RTZapper

heute-journal: WM und Eigenwerbung

Montag, den 14. Juni 2010
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SO 13.06.2010 | 21.20 Uhr | ZDF

Ach, wie nett: Urlaubsvideos im “heute-journal”. Marietta Slomka war verreist und lässt ihre Zuschauer dran teilhaben. “Ich war in Südafrika”, erzählt sie am Sonntagabend und lächelt. Dann zeigt sie Ausschnitte: Marietta Slomka auf einem Traktor. Marietta Slomka trifft Einheimische. Marietta Slomka in ein Gespräch vertieft.
Na, das ist ja wirklich spannend. Und wenn Sie mehr sehen wollen, dann schalten Sie doch die Doku ein, die bald im ZDF läuft.

Eigentlich macht das “heute-journal” in der Halbzeitpause eines Fußball-WM-Spiels sowieso kaum Sinn. Und wenn dann die wenige Zeit für Eigenwerbung genutzt wird, wird’s ärgerlich.
In der Pause des WM-Spiels zwischen Deutschland und Australien machte die ZDF-Nachrichtensendung mit dem WM-Public-Viewing auf.
Was für ein brisantes Thema, wenn es in der Politik drunter und drüber geht. Für die bleibt jedoch kaum Platz, und wer will das in der Fußballpause überhaupt sehen?
Aber es sieht eben in der Einschaltquoten-Bilanz gut aus, wenn die Sendung plötzlich astronomische Quoten erreicht. Und nur deshalb zeigt das ZDF zu diesem Zeitpunkt diese Sendung. Dass das journalistischer Murks ist, interessiert an der Stelle sowieso niemanden. Und Marietta Slomkas Gut-Menschen-Reise durch Südafrika wird wohl auch ohne mich stattfinden.

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FIFA-WM 2010 live: Argentinien – Nigeria

Samstag, den 12. Juni 2010
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SA 12.06.2010 | 15.50 Uhr | Das Erste

Ööööööööööööö! Was klingt wie eine dauerhafte Tonstörung, ist in Wirklichkeit Stadionatmosphäre. Oder zumindest das, was die Fußballfans in Südafrika dafür halten.
Die Fußball-WM 2010 erlebt gerade mal ihren zweiten Spieltag und hat schon das Hassobjekt aller Hassobjekte: die Vuvuzela.
Es ist aber auch ein widerliches Geräusch. Das “Ööööööööööööö” scheinen die Südafrikaner irgendwie toll zu finden. Aber mal abgesehen davon, dass es nicht schön klingt: Es macht müde. So ein sanftes Öööööööööö lässt den Fußballgucker schnell mal wegnicken. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre da echt nicht schlecht: Oder wieso können diese Trötdinger keine Melodien fabrizieren?

Und wenn dann noch das Spiel langweilig ist: Ein müdes Tor! Was ist los mit euch, ihr Argentinier? Mehr als ein 1:0 war gegen Nigeria offenbar nicht drin. Vielleicht lag es aber auch an besagten Vuvuzelas, dass irgendwie nichts klappte. Aber selbst die Franzosen haben es ja am Freitag nicht gebacken bekommen, mal den Ball ins Tor zu schießen. Wer weiß, vielleicht macht sie das Getröte auch kirre. Und da hätten wir ja alle schon mal was gemeinsam.

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Tagesschau: Fußball-WM-Journalistentour

Sonntag, den 28. Februar 2010
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SA 27.02.2010 | 23.10 Uhr | SF1

Olympia geht zu Ende, und bald beginnt das nächste Sport-Großereignis: die Fußball-WM in Südafrika. Und um zu zeigen, dass alles ganz toll wird, hat die Fifa Journalisten eingeladen, um ihnen zu zeigen, dass jetzt schon alles ganz toll ist. Auch ein Team des Schweizer Fernsehens (SF) war dabei, die „Tagesschau“ präsentierte am Sonnabend erste Bilder der Tour.
Sorgen müssen wir uns jedenfalls um die Journalisten nicht machen – die Busse werden nämlich von der Polizei begleitet. Das muss ja wirklich extrem sicher sein, da in Südafrika. Ohne Polizeischutz scheint für die Journalisten kaum was zu funktionieren. Macht schon mal einen seltsamen Eindruck.
Das Stadion für die Eröffnungsfeier sieht zwar schon ganz gut aus – das Umfeld dagegen… Sagen wir mal: Daran wird gearbeitet. Bald. Wahrscheinlich.
Oh je, das dürfte ein spannendes Event werden.

RT im Kino

Invictus – Unbezwungen

Montag, den 22. Februar 2010
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Südafrika im Aufbruch. 1990 wird Nelson Mandela (Morgan Freeman) aus der Haft entlassen. Einige Jahre danach wählt ihn das Volk zum Präsidenten. Sein oberster Ziel: die Abschaffung der Apartheid. Das bessere Zusammenleben von Schwarzen und Weißen. Toleranz.
Im Jahr 1995 bekommt Südafrika dann die große Chance eines neuen Lebensgefühls: die Rugby-WM. Nelson Mandela begreift sehr schnell, dass der Sport sein Volk vereinen könnte. Er unterstützt das Team, wo er nur kann. Er lädt den Mannschaftsführer Francois Pienaar (Matt Damon) zu sich zum Tee ein und schwört auch die Menschen auf den Sport ein.
Und es scheint zu funktionieren: Schwarze und Weiße zittern mit dem südafrikanischen Team.

Regisseur Clint Eastwood beschäftigt sich in “Invictus – Unbezwungen” mit einem aufregenden, spannenden und zeitweise anrührenden Thema. Es geht um den Kampf um Toleranz. Um ein friedliches Zusammenleben. Um den Kampf gegen Rassismus und Vorurteile. Aber um einen Sport, der genauso brutal ist, wie er mit seinen Emotionen die Menschen einen kann.
Der Wettkampf ist grandios in Szene gesetzt, die letzten Minuten des Films sind unglaublich packend.

Irritierend (vielleicht ist es auch ein Überstzungsfehler) ist, dass davon gesprochen wird, dass die Verlängerung des Spiel 20 Minuten dauere. Zwischendurch wird in einer Einblendung die 11. Minute angekündigt. Dann heißt es: noch sieben Minuten. Dann endet das Spiel nach zehn Minuten. Irgendwas ist da schiefgelaufen im Schnitt oder in der Synchro.

Aber egal. Eastwood ist wieder in Hochform, auch wenn er selbst keine Rolle spielt. Er ehrt Nelson Mandela, der viel erreicht hat, und macht Hoffnung, dass die Menschen vernünftig werden könnten. Ein großer Film.

9/10