die Show in der Nacht zu Freitag. Dass eine aus heutiger Sicht so harmlose Sache vor 30 Jahren noch das große Ding war, lässt uns heute nur noch schmunzeln.
Ich weiß aber noch, dass wir alle gespannt waren, ob Blacky das durchzieht. Ich war gerade mal fünf Jahre alt, zumindest den Anfang der Show habe ich damals aber auf jeden Fall gesehen.
Aus heutiger Sicht, 2013, ist “Auf los geht’s los” übrigens immer noch eine erstaunlich kurzweilige Show.

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SWR-Themenwoche 40+

Mittwoch, den 27. März 2013
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MO 25.03.2013 | 20.15 Uhr | SWR-Fernsehen

Der SWR und arte quälen vor Ostern noch ordentlich die Zuschauer. Fünf Tage lang dreht sich das komplette Abendprogramm um die Midlife-Crisis.
Zur “SWR-Themenwoche 40+” gehört nicht nur die neunteilige Serie “Zeit der Helden”, in der in Folge 1 am Montagabend viele wunderliche und depressive Leute rumliefen. Und das dann jeden Abend gleich zweimal, denn um 22 Uhr läuft immer eine weitere Folge.

Wer dann noch nicht niedergeschlagen genug war, für den sorgte der SWR für Nachschub. Die Krise der Männer. Die Krise der Frauen. Überall Krise, überall die Angst, überall schlechte Laune.
Wer tut sich eine ganze Woche so was an? Dann vielleicht doch lieber eine der flachen Sitcoms auf ProSieben…

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Tagesschau extra / Der Papst ist gewählt

Donnerstag, den 14. März 2013
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MI 13.03.2013 | 19.05 Uhr | Das Erste

Weißer Rauch. Dann ging ja doch alles ganz schnell. Als um 19.06 Uhr der helle Dampf über der sixtinischen Kapelle in Rom aufstieg, stieg auch der Puls vieler Mitarbeiter in den Fernsehsendern.

phoenix war sowieso stundenlang auf Sendung. Das ZDF brach die laufende “heute”-Sendung ab und begann ein “ZDF spezial”, Das Erste blendete sich aus seiner laufenden Serie aus, begann ein “Tagesschau extra” und wechselte dann zur BR-Sondersendung “Der Papst ist gewählt”.

Es ist seltsam. Das Amt des Papstes tangiert mich eigentlich nicht. Aber solche Weltereignisse finde ich dann doch immer spannend – Geschichte live.
Eine gute Stunde lang passierte dann erst mal gar nichts – Schwenks über den Petersplatz, Expertengespräche, kurze Filme.
Eines musste man dem neuen Papst Franzikus lassen: Er wartete die 20-Uhr-Tagesschau ab, er hat echte Manieren.

Diese 20-Uhr-Tagesschau war die ungewöhnlichste seit langem – nicht nur, weil sie 47 Minuten dauerte, sondern weil es live zwei verschiedene Versionen gab.
Das Nachrichtenteam in Hamburg stand vor der Situation, dass das Weltereignis genau zur Tagesschau-Zeit stattfand. Die Live-Schaltung konnte also nicht nur zwei Minuten dauern, es wäre unsinnig gewesen, einfach erstmal die anderen Meldungen abzuarbeiten. So erschien gegen 20.05 Uhr Sprecher Jan Hofer wieder, um sofort zurück nach Rom zu schalten. Genau genommen wurde die “Tagesschau” damit unterbrochen – denn Das Erste zeigte wieder die BR-Sendung “Der Papst ist gewählt”, die auch parallel im Bayerischen Fernsehen lief. Beim NDR selbst muss man spontan entschieden haben, dort, im eigenen Dritten, die eigentliche “Tagesschau” fortzusetzen. Sie endete dort pünktlich um 20.15 Uhr. Alle anderen Dritten übernahmen jedoch das Tagesschau-Signal vom Ersten. Der hr blendete sich 20.15 Uhr aus, der rbb gegen 20.32 Uhr, WDR und SWR blieben bis zum Ende dabei. Denn ab etwa 20.35 Uhr lief dann auch im Ersten der Rest der Tagesschau. In Hamburg muss es drunter und drüber gegangen sein…

Sogar RTL unterbrach sein Hauptabendprogramm. “Teenies auf Partyurlaub” ist dort von der Antrittsrede des neuen Papstes unterbrochen worden. Was für ein Gegensatz. Ob sich Papst Franziskus über so ein müllig-sexy Rahmenprogramm freut? Nach den Teenies ging’s nämlich flott weiter mit unpäpstlichen “7 Tage Sex”. Kein Wunder, dass sich RTL-Nachrichtenmann am Ende der “RTL News” nicht getraut hat, zu sagen, mit welcher Sendung es denn nun weitergeht.

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Der große Kukakö-Rosenmontagsumzug

Donnerstag, den 14. Februar 2013
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MO 11.02.2013 | 11.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Kukakö? Ganz kurz könnte man da an “Kuhkacke” denken oder an eine neue Folge der Teletubbies. Aber der MDR zeigt weder das eine noch das andere.
Kukakö ist der Name der Karnevalsgesellschaft aus Köthen in Sachsen-Anhalt. Immer am Rosenmontag geht da die Post ab, und das ist so bedeutend, dass das MDR-Fernsehen live dabei ist.
Okay, im Gegensatz zu Köln kukackt Köthen ganz schön ab, aber das nichts nichts im Vergleich zu dem, was in Halle an der Saale los ist. Oder nicht los ist.

Am Montag schaltete der MDR nämlich von Karnevalshochburg zu Karnevalshochburg. In Halle tat ein Reporter so, als wäre auch dort die Hölle los. Peinlich genau achtete der Kameramann vor Ort darauf, nur den Umzug und die total fröhlichen Faschingsgesellen zu zeigen.
Warum nur? Vielleicht weil sich in Halle sonst niemand für den Quatsch interessiert? Ab und zu war es zu sehen: das Desinteresse. Am Rande des Umzuges standen so gut wie keine (!) Leute, nur ein paar Verstörte, die schnell mal vom Rad abstiegen.
So doll scheint es in Halle für die Kostümierungsarie nicht zu laufen, aber warum überträgt der MDR so was live?

Ähnliches gilt übrigens für den rbb. Auch die Übertragung am Sonntagnachmittag aus Cottbus wirkte seltsam. Während sich die Faschingsleute feierten, war am Straßenrand so gut wie nichts los. Von guter Stimmung, von Jubel, war nichts zu sehen.
Hatte der rbb den falschen Standort? Oder hielt sich das Interesse in Cottbus wirklich so in Grenzen? Und muss der klamme rbb das dann wirklich live übertragen?

Dann schon lieber Köln und Düsseldorf im WDR. Oder der Mainzer Umzug im SWR. da ist wenigstens was los.

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Verstehen Sie WAS?

Dienstag, den 18. Dezember 2012
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MO 17.12.2012 | 22.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Bin mol dooo! Mir schwätzet Schwäbisch!
Hier ein bisschen Pfälzisch, da ein bisschen Schwäbisch. Fertig ist die Spaßshow im Dritten Programm im Südwesten. Den passenden Titel haben die SWR-Leute auch schon: “Verstehen Sie WAS?” Passender, aber vielleicht primitiver wäre gewesen: “Hää?!”

In der Premierensendung am Montagabend war Hella von Sinnen zu Gast. Sie musste schwäbische oder pälzer Wörter ins Hochdeutsche überstzen oder in Mundart ein Theaterstück spielen. Das war alles recht simpel, die Sendung sicher nicht sehr teuer und sehr harmlos. Unterhaltsam aber allemal. Die Dritten Programme der ARD sollten ihre Dialekte viel mehr pflegen. Oder wo wird im rbb noch richtig berliniert, wenn nicht gerade Kurt Krömer auf Sendung ist? Andererseits: A bissle isch immer no besser wia gar nix. Wird man sich wohl auch im SWR gedacht haben.

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Finn und der Weg zum Himmel

Donnerstag, den 22. November 2012
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MI 21.11.2012 | 22.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Der Tod. Momentan können wir ihm medial kaum entkommen. Zur ARD-Themenwoche laufen im Ersten, in den Dritten und den Spartenkanälen unzählige Sendungen, die sich mit dem Sterben befassen. Auf Dauer ist das irgendwie sehr deprimierend, und manchmal möchte man den Verantwortlichen zurufen: Weniger ist manchmal mehr.
Das ganz große Highlight, die wirkliche Perle in der Themenwoche, die lief etwas versteckt am Mittwoch im späten Abendprogramm des SWR-Fernsehens: “Finn und der Weg zum Himmel”, einer der schönsten Filme des Jahres. So viel steht jetzt schon fest.

Finn ist 26, hat aber ein Gemüt wie ein Neunjähriger. In der Hinsicht ist er geistig behindert, sonst aber eben ein normaler Junge im erwachsenen Körper. Und Finn hat ein Problem: “Sütome”: Er schwitzt, ihm juckt’s, und er hat Gewichtsverlust. Ganz klar: Finn hat Krebs. Denkt er. Denn er hat ein Gespräch belauscht, in denen diese “Sütome” genannt werden. Gerade ist sein Papa an Krebs gestorben, und Papa ist jetzt im Himmel. Da will Finn auch hin. Und wie kommt man in den Himmel? In dem man drei gute Taten vollbringt. Finn macht sich an die Arbeit.

Ist der Tod und das Sterben sonst ein schweres Thema, hat Steffen Weinert (Buch und Regie) für seinen Film einen ganz anderen Ansatz gefunden. Finn sieht die ganze Sache wie ein Kind, am Grab seines Vaters hat er andere Sorgen, als zu trauern: Er fragt sich, warum da dieser Strich steht zwischen dem Geburts- und dem Sterbedatum. Traurig ist er natürlich trotzden, auch wenn sein Vater vor seinem Tod gesagt hat, er soll nicht so lange traurig sein.
Zwischendurch sehen wir in Traumsequenzen als liebevoll einfach gehaltenen Zeichentrick, wie denn der Weg in den Himmel führen könnte. Erst nach unten, dann schießt der Sarg wie eine Rakete in den Himmel. Da entscheidet dann Gott (Stimme: Herbert Feuerstein), ob sich die Himmelpforte öffnet oder nicht.

Finn wird gespielt von Jacob Matschenz. Und das macht er hervorragend. Die Gestik, die Mimik, das Denken des “Neunjährigen” im Körper des Twens, spielt er eindrucksvoll. Normalerweise muss er dafür mit Preisen überhäuft werden.
“Finn und der Weg zum Himmel” ist ein unglaublich niedlicher, rührend-witziger Film, zum Weinen und zum Lachen. Und das gleichzeitig.