RTelenovela

Irgendwann ist Einschulung

Sonntag, den 23. März 2014
Tags:

Die Einschulung des eigenen Kindes ist ein sehr wichtiger Termin. Für das Kind, aber natürlich auch für die Eltern und den Rest der Familie. Das muss gefeiert und vor allem jetzt schon vorbereitet werden!

Und so betrat eine Familie ein Lokal in Summt, um für die Einschulungsfeier Tische zu bestellen. Und der Vater war sich sehr sicher: Am 10. August soll es so weit sein. Für diesen Tag brauche man die Tische.
Ich wurde hellhörig, denn zufällig weiß ich, dass die Brandenburger Sommerferien in diesem Jahr später sind als sonst. 10. August? Das kann nicht sein!
Auch der Restaurantbesitzerin ist das aufgefallen, auch sie zweifelte den Termin an. “Da sehen Sie mal, wie schlecht vorbereitet ich bin”, sagte der Vater, und seine Frau meinte: “Da sind wir doch auch noch im Urlaub!”

Man einigte sich schließlich auf den 30. August. Der Termin steht im Vorbestellungsbuch, und die Familie soll Bescheid geben, ob das in Ordnung ist.
Ich habe gerade noch mal nachgesehen: Wenn ich nicht ganz falsch liege, ist die Einschulung in Brandenburg dieses Jahr am 23. August. Aber das werden alle Beteiligten in Summt sicher auch noch rechtzeitig mitbekommen.

RTelenovela

Raus aus der Stadt und rein in die Pilze

Samstag, den 5. Oktober 2013
Tags: , , , ,

Jetzt kommen sie wieder. In der großen Stadt gibt es nicht so viele Wälder, aber viele Pilzfans. Und deshalb kommen die Stadtleute raus aufs Land, fahren mit Tempo 65 über die Landstraße und finden die Natur einfach nur schön. Und dann bremsen sie, steuern ihren Wagen ganz umweltfreundlich in den Waldweg und parken vor der Sperre.

Wer in diesen Tagen – und das Wetter war ja noch mal so richtig schön – beispielsweise auf der Strecke von Lehnitz nach Summt unterwegs ist, wird sie scharenweise beobachten können. Der Waldrand steht voller Autos, überall sind die Sammlergruppen zu sehen, die sich ihre Nahrung aus den Wäldern von Briese holen. Plizesammeln ist zum Volkssport geworden.
In Summt selbst steht der Straßenrand voller Autos, oder auch gern mal auf der Straße selbst, so dass es im Dorf zu Staus kommt.

Mit Dörfern kennen sich Großstädter allerdings nicht so aus. Die Leute mit OHV-Kennzeichen verhöhnen sie gern als “Ohne Hirn und Verstand”, aber genauso sind sie außerhalb ihrer Stadt auch gern mal unterwegs. Einfach mal am Straßenrand halten, blinken ist dabei nicht nötig. Und wenn man merkt, dass es doof ist, dort zu parken, einfach wieder losfahren, auch wieder ohne zu blinken und auf den Verkehr zu achten, der schon überholen wollte.

Aber auch die Pilzzeit geht ja bald vorbei, und die Städter kennen sicherlich viele Geschichten, wie beschissen die Provinzler Autofahren…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Angela Merkel in Oranienburg

Sonntag, den 8. September 2013
Tags: , , , ,

SA 07.09.2013 | Oranienburg, Schlossplatz

Wenn Angela Merkel nach Hause in die Uckermark fährt, dann droht ihr am Autobahndreieck Schwaneback oft ein Stau. Aber Frau Merkel kennt sich ja aus. Dann nimmt sie doch lieber die Strecke über das Dreieck Oranienburg, denn das ist ja schon ganz gut ausgebaut. Oder sie fährt über Summt, das geht auch.
Und Oranienburg kennt Angela Merkel sowieso ganz gut. Immer wenn sie mit dem Zug aus Leipzig kam, musste sie in Oranienburg aussteigen und auf den Zug nach Templin warten.

Hach, und da sage noch einer, die Angie ist nicht menschlich und kennt sich nicht aus im Leben.
Es waren in der Tat diese kleinen Anekdoten, die die interessantesten Momente am Sonnabendmittag auf dem Oranienburger Schlossplatz waren. Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste von St. Petersburg nach Hause, guckte ein bisschen Fußball und kam dann mit dem Hubschrauber nach Oranienburg geflogen. Schließlich braucht die CDU in Oberhavel durchaus noch Unterstützung. Es ist knapp zwischen dem Direktkandidaten Uwe Feiler (CDU) und Angelika Krüger-Leißner (SPD).

Schon bevor Merkel in Oranienburg landet, halten die CDU-Anhänger die orangenen Angie-Schilder hoch. Auch einige Kinder wedeln damit herum, vermutlich wählen die aber noch gar nicht CDU. Eine Frau stülpt ihre Lippen gerade über das orangene CDU-Stieleis, um dann anmerken, wie lecker es doch ist. Dummerweise bricht es auseinander, und das Teil landet im Dreck. Kurz überlegt die Frau, ob sie es aufhebt, aber sie entscheidet sich dagegen.

Als Angie dann erscheint, beginnt mit großen Trara ihre Auftrittsmusik. Frau Merkel braucht lange, bis sie endlich auf der Bühne ist, sie nimmt noch das Bad in der CDU-Menge, schüttelt Hände, lächelt und lässt sich fotografieren.
Und dann ist sie da, die Kanzlerin, in Oranienburg. Es folgen die schon beschrieben Anekdoten, die auch zeigen, dass sie mit Oberhavel durchaus einiges verbindet. Schon allen, weil das Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg steht – nur eine gute halbe Stunde Autofahrt von der Kreisstadt aus.

Es spricht erst der Landesvorsitzende der CDU, den allerdings kaum jemand kennt und kennenlernen will. Alle wollen Angie hören und nicht den… wie hieß er noch gleich? Es laufe gut in Brandenburg, sagt der CDU-Mann, und das trotz rot-roter Regierung in Potsdam. Eine bemerkenswerte Aussage, die er später auch indirekt zurücknimmt, als er sagt, Rot-rot könne es nicht, und es werde Zeit, dass die CDU in Brandenburg wieder ans Ruder kommt. Aha.
Und dann Angela. Mutti. Erzählt noch ein bisschen vom G-20-Gipfel. Von Steuern. Wirtschaft. Arbeitsplätzen. Bla. Kennen wir alles schon.
Sie erzählt nicht: von der Oranienburger Bombenproblematik, von der auch der Bund betroffen ist. Über die Probleme mit der B96 sagt sie, das Problem kenne sie auch von Rügen, und jetzt sei Rügen erst mal dran. Gut zu wissen.

Die Rede, die Angela Merkel hält, ist nicht weiter erwähnenswert, es ist sowieso immer dieselbe während des Wahlkampfs. Am Ende winkt sie noch mal in die Menge und bekommt von CDU-Oberhavel-Chef Frank Bommert eine Hedwig-Bollhagen-Vase – laut Bommert aus Bötzow, aber in Wirklichkeit aus Marwitz.
Dann steigt Merkel in das Auto, das sie zurück zum Hubschrauber bringt – die Oranienburger winken ihr nach.

Wie viele der Besucher am 22. September wirklich die CDU wählen werden, ist ungewiss. Am Rande des Platzes verteilte ein Vertreter der Linken einen CDU-Flyer mit den “Verdiensten” Merkels. Liest sich irgendwie nicht so gut, aber Merkel können wir ja nicht mehr drauf ansprechen, die ist ja schon weg.

aRTikel

Nachschlag: Speisekarte mit Schleifchen

Mittwoch, den 3. April 2013
Tags: ,

Zwischenstopp an der Landesstraße: Im „Summter Storch“ kommt Falscher Hase auf den Tisch

MAZ Oranienburg, 3.4.2013

Ob Spitzenrestaurant, Café, Kneipe, Imbiss oder Ausflugslokal – Mitarbeiter der MAZ sind als anonyme Tester unterwegs.

SUMMT
Falscher Hase zu Ostern – irgendwie ist das ja schon ein bisschen fies. Wir haben es trotzdem ausprobiert. Der „Summter Storch“ im Mühlenbecker Ortsteil bietet aber nicht nur den Falschen Hasen auf der Speisekarte. Auch Zander oder Gulasch kann sich der hungrige Gast bestellen.

Der „Summter Storch“ liegt direkt an der Landesstraße, die durch den Ort führt. Ein Parkplatz ist nicht direkt ausgeschildert, aber schräg gegenüber sind großzügige Parkmöglichkeiten vorhanden. Der kleine Raum ist durch die großen Fensterfronten sehr hell und freundlich. Hinten gibt es noch einen riesigen Saal, der auch für Feiern angemietet werden kann.
Die Speisekarte kommt zusammengerollt mit Schleifchen an den Tisch. Welche Getränke es im Haus gibt, wird leider nicht verraten. Aber da kann man ja nachfragen – was die Gäste dann auch immer wieder tun.

Wir bestellen eine Tomatensuppe, sie schmeckt fruchtig und würzig. Zum Hauptgang muss der Falsche Hase dran glauben. Das Hacksteak wird mit Kartoffeln und Mischgemüse garniert. An der Soße spart der Storch ein bisschen, das Hacksteak selbst schien ein wenig zerkocht. Lecker war’s trotzdem. Ein bisschen gewundert haben wir uns, dass die Kinderportion mit Kartoffelbrei am Nachbartisch sehr viel üppiger ausfiel als die Erwachsenenvariante.
Zum Zander gab’s Dillkartoffeln und dazu ein kleines Schälchen mit Gurkensalat: ein Hauch von Frühling, auch wenn es draußen vor dem Fenster gerade mal wieder schneite. Trotz ganz kleiner Mäkeleien sind die Speisen doch sehr lecker gewesen.

Das Essen in dem Summter Lokal wird vom Personal recht zügig zum Tisch gebracht – die Vorspeise kam allerdings vor den Getränken, was dann doch ein bisschen ungünstig war. Überhaupt wirkt das Personal ein wenig unkoordiniert. Da sortiert die junge Frau die Tische nebenan, ignoriert aber die Gäste. Beim Rausgehen wird der freundliche Gruß „Auf Wiedersehen!“ schlicht überhört, weil gleich mehrere Leute damit beschäftigt waren, die nachfolgenden Kunden zu begrüßen. Das wird nächstes Mal besser!

Restaurant „Summter Storch“, Liebenwalder Straße 64, Summt, dienstags bis sonntags 12 bis 21 Uhr.

aRTikel

1992: In Bärenklau gehen 150 Asylbewerber auf die Barrikaden

Mittwoch, den 4. Juli 2012
Tags: , , , , , , , , ,

Juni 1992 II -> 26.6.2012

Vor 20 Jahren: Demonstration gegen Vollverpflegung / Feuerwehr wendet Waldbrandkatastrophe bei Summt ab / Einbrüche in Liebenthal

MAZ Oranienburg, 4.7.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Juli 1992.

OBERHAVEL
Die Feuerwehr kann die große Katastrophe abwenden. Im Dreieck Birkenwerder – Summt – Zühlsdorf brennt Anfang Juli 1992 tagelang auf einer Fläche von 250 Hektar der Wald. Zeitweise war die Ortschaft Summt bedroht. Es gab bereits erste Evakuierungspläne. Zeitweise sind in der Region mehr als 350 Feuerwehrleute und 300 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Eine gute Woche lang dauert die Brandbekämpfung.

Bei der Feuerwehr in Hammer herrscht unterdessen Krisenstimmung. Es gibt zu wenig Leute, die Einsatzbereitschaft kann nicht mehr gewährleistet werden, sagt Bürgermeisterin Christa Balke. Die Wehr meldet sich vorerst ab.

In der im Bau befindlichen Gülleaufbereitungsanlage bei Kremmen will die Fastfoodkette McDonald’s Speiseabfälle kompostieren. Im September 1992 soll es losgehen.

Brummifahrer können die Parkfläche gegenüber der Raststätte „Havelbrücke“ in Havelhausen nicht mehr nutzen. Am 6. Juli 1992 sorgt ein Trupp dafür, dass das große Gelände eingezäunt wird. Auftraggeber ist die Esso-AG in Berlin. Doch ein geplanter Tankstellenbau kommt nicht zustande, weil der Oder-Havel-Kanal zu dicht ist.

In Bärenklau gehen am 8. Juli 1992 die 150 Asylbewerber in der ehemaligen Tourismusschule auf die Barrikaden. Der Eklat dreht sich um die Essen-Vollverpflegung, die keiner von ihnen in Anspruch nehmen will. Die Bewohner möchten selbst kochen – und demonstrieren dafür. Ein großes Polizeiaufgebot kommt nach Bärenklau. Eine Sozialamtsmitarbeiterin wird mit einer Fahrradkette angegriffen. Am 10. Juli müssen 39 Schwarzafrikaner das Heim verlassen.

Am 9. Juli 1992 geht folgender Anruf im Kremmener Rathaus ein: „Passen Sie gut auf. In einer Stunde fliegt das Rathaus in die Luft.“ Die Polizei kommt, aber eine Stunde nach dem Anruf steht das Rathaus immer noch.

Unbekannte verwüsten am 14. Juli 1992 das Liebenthaler Gemeindezentrum. Ein Aktenschrank ist aufgebrochen, Akten liegen durcheinander auf dem Boden, auch auf dem Schreibtisch von Bürgermeisterin Ingeborg Kirchmann herrscht Chaos. Einige Tage davor ist schon in den Konsum eingebrochen worden.

Unklar ist übrigens auch noch, ob sich Liebenthal der Stadt Liebenwalde anschließen will. In den Planungen von Groß Schönebeck kommt Liebenthal jedoch nicht mehr vor, die Einwohner selbst sprechen sich dafür aus, im künftigen Kreis Oberhavel bleiben zu wollen.

aRTikel

1992: Waldbrand bedroht Summt

Dienstag, den 26. Juni 2012
Tags: , , , , , , ,

Juni 1992 I -> 19.6.2012

Vor 20 Jahren: Bäume brennen auf 150 Hektar

MAZ Oranienburg, 26.6.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Juni 1992.

OBERHAVEL
Tausende Oranienburger müssen wieder ihre Häuser und Arbeitsplätze verlassen. An der Kremmener Straße liegt eine Fünf-Zentner-Bombe. Eigentlich sollen die Freilegungsarbeiten eine knappe Woche dauern, doch Sprengmeister Horst Reinhardt gibt das Signal: Die Bombe ist so gefährlich, dass es schnell gehen muss.

Vier umherstreunende Pferde und Esel sorgen auf dem Parkplatz an der Oranienburger Hasenheide gegenüber dem Polizeipräsidium für Aufsehen. Vorher sind sie von der Lehnitzschleuse aus dorthin getrabt. Sie stammen von einer Koppel an der Sachsenhausener Biberfarm.

Bernöwe hat die Wahl. Die Einwohner können entscheiden, ob der Ort wieder eigenständig und sich von Schmachtenhagen abkoppeln soll. Das Problem: Wer übernimmt die kommunalen Aufgaben? Das bleibt unklar.

Am Oranienburger Runge-Gymnasium findet erstmals ein Schülertheatertreffen statt. 140 Leute aus dem Kreis, aus Essen und Hamm nahmen teil. Heidrun Baumgardt, die Leiterin des Festivals ist begeistert „von der Aufgeschlossenheit und dem Enthusiasmus der Leute“, sagt sie in der MAZ.

Das Gesellschaftshaus in Oranienburg lebt wieder auf – jedenfalls kurzzeitig. Die Jungen Humanisten wollen im „G-Haus“ die Aktion „Ferien mit Disco zum Anfassen“ starten. Die Zehn- bis 16-Jährigen sollen etwas Abwechslung bekommen, sagt Ronny Howe, der Leiter der Humanistengruppe.

Der Wald brennt, und zwar großflächig. Zwischen Birkenwerder und Summt stehen am 30. Juni 1992 auf einer Fläche von mehr als 150 Hektar Bäume in Flammen. Die Badenden am Summter See müssen den Strand räumen. Rund 350 Feuerwehrleute sind vor Ort. In der Nacht drohen die Flammen, Summt zu erreichen.

RTelenovela

Mein BMW und ich (19): Da pfeift doch was?!

Mittwoch, den 16. Mai 2012
Tags: , , , ,

(18) -> 15.2.2012

Kürzlich war mein Auto in der Reparatur. Es quietschte beim Fahren. Jetzt hat es neue Bremsscheiben und -beläge, und es quietscht nicht mehr.
Oder doch?

Als ich am Abend zwischen Lehnitz und Summt durch den Briese-Wald fahre, höre ich plötzlich etwas: so ein leises Pfeifen. So ein Zischen. So ein Irgendwas.
Ich mache das Radio leiser. Ja, da ist was. Ich mache das Fenster auf und warte, bis ich an Leitplanken vorbeikomme, da hört man ja in der Regel seine eigenen Fahrgeräusche besser.
Ja, und irgendwas ist da.
Als ich durch Summt fahre, ist das Geräusch immer noch da. Es macht mich wahnsinnig, innerlich verfluche ich meinen Werkstattmann, der offensichtlich irgendwas übersehen hat. Ich sehe mich schon wieder bei ihm vorfahren.

Eine gute Stunde später. Ich steige in Mühlenbeck wieder ins Auto und fahre auf die Hauptstraße in Richtung Autobahn.
Und wieder: dieses Geräusch. Ich mache das Radio aus, und da ist es immer noch. Allerdings: Es kommt von innen. Irgendwas im Auto zischt, pfeift oder quietscht. Aber während des Fahrens ist das schlecht rauszufinden.
Ich biege in eine Seitenstraße und halte an. Radio aus. Ich beuge mich nach vorn, zur Seite: zzzzzzzfffffff…

Und da bemerke ich es. Ich entdecke die Quelle des Geräusches: Es ist die Flasche Cola im Rucksack auf dem Beifahrersitz. Die Cola zischt. Ich drehe den Verschluss fester zu, und plötzlich ist es ganz still im Auto.
Dann muss ich wohl doch nicht in die Werkstatt, und den Fluch über den Werkstattmann hebe ich auch wieder auf. Da hat er aber noch mal Glück gehabt.